Caracal Matthews: „Ich mag Robert Breads nicht.“


Angesichts der Mülltonne mit der oben zu sehenden Aufschrift, die bei Caracals Auftritt auf der Rampe steht, ist das wenig verwunderlich.

Matthews tanzt durch den Vorhang, doch ist mehr mit dem Mikro beschäftigt, dass er in der Hand trägt.


Caracal Matthews: „Vor zwei Wochen, da hat er getanzt. Nicht besonders gut, aber es war okay. Er hat es versucht. Da dachte ich, es geht aufwärts mit ihm.“


Traurig schüttelt der Royal Rookie den Kopf.


Caracal Matthews. „Aber ich habe mich geirrt. Scheinbar hat er absolut nichts verstanden. Denn er hat danach gefragt, ein Match gegen Caracoooooooooool bestreiten zu dürfen. Offenbar zieht er es vor, mein Feind zu sein.“


Matthews bleibt neben der Mülltonne stehen und öffnet den Deckel.


Caracal Matthews: „Wahrscheinlich ist er einfach zu alt, um ihn zu retten. Deswegen gilt die Parole: Hopp, Hopp ins Tönnchen, Opa.“


Er lässt den Deckel höflicherweise offenstehen, während er weiter Richtung Squared Circle läuft. Dabei schwingen seine Hüften in der Andeutung eines Tanzes hin und her. Das Gesicht jedoch wird immer verkniffener.


Caracal Matthews: „Ich finde, Robert Breads vermittelt eine falsche, veraltete Art des Wrestling. Er lässt den Eindruck entstehen, im Wrestling geht es um so etwas wie Strategie und Taktik. Wenn man gegen ihn antritt, muss man sich immer fragen, welche Herangehensweise er wohl wählt.“


Wütendes Kopfschütteln.


Caracal Matthews: „Diese Herangehensweise finde ich gerade zu unethisch. Im Wrestling sollte es darum gehen, wer die cooleren Moves hat. Wrestling wäre besser, wenn Wrestler einfach abwechselnd Flips und Spots machen würden, bis einer liegen bleibt. Das ist modern. Aber wegen Leuten wie Tonnen-Robert ist das nicht möglich.“


Er ist mittlerweile kurz vor dem Apron angekommen. Mit einer Hand versucht Matthews, sich sein Shirt auszuziehen. Mit der anderen Hand hält er das Mikro fest, denn er hat noch mehr zu sagen.


Caracal Matthews: „Durch seine unethische Art des Wrestlings bindet Robert Breads Gehirnkapazitäten seines Gegners. Das ist schädlich für diesen Sport, denn weil ich nun so viel über Taktik nachdenken muss, kann ich weniger darüber nachdenken, welches Videospiel ich bei meinem Entrance cosplayen könnte. Deswegen dieser schmucklose Auftritt. Das macht Wrestling für alle schlechter. Für mich, für die Fans, für die Sponsoren.“


Mit einem wütenden Finger gestikuliert Matthews vor der Kamera.


Caracal Matthews: „Also denke noch einmal drüber nach, Robert, ob du nicht lieber in die Tonne statt in den Ring steigen willst. Ich hätte heute als Arthur Morgan, Cal Kestis, Kratos oder als Marcolo, der sexgeile Biber, herauskommen können, aber wegen deiner schändlichen Einstellung bin ich einfach nur Caracal Matthews. Das ist immer noch besser als der Rest der Liga, weil ich tanze. Aber es ist keine clevere Anspielung an Populärkultur. Und von all den Filmen will ich gar nicht erst anfangen.“


Mit einem Satz ist Matthews auf dem Apron.


Caracal Matthews: „Also hört meine Botschaft: Sagt „Ja“ zum modernen Wrestling und „Nein“ zu Robert Breads. Ich möchte mehr Tonnen im Wrestling. Aiden Rotari sollte wieder ein Fisch sein. Ein FISCH. Leute, die Taktik mögen, haben keine Freude im Leben. In einem strategischen Hirn ist kein Platz für Schönheit.“


Bevor das Mikrofon an Laura überreicht wird, führt der Royal Rookie es ein letztes Mal zum Mund.


Caracal Matthews: „Mit freundlichen Grüßen: Caracooooooooooooool Royale.“



Mit weniger Tanzgeschick, aber mit angemessener Ernsthaftigkeit kommt der Gegner des tanzwütigen Tänzers, der oft tanzt, heraus. Ohne zu tanzen, kommt Breads auf die Stage nicht-getanzt, seine tanzlosen Bewegungen verhältnismäßig ruhig, auch wenn er sich selbst beim Entrance noch einmal umdreht und hinter sich blickt. Nicht etwa, um zu tanzen - Caracal ist der Tänzer, der tanzt und Breads ist der Nicht-Tänzer, der nicht tanzt - sondern wohl aufgrund einer Mischung von gerechtfertigter Sorge und Paranoia. Wer weiß, ob nicht ein Tanzschwein angetanzt kommt, um den Hall of Famer anzutanzen? Oder ein besonders viraler Marketingtänzer, der den Gipsarm schwingt, während er tanzt? 

Das hier ist die Generalprobe für Title Night - nicht etwa für einen Tanz, denn Breads tanzt nicht, sondern für sein Match, denn er wrestlet - und dementsprechend begegnet Breads diesem Match mit der Ernsthaftigkeit eines professionellen Tänzers vor einem Tanz, auch wenn er nicht wirklich tanzt, das ist nur ein Vergleich. Stilistisch ist es keine ideale Vorbereitung, da Caracal's High-Flying und Tanzen nicht viel mit Rotari's strategischer Gewalt und seinem Mangel an Tanz zu tun haben. Man könnte anführen, der tanzende Gegner von Breads sei jünger und fitter, so wie Rotari, aber das gilt mittlerweile für so gut wie jeden Gegner des definitiv gerade nicht tanzenden Kanadiers.

Ohne zu tanzen erklimmt Breads die Ringtreppe und sieht zu Caracal herüber. Vor zwei Wochen noch waren sie im gleichen Team beim Jason Crutch Invitational, doch wirklich gut verstanden hat man sich nicht, und die Elimination von Matthews durch Qurashi hat Breads überhaupt nicht gefallen. Wenn das hier ein Tanz wird (und vermutlich wird es das nicht, Caracal ist zwar ein gerne tanzender Tänzer, aber Breads tanzt normalerweise nicht), dann wird eher kein Paar-Tanz, sondern ein aggressives Shaken des Körpers, um Dominanz zu zeigen.

Die Musik verstummt.

Das ist blöd für alle, die tanzen wollen. Mit Musik ist es leichter, zu tanzen. Aber jetzt wird gewrestlet, nicht getanzt.


...

...

...

...ODER???????


Single Match:

Robert Breads vs. Caracal Matthews

Referee: Karo Herzog

Tatsächlich beginnt Matthews das Duell mit einem Hüftschwung, auf den Hans Sarpei neidisch wäre. Breads scheint keine große Lust auf Spielchen zu haben. Das ist nicht immer so, aber nach seinem Gespräch mit der Entrepreneurin und mit der großen Aufgabe bei Title Night vor der Brust ist es wohl Zeit, Ernst zu machen, wie die Eltern von Fabian.

Caracal macht Breads aber das Leben nicht leicht. Er ist athletisch, spritzig und sehr darauf bedacht, so viel zu tanzen wie möglich. Dabei demonstriert er seine Vielseitigkeit, schafft er es doch, aus einem Lock-Up herauszudiscofoxen, nur um kurz darauf via Breakdance einem Waistlock zu entkommen. Die Frühversuche von Robert, Matthews am Boden zu halten, funktionieren nur bedingt. Mit zusammen gebissenen Zähnen muss der ergraute Veteran einmal mehr erkennen, dass wir nicht mehr 2013 oder 2015 oder 2018 haben, doch reine Erkenntnis ist bloß der erste Schritt, so wie "Linker Fuß nach vorne" beim Salsa.

Matthews zieht das Tempo an, und Breads wird in die Defensive gedrängt. Er kann das Ganze nicht mitgehen, und versucht sich deshalb an Kontern, die seine noch immer bestehende Stärke integrieren: Seine Kicks. Das riecht Matthews natürlich mindestens viereinhalb Meilen gegen den Wind - was sonst würde Robert Breads in so einer Situation schon machen? - und ist deshalb zwar spektakulär, aber dennoch bedacht unterwegs. Er mag den Tanz im Blut haben, aber die Schritte muss man trotzdem lernen, und so hat Matthews ebenfalls gelernt, wie er hier wrestlen muss. Einem Head Kick von Breads weicht er aus und kann mit seinem Small Package einen Nearfall erzielen. Ein flinker Flatliner lässt Breads mit dem Schädel voran auf den Boden krachen, solide Vorarbeit für den Killer-Move von Matthews, den Asai DDT.

Robert liegt mittlerweile immer länger auf der Matte, fast schon zu lange - was Caracal natürlich dafür nutzt, ein paar Tanz-Einlagen zu präsentieren, um die Überlegenheit des Tänzers gegenüber dem Nicht-Tänzer zu demonstrieren. TANZ. TANZEN. TANZITANZ. DANCE DANCE DANCE. LET'S JIGGLE. SHAKE THAT BUTT. Indirekt geben diese längeren Pausen Breads natürlich aber auch die Chance, sich länger zu erholen. Ein Gegner, der ein bisschen cleverer ist - sagen wir mal, nur so zum Spaß, Aiden Rotari beispielsweise - würde sich schon fragen, warum Breads so lange braucht, um wieder hochzukommen, doch Caracal tut das in dem Fall nicht, zu groß ist die Chance, auf dem noch nicht fertig ausgehobenen Grab des Hall of Famers zu tanzen.

In gewisser Weise erinnert Caracal Matthews ein wenig an das Sprachrohr. Er ist zwar ein besserer Wrestler, aber hat ähnliche Fehler, auch wenn das Rohr sich von noch mehr Dingen als bloßem Tanz vom eigentlichen Match abbringen ließ. Und dementsprechend scheint Breads hier eine öfter mal gegen das Sprachrohr verwendete Taktik zu fahren: Den Gegner in Sicherheit wiegen, seine Faxen machen lassen, die Zeit nutzen, um sich zu erholen, und dann zuschlagen.

Nach einem High Knee von Caracal, bei dem dieser zuvor eine astreine Pirouette eingebaut hat, kippt Breads um und bleibt liegen, als wäre er völlig am Ende. Matthews feiert dies mit Swagger und Style, aber recht ausführlich.



Dann schnappt er sich den fertig wirkenden Breads vom Boden, und positioniert sich zum Asai DDT. Matthews lässt noch einmal die Hüften kreisen, zwinkert dem Publikum zu und...

...mit einem Satz springt Breads nach oben, reißt die Beine mit, hakt die Arme von Matthews ein und zeigt einen Crucifix Pin! Beim JCI hat Qurashi so Matthews eliminiert, und es scheint sein Kryptonit zu sein, fällt er doch wieder auf einen ähnlichen Trick herein.

Doch das Cover geht nur bis 2,9.

Beide springen auseinander, und nun ist Matthews wirklich sauer. Das war schließlich nicht nur ein Versuch zu gewinnen, sondern ihn zu blamieren. Erneut zeigt er sein High Knee, doch weil er ein weiteres Mal eine Pirouette einbaut, gibt es Breads genug Zeit, einen Ausfallschritt (NICHT im Sinne von Tanzen) zu machen, das Bein hochzureißen und dem verdutzten Caracal Matthews einen Brazilian Kick vor den Latz zu ballern.

Das anschließende Cover ist mehr oder weniger Formsache.


Sieger des Matches durch Pinfall: Robert Breads


Und damit ist die Generalprobe für Title Night gelungen, wenn es nach dem Kanadier geht. Es war nicht ganz leicht, aber am Ende doch eindeutig, keine Tricks, keine mildernden Umstände, einfach ein Move und ein Pinfall, fertig. Außerdem konnte Breads noch einmal seine Vielseitigkeit unter Beweis stellen, was Match-Finishes angeht: Er hat natürlich den RB Driver, aus dem nach 13 Jahren noch immer niemand ausgekickt ist, aber er hat in der Vergangenheit ebenso wie heute bereits bewiesen, dass einige seiner Kick-Varianten – der Brazilian Kick, der Skull Kick, der Bicycle Kick – zum Ende führen können. Und wenn alle Stricke reißen, gibt es noch den guten alten Canadian Cutter. Sein Waffenarsenal für das Duell mit Rotari ist prall gefüllt. Bleibt nur die Frage, ob das reichen wird.

Wir reden hier immerhin vom Wrestler des Jahres 2024.

Anscheinend hat „Canada’s Own“ vor, noch einige Worte an das Publikum – und vermutlich Rotari – zu richten. Sein Blick, nachdem dieser Sieg eingetütet wurde, ist beinahe schelmisch, als wisse er etwas, das sonst niemand weiß. Während man Caracal in den Backstage-Bereich hilft, bittet der ergraute Hall of Famer bei der Production Crew um ein Mikrofon, welches ihm sogleich gereicht wird.


Robert Breads: „Das war… ein Vorgeschmack auf das… was bei Title Night… passieren wird.“


Ein wenig außer Atem ist er noch, hat Matthews ihm doch ordentlich zusetzen können, aber alles in allem steht er immerhin aufrecht und kann selbst das Mikrofon benutzen.


Robert Breads: „Aber so leicht davonkommen wie der Tänzer… wird Aiden nicht. Er wird nicht nur verlieren… er wird…“

Aiden Rotari: „Bitte verschone uns mit deinen Allmachtsfantasien, Robert.“


Sofort wirbelt Breads herum, die Köpfe in der Halle drehen sich wie bei einem Tennis-Ballwechsel, und wir sehen, dass der Gegner, ehemaliger Schüler, frühere Partner, einstige Boss und nun erbitterte Erzfeind von Robert Breads auf die Stage getreten ist. Aiden Rotari, nicht mehr gesehen seit seinem Match gegen The End bei der letzten Show, gibt sich vor Title Night noch einmal die Ehre, und er läuft langsamen Schrittes die Rampe herunter. Aufgrund des Kontaktverbotes zwischen Breads und Rotari bis Title Night wird es hier mit Sicherheit keinen Brawl oder ähnliches geben, aber dass Aiden ohne Hintergedanken herausgekommen ist, kann man wohl ausschließen.


Aiden Rotari: „Deine Worte und früheren Tagen im Angesicht der geschätzten Entrepreneurin zeigen nur, dass sich die übliche Frage danach, ob du dumm oder mutig bist, erübrigt. Du bist wahnhaft und realitätsfremd. Und deshalb wirst du-“


In diesem Moment sehen wir, wie jemand im Rücken von Breads unter dem Ring hervor gekrochen kommt und in den Ring rollt. Dieses blaue Hemd haben wir heute schon einmal gesehen. Und wie schon in der letzten Show wird der Gips erhoben, um damit zuzuschlagen.

Und wie schon in der letzten Show sieht Breads das kommen. Warum sonst würde Rotari ihn provozieren und ablenken und so langsam zum Ring laufen? Der Kanadier wirbelt sofort herum – und wendet damit den Rücken der zweiten Person zu, die nun auf der anderen Seite unter dem Ring hervorkriecht.

Letztes Mal haben Lorenz und Lunenkind stumpf attackiert.

Dieses Mal kommen sie leicht zeitversetzt an, aus verschiedenen Richtungen. Rotari hat anscheinend genauere Instruktionen gegeben, und so hat sich der groß gewachsene Lunenkind, ein knallpinkes T-Shirt mit einem „TGP“-Logo und einem Schwein darauf am Körper, hinter Breads aufgebaut, als dieser Lorenz und dessen Gips-Arm-Schlag abwehrt. Das entlockt Lorenz zwar ein Fauchen, doch im gleichen Moment trifft die Faust von Lunenkind den Hinterkopf von Breads, und dagegen kann der Hall of Famer nichts machen. Das Mikrofon fällt mit einem KLONK zu Boden.

Robert Breads sinkt zu Boden, und Aiden Rotari sieht von außerhalb des Ringes zu, wie der Mann, der sonst unter der Pigster-Maske steckt, ihn gleich wieder nach oben zerrt. Mit einer hämischen Grimasse und weit aufgerissenen Augen holt Lorenz mit dem Gips aus und donnert ihn Breads stumpf an den Kopf.

Es öffnet sich eine Wunde, aus der Blut tropft, und als Robert auf der Matte landet – scheinbar schwer mitgenommen – gackert Lorenz lautstark vor sich hin, während Lunenkind einen grimmigen Blick Richtung Rotari wirft.


Pete: „So ein Schlag mit dem Gips tut weh, aber Lorenz ist nichtmal Wrestler, und auch nicht besonders trainiert. Das sollte Breads eigentlich nicht so mitnehmen.“

Sven: „Wie lange trägt man so einen Gips eigentlich bei einem gebrochenen Handgelenk?“

Pete: „So vier bis sechs Wochen, glaube ich. Acht, wenn es blöd läuft.“

Sven: „…also müsste Lorenz ihn schon längst wieder los sein.“

Pete: „Das könnte bedeuten…“

Sven: „…was weiß man schon, was unter diesem Gips ist? Eine Stahlplatte vielleicht?“


Auf jeden Fall eine Möglichkeit, die man in Betracht ziehen kann. Breads stöhnt auf der Matte, während Lunenkind sich aus dem Ring rollt, um neben dem Kommentatorenpult einen Stuhl zu holen. Rotari nickt ihm zu, als Lunenkind noch einmal zu ihm sieht. Der General bleibt vor dem Ring stehen, um gar nicht erst in den Verdacht zu kommen, das Kontaktverbot zu brechen, und sieht zu, wie Lorenz Lunenkind grinsend anfeuert, als dieser mit dem Stuhl in Händen in den Ring slidet, den wehrlosen Robert Breads vor den Füßen.

Mit zusammengepressten Lippen hebt Lunenkind den Stuhl.


Und schlägt nicht zu.


Denn in diesem Moment unterbricht Lorenz ihn, entreißt ihm die Sitzgelegenheit, und meint zum verdatterten Lunenkind, er werde das machen. Darauf folgt ein unterwürfiger Blick Richtung Rotari – scheinbar möchte Lorenz hier Pluspunkte sammeln, indem er Breads die finalen Schläge versetzt, die dem Kanadier schweren Schaden zufügen sollen. Das würde sicherlich auch sein Standing bei der Entrepreneurin weiter verbessern, oder zumindest glaubt Lorenz das.

Doch Rotari wirkt nicht begeistert. Seine Augen verengen sich zu Schlitzen. „Schneller“, scheint er zu rufen, ist ihm doch völlig gleich, wer es erledigt, Hauptsache, es wird erledigt. Dass wir nicht wirklich sicher hören können, was Rotari da sagt, ist der Tatsache geschuldet, dass es in der Helios-Arena laut wird.


Verdammt laut.


So kann Lorenz auch nicht hören, was Rotari ihm da zuruft. Offenbar sind seine Lippenleser-Skills ebenfalls nicht on point, denn er hebt genüsslich und mit ein wenig dramatischem Flair den Stuhl.

Das reicht, damit die große, durchtrainierte Gestalt, die soeben aus dem Publikum über die Barrikade gehüpft ist, auf den Apron steigen und den Stuhl, den Lorenz über dem Kopf hält, ergreifen kann.

Die Gestalt entreißt Lorenz den Stuhl. Dieser verliert das Gleichgewicht und stolpert in Lunenkind herein, der groß genug ist, um deswegen nicht umzufallen, doch die Gestalt kann den kurzen Moment des Chaos nutzen, um mit Stuhl in der Hand in den Ring zu kommen.

Und zimmert Lorenz das Ding an den Schädel.

Lunenkind folgt sogleich.

Aiden Rotari, sonst so ruhig und selbstsicher, hat die Augen weit aufgerissen, und tritt hastig zwei Schritte vom Ring zurück.


Pete: „Das ist ja…“

Sven: „Breads hatte es angekündigt! Er hat ein Ass im Ärmel! Und dieser Mann wurde von Lorenz und Lunenkind wie Scheiße behandelt, von Aiden Rotari benutzt und weggeworfen, und wenn Breads ihm Rache anbietet…“

Pete: „Die Versicherung von Robert Breads, das Ass im Ärmel war also für den Notfall die ganze Zeit…“


Mike Müller: „Ich FICKE die LPG!“


Großer Pop. Verdammt großer Pop für die Rückkehr des Mannes, den Lunenkind, Lorenz und Rotari rücksichtslos und wie ein Stück Müll bei Title Night 2024 aus der Liga gekickt haben. Der ehemalige Great Pigster. Das erste Versuchskaninchen der Lerbitz Performance Group. Das Spielzeug von Darragh Switzenberg.

Nun ist er hier, er ist zurück, und ob er auf der Seite von Robert Breads steht, können wir nicht genau sagen. Rotari hatte nicht ganz Unrecht: Wirklich viele Freunde hat Breads nicht. Aber die LPG hat Feinde, und wenn es eine Person gibt, die einen noch größeren Groll hegen dürfte als Breads selbst, dann ist es verdammt nochmal dieser Mann.


Mike Müller.


Tatsächlich schnappt Müller sich Breads – nicht besonders sanft, aber zügig – und reißt ihn auf die Beine. Eine dünne Spur dunklen Blutes verläuft über die linke Gesichtshälfte von Breads, doch er hat schon wieder ein leicht abwesendes Lächeln auf den Lippen, und nachdem er Mike auf die Schulter geklopft hat, geht sein Blick sofort zu Rotari.

Dann tritt Breads zurück, um den Blick freizugeben.

Am linken Bein zerrt Mike Lorenz mühelos durch den Ring, und grob wendet er ihn mit der Fußspitze, sodass er auf dem Bauch liegt. Lorenz japst und man kann ein leises Wimmern vernehmen. Seine Brille ist ihm von der Nase gerutscht, Schnodder hängt in seinem linken Nasenloch und sein Haar fällt ihm wild ins Gesicht. Seine Augen sind gerötet und voller Tränen.

Lorenz sieht zu Aiden Rotari.


Pete: „Rotari hat Lorenz in der letzten Show schon gerettet, er hofft wohl auf das Gleiche.“

Sven: „Ja, als es für Rotari kein Risiko gab. Breads darf Rotari nicht angreifen – Mike Müller schon.“

Pete: „Lerbitz hat ihm versprochen, dass alles gut wird, wenn Lorenz nur auf Rotari hört.“

Sven: „Hat sie ihm denn versprochen, dass für ihn alles gut wird?“


Rotari sieht nicht weg. Er blickt Lorenz direkt in die flehenden Augen, sind seine zittrigen Lippen, die ein „Bitte“ formen. In diesem Moment scheint Rotari dasselbe Mantra durch den Kopf zu geistern, das Lorenz so gerne und unerschütterlich zitiert: „Man muss das Risiko gegen den potenziellen Ertrag sehen. Ist es das wirklich wert?“

Und Rotari fällt eine Entscheidung.

Er dreht sich um und geht weg. Kein „Es tut mir leid“, keine Verabschiedung. Auf dem Absatz macht Aiden Rotari kehrt, geht eiligen Schrittes die Rampe hoch und blickt kein einziges Mal zurück.

Lorenz steht der Mund offen. Er hätte es wissen müssen. Er hätte das kommen sehen müssen. Breads starrt Rotari fast ein Loch in den Rücken, während Mike Müller breit grinst. Er wollte, dass Lorenz das sieht. Er wollte, dass der Marketing-Experte der LPG weiß, wie es ist, fallen gelassen zu werden.

Dann lässt er den Stuhl auf Lorenz niedersausen. Mit Wucht. Mit Wut dahinter. Vielleicht sogar Hass.


Und nochmal.

Ich-“

Und nochmal.

-FICKE-“

Und nochmal.

-dein-“

Und nochmal.

-gammliges-“

Und nochmal.

-dreckiges-“

Und nochmal.

-Scheißleben!“

Und nochmal.


Die Fans zählen mit, während Lorenz malträtiert wird, und Mike hört erst auf, als Rotari endgültig im Backstage-Bereich verschwunden ist. Denn das sorgt dafür, dass Breads sich wieder der Szenerie im Ring zuwendet, und Müller am Arm packt. Nicht, weil er Gnade für Lorenz möchte, sondern weil es da ja noch jemanden gibt.

Mike blinzelt kurz, verloren in seiner Rage, doch dann leckt er sich über die Lippen und nickt eifrig. Breads – nicht ohne ein leises, schmerzhaftes Stöhnen - und Müller drehen sich beide Lunenkind zu.

Der Mann, der sonst den Greatest Pigster verkörpert, hat sich mit Ach und Krach wieder auf die Beine gezogen, wenn auch nur mit Hilfe der Seile in der Ringecke. Seine lange Zunge hängt ihm hechelnd aus dem Mund, als er Augenkontakt mit Mike hat. Lunenkind hat ihn bei seinem Debüt als „Greatest Pigster“ bei Title Night 2024 besiegt und seinen Traum von der GFCW zerstört. Das hat keiner vergessen, der heute hier ist.

Panisch lässt Lunenkind den Blick über den gewaltbereiten Breads, den bewaffneten Müller, den reglosen Lorenz und dann über den Entrance-Bereich schweifen, wo Aiden Rotari weit und breit nicht zu sehen ist.

Lunenkind hat seit Carnival of Combat mehr als einmal versucht, über einen Wechsel in seiner Denkweise zu sprechen, und auch jetzt scheint es in ihm zu rattern.

Dann reißt er die Hände hoch, just, als Müller mit dem Stuhl einen Schritt nach vorne geht.

Maximilian Lunenkind macht sich jedoch nicht bereit für einen Kampf. Stattdessen reißt er sich das pinke T-Shirt mit dem Schwein darauf vom Körper und pfeffert es auf den Boden.

Sein Blick trifft den von Robert Breads.


Maximilian Lunenkind: „Ich bin raus!“


Und bevor jemand reagieren kann, wieselt Lunenkind unter dem untersten Seil aus dem Ring und wuchtet den geschundenen Körper über die Barrikade. Er geht nicht einmal mehr backstage. Er verlässt die Halle auf dem direktesten Weg, und wenn wir die Geste soeben richtig interpretiert haben – und sie war mehr als eindeutig – lässt er auch den Greatest Pigster zurück. Die LPG. Das Leben ist zu kostbar, um es Leuten wie Lerbitz und Rotari zu widmen. Er wird nicht enden wie Hill oder das Sprachrohr oder Lorenz.

Vielleicht ist Lunenkind ein Feigling, aber er rettet sich selbst.

Im Ring bleibt Robert Breads mit Mike Müller und einem zu Grunde gerichteten Lorenz allein zurück. Müller scheint ein wenig enttäuscht, dass er Lunenkind nicht auch noch in die Finger bekommen hat, doch Breads flüstert ihm etwas ins Ohr, und Müller nickt mit zusammengebissenen Zähnen.

Robert nimmt ihm den Stuhl ab, und benutzt ihn tatsächlich im Rahmen seines ursprünglichen Zwecks – er klappt ihn auf und setzt sich darauf. Von der Ringcrew kommt jemand mit einem Handtuch, damit Breads sich das Blut abwischen kann, doch der Kanadier winkt ab.

Währenddessen schnappt sich Mike Müller das Mikrofon von der Matte, welches bei der Attacke auf Breads fallen gelassen wurde. Unter dem Jubel der Fans in der Helios Arena führt er es zum Mund.


Mike Müller: „Aiden Rotari! Du kleiner Wichser. Dir wird das Gleiche passieren wie allen deinen Knechten. Heute kannst du nochmal einfach weggehen, aber bei Title Night gibt es keinen mehr der rauskommt, und dir den Arsch rettet. Und falls doch, werde ich da sein, du hinterhältige Ratte. Du hast noch sechzehn Tage, und dann wirst du von Robert Breads…“


Kunstpause. Ein breites Grinsen auf dem Gesicht von Mike Müller, ehe er mit den Zuschauern gemeinsam das offensichtliche, finale Wort brüllt.


Mike Müller: „…GEFICKT!“


Mit einem dramatischen Mic Drop, der ihm sichtlich Spaß macht, lässt Müller das Mikrofon fallen. Stattdessen schnappt er sich das pinke Shirt von der Matte und blickt einen langen Moment lang darauf. Das Schwein, das darauf abgebildet war, sollte immerhin einmal er sein. Ist Mike durch seine Ausbootung im letzten Jahr einem noch schlimmeren Schicksal entkommen?

Schwer zu sagen. Wir werden es nie genau wissen.

Doch Mike Müller weiß, was er von diesem T-Shirt hält, von Lorenz, von Lunenkind, von der LPG, vom Pigster, von all‘ diesem Mist, in den er ohne es zu wollen hineingeraten ist.

Mit einer guten Portion Verachtung spuckt Mike Müller auf das Stück Stoff in seiner Hand, dann hält er es demonstrativ in die Höhe und zerreißt es.

Der Halle gefällt das, und tatsächlich gibt es einige „MIKE! MIKE! MIKE!“-Chants, in denen er sichtlich angetan badet. Nur Robert Breads scheint sich dieser ganzen Sache irgendwie entziehen zu können. Seine Brust hebt und senkt sich schnell, und ein einzelner Tropfen Blut fällt von seinem Kinn in seinen Schoß. Er sitzt auf seinem Stuhl, während Mike auf die Seile in der Ringecke steigt, um mit dem zerrissenen T-Shirt zu posen, und stiert stumpf in Richtung Rampe, in Richtung Entrance-Bereich.

Dorthin, wo Aiden Rotari verschwunden ist.


Noch sechzehn Tage.

Dann wird es vorbei sein.

Auf die eine oder andere Weise.



Es tut mir leide Herr Nosagi und Herr Metztli. Ich kann da leider nichts machen.“


Eine freundliche Stimme unterbricht die nervöse Stille.


Der Terminkalender ist leider bis Weihnachten voll.“

Wollen sie uns verarschen???“


El Metztli stampft wütend hin und her. Die Dame sitzt hinter ihrem Schreibtisch und blickt eingeschüchtert dem wütenden Hasen nach. Hinter ihr an der Tür prangt das Namenschild des Bürobesitzers.


CLAUDE DYNAMITE BOOKER


Sein Partner Tsuki Nosagi sitzt ruhig auf dem Stuhl vor ihr.


Tsuki Nosagi: „Frau Schmidt…wie kann es sein das der Chef bis Weihnachten nicht eine Minute Zeit hat um mit uns über die Tag Team Titel zu sprechen? Ich sehe hier niemanden der gerade ansteht. Vielleicht könnten wir ja jetzt kurz rein…“


Der Japaner wird unterbrochen. Die Gegensprechanlage ertönt nach einem kurzen Knacken.


Frau Schmidt…ist es richtig das ich heute keine weiteren Termine habe?“

Frau Schmidt: „Ähm…ja…ich glaube…“

Danke Frau Schmidt. Falls jemand nach mir fragt ich bin jetzt auf dem Weg um nach den neuen Designs für die Intercontinental und Heavyweight Champions zu sehen.“


Frau Schmidt lächelt verlegen und kratzt sich an der Stirn. Die Stimmung vor dem temporären Büro des Chefs der GFCW in der Halle des heutigen Veranstaltungsortes der GFCW WAR EVENING könnte nicht unangenehmer für die Sekretärin sein. El Metztli ist stehen geblieben und atmet schwer. Tsuki Nosagi legt den Kopf zur Seite und nickt höflich.


Tsuki Nosagi: „Vielen Dank für ihre Zeit Frau Schmidt…“


Er erhebt sich und schiebt den Stuhl zurück an seinen Platz. Anschließend geht er an seinem Partner vorbei.


El Metztli: „Tsuki, ich habe…“

Tsuki Nosagi: „Ja…ich weiß…du hast Recht…“

El Metztli: „Wo willst du hin?“


Der Japaner schreitet aus dem Bild.


Tsuki Nosagi: „Komm mit…wir müssen handeln…!“


El Metztli grinst, reibt sich die Hände und folgt dem Japaner mit einem verschmitzten Lächeln. Ohne Pause geht es durch die Katakomben bis die beiden Hasen die Gorilla Position erreichen. Tsuki versucht vehement dich Zutritt zu verschaffen doch wird er von der Security dran gehindert. Er wird dann von El Metztli nach einigen Worten die er ihm ins Ohr geflüstert hat zurückgezogen. Die Gorilla Position beruhigt sich wieder und es scheint ein normaler Abend zu werden. Als sich die Offiziellen wieder hingesetzt haben hören wir die Zuschauer im Innenraum. Sofort wird es wieder hektisch bei den Offiziellen. Das Kamerateam bahnt sich den Weg durch den Vorhang und wir sehen die Hasen im Ring stehen. Die Fans sind aus dem Häuschen. Auch Pete und Sven wurden von den beiden überrascht und nehmen wieder ihre Position ein.


Pete: WAS IST DENN HIER LOS?

Sven: Ich verstehe es auch nicht.

Pete: Vor einigen Wochen waren die beiden noch die Buhmänner…und jetzt…die Fans scheinen Ihnen zu verzeihen.


El Metztli und Tsuki Nosagi stehen im Ring. Sichtlich erzürnt. Der Japaner lässt sich ein Mikro geben und erhebt sofort das Wort.


Tsuki Nosagi: „AN ALLE IN DER CHEFETAGE…AN DAS OFFICE…WIR SIND HIER…UND WIR BRINGEN DIE TAG TEAM TITEL ZURÜCK!!!“


Die Fans rasten aus.


Tsuki Nosagi: „Gerade wurden wir Zeuge des größten Verrats an den Tag Team Gürteln…!!!“


BUHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH


Tsuki Nosagi: „Wieder einmal wurde uns vor Augen geführt das UNSERE Gürtel für keinen hier aus der Chefetage ein Wert haben…!!!“


BUUUUUUUUUUUUUUUUUHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH


Tsuki Nosagi: „DOCH SEID EUCH GEWISS!!!!...WIR LASSEN DIESE GÜRTEL NICHT VERSCHWINDEN!!! WIR LASSEN NICHT ZU DAS DIE GÜRTEL IN DER MÜLLTONNE BLEIBEN UND DAS OFFICE DAS BEKOMMT WAS SIE WOLLEN!!!“


Während die Fans noch die Ambitionen der Hasen lautstark unterstützen, sind auf der Einzugsrampe zwei Frauen in dunklen Umhängen mit hohem Kragen und güldenen Wyrmverzierungen aufgetaucht. Es sind die Golden Wyrms!
...nein, Spaß, es sind natürlich die Black Wyrms, die naturgemäß vom Publikum mit lautstarken „WORMS~!“ Rufen empfangen werden. Einzugsmusik gibt es keine, sehr wohl aber Mikrofone.


Brigitte Reflet: „Es ist schön zu se’en, dass ihr beim Tag Team Titel mit dem ‘erzen dabei seid. Unnötig das zu erwähnen, aber wir sind es auch.“
Shizuku Shikishima „Nicht wichtig ist, was das Office denkt, solange Teams mit Herz es gibt.“
Brigitte Reflet: „Korrekt. Es spielt keine Rolle wie viel Unterstützung es vom Office gibt. Solange auch nur irgendein GFCW Mitarbeiter die Gürtel aus der Mülltonne ge’olt ‘at und sicher verwahrt, auf dass sie bei Title Night von der ‘allendecke ‘ängen können, ist das völlig ausreichend.“

Sie hält inne, inhaliert kurz die erhitzte Atmosphäre und streckt dann bedeutsam einen Zeigefinger nach oben.

Brigitte Reflet: „Wie seht ihr das, GFCW Galaxy? Habt IHR Lust auf ein großes Ladder Match bei Title Night, um neue Tag Team Champions zu küren? Wollt ihr das se’en?! Wollt ihr, dass das Office dies bookt?!“

Eine Frage von ziemlich rhetorischer Natur und doch ist es wichtig, dass die Fans lautstark ihre Zustimmung bekunden. Ja, sie wollen ein Ladder Match bei Title Night um das Gold und wie sie das wollen.

Brigitte Reflet: „So ist es richtig, lasst unser Office euren Willen ‘ören, auf dass es sich beugen muss und das richtige tut.“

Während die Fans noch weiter lautstark „Ladder Match!“ rufen sind die Black Wyrms weiter zum Ring geschritten und mustern die darin verorteten Hasen. Diese grinsen und stimmen den Worten der Wyrmz zu.

Brigitte Reflet: „Wer ‘ätte gedacht, dass wir nun tatsächlich auf derselben Seite ste’en – der Seite derer, die das Tag Team Wrestling bei GFCW lebendig ‘alten wollen. Ich bin mir noch immer nicht sicher, ob wir euch trauen können, aber eure Liebe zum Tag Team Wrestling, die braucht man nicht anzweifeln.“
Shizuku Shikishima „Schön es wäre, wenn noch mehr Teams es gäbe, die wollen Geschichte schreiben bei Title Night.“


Ist es von der Japanerin nur so dahingesagt oder eine eindeutige Aufforderung? Scheinbar gibt es Backstage jemanden, der es definitiv als die zweite der beiden Möglichkeiten interpretiert.
Denn kaum, dass Shizuku ausgesprochen hat, tritt im Rücken der Wyrms eine weitere Person auf. Das Ertönten verzerrter Gitarrenklänge kündigt an, dass Tommy Qurashi auf dem Weg zum Squared Circle ist. Ein Umstand, der für manch Stirnrunzeln im Publikum sorgt; schließlich ist der Kanadier nicht dafür bekannt, ein Tag-Team-Wrestler zu sein.

Tommy Qurashi: „Hasen. Würmer. Es tut mir leid, dass ich daran nicht anschließen und das Trio der Tiernamen komplettieren kann.“

Dass es ihm nicht wirklich leidtut, ist dem verschmitzten Lächeln zu entnehmen, mit dem er ein Schulterzucken untermalt.

Tommy Qurashi: „Doch in einer anderen Sache, da kann ich mich definitiv anschließen.“

Sein Blick wird ernster. Er fährt mit den Augen erst über die Wyrms hinweg, dann Richtung Ring zu den Hasen.

Tommy Qurashi: „Auch ich will Geschichte schreiben. Bei Title Night.“

Falls den anderen Wrestlern auf diese Ankündigung hin etwas auf der Zunge liegt, kommen sie nicht dazu, das auszusprechen. Denn Qurashi hebt sofort wieder das Mikrofon an den Mund und legt nach.

Tommy Qurashi: „Nun, wäre ich ein arroganter Vogel, könnte ich behaupten, es wäre schon beinahe historisch, den ehemaligen World Champion Morbeus in der JCI eliminiert zu haben. Aber ich ruhe mich nicht auf Errungenschaften aus. Ich sehe sie lieber als Eintrittskarten. Als Zugang zu neuen, noch größeren Herausforderungen.“

Der Kanadier macht einige Schritte zu Rampe entlang, hält aber weiterhin Abstand zu den zwei anwesenden Teams.

Tommy Qurashi: „Als eine solche Herausforderung sehe ich den Kampf, den ihr Title Night haben wollt. Das Ladder-Match um den vakanten Titel.“

Wer es von den Fans mit Qurashi hält, der jubelt jetzt. Doch bei den wenigen Zuschauern gibt es auch Stirnrunzeln. Denn eine Frage steht im Raum: Mit wem bitte will Qurashi antreten?

Tommy Qurashi: „Nun, neben dem fehlenden Tiernamen gibt es noch einen zweiten Unterschied zu euch, das gebe ich zu: Ich bin kein erfahrener Tag-Team-Wrestler, der jemand anderen in- und auswendig kennt. Aber ich glaube fest an zwei Dinge: Erstens glaube ich, dass junge Wrestler mit der Herausforderung wachsen können. Zweitens glaube ich, dass die Wiedervergabe des Tag-Team-Titeln der Beginn einer neuen Geschichte ist. Deswegen ist es egal, ob ich in der Vergangenheit schon Teil eines Teams war…es kommt nur darauf an, mit wem ich in Zukunft Geschichte schreiben will.“

Ein weiterer Schritt von Qurashi, diesmal jedoch zur Seite. Er gibt den Blick auf den Vorhang frei.

Tommy Qurashi: „Backstage habe ich eine Person gefunden, die einen ähnlichen Status hat wie ich. Es ist jemand, der gerade seinen größten Moment hatte und der es genau wie ich nur als Startschuss sieht. Ich spreche vom größten Talent, dass in letzter Zeit aus dem Förderkader hervorgegangen ist…“

Ein Mann tritt durch den Vorhang.

Dex Blarney: „Mir.“

Mit selbstbewusster Haltung stellt sich der Cowboy neben Qurashi. Bisher hatten die beiden Männer wenig miteinander zu tun. Doch jetzt stehen sie dort, als gehörten sie schon ewig zusammen. Breitschultrig, jung, hungrig.

Dex Blarney: „Es mag sein, dass ihr, Hasen, euren Titel zurückwollt. Oder dass ihr, Würmer, seit Monaten darauf hinarbeitet. Aber Tommy und ich haben in den letzten Wochen bewiesen, dass es uns gelingen kann, die Erwartungen zu übertreffen. Bei Title Night…“

Sein Blick sucht herausfordernd den der Gegner.


Dex Blarney: „…wird uns das wieder gelingen.“


Pete: Die Fans sind eindeutig NICHT auf der Seite von Blarney und Qurashi.

Sven: Ja das hört man. Doch ich finde es spannend die beiden zusammen zu sehen.


Tsuki Nosagi: „Respekt. Respekt an die Wyrmz…“


Er nickt den beiden Damen respektvoll zu. Auch El Metztli klatscht ehrlich in die Hände. Hier spürt man den Respekt untereinander. Auch da die beiden Teams in der Vergangenheit positiv wie negativ aneinandergeraten sind. Und am Ende war das Verhältnis voller Respekt.


Tsuki Nosagi: „Qurashi…Blarney…auch euch beiden müssen wir Respekt zollen…!“


Der Japaner wendet sich dem ungleichen Team zu was mit nötigem Abstand vom Ring entfernt steht. Er geht zum Ringseil und zeigt auf die beiden.


Tsuki Nosagi: „Ihr wollt Geschichte schreiben…“


Er zieht seinen Partner El Metztli zu sich.


Tsuki Nosagi: „Ihr beiden könnt Geschichte schreiben. Das ist jedoch eine große Aufgabe. Ihr tretet als neues Team an…das ist gut…gut für die Tag Team Szene…GUT FÜR TITLE NIGHT…GUT FÜR DIE GFCW GALAXY…GUT FÜR EUCH!!!“


Die Fans jubeln.


El Metztli: „Ihr steht da als ob ihr schon ewig zusammen seid. Doch ein Team was sich über Tag Team Tinder findet bedeutet nicht das es funktioniert.“


Pete: TAG TEAM TINDER?

Sven: *PRUST*


Die Fans lachen.


El Metztli: „Nur weil ihr beiden euch gematched habt weil ihr beiden die gleichen Vorlieben bedeutet es nicht das ihr zusammen passt.“

Tsuki Nosagi: „Euer Match kann vielleicht in einem One Night Stand funktionieren. Doch ist eure Beziehung bereit für eine besondere Nacht? Ich glaube nicht!!!“

El Metztli: „Die Wyrmz sind ein Team. Eine Einheit. Sie ergänzen sich.“


Die Fans jubeln. Wyrmz Sprechchöre kommen auf. Die beiden Damen lassen sich feiern.


El Metztli: „Sie sind die Leite Schritt für Schritt nach oben geklettert. Sie sind gefallen. Aufgestanden und stehen nun ganz oben auf der Leiter. Sie sind als Team gewachsen!“

Tsuki Nosagi: „Wie wir…die Hasen…WIR waren Champion. Wir sind durch die Hölle gegangen. Gemeinsam. Uns eint ein Schicksal. WIR SIND EIN TEAM…EIN TEAM FÜR BESONDERE NÄCHTE!!!“


El Metztli und Tsuki Nosagi drehen sich um und gehen ein Schritt auf die Wyrmz zu.


Tsuki Nosagi: „Brigitte…“

El Metztli: „Shizuku…“

Hasen: „SEID IHR BEREIT FÜR EINE BESONDERE NACHT? SEID IHR BEREIT UNS AUF DER LEITER GESELLSCHAFT ZU LEISTEN? SEID IHR BEREIT NACH DEN TAG TEAM TITLEN ZU GREIFEN??? SEID IHR BEREIT FÜR TITLE NIGHT???“


Die Wyrmz grinsen und zeigen eindeutig das sie bereit sind. Und damit scheint es offiziell zu sein. Nicht nur die Rabbits und die Würmer scheinen zu erhalten, was sie wollen. Nein, auch zwei Männer, die bislang noch nie gemeinsam im Ring standen, bekommen ihren Willen. Dex Blarney und Tommy Qurashi wenden sich einander zu. Ein zufriedenes Lächeln umspielt ihre Lippen. Blarney schlägt Qurashi anerkennend auf die Schulter. So als wolle er sagen "Gute Idee, hier aufzutauchen". Dann drehen die beiden wie synchron ihre Köpfe in Richtung der Hasen.


Tommy Qurashi: "Wir sind mehr als bereit. Wir sind..."

Dex Blarney: "...bereit für den großen Karrieresprung."


Mit drei sehr motivierten Teams die sich ein Leiterennen um die Gürtel liefern werden geht die Show in die Werbepause.


Pete: DAS kann ja was geben.

Sven Ich freue mich.

Pete: Und man sieht eindeutig…die Tag Team Szene ist nicht tot.

Sven: Jap…aber wo sind die Gürtel???


Die Interviewwand ist einmal mehr mit Sponsoren gefüllt, von Crutchchips über die Plüschversion des Switzidog hin zu geilen Pommes. Geile Pommes, die er letzte Show gern gegessen hätte: Mac Müll, der Interviewer von GFCW. Ob er seinen Magen seitdem mit der Geilheit namens Pommes füllen konnte, das ist ungewiss, aber sehr gewiss ist, dass drei Damen bei ihm stehen. Eine ausgesprochen große Frau mit grauweißen Zotteln und Wolfskappe auf dem Schopf, eine recht kleine, blond gelockte Frau im feurigen Poncho und eine Frau größentechnisch in der Mitte, mit schwarzblonder Haarpracht im weißen Dress. Anders gesagt ist es „The Aion“ Miria Saionji mit zwei von ihren Schützlingen aus dem LPG Förderkader: Schneewölfin Skaði Fenrir und „Phönix“ Milly Vermillion.


Mac Müll: „Hallo zusammen. Ihr habt um Interviewzeit gebeten und ich bin hier, um sie euch zu geben!“


Er sagt es geradezu feierlich. Meist sind die Frauen bei Tammy beim Interview, aber heute hat er sie bei sich. Was Mac Müll im Wettstreit der Interviewer wohl als Punkt für sich verbucht. Auch wenn es eigentlich gar keinen Wettstreit der Interviewer gibt und auch niemand imaginäre Punkte zählt. Außer vielleicht Mac Müll selbst.


Mac Müll: „Also! Was habt ihr auf dem Herzen?“


Er fuchtelt mit dem Mikrofon herum, ist er doch nicht sicher wem er das Mikro nun unter die Nase halten soll und so lässt er es wandern, bis Skaði ihn mit raschem Handgriff am Handgelenk packt, was Mac Müll leicht quieken lässt. Was nichts mit einem Bewerbungsquiek für eine Rolle als „Not So Great Pigster“ zu tun hat und dafür alles mit einem Schreck ob der raschen Bewegung und einem gewissen Schmerz, da auch sachtes Zupacken der großen Wölfin für Mac Müll immer noch heftig ist.


Skaði Fenrir: „Sagt, Herr Mac Müll, Ihr seid schon seit langem eine Institution in dieser Promotion und habt sicherlich vieles gesehen, ja gar selbst miterlebt.“


Skaði lässt das Handgelenk von Mac Müll los, der erleichtert aufatmet und nun weiß mit wem er zunächst zu sprechen hat. Der Schmerz ist zwar noch da, aber „Herr Mac Müll“ nennen ihn nicht viele und es fühlt sich gut an.


Mac Müll: „Das kann man so sagen, ja.“


Aus Mac Mülls Stimme ist nun mehr als nur ein bisschen Stolz herauszuhören.


Skaði Fenrir: „So erklärt mir mit Eurem großen Schatz des Wissens diese Sache, welche mich seit nunmehr zwei Wochen beschäftigt und in der ich nach wie vor nicht imstande war Sinn zu erkennen. Der für das Jason Crutch Invitational angekündigte Teilnehmer war „Divinus Tommy Cornelli“ und nicht „Divinus Darragh Switzenberg“. Wie also ist nun jemand zum Sieger eines Matches erklärt worden, der niemals ein Teil dieses Matches war? Wenn Luna Rosario ein Match bestreiten sollte und stattdessen taucht Luna Flamberge auf, wäre das auch in Ordnung? Oder wenn Mark Hill statt Marc Hill antritt? Welch Unfug ist dies?“


Mac Müll hat sichtlich nicht erwartet, dass er nun der Interviewte ist, der Fragen zu beantworten hat. Er hat auch nicht erwartet, dass die Frage mit einem von Groll gezeichneten Blick einer durchaus furchteinflöenden Frau begleitet werden würde.


Mac Müll: „Ähm, nun ja… Tatsachenentscheidung und so?“


Der Stolz in seiner Stimme ist einer zittrigen Unruhe gewichen. Skaðis Schnauben beim Begriff „Tatsache“ macht es für ihn nicht besser.


Skaði Fenrir: „Die einzige Tatsache ist, dass Darragh Switzenberg nicht Tommy Cornelli ist und ich folglich um meinen verdienten Sieg betrogen wurde. Sicherlich eine Erfahrung, die wohl derlei viele in ihrer Karriere erleben und die man mir als wertvoll für meine Entwicklung wird verkaufen wollen, doch selbst der hinterlistigte Betrug sollte zumindest innerhalb der Grenzen der Logik stattfinden. Dass jemand ein Match gewinnen darf, welcher nicht Teil des Matches ist, hat jedoch weder mit Logik noch mit der oft zitierten Wrestling Logik etwas zu tun, es ist infamer Unsinn, der jegliche Matchansetzung bedeutungslos macht. Was hindert mich einfach am Ende des Intercontinental Title Matches ins Match einzugreifen und das siegreiche Cover durchzuführen? Solange ein Referee zählt, ist dies alles, was zählt? Warum gibt es dann überhaupt noch Matchansetzungen und Qualifikationskämpfe, wenn nur von Bedeutung ist, dass ein Referee eine Tatsachenentscheidung fällt? Oder warum überhaupt den Champion besiegen? Solange ein Refereee den Titelwechsel für offiziell erklärt, ist es doch gänzlich egal wer wen besiegt hat?“


Mac Müll stottert etwas, aber ein Satz, der sich als Antwort qualifizieren würde kommt nicht dabei herum und schon gar keine Antwort, die das Ganze ansatzweise sinnvoll erscheinen lässt. Zu seiner Rettung schaltet sich nun die Chefin des Förderkaders ins Gespräch sein.


Miria Saionji: „Ich wäre dir sehr verbunden den Namen „Luna Rosario“ nicht unnötig in den Mund zu nehmen, weckt dieser doch nur Hoffnungen bei den Fans, dass sie zeitig zu uns zurückkehrt, während die Realität ist, dass es unklar ist, ob sie jemals wieder zurückkehrt.“


Miria versucht hier noch nicht einmal Herzlichkeit zu heucheln, wie sie es sonst zu tun pflegt. Der Wegfall von Luna Rosario hat ihre Pläne durcheinandergebracht und das gefällt ihr gar nicht.


Miria Saionji: „Ich teile allerdings deine Ansicht, dass GFCW in Sachen Regeln gerade dabei ist auseinanderzufallen. Aya und Jay Taven werden unverändert als Tag Team Champions gelistet, obgleich Ayas Wurf des Titels in den Müll nun über einen Monat her ist und sein Ausfall nunmehr auch schon zwei Wochen. Weil vom Office nichts Offizielles kam, musste eigenmächtig ein Leiterkampf um das Gold kommuniziert werden und nun ist auch der Intercontinental Title ein Gold von fragwürdigem Wert geworden. Wahrlich tragisch.“


Sie sagt „tragisch“, aber ihre Stimme ist kalt, nicht betroffen. Ihr persönlich ist das Ganze ganz bestimmt nicht unangenehm. Im Gegenteil, ihr Mund formt ein seichtes Lächeln.


Miria Saionji: „Allerdings kommt es uns doch gelegen, dass GFCW keinerlei Wert auf einen sportlich ordentlichen Wettbewerb legt, macht es dies doch umso einfacher für uns das Gold zu beanspruchen.“


Ja, so hat man Miria bisher kennenlernen dürfen. Je einfacher Erfolg ist, desto besser in ihren Augen. Eine Sichtweise, welche Skaði aber mal so gar nicht teilt.


Skaði Fenrir: „Wie ich schon gerade trefflich intonierte ist es fürwahr einfach, da nur eine Tatsachenentscheidung nötig ist, auf dass man mit einem Sieg über Meathook zum World Champion, Intercontinental Champion und Tag Team Champion gleichzeitig deklariert wird. Doch welchen Wert hat dies dann noch? Ist es das Ansinnen des Office Aya darin zu bestätigen, doch die richtige Idee gehabt zu haben, dass GFCW Titel in die Tonne gehören und dass sein einziger Gedankenfehler dabei war es sich auf den Tag Team Titel zu beschränken?“
Milly Vermillion: „Gutes Stichwort. Meathook. Wenn ich kurz dein fatalistisches Gejammer unterbrechen darf...“


Skaði schnaubt ob dieses plötzlichen Einwurfs des kleinen Feuervogels, sagt aber nichts. Gut genug für Milly, die einen schritt vortritt und per vorgestrecktem Zeigefinger die Aufmerksamkeit der Kamera einfordert sich auf sie zu konzentrieren – und Mac Müll das Mikro vor ihren Mund zu halten.


Milly Vermillion: „Hör mir zu, du Fleischklops! Egal wo du bist, ich bin sicher du hörst zu! Also Lauscher auf! Es steht jetzt 1:1 zwischen uns und das kann nur eine Sache bedeuten: Entscheidungskampf bei Title Night!“


Sie sagt dies mit Inbrunst, aber Miria schüttelt nur den Kopf.


Miria Saionji: „Mit Verlaub, aber dies ist wohl kaum ein Match, welches die Fans genug interessiert, um einen Spot auf einer PPV Card zu beanspruchen.“
Skaði Fenrir: „Darragh Switzenberg hat auch kein Recht den Sieg des JCI und ein Intercontinental Title Match zu beanspruchen und blickt man in die Foren, wollen auch nicht gerade viele Fans dieses Match erneut sehen. Wenn es also dieses Match geben darf beim PPV, dann darf unser hehrer Phönix auch ein Match gegen Meathook beim PPV haben.“


Mirias Blick verfinstert sich. Dass Fenrir ihr hier in die Parade fährt war auch nicht in ihrem Plan mit inbegriffen. Konträr dazu sieht Milly positiv überrascht aus.


Milly Vermillion: „Immer wieder schön, wenn du etwas sangst, dem ich zustimmen kann. Solltest du echt öfter tun.“


Skaði zieht kurz eine Grimasse, die gleichermaßen ein Ansatz eines kameradschaftlichen Lächelns als auch ein grantiges Schnauben ist. Miria hingegen sieht so aus, als ob in ihrem Kopf gerade ordentlich gearbeitet wird, auf dass dieses Gespräch in die Bahn laufen mag, die sie vorgesehen hat.


Miria Saionji: „Sicherlich, Milly ein Match gegen Meathook zu organisieren wäre wohl kaum ein Problem, doch die Frage wäre warum man sich mit so einem Match begnügen sollte, wenn man auch einen Titelkampf haben kann?“


Ein Funkeln in Fenris Augen.


Skaði Fenrir: „Was schlagt ihr vor? Ein Match zwischen uns Dreien und wer gewinnt wird vom Referee als neue Titelträgerin aller Gürtel ausgerufen?“
Miria Saionji: „Nicht ganz, ich dachte mehr an etwas mit sportlichem Wert. Das Ladder Match um den Tag Team Titel ist zwar vom Office nicht offiziell bestätigt, aber auch nicht abgelehnt. Es wird also wohl stattfinden. Warum nicht mit euch beiden als zusätzliches Team?“


Sie meint Fenrir und Vermillion, nicht Fenrir und Mac Müll. Nur falls das nicht offensichtlich sein sollte. Zumindest für Milly ist es offensichtlich, was sie sogleich protestieren lässt.


Milly Vermillion: „Hey! Moment! Ich bin Einzelwrestlerin! Nur weil wir zusammen dieses Survival Ding gegen Viggos Truppe gewonnen haben macht uns das nicht zum Tag Team. Und ist nicht eigentlich Marc Hill ihr Partner? Wäre ihm gegenüber doch ein bisschen unfair, oder? Auch wenn ich als mächtiger Phönix natürlich eine Traumpartnerin wäre.“

Miria Saionji: „Sicherlich, Power Wolf war einmal ein Plan, um die Lerbitz Performance Group breiter aufzustellen, doch ob Marc Hill sich von Robert Breads Attacke erholen wird ist fraglich. Selbst wenn der Körper regenerieren sollte, der psychische Schaden ist nicht zu verachten.“

Milly Vermillion: „Ja, ihr Menschen seid echt zerbrechlich. Blöd für euch. Aber zurück zum Thema Tag Team Titel: tritt du doch einfach mit Skaði zusammen an und lass mich Meathook vernichten. So haben wir alle was davon.“


Miria legt mit gutmütiger Theatralik eine Hand aufs Herz.


Miria Saionji: „Als Chefin des LPG Förderkaders kann ich mich unmöglich vordrängeln und einen Titelkampf annehmen, den eine meiner Schützlinge haben könnte.“
Milly Vermillion: „Das sagst du, aber ich frage mich, ob du in Wahrheit nicht Bammel vor dem Leitermatch hast. Da ist ja schnell mal ein fieser Bump dabei, den man als zerbrechlicher Mensch Monate später noch spürt. Wenn nicht Jahre.“


Miria lächelt kühl ohne zu antworten. Ob es tatsächlich Verletzungsangst ist oder nur generell zu viel Aufwand für die Frau, die leichte Siege liebt, man kann nur spekulieren.


Skaði Fenrir: „Wenn ich einen Vorschlag unterbreiten dürfte...“


Skaði schaltet sich wieder ein ins Gespräch und das sichtlich nachdenklich, aber auch fokussiert.


Miria Saionji: „Nur zu.“

Skaði Fenrir: „Ich wüsste eine Person, welche verfügbar und sinnig wäre, um mit mir im Team bei Title Night das Ladder Match zu bestreiten.“

Mac Müll: „Um wen geht es denn?“


Ja, Mac Müll ist auch noch da und nicht nur als Mikrofonhalter. Diese Andeutung hat natürlich sein Interesse geweckt. Aber anstatt es laut auszusprechen flüstert Skaði in Mirias Ohr. Die hört zu und regt keine Miene. Zunächst. Dann lächelt sie – falsch und kalt, aber sie lächelt.


Miria Saionji: „Ich werde zusehen, was ich arrangieren kann. Entrepreneurin Lerbitz ist ja heute hier bei uns, ich kann ihr deinen Vorschlag also unterbreiten.“
Milly Vermillion: „Okay, schön für euch.Krieg ich dann mein Match gegen Meathook oder muss ich ernsthaft erst „bitte“ sagen?“


Miss Eternity öffnet den Mund, um zu antworten, hält aber inne. Sie hatte ganz offenbar eine prompte Antwort parat, aber irgendein Geistesblitz scheint ihr besser zu gefallen.


Miria Saionji: „Oh, ich würde doch jemand aus meinem Förderkader nicht betteln lassen. Und doch muss ich anmerken, dass du das WFW Tournament of Honor bedenken solltest. Meathook zu bekämpfen wird dir nicht helfen das Turnier zu gewinnen. Vielleicht wäre es besser du würdest gegen eine Person kämpfen, die sowohl ein besseres Training für das Turnier darstellt als auch eine weitaus attraktivere Opposition für Title Nights Card wäre als Meathook. Ein Match, welches die Fans sicherlich gern sehen würden.“

Milly Vermillion: „Und wer soll diese Person sein?“

Miria Saionji: „Ich.“


Dieses Mal ist Mirias Lächeln nicht gänzlich kalt. Im Gegenteil, es ist einladend und warm – aber auch noch scheinheiliger als zuvor.


Milly Vermillion: „Ha! Du schlägst dieses Match vor, weil du denkst ich sei für dich leicht zu schlagen, nur weil ich mich gegen Meathook ein Mal dumm angestellt habe, hm? Dass ich ein leichter Sieg für dich sein werde? Na wenn du dir da mal nicht die Finger verbrennst...“


Mirias Lächeln wird breiter. Die Weichen für Title Night scheinen gestellt.

Vielleicht.



Ein Tag, an dem es keine Sicherheit geben wird.


Schatten. Ein Mann in der Dunkelheit. Er lehnt an der Wand. Die langen Haare fallen ihm ins Gesicht.


Jeder Gegenstand eine potenzielle Waffe.


Der Mann steht auf. Seine Umrisse sind trotz der Schwärze unverkennbar. Die Kette um seinen Hals lässt keine Fragen offen.


Jeder Ort ein Schlachtfeld.


Durch ein Mosaikfenster fällt fahles Licht. Der Mann tastet sich voran. Vorbei an Bänken, hin zu einem Altar.


Der Kampf von David und Goliath.

Tausende Jahre später…


Der Mann erreicht das Fenster. Er legt den Kopf in den Nacken. Streicht die Haare aus seinem Gesicht. Fällt auf die Knie.


neu geboren aus Blut.


Rasmus Rantanen: „Ich bin immer deinen Worten gefolgt.“


Er legt die Hand auf die Kette. Gleitet mit den Fingern über das warme Metall, das von seiner Körpertemperatur gespeist wurde. Rantanen führt die Kette zum Mund. Mit den Lippen auf dem Kreuz spricht er weiter.


Rasmus Rantanen: „Du hast mich nie enttäuscht, auch wenn es mich manchmal mehr als einen Umweg gekostet hat.“


Aus dunklen Augen blickt er empor.


Rasmus Rantanen: „Und doch bin ich nicht frei von Zweifeln.“

Gewalt.

Rasmus Rantanen: „So bitte ich dich erneut…“

Findet immer ihren Weg.

Rasmus Rantanen: „…meine Zweifel zu zerstreuen.“

Title Night 2025.

Wieder gehen die Lippen zur Kette. Ein Kuss. Dann lässt Rantanen seinen wertvollsten Besitz los. Das Schmuckstück baumelt um seinen Hals.

Rasmus Rantanen gegen Iray Burch.

Rasmus Rantanen: „Zeige mir einen Weg.“

Falls Count Anywhere.




Buh-Rufe. Buh-Rufe so laut wie nur möglich. Und genauso wie die gerade eingespielte Musik, die diese Rufe überhaupt erst heraufbeschworen hat, kündigen sie die Ankunft des GFCW World Champions an. Aldo Nero ist da, zum letzten verbalen Schlagabtausch vor dem großen Finale; zum finalen Aufeinandertreffen, bevor bei Title Night alles enden wird.

Zum letzten Showdown.

Aldo tritt auf die Stage. Mit dabei hat er selbstverständlich den GFCW-Championship und… James Corleone, den wir heute bereits gesehen haben. Auch er hatte heute seine Version eines finalen Aufeinandertreffens mit seinem tatsächlichen Bruder, während Aldo und End zumindest einmal nicht im Blut vereint sind. Ob Aldo davon mitbekommen hat, was James und Sal besprochen haben? Wer weiß. Eigentlich ist das auch nicht wirklich wichtig, denn er weiß, wie sein Vater zu ihm steht und er hat sich inzwischen damit abgefunden. Aldo ist ein Gefangener seines Schicksals, ihm bleibt nun nur noch übrig das Beste draus zu machen und sich diesem Schicksal zu ergeben.

Er läuft zum Ring, wobei ihm James Corleone folgt. Dort angekommen betreten sie den Ring und bekommen direkt zwei Mikrofone überreicht und während die Buh-Rufe aus dem Publikum gar nicht daran denken zu verstummen, setzt Aldo bereits an…


Aldo Nero: „Lass uns das nicht länger ziehen als nötig, du wolltest mich, hier bin ich. Komm raus und lass uns das zuende…“


bevor Aldo das „Bringen“ sagen kann, ertönt die Musik des Mannes, den er hier – ohne ihn auch nur explizit zu erwähnen – angesprochen hat.



Jubel. Jubel so laut wie nur möglich. Und mittlerweile ist das auch gar nicht mehr so ungewohnt wie einst noch. Es ist inzwischen bekannt, dass The End sich vom einst verhassten Feind der GFCW-Galaxy zu deren Liebling gemausert hat. Ob End diese Rolle tatsächlich aktiv fördert? Nicht wirklich und so richtig erkenntlich, ob er es genießt und sich darin wohlfühlt, wird es auch nicht, aber zumindest ein Schmunzeln verlangt es ihm hin und wieder ab. Und so auch jetzt. End tritt auf die Stage und hinter ihm folgt Salvatore Corleone. Auch ihn haben wir bereits gesehen, im eben bereits angesprochenen Wortduell mit seinem Bruder. So wie in den vergangenen Shows wurde auch heute viel gesprochen und das, obwohl alles eigentlich schon gesagt ist.

Der Kampf steht: Bruder gegen Bruder. Champion gegen Herausforderer. Der Verstoßene gegen den Verlorenen Sohn – je nach Perspektive, kann das auf Beide zutreffen.

Es geht um Alles. Um die Familiengeschichte, um den Sieg, darum sich loszusagen von Flüchen, von Macht, von Einfluss. Und vor allem geht es bei all dem natürlich auch um den wichtigsten Preis der GFCW. Dem GFCW-World Championship, der einst The End gehört, der ihn mehr oder weniger nur wegen James Corleone und Aldo Nero verloren hat. Nun hat Aldo ihn, nachdem er die GFCW erobert hat und nun muss dieser ihn in der größten Bewährungsprobe verteidigen, die ihn nur erwarten könnte. Ask Skógur konnte ihn nicht stürzen, Aiden Rotari konnte ihn nicht stürzen.

Kann es The End?


Pete: „Bisher verdächtig ruhig, alles ok bei dir?“

Sven: „Ich bin ehrlich, in Momenten wie diesen bin ich einfach immer wieder zutiefst gerührt. Gerührt, von dieser fast schon tragisch-schönen Geschichte. Ein Junge, der sein Leben lang um die Aufmerksamkeit seines Vaters gekämpft hat, diese endlich gewonnen hat und damit sogar GFCW-Champion wurde… hach, ist das schön. Da kann auch dieser dumme End nichts gegen machen und mir die Laune vermiesen.“

Pete: „Warte nur ab, dieser ‚dumme End‘ wird bei Title Night die Ordnung wieder herstellen, Vater und Sohn besiegen und den Titel wieder da hinbringen, wo er hingehört: an die Hüften eines würdigen Titelträgers.“

Sven: „Gelaaaaber. Wer ist wohl würdiger diesen Titel zu tragen, als der Mann, der Top-Stars wie Aiden Rotari, Ask Skógur und sogar deinen dummen The End besiegt hat? Niemand, keiner, diese Person existiert nicht. Aber wer existiert, ist der GROßARTIGE, der FABELHAFTE, der GENIALE… ALDOOO NEROOO!“


End und Salvatore sind inzwischen auch im Ring angekommen. Sie stehen nun vor Aldo und James, wie schon vor einigen Wochen. Seitdem hat jeder mal mit jedem geredet und vermutlich wurde noch viel viel mehr hinter den Kulissen besprochen. Die Zeit des Redens neigt sich dem Ende, die großen körperlichen Auseinandersetzungen wurden sich aufgehoben, der letzte Akt ist angebrochen. Bald ist alles vorbei und dann wird diese komische Familie endgültig zerstört sein.

Bruder gegen Bruder. Auf mehr als nur einem Level.

Und es kann nur einen geben.


The End: „Also, dann… Aldo…”

Aldo Nero: „Nein! Du bist jetzt still.“


Zu aller Überraschung unterbricht Aldo The End, noch bevor dieser richtig anfangen konnte zu sprechen. The End war es, nach seinem Match gegen Aiden Rotari vor zwei Wochen, der Aldo heute überhaupt zu diesem Treffen herausgefordert hat, doch jetzt scheint Aldo selbst etwas zu sagen zu haben. End wirkt verwundert, scheint aber nicht eingeschüchtert, vielmehr will er hören, was Aldo zu sagen hat.


Aldo Nero: „Du hast genug gesagt, jetzt bin ich dran.“


Sowohl Ends große Promo nach der Rückkehr als auch sein Aufeinandertreffen mit James Corleone und natürlich auch die Herausforderung vor zwei Wochen… The End hatte in der Tat viel zu sagen, aber schließlich ist er auch lange genug weg gewesen.


Aldo Nero: „Und das, obwohl es eigentlich nicht viel mehr zu sagen gibt. Du musst mir nicht noch einmal erklären, dass mein Vater mich nur ausnutzt. Was für ein übler Mensch er ist und dass ich es doch viel besser verdient habe. Dass er mich mehr braucht als ich ihn. Dass er mich fallen lassen wird, sobald er mich nicht mehr braucht. Und du musst mir auch nicht erklären, dass du all das weißt, weil du es selbst erlebt hast. Wie du sagst, das ist deine Geschichte und es ist meine Geschichte.“


Aldo spielt auf das an, was End bei seinem Comeback gesagt hat, nämlich genau das: Aldos Geschichte, ist eben auch seine Geschichte und deshalb sollte er besser als alle Anderen wissen, was er sagt.


Aldo Nero: „Aber all das hier… es ist eben nicht nur meine Geschichte. Es ist meine Vergangenheit, meine Gegenwart und meine Zukunft. Es ist mein Schicksal. Es ist, wer ich bin. Alles, was ich immer wollte, war ihm gerecht zu werden und jetzt, da ich es bin, kann ich das nicht wegwerfen, ohne mich selbst zu verraten. Nenn es einen Fluch, nenn es eine Gefangenschaft, aber ich bin der Sohn von James Corleone, das war ich immer und das werde ich immer sein.“


Aldo dreht sich leicht zu James, der diese Worte dankend annimmt – weniger, weil er davon gerührt ist, als vielmehr, weil sie ihm in die Karten spielen.


Aldo Nero: „Und er… wird immer mein Vater sein. Das ist seine Vergangenheit, seine Gegenwart, seine Zukunft. Seine Geschichte. Sein Schicksal. Ob er es schon realisiert hat oder nicht, aber er ist genauso an mich gebunden, wie ich an ihn. Er wird sich nie von mir lösen können, auch, wenn ich ihn enttäuschen sollte. Nenn es einen Fluch oder Gefangenschaft… aber er ist mein Vater.“


Und diese Worte scheinen James Corleone nun tatsächlich zu erreichen, denn mit ihnen schwingt eine Erkenntnis, die ihm noch nie so recht bewusst geworden ist und die auch Aldo Nero scheinbar erst lernen musste, aber wenn Aldo für ewig unter dem Einfluss von James Corleone stehen wird… so ist es andersherum genauso. Und bisher mag das wohl nie wirklich schlimm gewesen sein, aber jetzt ist Aldo erwachsen und klug und stark genug um mitzuhalten.

Aldo kann sich wehren, Aldo kann nun auch die Kontrolle übernehmen, anders als bei The End… wird er Aldo aber nie einfach so verstoßen können… oder?

Aldo wendet sich nun wieder zu The End und Salvatore.


Aldo Nero: „Und du… für dich gilt dasselbe. Wir mögen nicht im Blut vereint sein, aber unser Schicksal ist das gleiche. Unsere Vergangenheit, unsere Gegenwart und unsere Zukunft. Seit jeher, kämpfen wir wegen diesem Mann. Und Fakt ist, wir beide sind daran gewachsen, wir beide sind zu dem geworden, was wir heute sind. Wegen ihm. Aufgrund des jeweils anderen. Wegen diesem geteilten Schicksal.

Und vermutlich… werden wir immer gegeneinander. Wie sagt man so schön? Wir sind dafür bestimmt, das ewig zu tun…

ewig… bis einer von uns diesen Kampf gewinnt.“


Aldo hat End, Sal und sogar seinen Vater mit dieser Ansprache komplett in seinen Bann gezogen und gemessen anhand der Reaktionen des Publikums scheinbar auch die, sodass diese Aussage nun lautstarke Rufe provoziert – aber man kann gar nicht so richtig sagen, ob es Buh-Rufe oder Jubel sind… laut ist es auf jeden Fall. Und auch, wenn dieser Spruch konfrontativ gemeint sein könnte, hält sich End zurück.


Aldo Nero: „Nur was… bedeutet das für unser Schicksal? Unsere Vergangenheit war gemeinsam, wenn wir in der Gegenwart brechen, wie wird unsere Zukunft sein? Was bedeutet das für meinen Vater? Was bedeutet das für Onkel Sal?“


Aldo spricht direkt zu The End und schaut weder zu James noch zu Salvatore.


Aldo Nero: „… es bedeutet… Frieden. Es gibt keinen anderen Weg. Es geht nur auf diesem. Es kann nur einen geben. Du oder ich, aber solange wir Beide nebeneinander existieren, WERDEN wir immer kämpfen. Das ist unser Schicksal, aber ich gedenke mich nicht länger diesem Schicksal hinzugeben. Ich will mein Leben nun selbst in die Hand nehmen und das geht nur, wenn ich dich endgültig besiege.“


Man könnte meinen, dass auf diese Aussage noch weitere Punkte folgen könnten, allerdings spricht Aldo diese Worte mit so viel Tragik, mit so viel Wut, mit so viel Entschlossenheit, dass es keiner weiteren Worte mehr bedarf. Er musste sich mit End stets die Anerkennung seines Vaters teilen; in der GFCW wurde er immer mit ihm in Verbindung gebracht und auch sein Onkel, der sich immer um ihn gekümmert hat, steht nun bei The End.

Wenn er The End loswerden will, dann muss er diese finale Schlacht gewinnen. Und das endgültig. Dann kann alles gut werden mit seinem Vater, in der GFCW… generell: dann ist alles gut. Dann herrscht endlich Frieden.


Aldo Nero: „Ich denke… es ist überflüssig das zu sagen und ich bin mir sicher, dass wir uns dabei verstehen… aber dieses Match, kann kein Wrestlingmatch sein. Kein Countout, keine Disqualifikation, keine Regel darf zwischen uns stehen. Wie letztes Jahr, nur du, gegen mich. Nur diesmal… kämpfen wir über das Ende heraus. Diesmal wird es endgültig.“


Aldo senkt das Mikro. Es scheint, er habe gesagt, was er sagen will und gefordert, was er fordern wollte. Überraschen sollte das niemanden, es war zu erwarten, dass man die Beiden nicht im Korsett eines traditionellen Matches aufeinander loslassen kann.

Oder stellt sich The End dagegen?

Der wirkt noch immer komplett fokussiert auf Aldo, während die Galaxy im Hintergrund lautstark bejaht, dass auch sie selbstverständlich ein Match ohne Limitierung wollen.

End schaut noch immer zu Nero, dann wandert sein Blick zu James Corleone, den er für einige Sekunden hypnotisiert, bevor er sich nun selbst zu „seinem“ Corleone dreht… und dann wieder zu Aldo.


The End: „Hättest du das geglaubt, Aldo?“


End spricht schon fast träumerisch, versöhnlich, nostalgisch.


The End: „Dass wir, zwei kleine Jungs aus Sizilien, einmal um den wichtigsten Preis in einer Wrestlingliga wie der GFCW antreten werden?“


Ungeachtet der Tatsache, dass The End ursprünglich gar nicht wirklich aus Sizilien kommt, dort nur bei den Corleones aufgewachsen ist.


The End: „Onkel Sal… lässt mich nur zu gern davon träumen, was wäre, wenn ER nicht gewesen wäre.“


End deutet nun auf James Corleone, der sich noch immer zurückhält und nicht interveniert. Was hätte das auch für einen Zweck?

Er muss seine wahre Identität hier nicht verstecken, wer kennt ihn wohl besser als die drei Männer, mit denen er den Ring gerade teilt. Und jeder einzelne davon hat seine Position in Corleones Spiel verstanden und akzeptiert.


The End: „Aber du hast recht. ER ist. Er ist unser Schicksal, er ist unser Fluch und er hat uns zudem gemacht, was wir heute sind. Er, James Corleone und er Salvatore Corleone. Diese Familie… das ist unser Schicksal und wir sind ein Teil davon. Und das werden wir immer bleiben. Wie du schon sagst… Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft.

Insofern ist es naiv zu glauben, dass alles nach Title Night endet. Es wird mit mir nicht vorbei sein, es wird mit dir nicht vorbei sein… mir ist nur eines wichtig und zwar, dass es mit ihm vorbei ist.“


Und wieder deutet er auf Inspiratonal Jim.


The End: „Und ich weiß, was ich dafür zu tun habe. Aldo, ich tu es nicht gern, aber es ist das, was ich immer getan habe. Ich muss dich besiegen, um damit eigentlich ihm etwas zu beweisen. Ich muss dich besiegen und dir den GFCW World Championship abnehmen. Ich muss dich besiegen und damit der Herrschaft von James Corleone ein Ende setzen…“

Aldo Nero: „Hast du es immer noch nicht verstanden?!“


Und schon wieder unterbricht Aldo The End.


Aldo Nero: „ICH BIN DEIN FEIND! NICHT ER! Und das solltest du verdammt noch mal endlich verstehen…“

The End: „Ist das so?“


Wieder liegt in Aldos Worten eine Tragik und eine Wut – er schreit in die Welt hinaus, dass er ernstgenommen werden will und doch hat The End schon vor einigen Wochen beantwortet, warum es eben doch James Corleone ist, der sein Feind ist.


The End: „Wer war es, der vor einem Jahr in unserem Match für die Entscheidung zuständig war?“


James Corleone.


The End: „Wer, war derjenige, der Aiden Rotari zum Sieg über mich verholfen hat?“


James Corleone.


The End: „Und wer war derjenige, der mich ein Leben lang ausgenutzt und manipuliert hat?“


James Corleone.

Aldo zweifelt. Er dreht sich um und kämpft mit seinen Emotionen.


The End: „Derjenige, der all das getan hat… DAS ist mein Feind. Und nicht mein kleiner Bruder.“


Die Emotionen sind hoch. Das Publikum schaut gebannt zu, während Aldo nun abermals mit sich hadert. Er sagt es selbst, sein Schicksal ist bestimmt von James Corleone und selbst dann, wenn sein Erzfeind ihn nicht mal als solchen ansieht. Und End scheint wohl auch zu wissen, welche Punkte er damit bei Aldo triggert.

Und schließlich… reicht es Aldo… er wandert hin und her zwischen James und End, hadert, überlegt, rauft sich die Haare, fletscht die Zähne. Er weiß nicht weiter. Er weiß nicht wie. Er weiß nicht was… und so… schlägt er zu!

Gegen The End!

doch dabei… SALVATORE!

Er stellt sich vor The End und fängt sich den Faustschlag von Aldo Nero!

Sofort geht Salvatore zu Boden!

Und alle schauen ungläubig.

End.

James.

Aldo.

Salvatore liegt am Boden.

End schnellt sofort hinab zu seinem Onkel um sich um diesen zu kümmern, während Aldo das am liebsten auch tun würde… doch da zieht ihn James Corleone schon zurück, denn der weiß, dass das nicht gut ausgehen kann…

Aldo zögert. Er will sich um seinen Onkel kümmern, doch da… dreht sich End schließlich wieder zu ihm und nun ist es End dem die Wut im Gesicht geschrieben steht.

Sofort zieht James Corleone Aldo mit sich aus dem Ring und direkt begeben sie sich rückwärts die Stage hinauf, während End sich nicht dazu entschließt ihnen nachzulaufen. Er bleibt bei Salvatore, der langsam auch wieder zu sich kommt… als End das registriert, greift er erneut nach dem Mikro…


The End: „James Corleone. Du hast nicht nur mein Leben ruiniert, du hast auch das Leben von Salvatore ruiniert und du hast Aldos Leben ruiniert. Du magst unser Schicksal sein, doch vor allem bist du UNSER Feind.

Und Aldo? Du hast schon wieder recht. Natürlich bist auch du mein Feind. Du hast dich dazu machen lassen, von ihm. Und auch wenn du wenig dafürkannst, kann das jetzt keiner mehr ändern.

Es gibt nur diesen einen Weg. Einen Weg, James Corleone zu besiegen… indem ich dich besiege. Was immer ich auch dafür tun muss… ich werde es tun. Und wenn du das Opfer bist, dass ich erbringen muss, um ihn endgültig zu vernichten… dann muss es wohl so sein.

Keine Disqualifikationen, keine Regeln… und keine Corleones. Nur Nero und End. Du, gegen mich. Und ein letztes Mal stimme ich dir zu… es kann nur einen geben.“


End schmettert das Mikro weg, während Corleone und Nero weiter die Stage hinauflaufen. Nero noch immer mit dem Schock im Gesicht, während Corleone selbst nicht wirklich weiß, wie er all das einordnen soll. Das Chaos ist riesig vor der finalen Schlacht und die Sympathien sind völlig verworfen. Sal mag Aldo und Aldo eigentlich Sal, End hat auch nicht wirklich was gegen Aldo, muss ihn aber vernichten für Corleone, den keiner mag und dennoch hält Aldo aus Pflichtbewusstsein und Schicksalsgefühl zu ihm. Alles ist durcheinander, alles steht auf dem Spiel und alles wird ein Ende finden.

Bei Title Night.



Checkliste für eine richtige beschissene Show:


- Wenig TANZ

- Niederlage gegen Robert Breads

- In der Wiederholung zu sehen, wie Tommy Qurashi ein Titelmatch bekommt.


Check. Check. Check. Alle drei Punkte können abgehakt werden. Absturz.


Caracal Matthews steht vor einem Monitor im Backstagebereich und schüttelt immer wieder ungläubig seinen Kopf. Grad war er aus der Dusche gekommen. Er wollte den Schmutz der Show von sich abbrausen. Doch dann lief er einem Monitor über den Weg, auf dem die Wiederholung der Matchansetzung kam, die Tommy Qurashi und Dex Blarney für Title Night einbezog.


Caracal Matthews: „Ein Skandal! Wie kann es sein, dass Tommy Qurashis endlose Langweiligkeit noch belohnt wird? Der Typ hat bereits einen Stock im Arsch und nun muss Caracoooooo…“


An wen Matthews seine Tirade richtet, ist nicht ganz erkennbar. Zwar laufen ein paar GFCW-Mitarbeiter am frisch geduschten Athleten mit den nassen Haaren vorbei, doch im Großen und Ganzen scheint er mit sich selbst zu sprechen.


Caracal Matthews: „…oooooooo…ooo…oooooo…“


Vor Ärger boxt Matthews gegen den Monitor, der von der Wand glitscht und auf dem Boden landet. Es klirrt.


Caracal Matthews: „…ooooooooooooooooool Royale mit ansehen, wie ihm zusätzlich auch noch potenziell ein Titel in den Arsch geschoben wird. Ein Witz ohne Pointe. Ein Eselschwanz für das moderne Wrestling.“


Mit einem theatralischen Seufzen sinkt Matthews an die Wand und rutscht in die Hocke. Seine Haare hinterlassen nasse Flecken auf der Mauer.


Caracal Matthews: „Was, wenn er wirklich gewinnt? Womit hat die Welt hat verdient? ICH habe ihn bei Carnival of Combat geschlagen.“


Angesichts der Lautstärke, mit der Matthews sein Leid klagt, hat sich mittlerweile eine kleine Traube Menschen vor ihm versammelt. Es sind GFCW-Mitarbeiter und andere unwichtige Gestalten, die es heute mal wieder nicht vor die Kamera geschafft haben. Gino Rieß, Crusher oder Silverberg. Und Jay Taven – ein Mann, der vor wenigen Wochen noch Tag-Team-Champion war, aber mittlerweile wieder inmitten von Nobodies wie in seinem natürlichen Habitat wirkt.


Matthews fährt die Menschen, die ihn beobachten, mit einem abschätzigen Blick ab.


Caracal Matthews: „Warum starrt ihr so? Wollt ihr euch nur an meinem Leid erfreuen? Ihr ELENDSTOURISTEN.“


Matthews rappelt sich von Boden auf. Er klopft sich den Staub von der Hose und läuft hilflos auf und ab.


Caracal Matthews: „Wieso nehmt ihr es stumm hin, dass das Wrestling ein Stückchen mehr in den Abgrund bezogen wird? Diese Liga lässt es zu, dass bei Title Night ein Leitermatch angesetzt wird und die Teilnehmer…“


Mit Verachtung in der Stimme fährt er fort.


Caracal Matthews: „…haben nicht einmal eine annehmbare FPM-Rate.“

Crusher: „Eine Was?“

Caracal Matthews: „Flips per Minute-Rate natürlich, du hirnkranker Dummkopf. Ich ficke deine Mutter bei Arc Raiders, wenn du noch einmal so etwas Offensichtliches fragst. Und vom geringen xDance-Wert der beteiligten Teams muss ich gar nicht erst anfangen, oder? Ginge es nach dem den Expected Dances der wahren Tabelle, dürfte man niemanden aus diesem Match einen Titelshot geben.“


Es ist Gino Rieß, der vortritt.


Gino Rieß: „Naja, einer der Hasen hat doch vor zwei Wochen zumindest getanzt. Bei eurem Entrance.“

Caracal Matthews: „Aber heute hat er es nicht, Blob, oder konntest du vor lauter Schwabbel deine Augenlider nicht heben, um hinzugucken? Kaum war er nicht mehr in meiner Nähe, da ist er in alte, schädliche Muster zurückgefallen und hat das Twerken sein lassen. Statt langen Hasenohren bräuchte er eine lange Pinocchio-Nase.“


Noch einmal rauft er sich das nasse Haar. Es ist mittlerweile so zerstruppt, dass er es nach dem Kampf überhaupt nicht hätte waschen müssen. Feindselig blickt er sich in der Umgebung um.


Caracal Matthews: „Ich sehe schon, keinen von euch interessiert es, dass die Liga gerade vor die Hunde geht. Ihr nehmt diese Matchankündigung einfach hin. Ihr würdet es sogar hinnehmen, wenn der langweiligste GFCW-Wrestler aller Zeiten, Tommy Qurashi, an der Seite eines albernen Cowboys Titelträger wäre. Ein Cowboy! Welches Jahr haben wir?“

Jay Taven: „2025.“

Caracal Matthews: „Das war eine rhetorische Frage, du Missg…-“


Mitten im Satz hält Matthews inne. Erst jetzt fällt ihm auf, wer da eigentlich grad gesprochen hat. Jay Taven. Caracool tritt auf ihn zu.


Caracal Matthews: „Jay Taven. Warum unternimmst DU nichts dagegen, dass Tommy Qurashi vielleicht bald Champion ist? Du hast den Titel nicht einmal offiziell verloren und anstatt deine Eier auszupacken und dein Recht einzufordern, kriechst du hier im Backstagebereich zwischen Opfern herum wie so ein kleiner Gecko-Kecko in Mauerritzen.“


Jay Taven bleibt stumm. Nachdem, was Aya mit ihm gemacht hat, wirkt er gebrochen. Er nimmt es hin, beschimpft zu werden. Von seiner kurzzeitigen Arroganz, die er als Champion an den Tag legte, ist nichts mehr zu spüren. Er ist plötzlich ganz anders, als würde sein Verhalten von einer anderen Intelligenz geschrieben werden.


Caracal Matthews: „Hast du nichts dazu zu sagen, Jay?“


Taven muss schwer schlucken.


Jay Taven: „Ey yo, was soll ich tun, meine fünf Minuten Fame…“

Silverberg: „WTF? Warum rappst du jetzt?“

Jay Taven: „…sind scheinbar vorbei, ich bin nicht mehr im Game.
Ich bin am Boden, bei Title Night nur Zuschauer. Aya hat mich ausgelutscht, als wäre er ein Blutsauger.“


So abrupt, wie er zu rappen begonnen hat, verstummt Taven wieder. Beschämt blickt er zu Boden.


Jay Taven: „Sorry, wenn ich nervös bin, kann ich mich besser im Rap ausdrücken als in normalen Sätzen.“

Silverberg: „Opfer.“


SUPERKICK gegen Silverberg.





Von Caracal Matthews.


Mit aufgerissenen Augen steht Caracool vor Jay Taven. Und wirkt nun, als habe sich in der vergangenen Sekunden eine Idee in seinem Kopf manifestiert. Währenddessen segelt der überrumpelte Silverberg im Hintergrund zu bBoden.


Caracal Matthews: „JAY! Dein Rap…“

Jay Taven: „War scheiße?“

Caracal Matthews: „…hat mich zum TANZEN gebracht. Du hast es richtig drauf. Du hast Rhythmus.“


Der Kanadier springt auf Taven und nimmt ihn in den Arm.


Caracal Matthews: „Mein Gott, dein Flow ist so smooth wie Delfinhaut. Hättest du nicht nach vier Zeilen aufgehört, ich hätte gottlos geshaked. Weißt du, was wir jetzt machen?“

Jay Taven: „Nein.“

Caracal Matthews: „Wir gehen zu Dynamites Büro und fordern dein gottgegebenes Recht ein.“


Der Rapper scheint nicht so ganz zu verstehen. Er steht einfach nur da.


Jay Taven: „Ähm, welches genau?“

Caracal Matthews: „Dein Recht, bei der Neuvergabe der Titel dabei zu sein. Schließlich hast du den Titel nie in einem Kampf verloren. Du wolltest ihn nicht einmal abgeben, das war ein Einzelgang von Aya. Und Aya ist bekanntlich auch nur ein Synonym für Vergangenheit. Aber DU, Jay, du bist im Zeitgeist. Du verdienst eine weitere Chance auf den Tag-Team-Titel.“


Ohne Taven eine Chance zum Nachdenken zu geben, schiebt Matthews den ehemaligen Titelträger von den anderen Umstehenden weg.


Caracal Matthews: „Und zwar mit mir an deiner Seite. Im Leitermatch bei Title Night. Gemeinsam werden wir die Schreckensherrschaft eines Tommy Qurashi verhindern. Indem wir selbst Champions werden.“


Tavens Augen leuchten auf. Wie ein Kind vor Weihnachten.


Jay Taven: „DU wirst mein neuer Tag-Team-Partner?“

Caracal Matthews: „Caracoooooooooooooooooool sagt Ja. Du bringst den Rap, ich die Choreographie. Title Night-Leitermatch wird krass.“



Wenn Videos mit wunderschöner Natur als Kulisse ihren Weg in die GFCW-Shows finden, dann wissen wir zumeist, was das bedeutet, wen es ankündigt und wo wir sind.

Unser aller liebster Waldmensch befindet sich noch immer in seinem persönlichen Domizil und das nicht nur metaphorisch gemeint, wie es sich bei Title Night vor einigen Jahren zutrug, hat Ask diese Insel offiziell gewonnen und darf sie nun auch rein rechtlich sein Eigen nennen. Warum dann also nicht den Großteil seiner Freizeit dort verbringen? Schließlich hat er hier alles, was er will: Tiere, Pflanzen, Wasser, frische Luft, seine Grube, seine Bäume, seine Heimat. Wobei… eine Sache, die er mehr will als alles andere, die gibt es hier nicht:

Den GFCW World Championship.

Aber vielleicht gibt es eine Möglichkeit, sich diesem Ziel wieder einen Schritt anzunähern. Und diese Möglichkeit heißt Monica Shade, die ihn vor zwei Wochen hier besucht hat.

Wir befinden uns auf einem Hügel, an der Küste. Auf diesem Hügel befindet sich ein kleiner Felsvorsprung und darauf wiederum befindet sich Ask Skógur, der aktuell eher, wie eine Art Fremdkörper in den GFCW-Shows wirkt. Und ironischerweise, bringt ihn das vielmehr an seine Anfangszeit in der Liga zurück und somit viel weiter weg, von seinem triumphalen Leben, dass er in der ersten Jahreshälfte geführt hat.

Da war er GFCW World Champion, hat Kämpfe auf brennenden Leitern gegen Größen wie Luna Rosario oder den aktuellen Champ Aldo Nero geführt, er hat im Hauptkampf des wichtigsten Wrestlingereignis der GFCW den größten Scharlatan der Liga bezwungen und vor ausverkauften Hallen mit endlos vielen Skógurianern gefeiert, unter anderem auch hier in Schweden…

doch jetzt… jetzt ist er wieder nur der Typ von der Insel, der Mann aus dem Wald. Aber ein Stück weit ja auch selbstgewähltes Elend.

Ask schaut verträumt in die Weite. All das scheint ihm wohl gerade durch den Kopf zu gehen. Sein bereits wieder gut gewachsenes Haar ist zottelig, seine Klamotte ist dreckig und kaputt… aber inzwischen wirkt er… wieder mehr mit sich selbst im Reinen.

Der Wind stürmt ihn durchs Haar und wir hören wieder das Einzige, was wir in jüngster Vergangenheit von ihm gehört haben.


Ein Grunzen.


Dabei fällt nun auch langsam auf, dass die Kamera, die all das hier filmt, ein bisschen weiter weg aufgestellt wurde, aber so, dass man Ask gut in Szene setzen kann. Vor allem bedeutet das aber, dass er sie wohl selbst aufgestellt hat.

Also, was auch immer Ask uns sagen will… er will uns etwas sagen.

Irgendwann steht er schließlich auf und so läuft er zur besagten Kamera. Er greift nach dieser, nimmt diese auf und so nimmt er sie sich an den Körper, bevor er sie wieder von sich wegdreht, um noch einmal die Schönheit Schwedens aufzufangen.

Anschließend steigt er schließlich vom Felsvorsprung, um den Hügel hinab, in Richtung Wald zu laufen und da… wird er erneut überrascht. Nur diesmal nicht von Monica Shade, sondern von…

einen Hirsch.

Ein prachtvolles Geschöpf, mit ebenso prachtvollem Geweih. Ein Tier, bei dem man in Ehrfurcht verfällt, wenn man es so nah vor sich sieht. So schön, so majestätisch, so frei und wild.

Ask sieht ihm in die Augen. Ein besonderer Moment, denn schließlich ist Ask selbst der Hirsch der GFCW… und das sollte sein Jahr sein.

Das Jahr des Hirsches, endet, ironischerweise mit einem wahrhaftigen Hirsch, der Ask auf dieser Insel, auf seiner Insel begegnet.

Vermutlich sieht Ask diese Tiere hier häufiger, aber jetzt, hat er sich aktiv dafür entschieden GFCW-Content zu filmen. Und genau dann, wird er von diesem Geschöpf besucht.

Das muss ein Zeichen sein.

Denn er ist der Hirsch…

und auch, wenn das nicht sein Jahr war…

kann das nächstes Jahr schon ganz anders sein…

das Jahr des Hirsches endet…

das Jahr des Hirsches beginnt…

er muss weitermachen, wie der Hirsch im Wald.

Ask nähert sich seinem Quasi-Namensvetter langsam an und tatsächlich scheint der Hirsch Ask auch zu akzeptieren, als wäre es auf dieser Insel Gesetz, dass Ask als Schutzpatron fungiert, dem man vertrauen kann. Und dabei filmt sich Ask auch immer mal wieder selbst, vermutlich eher unbeabsichtigt, wobei das gewaltige Strahlen, was er auf den Lippen hat, auffällt.

Er nähert sich weiter… und weiter… und weiter… und schließlich… steht er kurz vor dem Hirsch. Er streckt seine Hand ganz vorsichtig aus und ganz vorsichtig scheint sich der Hirsch auch vorzulehnen… bis er dann schließlich doch minimal aufgeschreckt wegsprintet.

Verträumt schaut ihm Ask nach. Für einige Sekunden und schließlich… wendet er sich wieder zur Kamera…


Ask Skógur: „Hey Monica… das Jahr des Hirsches… ist noch nicht vorbei.“


Ask hat ein fast schon verschmitztes Grinsen auf den Lippen. Es ist nicht viel, was er hier sagt und doch steckt so viel darin. Vor allem eins: er wird sich der Herausforderung von Monica Shade nicht nur stellen… er scheint inzwischen auch vollkommen darauf aus zu sein…

sie zu gewinnen.



Pete: „Sven.“

Sven: „Pete?“

Pete: „Würdest du behaupten, dich mit Mathematik auszukennen?“

Sven: „Ich kann aus dem Augenmaß bis auf einen Grad genau den Winkel bestimmen, in dem sich die Schenkel deiner Mutter bei meinem Anblick öffnen. Also ja, ich bin Mathematiker.“

Pete: „Gut, dann beantworte mir eine Frage.“


Mit einem Lächeln dreht sich Pete zur Seite und blickt Sven direkt in die Augen.


Pete: „Es geht um Wahrscheinlichkeitsberechnungen und Statistik. Nehmen wir an, es gibt eine bestimmte Situation, die auf viele Arten enden kann. So wie ein Wrestling-Kampf, der mit Pin, Submission, Count-Out und auf einige anderen Arten enden kann.“

Sven: „Gut. Ich verstehe, worauf du hinauswillst. Aber was ist die Frage.“

Pete: „Wenn trotz dieser vielen Variablen am Ende zehnmal in Folge die gleiche Endkonstellation eintritt…“

Sven: „Ja?“

Pete: „…ist es dann reiner Zufall oder würdest du sagen, dass es eine klare statistische Tendenz gibt, dass diese bestimmte Endkonstellation häufiger eintritt als andere?“


Der Angesprochene räuspert die Stirn.


Sven: „Was für eine dumme Frage. Es ist wohl klar, dass es kein reiner Zufall sein dürfte.“

Pete: „Und damit hast du gerade zugegeben, dass mein Sohn ein SUPERTALENT ist.“

Sven: „NEIN!“

Pete: „Doch!“


Der grüne Kommentator kichert in sich hinein. Sven hingegen springt aufgebracht von seinem Pult auf. Er hebt drohend einen Finger in Richtung Pete.


Sven: „Das habe ich nicht gemacht! War das eine Fangfrage? Erkläre dich, Pete.“

Pete: „Nun, ich wollte dir von den Fortschritten des Trainings berichten. Mein Sohn, der ALDO NERO im Jahr 2026 bezwingen wird…“

Sven: „LÜGE!“

Pete: „…hat heute in seiner zehnten Trainings-Session im Performance Center…“


Pete macht es spannend. Er zieht den Satz in die Länge und grinst dabei seinen Kollegen schlangenhaft an.


Pete: „…zum zehnten Mal seinen Trainingspartner K.O. geschlagen!“

Sven: „Das ist erstens eine weitere LÜGE und…“

Pete: „ICH HABE BEWEISE.“

Sven: „…zweitens gibt es auch in der Mathematik Zufälle. Sicher wissenschaftlich erwiesen ist nur, dass dein Sohn eine GURKE ist. So wie sein Vater. So wie du, schwacher Pete.“


Mit ungewohntem Selbstbewusstsein lehnt sich Pete in seinem Stuhl zurück und lässt die Beleidigung abtropfen.


Pete: „Sieh es ein, Sven. Mein Sohn ist eine Naturgewalt. Er ist der K.O.-Mann schlechthin.“


Sven: „Ach ja? Mit welcher Aktion überhaupt? Ich glaube nichts, bevor ich es nicht mit eigenen Augen sehe.“


Pete: „Das wirst du bald.“


Jetzt ist es Pete, der aufsteht. Er baut sich vor Sven auf.


Pete: „Wie wäre es mit einer kleinen Wette vor der großen Aldo Nero-Wette?“

Sven: „Worauf willst du hinaus?“

Pete: „Ich wette, dass es meinem Sohn gelingen wird, auch seinen elften Trainingspartner K.O. zu schlagen. Und zwar in drei Minuten.“

Sven: „Ich glaube nur, was ich selbst sehe.“

Pete: „Das ist es ja. Denn diesen Versuch werden wir LIVE bei TITLE NIGHT übertragen.“


Bei Sven scheint der Groschen zu fallen. Er fällt in eine Denkerpose. Nach einiger Zeit wendet er den Blick zurück zu seinem Kollegen.


Sven: „Du denkst also an eine 3-Minuten-KO-Challenge.“

Pete: „Live aus dem Performance Center übertragen.“


Wieder die Denkerpose bei Sven. Der geilere der beiden Kommentatoren wurde in die Ecke gedrängt. Kann er jetzt noch einen Rückzieher machen?


Sven: „Unter einer Bedingung: Ich wähle aus, wer der Trainingspartner deines Sohnes sein wird.“

Pete: „Natürlich. Unter allen Athleten, die nicht bei Title Night dabei sind. Schließlich läuft die Challenge zeitgleich im Performance Center. Also denk gar nicht erst an Aldo Nero.“

Sven: „ALDO NERO hat Besseres zu tun, da hast du recht. Und ich werde niemanden von Rang brauchen, um diese absurde Wette zu gewinnen. 3 Minuten gegen eine Gurke wie deinen Sohn mithalten? Nichts ist einfacher. Ich könnte jeden halbwegs fitten Mann von der Straße aufgabeln und er würde gewinnen.“

Pete: „Gut. Worum wetten wir?“

Sven: „Um deine Mutter. Ach nein, halt. Die kriege ich ja schon immer gratis. Dann schlage ich vor: Wir wetten darum, dass der Sieger die BESTRAFUNG festlegt, die der Verlierer der großen Wette erhalten wird.“

Pete: „So soll es sein. Hiermit biete ich dir folgende Wette an: Gelingt es meinem Sohn bei Title Night innerhalb von drei Minuten, einen Trainingspartner im Performance Center K.O. zu schlagen, darf ich entschieden, was der Wetteinsatz unserer Aldo Nero-Wette sein wird. Gelingt es meinem Sohn nicht, was natürlich undenkbar ist, darfst du den Wetteinsatz bestimmen.“

Sven: „Swag. Und damit geben wir an den Main Event, in den eigentlich natürlich ALDO NERO gehören würde.“




Jakob Fleestedt ist tot.

Es lebe Hollywood Jake.

Doch was bedeutet das für den Ring?


Zu seinem ersten Kampf unter neuer Identität marschiert der einstige Switzisstant, der den Sprung zum Co-Star geschafft hat, mit napoleonischem Stolz die Rampe herab. Alles ist neu: Das Outfit, die Musik, die Bewegungen.

Jake trägt den Pelzmantel und die Sonnenbrille, die er bereits im Auftritt bei Tammy eingeführt hatte. Der darunterliegende Zweireiher jedoch wurde scheinbar für den Ring zu unbequem befunden und so hat Hollywood Jake auch sein Attire neugestaltet. Er trägt schwarze Trunks, die an den Seiten mit goldenen Streifen und Lichtern in den Farben seines Logos verziert sind. Auf dem Gesäß ist der Schriftzug „HOLLYWOOD JAKE“ in der weltbekannten Font der Hollywood Hills aufgedruckt.

Nicht, dass TAFKA Jakob Fleestedt je viel für die Fans übrig hatte, doch jetzt versucht er nicht einmal, ihnen Aufmerksamkeit zu schenken. Er marschiert einfach an allen Zuschauern vorbei als wären sie lästige Paparazzi, die es abzuschütteln gilt. Seine ganze Konzentration gilt der Inszenierung. Der Gang ist einstudiert lässig; und zwar genau so sehr, dass es gewollt und schlaff wirkt. Seine Sonnenbrille zieht Jake in einer fließenden Bewegung von der Nase und verstaut sie in der Manteltasche.


Laura: „Auf dem Weg zum Ring. Mit einem Gewicht von 105 Kilogramm. Aus Riesaaaa, Sachseee…“


Unvermittelt stürmt Jake los. Er vergisst seine Inszenierung. Der Switziversler wirkt wie ein Bulle, der auf ein rotes Tuch geblickt hat.

Als er neben Laura zum stehen gekommen ist, schlägt er ihr das Mikrofon aus der Hand. Als sie Anstalten macht, es wieder aufzuheben, ist er ganz nah an ihrem Uhr und diskutiert mit ihr als wäre sie ein Fußballschiedsrichter. Lauras Augenbrauen hüpfen auf und ab, als sie eine Vielzahl von Kommandos erhält. Doch als brave Dienstleisterin fügt sie sich ihrem Schicksal.


Laura: „Ich korrigiere…“


Sie räuspert sich.


Laura: „Im Ring. Mit einem Gewicht von 105 Kilogramm. Er ist das aufregendste Talent der GFCW-Geschichte. Er ist der Breakthrough Star 2026. Er ist derjenige, der sich einer großen Last erledigt hat. Er ist der Co-Star des Switziverse Unlimited und hat in Sachen Zukunft passenderweise keine Limits. Hier ist…“


Jake nimmt neben der Ansagerin Aufstellung. Langsam lässt er seinen monströsen Pelzmantel von den Schultern gleiten.


Laura: „…aus den Hollywood Hills. HOLLYWOOOOOOOOOD…“


BUUUUUUH!“


Laura: „….JAAAAAAAAKE!“


Damit sein Mantel nicht auf die dreckige Matte muss, hält Jake ihn in der Hand und drückt ihn Laura in der Hand, als wäre sie eine niedere Bedienstete. Seufzend bringt Laura das wertvolle Stück an einen sicheren Platz außerhalb. Als sie im Ring zurück ist, fadet Jakes Musik langsam aus.

TIMO SCHILLER.

YEEEEAAAAAH!“


Zu Sympathiejubel stürmt Jakes Gegner auf die Rampe. Timo Schiller wirkt selbst überwältigt. Vor zwei Wochen hat er Pommes verkauft und nur darauf gehofft, bei der Battle Royal mitmachen zu dürfen. Jetzt kriegt er sogar eine Generalproble auf (fast) ebenso großer Bühne. Mehr als 6000 Mann jubeln dem jungen Dortmunder zu, der trotz vergleichsweise kurzer Karriere schon viel mitgemacht hat: O.G. des Performance Centers, von Rotari als Top-Talent abgelöst, Freundschaft mit Keek Hathaway. Dann der tiefe Absturz: Mitgliedschaft in der Sekte von Holly Hutcherson, Fake-Identität im Förderkader. Rausschmiss aus der Liga. Und zuletzt: Pommesstand.

Doch jetzt ist Schiller zurück. Und er wirkt zumindest körperlich fit. Seine Muskeln sind straff und prall wie eh und je.

Schiller hat sich für ein einfaches Outfit entschieden. Er trägt schwarz-gelbe Trunks, vorne dunkel, hinten hell, die wohl nicht nur aus Zufall auf seinen Lieblingsverein anspielen. Sowohl auf der Hose, als auch auf den schwarzen Kneepads sind, ebenso in Gelb, die Buchstaben TS aufgedruckt.


Laura: „Mit einem Gewicht von 115 Kilogramm. Aus Dortmuuuuund. Hier ist…“


Jake rümpft die Nase über so viel Zuspruch, wie Schiller ihn hier erhält. Kopfschütteln läuft er auf und ab. Was für ein anspruchsloses Publikum.


Laura: „…in einem Title Night 2024 Re-Match…TIIIIIIMOOOOOOO SCHIILLLLLLLLEEEER!“


Trotz seines Gewichts ist Timo mit einem Satz auf dem Apron. Er dehnt sich kurz an den Seilen, winkt dann dem Publikum zu. Dreht sich noch einmal staunend zu den Fans…

und kriegt einen Kick an den Kopf.


Title Night 2024-Re-Match:

Jakob Fleestedt vs. Timo Schiller

Referee: Thorsten Baumgärtner

Durch den Cheapshot beginnt der Kampf für Schiller unvermittelt. Er kriegt Jakes Stiefel an den Kopf und fliegt vom Apron zurück auf die Rampe. Unter lauten Buhrufen rollt sich Hollywood aus dem Squared Circle, nimmt kurzen Anlauf und stürzt sich dann auf seinen überrumpelten Gegner, dem er ein Knie in den Rücken rammt.

BUUUUUUH!“

Hollywood Jake steht über dem am Boden liegenden Schiller und wirkt zufrieden mit der Situation. Ohne Eile zieht er ihn am Arm hoch und schiebt ihn zurück in den Ring. Dort rollt Schiller auf den Bauch und versucht, Abstand zu gewinnen, doch Jake steigt hinterher und setzt nach. Immer wieder tritt er Schiller in den Rücken, als sich dieser aufrappeln will. Der einstige Jakob Fleestedt hat Spaß daran, das Bullying des Mannes fortzuführen, den er schon zu gemeinsamen Förderkader-Zeiten gequält hatte.


Hollywood Jake: „Das ist HOLLYWOOD!“


Er setzt, und das ist wirklich richtig Hollywood-haft, einen Headlock an. Schiller kämpft mit der knappen werdenden Luft und läuft rot an. Trotz des knappen Atems schafft er es, sich auf die Knie zu kämpfen. Doch Jake hat die Situation überblickt, löst den Griff rechtzeitig und schickt Schiller stattdessen zurück zu Boden, indem er ihm einfach – aber effektiv – die Beine wegzieht. Der Dominik Kohr des Wrestling lässt nicht lange locker, sondern hakt den Gegner direkt wieder ein.

Pete: „Reverse DDT!“

Jake richtet sich auf, stellt einen Fuß neben Schillers Kopf und nutzt die Nähe der Seile für eine Provokation in Richtung des Publikums. Ihre Buhrufe winkt er theatralisch ab. Jake drückt Schillers Hals gegen das zweite Seil und zieht dessen Kopf ein Stück nach hinten, bis der Ringrichter zu zählen beginnt. Kurz vor knapp lässt er Schillers Kopf zurückschnellen und hebt im Unschuldsmodus die Hände, um allen klar zu machen, dass er innerhalb der Regeln geblieben ist.

Pete: „Bis jetzt sieht Timo kein Land. Aber kein Wunder – bei dem Beginn.“

Jake packt Schiller erneut, will ihn anheben, doch genau in diesem Moment stemmt sich der Dortmunder gegen den Griff. Mit einem kurzen Aufbäumen richtet er sich auf und wirft Jake über die Schulter.


Sven: „Back Body Drop!“


YEEEEEAAAAH!“

Schiller bleibt kurz auf einem Knie, stützt sich an den Seilen ab und versucht, wieder Stabilität zu finden, während Jake sich abrollt und das Geschehen neu einschätzt.

Beide richten sich nahezu gleichzeitig auf. Jake geht als Erster voran und holt zu einem Schlag aus, doch Schiller blockt und schiebt ihn mit Schwung zurück in die Seile. Jake prallt ab, läuft erneut an – diesmal duckt sich Schiller und lässt seinen Feind ins Leere laufen. Jake flucht, kann aber die Geschwindigkeit nicht rechtzeitig drosseln. Er federt ungewollt in die Ropes, wird zurückgestoßen und landet in einem…

POP-UP-BODYSLAM!

Die Matte schwingt wild auf und ab; und auch Schiller ist nun on fire. Er trommelt sich auf die Brust. Jetzt hat der Dortmunder richtig Bock auf den Fight. Aber trotz aller Emotion weiß er, worauf es ankommt. Er muss am Ball bleiben, soviel Erfahrung hat er mittlerweile gesammelt.

Schiller setzt nach und versucht direkt den nächsten Powermove, nämlich seinen Argentine Neckbreaker, doch Jake windet sich frei, rutscht hinter Timo und stößt ihn in die Seile.

Pete: „Egal ob Fleestedt oder Jake. Er bleibt wieselhaft.“

Schiller federt zurück, Jake springt nur ein kleines Stück hoch und trifft ihn mit einem Low Dropkick ans Knie. Schiller sackt auf ein Bein herunter. Also packt Hollywood Jake sich den Kopf seines Gegners und bringt einen Neck Wrench an, der Schiller auf den Bauch drückt. Der Heel versucht, weiter zu kontrollieren, doch als er ihn hochziehen will, dreht Schiller sich unter dem Arm heraus und rammt ihn den Ellbogen in den Magen.


Sven: „Sehr ausgeglichen in dieser Phase. Man merkt Schiller kaum Ringrost an.“

Pete: „Vielleicht tut manchmal ein wenig Abstand zum Wrestling auch gut. Aber noch ist es früh in diesem Fight. Die Frage ist eher, ob Timo auch genügend Kondition hat.“


Schiller nimmt Anlauf, will nachsetzen, doch Jake beweist einmal mehr ein bisschen mehr Spritzigkeit und kontert mit einem Knie in den Magen. Der Mann aus dem Switziverse versucht einen zweiten Reverse DDT…

aber Schiller blockt mit dem Bein, dreht sich seitlich heraus, schubst Jake von sich. Genügend Abstand für ein bisschen Anlauf. Schiller nutzt das und zeigt einen Running Clothesline, der Jake auf die Matte schickt.

TI-MO!“

TI-MO!“

Der Dortmunder hebt die Arme, atmet tief durch und zieht Jake wieder hoch. Er versucht den Pumphandle Facebuster, doch Jake verlagert das Gewicht und befreit sich.


Pete: „Schillers Taktik ist recht offensichtlich. Er will seine Powermoves schon vor der Endphase durchziehen. Aber Erfolg hat er damit zum wiederholten Male nicht. Jake ist zu aufmerksam.“


Jake reagiert sogar noch schneller, als Schiller erwartet, und landet nach der Befreiung einen Elbow Smash. Schiller wird an der Nase getroffen und stolpert benommen nach hinten. Hollywood Jake gibt ihm ein verächtliches Lachen mit. Dann packt er Schiller an den Hüften, hebt ihn an und zeigt einen Move, dessen technische Bezeichnung ich jetzt nicht nachschauen will. Er hebt ihn einfach an den Hüften hoch und lässt ihn mit einer halben Körperdrehung auf die Matte fallen.

Jake bleibt kniend neben ihm, greift nach Schillers Arm und will ihn erneut nach unten drücken, doch jetzt ist es Timo, der flink reagiert. Er rollt sich zur Seite. Hollywood greift ins Leere. Damit ist die Swag-Phase des Switziverslers schneller verebbt als der Hype zur neuen Erotik-Liga auf FW.net. Schiller geht wieder auf Jake zu, dieses Mal kontrollierter. Er landet zwei Schläge, packt seinen Gegner und wirft ihn mit einem Hip Toss über die Schulter. Jake rollt allerdings mit beachtenswerter Grazilität durch, kommt hoch…

läuft direkt in Schillers nächsten Angriff: ein Gorilla Press Ansatz.

Aber dafür reicht die Kraft nicht mehr! TAFKA Jakob Fleestedt flutscht aus Schillers Move. Jake rutscht hinter ihn, greift die Taille und will einen German Suplex zeigen, doch Schiller stemmt sich dagegen, löst den Griff und trifft Jake mit einem Back Elbow, der ihn zurückdrängt.


Pete: „Langsam ist Timo richtig am Schnaufen. Jakob…“

Sven: „JAKE!“

Pete: „…noch nicht. Aber trotzdem findet Schiller immer wieder Antworten.“


Beide halten Abstand, atmen durch und gehen wieder in den Clinch. Jake versucht eine schnelle Offensive, doch Schiller duckt sich, greift zu und hebt ihn diesmal tatsächlich kurz an, jedoch nicht hoch genug für den Gorilla Press. Jake rutscht erneut herunter, landet hinter ihm und geht einen klassischen DDT – aber Schiller spielt nicht mit. Er blockt, zieht Jake an sich heran und wirft ihn mit einem improvisierten Side Suplex auf die Matte.


Pete: „Schiller will nachsetzen, doch Jake flieht auf den Apron.“


Schiller will hinterher, er ärgert sich über die Flucht seines Gegners. Als er über die Seile greift, um Jake zurück in den Ring zu bekommen, lässt dieser sich nach hinten fallen. Schiller wird mit dem Hals auf das Top Rope gezogen und beginnt, keuchend um Luft zu ringen. Währenddessen rollt sich Jake zurück ins Squared Circle. Er packt Schiller am Hals. Will Timo zu Boden bringen. Doch Schiller klammert sich an Jakes Bein, richtet sich hoch und zwingt ihn dadurch aus dem Gleichgewicht. Jake versucht einen Schlag, Schiller blockt, steht nun stabiler und bringt einen harten Forearm an. Kopftreffer. Jake weicht zurück. Schiller setzt nach, treibt ihn mit kurzen Schlägen in die Ecke und wirft ihn von dort aus mit einem Irish Whip in die gegenüberliegende Ringecke.

Die Fans bejubeln Timos abermaliges Comeback. Ist das jetzt die Phase, die den Sieg bringt?

Jake prallt nach dem heftigen Whip schwungvoll vom Ringpolster ab ab, läuft nach vorn, und Schiller nimmt das Momentum mit. Er zeigt einen Argentine Neckbreaker, der Jake flach auf die Matte zwingt.


Sven: „Da ist der Argentine Neckbreaker. Im zweiten Versuch!“

EINS…


ZWEI…


KICK-OUT!

OOOOOOOOOH!“

Trotz Jakes Kick-Out: Nun hat Schiller die volle Kontrolle. Er dreht sich zu den Fans, atmet tief durch und wartet, bis Jake auf wackligen Beinen steht. Dann läuft er an, holt zur Clothesline aus…

und Jake taucht im letzten Moment ab.

Schiller rauscht weiter und trifft stattdessen Ringrichter Baumgärtner, der gerade zurück in Position treten wollte. Der Offizielle fällt nach hinten um und rollt benommen aus dem Seilbereich. Schiller erstarrt, hebt sofort die Hände und beugt sich zu Baumgärtner, um nach ihm zu sehen.


Pete: „REFEREE DOWN!“


Jake nutzt diesen Moment. Er nähert sich von hinten, tritt Schiller mit einem gezielten Low Blow zwischen die Beine und lässt ihn damit in sich zusammenfallen. Schiller kniet vornüber, beide Hände zwischen den Beinen, unfähig zu reagieren.

Jake schiebt ihn langsam hoch, greift das Handgelenk, zieht ihn zu sich heran und dreht ihn in die richtige Position. Mit einem kräftigen Zug bringt Hollywood Jake seinen Finisher durch – Ripcord Knee Strike, voll gegen Schillers Kopf. Der Dortmunder kippt rücklings um und bleibt reglos liegen.


Sven: „Das ist die Entscheidung!“



Jake fällt auf ihn, hakt ein Bein ein und hält den Pin fest. Doch Baumgärtner liegt weiter außen und rührt sich nicht. Keine Hand zählt. Kein Ruf erklingt. Jake blickt sich um, erkennt die Situation und hämmert frustriert mit der Faust auf die Matte.

Der Mann, der verleumdet, aus Riesa in Sachsen zu kommen, steht stöhnend auf und beginnt, Baumgärtner zu schütteln. Doch der Ringrichter ist nicht so schnell wieder bei Sinnen. Er braucht einen Moment, hat einen ganz glasigen Blick.

Genügend Zeit für die Gestalt, die die Rampe herunterstürmt!


Pete: „Das ist ZAC ALONSO!“

OOOOOOH!“

Das erste Mal, dass wir den einstigen Switzidogisstant sehen, seitdem er vom Switziverse verraten. Das erste Mal seit der Attacke von Hollywood Jake.

Und Alonso hat kein Mitleid mehr mit seinem einstigen Freund. Er packt Jake im Rücken und zerrt ihn von Baumgärtner weg. Noch ehe sich Jake überhaupt darauf einstellen kann, was hier passiert, hat er einen…

ROUNDHOUSE KICK!

kassiert. Jake stürzt zu Boden und bleibt liegen. Das Publikum springt auf. Und es geschieht etwas, dass er für Alonso bislang noch nicht oft gab.

Er wird bejubelt.

Die ungewohnte Situation nimmt Alonso mit einem unsicheren Grinsen für einen genussvollen Augenblick hin. Doch dann besinnt er sich, warum er hier ist.


Pete: „Alonso steigt aufs Top Rope.“

MOVIE STAR BOMB!

Mit seiner perfekten Swanton Bomb und unter dem Blitzlichtgewitter der Zuschauer-Handys segelt Alonso auf seinen einstigen Partner herab. Jake wird getroffen und hält sich schreiend den Magen. Dann bleibt er regungslos liegen.

Doch noch immer ist Alonso nicht fertig. Er geht auf Schiller zu. Dem tut noch immer das Gemächt weh, aber sein Blick wird klarer. Alonso hilft dem Dortmunder unter Jubel auf die Beine. Navigiert ihn in Richtung Jake.

Schiller lässt sich auf den Gegner fallen.

Alonso macht dort weiter, wo Jake aufgehört hatte. Er schüttelt Baumgärtner wach. Die Eiche erblickt nur noch, wie Schiller auf Hollywood Jake liegt. Und zählt.

EINS…


.


.


ZWEI…


.



DREI!


Sieger des Matches durch Pinfall: Timo Schiller



Die Ringglocke läutet und TAFKA Jakob Fleestedt, nunmehr Hollywood Jake, kann und will es nicht wahrhaben: Er hat sein Title Night-Rematch gegen Timo Schiller verloren. Gegen einen Mann, der nicht einmal einen Vertrag bei GFCW besitzt. Doch natürlich weiß Fleestedt, wem er diese Niederlage zu verdanken.


Pete: „Alonso hilft Schiller auf die Beine. Was für ein Bild! Was für eine Veränderung von Zac.“


Jubel bei den Zuschauern, als der einstige Switzidogisstant den Dortmunder in Richtung der Ringseile geleitet, wo dieser sich ausruhen kann. Als Schiller sicheren Stand gefunden hat, wendet Alonso seinen Blick Jake zu. Der Co-Star steht außerhalb des Squared Circles und starrt mit hasserfüllter Miene zurück.


Hollywood Jake: „Du machst den größten Fehler deines Lebens, Zac.“


Zac Alonso: „Den größten Fehler meines Lebens habe ich längst hinter mir. Und das war, mich dir und einem falschen Idol zu unterwerfen.“


YES!“


YES!“


Zac Alonso: „Ich hätte den Schlussstrich ziehen müssen, als klar war, dass nicht nur das Switziverse eine Farce ist, sondern…“


Der US-Amerikaner tritt an die Seile heran. Beugt sich nach draußen. Doch Jake macht keine Anstalten, zurückzukommen. Er ist draußen und leckt die Wunden seiner Niederlage.


Zac Alonso: „…dass ich auch ein sehr viel besserer Wrestler bin als meine vermeintlichen Vorgesetzten!“

Hollywood Jake: „Du bist ein Niemand! Du wirst im Nichts verschwinden. Du warst für diese Welt ohnehin…“


Mit Verachtung im Blick spuckt Jake die Worte in den Ring.


Hollywood Jake: „…niemals Hollywood genug.“

Zac Alonso: „Wahrscheinlich hast du sogar recht. Doch Tag für Tag merke ich, dass ich diesen ganzen Hollywood-Scheiß auch nicht brauche. Ich verzichte liebend gern auf Sonnenbrille und Pelzmantel, wenn ich dafür selbst denken darf. Solltest du auch mal versuchen, Jakob.“

Hollywood Jake: „Jake! Es heißt Jake. Jakob ist tot.“

Zac Alonso: „Und bald wird auch das Switziverse tot sein.“


YES!“


YES!“


Zac Alonso: „Ich habe dich im Saloon besiegt. Wäre ich nicht so blind gewesen, hätte ich sehen müssen, wie dich der Neid seitdem zerfressen hat. Ich bin unterhaltsamer als du, ich bin besser.“


Er streckt seine Hand aus, um auf das enorme Title Night-Logo zu deuten, welches über der Rampe angebracht ist.


Zac Alonso: „Ich bin bereit, das zu beweisen. Bei Title Night wird der falsche Prophet fallen, wenn Jason Crutch ihn einmal mehr schlägt…“


JA-SON!“

JA-SON!“


Zac Alonso: „…und dir werde ich beweisen, dass verräterische Schlangen keine Zukunft haben. Vor einem Jahr hast du Timo Schiller hintergangen.“


Passend zu diesem Themenschwenk tritt ein erholter Timo Schiller neben Alonso und legt ihm eine Hand auf die Schulter.


Zac Alonso: „Dafür hat er sich heute einmal mehr gerächt. Und für deinen Verrat an mir, da will ich mich ebenso rächen. Ich fordere dich heraus, Jakob.“

Hollywood Jake: „JAKE!“

Zac Alonso: „Title Night 2025. 1 vs. 1. Du gegen mich. Ich werde dich schlagen. Ich werde nach Hause fahren und im Sonnenuntergang mit meinem Hund kuscheln. Und du kannst mit Switzenberg deine Wunden lecken, wenn das Switziverse endlich untergegangen ist.“


Einen Moment zögert Fleestedt. Er verarbeitet die Herausforderung. Doch dann nimmt die Wut darüber, dass Alonso ihm diesen Kampf gekostet hat, Überhand.


Er nickt.
Der Kampf steht.


Und obwohl Hollywood Jake zugesagt hat, wirkt er nicht glücklich. Vielleicht ist es noch die Niederlage gegen Schiller, die in seinem Kopf spukt, vielleicht aber auch die Ahnung, wie schwer ein Fight gegen den voll aufgepushten Alonso werden wird – zumal hinter diesem auch eindeutig die Zuschauer stehen.


Alonso und Schiller stehen in der Mitte des Ringes. Der Lokalmatador Schiller hat ein breites Grinsen auf den Lippen, scheint aber trotz allem nicht so ganz glauben zu können, was ihm passiert ist: Er, der unbedingt in die GFCW zurückkehren will, hat bei der letzten Show vor Title Night einen Main Event gewonnen. Schöner kann auch Weihnachten nicht werden.


Alles gut also. Für die Publikumslieblinge, für die Fans. Es könnte gut und gerne ein Bild sein, mit dem man bei bester Laune nach Hause geht…


doch dann stürzt Alonso mit schmerzverzerrtem Gesicht um.


Pete: „Darragh Switzenberg!“


Der breite Körper des Kanadiers ragt im Ring auf. Mit einer Schnelligkeit, die man ihm nicht zugetraut hatte, war er in den Ring gestürmt. Eine Clothesline in Alonso Nacken hatte seinen einstigen Verbündeten ins Verderben gestürzt.


Pete: „Vor zwei Wochen hat er noch großmundig verkündet, er habe es nicht nötig, einen wie Alonso zu attackieren. Doch wieder einmal zeigt sich, dass…“


man einen wie Switzenberg nicht beim Wort nehmen sollte. Vielleicht ist das der Satz, den Pete vollenden wollte. Doch er beißt sich auf die Zunge, hält die Kritik zurück und blickt stattdessen stumm auf die Ereignisse im Ring.

Switzenberg greift Alonso an den Hals und zieht ihn auf die Beine, um auf die Attacke noch eins draufzusetzen. Wenn sein Kollege schon bei Title Night gegen Alonso antreten muss, will der Anführer des Switziverse ihm zumindest weiter schaden.


Doch da ist Timo Schiller!


Mit einem mutigen Brüllen springt der Dortmunder, angetrieben vom Jubel der Zuschauer, auf Switzenberg zu. Er rammt Darragh im Stile eines Footballers weg. Switzenberg gerät ins Stolpert, muss kurz zu Boden. Rappelt sich wieder hoch. Das bietet genügend Zeit für Alonso, dem Klammergriff zu entkommen und nach Luft zu japsen. Zac rollt sich aus der Gefahrenzone.


YES!“

YES!“

YES!“


Mit diesen Schreien unterstützen die Zuschauer jeden Punch Schillers, den dieser gegen einer überrumpelten Switzenberg setzt. Es gelingt dem ultimativen Underdog, der vor zwei Wochen noch Pommes verkauft hat, tatsächlich, Switzenberg mit einer Kaskade von Schlägen auf die Seile zuzutreiben.


Doch dann beendet ein Knie im Magen Schillers Vormarsch. Mit einem Stöhnen sackt Timo zusammen.


Pete: „Was macht Switzenberg denn jetzt?“


Man könnte erwarten, dass Darragh die Chance nutzt, um seinen Vertebreaker als ultimative Bestrafung für Schillers Angriff durchzubringen. Doch zur allgemeinen Überraschung macht er etwas anderes.

Er greift nach Schiller und wirbelt ihn herum, so dass der Dortmunder mit dem Rücken zu ihm steht.


Dann setzt Switzenberg eine Aktion an, die man so noch nie von ihm gesehen hat. Switzenbergs massive Arme greifen unter den Schultern von Schiller hindurch, dann verschränkt er sie hinter dem Nacken seines Opfers ineinander.


Pete: „Ein Full Nelson!“


Schiller beginnt zu schreien, als Switzenberg den Druck erhöht. Doch Darragh belässt es nicht dabei. Wie ein Bär beginnt er seine Beute hin und her zu schütteln. Er genießt die Dominanz, die die Aktion ihm über Schiller gibt.

Schiller klopft mehrfach mit der Hand auf Switzenbergs Arm – in einem Kampf hätte das die Aufgabe bedeutet. Doch in dieser Situation ist es hoffnungslos. Switzenberg macht keine Anstalten, den Full Nelson zu brechen.


Sven: „Alonso zur Rettung!“


Zac hat sich von der Clothesline in den Nacken erholt und läuft auf Switzenberg zu, um ihn von Schiller wegzubekommen. Ohne Zurückhaltung stürzt er sich auf seinen einstigen Anführer und zerrt an dessen Armen, damit dieser den Lock gegen Schiller löst. Doch Switzenberg hat sich mit solcher Kraft um Schiller verschränkt, dass die Bemühungen Alonsos hoffnungslos sind.


Pete: „Es gelingt weder Schiller noch Alonso, den Full Nelson zu brechen!“


Alonso wechselt die Taktik. Statt mit Kraft versucht er es mit Schlägen. Doch seine Punches scheinen an Switzenberg geradezu abzuprallen. Der zweimalige Intercontinental-Champion wirkt wie in einem Rausch. Mit sadistischer Genugtuung schüttelt er Schiller hin und her. Der Dortmund hat das Schreien aufgegeben und lässt den Kopf längst mut- und beinahe besinnungslos nach unten hängen. Er ist der Bewusstlosigkeit nahe.


Doch es kommt noch schlimmer.

Hollywood Jake zieht Alonso aus dem Ring.


Die einstigen Tag-Team-Partner prügeln sich die Rampe hinunter in Richtung des Vorhangs. Mit jedem Schritt, den Alonso weiter entfernt ist, schwinden die Hoffnungen von Schiller noch mehr, irgendwie gerettet zu werden. Sein schöner Abend, sein Sieg im Main Event, endet in einer Nacht des Schmerzes. Wäre da nicht…





Jason Crutch!


YEEEEEEES!“


Der amtierende Intercontinental-Champion schießt an Jake und Zac, die noch immer miteinander brawlen, vorbei und rennt die Rampe in einem Affenzahn entlang. Ohne Zurückhaltung slidet er zur Rettung Timo Schillers in den Ring.


Zunächst versucht auch er mit bloßen Händen, den wuchtigen Aggressor von seinem Opfer zu zerren. Doch tatsächlich hat dieser sich so in den armen Schiller verbissen, dass er, aggressive Schreie ausstoßend, evtl. noch nicht einmal registriert hat, dass sein Dauerrivale Jason Crutch überhaupt an ihm rumzerrt. Crutch versucht gar, Switzenberg mittels eines Sleeperhold von Schiller zu zerren…doch nicht einmal das wirkt! Crutch sieht keine andere Lösung: tatsächlich schnallt er den Intercontinental-Championgurt von der Hüfte, nimmt zwei Schritte Anlauf und drischt das Teil gegen Switzenbergs Hinterkopf. Blitzartig, unter dem Jubel der Fans, löst dieser nun zwangsläufig den Griff, stolpert nach vorne auf die Knie. Doch geistesgegenwärtig rollt er sich sofort aus dem Ring. Was oder wer auch immer ihn getroffen hat: es dürfte nichts gutes verheißen. Flucht erscheint ihm also nur logisch.


Im Ring zurück bleibt, unter tosendem Zuspruch seiner Anhänger, Jason Crutch, der wütend über das oberste Ringseil hinweg auf seinen nächsten Herausforderer einbrüllt. Dieser aber entfernt sich bereits mit Rückwärtsschritten vom Ring, den Blick starr auf Crutch gerichtet. Die Empörung darüber, bei seinem „Spiel“ mit Schiller unterbrochen zu werden ist in sein Gesicht gezeichnet. Langsam legt sich der spaßige Rausch, der in ihm entstanden war, als er Schiller mit dem Full Nelson quälte.


Als im Hintergrund Alonso und Jake brawlend durch den Vorhang verschwinden, hat Switzenberg die Rampe ganz für sich allein. Er draußen, Crutch im Ring. Der Staredown ist mit solcher Energie angefüllt, dass es nicht verwundern würde, ginge ein Blitzschlag durch die Halle.


Darragh Switzenberg: „Ich hoffe, du hast genau hingesehen, Jason.“


Natürlich hat Crutch das. Der IC-Champion beugt sich über die Ringseile und fordert Darragh auf, zurück in den Ring zu kommen. Doch Switzenberg macht keine Anstalten, sich auf eine weitere Schlägerei einzulassen.


Darragh Switzenberg: „Was du gesehen hast, ist das Zeichen meiner absoluten Dominanz. Meine neue Wunderwaffe.“


Verächtlich deutet er auf Schiller. Timo ist nach dem Angriff noch immer am Boden und hält sich stöhnend den Nacken. Crutch kniet sich neben den Dortmunder und versucht, ihn aufzurichten.


Darragh Switzenberg: „Ich nenne ihn den Switzilock. Kein besonders beeindruckender Name, doch wer weiß, wofür Switzi steht, der weiß, dass es Macht bedeutet. Bei deinen jämmerlichen Befreiungsversuchen hast du hoffentlich eines gemerkt, Jason.“


Er legt den Kopf schief, um Crutch genau zu beobachten.


Darragh Switzenberg: „Mit normalen Mitteln ist es nicht möglich, den Switzilock zu brechen. Schiller hat deine Hilfe gebraucht. Aber wenn wir beide, Jason, bei Title Night aufeinandertreffen…da wird es für dich keine Hilfe geben. Du wolltest unbedingt einen fairen Kampf, ein Eins-gegen-Eins. Also wirst du mir und dem Switzilock hilflos gegenüberstehen, denn niemand wird die Rampe herabstürmen, um dich zu befreien.“


Switzenberg hebt seinen Arm. Er deutet auf den Titelgürtel, den Jason Crutch nun wieder umgeschnallt hat.


Darragh Switzenberg: „Blick auf Timo Schiller. Wie zerstört er ist. Dann siehst du deine Zukunft. In zwei Wochen. Title Night. Ich verspreche dir etwas…“


Switzenberg hält inne. Er blickt sich in der Halle um, ein Grinsen auf den Lippen.


Darragh Switzenberg: „Nein, ich verspreche der gesamten GFCW-Galaxy etwas. 2025 wird so enden, wie es begann.“


Er klopft sich auf die Brust.


Darragh Switzenberg: „In den Fängen des Switziverse.“


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Danke an alle Schreiber!!!