⚠️ Wichtige Mitteilung der GFCW-Geschäftsführung ⚠️


Das nachfolgende Videomaterial wurde in seiner Gesamtheit von Todd Kelly produziert und finanziert. Die in diesem Video getätigten Aussagen und Pläne stellen keine offiziellen Ankündigungen oder Verpflichtungen der German Fantasy Championship Wrestling (GFCW) dar und spiegeln lediglich die private Meinung von Herrn Kelly wider!


Zunächst zeigt die Kamera nur ein stilisiertes, modernes Logo, ein Wappen, welches mit einer britischen Krone versehen ist. Dabei spielt im Hintergrund Musik eine hochglanzpolierte Melodie, kurz, prägnant und erinnert an eine klassische britische Politserie.



Langsam zoomt die Kamera heraus und so ist zu erkennen, dass das Logo als eine Art Schild an einem eleganten, aus dunklem Holz bestehenden Rednerpult angebracht ist. Links und rechts vom Pult steht pro Seite jeweils hoch und stolz eine makellose, große Flaggen des Vereinigten Königreichs.

Der Brite ist tadellos gekleidet, sein navyblauer Anzug sieht nicht nur maßgeschneidert, sondern auch ziemlich teuer aus. In Kombination mit seinem grauen Hemd bildet er einen subtilen, aber eleganten Look. Sein kahlrasierter Kopf glänzt beinahe schon ein wenig und sein Vollbart ist akkurat getrimmt. Seine ganze Erscheinung strahlt eine Mischung aus Seriosität und auffälligem Selbstbewusstsein aus.

Todd lächelt mit einem beinahe perfekten Lächeln, fast schon ein wenig zu breit, direkt in die Kamera.


Todd Kelly: „Sehr geehrte Damen und Herren der GFCW Galaxie, ein herzliches Good Evening, meine Wenigkeit begrüßt Sie ganz herzlich.“


Durch ein kurzes Nicken mit dem Kopf, erhascht er einen Blick auf die vorbereiteten Zettel, die vor ihm auf dem Pult fallen. Zusätzlich nimmt er einen kleinen Schluck aus der Flasche stilles Wasser, welches für ihn bereitsteht.


Todd Kelly: „My Name is Todd Kelly und mit meinen dreißig Jahren bin ich ein Mann in seinen besten Jahren. Ich stamme aus dem königlichen England, um ganz präzise zu sein, aus Wolverhampton aka. das pulsierende Herz der West Midlands.“


Hier platziert er nun eine theatralische Pause, dabei breitet er die Arme minimal aus und lehnt sich leicht zum Pult vor.


Todd Kelly: „Ich bin in der Wrestling-Welt ebenfalls als der Premierminister des Pro Wrestlings bekannt und zwar aus gutem Grund! Aber ich möchte euch, die German Fantasy Championship Wrestling Galaxie, welche dieses wrestlerische Entertainment regelmäßig verfolgt, gar nicht lange auf die Folter spannen. Also lassen Sie uns ohne große Umwege zu den interessanten Punkten kommen.

Nach einer ausgiebigen Analyse meinerseits musste ich mit großem Erschrecken feststellen, dass sich die Liga aktuell - und ich sage das mit dem größtmöglichen Respekt - in einem desolaten Zustand befindet!“


Mit präzisen Handbewegungen, welche ziemlich überzeugend wirken, untermauert er die nun folgenden aufgezählten Punkte.


Todd Kelly: „Wir sprechen hier von Tag Team Gürtel, die in einem Mülleimer landen, eine Handlung, welche einem Skandal gleicht! Wir sprechen hier über das Fehlen großer, etablierter Namen, Ikonen, die die GFCW einst groß gemacht haben und aktuell kaum noch aktiv sind. Und wir müssen ebenfalls über einen Förderkader sprechen, der leider eher durch Quantität als durch die von mir geforderte Qualität glänzt.

Und daraus ergibt sich für die kommenden Wochen und Monate folgende Agenda.“


Er greift erneut zur Wasserflasche, nimmt einen bedachten Schluck, ehe er wieder hinauf blickt, wobei seine Augen kurz aufblitzen..


Todd Kelly: „Zuallererst werde ich dafür sorgen, dass Sie alte, große Namen erneut zu Gesicht bekommen werden. Nostalgie ist ein wichtiges Gut, und Qualität verjährt nicht! Ob das nun das Kultgesicht der GFCW, Zereo Killer ist, ob es 'Das Scheusal' Raphaellus Krueger ist, der Regisseur Killian Sullivan oder die harten Hunde des Fight Clubs. Sie nennen mir Namen und ich werde alle Hebel in Bewegung setzen, um Auftritte dieser Ikonen möglich zu machen! Das ist somit der erste Schritt, um die Glanzzeiten zurückzubringen.“


Seine Mimik verändert sich und nun wirkt seine Haltung noch entschlossener.


Todd Kelly: „Als zweiten Punkt, ist mir ein persönliches Anliegen, dass die Tag Team Division umgekrempelt wird! Viel zu lange hat man mit kleinsten Mitteln versucht, dieses Aushängeschild irgendwie am Leben zu erhalten. Und ich sage Ihnen: DAMIT IST JETZT SCHLUSS!

Denn ich möchte dafür Sorgen, dass die GFCW wieder Heimat des anschaulichen Tag Team Wrestlings wird und die Tag Team Championships wieder deutlich an Prestige gewinnt!“


Für seinen letzten Punkt lehnt er sich nochmals näher zum Pult.


Todd Kelly: „Und zu guter Letzt, steht der Förderkader ebenfalls auf meiner persönlichen To-Do-Liste. German Fantasy Championship Wrestling hat zwar eine hohe Dichte an aufstrebenden Superstars, jedoch müssen wir so ehrlich sein, die Qualitätskontrolle scheint hierbei nicht existent! Es kann nicht sein, dass man nach dem Hire and Fire Prinzip vorgeht und man sich dadurch etwas anderes erhofft als den verständlichen Frust talentierter Wrestler. Daher werde ich mich auch hierum Schritt für Schritt kümmern!“


Kelly‘s Blick fokussiert nun deutlich, intensiv die Kamera. Das aufgesetzte Lächeln kehrt zurück, ein wenig künstlicher als zuvor, aber nach wie vor überzeugend und selbstsicher.


Todd Kelly: „Sehr geehrte Damen und Herren, meine Wahlversprechen kennen Sie nun und einen ersten Eindruck zu meiner Wenigkeit konnten Sie ebenfalls gewinnen. Nun liegt es alleine in Ihrer Hand, stimmen Sie für eine bessere GFCW, einen Ort an dem Exzellenz und Verdienst wieder an erster Stelle stehen wird! Ihre Stimme für Todd Kelly bedeutet Ihre Stimme für eine glorreiche Zukunft!“


Sichtlich zufrieden mit sich selbst, blickt Todd Kelly strahlend in die Kamera und ermutigt durch sein eigenes Nicken die Zuschauer zur Zustimmung. Die Musik rückt nun deutlich prägnanter in den Vordergrund und damit endet das Video des Premierministers.




War Evening, Helios Arena (Villingen-Schwenningen), 28.11.2025


In Kooperation mit



Die Kamera fährt durch die Helios Arena, Pyros schießen hoch, die Zuschauer stehen bereits lautstark hinter der Absperrung. Die Stimmung ist elektrisierend. Die Musik fährt langsam herunter – die Kommentatoren sind bereit.


Pete: „Zwei Wochen warten… zwei Wochen hoffen… und jetzt ist es endlich wieder soweit! Willkommen zurück zu GFCW WAR EVENING – LIVE aus der Helios Arena in Villingen-Schwenningen und ausverkauft mit über 6.200 Fans!“

Sven: „Wäre sogar noch ausverkaufter, wenn die Helios Arena ein paar Tausend Plätze mehr hätte, aber naja… man kann nicht alles haben.“

Pete: „Ach, sei doch froh, dass DU überhaupt reingelassen wirst.“

Sven: „Pete, bitte bleib professionell. Ich bin schließlich die wichtigste Stimme dieser Liga.“

Pete: „Natürlich, natürlich… und ich bin Miss GFCW 2025. Wie dem auch sei – wir haben heute eine Card, die sich gewaschen hat! Drei Matches, drei Storylines und eine ganze Menge Fragen, die heute Antworten bekommen könnten.“

Sven: „Oder auch nicht. Kommt drauf an, wer heute so alles Mist baut.“


Die Kamera schwenkt in die feiernde Zuschauermenge, Transparente, Schilder und laute Chants bestimmen die Szenerie.


Tag Team-Match:

TSEizn Ra(re)BBits (Tsuki Nosagi & El Metzli /w Der Fuchs) vs. Cirque du Tonnerre (Creed Gibson & Andrew Costalago)

Referee: Mike Gard


Pete: „Los geht’s mit einem Tag Team Match! Heute treffen die TSEizn Ra(re)BBIts auf das extravagante Duo des Cirque du Tonnerre!“

Sven: „Also ehrlich, Pete… wenn man die Hasen gegen zwei Artisten stellt, ist das quasi schon Zirkuskunst. Fehlt nur noch, dass irgendjemand einen brennenden Reifen reinschmeißt.“

Pete: „Ich sag’s dir: Beide Teams haben in letzter Zeit starke Leistungen gezeigt. Die RabbIts wirken eingespielter denn je – und Cirque du Tonnerre sind sowieso eine Kategorie für sich.“

Sven: „Kommt drauf an, ob sie heute rumturnen oder kämpfen wollen.“

Pete: „Egal wie – das wird spektakulär.“


NO DOG’S-INN


Pete: „Und natürlich… das allseits beliebte Chaos im No Dog’s-Inn.“

Sven: „‚Beliebt‘ ist ein großes Wort. Die Zuschauer lieben das. Ich nicht.“

Pete: „Ich mehr als genug für uns beide. Mal schauen, wer dieses Mal etwas anzündet, zerstört oder aus dem Fenster wirft.“

Sven: „Hoffentlich niemand, der mir sympathisch ist."


Single Match:

Robert Breads vs. Caracal Matthews

Referee: Karo Herzog


Pete: „Hier wird’s ernst: Robert Breads gegen Caracal Matthews.“

Sven: „Breads, ein alter Meister seines Faches – und Matthews, das unberechenbare Raubtier. Das wird knallen.“

Pete: „Letztes Mal haben beide deutliche Statements gesetzt – wenn auch in völlig unterschiedliche Richtungen. Heute geht’s darum, wer seinen Weg konsequenter weitergeht.“

Sven: „Oder wer zuerst den anderen frisst.“

Pete: „Sven…“

Sven: „Was denn? Der Mann heißt Caracal!“


Title Night 2024-Re-Match:

Jakob Fleestedt vs. Timo Schiller

Referee: Thorsten Baumgärtner


Pete: „Und dann das große Re-Match vom letzten Jahr – Jakob Fleestedt gegen Timo Schiller!“

Sven: „Title Night 2024 war eins der Matches, über das wir heute noch sprechen. Und jetzt bekommen wir den zweiten Akt, Pete!“

Pete: „Beide haben sich seit damals weiterentwickelt… oder je nach Perspektive radikal geändert. Egal wie: Wenn diese zwei Männer aufeinandertreffen, geht’s immer zur Sache.“

Sven: „Ich hoffe, diesmal räumt niemand den halben Ring ab.“

Pete: „Wenn’s passiert, sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt.“

Sven: „Ist ja gut.“

Pete: „Bevor wir reingehen – was erwartest du heute?“

Sven: „Ich? Ganz einfach. Action, Chaos, Drama… und hoffentlich niemand, der mir wieder auf die Nerven geht.“

Pete: „Also alles wie immer.“

Sven: „Nur dass ich diesmal NOCH weniger Geduld habe.“

Pete: „Und damit, meine Damen und Herren, viel Spaß mit einer der letzten War Evening-Ausgaben vor Title Night!“

Sven: „Feuerwerk ab, Show an, los geht’s!“


Ein lauter Knall, pyroexplosionen springen über die gesamte Entrance-Seite, die Halle bebt – und War Evening beginnt.



Der Ring ist geschmückt, als habe sich da jemand so richtig kreativ austoben müssen.


Mittendrin: DANIEl. Der hat ein Höllenmatch inmitten des Jason-Crutch-Invitationals abgeliefert und lässt sich, wohl nicht ganz zu Unrecht, von der GFCW-Gemeinde feiern.


Daniel: „Beim Jason Crutch Invitational habt ihr, habe ich, haben wir gesehen, WER die GFCW eine ganze Generation tragen kann, wenn man es ihm oder nur nur zutraut.“


Raunen, nichts als raunen.


Daniel: „Robert Breads ist es nicht. Auch Morbeus ist es nicht. Jason Crutch ist es leider nicht. Caracal Matthews ist es auch nicht. Und ebenso wenig Tsuki Nosagi oder El Metztli.“


Kurz hebt er den Kopf, schaut gen Hallendecke als sei dort der Himmel.


Daniel: „Ihr habt mich durch dieses Match getragen, Folks! Und ich habe kein Mittel genutzt, das nicht auch ein Robert Breads genutzt hätte....“


Kurz fliegt der Blick durch die versammelte Menge, aber die RB-Fans scheinen nicht gerade vollzählig versammelt zu sein. Daniel atmet auf. Dann aber wird der Blick binnen einiger Sekunden ernst. So ernst, wie man Daniel in fünfzehn Jahren Profitum wohl noch nicht erlebt hat.


Daniel: „Es ist nicht, DASS ich gegen Skadi verloren habe. Es ist das WIE.“



Noch einmal werden die Bilder gezeigt, wie Tyler – der mit dem Match eigentlich nichts zu tun hatte, mal geschaut hat, wie so ne Metallplatte am Schienbein im Danielgesicht wirkt. Offenkundig ganz gut.


Daniel: „Es ist vielmehr die Art, wie mich dieses verpisste Arschloch hat verlieren lassen!“


Es ist klar, wen er meint und dass er das meint wie er es sagt, erkennt man an seinem bitterbösen Gesichtsausdruck. Es mag ja Liebe unter Geschwistern geben, aber in diesem Falle hat die offenkundig mal Pause....


Daniel: „Tyler, ist dir eigentlich bewusst, was für eine Kackscheiße du da abgezogen hast? Ist Dir eigentlich bewusst, dass das eigene Fleisch und Blut IMMER voranstehen sollte und man sich dann vielleicht einmal zurücknimmt? Ist dir klar, dass deine Mutter...“


Weiter kommt Daniel nicht, denn klar: Auch Tyler hat ein Theme und nun wird es abgespielt. War eigentlich recht klar. Daniel geht im Ring ein wenig auf und ein wenig ab, voller Adrenalin, auch wenn er weiß, dass das eigentlich nichts bringt. So muss er warten bis sich der Brotherfromnotanothermother zu ihm aufgemacht haben wird, weil Tyler ganz offensichtlich nicht nur aus Altersgründen alle Zeit der Welt hat, zu seinem Bruder in den Ring zu kommen. Was an ihm besonders ist? Der FWF-TV-Title, den er genau einmal gewann, dann behalten hat und auch fast zwanzig Jahre später zu einigen Anlässen mit herumschleppt. So wie diesem. So wirkt er wie ein Champion, glaubt er, während der Bruder wirkt wie eine arme Wurst.


Es folgen zwei Runden des vermeintlich-gefeiert-werdens auf dem Top-Rope, ehe der ausdruckslose Blick des Tyler auf den Bruder wandert, der ihn ja schließlich konfrontieren will. Tyler hat ein Mike, doch er überlässt Daniel das Feld erst einmal. Der scheint ein wenig erstaunt, dass es nicht gleich körperlich wird und ist dabei, sich zusammenzureißen, dass es zumindest für den Moment auch so bleibt. Auch wenn es, wir verstehen das, schwer fällt.


Daniel: „Wer bist du eigentlich, dass du es wagst, hier zu erscheinen? Nach all dem was du angerichtet hast?“


Daniel ist außer sich vor Wut, während der ältere Bruder nur mit den Schultern zuckt und sich wegdreht, nach dem Motto: 'Iiiiiich? Was soll ich denn angerichtet haben?'


Daniel: „Ich habe hart für diesen Tag gekämpft, Dude. Ich habe eine Scheiß Zeit hinter mir und ich kann mir nicht sicher sein, dass sie auch hinter mir bleibt, Tyler. Aber eines werde ich nicht zulassen: Dass du genauso weitermachst wie vorher! Dass du andere ausnutzt, um selbst zum Erfolg zu kommen, etwas das deinem Vater, meinem Vater niemals eingefallen wäre! Wahrscheinlich würde er sich im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, was Du bei War Evening mit mir veranstaltet hast! DAS GEHT NICHT!“


Daniel wirkt weiterhin wütend, ohne aber eine merkliche Reaktion in Tylers Mimik zu erzeugen. Der schaut weiterhin relativ teilnahmslos in der Gegend herum, als habe man ihn sediert.


Daniel: „Erklärst Du dich? Vielleicht kannst Du mir ja verraten, was du da vorhattest? Wenn du ein Interesse am Intercontinental Title hättest, hättest du dich ja sicher für das Match gemeldet. Was also, was ist es?“


Tyler schaut weiter stoisch zum Daniel, hebt nun aber langsam, sehr langsam, den Schallwandler.


Tyler: „Daniel... versteh mich nicht falsch. Du hattest nen tollen Teil deiner Karriere, aber dieser Teil ist nun zuende. Dass du vorher im Sumpf gelegen hast: Gut, denn offenbar möchtest Du doch dorthin?“


Buhrufe sind zu hören, aber Tyler spricht unbeeindruckt weiter.


Tyler: „Sieh....niemand hat dich dort herausgeholt. Auch wenn Jason Crutch sich da wirklich Mühe gegeben hat. Denn, Bruder: Der Sumpf ist IN dir! Und eigentlich BIST du der Sumpf! Warum? Nun.....es gibt einige Dinge in deiner Karriere, die dich dorthin gebracht haben, wo du bist. Und so bist du in den Sumpf gekommen, dort gelandet, wo du nach den Meinungen der meisten Leute hingehörst...“


Es wird kurz rauschend, dann recht still in der Halle, weil jeder das erst einmal sacken lassen muss. Daniel bekommt mehr oder weniger Schnappatmung, weiß aber gerade nicht so wirklich, was er dazu sagen soll.


Tyler: „Ich werde dafür Sorge tragen, dass du alsbald wieder dort landest, wo du hergekommen bist. Und zwar nicht alleine....“


Als die ersten Töne der schrägen Musik ertönt werden die Fans laut. Die Stimmung gegenüber den beiden hat sich gehörig gedreht. Spätestens als die beiden Hasen auf dem Titantron erscheinen ist die Freude der Fans deutlich zu spüren.


Tyler: „Ihr…Ihr traut euch anscheinend noch nichtmal selbst hier he…“


Er kommt nicht weiter.


Tsuki Nosagi: „Tyler…nichts rechtfertigt dein Vorgehen beim JCI…“

El Metztli: „Du willst Daniel dorthin schicken wo er deiner Meinung nach hingehört?“


Die beiden Hasen drehen sich ins Bild. Bisher waren sie nur von hinten zu sehen. Keine Maske. Keine Bemalung. So wie man sie aus den letzten Wochen kennt. Der Hintergrund schlicht und einfach.


Tsuki Nosagi: „Und anscheinend auch nicht alleine. Und damit meinst du uns…“

El Metztli: „Wir…die dir gefolgt sind. Die alles für dich getan haben. Die dir dankbar waren. Und sind. Doch sind wir es die DU verlassen hast. Genauso wie du deinen Bruder verlassen hast.“


Daniel schaut mit versteinerter Miene zum Titantron. Erst war er skeptisch. Doch jetzt scheint er ganz im Bann der Hasen zu sein.


Tsuki Nosagi: „Wir waren nur aus einem Grund beim JCI…um dich aufzuhalten…Tyler…!“


Der Blick ihres alten Freundes verdunkelt sich.


El Metztli: „Wir wussten um deinen Plan. Wir wissen alles was passieren wird. Wir wussten das du deinen Bruder zerstören willst.“


Die Stimmung zwischen Daniel und Tyler wird nicht besser.


Tsuki Nosagi: „Du hast uns damals gerettet als wir Verlust erlitten haben, genau wie du. Dann hast du uns allein gelassen.“

El Metztli: „Darum wollten wir alles dafür tun das Daniel nicht das gleiche durchmachen muss…schon wieder…Daniels Seele wird einen erneuten Verlust nicht überleben.“


Daniel wirkt sichtlich berührt. Tylers Miene verfinstert sich weiter.


Tsuki Nosagi: „Daniel…du bist nicht allein…! Wir wissen was du bist…WER du bist…darum werden wir alles dafür tun das Tyler nicht das kriegt was er zu wollen scheint.“


Fragezeichen in Daniels Gesicht. Auch die meisten Fans schauen sich fragend an. Tylers Blick wirkt wieder störrisch ruhig. Fast teilnahmslos.


El Metztli: „Tyler…sei dir gewiss…Daniel wird nicht da enden wo du bist…“

Tsuki Nosagi: „Allein an einem Ort den du selbst aufgesucht hast…“

El Metztli: „Das wir Hasen zwischen euch Brüdern stehen scheint Schicksal zu sein. Ein Schicksal was uns zusammengeführt hat. Eins aus dem es keinen Ausweg gibt. Für keinen von uns…!“

Tsuki Nosagi: „Tyler…egal was du vorhast…“


Wie aus dem nichts schnellt Tyler herum und will auf Daniel losgehen. Das Licht geht aus und die Halle wird in ein undurchdringliches schwarz getaucht. Die Musik der Hasen erklingt erneut und ein Schwall pinker Nebel fällt praktisch von der Hallendecke auf den Ring. Das Licht in der Halle geht wieder an. Auf dem Titantron sehen wir die Augenpaare Metztlis und Nosagi. Pink und verrückt.


Tsuki Nosagi: „Wir stehen zwischen dir und deinen Zielen…“

El Metztli: „Bring nicht das zurück was du verschlossen hast…Öffne ihn nicht!“


Tyler steht in der Mitte des Ringes. Daniel ist vor der Attacke zurückgeschreckt und steht mit dem Rücken in der Ringecke. Beide blicken nach unten. Zwischen Ihnen steht ein Käfig. In dem Käfig zwei weiße Hasen. Sie starren Tyler an. Nachdem er sich Ihnen einen Schritt nähert rasten die beiden Hasen völlig aus.


Pete: Die haben doch TOLLWUT…

Sven: Ich würde die nicht rauslassen…


Tyler weicht zurück. Doch dann schnellt er erneut nach vorne. Erneut geht das Licht aus.


Pete: Nicht schon wieder…

Sven: War doch klar


Nach ein paar Sekunden geht es wieder an und Tyler steht alleine im Ring. Der Käfig samt Hasen und Daniel sind verschwunden.



Dynamite.


Wenn diese Buchstaben auf der Videoleinwand erscheinen, kann man als GFCW-Zuschauer in der Regel davon ausgehen, dass etwas Wichtiges passiert. Besonders dann, wenn der Ligapräsident mit solch ernster Miene die Rampe heruntermarschiert, wie er es jetzt tut. Claude Booker sieht geradezu verkniffen aus. Er schenkt dem Publikum nur ein pflichtschuldiges Lächeln, scheint es ansonsten aber eilig zu haben.


Im Ring angekommen, wird seine Ungeduld noch deutlicher. Er wedelt mit der Hand zweimal in Richtung Kamera, ehe die Regie den Wink versteht und seine Musik mittendrin abwürgt. Keine Sekunde später ist auch schon Dynamites Stimme über die Lautsprecher zu hören.


Claude Booker: „Ich bin nicht glücklich.“


Das sieht man ihm an. Bloß das „Warum?“ ist noch offen.


Claude Booker: „Ich lasse meine Wrestler gerne mal an die lange Leine, das ist bekannt. Umso mehr regt es mich auf, wenn dann trotz dieser langen Leine immer wieder versucht wird, noch mehr Schlupflöcher zu finden. Wenn Wrestler glauben, hinter meinem Rücken die Regeln der GFCW verletzten zu können.“


Er seufzt.


Claude Booker: „Normalerweise habe ich ein wachsames Auge für solche Situationen und weiß, sie zu verhindern. Doch scheinbar bin ich in letzter Zeit etwas nachlässig geworden. Ich habe doch tatsächlich geglaubt, mich zurücklehnen und einfach nur das Jason Crutch Invitational genießen zu können, eines der großen Kultmatches unserer Promotion. Ich habe mich…blenden lassen.“


Langsam ahnt auch das Publikum, wohin Dynamite mit seiner Rede steuert. Erstes Gemurmel setzt ein.


Claude Booker: „Meine Nachlässigkeit hat dazu geführt, dass mir ein Wrestler auf der Nase herumgetanzt ist. Jemand, den ich als nichts weniger als einen Wiederholungstäter bezeichnen muss. Ich rede natürlich von Darragh Switzenberg.“


Buhrufe. Gibt es sowieso immer gegen den Kanadier. Doch nach der Divinus-Farce umso mehr.


Claude Booker: „Darragh.“


Der Präsident blickt in die Kamera und wendet sich jetzt ganz direkt an den ehemaligen Intercontinental-Champion.


Claude Booker: „Ich weiß wirklich nicht, wie es dir gelungen, mich und die Liga zu täuschen. Im Nachhinein war es so furchtbar offensichtlich, dass jemand wie du hinter dem Betrug rund um Divinus stecken musste. Ich gestehe ein, dass ich nachlässig war. Vielleicht sogar dumm. Aber, und das solltest du nie vergessen, Darragh…ich bin noch immer Präsident dieser Liga. Ich bin dein Vorgesetzter.“


Die Stimme Bookers wird schärfer. Seine Lippen verziehen sich zu einer dünnen Linie, die Augenbrauen sind gekräuselt.


Claude Booker: „Du hast dir deine Sonderregeln erstritten, die seit fast einem Jahr gelten. Doch was in keiner dieser Sonderregeln steht, ist, dass ich machtlos gegen deine Betrügereien bin. Nirgends steht, dass du das Recht hast, dich unter falscher Flagge zum Contender aufzuschwingen, obwohl eigentlich dafür nicht zugelassen warst.“


Das Gemurmel im Publikum wird lauter, hoffnungsvoller. Gibt es etwa echte Konsequenzen für den Kanadier?


Claude Booker: „Nun steht Abmachung gegen Abmachung. Es war klar, dass du nicht mehr Herausforderer von Jason Crutch werden darfst. Das war Abmachung 1. Aber es war auch klar, dass der Sieger der JCI Herausforderer wird. Das war Abmachung 2. Jeder wird erkennen, dass sich diese beiden Regeln ziemlich widersprechen. Ich als Präsident bin nun in einer Zwickmühle…“


Booker schreitet im Ring hin und her. Offenbar muss er sich bewegen, um den Ärger abzuschütteln, der in ihm aufsteigt.


Claude Booker: „Welche dieser beiden Regeln werte ich als stärker? Das Verbot für Crutch vs. Switzenberg IV oder deinen JCI-Sieg? Nun, weil du nur durch Betrug an die zweite Regel gelangt bist, habe ich eine gewisse Tendenz…“


Ein Grinsen auf Bookers Lippen. Jubel im Publikum. Doch bevor Booker etwas aussprechen kann, was er möglicherweise bereut, ertönt die Musik, auf die man nach den letzten Sätzen warten musste – nämlich die von Switzenberg.


Darragh Switzenberg: „Wenn du auch nur darüber nachdenkst, mir mein Match zu entziehen, sehen wir uns vor Gericht.“


Switzenbergs Stimme war schon zu hören, bevor er überhaupt von einer Kamera eingefangen wurde. Jetzt erst stapft der breitschultrige Kanadier die Rampe entlang. Seine Musik wedelt er ebenso hektisch ab wie Dynamite zuvor.


Darragh Switzenberg: „Ich habe dich im letzten Jahr gewarnt, mich nicht juristisch herauszufordern und in diesem Jahr warne ich dich wieder, Dynamite. Triff eine unüberlegte Entscheidung, die mir schadet, und ich brauche nur eine Nummer zu wählen, und du wirst es für immer bereuen.“


Als Drohgebärde holt Switzenberg ein Smartphone aus der Hosentasche und hebt es in theatralischer Übertreibung in die Luft.


Darragh Switzenberg: „Wie würde es dir gefallen, statt in der Gorilla Position bei Title Night lieber im Gerichtssaal zu sitzen? Mein juristisches Team hätte keine Probleme damit, dich in einem Schnellprozess finanziell ausbluten zu lassen.“


Ob die Drohung nun wirkt oder nicht – jedenfalls mahlen Dynamites Kiefer hin und her. Er kämpft gegen seinen Zorn an.


Darragh Switzenberg: „Du könntest natürlich auch einfach vernünftig sein und eingestehen, dass du ein Trottel bist. Ein Trottel, der es nicht erkennt, wenn der großartigste Wrestler seiner Liga unter einer Maske versteckt ist. Oder hast du wirklich geglaubt, ich lasse mir die große Bühne Title Night entgehen? Nein, lasse ich mir nicht.“


Er ist kurz vor dem Ring angekommen, steigt aber nicht die Treppe empor.


Darragh Switzenberg: „Aber gestehe einfach dein Versagen ein und sei vernünftig. Wen interessiert der Schnee von gestern? Anders gesagt: Wen interessiert die Regel, dass ich kein weiteres Match gegen Jason Crutch mehr erhalte? Nun gilt eine neue Regel. Eine, die ich mir beim JCI geschnappt habe. Sei klug, gestehe das ein. Mache den Kampf offiziell.“


Er sagt es mir einer Stimme, die deutlich macht: Das ist kein Vorschlag, das ist eine Aufforderung. Vielleicht sogar eine letzte Warnung.


Doch wie reagiert Claude Booker? Der Präsident läuft auf der Matte hin und her. Nun mahlen nicht nur seine Kiefer, sondern auch alle grauen Zellen. Er wurde in die Enge getrieben und muss sich entscheiden.


???: „Moment, Moment, Moment…!“


Die Blicke wandern erneut zur Rampe, und begeisterte Jubelstürme brechen los. Denn die findigsten GFCW-Fans erkennen die Stimme, die durch die Boxen in die Halle schallt. Auf die Stage tritt nun der AMTIERENDE GFCW-Intercontinental-Champion. Jason Crutch, gekleidet in Jeans und mit einer geschlossenen Lederjacke mit Wollbesatz am Kragen, führt ein Mikrofon bei sich. Es mag kalt sein. Wir mögen uns drinnen befinden. Aber die schwarz verspiegelte Sonnenbrille darf zu diesem höchst offiziellen Anlass natürlich nicht fehlen. Auf der Stage hält er an, genießt etwas den Zuspruch seiner Anhänger, die ihn feiern, ehe er weiterspricht.


Jason Crutch: „Darragh, genau, wenn man denkt, man ist dich los, kommst du irgendwo hervorgekrochen. Ich muss zugeben, du hast wohl eine der größten Scharaden in der Geschichte des Business gespielt. Dich als jemand auszugeben, dessen Körpermaße beinahe mit deinen übereinstimmen…dich hinter einem ehemaligen MASKIERTEN Topstar zu verstecken…noch dazu einem, der bereits Träger des Intercontinental-Championtitels war…es passte also alles perfekt ins Bild. Und beinahe möchte man niemandem einen Vorwurf machen. Es war einfach alles ZU perfekt. Chapeau!“


Er macht eine Pause. Mit Applaus, einem anerkennenden Kopfnicken oder einer respektsbekundenden Schnute unterstreicht er das „Chapeau“ aber nicht. Es scheint nicht ernst gemeint zu sein. Langsam schreitet er die Rampe hinab.


Jason Crutch: „Du hast mich verarscht. Du hast all meine Kameraden verarscht. Nosagi. Qurashi. DANIEL! Du hast in gewisser Weise SKADI FENRIR verarscht, die einen beeindruckenden Sieg hingelegt hätte, wenn du nicht als absolut frischer Mann aufgetaucht wärst. Du hast all diejenigen verarscht, die tatsächlich mit der Rückkehr des großartigen TOMMY CORNELLI gerechnet hätten! Du hast tatsächlich sämtliche findigen Schlupflöcher ausgenutzt, die man ausnutzen konnte. Es war fast ein Masterplan…“


Buhrufe aller Orten, als Crutch aufzählt, wen Switzenberg alles aufs Kreuz gelegt hat. Lediglich bei der bloßen Erwähnung der Namen Daniel, Fenrir und Cornelli brandet Jubel auf.


Jason Crutch: „Tatsächlich habe ich nach all unseren Vereinbarungen und nachdem ich dir bei High Noon den Titel endlich abgenommen habe versucht, deinen Namen nicht mehr zu erwähnen. Ich habe versucht, unsere beiden weiteren Karrieren und Lebenswege nicht mehr in Verbindung zu bringen. Es hätte reichen sollen, Darragh. Aber an eines möchte ich dich erinnern: die Regel, dass wir nach High Noon nicht mehr aufeinandertreffen sollten, war deine Idee!“


Und er hebt mahnend den Finger. Würgt er ihm dies rein ala „also bist du auch selber Schuld!“ Aber dann: er lächelt. Und dieses Lächeln passt nicht zu diesem Gedanken…


Jason Crutch: „DENNOCH und aus GENAU DIESEM GRUND nehme ich dir, Dye, die Entscheidung ab: bei Title Night 2025 wird es zu Darragh Switzenberg vs Jason Crutch IV kommen – um den GFCW-Intercontinental-Championtitel! ONE. MORE. TIME!“


Crutch steht mittlerweile seinem nun Herausforderer im Ring gegenüber. Die Kamera macht einen großen Schwenk. Erst zu Dynamite – der Präsident sieht geradezu erleichtert aus, dass ihm die Entscheidung durch den Ehrgeiz von Darragh Switzenberg abgenommen wurde. Aber dann fährt das Bild, und das ist noch viel wichtiger, zu Switzenberg weiter. Der Kanadier sieht auf seine eigene emotionslose Art zufrieden aus. Er nickt Crutch beiläufig zu, doch falls das ein Ansatz von Respekt sein sollte, wird es im nächsten Augenblick wieder dadurch zunichte gemacht, dass Darragh mit hochmütigem Schmunzeln zum Mikrofon greift.


Darragh Switzenberg: „Damit hast du dein Schicksal besiegelt, Jason. Du sagst „ONE MORE TIME“, als würde es wie beim letzten Mal laufen. Doch lass mich dich daran erinnern, dass meine letzte Niederlage ein Ausrutscher war. Von diesem Einzelfall wird es keine Wiederholung geben.“


Der Oberpollinger scheint tatsächlich etwas angepisst zu sein, ihr merkt es an dem verzerrten Mundwinkel und der Stimme, die sich hebt. Entscheidender ist aber der Zeigefinger, der auf den ihm gegenüberstehenden Switzenberg gerichtet ist.


Jason Crutch: „Du vergisst aber dabei, Darragh, dass es dir nicht ein einziges Mal gelungen ist, mich fair und square zu besiegen. Und es wird dir niemals gelingen, das auch nur irgendwann zu schaffen. Du hast es bei High Noon versucht, das muss ich dir zugute halten. Du hast deinen Handlangern damals klar deutlich gemacht, dass sie sich vom Ring scheren sollten.“


Wir erinnern uns: Alonso und Fleestedt waren damals zum Ring geeilt und wollten den Käfig stürmen, um ihrem Herrn zu Hilfe zu eilen. Doch Switzenberg hatte sie angewiesen, NICHT einzugreifen.


Jason Crutch: „Und was ist prompt passiert, als du es versucht hast, fair zu erledigen? Richtig: Du hast es vergeigt! Du bist einer der besten Inring-Perfomer, das habe ich immer wieder gesagt. Aber deine Einstellung ist zum Kotzen! Und solange du es nicht schaffst, mich fair und klar im Ring zu besiegen, wird es immer dieses unscheinbare kleine Teufelchen in deinem Hinterstübchen geben, das dir unterbewusst eintrichtert: Fuck – er IST besser als ich!“


Darragh Switzenberg: „Nicht fair, nicht fair, nicht fair. Ich kann es nicht mehr hören! Du klammerst dich an die Überzeugung, dieses kleine unwichtige Detail würde den Fakt widerlegen, dass ICH einfach der bessere Wrestler bin.“


Buhrufe von den Crutch-o-Maniacs. Die Halle sieht es fast geschlossen anders als Darragh. Natürlich.


Darragh Switzenberg: „In zwei Wochen wird sich auch dieses Gerede erledigt haben. Dann habe ich ein- für allemal bewiesen, dass deine Regentschaft nur ein kleiner Unfall war. Und zwar nicht nur fair, sondern vor allem deutlich.“


Und das Gesagte bleibt so stehen, während sich die beiden Protagonisten einen intensiven Staredown liefern. Als Jason Crutch dann auch noch provokant den Intercontinental-Championtitel von der Hüfte schnallt und ihn demonstrativ vor den Augen seines Herausforderers gen Hallendecke streckt, ist das Gemälde perfekt.


Es wird also tatsächlich geschehen: Bei Title Night 2025 wird es zum vierten Aufeinandertreffen von Jason Crutch und Darragh Switzenberg kommen. Und einmal mehr wird der Intercontinental-Championtitel auf dem Spiel stehen!



Seit dem etwas weirden Segment von Tyler, Daniel und den beiden Hasen ist einiges an Zeit vergangen und es ist jemand backstage unterwegs: Tyler! Der bollert gegen jede Tür, die er finden kann, brüllt herum, dass er irgendwen schon finden werde – wen er da wohl meint? - und wirkt not amused über dieses Geschehen weiter zuvor.


Dummerweise läuft ihm Mac Müll über dem Weg, der nichts besseres zu tun hat, als sich den jungen Mann, der ja so jung gar nicht mehr ist, für ein Interview zu schnappen. Der schnappatmende Tyler bleibt stehen und wartet ab, was das wohl wird.


Mac Müll: „Tyler! Bist du in der Zwischenzeit fündig geworden? Du scheinst ja jemanden gesucht zu haben...“


Tyler, sauer as fuck, braucht einen kurzen Moment, um Mac nicht gleich aufzufressen, wie's scheint.


Tyler: „Was? Ich suche? Oh ja! Und ob ich suche! Ich suche verschissene Hasen in klein, ich suche verschissene Hasen in groß und einen verschissenen Sohn einer Dirne, der zu feige ist, sich mir noch einmal zu stellen und stattdessen sich verpisst, als wäre er einer dieser Hasen. Hasen sind bekanntlich Fluchttiere, das hat sich auch heute wieder erwiesen.“


Mac schaut eher skeptisch, nickt dann aber bestätigend, um die vor ihm stehende Wortquelle nicht gleich versiegen zu lassen.


Tyler: „Ich hasse es! Ich hasse diese Art und Weise, in der ich hier verarscht werde, noch und nöcher! Als ob jemand nach meinen Beweggründen fragen würde....“


Mac Müll sieht eine Steilvorlage, die SO gut ist, dass er sie einfach ausnutzen MUSS.


Mac Müll: „Mich würde schon interessieren, warum Du getan hast, was du getan hast.... Daniel sah ziemlich angeschlagen aus, muss ich sagen. Geht man so mit seinem Bruder um?“


Tyler, gerade noch mit ansteigender Laune, bekommt Puls. So deutlich hat er die Frage gar nicht gestellt bekommen wollen....


Tyler: „Nun ist aber mal gut, Mac! Und alle anderen! Dieser Wichser, der jeden hintergeht und in der Gosse herumlungert, ist nicht mein Bruder. KANN gar nicht mein Bruder sein! Mich ärgert tierisch, dass er wieder aufgestanden ist. Und solange er dazu noch in der Lage ist, was er eigentlich gar nicht sein sollte, werde ich nicht ruhen. Ich werde keine Ruhe geben, bis er sich dazu entschließt, von dieser Welt zu gehen, sich zu verpissen und niemanden mehr mit seinem Dasein zu belästigen!“


Starker Tobak, den der rot angelaufene Tyler da losgelassen hat. Aber er ist noch nicht fertig.


Tyler: „In jedem Falle werde ich jeden dieser Köpfe finden. Und dann? Dann wird gerollt, was Köpfe halt so tun, wenn ich sie in meine Hände bekomme! Ich habe es schon einmal gesagt, ich werde es immer wieder sagen: Meine Zeit kommt nicht etwa nur, sondern meine Zeit ist JETZT!“


Gäbe es ein Musterbeispiel, wie man am besten 'irre' guckt, so gibt Tyler hier schon einen sehr guten Ausblick darauf. So schaut Mac auch nur ein wenig sparsam, als sich Tyler auf den Weg macht und losstapft, als sei er gerade auf Schienen.


Während Tyler davonstapft und Mac Müll nach dem nächsten Opfer Ausschau hält, linst da ein Kopf um die Ecke, den wir schon länger nicht mehr gesehen haben....

Alex Jr.!


Tag Team-Match:

TSEizn Ra(re)BBits (Tsuki Nosagi & El Metzli /w Der Fuchs) vs. Cirque du Tonnerre (Creed Gibson & Andrew Costalago)

Referee: Mike Gard

Pete: Nach langer Zeit stehen die beiden als Team wieder im Ring. Tsuki und Metztli…

Sven: Und keinen Interessiert es…zumindest mich nicht…ich gehe in die Pause…


Sven legt sein Headset ab, steht auf und geht in den Backstage Bereich. Pete schaut ihm verdutzt hinter.


Im Ring steht Mike Gard und erwartet die beiden Teams.


Zu ihren instrumentalen Klängen tauchen Creed Gibson und Andrew Costalago auf. Ihre Inszenierung kann selbstverständlich nicht der Inszenierung ihrer heutigen Gegner mithalten - trotz ihrer eigenen Extravaganz. Gibson und Costalago tragen, wie auch außerhalb des Ringes, weite Bundhosen aus dünnem Stoff, die muskulösen Oberkörper sind unbekleidet. Auf dem Weg zum Squared Circle reden sie aufeinander ein, ein jeder versucht, den anderen zu pushen. Es wirkt. Zumindest bei Gibson: Als er am Geviert angekommen ist, wirkt er wie aufgepeitscht. Er wuschelt sich durch das kurze, senfgelbe Haar und klatscht seinem Partner wild auf die Wange. Eine Aktion, die unter normalen Menschen als Ohrfeige durchgehen würde, in dieser speziellen Situation aber als Motivationsversuch.

Dann sliden beide in den Ring.


Die Musik der Hasen erklingt.



Ohne große Show treten die beiden Hasen auf die Bühne. Das was sonst irre und mystisch war ist nun schlicht und zurückhaltend. Die beiden bedanken sich respektvoll beim Publikum und genießen anschließend die RABBITS Sprechchöre. Nachdem sie gemeinsam auf der Rampe posiert haben gehen die beiden ehemaligen Tag Team Champions zum Ring. Dort betreten sie das Geviert und lassen sich nochmal von den Fans feiern.


Mike Gard checkt beide Teams und lässt das Match anläuten.


Offiziell im Ring: Tsuki Nosagi und Creed Gibson


Creed Gibson stürmt auf Tsuki Nosagi los. Der Japaner weicht gekonnt aus und kontert seinerseits mit geschickten Schlägen und Tritten. Die beiden ähneln sich in ihrer Statur und Art des Wrestlern sodass schnell eine schnell Abfolge von technischen Moves in den Ring geknallt werden. Keiner der beiden kann sich einen ersichtlichen Vorteil erkämpfen. Tsuki Nosagi nutzt seine Erfahrung und schickt Creed mit einem Roaring Elbow auf die Matte. Schneller Wechsel mit Metztli.


Offiziell im Ring: El Metztli und Creed Gibson


Der Mexikaner nutzt seine körperliche Stärke und hievt Creed nach oben. Mit einem harten Body Slam muss Gibson wieder nach unten. Metztli nimmt ihn gekonnt in einen Ground Headlock.


Pete: Man sieht das die Hasen es nicht verlernt haben.


Creed versucht zu befreien…mit einigen Mühen schafft Creed es auf die Beine. Doch Metztli nutzt seine Kraft…BackDrop gegen Creed. Coverversuch von Metztli.


ONEEEEEE

TWOOOOOO

KICKOUT


Pete: Soooo schnell lassen die sich auch nicht besiegen.


Die Fans sind auf der Seite der Hasen. Der Jubel brandet auf als Tsuki die Fans animiert. Metztli zieht Creed erneut auf die Beine und geht in seine Ringecke. Wechsel


Offiziell im Ring: Tsuki Nosagi und Creed Gibson


Tsuki springt auf das dritte Seil. Metztli hämmert unter Protest des Referees den Kopf von Creed auf das Ringpolster. Anschließend taumelt er zurück in den Ring.


MISSILE DROPKICK VON TSUKI GEGEN CREED


Der Japaner lässt sich feiern. Gerade als er erneut angreifen will springt Andrew Costalago in den Ring und hält den Japaner unsanft fest. Tsuki reißt sich los und will auf Costalago losgehen, doch wird dieser von Mike Gard schon ermahnt und in seine Ringecke gedrängt. Diese eine Sekunde hat Creed genutzt und ist auf die Beine gekommen.


SPINNING HEEL KICK VON CREED GEGEN TSUKI NOSAGI


Andrew lässt sich freiwillig aus den Ring bitten und grinst El Metztli hämisch an. Tsuki liegt am Boden. Creed packt sich Tsuki und zieht ihn hoch. Er wechselt nun seinerseits.


Offiziell im Ring: Tsuki Nosagi und Andre Costalago


Der Amerikaner pusht sich und packt sich Tsuki. Vertical Suplex gegen Tsuki Nosagi. Cover Versuch.


ONEEEEE

TWOOOOOO

KICKOUT VON TSUKI NOSAGI


Andrew ärgert sich. Greift jedoch wieder an. Er stürmt auf Tsuki zu der sich aber gekonnt aus dem Weg rollt. Tsuki will kontern, doch läuft er in eine harte Clotheline von Andrew. Direkt attackiert dieser Tsuki mit ein paar harten Schlägen. Der Japaner weicht zurück und hält die Verteidigung hoch. Es geht für Tsuki in die Seile. Tritt in den Magen von Tsuki.


FALLAWAY SLAM VON ANDREW GEGEN TSUKI


Sein Partner jubelt am Rand. Tsuki schüttelt sich und hält sich den Rücken. Langsam robbt er in seine Ecke. Metztli will wechseln. Aktuell noch ohne Erfolg. Andrew setzt nach und zieht Tsuki auf die Beine. Whip In. Und harter Einschlag von Tsuki in der Ringecke in der Creed steht. Wechsel.


Offiziell im Ring: Tsuki Nosagi und Creed Gibson


Creed packt sich Tsuki. Atomic Drop gegen den Japaner. Der Hase taumelt nach vorne. Vorwärts muss er in die Seile. Spinning Heel Kick gegen den Hinterkopf vom Japaner.


Pete: Langsam wird es eng für die Hasen.

Sven: Ja. Irgendwie ist da der Wurm drin.

Pete: WO kommst du denn auf einmal her? Na egal…


Der Amerikaner aus Hermantown zieht den ehemaligen Champion wieder auf die Beine. Er zeigt an das er es beenden will. Ansatz zum Stroke…doch Tsuki rollt sich geschickt nach vorne aus der Bewegung raus und nimmt seinen Gegner in einen Leg Lock


Pete: WOW…das war ein Wahnsinns Konter. Wie hat er das gemacht?!?!

Sven: Chapeu…kann man nicht anders sagen.


Creed hält es gar nicht für nötig aufzugeben. Er versucht alles sich aus dem Griff zu befreien. Mike Gard fragt dennoch nach. Plötzlich geht das Licht in der Halle aus.


Pete: WAS ist denn jetzt schon wieder los??

Sven: Ich sehe nichts.

Pete: Achneeee


Nach ein paar Sekunden geht das Licht wieder an. Völlig verdutzt schaut Creed auf die Szenerie. Vor ihm auf dem Boden liegt Mike Gard. Ausgeknockt. Dahinter sitzt Tsuki Nosagi. Den Blick nach oben gerichtet. In der Mitte steht.


Pete: TYLER!!!!

Sven: JAAAA!


Tyler steht in der Ringmitte und schaut zu Tsuki Nosagi herunter. Dieser grinst als er seinen alten Partner sieht. Tyler schüttelt mit dem Kopf. Von hinten kommt El Metztli angeflogen. Doch Tyler hat damit gerechnet und weicht aus. Mit der Eisenstange in der Hand schlägt er auf Metztli ein der sofort zu Boden geht. Die Fans BUUUUUUHEEEEEEEEN!!! Tsuki kniet immer noch grinsend auf dem Boden. Creed und Andrew halten gebührend Abstand. Werden dann jedoch von Tyler ermuntert dazuzukommen. Tyler geht einen Schritt auf Tsuki zu, hebt die Eisenstange.


Pete: Was ist denn jetzt schon wieder????

Sven: Wieder dunkel.


Das Licht geht wieder an. Die Fans flippen aus.


Pete: JA!!! JA…MACH IHN FERTIG

Sven: OCH neeee….


Ungläubig blickt Tyler in das Gesicht seines Bruders…DANIEL. Dieser zeigt Tyler mit Hilfe von Zeichensprache was er von ihm hält. Tyler schnellt nach vorne.


SUPERKICK VON DANIEL.


Tyler ist am Boden. Daniel steht über ihm. Tsuki lacht laut los. Daniel blickt ihm über die Schulter an. Der Japaner nickt dankend. Creed und Andrew zucken mit den Schultern und wollen die Chance nutzen. Double Clotheline gegen Daniel. Dieser weicht aus.


ANGEZUCKTER SUPERKICK GEGEN CREED


Der Amerikaner duckt sich weg. Andrew dreht sich ebenfalls um. Da kommt Tsuki Nosagi aus dem nichts.


HONJO MASAMUNE GEGEN CREED!


Daniel und die Fans jubeln! Tsuki hilft seinem Partner auf die Beine. Der braucht einen Moment und schiebt dann Tsuki plötzlich zur Seite.


MEXICAN DEATHWISH GEGEN ANDREW


Nun stehen die drei im Ring. Metztli, Tsuki und Daniel. Alle drei nicken sich zu. Während Daniel seinen Bruder aus dem Ring zaubert hilft Metztli Mike Gard zurück ins Leben. Auch Andrew wird aus dem Ring befördert. Tsuki zieht Creed hoch. Mike Gard ist wieder auf den Beinen. Ihm brummt jedoch noch der Schädel. El Metztli packt sich Creed. Ansatz zum Finisher. Tsuki geht in die Seile.


MORDISCO DE USAGI GEGEN CREED


Sofort das Cover


ONEEEEEE

TWOOOOOOOOOOOOOOOOOO

THREEEEE

Sieger durch Pinfall: Tsuki Nosagi und El Metztli – TSEIZN RAREBITTS


Die beiden Jubeln mit den Fans. Daniel steht draußen und lässt sich ebenfalls ein Lächeln entlocken


Pete: WOW…AM Ende doch ein klares Ding.

Sven: Ja klar…Mit hilfe!!!

Pete: Weil der andere Bruder zuerst eingegriffen hat!!!!!

Sven: Wer sagt das????


Mit einem triumphierenden Daniel und zwei glücklichen Hasen geht die Show in die Werbung.




Jakob Fleestedt ist tot.


Steht in großen Lettern auf einer Kabinentür in den grauen Innereien der Helios Arena. Und vor eben jener Tür: Tammy.


Tammy: „Liebe GFCW-Fans. Dieser Zettel würde mich weitaus mehr erschrecken, wenn ich nicht vor einer Minute gesehen hätte, wie Jakob Fleestedt ihn selbst aufgehängt hat.“


Tammy. Ein Genie. Sie hat es durchschaut. Wenn Jakob Fleestedt seine eigene Todesnachricht aufgehangen hat, kann er nicht tot sein. Zumindest nach den Gesetzen der Logik nicht.


Tammy: „Ich werde einmal klopfen und schauen, was es damit auf sich hat.“


*KLOPF*

*KLOPF*

Keine Reaktion.


Ist er vielleicht doch…?


Tammy klopft noch einmal. Ihre Fingerknöchel auf dem Holz vor der Tür. Sie wartet. Wieder keine Reaktion. Dann, schon mit genervter Miene, ein dritter Versuch. Tammy lässt sich nicht abschütteln. Sie nimmt den Fuß zur Hilfe und klopft mit solcher Vehemenz, dass es für den Kabineninsassen krass nervig sein muss.


Dann hört man Schritte im Inneren. Endlich. Tammy seufzt glücklich als sich der Türgriff bewegt und endlich geöffnet wird. Jakob Fleestedt steckt den Kopf heraus. Er trägt – obwohl wir uns im Inneren der Halle befinden – eine Sonnenbrille auf der Nase.


Jakob Fleestedt: „Ja?“

Tammy: „Jakob, ich habe eine Frage.“

Jakob Fleestedt: „Jakob? Wer bitte ist Jakob?“


Der Kopf verschwindet aus der Tür. Sie wird zugeknallt.

Doch Tammys Fuß ist schneller.


Tammy: „Du. DU bist Jakob Fleestedt.“

Jakob Fleestedt: „Es gibt hier keinen Jakob Fleestedt.“


Zusätzlich zum Kopf taucht auf ein Finger im Türrahmen auf. Er deutet auf Tammys Fuß, der noch immer verhindert, dass zugeschlagen wird.


Jakob Fleestedt: „Und wenn du jetzt bitte den Fuß entfernen würdest. Ich habe zu tun.“

Tammy: „Nein! Ich brauche erst News, sonst werde ich bissig.“


Wie ein trotziges Kind stapft sie mit dem zweiten, freien Fuß auf den Hallenboden. Ihre Lippen verziehen sich zu einer Schnute.


Tammy: „Beantworte meine Frage.

Jakob Fleestedt: „Welche Frage? Du sagtest, die Frage wäre für Jakob Fleestedt. Und wie ich bereits sagte, gibt es hier keinen Jakob Fleestedt.“


Endlich lässt er die Tür gänzlich aufschwingen. Man blickt in das Innere Kabine. Doch viel mehr ist das Outfit des (mutmaßlichen) Jakob Fleestedt ein Blickfang. Zusätzlich zu seiner Sonnenbrille hat sich der Riesaer in ein nach allen modischen Maßstäben inakzeptabel extravagantes Outfit geschmissen. Er trägt einen braunen Zweireiher, darüber einen ebenfalls braunen, flauschigen Pelzmantel, für den mutmaßlich Grizzlies gestorben sein müssen. Das „Mode“-Stück ist mit roten und weißen Applikationen verziert, die teils an Feuer, teils an florale Muster erinnern. Die Hände stecken in schwarzem Leder, das so dunkel wie das Glas der Sonnenbrille ist.



Jakob Fleestedt: „Nicht mehr zumindest.“

Tammy: „Nicht mehr?“

Jakob Fleestedt: „Nicht mehr. Korrekt.“

Tammy: „Aber wer…“


Sie zögert einen Moment, um die Frage zu stellen. Sie kommt ihr selbst doof vor. Aber was tut man nicht alles für ein paar NEWS.


Tammy: „…bist du dann?“


Als habe er auf genaue diese Gelegenheit gewartet, lacht der Scheinbar-Nicht-Mehr-Jakob-Fleestedt auf und wirft gekünstelt den Kopf in den Nacken. Dann zieht er sich einen der hautengen, ledernen Handschuhe von den Händen.


Jakob Fleestedt: „Hollywood Jake. Sehr erfreut, dich kennenzulernen, unbedeutender Mensch.“

Tammy: „Hollywood Jake?“

Hollywood Jake: „Hollywood Jake.“


Tammy blickt sich um. Entweder in der Kabine oder auf der Suche nach der versteckten Kamera. Stattdessen bleibt ihr Blick auf einem kleinen Deko-Tischchen hängen, das so gar nicht in eine Wrestler-Kabine passt. Tammy tritt näher heran, um die Urkunde zu betrachten, die auf dem Tischchen steht.



Tammy: „Du wurdest befördert?“

Hollywood Jake: „Zum Co-Star des größten GFCW-Stars. Ich bin nun nicht nur ein Stern im Switziverse. Ich bin…“


Er rückt seinen Pelzmantel zurecht und strafft die Schultern.


Hollywood Jake: „…eine zweite Sonne.“


Falls er auf Applaus von Tammy wartet, wird Jake enttäuscht. Doch er lässt es sich nicht anmerken. Für geschlagene zehn, fünfzehn Sekunden hält er seine Pose. Dann zieht er elendig langsam seine Sonnenbrille ab. Seine Augen sind mit dezentem Kajal betont, die Fältchen mit Puder kaschiert.


Hollywood Jake: „Und Sonnen tragen nicht den Namen Jakob Fleestedt. Darum musste Jakob Fleestedt sterben.“


Mit stolzer Miene legt er eine Hand auf die Ernennungsurkunde. Hebt sie vom Tischchen und drückt ihr einen Kuss auf.


Hollywood Jake: „Und Hollywood Jake darf leben.“



Entrepreneurin Lerbitz: „Also?“


Breads blinzelt, als er von seinem Stiefel aufblickt, die Schleife halb fertig. In der Tür zu seiner Kabine, die Kamera im Rücken – natürlich lässt die GFCW Production Crew sich das hier nicht entgehen – steht eine Frau mit verschränkten Armen, die mit dem rechten High Heel rhythmisch und im exakt gleichen Abstand auf den Boden tippt, nachdem sie offenbar soeben erst den Raum betreten hat.

Es dürften nur wenige Sekunden sein, und dennoch strahlt sie schier grenzenlose Ungeduld aus. Breads beäugt sie misstrauisch, dann wendet er sich wieder seinem Stiefel zu und vollendet die Schleife, während der Kameramann an Entrepreneurin Lerbitz vorbei huscht, um ein besseres Bild von beiden zu bekommen. Robert wirft der Kamera einen kurzen Blick zu. Lerbitz ignoriert sie völlig und rollt bloß mit den Augen ob dieses kleinen Spielchens von Breads.


Robert Breads: „Ich weiß nicht, wovon Sie sprechen.“


Ein demonstrativer, gedehnter Seufzer begleitet die zwei Schritte, die Lerbitz mit einem KLACK KLACK nach vorne und auf den Hall of Famer und ihren ehemaligen Klienten zugeht. Ihre Mundwinkel könnten kaum weiter nach unten gezogen sein.


Entrepreneurin Lerbitz: „Du warst ein Fehlinvestment.“


Breads richtet sich zu seiner vollen Größe auf, überragt die Entrepreneurin in ihren Schuhen allerdings kaum. Er drückt den Rücken durch, als sich sein Blick verfinstert.


Entrepreneurin Lerbitz: „Das ist bedauerlich, aber es passiert. Was jedoch nicht passieren darf ist die Kompromittierung meiner Assets.“


So werden das Sprachrohr und Marc Hill also von ihr genannt. Die Augenlider von Breads zucken, als sie von Ihnen spricht. Sein Pokerface ist längst nicht so gut wie das von Aiden Rotari.


Entrepreneurin Lerbitz: „Du scheinst zu planen, mein Flaggschiff-Investment zunichtezumachen.“


Damit dürfte wohl Aiden Rotari gemeint sein. Immerhin hat Breads angekündigt, ihn bei Title Night nicht nur zu schlagen, sondern zu vernichten.


Entrepreneurin Lerbitz: „Ich halte es für überaus unwahrscheinlich, dass es dazu kommen könnte, aber ich wäre eine Närrin, es völlig auszuschließen.“


Ein Schmunzeln schleicht sich auf die Lippen von Breads, was sofort für einen erhobenen, perfekt manikürten Zeigefinger der Entrepreneurin sorgt.


Entrepreneurin Lerbitz: „Das war kein Kompliment. Von mir aus kläre dein lächerliches Ego-Problem mit meinem Flaggschiff-Investment auf einer sportlichen Ebene, aber versuche nicht, meine Investition zu ruinieren. Ein fairer Kampf, eins gegen eins, du wirst nicht mehr angegriffen, du greifst niemanden mehr an, und wir versprechen, dein armseliges kleines Retirement-Spektakel nicht zu stören. Wenn du dich darauf einlässt, werden wir unseren Teil einhalten. Mein Flaggschiff-Investment hat kein Interesse an einem Kleinkrieg. Er ist damit einverstanden.“

Robert Breads: „Er hat also Angst.“

Entrepreneurin Lerbitz: „Er ist kein Idiot.“

Robert Breads: „Hat er Sie geschickt?“

Entrepreneurin Lerbitz: „Niemand schickt mich. Ich schicke. Das solltest du wissen, Laufbursche.“


Das Schmunzeln wird zu einem Grinsen, was Lerbitz sichtlich entnervt.


Robert Breads: „Dabei hat er doch darauf bestanden, mich vernichtend schlagen zu müssen. Wie soll er sonst sein Titelmatch bekommen, nachdem er bei der letzten Show so eindeutig verloren hat?“

Entrepreneurin Lerbitz: „Es würde sicherlich reichen, dich zu demütigen. Dafür muss man dich nicht völlig aus dem Spiel nehmen, wenn du dich auf den Deal einlässt. Was ist an diesem Punkt schon ein Abend mehr, an dem du als Blamage dastehst?“

Robert Breads: „Klingt für mich immer noch so, als hätte Aiden Angst.“

Entrepreneurin Lerbitz: „Es wäre das Beste für alle.“

Robert Breads: „Es wäre das Beste für Ihr Business.“

Entrepreneurin Lerbitz: „Das ist dasselbe.“

Robert Breads: „Nicht für mich. Ich werde tun, was das Beste für die GFCW-“


Und an diesem Punkt stockt Breads, bevor er leise lachend den Kopf schüttelt.


Robert Breads: „Nein, ich bin fertig mit den Lügen, vor anderen oder vor mir selbst. Ich werde tun, was das Beste für Robert Breads ist. Und das ist die vollständige und völlige Vernichtung des Monsters, das ich geschaffen habe.“

Entrepreneurin Lerbitz: „Ich bin bereit, einen monetären Zusatz hinzuzufügen.“

Robert Breads: „Kein Interesse. Ich will seinen Kopf, und ich werde ihn mir holen.“


Man kann ein Zucken am Kiefer der Entrepreneurin sehen, ehe sie die Lippen zusammenpresst und dem Kanadier einen spöttischen Blick zuwirft, aus dem sie die offene Feindseligkeit nicht völlig verbannen kann.


Entrepreneurin Lerbitz: „Das ist enttäuschend, aber nicht vollkommen unerwartet.“


Beide halten Augenkontakt, ohne mit der Wimper zu zucken. Das hier ist nicht mehr der Robert Breads, der buckelt und sich fügt. Egal welche einstige Autorität die Entrepreneurin einst hatte, sie ist nun wirkungslos. Den selbsterklärten und realitätsverweigernden GOAT konnte sie bei der Stange halten, doch den alten, beinahe gebrochenen und fest entschlossenen Mann, der jetzt vor ihr steht, kann Lerbitz ihrem Willen nicht beugen.


Entrepreneurin Lerbitz: „Du weißt, dass es für dich keine Vergebung geben wird, wenn es soweit ist. Mein Flaggschiff-Investment wird dich mit Gewalt und gegen deinen Willen aus der GFCW entfernen, weil du ihm sonst selbiges antun wird. Es gibt gar keine Wahl: Du musst untergehen. Ein für alle Mal.“

Robert Breads: „Keine Sorge. Dessen bin ich mir bewusst.“

Entrepreneurin Lerbitz: „Ich mache mir keine Sorgen. Mich ärgert die Zeitverschwendung. Du hast einen schrecklichen Zeitpunkt gewählt, dich deinen wahnhaften Träumen hinzugeben. Deine einzige Chance ist eine völlige Anomalie. Eine Laune des Zufalls kann dich vielleicht retten, aber sonst nicht. Du läufst sehenden Auges in den Kampf, der dir das letzte rauben kann, was du noch hast: Deine Retirement-Tour.“

Robert Breads: „Aiden ist nicht der Einzige, der ein Ass im Ärmel hat.“


Sie beäugt ihn einen Moment lang mit leicht schief gelegtem Kopf, ehe sei selbigen entschieden schüttelt.


Entrepreneurin Lerbitz: „Ich erkenne einen Bluff, wenn ich ihn sehe.“

Robert Breads: „Dann willst du es also darauf ankommen lassen?“

Entrepreneurin Lerbitz: „Ich will nicht noch mehr meiner kostbaren Zeit vergeuden, weil ein gekränktes Männer-Ego nicht oft genug gestreichelt wurde. Du wirst noch bereuen, was gerade eben geschehen ist.“


Das Grinsen im Gesicht von Breads ist wie festgewachsen und so breit, dass wir seine Zähne sehen können. Die Furchen rund um seine Augen vertiefen sich, als er sich final an Lerbitz wendet.


Robert Breads: „Ich erkenne einen Bluff, wenn ich ihn sehe.“



Backstage stehen zwei Frauen und ein Schwein zusammen. Was nichts mit dem Auftakt zu einem Erwachsenenfilm zu tun hat und auch nicht mit Bauer sucht Frau, sondern alles mit Tammy, welche die rosarot bezopfte Leopardin aus Long Island namens Monica Shade als Interviewgast hat, die natürlich ihr Stoffschwein Lady Rosi bei sich hat. Denn was wäre Monica Shade ohne den stetigen Rat ihrer „Strategin“?


Tammy: „Okay, wir sind auf Sendung! Monica, erst mal danke im Namen von ganz GFCW dafür, dass du Ask Skógur nicht nur aufgespürt, sondern auch zu einem Match bei Title Night motiviert hast. Es wäre echt schade gewesen, wäre der Mann, der letztes Jahr im Main Event Champion wurde, dieses Jahr gar nicht auf der Card.“

Monica Shade: „Nun, gern geschehen? Obgleich ich das ja nun ehrlicherweise einfach nur für mich gemacht habe. Da Aiden Rotari mir ausweicht, wie der glitschige Fisch, der er ist, hab ich halt jemand anderen gebraucht, den ich besiegen kann, um dem Titel näherzukommen.“


Tammy kichert kurz wie Monica Aiden Rotari als glitschigen Fisch bezeichnet, als wäre es das Normalste der Welt. Monica mochte in gewisser Weise immer noch der Gast aus WFW sein, aber sie hat über ihr knappes Jahr GFCW Aktivität definitiv ein gutes bisschen GFCW Spirit getankt.


Tammy: „Gutes Stichwort: du hattest eigentlich gegen Aiden Rotari kämpfen wollen, dabei war deine Ansprache an Ask Skógur sehr herzhaft daraus ausgerichtet ihn als das Ticket zu einem Titelkampf zu bezeichnen. Wie ehrlich waren deine Worte an Ask?“


Eine sehr berechtigte Frage. Monicas Ansprache an Ask klang schon so ein bisschen danach als ob er als Gegner das alternative Nonplusultra sei und die erste Wahl – und nicht alternativlos deswegen, weil Aiden Rotari ihr ein Match verweigert hatte.


Monica Shade: „Wie ehrlich meine Worte waren? Na komplett ehrlich? Denke nicht, dass ich ihn sonst mit meinen Worten erreicht hätte, ne?“


Tammy überlegt kurz und kommt nicht umher die Logik in Monicas Worten zu vernehmen. Wenn jemand den Instinkt der Wildnis hatte, um verlogenes Geschwätz zu identifizieren, dann Ask Skógur.


Monica Shade: „Die Sache ist doch die: Aiden Rotari ist ein Gegner, der Lady Rosi in die Kampfhandlung zu involvieren drohte und so sein Match gegen mich auf denkbar dreckige Weise gewonnen hat. Noch dazu ist er ein Despot. Kein so übler Drecksack wie Robert Breads, aber dreckig genug. Sollte also offensichtlich sein, warum ich Aiden Rotari gern als Gegner gehabt hätte. Ich mag ihn nicht und hab ihm noch was heimzuzahlen.“


Lady Rosi zuckt in Monicas Arm „bedrohlich“ als die Schweinehirtin auf diesen Umstand zu sprechen kommt. Es war definitiv eine Schlüsselszene im Match zwischen Monica und Aiden, aber ob sie wirklich auch entscheidend war, darüber könnte man freilich kontrovers diskutieren.


Tammy: „Also ist Ask deiner Ansprache zum Trotz doch nur zweite Wahl?“
Monica Shade: „Das kann man so nicht sagen, Tammy. Dieses Match zwischen Ask und mir ist nun kein Notnagel, der in letzter Minute herhalten musste, nur weil Aiden Rotari zurecht Angst davor hat, mir in einem erneuten Match gegenüberzustehen. Ich gegen Ask, das ist ein Match, das schon lange darauf gewartet hat stattzufinden. Erinnere dich: einer der Gründe, warum ich überhaupt anfing hier Matches zu bestreiten und aufzuzeigen, dass auch andere Promotions Top Level Talent haben, war Asks damalige Aussage der GFCW Title sei der höchste Preis im Sport.“

Tammy: „Ja, ich erinnere mich.“
Monica Shade: „Gut. Dann weißt du sicher auch noch, dass Ask und ich bereits ein Gespräch hatten, als er noch Champion war. Und schon da war sein Verhältnis zum Titel kein gesundes. Der Titel wurde zu seiner Welt und nun wo er ihn verloren hat, ist seine Welt aus den Fugen geraten. Klar, Gold haben ist toll und als Champion die Promotion anzuführen, die deine Wrestlingheimat geworden ist, das ist etwas besonderes. Aber was passiert, wenn man eine so starke Fixierung hat… sehen wir gerade bei ihm. Nicht gut. Nicht gesund. Nicht empfehlenswert.“


Lady Rosi nickt bedächtig, während Monica nonchalant mit den Schultern zuckt.


Monica Shade: „Ist auch schade. Ich gegen einen Ask mit klarem Verstand, das könnte ein tolles Match sein. Aber dieses Match werden wir bei Title Night nicht kriegen. Stattdessen werde ich gegen ein Wrack wrestlen und gewinnen, weil… natürlich werde ich das.“

Tammy: „Das klingt jetzt schon etwas arrogant.“

Monica Shade: „Also bitte, Tammy. Ich verliere doch nicht gegen Ask in diesem Zustand. Ich weiß, hier bei GFCW konnte ich meinen großen Worten keine großen Resultate nachfolgen lassen, aber dass Ask so wie er jetzt ist gegen mich gewinnen kann ist nicht realistisch. Noch dazu bin ich statistisch jetzt schon in Sachen Niederlagen über dem jährlichen Erwartungshorizont.“


Tammy öffnet den Mund, um darauf einen Einwurf zu formulieren, aber ehe sie das kann, fährt Monica auch schon fort.


Monica Shade: „Der Rest meines Jahres ist daher recht simpel: erst werde ich bei WFW Hour of Glory gegen Mina Louise Stuart das Drittelfinale im Tournament of Honor klarmachen, wo möglicherweise dann Milly Vermillion meine Gegnerin wird, so diese ihr Match auch gewinnt. Bei Title Night besiege ich Ask Skógur und dann gewinne ich zum Abschluss des Jahres das Turnier und den Temptation Title, womit ich dann im neuen Jahr hier bei GFCW einen Anlauf nehme um Doppel-Champion zu werden.“


Sie sagt das ein bisschen so als wäre sie eine Moderatorin, die den Wetterbericht vorträgt. Sie ist völlig davon überzeugt, dass es so kommen wird. Tammy sieht weitaus weniger überzeugt aus, aber sie beschäftigt gerade ein ganz anderes Detail.


Tammy: „Nicht, dass es für uns hier bei GFCW von Belang wäre, aber nur rein aus Interesse… warum heißt das Gold bei WFW eigentlich Temptation Title, wenn es ein World Title sein soll? Weil alle Frauen eine Verführung sind?“

Monica Shade: „Ne, das Ding war früher sogar mal ein reiner Männertitel in einer noch mal anderen Promotion. Keine Ahnung, was die sich damals bei der Namensgebung gedacht haben. Dieser Titel ist dann über diverse Umwege zum Einzeltitel für uns Frauen bei WFW geworden und der Name wurde dann einfach beibehalten.“


Ultrakurzfassung, aber das interessiert im Detail vermutlich nun wirklich ca. niemanden.


Tammy: „Okay, verstehe. Bleibt noch die Frage wer dir als Gegner lieber wäre, so denn der Rest deines Jahres tatsächlich so abläuft, wie du und Lady Rosi es euch ausmalt: Aldo Nero oder The End?“


Monica Shade: „Aldo natürlich.“


Die Antwort kam postwendend, ohne auch nur eine Sekunde des Nachdenkens.


Tammy: „Weil du auch gegen ihn eine Niederlage zu rächen hast?“
Monica Shade: „Ganz genau. Gegen Aldo muss ich so oder so noch mal ran und diese Niederlage egalisieren, wenn es dabei direkt auch um das Gold gehen kann, sind das zwei Fliegen mit einer Klappe. Obgleich den Mann zu besiegen, der immer wieder als der vielleicht stärkste Champion in der Geschichte von GFCW gehandelt wird, sicherlich auch ne feine Sache wäre. Wobei so wie ich das verstanden habe, war es ja eher das Duo James Corleone PLUS The End, das so stark war und nicht The End allein? In dem Fall glatt schade, dass die nun Feinde sind, da es so nicht das Duell der Duos geben kann.“


Monica tätschelt Lady Rosi den Kopf, während Tammy mit skeptischen Blick ihren Blick von Monica zu Lady Rosi und wieder zurück wandern lässt.


Tammy: „Du meinst James Corleone als Stratege von The End gegen dich und deine Strategin Lady Rosi?“
Monica Shade: „Klar, was soll ich auch sonst meinen? Aber sei es drum, das Leben ist kein Wunschkonzert, man muss schon selber dafür sorgen, dass die Musik gespielt wird, die man hören will. Und das werde ich. Nach meinem Match gegen Ask wird meine Musik gespielt. Denn wer immer Schwein hat… hat immer Schwein!“



Lorenz: „Sehr geehrte Entrepreneurin! Warten Sie nur einen winzigen Moment, damit ich-“

Entrepreneurin Lerbitz: „Was?“


Mit einem Seufzen, als käme sie von hundert aufeinanderfolgenden Beerdigungen, hält die Entrepreneurin mitten auf dem Parkplatz inne. Die aufmerksamen Kamera-Minions der GFCW haben es geschafft, nicht bemerkt zu werden, und können einfangen, wie Lerbitz sofort wieder in das ungeduldige Tippen ihres Absatzes auf dem Boden verfällt, als Lorenz – japsend und nach Luft ringend – neben ihr zum Stehen kommt. Sein blaues Comfort Fit Hemd von Acne Studios wird geziert von-


Entrepreneurin Lerbitz: „Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit. Was?“


Die Dringlichkeit und Ungeduld in ihrer Stimme sind unverkenntlich, und Lorenz richtet seine Brille, als er sich aufrichtet, die Handflächen von den Oberschenkeln nimmt und voller Ehrfurcht die Entrepreneurin anblickt.


Lorenz: „Selbstverständlich, geschätzte Entrepreneurin. Ich wollte lediglich fragen, was nun der Plan ist, nachdem sich das bemitleidenswerte Fehlinvestment so schandvoll verhalten hat. Sicherlich haben Sie einen brillanten Plan, das Breads-Problem zu lösen, bevor noch jemand zu Schaden kommt, nicht wahr?“

Entrepreneurin Lerbitz: „Der Plan ist, dass mein Flaggschiff-Investment das Problem lösen wird.“

Lorenz: „Das ist… das war’s? Ich meine, natürlich, das ist wundervoll, Entrepreneurin, eine geniale Entscheidung, nur könnten wir doch mit Sicherheit noch weitere Ressourcen investieren, um die Eliminierung des-“

Entrepreneurin Lerbitz: „Was ist unser Motto?“


Der Marketing-Experte der LPG hält inne, richtet seine Brille und sieht sie mit großen Augen an. Sofort beginnt er wie auf Knopfdruck zu rezitieren, was er seit Wochen immer wieder vor sich her brabbelt.


Lorenz: „Man muss das Risiko gegen den potenziellen Ertrag sehen. Ist es das wirklich wert?“


Sie nickt, als hätte ein Fünfzehnjähriger soeben stolz verkündet, dass zwei und zwei doch tatsächlich vier sind.


Entrepreneurin Lerbitz: „So ist es.“

Lorenz: „Aber, in diesem Kontext, was bedeutet das? Nicht, dass ich je an Ihnen zweifeln würde, es ist nur-“

Entrepreneurin Lerbitz: „Gut. Es gibt schließlich auch keinen Grund, an meinen Entscheidungen zu zweifeln, nicht wahr?“


Sie hebt kaum merklich eine Augenbraue, während Lorenz sich sammelt. Fahrig fährt er mit der Hand, die nicht im Gips steckt, durch die Haare, dann schließt er die Augen, atmet einmal tief durch und nickt dann langsam.


Lorenz: „Vollkommen richtig, Entrepreneurin.“

Entrepreneurin Lerbitz: „Exakt. Folge den Instruktionen meines Flagschiff-Investments, und alles wird gut. Das ist doch kein Problem?“

Lorenz: „Überhaupt nicht.“


Sie nickt ihm zu, doch hat den Blick schon abgewendet. Ohne ein weiteres Wort dreht sie sich um, marschiert aus dem Bild – vermutlich in Richtung ihres Autos – und der Ausdruck auf dem Gesicht von Lorenz kann am ehesten mit Bewunderung beschrieben werden, während das KLACK ihrer Schritte auf dem Asphalt immer leiser wird. Noch ein weiteres Mal nimmt er einen tiefen Atemzug und versucht seinen Körper zu entspannen und dabei die prominente Schweißperle zu ignorieren, die ihm von der Schläfe auf die Wange kullert.


Lorenz: „Alles wird gut. Ich muss nur auf den Boss hören, und alles wird gut.“



Wir befinden uns im Interview-Bereich der GFCW. Tammy steht schon bereit, um mit ihrem gegenwärtigen Gast ein Gespräch zu führen, bei dem sie ihm spannende und interessante Meinungen und Sichtweisen abgewinnen will.

Und wer ist besagter gegenwärtiger Gast?


Tammy: „Meine Damen und Herren, begrüßen Sie mit mir gemeinsam… Mister James Corleone!“


Und sogleich tritt Corleone auch schon ins Bild. Aus dem Hintergrund hören wir massive Buh-Rufe, die dem Königsmacher entgegengebrüllt werden. Es gab wohl noch nie eine Zeit, in der das anders war, egal an wessen Seite er steht, egal, was auch immer er im Schilde führt… man mag ihn nicht. Und ihm ist das herzlich egal, denn für ihn geht es nur darum, zu gewinnen.

Was auch immer das heißen mag.

Noch bevor Tammy nun zur ersten Frage ansetzen kann, schaut sie an Corleone vorbei hinter ihn und senkt dabei ehrfürchtig das Mikrofon. Sie ist lang genug dabei um zu wissen, dass das, was sie hinter Corleone sieht, Grund genug ist sich lieber schnell vom Acker zu machen und so verschwindet sie auch sogleich, während Corleone sich leicht irritiert umdreht und versteht, warum Tammy abgehauen ist.


Salvatore Corleone: „Bruder.“


Corleone „begrüßt“ seinen Bruder mit einem leicht genervten Gesichtsausdruck, der sich aber recht schnell wieder wandelt. Er wahrt die Professionalität und versteht die Bedeutung und Notwendigkeit dieses Augenblicks. Er selbst hat mit End geredet, er hat mit Aldo geredet, wie auch Salvatore. Aber direkt miteinander haben sie noch nicht gesprochen. Bis jetzt.


James Corleone: „Du nennst mich noch Bruder?“


Corleone geht direkt in den Angriffsmodus. Er muss nicht nur die Professionalität, sondern natürlich auch seinen Ruf wahren, abgesehen davon wissen wir, wie Salvatores Meinung über James ist.


Salvatore Corleone: „Es bleibt mir nichts anderes übrig, denn das bist du. Seine Familie kann man sich nicht aussuchen.“

James Corleone: „Wie man sieht… scheinbar schon.“


James spricht es zwar nicht aus, deutet aber natürlich an, dass er damit Salvatores Position an der Seite von The End meint, denn der ist streng genommen keine Familie, Aldo schon. Sal weiß, dass James darauf hinauswill, aber das lässt er natürlich gleich an sich abprallen.


Salvatore Corleone: „Auch, wenn du auf der anderen Seite stehst, weißt du genauso gut wie ich, dass End ebenso zu dieser Familie gehört, wie Aldo. Er mag nicht das gleiche Blut haben wie wir und doch gehört er zu uns.“

James Corleone: „Welch rührende Geschichte…“

Salvatore Corleone: „HÖR AUF! Lass diese Spielchen, du kannst all den anderen hier meinetwegen etwas vormachen, aber mich wirst du nicht zum Narr machen. Lass uns reden, wie Männer.“


Corleone versucht es tatsächlich, seine Spielchen zu spielen, wobei ihm natürlich klar ist, dass er damit bei seinem Bruder wenig Erfolg hat. Aber allein um eben seinen Stellenwert zu verdeutlichen, muss er es wenigstens probieren.

Aber ja, nun wird Corleone eine Spur ernster.


James Corleone: „Nun denn, was willst du?“


Salvatore tritt nun noch einen Schritt näher an James heran. Es ist nicht klar erkennbar, ob Sal Jimmy absichtlich einschüchtern will oder ob er der Situation einfach mehr Intensität verleihen will, auf jeden Fall hat Inspirational Jim damit zu tun, nicht auch tatsächlich eingeschüchtert zu wirken.


Salvatore Corleone: „Genau das, was ich sage. Ich will reden.“


Das überzeugt James Corleone nun nicht wirklich, denn das ist ja offensichtlich. Er will reden, doch worüber? Erneut rollt Corleone mit den Augen…


Salvatore Corleone: „SIEH MICH AN, WENN ICH MIT DIR SPRECHE.“


Er schreit nicht, sagt diese Worte aber so bestimmt, zielgerichtet und fordernd, dass James tatsächlich kurz zusammenzuckt und nun wirklich auf Salvatore fokussiert scheint.


Salvatore Corleone: „Weißt du… dass ich schon seit vielen, vielen Jahren nicht gut schlafen kann?“


Eine etwas ungewöhnlicher Auftakt für Sals Ansprache, aber James versteht, dass er damit auf etwas hinauswill und deshalb macht er jetzt keine Witze mehr.


Salvatore Corleone: „Ich… komm nicht zur Ruhe, mich plagen die Gedanken in meinem Kopf und wenn ich dann doch einmal einschlafen sein sollte, suchen mich die Albträume heim. Egal, wie ich mich drehe, egal wie müde ich bin… ich kann… nicht schlafen. Und das nagt an mir, es laugt mich aus und es macht mich fertig, seelisch… physisch… es schmerzt.

Der Grund dafür… der bist du. Du… und was du dieser Familie angetan hast. Was du End angetan hast. Was du Aldo angetan hast. Deine Macht über die Beiden ist so gewaltig, leider. Ich habe es nie verstanden, ich habe immer gehofft, etwas dagegen tun zu können.

Dass ich das nie geschafft habe… nunja auch Das ist ein Grund für meine Schlaflosigkeit. Ich hätte sie besser beschützen sollen, vor dem Bösen auf dieser Welt… vor dir.“


Die Kamera fährt nun immer näher an die Gesichter der Beiden heran, die direkt aufeinander gerichtet sind.


James Corleone: „Du hast mich aufgesucht um mir Das zu sagen?“


Corleone meint das gar nicht zwangsläufig gehässig, es scheint ihn wirklich zu interessieren, ob diese bildhafte Ausführung dessen, was er schon längst weiß, wirklich der Grund ist, warum er mit ihm sprechen will.


Salvatore Corleone: „Nein.“


James ist ganz Ohr.


Salvatore Corleone: „Ich will dir sagen… dass ich zurzeit… schlafe wie ein Baby.“


Und jetzt wirkt er verwirrt.


Salvatore Corleone: „Ich habe den besten Schlaf seit Jahren und ich will dir sagen, wieso das so ist. Eine Erkenntnis schenkt mir Ruhe, schenkt mir Frieden. Die Erkenntnis, dass du… verlieren wirst.“


Diese Aussage ist tatsächlich deutlich intensiver gesprochen ist, als es für eine solche recht banale Hype-Aussage vor einem großen Match üblich ist, denn… das scheint gar nicht ganz das zu sein, was Salvatore meint.

Und James bleibt ebenso fokussiert bei seinem Bruder.


Salvatore Corleone: „Ich rede nicht von dem Match, ich rede nicht von dem Titel und ich rede auch nicht von dieser Schlacht. Auch, wenn du all das ebenso verlieren wirst, ist es nicht das, was ich meine. Was ich meine… ist dein Einfluss. Deine Macht. Ein Leben lang hast du The End manipuliert und kontrolliert, ein Leben lang wollte Aldo alles für dich tun. In all den Jahren wurde das Leben dieser beider Männer von dir bestimmt.

Doch… jetzt nicht mehr.

The End hat das erkannt und selbst Aldo hat es. Und es mag sein, dass dein Einfluss noch immer besteht… aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis der letzte Funken davon vollständig erlischt.

Ich muss ehrlich zu mir sein, ich habe die Hoffnung längst aufgegeben, dass das jemals passiert und viele Jahre hat mir das den Schlaf geraubt. Doch jetzt weiß ich, dass selbst du besiegt werden kannst. Du wirst verlieren und die beiden Jungs, deren Leben du zerstört hast, werden der Grund dafür sein. Wie auch immer das aussehen mag.“


Wir sehen Corleone so ernst wie selten zuvor und vielleicht sogar so getroffen wie selten zuvor. Als würde er einen Geist sehen, der ihm seine Zukunft zeigt und das vor allem deshalb, weil Salvatore Corleone all das nicht aus einer Shoot-, nicht aus einer Wrestlingsperspektive, in derer er James Corleone einfach vor dem Match möglichst viel Schaden zufügen will, sondern vielmehr aus einer ehrlichen, erleuchteten Perspektive. Salvatore scheint wirklich erkannt zu haben, dass der große Fluch der Corleone-Familie, nämlich James Corleone, nun tatsächlich besiegt zu werden scheint.

Die Familie kann gerettet werden und sowohl für End als auch für Aldo besteht Hoffnung.

Und für einen Moment sieht es so aus, als sei James Corleone wirklich sprachlos… doch dann… spitzen sich seine Mundwinkel wieder an.


James Corleone: „Ich glaube dir, dass du gut schlafen kannst, in solch einer naiven Welt. In einer Welt… ohne Böses. Ja… da muss es schön sein, aber das, kann ich nicht beurteilen, denn ich lebe in der Realität.

Bruder, ich wurde vieles genannt, in meinem Leben und selbst in meiner Zeit in der GFCW. Die Hand des Königs, der Königsmacher, ein Teufel. Ich habe manipuliert, ich habe betrogen, ich habe gelogen, ich habe Deals abgeschlossen, ich spiele meine Spielchen… all das wurde mir vorgeworfen.

Und vielleicht trifft auch all das zu? Aber all das geht nicht von mir aus. Ich habe diese Welt nicht so gemacht, ich bin nur sehr gut mich darin zurechtzufinden. Hass nicht den Spieler, hasse das Spiel. Ich habe verstanden es zu spielen und deshalb bin ich auch erfolgreich geworden, während du schlaflos in Sizilien versauert bist. Und jetzt… wenn du wirklich denkst, mein ‚Einfluss‘ auf die beiden ‚Jungs‘ könne irgendwann vorbei sein, könnte ein Ende nehmen, dann solltest du in deiner naiven Welt bleiben.

Egal, wie diese Sache ausgeht, egal, wo ich am Ende stehe: The End und Aldo Nero, werden niemals frei von mir sein. Ein Teil von mir, wird immer in ihnen leben. Und wenn du mich fragst, dann wird Title Night derjenige mit dem Titel verlassen, der weiß diesen Teil für sich zu nutzen und nicht ihm zu erliegen. Und ich bin mir sicher, tief drin in dir, weißt du, dass es nicht mal die Frage ist, wer diesen Teil James Corleone überhaupt nutzen wird, sondern wer ihn besser nutzt.

Ich werde alles dafür tun, dass es Aldo sein wird und wenn du End weiter dazu anhältst ihn zu unterdrücken, dann ist die Sache klar… und wir werden gewinnen.“


Eine lange Ansage von James, die Salvatore ebenso erreicht hat, wie es andersherum zuvor war, denn Salvatore ist alles andere als naiv. Er weiß, dass es immer Böses geben wird und im Leben von The End und Aldo Nero ist das Böse nun mal James Corleone. Zu Glauben dessen Einfluss wäre vorbei, wenn er besiegt sei, tja… das wäre tatsächlich naiv.


Salvatore Corleone: „Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister Werd‘ ich nun nicht los.“


Wieder wirkt James etwas irritiert. Offensichtlich spielt Sal wohl darauf an, dass wenn End und Aldo auch immer unter Corleones Einfluss leiden werden, er sie dennoch nicht mehr kontrollieren kann.


Salvatore Corleone: „Ich bin mir um die Narben, die du bei den Beiden hinterlassen hast, wohl bewusst. Anders als du, wie es scheint. Du hast sie kaputt gemacht, du hast sie zerstört, aber auch, wenn ein Teil von dir immer in Ihnen weiterleben wird, heißt das nicht, dass dein Untergang nicht dennoch naht.

Ich sagte, dass du verlieren wirst, nicht, dass Sie gewinnen werden. In dieser Geschichte gibt es keinen Gewinner, aber solange er kommt, dein Untergang und du der Einzige große Verlierer sein wirst, so werde ich glücklich sein und gut schlafen können.

Für deinen Untergang allerdings… MUSS The End gewinnen. Und er wird gewinnen. Und dann wirst du auch Aldo verlieren. Und dann… hast du… verloren.“



Claude Booker: „Nicht alle auf einmal.“


Die Ansage hilft nichts. Fünfzehn Körper strömen gleichzeitig durch die geöffnete Tür in Dynamites Büro, kaum dass der Präsident sie aufschwingen lässt. Jeder will der Erste sein, es wird gedrängelt und gestoßen.


Doch warum sind überhaupt fünfzehn Männer in Dynamites Büro? Als die Kamera einen Schwenk über die Gesichter der Anwesenden wagt, kaum dass sie sich halbwegs im viel zu engen Büroraum zurechtgefunden haben, wird der Zweck dieses Zusammenkommens etwas deutlicher. Es ist fast wie ein Blick in die Vergangenheit. Es sind vierzehn ehemalige oder aktuelle Mitglieder des Förderkaders. Und Viggo.


Claude Booker: „Ich habe euch heute hergebeten, weil ich noch einmal die Relevanz des Kampfes betonen möchte, der bei Title Night vor euch liegt. Die „Letzte Chance“-Battle Royal. Der offizielle Abschluss der Ära des Förderkaders.“


Ein Satz, bei dem Viggo das Gesicht verzieht. Der Coach hat sich immer noch nicht damit angefreundet, sein Team aufgeben zu müssen, das er erst vor wenigen Monaten übernommen hat.


Neben Viggo stehen die aktuellen vier Mitglieder des Förderkaders als eigene, abgetrennte Gruppe. Naja, soweit Abtrennung in der Enge des Raumes geht. Es sind Rebel called Hate III, Creed Gibson, Andrew Costalago und Kerri Lee. Sie haben etwas, das den anderen zehn Personen im Raum verwehrt geblieben ist: Die Mitgliedschaft im Main Roster bis zum bitteren Ende. Entsprechend feindselig sind manche Blicke, die ihnen zugeworfen werden.


Claude Booker: „Ich möchte betonen, dass das Ende des Förderkaders nicht deswegen kommt, weil ich nicht an das Talent von euch glaube. Es ist einfach nur eine strategische Entscheidung.“


Das macht die Situation für die Meisten nicht besser. Als Claude Booker zur Seite blickt, rollen manche Youngster mit den Augen.


Claude Booker: „Ich habe jedenfalls keine Bauchschmerzen dabei, bald einen von euch dauerhaft im Main Roster begrüßen zu dürfen. Aber das ist ja noch nicht alles…“


Bei diesen Worten greift der Präsident nach einem Schriftstück, welches vor ihm auf dem Tisch liegt.


Claude Booker: „…denn derjenige von euch, der die Battle Royal gewinnt, wird zusätzlich zu diesem Vertrag auch ein einjähriges Recht auf ein Match um den Intercontinental-Titel erhalten.“


Kaum hat Dynamite ausgesprochen, tritt ein Mann vor. Er ist mittelgroß und hat langes, schwarzes Haar. Ein hochmütiges Lächeln umspielt seine Lippen.


Primo Ravenna: „Du kannst direkt meinen Namen einsetzen.“


Einige der „alten Garde“ des Förderkaders stöhnen auf. Namentlich Mike Janus und Co., also diejenigen, die zur ersten Generation gehörten.


Claude Booker: „Ich sehe, du hast dich nicht verändert, Primo.“

Primo Ravenna: „Abgesehen davon, dass ich noch besser aussehe, meinst du.“


Der Deutsch-Italiener wirft seine Haare zurück. Optisch, das muss man eingestehen, hat sich der „heimliche Star“ unter den Gründungsmitgliedern tatsächlich verändert. Seine Haare sind nun schulterlang, der Körper ist definierter, das Kreuz breiter. Es wirkt, als habe Primo an sich gearbeitet, seitdem sein Dasein im Förderkader einst jäh endete. Es ist das erste Mal, dass man den Ravensburger seit seiner Demission bei War Evening sieht.


Primo Ravenna: „Doch innerlich? Nein, wieso sollte man auch etwas verändern, dass perfekt ist?“


Kerri Lee: „Ich habe mich verändert, als ich Vater geworden bin. Das hat mir neulich auch mein Sohn bestätigt. Er sagte: ‚Papa, ich finde du bist viel netter als vor meiner Geburt.‘“


Primo Ravenna: „Niemand will irgendetwas von deinem Gör wissen, Mann.“

Tyo Johns: „Ich bin Landwirt.“

Primo Ravenna: „Und von dir Fettsack schon gar ni….“

Claude Booker: „RUHE!“


Wenn Dynamite will, ist und bleibt er Autoritätsfigur. Ein Wort von ihm langt und selbst der vorlaute Primo Ravenna verstummt. Die fünfzehn anwesenden Personen stehen stumm da und werfen einen Blick auf Dynamite.


Claude Booker: „Ich könnt euch im Ring beschimpfen, aber nicht meinem Büro, während ich rede.“

Rebel called Hate III: „Das Proletariat zum Schweigen zu bringen ist auch nur ein Ausdruck der Hilflosigkeit der Eliten.“


Seufzen bei Dynamite. Er bereut es jetzt schon, diese Versammlung einberufen zu haben.


Claude Booker: „Was ich sagen wollte: Ich glaube, dies wird ein besonderes Match, Männer. Auf dem Papier mögt ihr alle in der gleichen Lage sein. Ihr wart oder seid alle Teil des Förderkaders. Aber ihr seid und bleibt vor allem Individuen. Es spielt keine Rolle, unter wem ihr trainiert habt, ob unter Mirkan oder Viggo. Es spielt auch keine Rolle, wer eure Kollegen waren und wie gut ihr euch mit ihnen verstanden habt.“


Gerade als Booker weitersprechen will, ertönt ein Räuspern. Mit hochgezogener Augenbraue blickt sich Dynamite um. Wer wagt es, trotz seiner Ansage das Wort zu ergreifen? Es ist Ethan Carlyle, der vortritt.


Ethan Carlyle: „Wir möchten in einer Sache widersprechen.“

Claude Booker: „Wir?“


Eisernes Nicken bei Carlyle. Neben ihm treten PJ Smidt und Bene Zampach vor. „Wir“ – gemeint hat Carlyle seine zwei Kollegen, die mit ihm gleichzeitig im Förderkader aktiv waren.


Ethan Carlyle: „Du sagtest, es sei egal, unter wem wir trainiert haben. Aber das stimmt nicht. Wir sind die Generation Mirkan Uysal.“

Primo Ravenna: „Ein ahnungsloser Loser.“

PJ Smidt: „Mund halten.“

Ethan Carlyle: „Mirkan hat viel Kritik einstecken müssen. Manchmal auch zurecht. Aber eine Sache habe ich bemerkt, als ich die letzten Monate vom Sofa aus zuschauen musste.“


Der junge Kanadier blickt sich im Raum um. Sein Blick landet auf seinen Nachfolgern. Namentlich: Tyo Johns, Snow, Lee, Hate, Gibson und Costalago, Benji Akbulut. Die „Generation Viggo“.


Ethan Carlyle: „Wir hatten unseren Stress mit Rasmus und Hill. Aber im Kern waren wir unter Mirkan noch ein richtiges Team. Wir haben nicht nur nebeneinander existiert, sondern uns gegenseitig unterstützt.“


Um das auch bildlich deutlich zu machen, legt er Zampach und Smidt jeweils eine Hand auf die Schultern.


Bene Zampach: „Und vor allem hat Mirkan sich wirklich um seine Trainees geschert. Trotz vieler Rückschläge hat er Monate in uns investiert. Aber dann…“


Zampach blickt sich im Raum um, bis er den Blick von Viggo findet. Der Trainer ist bislang stumm geblieben.


Bene Zampach: „…kam ein neuer Trainer, der unüberlegt den Förderkader auseinandergerissen und ersetzt hat. Und man hat gesehen, wie wenig Viggo an den Individuen im Förderkader liegt. Zuerst hat er uns sofort rausgeschmissen, ohne uns Entscheidungsmatches zu geben. Dann führt er eine neue Generation ein und schmeißt auch Benji, Snow und Johns schnell wieder raus.“

Viggo: „Höre ich da Frustration, dass du bei mir nicht mehr mitmachen durftest? Oder worauf läuft es hinaus?“

PJ Smidt: „Wir wollen sagen: Wir sind stolz, noch unter Mirkan trainiert zu haben. Nicht unter dir.“


Eine Aussage, die Gemurmel hervorruft. Unter den älteren Generationen gibt es gemischte Meinung. Ein Mike Janus schüttelt vehement den Kopf – klar, dass langjährige GTCW-Star hatte einst freiwillig den Förderkader verlassen. Michael Zollinger hingegen nickt Smidt zur Bestätigung zu.


Es ist der Cirque du Tonnerre, der entschieden vortritt.


Creed Gibson: „Das Leistungsniveau hat sich mit der Zeit einfach erhöht. Nur deswegen wart ihr nicht mehr dabei.“

Michael Zollinger: „Wird das jetzt so eine ‚Wir gegen Die‘-Sache?“

Mike Janus: „Ich bin dabei.“


Mit einem demonstrativ großen Schritt tritt Mike Janus aus dem Kreis hervor und stellt sich näher an Viggo heran.


Claude Booker: „Hey! Spart euch das für den Ring auf.“


Und wieder ist es still. Zähneknirschend nehmen Janus & Co. den Anraunzer von Dynamite hin.


Claude Booker: „Ich will keine Streitigkeiten mehr in diesem Büro. Denn eigentlich habe ich euch herbeigerufen, um noch eine weitere Besonderheit zu verkünden. Bei eurer Schlacht um den Vertrag und den Title Shot werdet ihr nämlich noch auf eine besondere Herausforderung treffen.“


Er deutet auf die Tür…





durch die Mirkan Uysal eintritt.


Alle Augenpaare auf dem einstigen Trainer.


Locker, in Lederjacke und Jeans, steht Uysal dar. Er wirkt viel entspannter als noch als Trainer. Der ständige Druck, der Kleinkrieg mit Robert Breads – all das scheint nach seinem Rücktritt von ihm abgefallen.


Uysal blickt sich um. Fährt mit den Augen jeden aus dem Kreis einmal ab.


Mirkan Uysal: „Ich bin sicher, einige freuen sich, mich zu sehen. Einige eher weniger.“


Zwinkern in Richtung von Mike Janus und Primo Ravenna.


Mirkan Uysal: „Doch bei Title Night, da werden sich wahrscheinlich nicht einmal meine Verbündeten freuen, mich zu sehen.“


Mit diesen Worten nickt er in Richtung Smidt, Carlyle und Zampach, die sich eben noch für ihn ausgesprochen haben.


Mirkan Uysal: „Als ich die Ankündigung gehört habe, dass jemand von euch einen so gut dotierten Vertrag bekommt, da habe ich mir etwas geschworen: Als Trainer ist es mir immer um Leistung gegangen. Fördern und fordern – das war das Motto des Förderkaders zu meiner Amtszeit. Ich denke, ihr erinnert euch.“


Uysal verstaut seine Hände in den Hosentaschen in marschiert in die Mitte des Kreises.


Mirkan Uysal: „Deshalb bin ich nicht einverstanden damit, wenn man es euch zu einfach macht, an ein Titelmatch zu kommen. Ich gönne diese Ehre nur denjenigen, die wirklich so große Fortschritte gemacht haben, dass sie mittlerweile besser als der alternde Coach sind.“


Raunen. Es wird deutlich, voraus Uysal hinauswill.


Mirkan Uysal: „Deswegen werde auch ich an der Battle Royal teilnehmen. Ihr müsst an mir vorbei, wenn ihr zu Vertrag und Titelmatch kommen wollt.“


Keine unmittelbare Reaktion der anwesenden Rookies. Sie brauchen einen Augenblick, die Info zu verarbeiten und zu durchdenken, was das für ihre Matchstrategie bedeutet. Plötzlich ist ein ausgefuchster Mann in seinen Vierzigern dabei.




Dann tritt Viggo vor.


Viggo: „Ich halte nicht besonders viel von dir, Mirkan. Aber das…ist eine gute Idee.“


Nun ist es Viggo, der sich in die Mitte der Rookies stellt.


Viggo: „Ich bin ebenfalls dabei.“






Title Night

14.12.2025

16-Man-„Letzte Chance“-Battle Royal


Primo Ravenna vs. Mike Janus vs. Michael Zollinger vs. Timo Schiller vs. Bene Zampach vs. PJ Smidt vs. Ethan Carlyle vs. Tyo Johns vs. Benji Akbulut vs. Snow vs. Creed Gibson vs. Andrew Costalago vs. Rebel called Hate III vs. Kerri Lee vs. Mirkan Uysal vs. Viggo