Er behandelt ihn lieblos.
Als sei er nichts weiter als ein mit Fell umhüllter Sack aus Knochen und Fleisch. Als hause hinter seinen dunklen Augen keine gutmütige Seele, der es nach Zuneigung und Respekt sehnt.


Doch kann man diesen Augen wirklich Liebe verwehren?










Man kann.


Hundewache: „Komm schon, verdammter Köter.“


Ein Mann, dessen Identität ebenso unbekannt wie unwichtig ist, zerrt genervt an der Leine. Es gibt einen solchen Ruck am Halsband des Switzidogs, dass das schokoladenbraune Tier beinahe in die Luft gehoben wird.
Traurig fiepend gibt es für den Hund keine andere Möglichkeit, seinem neuem Begleiter zu folgen, wenn er es nicht auf eine Strangulation anlegen möchte.

Hundewache: „He, du. Was starrst du mich so an?“


Der Mann mit einem schwarzen Switziverse-Shirt hat seine Stimme an jemanden gerichtet, der inmitten einer Traube aus GFCW-Mitarbeitern steht und skeptisch verfolgt, wie der Hund von seinem ungeduldigen Aufpasser herumgezerrt wird.

Es ist Peter Cleven. Jemand der als Ringrichter seit Jahrzehnten von Berufs wegen Gerechtigkeit ins Blut injiziert bekommt.


Peter Cleven: „Geht das nicht etwas liebevoller? Es ist ein Tier, kein Gegenstand.“

Hundewache: „Was mischt du dich da ein, Mann? Ich habe einen klaren Auftrag: Köter zum Fotoshooting für den Switziverse-Shop. Dann Köter zurückbringen, weg aus der Halle.“


Der Mann stöhnt enerviert als der Switzidog an einer Ecke zu schnüffeln beginnt. Zieht ihn mit einem weiteren Ruck zurück.


Hundewache: „Wir waren beim Fotoshooting, jetzt will ich gleich Feierabend haben. Und für den Mindestlohn mache ich nicht mehr, als ich muss.“


Cleven schließt die Augen und schüttelt den Kopf. Ohne Zweifel: Zac Alonso hatte seine Fehler, doch unter ihm war ein Hundeleben wenigstens keine Hundeelend. Doch so sehr Cleven auch im Squared Circle die Befehlsmacht unter sich hat, so wenig kann er jetzt in der Situation ausrichten.

Mit traurigem Blick muss der Ringrichter verfolgen, wie der Switzidog von der Aushilfskraft weitergezerrt wird.


Hundewache: „KÖTER! Ich habe gesagt, du sollst kommen. Gottverdammt, mein Vorgänger hat dich viel zu sehr verwöhnt.“


Wieder ein trauriges Fiepen. Aber der Switzidog fügt sich. Sein flauschiges Fell fegt den Staub vom Boden des Backstagegangs, als er an der Leine weitergezogen wird.


Hundewache: „So, ab ins Auto und dann soll sich wer anders um dich Stinkvieh kümmern.“


Er tritt auf den Parkplatz, öffnet den Kofferraum zu einem bulligen Geländewagen. Darin ein Käfig. Der Mann klopft auf den Käfig und hat einen genervten „Rein da!“-Blick aufgesetzt. Doch der Switzidog spurt nicht.


Hundewache: „Verlangst du faules Stück etwa, dass ich dich jetzt hochebe und da reinstopfe? Darragh zahlt mir nur den Mindestlohn. MIN-DEST-LOHN. Was verstehst du an diesen drei Silben nicht, Hund?“


Keine Regung vom Switzidog.

Oder etwa doch?

Er scheint etwas entdeckt zu haben. Sein cuter Schwanz beginnt zu wedeln.



Im nächsten Augenblick tritt ein Schatten hinter dem Wagen hervor. Es geht alles ganz schnell.


Die Hundewache stürzt zu Boden, eine Platzwunde an der Stirn.


Der Schatten greift nach dem Tier.
Dann wird das Bild schwarz.



??? Tage vor der Show...

 

Aiden Rotari: "Dich habe ich hier nicht erwartet."

 

Dennoch macht der amtierende Wrestler des Jahres etwas Platz und lässt den Kameramann bei sich am Tisch sitzen. Rotari beäugt die Kamera einen Moment lang misstrauisch, und es wirkt fast, als würde er uns durch die Linse direkt anstarren und in unseren Augen nach irgendetwas suchen. Doch dieser Moment ist vorbei, und Rotari nickt kurz, als wolle er sagen, er habe verstanden. Als Mitglied des GFCW-Rosters ist ihm natürlich bewusst, dass hier und da einmal unerwartet eine Kamera auftaucht.

 

Aiden Rotari: "Was möchtest du trinken? Ich zahle."

 

Kein Grund zur Unhöflichkeit gegenüber der Crew, so hat Rotari schon immer agiert. Wenn die Backstage-Crew einen mag, bekommt man vielleicht Informationen, die andere nicht bekommen, und Informationen sind Macht. Wir können nicht sehen, worauf der Kameramann auf der Getränkekarte - die uns diese Location als "Da Gennaro" benennen lässt - deutet, doch Aiden winkt direkt einen Kellner heran.

 

Aiden Rotari: "Ein Wasser für den jungen Herren bitte. Ohne Kohlensäure."

 

Als der Mann wieder abzieht, ums Innere des Geschäfts zu dackeln und besagtes Wasser zu organisieren, macht Rotari einen zusätzlichen Knopf seines Mantels in der Nähe seines Halses zu. Es ist kalt, nicht unbedingt angenehm, und dennoch sitzt Rotari draußen. Sein Blick scannt die Umgebung, als seine Augenbrauen mit einem Mal in die Höhe schießen.

Er wirkt tatsächlich überrascht.

 

Hast du jemand anderen erwartet?“

 

Die Überraschung fußt auf dem Neuankömmling, der sich zu Rotari hinzugesellt und vermutlich der Grund für diese Szenerie und dieses Treffen ist. Es ist ein Mann, mit dessen Umfeld Rotari eine mehr als beachtliche Geschichte hat und doch ist es der einzige Mann aus besagten Umfeld, den Rotari noch nie getroffen hat.

Um genau zu sein, hat das keiner, außer eben diesem Umfeld.

Es ist nicht James, sondern Salvatore Corleone, der es seinem Bruder nicht gleichtut und das formale „Sie“ gar nicht erst in Erwägung zieht. Für Salvatore Corleone gibt es keine Unterschiede in der Ansprache andere Menschen oder zumindest scheint er sich nicht für diese zu interessieren.

Wie ein alter Mann, der er ja nun mal ist, kommt Salvatore zu Rotaris Tisch, an dem er auch direkt Platz nimmt. Seine Aufmerksamkeit gilt dabei einzig und allein Aiden Rotari und nicht mal ansatzweise der Kamera. 

Aiden beantwortet das, indem er etwas aus der Innentasche seines Mantels zieht - ein Stück Papier, wie es aussieht, vollgekritzelt mit ordentlicher, sauberer Handschrift.

 

Aiden Rotari: "Ich hatte einen anderen Corleone erwartet. Aber das haben Sie vermutlich so geplant. Die purpurne Unterschrift auf der Einladung hätte mir wohl als ein wenig "too much" ins Auge springen sollen."

 

Der Kellner kommt an den Tisch, um das Wasser vor den Kameramann zu stellen, während Rotari den Zettel ordentlich wieder verstaut. Er deutet auf Salvatore.

 

Aiden Rotari: "Möchten Sie etwas trinken? Ich zahle."

Salvatore Corleone: „Wie großzügig.“

 

Es ist mittlerweile etabliert, dass Sals Art sehr trocken und nüchtern, fast schon kalt – wenn man ihn nicht kennt – ist und doch kann man die Note Ironie, die mit dieser Antwort einhergeht, nicht überhören. Vermutlich kommt diese Ironie aber eben genau aus dieser kalten, abgebrühten Art – er ist nicht hier um zu trinken, er ist hier um zu reden.

 

Salvatore Corleone: „Ich bin nicht durstig.“

 

Corleone schaut nur zu Rotari, nicht zum Kellner und lässt diesen und Aiden damit recht schroff abblitzen.

Kurz senkt der Kellner den Kopf, dann verschwindet er zügig wieder. Rotari hat seinen Gegenüber ins Auge gefasst und versucht sich nicht in die Karten schauen zu lassen. So gut sein Pokerface auch funktioniert, als er sich nach vorne lehnt, kann man seiner Körpersprache doch eine gewisse Neugier entnehmen.

 

Aiden Rotari: "Sie wollten mich sprechen. Ich bin hier."

 

Mehr sagt er nicht. Die Implikation ist klar: Der Ball liegt bei Salvatore.

Dieser wiederum bleibt nach wie vor distanziert und emotionslos. Es ist nicht so, dass er Aiden nicht respektieren würde oder dass er ihm feindlich gesinnt sei, er hat schlichtweg keinen Bezugspunkt mit ihm und scheint auch grundsätzlich keinerlei Interesse an einer Interaktion mit ihm zu haben. Und das nicht, weil Aiden Aiden Rotari ist, sondern, weil Salvatore Corleone am liebsten mit niemanden interagieren würde, außer, mit den Menschen, die ihm wichtig sind, was wohl The End und Aldo Nero sein dürften.

Aber es scheint, als würde ihm nichts anderes übrigbleiben.

 

Salvatore Corleone: „Ich habe einen Vorschlag für dich.“

 

Er rückt direkt raus mit der Sprache und verklausuliert sein Anliegen genauso wenig, wie er es doppeldeutig verkauft. Es ist, was er sagt und er scheint sich nicht mehr zu erhoffen, als, dass Aiden Rotari dieses annimmt, während sein Bruder wohl direkt verschiedene Ideen im Hinterkopf hätte, worauf er hier hinauswill.

Der ehemalige World Champion lehnt sich in einem Stuhl ein wenig zurück. Das ist ihm bekanntes Territorium. 

 

Aiden Rotari: "Das schmieden von Ränken scheint in der Familie zu liegen."

 

Er sagt ohne es als Lob oder Kritik zu meinen, es ist eine trockene Feststellung.

 

Aiden Rotari: "Die Idee wäre meine Hilfe für den Kampf gegen Aldo Nero? Eine gute Idee. Mein Preis wäre selbstverständlich-"

Salvatore Corleone: „Nein. Das ist nicht die Idee.“

 

Bevor Rotari sich in der überlegenen Position suhlen kann, erstickt Salvatore Corleone diese direkt im Keim. Bisher hat Sal sich auf den Stuhl gesetzt, mit dem Rücken an der Lehne und eher in einer „beobachtenden“ Position, jetzt allerdings lehnt er sich vor, als wolle er einen Punkt klarmachen.

 

Salvatore Corleone: „Um das direkt klarzustellen, ich bin nicht mein Bruder. Mir wurde gesagt, du seist klug, also wirst du das bereits festgestellt haben. Ich bin nicht interessiert an dieser Art von Deals, ich will keine unlauteren Abmachungen. Und auch wenn ich weiß, dass ausgerechnet du, dann der letzte sein solltest, zu dem ich mit diesem Anliegen kommen, bin ich hier. Nicht, weil ich mir einen Vorteil durch dich erhoffe und nicht, weil ich einen Preis habe, denen ich dir zu zahlen Gedenke.“

Aiden Rotari: "Was ist dann Ihr Anliegen?"

Salvatore Corleone: „Ich will ein Match. Und du… solltest dieses Match auch wollen.“

 

Sal lehnt sich nun langsam wieder zurück und mit zunehmender Laufzeit dieses Gespräches wird immer deutlicher, dass auch er „Geschäfte dieser Art“ nicht zum ersten Mal macht. Er scheint in seiner Unberechenbarkeit nicht mal ansatzweise mit seinem Bruder mithalten zu können, was nicht bedeutet, dass er weniger imposant oder überzeugend ist, seine Mittel und Wege die Dinge zu erreichen, sind einfach anders. Ehrlicher? Bestimmter? Aufrichtiger?

Und dennoch, seine Erscheinung und sein Auftreten steht, was die Intensität angeht, dem seines Bruders in nichts nach. Vielleicht ist seine „Aura“ sogar noch etwas… einschüchternder, denn wie schon gesagt: er kommt nicht hintenrum, er schaut seinen Feinden direkt ins Gesicht und sagt ihnen, was er will. Ohne Tricks, ohne Doppeldeutigkeit, ohne List.

 

Salvatore Corleone: „End schickt mich. Ihm steht ein großes Match bevor, ein Match um den GFCW World Championship. Dafür benötigt er… eindrucksvollere Siege, als gegen Rookies. Und die Bilanz zwischen euch Beiden ist, gelinde gesagt… etwas unausgeglichen, dank meines Bruders. Er fordert dich daher zum Duell, so kann er nicht nur einen großen Sieg einholen, so kann er gleichermaßen die Schmach aus dem letzten Jahr wiedergutmachen.“

Aiden Rotari: "Das klingt sinnvoll. Aus Sicht von The End."

 

Der amtierende Wrestler des Jahres faltet die Hände und legt sie vor sich auf den Tisch.

 

Aiden Rotari: "Mir jedoch fehlt da ein wenig der Anreiz."

 

Sals Miene verfinstert sich und es wird noch einmal deutlich: er will hier keine Spiele spielen, er will ganz pragmatisch Entscheidungen treffen.

 

Salvatore Corleone: „Für dich… steht dasselbe auf dem Spiel wie für ihn. Auch du stehst vor einem großen Match, ist es nicht so? Gegen deinen Mentor, richtig? Was meinst du, würde es für einen Eindruck machen, wenn du in diese Schlacht mit einem Sieg über den Mann ziehst, den er nie besiegen konnte. Über den Mann, den du nur durch Eingreifen besiegen konntest?“

 

Sal setzt kurz ab, scheint aber noch nicht fertig zu sein. Man merkt schon, dass End ihn in vielerlei Hinsicht instruiert hat, über Rotari und deren gemeinsame Geschichte, man merkt aber auch, dass Sal „auftaut“ – oh ja, James Corleone ist nicht der einzige Corleone, der überzeugen kann. Und es scheint, als würde in Salvatore Corleone noch viel mehr stecken als bisher bekannt.

 

Salvatore Corleone: „Ich weiß, dir geht es nur um den Sieg, Wie du ihn erringst, ist dir egal. Aber wäre es nicht schön, ein einziges Mal einen unanfechtbaren, gewaltigen Sieg ganz allein einzufahren?“

Aiden Rotari: "Es wäre noch sehr viel schöner, wenn wir ein paar Details anpassen könnten."

Salvatore Corleone: „Nein.“

 

Corleone sagt nur ein Wort, aber das so bestimmt, dass hierbei viel mehr mitschwingt. Und ohnehin, er hat schon viel mehr Worte gesagt, als wir es von ihm gewohnt sind, es scheint, als wolle er nun langsam zum Schluss kommen.

 

Salvatore Corleone: „Ich bin nicht hier um einen Deal abzuschließen, ich bin hier um ein Match festzumachen. Nimm es an oder lass es sein, aber das ist eine ebenso große Chance für dich, wie sie es für ihn ist. Und wenn du das nicht erkennst, dann bist du entweder nicht so klug, wie mir gesagt wurde… oder du bist zu feige nach einer solchen Chance zu greifen.“

 

Rotari presst die Lippen zusammen und lehnt sich dann selbst wieder etwas zurück. Es ist schwer zu beurteilen, ob das hier Theatralik ist, ob er Salvatore zappeln lassen will oder ob er wirklich nachdenkt.

 

Aiden Rotari: "Ich gedenke deine Erwartungen in meine außerordentliche Klugheit zu erfüllen."

 

Langsam entknotet er die Hände auf dem Tisch und schiebt sie in die Taschen seines Mantels. Der kalte Wind bläst ihm eine Strähne seines Haares ins Gesicht.

 

Aiden Rotari: "Selbstverständlich ist es in meinem Sinne, gegen The End zu kämpfen. Besiege ich Robert bei Title Night, stehe ich gut dar, was ein künftiges Match um meinen Titel angeht. Besiege ich vorher noch The End, wird es an mir kein Vorbeikommen geben. Sollte The End nach Title Night Champion sein, habe ich einen weiteren Sieg über ihn, was ein sehr starkes Argument ist, damit er gegen mich um den Titel antreten muss. Sollte The End bei Title Night scheitern... nun, Ihr Bruder mag ein gewiefter Wendehals sein, aber das Office wird über Siege gegen den größten Star der Promotion und den größten Star in der Geschichte der Promotion nicht hinweg sehen können, und ich werde mein Match gegen Aldo Nero bekommen. Dementsprechend nehme ich an."

 

Rotari behält Salvatore sehr genau im Auge, während er weiterspricht.

 

Aiden Rotari: "Es wäre jedoch nachlässig von mir gewesen, nicht zumindest zu versuchen, noch etwas mehr für mich herauszuschlagen. Dafür haben Sie als Bruder von James Corleone sicher Verständnis, wenn auch vielleicht wenig Respekt. Sie haben es nicht zugelassen. Sie verstehen, wie diese Promotion funktioniert. Das werde ich mir merken."

 

Sal mustert Aiden weiter und während ihm nicht entgeht, dass Aiden bereits jetzt etwas im Schilde zu führen scheint, wird so langsam auch etwas deutlicher, was Sal von Rotari hält. Aber, das muss ich hier gar nicht weiter beschreiben, denn Sal ist ja nicht James und deshalb sagt er es euch selbst und das, auch wenn er letztendlich recht problemlos das bekommen hat, was er wollte.

 

Salvatore Corleone: „Aiden, ich mag dich nicht. Mir ist es egal, was du aus diesem Match machen wirst, denn ich weiß eines: End wird dich dieses Mal besiegen.“

 

Was er nun aber nicht sagt, ist der Grund, weshalb er ihn nicht mag, aber anhand dieses Gespräches und daran, was er im Vorfeld über Rotari gehört hat, kann man mutmaßen, woran es liegen könnte: er erinnert ihn, an seinen Bruder. Eine Parallele, die in den Gesprächen zwischen Rotari und James öfters angedeutet wurde und auch Sal nicht entgangen ist. Aber es ist egal, er hat was er will und ohnehin ist Aiden Rotari nur eine Zwischenstation bis zum Erreichen des großen Zieles, das dann bei Title Night erfolgen soll und das scheint nun also klar, bei War Evening wird End seine Chance auf Rache und seine große Bewährungsprobe vor dem finalen Match gegen Aldo erhalten.

Sal steht auf, schaut final noch einmal zu Aiden. Auf ein „Danke“ oder ähnliches zu warten, dafür dass Aiden das Match nun doch angenommen hat, wäre genauso vergebens wie ein Danke auf das Angebot eines Getränks von Rotari zuvor. Nochmal: es geht Sal nicht um Freundschaften, er ist nicht an zwischenmenschlichen Interaktionen interessiert. Es gibt eine glasklare Agenda und nur um diese abzuarbeiten, dafür ist er hier.

 

Salvatore Corleone. „Ich schätze an dieser Stelle sollte man sagen: ‚es war mir eine Freude‘… nunja, das war es nicht. Wir sehen uns bei War Evening.“

 

In den wenigen Momenten, die Sal mit Aiden verbracht hat, hat er genug über ihn gelernt um ihn richtig einschätzen zu können: er mag ihn nicht. Vermutlich mag Sal so gut wie niemanden, aber, wenn jemand ihn dann so sehr an seinen Bruder erinnert, wie Aiden es tut, dann hat er nochmal weniger für ihn übrig. Er hat Aiden die Chance auf eine persönliche Verbesserung geboten, End fair besiegen zu können, doch Aiden ging es nur um seinen eigenen Vorteil und das ist etwas, was ein Salvatore Corleone nicht mag.

Er geht.



Lorenz: “Er müsste doch schon längst hier sein.”


Zutiefst nervös marschiert der Mann mit der Brille kreisförmig um seinen Kumpanen, Maximilian Lunenkind, herum, der mit vorgeschobener Unterlippe und verschränkten Armen eher Verdruss als Unruhe vermittelt. Heute trägt Lorenz eine runde Brille von Valentino. Dieses Modell besticht durch seine geschwungene Silhouette und ist mit Couture-Details verziert. Feine Kristallverzierungen verleihen der Vorderseite Leichtigkeit und Charakter, während die schmalen, geradlinigen Bügel Vintage-Modellen nachempfunden sind und durch dekorative Nieten und das unverwechselbare Valentino-Logo, das Markenzeichen der Maison, aufgewertet werden. Dieses Modell vereint Stil mit Vielseitigkeit.


Maximilian Lunenkind: “Vielleicht ist er das ja und er will nur nicht mit uns sprechen.”


Missmutig bohrt Lunenkind mit seiner Zunge im linken Nasenloch, während Lorenz abrupt zum Stehen kommt und den Kopf schüttelt. Sie sind beide auf dem Parkplatz vor dem Mitarbeiter-Eingang der Halle, genau da platziert, wo man jemanden abfangen kann, der spät dran ist, sind doch die meisten längst innerhalb des Gebäudes. Dieses seltsame Schauspiel geht offenbar schon lange genug, als dass es einen Kameramann angelockt hat – deshalb sehen wir das Ganze nun.


Lorenz: “Er muss. So muss ein Vorgesetzter agieren. Wir sind in Gefahr. Du hast gesehen was dieser WAHNSINNIGE mit Marc und unserem Premium-Produkt angestellt hat.”


Damit ist sicherlich Robert Breads gemeint, und allein der Gedanke an das, was bei der vergangenen Show geschehen ist, scheint Lorenz wieder nervös zu machen, denn er beginnt erneut zu marschieren. Diesmal auf und ab, und nicht im Rund.


Lorenz: “Es ging ja noch mal glimpflich für uns aus. Das Sprachrohr wird schon neu gecastet, aber-”

Maximilian Lunenkind: “Würdest du so auch über mich reden, wenn man mich ausschaltet?”

Lorenz: “Was?”

Maximilian Lunenkind: “Wäre es “glimpflich”, wenn es mich erwischt hätte? Einfach jemand neuen unter die Schweinemaske stecken, wie bei Mike Müller damals, und dann-”

Lorenz: “Theorien, Hypothesen! Lass uns bei der Realität bleiben!”


Der großgewachsene Mann im pinken Anzug scheint nicht begeistert, dass Lorenz das Thema umschifft, aber auch Lunenkind muss sich eingestehen, dass die aktuelle Situation vielleicht Vorrang vor moralischen Dilemmata haben sollte.


Lorenz: “Marc kann uns nicht mehr beschützen. Unser Premium-Produkt ist im Eimer. Aber das wird uns doch sicherlich nicht passieren, oder? Sie waren Verräter! Wir sind keine Verräter! Wir stehen auf der richtigen Seite!”


Das ist fast schon als Frage formuliert, und Lorenz – mittlerweile erregt genug als das sein üblicherweise perfekt gestyltes Haar mit einer winzigen Strähne aus dem Raster fällt. Er glotzt Lunenkind durch seine Brille an, bleibt dabei stehen und tappt erratisch mit einem Fuß auf dem Boden herum.


Maximilian Lunenkind: “Klar. Oink, Oink, und so weiter.”


Das klingt ehrlich gesagt etwas lahm und nicht so, als stecke eine Menge Überzeugung dahinter.


Maximilian Lunenkind: “Wissen wir denn, dass sie Verräter waren? Vielleicht war es echt ein Plan vom Boss, und der ist schief gegangen, oder... er hat sie halt einfach geopfert, für den unwahrscheinlichen Fall, dass es doch klappt.”

Lorenz: “Marc war dämlich genug, sich diesen Plan selbst auszudenken.”

Maximilian Lunenkind: “Und manipulierbar genug, um sich beim Boss einschleimen zu wollen, indem er dessen Plan ausführt. Wie ein Schwein auf dem Weg zur Schlachtba-”

Lorenz: “Selbst wenn, er hat nicht uns geschickt!”


Als hätte er einen großen Triumph errungen hebt Lorenz einen Zeigefinger der Hand, die noch immer in einem Gips steckt. Sein Grinsen wirkt leicht manisch.


Lorenz: “Wir sind also wertvoll. Uns wird er nicht den Wölfen zum Fraß vorwerfen, und uns würe er beschützen, wenn dieser irre alte Mann-”

GFCW-Mitarbeiter: “Entschuldigung?”


Lorenz schreckt sofort zusammen, als er eine fremde Stimme hört, und auch Lunenkind dreht sich blitzschnell um. Es ist allerdings bloß ein untersetzter Mann im GFCW-Polo-Hemd, dessen müde Augen die beiden ins Visier nehmen, als er mit monotoner Stimme spricht.


GFCW-Mitarbeiter: “Ihr hattet mich doch gefragt, ob Aiden Rotari schon da ist. Naja, ich hatte ihn vorhin nicht gesehen, aber jetzt schon. Er ist längst da.”

Lorenz: “Oh, Gott sei Dank!”


Ein Strahlen breitet sich auf dem Gesicht von Lorenz aus, als er mit Schritten, die mit einem Mal größer und selbstbewusste geworden sind, auf die Halle zugeht.


Lorenz: “Wo ist er?”

GFCW-Mitarbeiter: “Soll ich euch nicht sagen.”

Lorenz: “WAS?!”


Es fehlt nur, dass Lorenz Cartoon-artig die Kinnlade auf den Boden kracht, so schockiert ist er von dieser Aussage. Der Mitarbeiter zuckt nur mit den Schultern.


GFCW-Mitarbeiter: “Er hat mir gesagt, er will von keinem gestört werden, er muss sich auf seinen eigenen Scheiß konzentrieren.”

Lorenz: “Du sagst mir jetzt sofort, wo er ist, oder-”

GFCW-Mitarbeiter: “Ich lege mich lieber mit dir an als mit ihm, also von mir aus.”


Das bringt Lorenz zum Schweigen, während der Mitarbeiter in seiner Hosentasche kramt und einen Zettel heraus zieht.


GFCW-Mitarbeiter: “Aber das hier soll ich euch geben. Ihr wisst angeblich, was damit gemeint ist.”


Mit Nachdruck reißt Lorenz das Stück Papier aus der Hand des Mitarbeiters, der einen Moment lang eher verdattert wirkt, dann aber mit einem Seufzen wieder im Gebäude verschwindet. Lorenz studiert das Stück Papier.


Lorenz: “Ja, gut... Maximilian, das ist... so wird es passieren, ja!”


Der Marketing-Experte wedelt mit dem Zettel umher und winkt Lunenkind zu sich, der sich ansieht, was darauf geschrieben steht.


Lorenz: “Damit können wir unseren Wert beweisen. Und du kennst ja das Motto der Entrepreneurin...”


Mit einem Zeigefinger deutet Lorenz auf Lunenkind, der noch immer das Blatt Papier betrachtet, während er tonlos das Mantra rezitiert.


Maximilian Lunenkind: “Man muss das Risiko gegen den potenziellen Ertrag sehen. Ist es das wirklich wert?”

Lorenz: “Ganz genau. Und wir werden es wirklich wert sein, dass man uns beschützt.”

Maximilian Lunenkind: “Ich weiß ja nicht. Der Boss wirkt einfach nicht so wie der Typ, der-”

Lorenz: “Papperlapapp! Das ist unsere CHANCE, mein Freund!”

Maximilian Lunenkind: “Wir könnten genauso enden wie Kasper und Marc.”

Lorenz: “Wer und Marc?”

Maximilian Lunenkind: “Der Punkt ist, ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist.”

Lorenz: “Hast du eine Bessere? Wir stecken drin, wir müssen uns auf eine Seite stellen. Und ich stelle mich sehr viel lieber auf DIESE Seite. Was sollen wir denn sonst machen?”


Lunenkind zuckt mit den Schultern.


Maximilian Lunenkind: “Uns rausziehen, woanders hingehen. Ein ulkiges Meme-Schwein findet sicher an jedem Ort der Welt seinen Platz, und seit meiner Nahtoderfahrung denke ich anders über-”

Lorenz: “Red’ keinen Schwachsinn. Die GFCW ist der beste Ort, um unsere Form von Marketing zu betreiben. Die Fokusgruppe hat das eindeutig festgestellt. Die dachten, IPW hätte was mit der Universität Aachen zu tun. Wir bleiben, und wir werden unseren Wert beweisen. Wenn der Boss erstmal sieht, dass wir nicht nur treu, sondern auch nützlich sind, wird er uns beschützen, sollte es hart auf hart kommen.”


Offenbar zufrieden mit diesen Worten tänzelt Lorenz beinahe euphorisch schnurstracks auf die Halle zu, und betritt selbige durch die Tür, durch die auch schon der Mitarbeiter in die Katakomben entschwunden ist. Er lässt einen noch immer eher nachdenklichen Lunenkind zurück, der geistesabwesend an der pinken Krawatte mit dem Schweinemotiv darauf spielt, während er diese wichtige Entscheidung überdenkt. Dann blickt er kurz zur Kamera, und seine Miene wird grimmiger.


Maximilian Lunenkind: “Also gut. Yippie-Ya-Yay, Pigsterbacke!”




War Evening, MHPArena (Ludwigsburg), 14.11.2025


In Kooperation mit



Pete: „Zwei lange Wochen mussten Sie warten, aber jetzt ist es endlich wieder so weit, meine Damen und Herren, wir begrüßen sie recht herzlich zu TITLE NIGHT! Oder naja, nein, War Evening natürlich! Aber, wenn man sich die heutige Card anschaut, könnte man denken, wir wären schon beim PPV!“

Sven: „Da die Card weder den GROßARTIGEN Aldo Nero noch eine direkte Involvierung des FANTASTISCHEN James Corleone beinhaltet, kann ich deine überbordende Euphorie weder verstehen, noch teilen.“

Pete: „Musst du ja auch nicht, die GFCW-Galaxy tut es, wenn man sich die 5300 jubelnden Zuschauer hier in der MHPArena in Ludwigsburg anguckt und für die machen wir all das ja schließlich!“

Sven: „Yeah…“


Das Jahr neigt sich dem Ende, Title Night rückt immer näher, doch jetzt erst einmal Willkommen zu War Evening! Die Kamera fängt die, von Pete bereits angesprochenen, Fans ein, die tatsächlich sehr euphorisch die heutige Ausgabe einleiten, denn es steht viel auf dem Programm und einiges davon ist tatsächlich PPV-würdig!


Tag Team-Match:
Switziverse Unlimited (Zac Alonso & Jakob Fleestedt) vs. Zwei Mitglieder des Förderkaders
Referee: Mike Gard

Pete: „Wir beginnen direkt mit einem Tag Team Match! Zwei Mitglieder aus den Reihen des Förderkaders bekommen abermals die Chance sich zu beweisen. Beim letzten Mal gelang es Rebel Called Hate3 leider nicht, diese Gelegenheit wirklich auszunutzen, aber wer weiß, vielleicht ist das heute anders!“

Sven: „Nun, bei den Gegnern handelt es sich um zwei hochkarätige Mitglieder, des legendären Switziverse und das will was heißen!“

Pete: „Wenn du meinst…“

Sven: „Carnival of Combat mag nicht ganz so gut gelaufen zu sein, aber was solls. Es muss weiter gehen und Zac Alonso und Jakob Fleetstedt werden nach der Niederlage gegen die LPG alles Nötige dafür tun, die Argen wieder aus dem Feuer zu holen!“

Pete: „Dann schauen wir mal, wer die Förderkader-Repräsentanten werden und ob sie eine Chance haben gegen Switziverse Unlimited.“


Single Match:
The End (/w Salvatore Corleone) vs. Aiden Rotari
Referee: Karo Herzog

Pete: „Da hast du deine potenzielle Corleone-Show.“

Sven: „Gut, das du es selber erkennst, denn diese Person, die sich dort als Teil dieser legendären Familie ausgibt, hat nichts mit der Genialität eines James Corleone zu tun! Aber es spricht für The End, dass er sich einen solchen Hochstapler sucht, um den Wegfall des Besten, was ihm je passiert ist, zu kompensieren.“

Pete: „Du läufst doch nicht mehr ganz richtig.“

Sven: „Pete, bitte gib dich professionell!“

Pete: „Hier erwartet uns ein gewaltiges Match, welches im vergangen Jahr mehrere PPVs geheadlined hat. Und das jeweils um den GFCW World Championship. Damals konnte Rotari End besiegen, um den Titel zu gewinnen, wenn auch nicht ganz ohne Hilfe. Wird er es heute wieder schaffen? Oder wird The End seine Chance auf Vergeltung bekommen? Und vor allem… wird Aldo Nero den Angriff aus der letzten Woche wiederholen?“

Sven: „Ich hoffe.“


Jason Crutch Inviational:
Die verbliebenden Teilnehmer des Gewinnerteams erhalten bei GFCW Title Night 2025 ein Titelmatch gegen Jason Crutch um den GFCW Intercontinental Titel
Team Jason Crutch (Jason Crutch, Tsuki Nosagi, Tommy Qurashi, Daniel & Divinus) vs. Team Robert Breads (Robert Breads, El Metzli, Caracal Matthews, Skaði Fenrir & ???)
Referee: Mike Kontrak


Pete: „Und schließlich der Main Event. Falls euch End vs. Rotari noch nicht abgeholt hat, dann wird es hoffentlich das hier tun… ein Jason Crutch Invitational! Und es steht verdammt viel auf dem Spiel!“

Sven: „Ich stimme dir ausnahmsweise mal zu, hier haben wir eine wahrhaftig matchgewordene Wundertüte! Wir haben aktuelle Legenden mit Jason Crutch und Robert Breads, ehemalige Legenden mit dem hochgelobten, vom Chef höchstpersönlich angekündigten Divinus, Durchstarter für die Zukunft mit Tommy Qurashi, Skaði Fenrir oder Caracal Matthews, wir haben Tag Team Partner, die gegeneinander antreten mit den Hasen und wir haben Fragezeichen. Was will man mehr?“

Pete: „Ich sags dir, ein Intercontinental Championship Match! Denn das blüht den übrig-gebliebenen Gewinnern dieses Matches, die werden dann bei Title Night auf Jason Crutch um den Gürtel treffen!“


Was noch?


Pete: „Findest du nicht auch, dass wir uns manchmal die Bälle super zuspielen und echt ein gutes Team sind?“

Sven: „Nein. Aber weißt du was sonst noch ansteht? Monicas Suche nach dem Schummelkobold Skógur geht weiter, in der Hoffnung, dass sie ihn nie finden wird und die Vögelchen zwitschern, dass uns sogar noch weitere In-Ring-Action rund um Milly Vermillon und Hugo Rodriguez und die Black Wyrms erwartet!

Pete: „Hach… ja, immerhin. Aber leider gibt es auch eine eher unschöne Nachricht zu verkünden. Aya wurde, wie wir erfahren haben, in eine Schlägerei verwickelt. Wir können leider gar nicht viel mehr dazu sagen, da uns selbst noch einige Informationen, wie unter anderem die Tragweite der Verletzungen, fehlen, aber, wir wissen, dass wir Aya wohl auf absehbare Zeit dadurch nicht mehr sehen werden. Wir wünschen ihn im jeden Falle alles Gute!“

Sven: „Ja das tun wir. Nun denn, die Pflicht ruft, War Evening beginnt und ich hoffe, wir sehen schnellstmöglich Aldo Nero!“

Pete: „Tu, was du für richtig hältst, ich jedenfalls hoffe auf eine gelungene Show, aber bei all den talentierten Wrestlern, die die GFCW so zu bieten hat, bin ich mir sicher, werden wir nicht enttäuscht!“

Sven: „Schleimer.“


Ein Feuerwerk rundet die Cardansage ab und ein weiterer Jubel-Aufschrei seitens des Publikums leitet nun über in eine der letzten War Evening-Ausgaben des Jahres und vor allem natürlich vor Title Night…




Aiden Rotari: “Hallo.”


Nach diesem Werbespot schalten wir zurück in den Ring, und dort sehen wir bereits den Mann, der vor zwei Wochen angekündigt hatte, genau hier aufzutauchen: Ehemaliger GFCW World Champion, amtierender Wrestler des Jahres, heute Abend Gegner von The End und bei Title Night Gegner von Robert Breads: Aiden Rotari.

Er ist bereits in seinem Ring-Gear für sein später stattfindendes Duell zwischen Wrestler des Jahres 2024 und Wrestler des Jahres 2023, er hat sich dazu lediglich eine Jacke mit einem dezenten “LPG”-Logo auf der Brust übergeworfen und bis kurz vor dem Kehlkopf zugezogen. Die Augen sind so kalt wie gewöhnlich, die Körpersprache ruhig.


Aiden Rotari: “Ich habe heute etwas Wichtiges vor mir.”


Bestimmt wendet er sich direkt in Richtung Entrance-Bereich. Die Fans in der Halle sind nicht begeistert von seinem gewohnt tonlosen Vortrag, drehen aber die Köpfe in der Erwartung, dass es gleich losgeht.


Aiden Rotari: “Mein Duell mit meinem alten Rivalen The End.”


Ob Rotari das wirklich so sieht oder ob das nur ein weiterer indirekter Tiefschlag gegenüber dem Mann ist, den er für heute in den Ring eingeladen hat, sei einmal dahingestellt – er wird uns das weder verraten noch lässt sich seine Mimik oder Gestik dahingehend interpretieren. Süffisanz ist keine von Aidens Eigenschaften, oder zumindest keine optisch sichtbare.


Aiden Rotari: “Doch zuvor werde ich mein Versprechen halten, und meinem Gegner bei Title Night seine Zeit am Mikrofon einräumen. Das GFCW-Office hat dafür gesorgt, dass wir uns beide nicht gegenseitig attackieren dürfen. So etwas Schreckliches wie Marc Hill und Kasper Skaarup kann mir also nicht widerfahren, weshalb ich-”



Weiter kommt Aiden nicht, denn es wird Musik eingespielt – und zwar die Musik von Sleaze, dem ehemaligen Team von Robert Breads und Aiden Rotari. Kurz darauf tritt er auf die Stage: Haar und Bart grau, kein Faden von LPG-gesponsortem Stoff mehr am Körper, dafür ein finsterer Blick und altes Merchandise des Sleaze-Teams. Sollen das irgendwelche Mind Games werden? Falls ja, scheinen sie nicht unbedingt zu funktionieren, rollt Rotari doch sichtbar mit den Augen ob dieses Auftritts, der ihn unterbricht.

Symbole, Sentimentalität oder gar Nostalgie sind Konzepte, die ihn nicht interessieren. Breads aber anscheinend schon.

Man mag daraus machen, was man will.

Während “Charisma” durch die Halle dröhnt, stolziert der Kanadier die Rampe herab, um sich mit dem fast zwei Jahrzehnte jüngeren Mann auseinander zu setzen. So erfolgreich Breads im Ring über die Jahre hinweg auch war, viele seiner großen und erinnerungswürdigen Momente fanden am Mikrofon statt. Geschwollene Rhetorik, ein Hang zur Theatralik, maßlose Übertreibung und gehässige Kritik, all das verbindet man seit über fünfzehn Jahren mit dem Hall of Famer. Was davon sehen wir heute Abend?

Über die Ringtreppe entert er das Seilgeviert, und das erste Mal, seitdem er Rotaris Kopf per Canadian Cutter in Bamberg auf die Matte gedonnert und sich von den Fesseln der Lerbitz Performance Group befreit hat, stehen sich einstiger Mentor und Schüler, ehemalige Partner, früherer Untergebener und Anführer gegenüber. Die Beziehung der beiden hatte viele Gesichter, und war auf toxisch auf unterschiedliche Arten. Letztlich schien der große Knall unausweichlich, viereinhalb Jahre, nachdem Rotari als designierter Nachfolger von Breads auf der großen GFCW-Bühne aufgetaucht ist.

Von einem Mitarbeiter bekommt der Kanadier ein Mikrofon gereicht. Während er den Arm aus dem Ring streckt und das Mic annimmt, lässt er Rotari nicht aus den Augen. Ein wenig demonstrativ hat sich Aiden in der Ringecke angelehnt, doch seine Körperspannung verrät, dass er nicht entspannt ist. Er bleibt bereit, sofort etwas zu unternehmen.

So viel Vorsicht muss sein.

Die Musik verstummt.

Die Halle in Ludwigsburg wird leiser.

Beide Männer sehen sich in die Augen. Der amtierende Wrestler des Jahres, der vorletzte GFCW World Champion, lässt sich nicht vom Hall of Famer, zweifachen GFCW World Champion und PCWA Triple Crown Champion, Sieger des Quest For The Best und Sieger des Brawlin’ Rumble aus der Ruhe bringen.


Robert Breads: “Lass uns mit einer Frage beginnen, Aiden.”


Er lässt das erst einmal im Raum stehen, um zu schauen, ob irgendeine Reaktion folgt – und wird enttäuscht. Rotari hebt das Mikrofon, welches er hält, ein Stück näher an den Mund, um antworten zu können, sobald die entsprechende Frage folgt. Ansonsten bleibt er unleserlich und unterkühlt.


Robert Breads: “War ich für dich je wirklich ein echter Mentor?”


Anscheinend beschäftigt gerade das Breads genug, damit es die erste Sache ist, die er wissen will. Er probiert, den non-chalanten Tonfall Rotaris zu imitieren, kann aber weder Bitterkeit, Wut noch einen beinahe traurigen Unterton aus seiner Stimme verbannen.


Robert Breads: “Oder war ich für dich von Anfang an nur ein Vehikel, um dir den Einstieg in die GFCW zu erleichtern?”

Aiden Rotari: “Das ist vollkommen irrelevant.”

Robert Breads: “Du schuldest mir eine Antwort.”

Aiden Rotari: “Nein.”


Der Kiefer von Breads verkrampft sich. Aiden verweigert ihm einen eindeutigen Abschluss, eine klare Antwort, wie auch immer sie ausgefallen wäre.


Robert Breads: “So wenig hat dir unsere Freundschaft also bedeutet.”

Aiden Rotari: “Das ist deine Interpretation.”


Rotari hat in der letzten Show bereits angekündigt, Breads sagen lassen zu wollen, was ihm auf dem Herzen liegt. Sein Interesse daran, mit konkreten Antworten aufzuwarten, scheint hingegen eher gering zu sein.


Robert Breads: “Ich habe dich überhaupt erst hier hingebracht.”

Aiden Rotari: “Und jeder Kredit ist einmal abbezahlt. Du magst mich relevant gemacht haben, doch ich habe dich relevant gehalten. Ein ungleich schwierigeres Unterfangen.”


Aiden stößt sich von der Ringecke ab und tritt einen Schritt auf Breads zu. Der Veteran zuckt nicht, doch sein Stand wird fester, als er die Waden anspannt – bereit, loszuschlagen. Das mag verboten sein, doch der Instinkt verlässt einen Hall of Famer nicht so leicht.


Aiden Rotari: “Ich fühle keine Schuld, ich vernachlässige keine Pflicht. Ich habe dir eine Rolle angeboten, du hast sehr eindeutig abgelehnt. Das ist dein gutes Recht. Und wenn du es dabei belassen würdest, wäre das in Ordnung. Doch das wirst du nicht. Du wirst keine Ruhe geben, bis dieser Konflikt, den du überaus persönlich nimmst, beendet ist.

Ich kann dich also nicht ignorieren, so gerne ich das auch würde.

Es bleibt mir keine andere Wahl, als dich bei Title Night dauerhaft aus dem Spiel zu nehmen. Aus rein praktischen Gründen. Und das ist deine Schuld, nicht meine.”


Dafür, dass es ihn angeblich so gar nicht interessiert, antwortet Rotari hier vielleicht doch ein wenig zu wortreich. Doch die Botschaft an sich kommt an, das sieht man Breads an, der die Lippen schürzt und für einen kurzen Augenblick auf die eigenen Füße starrt, ehe er zu einer Antwort ansetzt.


Robert Breads: “Ich schäme mich für dich.”


Der Kanadier hebt den Kopf wieder, und Rotaris Mundwinkel zucken kurz nach unten, ehe die Maske wieder an ihren Platz rutscht.


Robert Breads: “Du solltest ein Nachfolger werden, der an meine Erfolge anknüpfen, sie im besten Fall noch übertreffen sollte. Das war mir wichtig: Meine eigene Legacy durch dich zu sichern. Dich in die GFCW zu bringen war selbstsüchtig von mir. Ich war so darauf fokussiert, dass du erfolgreich wirst, dass mir alles andere egal war. Ich habe zugesehen, wie du ein Monster wurdest. Doch du wurdest Wrestler des Jahres, du wurdest World Champion, und der Teil von mir, der dich lediglich als Erweiterung meiner selbst sah, war stolz.

Ich kann dir nicht vorwerfen, dass du versteckst hast, wer – nein, was du wirklich bist. Es war klar ersichtlich. Aber ich wollte es nicht sehen. Ich habe alles getan, um es zu ignorieren. Das war ein Fehler. Ich habe dich der GFCW angetan. Diesen Fehler werde ich korrigieren, Aiden. Ich kann meinen guten Ruf vielleicht nicht mehr retten, doch ich kann der GFCW noch ein letztes Mal etwas Gutes tun, indem ich dich vernichte.”

Aiden Rotari: “Große Worte für jemanden, der eiskalt die Karrieren zweier Männer in Gefahr gebracht hat, die Seite an Seite mit ihm kämpfen wollten.”


Selbstredend referenziert das die Attacke von Breads auf Marc Hill und das Sprachrohr bei der letzten Show. Ein Schatten huscht über das Gesicht von Breads. Er hat mit Sicherheit damit gerechnet, dass es zur Sprache kommt, doch die Welle von Schuldgefühlen, die über ihn kommt, kann er nicht unterdrücken.


Robert Breads: “Du hast mich dazu gezwungen.”

Aiden Rotari: “Mache mich verantwortlich, das ist mir gleich. Letzten Endes werden beide Title Night verpassen, und ich bezweifle, dass Marc Hill sich besser fühlt, weil dir deine Taten leidtun. Sie haben den großen Moment den großen Robert Breads bei seinem letzten Title Night vielleicht, vielleicht aber auch nicht in Gefahr gebracht, also hast du sie aus purem Egoismus aus dem Weg geräumt. Du bist nicht besser als ich, du bist bloß besser darin, dich selbst zu belügen.”


Nun tritt Robert doch einen Schritt zurück, als könne er den Worten von Rotari entkommen, indem er sich von ihm entfernt. Doch Aiden rattert weiter die Silben herunter, mit klinischer Präzision, als wären sie unveränderliche Fakten und nicht etwa eine subjektive Meinung.


Aiden Rotari: “Und das alles für ein Match, das du verlieren wirst. Letzten Endes hast du sie dafür geopfert, dich noch einmal final blamieren zu dürfen. Du magst weiterhin fest davon überzeugt sein, dass ein Wunder passiert. An Wunder zu glauben ist eine Sache. Eines zu brauchen eine völlig andere. Ich habe dich vor zwei Jahren schon einmal besiegt, und seitdem bin ich nur besser und du nur älter geworden. Die Realität des Jahres 2025 ist uneingeschränkt auf meiner Seite.

Das hier ist das wirkliche Leben, keine epische Helden-Saga. Du bist der Schatten von etwas, das seit Jahren im Sterben liegt. Es wird kein Karma geben, keine göttliche Gerechtigkeit, keine kosmische Hilfe für den Bemitleidenswerteren. Es wird nur dich und mich geben. Das ist die Realität. Und das ist ein Problem, das du nicht lösen kannst.”

Robert Breads: “Du kannst das hindrehen, wie du willst, ich lasse mich nicht von meinem Glauben abbringen. Ich bin vielleicht nicht der Favorit gegen dich, aber ich habe eine echte Chance. Die werde ich nutzen, koste es, was es wolle.”

Aiden Rotari: “Es hat die Karrieren von jungen Talenten gekostet, von denen du geschworen hast, ihnen zu helfen, ihren Traum zu leben. Und letztlich hast du selbst alle Chancen darauf zunichte gemacht.”

Robert Breads: “Ihr Blut klebt an deinen Händen!”

Aiden Rotari: “Wenn du dich mit dieser Ansicht besser fühlst, glaube das ruhig weiter. Mir ist es gleich. An meinen Händen klebt bereits sehr viel prominenteres Blut.”


Die Erinnerungen an Antoine Schwanenburg oder Alex Ricks sind noch nicht verblasst, und es war Aiden Rotari, der beide aus dem Spiel genommen hat. Von den “kleineren” Fischen wie Joe Jobber oder Jonny Dreyer mal ganz abgesehen. Aiden hat keine Probleme damit, dazu zu stehen, wenn er etwas moralisch Verwerfliches getan hat – das ist hier allerdings nicht der Fall.


Aiden Rotari: “Du hingegen hattest bis vor zwei Wochen lediglich eine einzige Karriere auf dem Gewissen: Deine Eigene.”

Robert Breads: “Denkst du, das weiß ich nicht?!”


Mit einem Mal geht Breads einen entschlossenen Schritt nach vorne. Er steht Nase an Nase mit Rotari, sein Atem bläst eine Strähne von Rotaris Haar nach hinten, und man sieht die Sehnen am Hals von Aiden hervortreten.


Robert Breads: “Denkst du ich weiß nicht, dass ich nicht mehr derselbe bin? Ich weiß es, ich werde jeden Tag daran erinnert, und es versetzt mir jeden Tag einen Stich. Ich habe schreckliche Dinge getan, um ganz nach oben zu kommen, und noch verwerflichere Dinge, um oben zu bleiben. Und das alles für mein gottverdammtes Ego, ja! Selbst jetzt-”


Breads stockt kurz, als ihm die Stimme zu brechen droht. Er räuspert sich. Aiden macht einen halben Schritt zurück, um dem heißen Atem seines früheren Mentors zu entgehen, und gleichzeitig nicht so zu wirken, als weiche er ihm aus.


Robert Breads: “Selbst jetzt bin ich mir nicht einmal selbst sicher, warum ich dich wirklich ausschalten will. Für Rache? Weil es das Richtige ist? Oder weil ein kleiner Teil von mir hofft, dass ich so einen Bruchteil des Respekts und der Dankbarkeit bekomme, von dem ich glaube, dass er mir zusteht? Das ist vielleicht erbärmlich, aber es ist ehrlich. Das “Warum” ist am Ende auch egal, das “Was” ändert sich nicht, das “Wann” ändert sich nicht und das “Wie” ändert sich nicht. Ich werde dich besiegen, ich werde es bei Title Night tun, und ich werde es vernichtend tun.”


Jetzt reißt Breads das Mikrofon weg, dreht Rotari den Rücken zu und beginnt, um Ring auf und abzutigern. Seine Augen funkeln vor einem Sturm aus widersprüchlichen, intensiven Emotionen, der sein Inneres beherrscht, doch seine Worte sind scharf und klar.


Robert Breads: “Ich werde mein Retirement bekommen, so, wie ich es will - nächstes Jahr, bei der 25th Anniversary Show. Vorher werde ich nicht untergehen, und schon gar nicht gegen die größte Verfehlung meiner Karriere. Ich will meinen Abschied auf meine Weise, und ich werde dich unangespitzt in den Boden rammen, um ihn zu kriegen.”


So viel Selbstbewusstsein und offene Hostilität hat man von Breads lange nicht gesehen. Er spuckt die Worte eher aus als dass er sie spricht, als könne jedes Einzelne davon endlich dafür sorgen, dass der weitgehend reaktionslose Rotari in Tränen ausbricht. Doch Aiden bleibt weitesgehend ruhig, auch wenn dem genauen Beobachter auffallen dürfte, dass die Knöchel an der Hand, die das Mikrofon hält, weiß werden.


Aiden Rotari: “Was du willst, ist schon lange kein relevantes Kriterium mehr. Du hast nicht mehr die Mittel, der GFCW deinen Willen aufzuzwingen.”


Scheinbar furchtlos tritt Rotari Breads entgegen, der seinen wilden Marsch – auf und ab, bebend vor Erregung – beendet, um sich auf einen Staredown einzulassen. Rotari senkt das Mikrofon nicht und hält es an seinen Mund.


Aiden Rotari: “Ich schon.”


Breads wirbelt herum, ehe er getroffen werden kann.

Das ist eine Falle. Natürlich ist das eine Falle.

Maximilian Lunenkind kann den Stuhlschlag gerade noch stoppen, bevor er nach dem Ausweichen von Breads Rotari trifft.

Reflexartig stolpert Aiden rückwärts, sein Plan vereitelt – weil Lunenkind nicht schnell genug war? Weil er nicht durchdacht genug war? Schwer zu sagen.

Lunenkind ist kreidebleich, als er bemerkt, was er beinahe getan hätte. Er ist hier, um sich wieder gut mit Rotari zu stellen, und hat nicht nur den Feind verfehlt, sondern beinahe auch noch den Freund getroffen.

Breads wirbelt sofort herum, nachdem er zur Seite gehechtet ist, und reißt dabei am Stuhl von Lunenkind, dessen Schock groß genug ist, als dass er eine halbe Sekunde unaufmerksam ist. Aus dem Augenwinkel sieht Breads einen bunten Schatten, und er schwingt den Stuhl in die Richtung der Gestalt.

Lorenz, der in den Ring geslidet ist, kann gerade noch so ausweichen. Er hatte den Gips hoch erhoben, um bei der Attacke zu helfen, aber der Hall of Famer ist mit allen Wassern gewaschen, und ein Marketing-Typ der so White Collar ist wie nur irgendwie möglich stellt sich eben noch ein wenig ungeschickter an, als es der typische Normalo würde. Mit einem panischen Quietschen verkriecht sich Lorenz sofort hinter Lunenkind, der selbst den Rückwärtsgang einlegt, als Breads den Stuhl erhebt, um zu attackieren.

Und dann innehält.

Denn Aiden Rotari stellt sich zwischen Breads und Lunenkind. Hinter dem Mann, der sonst den Greatest Pigster verkörpert, lugt Lorenz mit großen Augen hinter der Luxus-Brille hervor, als er sieht, dass Aiden sich vor ihn und Lunenkind stellt. Und wir kennen die Regeln: Breads und Rotari dürfen sich nicht gegenseitig attackieren.

Die Panik von Lorenz verwandelt sich in scheinbar grenzenlose Freude und Erleichterung und er beginnt zu strahlen: Aiden hat sich tatsächlich schützend vor sie gestellt und sie gerettet, nachdem sie seinen Plan – mit Sicherheit nicht zufriedenstellend - ausgeführt haben!

Lunenkind hingegen beißt die Zähne zusammen und scheint sich noch immer von seinem eigenen Versagen zu erholen, er wirkt deutlich weniger begeistert als Lorenz. Hat Rotari das nicht vielleicht nur getan, weil er sich zu hundert Prozent sicher war, dass Breads die Attacke abbrechen würde? Ist das hier wirklich ein selbstloses Opfer oder eine rationale Entscheidung, die für Rotari schlicht kein Risiko barg?

Man kann es nicht sagen. Breads hat den Stuhl noch immer über dem Kopf, während Rotari ihn wortlos anstarrt, die Arme leicht ausgebreitet, um zu signalisieren, dass er vor Lunenkind und Lorenz stehen bleiben wird.

Die Blicke der beiden Männer treffen sich. Keiner weicht zurück. Keiner gibt nach.

Dann wirft Breads den Stuhl bei Seite, schnappt sich das Mikrofon, das bei diesem Tohuwabohu zu Boden gefallen war, und rollt sich aus dem Ring. Zurück lässt er Rotari, der langsam die Arme senkt, während Lorenz hinter ihm irgendetwas Unterstützendes kreischt, das Aiden völlig ignoriert. Die Brust unter der pinken Schweine-Krawatte von Lunenkind hebt und senkt sich noch immer beunruhigend schnell.


Robert Breads: “Nicht nur du kennst mich in- und auswendig, Aiden. Diese Vertrautheit ist keine Einbahnstraße. Du hast deine kleinen Helfer, ich habe meine. Du hast deine hinterhältigen Pläne, ich habe Antworten. Ich kenne alle Regeln und Details des Spiels, das du spielst. Und bei Title Night werde ich es gewinnen. Ein für alle Mal.”



Eine Aufzeichnung aus dem Performance Center.
Mittwoch, 12.11.2025


Pete: „Also ich will ja niemandem Angst machen, aber…“


Bei einem Satz, der mit einer solchen Formulierung beginnt, würde man nicht erwarten, dass der Sprecher dabei mit einem breiten Grinsen herumläuft. Doch Pete tut es. Er wirkt nicht nur selbstbewusst, sondern auch glücklich. Hinter ihm ist einer von mehreren Trainings-Ringen im Performance Center zu sehen.


Pete: „…mein Sohn, die herrliche und höchst talentierte Frucht meiner Lenden, wurde derart von der Fortuna der Genetik geliebkost, dass er vor wenigen Wochen seinen ersten Trainingspartner beinah mühelos ins Land der Träume geschickt hat.“


Eine Erinnerung, bei der Pete die Zähne zu einem Haigrinsen entblößt. Zu wem er spricht, ist noch offen. Die Kamera ist starr auf die GFCW-Legende gerichtet, die – anders als sonst am Pult – ein legeres Outfit trägt: Normale Jeans, graues Shirt. Bloß der Aufdruck ist anders als gewohnt. Es zeigt den Schattenriss eines Vaters, der einen Arm um die Silhouette eines jungen Mannes legt. Darunter in geschwungenen Buchstaben der Satz „Gemeinsam stark – Ein Traum, der Generationen überlebt“.


Pete: „Deswegen gebietet es mir die Sorgfaltspflicht als Vater, dich vor dem Training zu fragen: Bist du wirklich bereit, mit dem Mann, der 2026 Aldo Nero besiegen wird, da in den Ring zu steigen?“


Während Pete sich umdreht, um auf den Ring zu deuten, ist von seinem Gesprächspartner ein genervtes Schnaufen zu hören.


Rebel called Hate III: „Einen Helden der Unterschicht, der sich gegen die Klaue des Establishments aufbäumt wie ein Mustang gegen die Zähmung, versuchen Tag für Tag schlimmere Feinde als der Nepotismus niederzuschlagen. Ich habe keine Angst, Pete.“

Pete: „Gut. Dann soll es so aus.“


Der Kommentator klatscht in die Hände. Auf dieses Zeichen hin tritt ein weiterer Mann ins Bild. Es ist Petes Sohn, so wie man ihn nun schon einige Male gesehen hat. Hellblonde Haare, ein ins Rot gehender, struppig wirkender Bart. Nur eine Sache ist anders. Der Sohn trägt ein Shirt.



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Als er Rebel called Hate III erblickt, liegt sofort Anspannung in der Luft. Der Sohn checkt Hate von oben bis unten ab.


Sohn: „Das ist mein Trainingspartner?“

Pete: „Rebel called Hate III. Er stammt aus einer Wrestling-Dynastie, die fast so berühmt ist wie die unsrige.“

Sohn: „Er ist recht klein.“

Rebel called Hate III: „Wie hoch könnte ein Baum in den Himmel wachsen, wenn er schon als Spross die Last der Unterschicht auf sich trüge? Wie weit würde ein Turm emporragen, den die Gesellschaft täglich in den Boden zu stampfen versucht?“


Der Rebell marschiert voran und stellt sich vor Petes Sohn. Ziemlich genau 20 Zentimeter trennen die Beiden. In Sachen Kilos dürfte es noch etwas mehr sein.


Rebel called Hate III: „Hast du ein Problem mit mir, Nepo-Boy?“


Während er auf eine Antwort wartet, wirft Hate einen Blick zur Seite. Dort stehen, als zweite Trainingsmöglichkeit neben dem Ring, verschiedene Fitnessgeräte. Auf dem Sitz der Brustpresse hat ein kleiner Stoffaffe im Ärztekittel Platz genommen. An eben jenen wendet sich Hate jetzt.


Rebel called Hate III: „Ich glaube der Kerl hat ein Problem mit mir, Doktor.“

Mit verkniffener Miene tippt Hate dem Sohn auf die Brust. Dieser tritt einen Schritt zurück. Nicht aus Angst, mehr aus Instinkt.


Rebel called Hate III: „Dann klär dein Problem mit mir im Ring und ich mache aus deinem Training für dich die beeindruckendste Dystopie seit Eden Log.“

Sohn: „Seit WAS?“


Ohne Antwort zu geben, rollt sich Rebel called Hate III in den Ring. Auf der Matte angekommen bindet er sich die Dreadlocks mit einem Band locker zurück. Er joggt zum Aufwärmen hin und her. Der Hall seiner Springerstiefel, die er auch im Kampf nicht abnimmt, tönt durch das Performance Center.

Währenddessen räuspert sich Pete.


Pete: „Also, es ist so…es gibt noch einen zweiten Trainingspartner.“

Rebel called Hate III: „Ich bin euch nicht genug? Ist es, weil ich klein bin? Also das ist ja mal wieder typisch für die Gesellschaft und…“

Pete: „Nein, Hate. Du wirst bei War Evening ein Tag-Team-Match gegen das Switziverse bestreiten und die GFCW dachte, wenn man dich jetzt nicht nur mit meinem Sohn, sondern auch deinem Partner trainieren lässt, könnte man zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen.“

Rebel called Hate III: „Fliegen? Endlich rutscht es der Oberschicht mal raus, was die wirklich von Leuten wie mir denkt. So sieht man mich also. Geschmeiß. Mal wieder typisch.“


Bevor Pete dazu kommt, sich zu äußern, betritt ein dritter junger Mann das Performance Center. Er ist ähnlich groß und muskulös gebaut wie Petes Sohn, hat jedoch rotes lockiges Haar und eine auffallend blasse Gesichtsfarbe. GTCW-Zuschauern mag er bekannt vorkommen, Petes Sohn jedoch lehnt sich über die Ringseile und blickt fragend drein.


Sohn: „Wer bist du denn?“

???: „Ich bin Vater.“

Sohn: „Das ist dein Name?“

???: „Meine Identität.“


Vater. Als der Mann es ausspricht, scheint ihm warm ums Herz zu werden. Zumindest dem debilen Grinsen nach, das sich auf seinem Gesicht ausbreitet wie eine Flutwelle.


???: „Ist es nicht herrlich, dass ich mit deinem Sohn trainieren darf, Pete? Schließlich wurde uns das gleiche Glück zuteil. Wir sind VÄTER. Ich habe auch Kinder. Wir bonden auf einer Ebene, die anderen Menschen verborgen bleibt. Vaterdasein! Eine Erfahrung, die das gesamte Leben bereichert, ach was, erst lebenswert macht. Kinder verändern alles! Diese kleinen Wunder der Natur. Davon berichte ich übrigens auch auf meinem Dad-Blog. Ihr solltet es abonnieren. Der Link lautet…“

Rebel called Hate III: „Ich dachte, du bist so ein Schnösel. Ich kenne dein Gesicht. Du bist Kerri Lee.“

Kerri Lee: „Ein Schnösel? Das war ich vielleicht in einem früheren Leben, Hate. Jetzt bin ich Vater. Ich bin ein Elter. Meine wundervolle Frau und ich, wir haben Kinder, die größten kleinen Geschenke des Lebens. Das verändert alles. Diese Wandlung kannst du auch auf meinem Blog nachlesen. Aber ich gebe dir die Kurzfassung, es war so…“


Wenn sich Hate und der Sohn bislang auch nicht einig waren, so werfen sie sich jetzt wenigstens einen verschwörerischen Blick mit verdrehten Augen zu. Hate beginnt, vor Ärger das Top Rope fester zu umklammern, während der Sohn auffällig gähnt. Beide Winke mit dem Zaunpfahl nimmt Lee nicht wahr. Er steckt zu tief in seiner Story.


Kerri Lee: „Im Bus. Mein Sohn auf meinem Schoß. Denn da gehört er hin. Ich liebe ihn. Ich bin Vater. Ich in meinem maßgeschneiderten Anzug. Ich rümpfe die Nase als ich mir die anderen Menschen im Bus anschaue. Wie nachlässig sie gekleidet sind.“

Rebel called Hate III: „Geht das etwa gegen Unterschichtler?“

Kerri Lee: „Ich bin Vater, Hate. Ich habe keine Vorurteile. Es waren einfach Menschen.“


Er räuspert sich und braucht einen Moment, um wieder den Faden seiner eigenen Geschichte zu finden. Lee fährt sich mit der Hand durch einen Dreitagebart und zupft seine roten Locken zurecht.


Kerri Lee: „Aber nicht gut gekleidet. Also zeige ich auf sie und sage zu meinem Sohn: ‚Also ein wenig mehr Mühe kann man sich schon geben‘.“


Wo auch immer es hinführen mag, es wird emotional. Lees Augen bewässern sich.


Kerri Lee: „Da dreht sich mein Sohn um und sagt was mit seiner Engelsstimme zu mir um und er sagt…“


Selbige Engelsstimme macht Lee vor. Na gut, er versucht es.


Kerri Lee: „…‘Aber Herr Vater, denke doch nicht so vorschnell. Vielleicht haben diese Menschen keine Zeit, sich gut zu kleiden, denn sie müssen ihre Familien ernähren. Kommt es nicht auf die inneren Werte an, Vater?‘ DAS hat er gesagt. Mein wunderbarer Sohn.“


Er greift sich ans Herz. Anders als von Hate erhofft jedoch nicht aus Infarktgründen, sondern emotional bedingt.


Kerri Lee: „Was für ein kluger Gedanke! Von einem klugen Kind! Der ganze Bus war gerührt! Denn natürlich hatte mein Sohn recht. Ooooh, Kinder sind so klug. Nur Kinder sagen die Wahrheit. Kinder sind das Wichtigste. Ich bin Vater. Es hat mich verändert.“

Rebel called Hate III: „Wie alt ist denn dein Sohn?“

Kerri Lee: „Sieben Monate.“


Während Hate diese Information verarbeitet, kommt aus dem Ring ein Stöhnen. Petes Sohn hat sich des Shirts entledigt, dehnt sich an den Seilen. Und hat offenbar gar keinen Bock mehr.


Sohn: „Wollt ihr euch jetzt gegenseitig eure Origin-Stories erzählen oder kann ich gleich Mal wem auf die Fresse hauen? Ich will kämpfen, Mann.“

Kerri Lee: „Als wir aus dem Bus aussteigen, da kam eine ältere Dame zu und hat mir die Hand geschüttelt. Den genauen Wortlaut kann man auf meinem Dad-Blog nachlesen. Sie wollte mir gratu…-“

Sohn: „Es ist uns scheißegal. Komm jetzt in den Ring.“

Kerri Lee: „Ich bin Vater! Ich habe etwas geleistet in diesem Leben! So lasse ich nicht mit mir reden! Dass du deinen alten Trainingspartner bewusstlos geschlagen hast, war nichts als ein Glückstreffer.“


Mit einer Zornesfratze reißt sich nun auch Kerri Lee das Shirt vom Leib und tut dann immerhin das, was sich Petes Spross gewünscht hat: Er slidet auf die Matte. Sofort geht es in einen Lock-Up.

Während im Übungsring gebattled wird, rollt sich ein noch immer aufgebrachter Rebel called Hate III aus dem Ring und stellt sich neben Pete.


Rebel called Hate III: „Was meintest du vorhin damit, Pete?“

Pete: „Womit?“

Rebel called Hate III: „Dass die GFCW es gut findet, wenn ich mit Kerri Lee trainiere? Ich habe NICHTS mit ihm zu schaffen. Und das soll auch so bleiben. Ich bin vom Schicksal genügend gebeutelt.“

Pete: „Oh, ich hätte mich klarer ausdrücken sollen. Dieser Mann…“


Er deutet ins Squared Circle. Lee wurde soeben in die Seile gedrängt.


Pete: „…ist der Ersatz für Dex Blarney. Du, Kerri und der Cirque. Ihr seid die Vier, die für den Förderkader zu Title Night fahren. Und damit auch Lee noch einen Kampf vor Title Night bekommt, wirst DU mit ihm gegen das Switziverse antreten.“

Rebel called Hate III: „Diese Penner!“


Hate tritt gegen eine der Hantelbänke. Ein Move, der mit normalen Schuhen weh tun würde, doch nicht mit den klobigen Rebellentretern, die geschätzt rund die Hälfte ihres Trägers in Kilogramm wiegen dürften.


Rebel called Hate III: „Das ist doch ein abgekartetes Spiel. Man bindet dem Vogel einen Stein auf dem Rücken, damit er nicht in höhere Höhen steigt und die Klassengrenzen überwindet. Ich mit Kerri Lee? Eine Farce und…“





Kerri Lee: „AAAAAAAAAAAAAAH!“


Der Schrei lenkt den Fokus zurück auf das Geschehen. Die Kamera schwingt kaum schnell genug, um die Geschehnisse einzufangen.

Man sieht nur noch Kerri Lee, der gerade zu Boden geht. Sein Flug gen Matte wird von einer Blutfontäne illustriert. Er bleibt mit verdrehten Augen liegen.


Kerri Lee: „Oooooh…“


Der Dad-Blogger versucht, irgendwie zu den Seilen zu kriechen. Bei jedem Zentimeter, den es sich vorankämpft, tropft etwas Rotes aufs Canvas.


Kerri Lee: „Das war nicht…richtig…“


Seine Stimme wird lallender. Er ist kaum noch zu verstehen.


Kerri Lee: „…wo…hast…du…denn…Kämpfen…geleeeeeernnttt?“


Und dann, kaum dass er die Frage rausgepresst hat, gibt er sich seinem Kreislauf hin. Er bleibt auf der Matte liegen.


Bewusstlos.


Sohn: „Auf der Straße.“


Der junge Mann wischt sich seinen Handrücken an der Hose ab. Ohne Sympathie blickt er zum bewusstlosen Lee vor sich.


Sohn: „Beim zweiten Mal ist es kein Glückstreffer, was?“


Dann ein Nicken Richtung Hate.


Sohn: „Du bist zwar nicht grad ein Doppelgänger von Aldo Nero, aber vielleicht hältst du mehr aus. Komm ran, Junge.“


Pete und Hate gucken sich an. Letzterer mit perplexer Miene. Der Erstgenannte jedoch, der Mann, der diesen K.O.-Schläger einst mit Joana Sexianer zeugte, mit einem breiten Grinsen. Er wendet sich zur Kamera.


Pete: „Sven! Bist du JETZT nervös?“


Tag Team-Match:

Black Wyrms ("La Vouivre" Brigitte Reflet & Shizuku Shikishima) vs. Local Talents
Referee: Thorsten Baumgärtner


Die Beleuchtung wird gedimmt und die Einzugsrampe in güldenes Licht getaucht. Die übliche Beleuchtung für den Auftritt der Black Wyrms, die heute wieder ohne Halloween Aufmachung unterwegs sind und ihre normalen, haupthaarreichen Köpfe aus ihren hochkragigen Capes herausragen haben statt Kürbisköpfen.


Laura: „Auf dem Weg zum Ring, aus Annecy in Frankreich mit einer Größe von 1,54 und aus Adachi, Tokio mit einer Größe von 1,69… „La Vouivre“ Brigitte Reflet und Shizuku Shikishima, sie sagen sie sind Drachen und keine Würmer… die BLACK WYRMS!“


Dem Publikum ist es freilich egal, was die Black Wyrms sagen, sie werden mit „Let’s Go Worms!“ empfangen, wie es sich gehört. Tatsächlich sogar recht lautstark, hat doch einigen Fans ihre beherzte Ansprache pro Tag Team Wrestling bei GFCW gefallen. Der Applaus ist echt und die Zurufe durchaus auch nett gemeint und sind nicht nur dazu da, um sie zu verarschen oder weil die Fans es nicht besser wissen. Was es natürlich für Brigitte umso schlimmer macht. Dennoch, die kleine Frau mit der kurzen Zündschnur findet zumindest ein Plakat, das ihr halbwegs gefällt, lautet es doch „Aya fears Worms“. Und spätestens mit ihrem halbwegs erfreuten Nicken mit Zähneknirschen ist es jetzt Canon, dass die Black Wyrms es voll in Ordnung finden als Würmer bezeichnet zu werden.

Okay, natürlich nicht, das war ein Scherz, nicht dass dies am Ende noch jemand ernstlich glaubt. Jedenfalls schreiten beide zum Ring, auf dem Apron gibts eine Runde Posing von der blonden Japanerin und der weißblonden Französin, auf dass die Fans ihre Schnappschüsse machen können und die Kameras sie bestmöglich einfangen können. Dann schlüpfen die Black Wyrms durch die Seile, erklimmen Ringecken und lassen ihre Capes fallen, auf dass die Ringcrew sie aufsammelt und für sie aufbewahrt. Was diese auch machen, Capes sind ja keine Autos und müssen daher vor der mutwilligen Zerstörung durch andere bewahrt werden. Nicht, dass es in der jüngeren Vergangenheit viele kaputte Autos gegeben hätte, wird vielleicht mal wieder Zeit. Zum Vorschein kommen jedenfalls so ihre Sportklamotten, also Tops und Shorts völlig überraschend in schwarz mit güldenen Wyrmmotiven drauf und nicht schwarz mit Wurmmotiv.


Laura: „Bereits im Ring: aus Stuttgart mit einer Größe von 1,57… SOPHIE OPHELIA SCHULTZ! Und ihre Teamkollegin aus Berlin mit einer Größe von 1,63: ANNE LISA KLANG! Zusammen sind sie die TECHNICAL DRAGONS!“


Endlich! „Let’s go Dragons!“ Chants bei einem Match der Black Wyrms! Problem: es gibt die Chants für ihre Gegnerinnen. SOS, eine Frau in knapper, sportlicher Sportgear, lila doppelt bezopftes Haar und athletische Figur, ihre Partnerin ist in fescher Weste, Minirock, sehr hohen Socken und kurzen Schnürstiefeln unterwegs, das rosarote Haar mit weißblonden Spitzen und Strähnen ebenfalls bezopft und das direkt drei Mal: zwei Mal seitlich und den längsten Teil wenig überraschend hinten.

Stuttgart ist lokal genug für Anfeuerungsrufe, Berlin ist es weniger. Und doch ist auch Alisa Klang mit Stuttgart verbunden, hat sie doch in Stuttgarts Drachengrube gemeinsam mit Sophie das Wrestling von Ronin erlernt, der seinerseits in der einen oder anderen Promotion schon mal Tag Team Gold gehalten hat. Nicht der schlechteste Lehrer für die beiden Frauen mit den gradlinigen, buschigen Ponys. Besonders so ihr Tag Team Zukunft haben sollte und keine Momentaufnahme ist.


Pete: „Eine Premiere heute! Die Black Wyrms sind mal nicht die Kleineren! Summiert man ihre Zahlen, sind sie sogar die Größeren!“

Sven: „Eine Premiere, die dein Penis nie feiern wird, egal gegen wen er gemessen wird. Ich bin auch sicher du meintest ‚addiert‘, aber mathematisch stimmt beides, Glück für dich.“


Der Ringgong macht Kikeriki... ähm, nein, er macht „Gong“ und somit erklärt Referee Thorsten Baumgärtner das Match für eröffnet. Brigitte Reflet beginnt und hat ein strahlendes Lächeln im Gesicht. Sophie Ophelia Klang ist nur 3 Zentimeter größer. Endlich mal eine Gegnerin, gegen die sie demonstrieren kann, wie stark sie eigentlich trotz ihrer kleinen, schmalen Statur ist. Vor ihrem geistigen Auge sieht sie SOS bereits mit einem hohen Biel Throw durch den Ring fliegen. Also zupacken und Wurf!


HUUUUUIII~!


Sophie steht den Wurf.

Problemlos.

Und macht noch einen Salto rückwärts, nur weil sie es kann. Oder um die Flip per Second Quote von Caracal Matthews zu erfüllen, um ihn als Mentor zu gewinnen. So oder so, das war nicht deckungsgleich mit Brigittes Vorstellungswelt, was diese sogleich pissig werden lässt. Statt Wurf wird es nun hart und Brigitte langt mit einem deftigen Chop zu. Das Klatschen ist laut, aber Sophie zuckt nicht mal mit der Wimper und langt selber zu.


Chop Battle!


Beide hauen zu und hauen zu und die Fans feiern es. Bis Shizuku und Alisa Spielverderberinnen spielen und ihre jeweilige Partnerin dazu ermutigen lieber mit Hirn zu kämpfen anstatt das Testosteron walten zu lassen. Beide sehen es ein und gehen zu European Uppercuts über.


European Uppercut Battle!


Nein, doch nicht, Sophie kontert einen European Uppercut in einen Backslide, erstes Cover, aber zeitiger Kick Out, Thorsten Baumgärtner konnte kaum bis Eins zählen. Brigitte schnellt sofort wieder hoch und schlägt einen verheerenden Lariat!

Soll heißen: er wäre sicher verheerend gewesen, wenn er denn getroffen hätte.

Hat er aber nicht.

Stattdessen ist Sophie Ophelia Klang ausgewichen und hat die Französin von hinten gepackt. Full Nelson und angehoben… das soll ein Dragon Suplex werden! Wird es aber nicht, da sich Brigitte mit ihrem linken Bein bei Sophie einhakt und so blockt. Kurz darauf ist der Full Nelson gebrochen und es setzt erst einen deftigen Back Elbow und dann dich den Lariat! Damit nicht genug, Brigitte steigt auf Sophie und prügelt wüst auf sie ein! Nix mehr mit Technik oder Kraftdemonstration, „La Vouivre“ ist stinksauer, dass gegen sie ein Dragon Suplex versucht wurde und lässt die Rookie nun spüren wie es sich anfühlt, wenn jemand mit mehr Kampferfahrung und Körperkraft wütend ist und nur noch hauen will.

Zumindest bis Alisa hinzu eilt und Brigitte von der Partnerin herunter stößt. Grund genug für Brigitte auch der jüngsten der drei Klang Schwestern eins mitzugeben – ihre Schwestern beide Titelträgerinnen im Developmentalbereich von WFW übrigens. Die älteste Schwester Ingrid Anna Klang ist sogar die aktuelle Titelträgerin… und anders als Anne Lisa groß genug, um sogar Skaði Fenrir auf den Kopf spucken zu können.

Anne Lisa bleibt derweil erst mal die Spucke weg als Brigitte sie per Spear auf die Matte rammt. Ob Brigittes geringer Größe und Masse kein Einschlag wie bei einem Aldo Nero, aber dennoch unangenehm. Sophie hatte dadurch aber Zeit sich wieder zu sammeln und erwischt Brigitte mit einem Roundhouse Kick – wonach beide umkippen.


Pete: „Die Rookies halten sich gut gegen die Wyrms oder was denkst du?“

Sven: „In denke du Kröte hättest bei Halloween im Toad Man Cosplay erscheinen sollen für alle, die Mega Man 4 immer noch aktuell finden. Obwohl man vermutlich gar nicht den Unterschied zu sonst festgestellt hätte. Und nein, bisher hält sich nur Sophie gut, Alisa hat ja bisher nicht viel getan und das auch nicht gegen die Wyrms, sondern gegen Brigitte allein, weil Shizuku bisher sogar noch gar nichts geleistet hat. Genau wie dein Sohn, der auch niemals etwas leisten wird.“


Brigitte ist nunmehr zu Shizuku gekrochen und ihre Bewegungen dabei haben die Wurm-Zurufe nur noch befeuert. Sollte sie jemals den Wrestlingmove namens Worm zeigen, würde die GFCW Galaxy wohl komplett durchdrehen. Hier und jetzt wechselt sie jedenfalls mit Shizuku, die nun also ihrerseits etwas leisten darf, wie auch Sophie Ophelia Schultz mit Anne Lisa Klang wechselt. Somit also nun die beiden größeren Hälften des Teams im Ring und beide gehen es erst einmal ruhig und technisch an, anders als ihre Partnerinnen. Alisa ist dabei ein bisschen gewitzter und sauberer in ihren Bewegungen, aber dank ihrem Erfahrungsplus und der etwas besseren Physis kann Shizuku es dennoch vermeiden ins Hintertreffen zu geraten und drängt Anne in eine Ringecke zurück. Dort setzt es ein, zwei Klatscher, ehe Alisa nach oben gesetzt wird. Was auch immer es aus dieser Position hätte werden sollen, es gelingt nicht, da Anne Lisa Klang sich mit Forearms wehrt. Shizuku muss das Hochklettern abbrechen und schon hängt Alisa an ihr für einen Tornado DDT!

Nein.

Shizuku kennt diese Aktion natürlich aus ihrem eigenen Arsenal und lässt ihn nicht so einfach gegen sich durchgehen. Vielmehr geht sie die Drehung erst mit und dann wird ein Northern Lights Suplex in die Brücke daraus! Eins, Zwei, Nein! SOS rettet, bekommt dafür aber auch prompt von Brigitte wieder was ab. Den Springboard Lariat aka Wyvern Wingspan, um genau zu sein. Thorsten Baumgärtner meckert, dass Brigitte zurück in die Wechselecke soll, aber wo sie schon mal da ist, will sie nicht gehen ohne mit Shizuku gemeinsam das Match per Double Team Aktion beendet zu haben! Shizuku setzt an zum Dragon Suplex und Brigitte schlägt einen Lariat!

In die Brücke das Ganze!

Eins!

ZWEI!

KICK OUT!

Wieder nix, die Suche nach einem Tag Finisher, der nicht die Black Wyrm Rampage ist, geht weiter. Genau die soll es nun aber geben.

Wechsel bei den Wyrms, auf dass Thorsten Baumgärtner nicht doch eine DQ in Erwägung zieht, dann nimmt Shizuku die Berlinerin hoch zur Powerbomb und Brigitte springt ihren Wyvern Wingspan!

Springboard Dropkick von Sophie!


Die Fans rasten aus, Brigitte wird aus der Luft getreten! Kurz darauf schlägt Alisa mit Forearms auf Shizuku ein, die so ihren Powerbomb-Ansatz lösen muss und im Fallen greift Anne Lisa Klang nach Shizukus Kopf und vollzieht einen Bulldog! Die Japanerin rollt sich angeknockt zur Seite, aber Brigitte ist eh die Offizielle im Ring und die ist nach der Bruchlandung reif fürs Finish: Anne Lisa packt zu zum German Suplex und Sophie springt einen feinen Dropkick dazu! Ab in die Brücke zum Zweiten unter umgekehrten Vorzeichen!


Eins!

ZWEI!

KICK OUT!


Alisa kann es nicht glauben und vergräbt das Gesicht in ihren Händen. Das hätte es doch jetzt sein müssen! Aber nein, „La Vouivre“ kommt raus! Sophie behält einen kühlen Kopf und mahnt zum nächsten Tag und dass man nachsetzen muss, doch ehe Alisa mit ihr abklatschen kann, da hat Shizuku SOS auch schon vom Apron gezogen und Sophie knallt mit dem Gesicht auf denselben! Anne Lisa Klang guckt entsetzt und mehr als diesen Moment braucht Brigitte nicht. Dragon Suplex angesetzt, durchgezogen in die Brücke, dann einmal rumgerollt, dass Alisa auf dem Bauch liegt und Brigitte über ihr ist: mit einem Arm umklammert Brigitte den Kopf von Alisa, mit dem anderen Alisas verdrehten Arm in eine Variante des Camel Clutch… und zwar den

Wyvern Clutch!

Alisa bleibt nur abzuklopfen. Kurz sah es so aus als ob die Rookies die Überraschung hätten schaffen können, doch Brigitte war erst zu zäh und dann waren die Black Wyrms einfach im entscheidenden Moment wacher und routinierter. Beide Teams bekommen für ihre Leistung Zuspruch von den Fans, wobei die Black Wyrms eher erleichtert aufatmen, als sich zu freuen. Für ihre Ansprüche war das viel zu knapp gewesen. Dennoch, Sieg ist Sieg. Und mit diesem Sieg in der sprichwörtlichen Tasche werden sie heute sicherlich noch mal ein paar Worte zum Thema Tag Team Titel verlieren...




Salvatore Corleone: „Nun schau nicht so, Junge, du hast dein Match.“


Salvatore Corleone dürfte wohl der einzige Mensch auf dieser Erde sein, der The End ungestraft „Junge“ nennen kann, ohne auch nur Konsequenzen erahnen zu müssen. Aber er tut es. Wir befinden uns in einer der Backstagekabinen, in diesem Falle nicht derart eingerichtet, wie das Domizil Ends unter James Corleone war, sondern vielmehr eine schlichte und unspektakuläre Kabine, in der er sich nun auf sein großes Match heute vorbereiten und finale Taktikgespräche mit Salvatore Corleone halten kann.

Den wiederum haben wir heute – wenn auch nur auf Band – bereits gesehen, als er vor einigen Tagen das besagte Match gegen Aiden Rotari festgemacht hat. Jetzt sitzt er nun auf einer Bank neben The End, der bereits in seiner Ringklamotte gekleidet ist und sich weiter aufs Match vorbereitet, dabei zieht End tatsächlich eine recht unmotivierte Miene, die aber vielmehr der aktuell angespannten Situation geschuldet sein dürfte. Vor zwei Wochen hat er zwar ohne Probleme einen Sieg eingefahren, dafür wurde er aber auch eiskalt von Aldo Nero erwischt.


The End: „Ja… das habe ich. Werde ich es ungestört bestreiten können, das ist die Frage.“


End sagt diese Worte nicht wehleidig, sondern eher achtsam und aufmerksam – er weiß, dass das für Aldo das gefundene Fressen ist und er wieder angreifen könnte und End will wohl einfach dafür gewappnet sein.


Salvatore Corleone: „Das sollte aber nicht die Frage sein.“


Sal wiederum spricht weniger beratend als fast schon bevormundend. Wir haben schon öfter mitbekommen, dass sein „Training“ oder sein Beistand deutlich rigoroser und schonungsloser ist als von James Corleone. Also, nicht in der Hinsicht, dass er seine Klienten nicht emotional ausnutzt, sondern vielmehr, dass er diese ohne Samthandschuhe anfasst und er sie so triezt, wie sie es nun mal nötig haben.

End hingegen schaut dabei schon fast etwas genervt, als wolle er die nun folgende Standpauke nicht hören, aber als würde er wissen, dass er sie hören muss.


Salvatore Corleone: „Du selbst hast mir gesagt, dass man Aiden Rotari nicht unterschätzen darf und dass man sich voll und ganz auf ihn konzentrieren muss. Jede Ablenkung bietet für ihn eine Chance zu zuschnappen. Also sollte Aldo das letzte sein, an das du denkst.“


End dreht sich nun zu Salvatore.


The End: „Aldo ist alles, an was ich gerade denke.“


Ein Satz, der offensichtlich in Richtung des Title Night Main Events gerichtet ist. Und doch… schwingt auch in diesen Worten eine gewisse Tragik mit. So… als würde… nein. Oder?

So… als würde sich End… um Aldo sorgen?

Salvatore steht nun auf und schaut zu The End.


Salvatore Corleone: „Ich weiß.“


Während sich die beiden anschauen, spürt man etwas. Eine Vertrautheit, die man zwischen End und James Corleone nie so recht gespürt hat. Sicher, dass auch diese Beiden „mehr“ als nur Manager und Wrestler waren, das ist unbestritten und sicher gibt es auch irgendwo einen Teil in The End, dem James Corleone etwas bedeutet und doch, wirkt das hier… aufrichtiger. Ehrlicher. Wärmer.

Man merkt, dass Salvatore etwas an The End liegt und das nicht nur, weil End für ihn Matches, Titel und Ruhm einheimst. Wir wissen nicht, ob Salvatore irgendwo auch einen Sohn hat, aber wir wissen, dass The End wohl sehr nah darankommt.


Salvatore Corleone: „Du weißt, was ich über all das hier denke. Du weißt, dass ich es nicht gut finde, euch so zu sehen. Und du weißt, wer an all dem Schuld hat. Vor allem aber weißt du, was zu tun ist. Wir müssen Aldo besiegen, damit wir Ihn besiegen. Und du hast vollkommen recht, unvorbereitet in den Kampf gegen Aldo zu gehen, wäre närrisch. Aiden ist die perfekte Vorbereitung… und das nicht nur für dich.“


End schaut etwas fragend zu Salvatore.


Salvatore Corleone: „Denkst du Aldo wird schlau aus deinem Match gegen Wie-hieß-er-noch vor zwei Wochen. Das war eine Kraftdemonstration, aber kein wirkliches Match. Wenn sich Aldo bestmöglich auf dich vorbereiten will, dann wird er gespannt zuschauen, wie du dich gegen Aiden schlägst, um daraus zu lernen. Wenn etwas passiert, dann danach. Und dann bin ich da.“


Sal dreht sich nun wieder leicht von The End weg, der sein Ego noch immer nicht ganz verstecken kann. Was soll das denn bedeuten?


The End: „Warte… Soll das heißen, ich brauch dich, damit Aldo mich nicht angreift?“

Salvatore Corleone: „Ja genau, das heißt es.“


End wollte wohl noch weiterreden, um seine Empörung weiter auszuführen, da wird ihm aber schon von Salvatore in die Parade gefahren.


Salvatore Corleone: „Deshalb hast du mich doch um Hilfe gebeten, oder nicht?“


End bleibt stumm und wieder hat er diesen Blick der Erkenntnis… dass Sal recht hat. Nicht auf eine Art, dass dieser ihn gaslightet oder ihn manipuliert, sondern auf eine ehrliche Art und Weise.


Salvatore Corleone: „Das bedeutet nicht, dass du dich nicht allein verteidigen kannst. Es bedeutet nicht, dass Aldo dir überlegen ist. Aber Aldo hat nun mal James Corleone und so sehr ich diesen Mann auch verachte, so sehr muss ich mir eingestehen, dass er der beste Vorteil ist, den man nur haben kann. Du hattest ihn lange Zeit und als du ihn nicht mehr hattest, wurdest du geschlagen. Du brauchst Hilfe in dieser Sache und das ist keine Schande.“


End schnauft durch, schließt die Augen und… nickt. Er stimmt Sal zu, wohl wissentlich, dass er Recht hat mit dem, was er sagt.


The End: „Also gut… wir kümmern uns später um Aldo, wenn nötig und heute um Aiden.“

Salvatore Corleone: „Das will ich hören.“


Beide nicken einander noch einmal zu, bevor sich End wieder seiner Matchvorbereitung widmet.

Es vergehen einige Sekunden, in denen Stille herrscht, Salvatore scheint sich nun eigenen taktischen Vorbereitungsgedanken zu widmen, bevor End ihn noch einmal anspricht.


The End: „Onkel Sal?“


Leicht irritiert dreht er sich nun wieder zu ihm, als End diese Worte mit einer fast schon zerbrechlichen Stimme spricht.


Salvatore Corleone: „Hm?“

The End: „Danke.“


für alles. Aber mehr bekommt End nicht raus, mehr muss er auch nicht sagen. Die Offenheit und die überzeugte Unterstützung, mit der Sal End hier zur Seite steht, ist aber so erfrischend und anders, vor allem aber ehrlich, wie er es nie von James Corleone gewohnt war.


Salvatore Corleone: „Bedank dich, in dem du diesen Aiden wissen lässt, was ich von ihm halte.“


Diese, wieder – überraschend „humorvolle“ – Ansage von Salvatore Corleone gewinnt End ein Schmunzeln ab. Einer warmer, väterlicher Zuspruch von Sal an End, um diesen noch mal ordentlich für das Match zu motivieren und es scheint zu funktionieren. End ist bereit und bekommt nun endlich die Chance sich auch bei Aiden Rotari für das zu revanchieren, was er ihn vor über einem Jahr angetan hat, denn bei all der Rede über James Corleone und Aldo Nero… war schließlich auch Aiden Rotari beim Sturz von The End mit beteiligt.

Und dafür erfolgt heute die Rache.



Die Ruhmeshalle der GFCW. Wenig Glanz. Wenig Gloria. Allein die Bilder der Champions und der Hall of Famer schmücken die Wände. Hier wird das gezeigt was wirklich wichtig ist…die Talente.


Schau mal. Hier hängen die größten der Größten der GFCW. Hier wird jeder Champion verewigt der jedes Gold der GFCW getragen hat, trägt und tragen wird.“


Eine uns nicht unbekannte Stimme kommt aus dem Hintergrund. Schritte nähern sich und als die Kamera die Totale zeigt sehen wir Tsuki Nosagi und El Metztli die Ruhmeshalle betreten. Sie schauen sich ehrfürchtig um. Die Wände mit den Titelträgern der Titel die es nicht mehr gibt. Die Titel die es noch gibt.


Tsuki Nosagi: „Schau nur…all diese Gürtel. All diese Champions. Hier glänzt alles was man sieht.“


Die Gürtel in ihrer reinen Form liegen unter Glas in den Vitrinen.


Tsuki Nosagi: „Auch wir sind da zu sehen. Schau…“

El Metztli: „Ja ich weiß. Ich war dabei. Doch was wollen wir hier. Was soll das ganze?“


Tsuki geht näher heran und schaut sich die Bilder der Tag Team Champions an. T´n`B…Gods of Asgard…Bierzelt…Ricksenburg…Fight Club…Leviathan.


Tsuki Nosagi: “Ich will dir zeigen das diese Titel es Wert sind das wir um sie kämpfen. DAS sie nicht in die Tonne gehören. Ich will sie zurück…DU willst sie zurück. Sie sind Teil unserer Vergangenheit und unserer Zukunft…“


Sein Partner tritt heran. Er schaut sich das große Ganze an. Von Beginn an bis zum Status Quo. Er schaut skeptisch.


El Metztli: „Diese Titel haben nicht mehr den Wert den sie mal hatten…du siehst es nur nicht…“


Tsuki schüttelt mit dem Kopf.


El Metztli geht die Geschichte durch.


El Metztli: „Schau doch nur…hier…“


Er geht die Bilder durch. Der Japaner steht mit verschränkten Armen hinter ihm.


El Metztli: „Du glaubst an etwas an dem selbst die Bosse nicht mehr Glauben.“


Er deutet auf die Bilder.


El Metztli: „Hier. T´n´B…die Bosse sind dabei. Hier…überall lassen sie sich mit feiern. Sie stehen Seite an Seite mit den Champions. Doch sieh hier.“


Er zeigt auf ein Bild aus der mittleren Vergangenheit.


El Metztli: „Wo sind sie hier? Der General Manager steht dabei. Mit einem Daumen hoch.“


Dann zeigt er auf die Fotos der letzten Jahre.


El Metztli: „Und hier? Die Bosse sind nicht zu sehen. Der General Manager ist nicht zu sehen.“


Der Mexikaner geht die anderen Wände ab.


El Metztli: „Und hier…schau…Überall sind sie dabei. DAS Office glaubt nur an die Single Titel. Sie sind überall zu sehen. Lachend. Stolz.“


Energisch geht Metztli an Tsuki vorbei. Tsuki schaut nickend zu den Beweisen die der Mexikaner ihn gebracht hat.


Tsuki Nosagi: „Wo gehst du hin?“

El Metztli: „Wir haben ein Match. Gegeneinander. Du siehst wie viel Wert das Office auf die Teams legt…“

Tsuki Nosagi: „Metztli…du weißt wer dahinter steckt.“

El Metztli: „ER ist nicht da. Wir wissen nicht wo ER ist.“


Der Mexikaner bleibt stehen. Tsuki dreht sich um und folgt ihm. Er legt ihm die Hand auf die Schulter und kramt etwas aus seiner Tasche heraus. Für den Fan nicht sichtbar hält er es den Mexikaner hin.


Tsuki Nosagi: „Lass sie dir schmecken…“


Er lacht laut los und geht zurück in die Ruhmeshalle. Seine Blicke schweifen über die Bilder bis er schließlich grinsend vor dem Bild von Biq & Quick stehen. Tyler und Maurice stehen feiernd mit der Familie von Johnboy Dog im Ring und genießen ihren Titelgewinn.




Es ist die Musik Jakob Fleestedts, zu der das Switziverse Unlimited in die Halle einzieht. Ein Zeichen? Eine weitere Herabwürdigung für Zac Alonso, nachdem diesem klargemacht wurde, dass er nur die Nummer 3 in der Hierarchie ist?


Jedenfalls macht Alonso einen beklommenen Eindruck. Doch ist das wirklich durch die aktuelle Situation im Stable zu erklären? Oder spielt da möglicherweise noch ein anderer Grund mit rein?


Sven: „Wir sehen ein nachdenkliches Switziverse. Verständlich. Denn wie wir wissen, wurde der Switzidog bereits zum dritten Mal entführt. Beim ersten Mal war er die LPG, beim zweiten Mal falscher Alarm, den Alonso ausrief…“


Dramatische Pause des Kommentators. Sven kann auch seriös. Wenn er muss.


Sven: „…und was ist es diesmal? Diesmal haben wir klar gesehen, dass etwas passiert ist. Der Hund wurde vor unseren Augen geschnappt. Doch von wem?“

Pete: „Sven, darf ich die Theorie aufstellen, dass du nur so lange über den Switzidog redest, damit du nicht an die VERNICHTUNG von Aldo Nero durch meinen Sohn denken musst? Ich habe dich eben beobachtet, als das Video lief und…“

Sven: „…dass dein Sohn keine Chance hat ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Oder das Stöhnen deiner Mutter in meinem Bett. ZWEI GLÜCKSTREFFER, mit denen er No-Names K.O. geschlagen hat, haben keine Bedeutung, wenn es gegen ALDO NERO geht.“

Pete: „Ob es wirklich No-Names waren, werden wir noch sehen. Einer von ihnen steht jetzt im Kampf. Kerri Lee sein Name. Es ist sein erster Fight im Main Roster. Der letzte Call-Up, den es im Förderkader geben wird. Das hat Viggo bereits bekanntgegeben.“


Und just als Pete das Thema auf den Förderkader lenkt, verklingt auch die Musik des Switziverse und der generische Rock der Nachwuchstruppe übernimmt. Rebel called Hate tritt auf die Rampe und schüttelt genervt den Kopf. Wieso darf er denn nicht zu seiner eigenen Musik rauskommen? Eine Manipulation, ganz sicher. Von denen da oben gesteuert. Seinen Tag-Team-Partner Kerri Lee, der neben ihm aus dem Vorhang kommt, widmet er keines Blickes.

Hate setzt Springerstiefel vor Springerstiefel und marschiert schlecht gelaunt los. Kerri Lee hingegen nimmt sich Zeit für seinen Auftritt. Nicht um sich zu inszenieren, nein. Er klatscht mit jedem Kind im Publikum ab und verwickelt dann die Elternteile in ein Gespräch.


Es bleibt nicht bei Gesprächen. Nach wenigen Sekunden Talk überreicht er den Eltern im Publikum eine Visitenkarte mit dem Link zu seinem Dad-Blog. Als er endlich im Squared Circle ankommt, sein Shirt auszieht und…


Kerri Lee: „Ich bin Vater!“


schreit, tritt Jakob Fleestedt vor und schlägt ihm die Visitenkarten aus der Hand. Lees Stimmung schlägt um. Er brüllt. Baut sich wie ein Gockel vor Fleestedt auf. So lasse er nicht mit sich reden! Er sei Vater, er habe schon etwas geleistet in diesem Leben, nämlich seine Kinder.


Einen Schubser von Fleestedt später sitzt Lee auf dem Hosenboden und hört die erste Ringglocke seiner GFCW-Karriere aus sitzender Position.


Tag Team-Match:

Switziverse Unlimited (Zac Alonso & Jakob Fleestedt) vs. Zwei Mitglieder des Förderkaders

Referee: Mike Gard

Report: Ein Kampf, der für den Förderkader unter schlechten Vorzeichen steht. Nicht nur, dass Hate und Lee keinerlei Erfahrung miteinander haben, sondern ihr erstes Aufeinandertreffen war – wie man im Performance Center sah – nicht gerade von Sympathie geprägt.


Nach der Ringglocke beginnen die ersten Minuten Kerris Lees als Main Roster-Wrestler. Er beginnt gegen Alonso, gegen dessen Schnelligkeit er zunächst schlecht auszusehen scheint. Dann jedoch kann er einen Versuch von Alonso, der in die Seile will, jedoch unterbinden und dem US-Amerikaner eine Short-Arm-Lariat verpassen. Die deklarierte Nummer 3 des Switziverse geht zu Boden. Lee setzt mit einem Snap Suplex nach. Dann wechselt er, mehr unter Protest denn aus Freude, mit Hate, der vehement den Tag fordert. Nachdem er vor zwei Wochen gegen The End gestellt wurde und wenig Freude hatte, brennt der Held der Unterschicht darauf, jetzt zu beweisen, dass sein suizidaler Ringstil nicht zwingend zur Selbstvernichtung führt, sondern manchmal auch zum Erfolg. Mit Schlägen und Tritten, die mit nicht-netten Worten untermalt werden, drängt er Alonso in die Ringecke, dann macht er aus sich selbst eine Kanonenkugel und ballert sich gegen den Gegner.


In den Folgeminuten kann der Förderkader tatsächlich eine Dominanzphase starten und allen Antipathien zum Trotz bekommen sich Hate und Lee miteinander auch in den Griff. Fleestedt hingegen wird draußen immer ungeduldiger…beginnt jetzt etwa die Alonso-Krise, die von Switzenberg entgegen aller Fakten schon seit Wochen herbeigeredet wird?


Doch just als man schon nicht mehr dran glaubt, gelingt dem Mann, der seines geliebten Hundes geraubt wurde, doch ein Comeback. Als er in die Ecke geirishwhipped wird, nutzt er den Schwung einfach, um in die Seile zu springen und mit einem Moonsault gegen den stehenden Lee zu kommen. Damit dreht er das Momentum gegen den Dad-Blogger. Es geht mit einem Dropkick und zwei Clothesline weiter, dann zieht Rebel called Hate III die Felle so sehr davonschwimmen, dass er irregulär in den Ring stürmt und auf Alonso einprügelt. Als Referee Mike Gard ihn diesbezüglich ermahnt, bekommt er von Hate die Parole „Kein Mensch ist illegal!“ als Antwort. Der Rebell bleibt im Ring. Punkt. Dort jedoch muss er auch von Alonso einstecken, anschließend gibt es den Wechsel mit Fleestedt, der endlich auch zeigen darf, was in ihm steckt.


Lee, offiziell ja noch immer der Mann im Ring, wechselt nun auch offiziell mit Hate. Dieser kann den Kampf gegen Fleestedt kurz offen halten, muss nach einem Tritt in den Magen jedoch seine Offensive einstellen. Fleestedt zeigt einen Pop-Up-Powerslam und versucht dann, zu seinem Finisher, einem Top Rope Elbow Drop, auf die Ringecke zu klettern. Doch Hate ist zurück, lässt sich aufs Top Rope fallen und versetzt es so in Schwingung. Fleestedt verliert das Gleichgewicht und landet mit seinem Gemächt auf dem Pfosten. Eine Chance für Hate hinterherzusteigen. Der Versuch eines Superplexes endet jedoch damit, dass beide Wrestler unschön herunterfallen.


Auf der Matte geht es darum, wer zuerst zu einem Wechsel gelangt. Doch als Hate bei Lee ist, greift Fleestedt nach seinem Bein, zieht ihn daran in die Ringmitte zurück und setzt einen Bridge German Suplex zum Nearfall nach. Doch Hate zeigt sich auf in Sachen Countings rebellisch und begehrt bei Zwei gegen sein Schicksal auf.

Bei Fleestedts nächstem Versuch, nämlich dem Ansatz zu seinem zweiten Finisher, einem Ripcord Knee Strike, kann Hate klug reagieren, unter der Aktion wegtauchen und Fleestedt zu Boden ringen. Im Anschluss folgt auf Seiten des Förderkaders ein Wechsel…


doch auch Fleestedt rettet sich zu Alonso. Der einstige Switzidogisstant, nun nur noch die Nummer 3 im Team, federt hochmotiviert in die Seile…


und landet in einem Superkick von Lee!





Nearfall bis 2.


Kerri Lee war knapp an seinem ersten Sieg im Main Roster. Er will nachsetzen, zieht Alonso wieder auf die Beine und positioniert ihn so, dass er für eine Clothesline bereitsteht. Im letzten Augenblick hechtet Alonso zur Seite, kassiert aber einen Streiftreffer. Er taumelt Richtung Ringecke, wird dort von Kerri Lee mit den „Ten Punches“ bearbeitet, doch beim fünften Schlag gelingt es ihm, Lee in einer improvisierten Powerbomb von sich zu schleudern. Der Dad-Blogger liegt auf dem Rücken wie ein sprichwörtlicher Maikäfer.


Alonso geht aufs Seil. Swanton Bomb…





und das Switziverse holt den Favoriten-Sieg.


Sieger des Matches durch Pinfall: Switziverse Unlimited!




Alonso ist es, der den Pinfall einfährt. Die gute Form des „König des Saloons“, dessen Krone von Switzenberg achtlos zertreten wurde, geht trotz einiger Rückschläge weiter.


Aber die Musik, die in der Halle läuft, ist wieder die von Jakob Fleestedt. Es muss eine klare Regieanweisung aus dem Switziverse gegeben haben. Trotz dieses Seitenhiebs lässt sich Alonso das Feiern nicht verbieten. Die schlechte Stimmung, mit der er zum Ring kam, hat sich etwas gelöst. Er steigt gar auf das Top Rope und reißt die Arme in der Luft. Er scheint sich…befreit zu fühlen. Der Vorwurf, er sei Auslöser der Switzi-Krise, wurde wieder einmal nicht mit Fakten gefüttert.





Und dann ertönt die Musik von Darragh Switzenberg.


Sofort stellt Jakob Fleestedt das Feiern an der Seite von Alonso ein und wartet artig an den Seilen auf seinen Chef. Auf einen Wink des „Switzisstant“ hin macht Alonso das Gleiche. Zu zweit harren sie darauf, warum der Anführer ihrer Gruppierung hier ist. Und vor allem: Was er zu sagen hat.


Darragh Switzenberg läuft die Hälfte der Rampe herab, dann bleibt er stehen. Seine breiten Schultern füllen beinahe komplett das Kamerabild aus, der kahle Schädel glänzt im Hallenlicht. Er blickt sich in der Halle um. Fährt über die Gesichter der Fans, deren Buhrufe ihm nicht die geringste Regung abringen…


dann bleibt sein Blick an Zac Alonso hängen.


Darragh Switzenberg: „Wo ist der Hund, Zac?“

Zac Alonso: „Wieso fragst du mich das, Darragh? Du weißt, wie sehr ich mir Sorgen mache und wenn ich es wüss…“

Darragh Switzenberg: „Verkauf mich nicht für dumm. Wir wissen beide, warum ich dich frage.“


Er kommt näher. Bedrohlich. Schiebt sich Schritt für Schritt an den Ring heran. Doch seine Augen bleiben auf den US-Amerikaner gerichtet.


Darragh Switzenberg: „Ich weiß, dass du es getan hast. Ich weiß, DU hast meinen Mitarbeiter niedergeschlagen und dir den Hund genommen. Also tun wir nicht so, als hätte es eine erneute Entführung gegeben. Alles, was passiert ist, ist dass, du nicht akzeptieren kannst, dass ich dir andere Aufgaben zugeteilt habe. Dieser Hund ist nicht mehr dein Arbeitsbereich, aber du hängst an ihm, als würde er dir zustehen.“


Der zweifache Intercontinental-Champion setzt einen Fuß auf der Treppe ab. Das Metall scheppert unter seinem Gesicht.


Darragh Switzenberg: „Ich gebe dir ein allerletztes Mal die Chance, dich zu entschuldigen, Zac. Ich tue es als Handlung im erregten emotionalen Zustand ab. Du bist eben etwas impusliv und ein bisschen dumm. Aber vorher sagst du mir…“


Zwei weitere Schritte. Dann steht er auf dem Apron. Überragt Fleestedt und Alonso nicht nur in Größe, sondern vor allem in Masse.


Darragh Switzenberg: „…wo MEIN Hund ist. Sofort!“


Fleestedt eilt heran und drückt die Ringseile herunter, damit Switzenberg komfortabel einsteigen kann. Ohne Dank nimmt Darragh die Gelegenheit an. Er geht auf Alonso zu. Stellt sich diesem direkt gegenüber. Und Alonso? Der ist wie festgefroren in der Mitte des Ringes.


Zac Alonso: „…“

Darragh Switzenberg: „WO?“


Der Anführer schubst seinen Untergebenen zurück. Alonsos Körper wird wie der einer Puppe geschüttelt, er kann gerade noch im letzten Augenblick die Balance wiederfinden und sich auf den Beinen halten.


Sein Blick ist gesenkt. Er weicht Switzenberg aus.


Zac Alonso: „Ich…“





Dann blickt er auf.


Zac Alonso: „Ich werde es dir nicht sagen.“


Perplexe Stille. In der Halle. Bei Fleestedt. Vor allem bei Switzenberg. Als er den Inhalt der Worte verstanden hat, zieht er verdutzt eine Augenbraue hoch.


Darragh Switzenberg: „Also gibst du es zu?“

Zac Alonso: „Ja. Ich habe ihn genommen.“

Darragh Switzenberg: „Es ist MEIN Hund! Er arbeitet für mich.“

Zac Alonso: „Er hat es besser bei mir.“


Switzenberg tritt einen Schritt zurück. Fleestedt sucht seinen Blick, doch Switzenberg schüttelt nur immer wieder mit dem Kopf. Gibt ihm gerade wirklich Alonso Widerworte? Ihm? Darragh Switzenberg?


Darragh Switzenberg: „Du bist verrückt, Zac.“

Zac Alonso: „Das bin ich nicht.“


Noch immer schafft es, Alonso dem schneidenden Blick Switzenbergs standzuhalten. Er hält sein Mikrofon umklammert. Die Haut um die Knöchel ist schon weiß. Aber er hat einen Schritt getan, von dem es kein Zurück mehr gibt. Etwas in ihm hat sich aufgestaut.


Zac Alonso: „Ich bin vieles nicht, was du von mir denkst, Darragh. Ich bin nicht verrückt. Ich habe mich nicht in meiner Aufgabe als Switzidogisstant verloren, sondern sie gut ausgefüllt. Das weiß ich. Ich bin auch andere Dinge nicht: Ich bin nicht der schlechteste Part unserer Gruppe. Vor allem bin ich kein Schwächling, so wie du es denkst.“


Das Mikrofon an den Lippen macht er einen halben Schritt vor.


Zac Alonso: „Ich bin Zac Alonso und ich stehe für mich und meine Freunde ein. Die Frage ist: Kannst du das akzeptieren?“

Darragh Switzenberg: „Ich werde dich aus dem Switziverse werfen, Zac. Ich tue es. Das ist keine leere Drohung, das ist…“

Zac Alonso: „Dann ist es so.“


Und damit steht es im Raum. Switzenbergs Augen weiten sich erst und werden dann in Zeitlupe zu Schlitzen zusammengezogen. Noch immer ist er von Ungläubigkeit befallen. Er sieht aus, als wolle er etwas sagen. Aber ihm fehlen die Worte.


Stattdessen ist es Alonso, der nun die Initiative ergreift.


Zac Alonso: „Was wirst du jetzt tun, Darragh? Mich angreifen?“





Darragh Switzenberg: „Ich bin Darragh Switzenberg.“


Seine Antwort auf Alonso Frage ist, dass er ihn von oben bis unten mit den Augen abfährt wie ein Stück Dreck. Seine Lippe ist verzogen.


Darragh Switzenberg: „Ich brauche dich nicht angreifen.“


Er nimmt eine Hand in die Luft. Und schnippst.





Pete: „Da ist Fleestedt!“


Der Schlag trifft Alonso am Hinterkopf. Er schleudert Zac nach vorne und dann zu Boden. Fleestedt steht auf und greift Alonso an den Hals.


Währenddessen zieht es Switzenberg zurück in den Backstagebereich.


BUUUUUH!“


Fleestedt über Alonso. Er sitzt auf seinem Partner und wirbelt ihn herum, so dass sie einander ins Gesicht schauen können. Alonso hat die „Bitte nicht!“-Miene, doch die stumme Bitte wird durch zwei harte Faustschläge beantwortet.


Für Alonso geht es, wiederum am Hals, auf die Beine. Er wird am Nacken gepasst und frontal in eine Ringecke geschmissen. Mit derartiger Wucht, dass er besinnungslos zurückstolpert.


Jakob Fleestedt: „Das hätte ich seit High Noon tun sollen, Nummer Drei.“


RIPCORD KNEE STRIKE!


Alonso geschlagen auf der Matte. Er hat den Switzidog, doch kein Switziverse mehr. Er hat für sein Schweigen bezahlt.


Fleestedt setzt Alonso einen Fuß auf die Brust.