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Zum Karriereende: Die PONGO-Tierlist

Nur noch zwei Shows, dann RIP Pongo. Eine der longlebigsten GFCW-Spieler tritt zurück. Und nachdem er jahrelang nur den gleichen Charakter gespielt hat, hat er in den letzten Jahren endlich den wahren Weg des FW gewählt und diverse Chars erfunden.

Ehren wir sein FW-Andenken mit einer Tierlist. Dazu sortieren wir seine Charaktere in Kategorien ein, die unten beschrieben sind. Ich mache mal den Anfang.

Hier sind alle Pongo-Charaktere, an die ich mich erinnern kann:

  • Aiden Rotari
  • Breads
  • Buzzkill
  • Christine Brooks
  • Das Sprachrohr
  • DJ Freundlicher Orang-Utan
  • Eheluder/Entrepreneurin Lerbitz
  • Heinrich Firion
  • Lorenz
  • Lutz, das Kräuselhauben-Perlhuhn aus der Hölle
  • Marc Hill
  • Markus Lerbitz
  • Maximilian Lunenkind
  • Mike Müller
  • Rizou
  • Scarecrow (Original)
  • Timo Schiller (Original)
  • Vivien Tolnai

 

S-Tier: GOAT-Territorium. Absoluter Top-Charakter.

Maximilian Lunenkind: DER FW-Charakter schlechthin für mich. Es gibt keinen Charakter, der mehr lustige Shticks in seiner Karriere als Lunenkind hatte und in jede Interpretation hat er mich überzeugt. Schon der Sexlurch-Zungen-Lunenkind von 20xx, wenn auch aus heutiger Sicht aus der Zeit gefallen, war für mich mein Lieblings-FW-Charakter. Doch mit der Pigster-Interpretation hat er das (vielleicht) sogar noch einmal überboten. Wenn man mein jugendliches Ich amüsiert, ist das eine Sache, doch mich als verbitterten alten Mann zu amüsieren, ist die andere. Der ganze LPG-Run war in der Nachbetrachtung insane. Ich erinnere mich an den Entrance mit den luftverschmutzenden Autos, an die Verkleidungen, an das Video und und und. Lunenkind war immer ein Quell von unerschöpflicher Kreativität und keiner seiner Running Gags hat sich wirklich jemals totgelaufen, weil es so oft neue Ansätze gab. Klitzekleiner Schönheitsfehler: Ich weiß nicht, ob ich heute noch so sehr die Phase feiern würde, die er im Tag-Team mit Max Mustermann hatte. In meiner Erinnerung ging es da weniger um Lunenkinds Psychosen, sondern Max & Luni wurden auch oft dafür genutzt, zu betonen, wie wenig Lust man (als Schreiber) hat und manchmal auch um Off-Gimmick-Anspielungen unterzubringen. Aber das ist vernachlässigbar in der Gesamtbetrachtung des besten Charakters aller Zeiten. Lunenkind hätte für mich im Ring mehr Erfolge haben müssen. Ich hätte ihn unironisch zum World Champion gemacht.

Mike Müller: Der bessere Keek Hathaway. Mich hat selten in meiner FW-Karriere etwas so sehr unironisch WÜTEND gemacht wie Mikes Niederlage und der damit verbundene GFCW-Abgang. Und wenn ich reale Emotionen im FW entwickele, ist das sehr, sehr selten. Für mich war die Emanzipation Mikes nach der Pigster-Rolle die stringentere, besser umgesetzte Version der Underdog-Story, mit der Keek damals vom Comedy-Charakter zum World Champion wurde. Das hätte auch Mike Müller passieren müssen. Zwar brachte sein Tod uns Luni als Aktiven zurück, aber trotz allem trauere ich bis heute um das „Was hätte sein können, wenn…?“. Mike Müller ist für mich ein GOAT-Charakter, weil er gleich zwei Gimmicks hatte, die mich zu 100% überzeugt haben. Schon sein Ursprungs-Charakter mit den Kraftausdrücken war unendlich unterhaltsam und ein Stück weit prototypisch für die grundsätzliche Redeweise und Catchphrases, die nachfolgende Chars (Sprachrohr, Hill etc.) dann später brachten. Als Pigster dann wurde ihm wirklich viel Tiefe verliefen und es war der wohl organischte Faceturn, den ich in meiner FW-Zeit erlebt hatte.

Markus Lerbitz: Eine absolute Legende. Ich versuche mal, die GTCW-Zeit auszublenden, weil dort nur der grundsätzliche Storyansatz von Pongo kam, aber nicht die konkrete Umsetzung. Doch schon zuvor in der GFCW hat Lerbitz genügend getan, um ihn zu loven. Das Match in den Ruinen von Markus Lerbitz‘ Existenz zählt für mich bis heute zu den größten Momenten der FW-Geschichte; als einzelnes Match betrachtet ist es für mich sogar die Nr. 1. In der Nachbetrachtung ist Markus Lerbitz vielleicht der Prototyp für die zweite Phase des Spielers, in der er die Fähigkeit „entwickelte“, Gimmicks zu entwerfen, die auf dem Papier recht einfache Eigenschaften und Hintergründe haben (in Lerbitz Fall sein Verhältnis zur Ehefrau) – und diese dann auf Basis dieser Eigenschaften in immer neue kreative Szenarien zu werfen. Ein Stück weit bekommt Lerbitz seine S-Tier-Einordnung auch stellvertretend für den gesamten Storykomplex, an dem er beteiligt war. Es ist nicht 100% möglich, ihn bspw. von Mike Müller oder dem Eheluder zu trennen. Aber bis heute für mich der beste Pongo-Non-Wrestler.

Robert Breads: Ich habe wirklich überlegt, ob Breads „nur“ A-Tier ist. Denn tatsächlich gab es einige Dinge, die mir nicht uneingeschränkt gefallen haben: Seine damalige Niederlagenserie fand ich zu lang und ich konnte nicht sehen, wohin das den Charakter führt bzw. was man mit ihm vorhat. Und sein Beitritt zur LPG hat nicht die Renaissance gebracht, die ich damals erwartet habe. Ich hatte grundsätzlich hier und da den Eindruck, dass man den rechtzeitigen Zeitpunkt verpasst hat, den Charakter entweder once and for all als Main Eventer wiederauferstehen zu lassen oder in Rente zu schicken. Aber trotz allem: Ich kann mich an keinen FW-Charakter erinnern, der durchgehend über einen so langen Zeitraum den Rest der Liga in Sachen Segmentqualität überboten hat. Schon zu seinen Debützeiten war ein gutes Breads-Segment stilistisch und inhaltlich immer ein deutliches Stück über dem Rest des damaligen Ligendurchschnitts und 15 Jahre später (obwohl die gesamte Schreibqualität der Liga deutlich besser geworden ist) ist das immer noch so – auch wenn mir, wie gesagt, nicht alle Booking-Entscheidungen immer gefielen. Breads ist mit dem Spieler gewachsen. Aus heutiger Sicht fände ich seine damaligen Storylines (bspw. die Übernahme der Liga) vielleicht nicht mehr so krass wie damals, aber im Kontext der Zeit betrachtet war er immer eine Benchmark. Und letztendlich erinnere ich mich auch an keinen Charakter, der eine solche „Legacy“ wie Breads hinterlassen hat. Er war als Face und Heel erfolgreich, er hat in mehreren Ligen World Title gewonnen, er hat den Brawlin Rumble geholt – und bei all dem ist trotzdem immer erkennbar geblieben, dass es der gleiche Char ist, der sich nicht krass verbiegen muss. Seine Karriere fühlt sich in der Rückbetrachtung sehr „organisch“ an. So wie auch reale Wrestler vielleicht mal einen „Flop“ verkraften, aber insgesamt uneingeschränkte Legenden sind.

A-Tier: Sehr guter Charakter mit leichten Schwächen. Oder jemand, dem es vielleicht an der Langlebigkeit oder am gewissen Etwas fehlt.

Das Sprachrohr: Ich mag seinen Namen nicht, aber das liegt nur daran, dass in meiner Fantasie alle Englisch in der GFCW sprechen und ich daher deutsche Eigennamen doof finde. Abgesehen davon hat das Sprachrohr seine Rolle durchgehend perfekt ausgeführt. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals eine gesamte Liga so schnell die Catchphrase und Sprechweise eines Chars übernommen hat wie im Fall Sprachrohr. 2-3 Shows nach dem Debüt hat gefühlt jeder schon FAKT gerufen. Er wurde oftmals für perfekte Situationskomik genutzt, hat dann aber auch rechtzeitig Weiterentwicklungen durchlaufen, um frisch zu bleiben. D.h. manchmal wurde FAKT abgewandelt, manchmal hatte er ein neues Kostüm und so weiter. Und gegen Ende seiner Karriere wurde er sogar noch zu einer tragikkomischen Figur, weil seine Teamkollegen nicht einsehen wollten, dass er ein Mensch mit eigener Identität ist und kein reines Produkt. Für S-Tier langt es nicht, weil es letztendlich nur ein (sehr langer) Run war und weil ich anders als bei Müller keine Gelegenheit gesehen habe, dass seine Erniedrigung zu seiner Emanzipation und einem Singles-Push führt. Dafür war er zu sehr entmenschlicht. Aber in seinem konkreten Kontext hat er perfekt funktioniert.

Marc Hill: POWER war das FAKT der zweiten LPG-Phase. Marc Hill hat sich in meinen Augen vom nervigen Förderkader-Nobody schnell zu einer Person entwickelt, die – wenn man es drauf angelegt hätte – sicherlich nach einigen Monaten LPG der Breakout-Star der Gruppierung hätte sein können. Ich liebte seinen neuen Charakter und auch wenn der Run (zu) kurz war, wurden die Eigenschaften bei den Auftritten sehr gut ausgespielt.

Aiden Rotari: Rotari hat einen ziemlich interessanten Werdegang. Im Grunde vom Debüt an war es klar, dass der Spieler ihn in Stellung bringen will, irgendwann der neue Hauptcharakter zu werden. Und dadurch war wiederum klar, dass es Rotari irgendwann an die Spitze schaffen wird, was auch gelang. Rotari hat, über seine gesamte GFCW-Zeit betrachtet, sicherlich mit das stringenteste Charakterprofil aufgebaut. Seine Eigenschaften waren immer klar und sie wurden immer und immer wieder in die Stories eingebaut. Es gab bei ihm in der Charakter-Erzählung nie einen „Bruch“, wo er sich um 180° gedreht hat. Er erinnert mich vielleicht so ein bisschen an ein WWE-„Supertalent“, welches man in die Shows bringt und schon weiß, dass man den Dude 2 Jahre später im Main Event haben und ihn entsprechend „protected“ (nicht von den Ergebnissen, aber so von der Kohärenz der Darstellung). Mit Ausnahme seiner gottlos geilen FISCH-Zeit gab es auf seinem Weg eigentlich On-Gimmick keine harten Einschnitte und auch Off-Gimmick erinnere mich an keine Story, die in den Augen der Leser gefloppt ist. Das unterscheidet ihn vllt. von einem Charakter, der mit dem Spieler zusammen besser geworden ist – Rotari war eigentlich durchgehend auf dem hohen Niveau des heutigen Pongo und so Bestand keine Chance für Flops. Vielleicht ist das aber auch der Grund, warum ich ihn (nur) als A-Tier sehe: Er hat nie so krass tiefe Täler durchschritten, um einen organischen Karriereverlauf zu haben. Ein Mike Müller bspw. ist auch On-Gimmick vom absoluten Jobber-Loser zum Fanliebling geworden, Rotari war immer der Midcard bis Main Event-Heel. Dadurch habe ich auf so einer emotionalen Ebene nicht so stark mit ihm connected wie mit einigen anderen Charakteren, was aber auch in Ordnung ist, schließlich ist er als Heel zwangsläufig eher als Antagonist angelegt. Hätte er vllt. ein paar Jahre länger gekämpft und mal einen Face-Run gehabt oder wäre er länger FISCH gewesen, könnte ich ihn höher einordnen. Er war FISCH, Leute. Ein Fisch.

B-Tier: Solide. Ein Charakter, den man immer gerne liest, ohne dass man Herzschmerz hat, wenn er mal einige Shows nicht dabei ist.

Buzzkill: Liam Spencer ist ein kurioser Fall. Ich erinnere mich daran, dass ihn manche Feedbacker damals ziemlich gurkig fanden – und ich weiß nicht mehr wieso. In meiner Nachbetrachtung wiederum finde ich nur Positives zu Buzzkill. Er hatte eine auf dem Papier spannende Backstory: Ein Indie-Hype, der als Supertalent in die Liga geholt wird, aber dann völlig untergeht und sich neu erfinden muss. Das klingt vom Ansatz her erst einmal super spannend und ist auch außergewöhnlicher als die Origin-Stories der meisten anderen Charaktere. Und ich weiß – wie geschrieben – nicht mehr so ganz, was schief lief. Vielleicht, weil er die Wiederauferstehung nie vor den GFCW-Kameras gefeiert hat, sondern dann irgendwann einfach weg war und einfach als „Loser“ in Erinnerung blieb. Bei GTCW war er dann einer meiner Lieblingscharaktere und es gab viele Ansätze, auf das aufzubauen, wofür in der GFCW das Fundament gelegt wurde. Ich glaube tatsächlich, dass Buzzkill einen ähnlichen Karriereerfolg wie Rotari hätte haben können, wenn der Spieler das gewollt hätte. Aber scheinbar mochte er selbst Spencer weniger als den FISCH.

Lorenz: Eigentlich auch A-Kandidat, aber ich muss eine gewisse Hierarchie in die OG-LPG reinbekommen. Lorenz ist ein super lustiger Charakter, der im Zusammenspiel mit Luni und dem Sprachrohr immer unterhaltsam war und durchgehend gut umgesetzt wurde. Aber um die erwähnte Hierarche reinzubekommen: Sein rhetorischer Shtick (die Werbetexte bei den Produkten, die er verwendet) war ein kleines Stück weniger kultig als FAKT oder Lunenkinds Psychosen. Und dadurch, dass er kein Wrestler ist, bestand bei ihm weniger Interesse daran, wohin die Charakterentwicklung führt, da man keine Katharsis von ihm erwarten konnte. Trotzdem hat er mir immer (sehr) gut gefallen, auch seine zwischenzeitlich suizidale Haltung im Zusammenhang mit den Castings war top.

Eheluder/Entrepreneurin Lerbitz: Sehr schwere Einordnung. Ihre Rolle im Zuge der damaligen Lerbitz/Müller-Sache war S-Tier. Allerdings habe ich da stellvertretend Lerbitz für eingeordnet. Beim Eheluder wiederum will ich eher auf die zweite Phase ihres Charakters hinaus, als sie wirklich vor den Kameras auftrat und nicht nur das Mysterium war, über das andere gesprochen haben. Und da muss ich sagen, ich war ein ganz bisschen enttäuscht. Zugegeben: Mein HYPE damals war übermenschlich groß und nicht einmal das beste Gimmick der Welt hätte die Erwartungen erfüllen können. Letztendlich war das Eheluder dann sehr unterhaltsam, wann immer sie aufgetreten ist, aber als Solo-Char hat sie nie wieder die Höhen erreicht wie im Zusammenspiel mit ihrem (Ex-)Mann. Hohes Grundniveau, aber weniger kultig.

Vivien Tolnai: Sehr spannend die ganze Idee des Charakters. Im Grunde hatte man hier für Rotari eine „persönliche Interviewerin“ bzw. Journalistin, so dass man nicht auf den GFCW-Personalstamm zurückgreifen musste. Und es war interessant zu sehen, dass sie nicht nur Mittel zum Zweck war, sondern wirklich einen eigenen Charakter besaß. Allerdings hatte sie für mich auch nie den persönlichen Breakthrough-Moment, wo sie vom Neben- zum Hauptcharakter wurde – und das sollte sie wahrscheinlich auch nie sein. Lange habe ich gedacht, dass Vivien Tolnai die Reste von Rotaris Menschlichkeit repräsentiert und sie die Einzige sein könnte, für die er Gefühle hat. Aber dann gab es eine FISCH-Story statt einer Lovestory und Tolnai war nicht mehr relevant.

C-Tier: Niemand, den man groß vermissen würde. Entweder zu wenig ausgearbeitet oder langweilig. Oder solide, aber mit einer oder mehreren Eigenschaften, die ihn etwas runterziehen.

Heinrich Firion: Hehe…; absoluter Kultspruch und ich freue mich immer wieder, wenn es aufkommt. Wenn es nach meinen Traumbildern im Kopf geht, ist Heinrich Firion mit seinem Auftritt zu einer Legende und zu einem Meme geworden. Aber objektiv gesehen war sein damaliges Segment schon ziemlich scheiße. Er lebt von den Interpretationen der Nachwelt, ähnlich wie auch der Original-Pigster grottenschlecht war und dann nur lustig wurde, als andere ihn nachgemacht haben. Bei Firion ist die Revival-Sache noch nicht so fortgeschritten wie beim Pigster und das wird sie wohl auch nie. Hehe…

Timo Schiller: Wohlgemerkt geht es hier nur um die Original-Figur, die kurze Zeit vor den Kameras war, um Rotaris Rivale aus dem Performance Center zu sein. Alles, was danach geschah, blende ich komplett aus, weil ich das ja geschrieben habe. Schiller war damals ein bewusst belangloser Charakter, den man nur brauchte, damit Rotaris Eigenschaften zum Vorschein kommen konnten. Dadurch hatte man etwas Mitleid mit ihm, aber das war es dann auch.

Lutz, das Kräuselhauben-Perlhuhn aus der Hölle: Hat für mich deutlich weniger Kultstatus als Mohi, der heilige Fasan und war ja auch nur als dessen Antagonist angelegt. Vielleicht ist alles rund um die „Tierfights“ eine der Storylines aus den wilden Mongotagen der GFCW, die am schlechtesten gealtert ist. Ich fand es damals schon nicht so lustig wie andere Dinge, die in der GFCW passiert sind (abgesehen von Mohis Debüt mit Nightmare), aber grad dann der Kampf zwischen einem Fasan, einem Schaf und einem Perlhuhn ist mir aus heutiger Sicht zu drüber – wie soll das in einer Live-Halle umgesetzt werden? Lutz ist so ein Bird, den man mal bei einer Jubiläumsshow im Backstagebereich stehen haben kann, damit alte Zuschauer mit dem Finger draufzeigen und sagen können: „Hehe, ich verstehe die Anspielung“, aber als eigene Figur hat und hatte der Charakter nie das Potenzial, sich in der Liga zu etablieren. Die Figur des Vogels war durch Mohi belegt und selbst der ist von der Idee immer lustig gewesen als von der Umsetzung.

Scarecrow: Nur das Original, bevor er von Drake übernommen wurde. Parodien auf andere Wrestler sind manchmal lustig (so wie hier), wenn man die Anspielungen erkennt. Aber Tiefe gab es bewusst keine und daher war es dann auch nur ein solider Hintergrundcharakter, der viel mehr Karriere durch einen anderen Spieler bekam, als ursprünglich angedacht war.

Rizou: Er hatte ein Capybara-Tattoo am Kopf, damit er nicht mehr im normalen Leben funktionieren kann und sich ganz auf das Wrestler-Dasein fokussieren musste. Das fand ich immer ein bisschen übertrieben, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass das jemand in der realen Welt macht und ein Facepaint für den Darsteller kann es auch nicht sein, weil das im Ring verwischen würde. Vielleicht hätte der gleiche Story-Ansatz funktioniert, wenn es kein Comedy wäre, sondern so ein gesichtstätowierter Streetfighter, der aussieht wie ein Soundcloud-Rapper und der Dude wirklich abgefuckt ist und im Wrestling seine letzte Chance sieht. Das fände ich eigentlich ganz cool. Aber so als Halb-Comedy-Nebencharakter war das nicht viel.

F-Tier: Kompletter Flop ohne rettende Eigenschaften. Es tut weh, dass er überhaupt existiert hat.

U-Tier: Das UNBEKANNT-Tier. Für Charaktere, die man nicht kennt.

Christine Brooks: Ich weiß, dass es Brooks gab. Aber ich erinnere mich leider nicht mehr genug daran, welche Rolle sie hatte. Manchmal glaube ich, sie war so eine Amelie Schwanenburg-Figur, die ihren „Mann“ (keine Beziehung, ich weiß) gelenkt hat, dann wiederum denke ich, sie war vielleicht so ein Vivien Tolnai-Prototype und Bezugsperson für einen gefühlskalten Breads. Die Wahrheit: Ich weiß es nicht mehr. Mir ist nichts um sie so in Erinnerung geblieben, dass ich es bewerten kann.

 

Pongo und Mad Dog haben auf diesen Beitrag reagiert.
PongoMad Dog

Ist für mich schwierig mit dieser Tier List zu arbeiten. Einfach weil “starker Charakter” und “kein Herzschmerz, wenn er ein paar Shows nicht da ist” sich für mich nicht ausschließen.

Mike Müller ist ganz schwer für mich einzuschätzen – als “Great Pigster” war er stark dafür mitverantwortlich, dass ich bei GFCW überhaupt aktiv geworden bin, ergo verbinde ich natürlich viel mit ihm. Gleichzeitig galt mein Interesse nur dem Great Pigster (und dann danach dem Greatest Pigster), Mike Müller ohne Great Pigster Gimmick ist mir hingegen ziemlich egal.

Hilft halt auch nicht, dass ich Pongos im letzten Jahr aktive Figuren alle gleichlang kenne – die große Breads Historie hab ich ja nicht mitgekriegt. Von daher ist es bei mir eigentlich eher so, dass ich denke, dass Pongo als Schreiber (und nicht minder prominent als Feedbacker) GFCW generell stark fehlen wird, zumal er sowohl Humor als auch Ernst beides gut kann, als dass ich jetzt groß einen Charakter über den anderen stellen könnte oder einen Charakter im Besonderen vermissen würde. Tatsächlich macht für mich sogar eher der Mix der Chars das Ganze aus. Soll heißen Breads selber z.B. hatte in meinem GFCW Jahr meistens dann gute Szenen, wenn er mit Rotari, Entrepreneurin Lerbitz, Lunenkind, Lorenz, Sprachrohr sowie Marc Hill (und natürlich auch Luna & Co) interagieren konnte. Und diese Chars profitierten wieder von ihm.

Von daher würde ich einfach Pongos Wrestler fast alle auf A stellen (alleine schon weil mir für S ein Jahr Kenntnis nicht ausreicht), lediglich Non-Pigster Mike Müller sowie die drei Non Wrestler Lorenz, Heinrich Firion und Entrepreneurin Lerbitz alle auf C. (wobei ich Lorenz und besonders Firion eher noch ne Stufe drunter sehen würde, aber D Tier gibts ja nicht)

Ich mach gern mit beim Kai-Glaze.

Nein, ernsthaft: ich glaube ich kann zu vielen der Charakteren gar nicht so viel sagen. Einige davon habe ich nicht wirklich mitbekommen; an einige davon erinnere ich mich nicht mehr so gut und bei den Charakteren, die dann von anderen Spielern übernommen wurden, verbinde ich glaube ich zu viel mit der Zeit von besagten anderen Spielern. Ich glaube ich habe einen Softspot für Mike Müller und bei Charakteren wie Lunenkind & Sprachrohr fällt es mir nicht immer leicht einzuschätzen, ob es meinen Humor trifft.

Zu Breads muss man dann wohl nicht viel sagen. Ich werde es dennoch tun. Ich habe auch hier logischerweise nicht all zu viel mitbekommen, vor allem aus den frühen Phasen, aus der PCWA-Zeit, usw. – ich kenne Breads vor allem aus den letzten Jahren und da hatte ich immer das Gefühl, dass er ein “Larger then life”-Charakter ist. Sicher ist der Grund dafür auch einfach der Ruf, den er hat/hatte (ehemaliger World Champion, Main Eventer, GFCW Hall of Famer), den man dann halt mitbekommt, wenn man recht frisch in der Liga ist, aber auch abseits davon, fühlte sich Breads immer wie ein wirklich großer Charakter an, zumindest für mich. Und man merkt es letztendlich ja auch daran, dass er, auch wenn er dann doch recht oft verloren hat, er nie “verloren” wirkte. Die Niederlagen haben seinem Status nicht weh getan, vielmehr konnte er danach dennoch wieder ins nächste hochkarätige Programm einsteigen. Natürlich liegt all das auch an der hohen schreiberischen Qualität, Breads Promos sind immer wieder richtig gut zu lesen und man hängt gebannt an seinen Worten. Der Charakter hat einfach eine besondere Aura, was wiederum den Charakteren hilft, mit denen er fehdet. Die profitieren von der Story, allein, weil sie eben gegen Robert Breads randürfen. 

Allen voran möchte ich aber natürlich Aiden Rotari erwähnen. Ich glaube ich habe es schon öfters gesagt, aber Rotari ist vermutlich mein liebster Charakter in der GFCW. Klar ist das Gimmick vielleicht auch nicht zwingend neu oder innovativ (gerade die Manipulatoren/Strippenzieher gibt es ja häufiger), aber es ist einfach so durchgehend konsequent geschrieben und gespielt, dass Rotari diese Rolle mehr oder weniger für sich vereinnahmt hat. 2024 war dann sein Jahr, was von vorn bis hinten stark aufgebaut war und letztendlich auch im Titelgewinn, samt Titelverlust mündete, was mir als “Jahresstory” eines Charakters richtig gut gefallen hat. Rotari als der “böse”, berechnende Antagonist, der alles tut um seine Ziele zu erreichen, erlebt den größten Aufstieg der im Rahmen des Wrestlings möglich ist, bevor er dann schließlich final besiegt wird. Und abgesehen davon sind auch seine Promos, wie bei Breads, jedes Mal wieder sehr stark. Rotari hat eine eigene Art zu sprechen, eine berechnende, rhetorisch gut bedachte, die einfach super funktioniert. Letztendlich hat er sogar ein einfaches “Hallo” over gebracht – zumindest bei mir hat das immer funktioniert – in dem immer so viel Subtext steckte, weil es halt Rotari ist, der irgendwo um die Ecke kommt und es spricht. Ich weiß ja selber, wie viel Spaß es macht, Charaktere wie ihn zu schreiben und ich hatte das Gefühl, dass das immer herübergekommen ist und auch, wie wichtig Kai dieser Charakter ist. Ich hoffe wirklich sehr, dass Rotari früher oder später zurückkommt, aus persönlicher Perspektive, aber natürlich auch für die Liga, da er eigentlich immer und konstant den Top-Heel mimen kann. Ich weiß nicht, ob ich mir mal einen Face-Run wünschen würde, da ich mir nicht vorstellen kann, wie und ob das funktioniert, aber durchaus Interesse hätte es mal als Experiment zu sehen. Aber gut, wie auch immer. Jedenfalls ist Rotari ein fantastischer Charakter und für mich ganz klar das oberste Tier trotz (oder gerade wegen?) FISCH-Zeit.