GFCW World Championship:
The End (c) vs Monica Shade vs Stella Nova

Referee: Mike Kontrak

Die menschliche Leopardin aus Long Island mit dem massiven, rosaroten Zopf tritt durch den Vorhang und lässt ihre violetten Augen ins Publikum schweifen. Etwas Jubel, ein paar Pfiffe, sie ist in diesem Match weder von den Fans favorisiert – das ist The End – noch ist sie die Buhfrau, diese Rolle hat Stella Nova in dieser Dreiecksbeziehung eingenommen. Aber das ist schon in Ordnung.

Monica ist nicht hier, um bejubelt oder ausgebuht zu werden, sondern um GFCW World Champion zu werden. Sie zupft sich noch mal Weste und Stiefel zurecht, obgleich sie bereits perfekt sitzen, einfach um sich noch ein paar Sekunden auf der Rampe zu geben und die Atmosphäre zu inhalieren.

Auffällig mit dabei: ein Stuhl und ein Kissen. Sieht ganz so aus als ob Monica keinerlei Interesse daran hätte ihre Strategin wieder zu Pete und Sven zu setzen. Nein, Stoffschwein Lady Rosi kriegt ihren eigenen Sitzplatz neben Ringsprecherin Laura, die Monicas Ankunft verkündet.


Laura: „Meine Damen und Herren. Die erste Herausforderin um den GFCW World Championship. Aus Long Island, New York mit einer Größe von einem Meter Neunundsechszig… Long Island Leopard Monica Shade~!“


Etwas zusätzlicher Beifall, mehr höflich als frenetisch. Ein paar Fanhände werden geschüttelt, ein Mädchen aus der ersten Reihe mit Lady Rosi Fanplakat darf das Stoffschwein sogar mal streicheln, aber Monicas Fokus ist bereits beim Match. Den Ring betritt sie zunächst gar nicht erst, sie platziert Lady Rosi auf ihrem Sitzplatz und wartet auf ihre Gegnerin und ihren Gegner.



Die Eintrittsrampe wird in orangenes Scheinwerferlicht getaucht und die sonstige Beleuchtung abgeschaltet, auf dass die Fans ihre Lichtquellen zücken und ein Lichtermeer erschaffen wie ein Sternenmeer. Und das machen sie auch, weil die wundervolle Melodie und das Lichtspektakel eine Atmosphäre schaffen, welche die Seele jauchzen lassen. Und dann, kaum dass die Frau mit den massiven, orangenen Flechtzöpfen, die wie Sternschnuppen ihren Körper umsäumen, durch den Vorhang tritt, da wird in diese selige Atmosphäre ein lautstarkes Buhen gepfeffert. Die in Inderin im extra knappen Top mit Sternausschnitt und kometenhaften Schurz lässt sich davon nicht einschüchtern, posiert adrett auf der Einzugsrampe und hält ihren goldenen Gürtel empor, der sie als amtierende Titelträgerin der Damen bei WFW ausweist – was die Buhrufe nur umso lauter werden lässt. Eigentlich hatte man sich ja auf Stella gefreut, aber nicht darauf, dass sie sich in ein Match reinredet, für das sie nur externe Referenzen hat.

Sie sollte jetzt nicht hier sein.

Das hier sollte kein 3 Way sein.

Aber sie ist hier und es ist ein 3 Way und ganz nebenbei hat sie auch noch Tammy bedroht. Alles legitime Gründe für die GFCW Galaxy dem Leitstern ihre Antipathie zu verkünden und die Daumen nach unten zu halten. Dass Stella dies komplett kalt lässt, macht die Rufe nur umso lauter.


Laura: „Und hier die zweite Herausforderin. Aus Delhi, Indien, mit einer Größe von einem Meter Einundsiebzig, sie ist die amtierende WFW Temptation Titelträgerin und zweite Rekordtitelträgerin… sie ist „Leitstern“ Stella Noooovaaaa~!“


Mit einem Hopser ist Stella Nova den Apron hoch, wie zur Demonstration ihrer Agilität, dann heißt es Knie hoch zur Pose und vor allem Titelgold nach oben – das eine Titelgold, aus dem hier und jetzt zwei werden sollen. Da können die Fans jetzt noch so sehr buhen, wenn Stella erst einmal Champion ist und die neue Ära einleitet, wird sich die allgemeine Meinung zu ihren Gunsten ändern, früher oder später. Soweit zumindest ihre eigene Vorstellung, inwiefern diese realistisch ist, sei dahingestellt. Aber dass die Fans ehemalige Hassfiguren zu lieben lernen können, demonstriert ja kaum jemand so gut wie der nun nachfolgende Champion.


Der Jubel bricht aus, die Halle wird dunkel und auf der Stage scheint ein roter Scheinwerferspot. Ein Feuerwerk bricht aus, denn eine Pyroshow ist eine gebührende Methode den GFCW-Champion zu empfange.

25 Jahre GFCW, 5 Jahre The End. Passend, dass zu diesem Jubiläum The End derjenige ist, der den wichtigsten Titel der GFCW hält. Und wie er es selbst gesagt hat, ist es seine Aufgabe dafür zu sorgen, dass das so bleibt. Er kämpft heute nicht nur gegen Herausforderer, sondern sogar darum, dass der Titel nicht die Liga wechselt.

Und die GFCW-Galaxy steht geschlossen hinter ihm – noch immer etwas ungewohnt das zu sagen, aber mittlerweile gewöhnt man sich zumindest daran.

End steht auf der Stage, die Haare offen, die Lederjacke am Oberkörper und die Wrestlinghose an den Beinen, vor allem aber natürlich den Gürtel um die Hüften geschnallt. Er saugt die Jubel-Chants auf, wie gewohnt, ohne Emotionen zu zeigen. Das kann er nicht, das ist er nicht. Er wird nicht mit den Fans abklatschen, er wird sich ihrer Zuneigung nicht ergeben, aber er registriert sie. Und so läuft er nun zum Ring, mit dem steten Blick in Richtung Monica Shade und Stella Nova.


Laura: „Und nun, aus Corleone, Sizilien, mit einer Größe von einem Meter Achtungneunzig, er ist der amtierende GFCW-World Champion… Theeee Endddd!“


Nanu? Kommt er nicht aus Hamburg? Es scheint, dass The End, mit Blick in Richtung Salvatore Corleone, seine „richtige“ Heimat, seiner richtigen Heimat vorzieht.

Aber so wirklich weiß man ohnehin nicht, was in The End vorgeht.

Jetzt jedenfalls kommt der Mann aus Hamburg und aus Corleone, im Ring an, betritt diesen, um dort noch einmal seine beiden Herausforderinnen aus nächster Nähe zu begutachten. Er weiß, was hier alles auf dem Spiel steht und er nimmt das auch durchaus ernst…

aber andererseits ist er The End und er weiß, dass er das schaffen wird.

Für den GFCW World Championship.

Für die GFCW.

Es ist seine Aufgabe und seine Verantwortung.

Er muss gewinnen.

Und er wird gewinnen.

Er übergibt den Gürtel, er entledigt sich seiner Jacke. Und damit ist dann alles gesagt und alles getan.

Das Match kann beginnen.

Werden 25 Jahre GFCW wohlmöglich ohne einen GFCWler als GFCW Champion gefeiert?



Mike Kontrak hält das Objekt der Begierde noch einmal hoch, dann reicht er den GFCW World Title nach draußen und gibt das Zeichen, dass der Gong zu gongen hat – das Match ist eröffnet! Womit alle drei Kontrahenten nicht direkt aufeinander zustürmen, aber doch aufeinander zugehen.

Als Stella die Vertragsunterzeichnung störte, wollte sie sich eigentlich sofort mit The End befassen und nicht mit Monica Shade und auch jetzt steuert der Leitstern des Professional Wrestling prompt auf den GFCW Champion zu. Monica nimmt sie aus dem Augenwinkel wahr, was sie dazu veranlasst ein paar Schritte schneller zu gehen, auf dass sie früher beim gebürtigen Hamburger ist und als Erste mit ihm in den Lockup gehen kann. Oder besser gesagt: einen Lock Up anzutäuschen kann, um per Ausfallschritt hinter The End zu gelangen, denn obgleich Stella mit ihren 1,71 keine kleine Frau ist und auch zwei Zentimeter größer als Monica – ein Kräfteduell mit dem 1,89 großen und 108 Kilo schweren End muss dann doch nicht sein. Nicht zuletzt, weil Stella viel lieber schnelle und spektakuläre Aktionen zeigt, wie etwa einen…


Poison Rana!


So kann man mal ein Match beginnen. Dumm nur, dass End sich nicht so einfach überrumpeln lässt, sich vorgebeugt hat und so dem Poison Rana genug Schwung raubt, dass er standhaft bleiben kann – womit Stella nun kopfüber auf seinem Rücken baumelt.

Schutzlos.

Monica Shade grinst, wie sie die Hände zu Fäusten ballt und aus der Drehung zuschlägt.


Backfist to the Future!


Wenig überraschend ein Volltreffer, Stella platscht von End herunter auf die Matte und sieht erst mal ein paar Sterne. Klingt nach etwas, das sie gerne macht, aber auf diese Sternschau hätte sie gern verzichtet.

Nun wo Stella vorerst flachliegt, haben The End und Monica Shade Zeit für einige Augenblicke des ungestörten Zweikampfes, wie eine Veranschaulichung dessen, was das Match hätte sein können ohne das dritte Rad am Tandem. Monica mit schnellen Schritten, Schlägen und Chops, The End seinerseits mit klugen Blocks und explosiven Vorstößen, inklusive seiner Spotlight Attack, doch Monica weiß dem Knie zu entgehen und ihrerseits per Waistlock zuzugreifen, Ansatz zum German Suplex. Den blockt The End jedoch – aber er kommt auch nicht frei. In dieses Gerangel hinein meldet sich dann Stella Nova zurück, The End kann sich nicht gleichzeitig Monicas German Suplex erwehren und Stellas Dropkick abblocken.

Und so kassiert er beides.

In dem Moment wo Stellas Dropkick ihn erwischt, ist sein Widerstand weg und zudem bereits Momentum da, sodass Monica keine Mühe mehr hat ihn zum German Suplex in die Brücke hinter sich zu reißen. Was Monica nicht weiß: die Brücke ist ein Fehler, denn obgleich dies ein Pinversuch ist, macht sie sich selbst nur zum stationären Ziel für Stellas nächste Attacke, eine Shooting Star Press aus dem Lauf. Cover folgt, aber natürlich prompter Kick Out, das war eher eine Aktion um des Spektakels Willen.

Die Fans rufen dennoch „you still suck“, Stella hat einen weiten Weg vor sich, wenn sie jemals eine Fan Favoritin bei GFCW werden will. Auf keinen Fall wird es ihr hier und heute gelingen das Publikum auf ihre Seite zu ziehen, dafür ist die GFCW Galaxy viel zu sehr pro The End – an und für sich bereits einer der populärsten Männer im Roster und definitiv gegen die arrogante WFW Temptation Titelträgerin, die hier in diesem Match nach Meinung vieler GFCW Fans nichts verloren hat. Die lässt es sich nicht nehmen eine Runde für die Fans zu posieren, auf dass sie noch lauter buhen, dann platziert sie ihren Fuß in Monicas linker Kniekehle, hebt das Bein an und zeigt einen Stomp. Und auch noch einen Elbow Drop in Monicas Rücken – kleine aber feine Aktionen, um schon einmal ihren Bow and Arrow Lock vorzubereiten.

The End soll dieselbe Prozedur erleiden, aber der windet sich frei und kontert per Drop Toe Hold, wonach er per Headlock erst einmal die Kontrolle übernimmt und etwas Ruhe einkehren lässt. Naturgemäß achtet The End dabei immer wieder auf Monica, die sich etwas zurückgezogen an den Seilen wieder hochzieht und mit ein paar Blicken gen Lady Rosi ihre Taktik überdenkt. Eine für den Moment denkbar simple Taktik: zugucken. Stella Nova wird wohl kaum in einem Side Headlock aufgeben, also kann Monica erst einmal abwarten, was sich zwischen End und Stella entwickelt.

Der Leitstern des Pro Wrestling windet sich ihrerseits, aber The End ist kräftig genug, dass Stella sich seinem Zugriff nicht einfach so entziehen kann. Ebenso ist er groß und kräftig genug, dass sie ihn nicht einfach so zum Shin Breaker aushebeln kann, als der Weg zurück in die Vertikale gefunden ist. Ergo gilt es ein paar Elbows anzubringen, aber so diese The End schmerzen sollten, ist er gut darin sich das nicht anmerken zu lassen und so bleibt Stella nichts weiter übrig als sich in die Seile zu manövrieren, wo The End lösen muss. Nicht direkt natürlich, so unnötig sauber und übertrieben fair agiert der GFCW Champion nicht, tatsächlich gibt es wohl nur wenige gute Seelen, die das machen würden. Dennoch zieht The End den Headlock nicht so lande durch, wie es das Regelwerk erlaubt, was nicht damit zu tun hat, dass er an keine Disqualifikation glaubt, sondern mit Monica, die nun genug gesehen hat und wieder in die Offensive geht. Obgleich, sind wir ehrlich: es hätte auch nach dem 5 Count wohl kaum eine DQ gegeben. Nicht in diesem Match, bei diesem Event. Da müsste schon ein heftigerer Regelverstoß her. Den gibt es hier nicht, dafür ein paar harte Chops sowohl von End als auch von Monica, die beide nicht nachgeben wollen und immer weiter feste drauf kloppen.


Pete: „Oft sind 3 Ways ja Matches ohne Disqualifikation oder Count Out, warum ist das heute nicht so, Sven?“
Sven: „Damit wir ein anständiges Match um den größten Preis im Wrest-- um den größten Preis von GFCW sehen. Soll heißen: Disqualifikationen und Count Outs sind ganz normal in Kraft und sollte jemand disqualifiziert oder ausgezählt werden, geht es Eins gegen Eins weiter.“
Pete: „Es würde wohl vielen Fans gefallen, wenn Stella das passieren würde und wir The End gegen Monica Shade dann als Einzelmatch begutachten könnten.“
Sven: „Das würde nicht nur den Fans gefallen.“


Während Pete und Sven Regelkunde betreiben, ist es zwischen End und Monica weiter hart zur Sache gegangen. Nach diversen heftigen Einschlägen auf beiden Seiten besinnt sich Monica darauf, was gegen Ask funktioniert hat: Hirn einschalten und nicht ihren üblichen Stiefel wrestlen – gegen größere und schwerere Gegner heißt es bedachter agieren und genau abschätzen, wann sie ihren Stil durchdrückt und wann es gilt auf Abstand zu gehen. Also geht sie auf Abstand, was The End unweigerlich als kleinen Sieg für sich verbucht und das zurecht. Sein Lächeln dient aber wohl mehr dazu Monica zu provozieren und somit zu Fehlern zu verleiten, doch die bleibt cool. Nun, wo sie sich zum bedachten Rückzug entschieden hat, bleibt es dabei. Mehr noch: sie blickt in Richtung Stella, als ob diese sich von hinten an The End heranschleichen würde, doch als End nach hinten blickt ist da keine Stella. Dafür gibt es nun eine schnelle Attacke von Monica per Sumersault Kick, den The End eher schlecht als recht blockt – der Einschlag wurde zwar abgemildert, aber nicht abgewehrt und so torkelt er etwas rücklings. Dahin wo nun tatsächlich Stella ist, die ihre Agilität beweist, indem sie hoch schnellt, The End am Arm packt, per Chop zulangt und ehe End weiß wie ihm geschieht hat Stella ihn per Lucha Armdrag zur Seite geworfen. Kein allzu harter Sturz, aber es war ein Sturz. The End erhebt sich zwar schnell wieder, geht aber nicht sofort wieder in die Offensive. Den Poison Rana zum Matchauftakt hatte er noch recht locker blocken können, aber hier hat Stella sich nun viel agiler bewegt als ihm lieb ist. Auch wenn ihm natürlich eh schon klar war, dass er stets wachsam sein muss in diesem Match.

Stella ist ihrerseits aufmerksam und entgeht daher einem European Uppercut von Monica. Mehr noch: Stella landet selber einen Dropkick in Monicas Rücken, welcher die Leopardin nach draußen purzeln lässt. Der Moment, um die Fans zu animieren und dann unter lautstarkem Jubel einen Dive zu zeigen – mit dem Schönheitsfehler, dass natürlich nach wie vor kaum jemand Stella bejubeln will. Die spurtet trotzdem los und zwar in Richtung… The End? Der macht sich bereit, aber nein, Stella huscht an ihm vorbei, springt gegen das zweite Ringseil und von da aus wird es höchst spektakulär:


Triangle Moonsault nach draußen auf Monica!


Selten wurde eine spektakuläre Aktion derart ausgebuht wie diese von Stella. Sie verneigt sich nach ein paar tänzelnden Schritten dennoch, sei es zur Verhöhnung, sei es um sich dafür zu bedanken so starke Reaktionen zu ziehen. Oder von beidem etwas. So oder so brandet nun doch Jubel auf, aber nicht weil es einen kollektiven Sinneswandel gegeben hätte, sondern weil The End per Baseball Slide in ihren Rücken rutscht und die Inderin durch den Treffer mit Schmackes gen Einzugsrampe pfeffert.

Wo er nun schon mal draußen ist, gibt es auch gleich noch ein paar Tritte gegen Monica, die zudem auch noch gegen die Ringtreppe geschmettert wird. Diese Ringtreppe ist echt gefragt heute, schon jetzt eine Ikone für alle Ringtreppen dieser Welt. So frequentiert eingebunden zu werden wie diese Ringtreppe ist freilich der Traum einer jeden Ringtreppe. Außer vielleicht jenen Ringtreppen, die lieber ihre Ruhe haben, soll es ja auch geben.

Eine Ruhepause ist Stella derweil nicht vergönnt, nachdem The End mit Monica für den Moment fertig ist, widmet er sich Stella und rammt sie per Spear auf die Einzugsrampe, was die Fans komplett abfeiern. Und sie bekommen noch mehr Grund zu jubeln. The End packt sich nämlich Stellas orangenen Schopf, stopft ihn zwischen seine Oberschenkel und beginnt Stellas Körper anzuheben. Das sieht verdächtig aus wie der Ansatz zu einem Piledriver.

Weil es der Ansatz zu einem Piledriver ist. Und er gelingt!


Piledriver von The End auf die Einzugsrampe gegen Stella Nova!


Finger gehen nach oben und „Ja~!“ wird gerufen, die Fans sind äußerst zufrieden mit dieser Aktion. The End auch, er lässt Stella achtlos liegen und beginnt sich zurück in den Ring, in den Monica Shade auch schon wieder zurückgekehrt ist. Zwischen End und Monica geht es daher munter weiter, doch das Hauptaugenmerk liegt auf Referee Mike Kontrak, denn der ist dabei Stella auszuzählen – geht der Count durch ist Stella raus und es gibt doch das Einzelmatch, das die GFCW Galaxy viel lieber sehen wollte! Und so wird lautstark mitgezählt, Kontrak ist schon bei sechs!


Sieben!

Aber Stella erhebt sich wieder…

Acht!

Stella torkelt gen Ring…

Neun!


Stella stürzt… fast! Aber ehe es zum 10 Count kommt, ist sie zurück im Ring!

Die Fans buhen dies lautstark aus, doch kurz darauf ändert sich die Stimmung wieder – Stella ist genau zu den Füßen von The End und Monica in den Ring gerollt und die hören prompt auf miteinander zu ringen und duellieren sich stattdessen in einer anderen Sportart, die zum GFCW Trend werden könnte: sie gucken wer es schafft deutlichere Stiefelabdrücke auf Stellas Körper zu hinterlassen. Anders gesagt hagelt es Stomps und die Fans feiern jeden einzelnen davon!

Nachdem Stella sich aus dem Ring heraus in Sicherheit gerollt hat, kann es zwischen The End und Monica weitergehen. Einen erneuten Schlagabtausch gibt es nicht, auch wenn The End dazu auffordert. Vielmehr versucht Monica mit ringerischen Vorstößen The End von den Beinen zu holen, doch der blockt diese Versuche nicht nur, sondern kriegt Monica sogar zu packen. Hoch zur Powerbomb… Drehung und:


Apocalyptic Powerbo – nein!


Monica kommt frei und landet hinter dem Champion. Ein Mal umgriffen und German Suplex in die Brücke! Eins, Zw… Kick Out! Guter Versuch und das erste echte Cover des Matches mit Aussicht auf potentiellen Erfolg, aber The End wurde nicht überrumpelt, konnte den Bump gut nehmen und konnte daher zeitig auskicken – Kraftreserven hat er noch reichlich, auch wenn das Matchtempo hoch ist. Allzu viel einstecken musste er ja auch noch nicht. Mit Betonung auf „noch“, landet Monica doch einen feinen Lariat gegen den aufstehenden End! Doch ehe Monica daraus Kapital schlagen kann, kommt Stella von der Ringecke aus angeflogen:


Shooting Star Crossbody!


Was für eine Aktion, was für Timing! Monica wird auf die Matte geknallt und natürlich bleibt Stella sofort auf ihr liegen für das siegreiche Cover! Eins! Zwei! Drend!

...Drend?

Was ist „Drend“?

Drend“ bedeutet, es war beinahe „Drei“, aber kurz bevor Mike Kontrak das Cover durchzählen konnte, war The End noch zur Stelle, um es abzubrechen. Das wäre es fast gewesen und diverse Fans im Publikum waren schon in Schockstarre. Bisher war der Gedanke, dass Stella hier tatsächlich gewinnen könnte zwar denkbar, aber weit weg – nun hingegen war der Gedanke verdammt nah. Nicht nur für die Fans, auch für The End. Beinahe wäre der GFCW World Title weg gewesen ohne dass er selber gecovert worden wäre. Wie The End auch gerade Gedanken in den Sinn kommen, wie sie sein Vater James Corleone wohl gehabt hätte – nicht auszudenken, wenn Monica und Stella insgeheim gemeinsame Sache gemacht hätten und sich jetzt absichtlich gegenseitig pinnen oder zur freiwilligen Aufgabe zwingen würden, um das Gold so zu WFW zu holen. Zum Glück sind beide faire Sportsfrauen und würden so eine hinterlistige Aktion nicht bringen, da war The End schon ein gut in der Beurteilung ihrer Charakterzüge, aber künftig sollte er vielleicht länger überlegen, ob er einem 3 Way so großmütig zustimmen sollte.

The End besinnt sich aber rasch wieder auf das Match und das keine Sekunde zu früh, da Stella ihn anspringt, um ihn per Crucifix Pin zu überraschen. Aber The End lässt sich nicht überraschen und nun ist Stella da, wo sie gar nicht sein will, wenn es um The End geht: auf seinen Schultern. Das kann nur Eines bedeuten und das bedeutet es auch:


Endless Pain!


Eins!


Zwei!


Monica!


Einige Fans hatten schon gejubelt, aber zu früh. Das Match ist noch nicht vorbei, der Titel nicht verteidigt. Ganz im Gegenteil: Monica zeigt eine ganze Reihe an Stomps und Tritten gegen The End, die meisten gegen dessen Rücken. Dann packt sie zu: Deadlift German Suplex? Nun, der Ansatz dazu ist es auf jeden Fall, aber kriegt die Leopardin The End tatsächlich hoch?


Ja!


Aber weil The End selber Schwung mitgibt! Im Wurf nach hinten kommt er aus der Umklammerung frei, steht die Aktion und federt in die Seile. Und mit diesem Anlauf kommt der…


Spear!


...in Monicas Rücken, um genau zu sein, die hart nach vorne gepfeffert wird und reglos liegenbleibt. Die Fans jubeln und The End will es nun beenden – nahe liegendes Wortspiel, das dennoch der Wahrheit entspricht. Er visiert Stella an, die sich torkelnd wieder erhebt und will auch sie per Spear umrammen… doch in diesem Fall ist nur der Wille da, nicht aber der Weg. Stella kontert nämlich per Leg Lariat! War das ein KO Treffer? Könnte gut sein, auf jeden Fall covert sie: Eins! Zwei! Drei! Das ist der Titelwechsel! Stella hat es geschafft! Sie ist tatsächlich in ihrem ersten GFCW Match überhaupt neue GFCW World Champion geworden!
… nein, doch nicht. The End ist zwar hart angeknockt, aber um den Fuß unter das Seil zu schieben, dafür hat es dann doch noch gereicht und das ist ein Rope Break. 3 Count ja, aber er zählt nicht.

Kollektives Durchatmen seitens der GFCW Fans, von denen einige schon die Hände vor dem Gesicht zusammengeschlagen hatten und den Tränen nah waren. Dabei soll doch der Main Event für das große Tränenmeer sorgen und nicht dieses Match.

Was aber immer noch gut passieren kann.

Denn Stella hadert nicht, sondern widmet sich Monica, die noch vom Spear flach auf der Nase liegt und verknotet deren Beine, positioniert die Knie in Monicas Rücken und dann ein Mal Rolle rückwärts: Bow and Arrow Lock! Monicas Rücken hat vom Spear übel was abgekriegt und das war nur die jüngste Aktion, welche diesen Griff nun umso gefährlicher macht! Muss Monica jetzt aufgeben?! Ist das doch der Titel für Stella?! Noch stemmt Monica sich gegen den Schmerz, gegen die Niederlage, sie hatte doch angekündigt, dass Lady Rosi mit dem Gold feiern können würde, da kann sie doch jetzt nicht aufgeben?!

Aber sie muss – bzw. müsste, wen nicht genau in diesem Moment The End zur Stelle wäre, um Monica nonchalant gegen die Rübe zu treten. So angeknockt ist es nix mehr mit abklopfen und ehe Stella reagieren kann, hat auch sie einen Elbow Drop abgekriegt.

Ergo ein Moment zum Durchatmen. The End reibt sich den Brummschädel und macht gedanklich ein Memo, dass er Spears gegen Stella vergessen kann, solange diese ihm Bein voran ins Gesicht springen kann. Was nichts anderes heißt, als dass er Spears gegen Stella eigentlich auch direkt komplett vergessen kann.

Was er hingegen nicht vergessen braucht, das ist sein Toxic Waltz, den er jetzt zu gerne gegen die ohnehin gerade ziemlich fertig aussehende Monica zeigen würde. Aber weil Stella ihm da unweigerlich in die Quere kommen würde, setzt er seinen gefürchteten Aufgabegriff stattdessen beim indischen Leitstern an. Die windet sich jedoch gen Seile und so bleibt es beim Ansatz. Aber zumindest kann The End Stella mit der Gurgel auf die Seile legen und ihr das Knie deftig in den Rücken rammen, was Stella gleichzeitig eine Art Slingshot auf das Seil verpasst. Harte Aktion, auch etwas unsaubere Aktion, aber die Fans feiern sie natürlich trotzdem.

Nun wo Stella erst einmal für den Moment neutralisiert ist, gehen Ends Gedanken sofort wieder gen Monica, doch die ist erst einmal nicht aufzufinden. Wo ist sie hin? Raus aus dem Ring bei Lady Rosi, da ist sie hin, sowohl zur Taktikbesprechung als auch, um für ein, zwei Augenblicke zu regenerieren.

Okay.

Dann erst mal weiter gegen Stella. Ein Mal am Kopf packen und Ansatz zum Inspirational DDT… aber Stella blockt! Und kontert per Northern Lights Sup – nein, doch nicht. End macht sich schwer um benutzt Stella als Trommel, mehrere Unterarmschläge prasseln auf den Leitstern ein. Und dann noch mal!


Inspirational – nein!


Stella wehrt sich nun ihrerseits mit Punches in die Rippengegend und die schmerzen nicht nur, sondern versauen auch noch The Ends Timing. „Versauen“ ist das perfekte Stichwort, denn in dieses Gerangel platzt Monica wieder hinein, verpasst The End einen deftigen European Uppercut, gegen den er sich naturgemäß in dieser Position nicht wehren kann und wie er rücklings fällt, verpasst er Stella dann doch den DDT – keinen Inspirational DDT, aber einen DDT. Anders gesagt liegt Stella nun erst einmal flach und Monica will nachsetzen:


Backfist to the Future!


The End weicht per Vorwärtsrolle aus, ist zurück im Stand und langt nun selber zu: Spotlight Attack! Und damit nicht genug! Monica wurde erwischt und ist stehend KO, aber The End setzt nach:


Chaos Driver!


Eins! Zwei! Stella!


Stella lag flach, aber nicht lange genug, um dieses Cover durchgehen zu lassen. Womit die Fans allmählich unruhig werden – aus ihrer Sicht hätte The End dieses Match nun wirklich langsam mal gewonnen haben dürfen. Hat er aber nicht. Stattdessen ist alles noch völlig offen. Aber nun ist die Gelegenheit dennoch günstig. Monica liegt flach und jetzt braucht es nur eine gelungene Aktion gegen Stella, der vom DDT noch der Schädel dröhnt. Und zwar den:


Inspirational – Northern Lights Suplex in die Brücke!


Eins! Zwei! Nein!


The End kommt raus, das war aber schon wieder viel zu knapp. Aber nun gut, wenn es ringerisch nicht geht, dann eben die harte Tour. Punch, Punch, noch ein Punch… und schon torkelt Stella wieder. Aber beim Versuch des Whip In macht Stella eine tänzerisch anspruchsvolle Pirouette ins Reversal. Schwung des Reversals nutzen für den Spear? Nein, die Lektion hat The End gelernt und so kommt statt dem Spear ein Clothesline – mitten hinein in einen Ausfallschritt nach vorn von Stella, die The End packt und herumwirbelt!


Black Hole Slam!


Eins!

Zwei!

Kick Out!


Waren die Fans vor einigen Augenblicken noch unzufrieden, dass das Match nicht zu Gunsten von The End entschieden war, so sind sie jetzt erleichtert, dass es nicht zu Gunsten von Stella vorüber ist. Der Leitstern scheint immer wieder aufs Neue einen Weg zu finden, um auch in brenzligen Situationen mit ihrer Agilität zu punkten. Mit ihrer Agilität und Erfahrung – da machen sich ihre mittlerweile über vierzehn Jahre Ringerfahrung auf hohem bis höchstem Niveau unweigerlich bemerkbar. Und diese vierzehn Jahre Ringerfahrung sagen ihr, dass sie hier jetzt nicht lockerlassen darf und sie lässt auch nicht locker. Im Gegenteil, The Ends Beine werden verdreht, hinein in den Indian Deathlock!

Aber The End denkt gar nicht daran aufzugeben. Selbst wenn Stella ihm hier beide Beine brechen sollte, er wird nicht abklopfen. Er ist der Champion und er bleibt der Champion. Und mit dieser Einstellung powert er sich gen Ringseile – und erreicht sie. Stella muss lösen, zieht aber noch einmal nach und dann…


5* Frog Splash!


Monica nicht aus dem Nichts, sondern von der Ringecke! Bisher waren es eigentlich nur The End und Monica Shade, die vielversprechende Cover zeigen konnten – dies hier ist Monicas erstes solches Cover und mehr als dieses eine Cover braucht sie auch nicht! Eins! Zwei! Drei! Aus und vorbei! Monica hat es geschafft! Die GFCW Galaxy ist perplex – aber immerhin war es nicht Stella. Monica ist okay.


…soll heißen: Monica wäre okay, wenn sie denn hier tatsächlich gewonnen hätte. Aber im letzten Moment realisierte End was Sache ist und konnte trotz seiner versagenden Beine Stella am Knöchel packen und ihren Fuß auf das Seil legen. Monica hatte schon ein Lächeln im Gesicht – und das hat sie noch immer. So knapp. Aber noch ist die Chance nicht vorbei. Wäre sie überhaupt wirklich unumstritten Champion gewesen, wenn sie Stella gepinnt hätte, statt The End? Die Schweinehirtin pusht sich selber hoch und tatsächlich, ein paar Fans lassen sich mitreißen und unterstützen sie per „Oink“ Rufen! Die Rufe, die einst dem Great Pigster Mike Müller und dann dem Greatest Pigster Maximilian Lunenkind gegolten haben. Ein Schwein ist noch da und dieses Schwein soll mit dem Titel feiern!

Monica ist zurück im Stand und verpasst erst Stella einen deftigen Tritt, dann semmelt sie dem sich erhebenden, aber ob seiner Beine wieder wegknickenden End die Backfist to the Future ins Gesicht… und als der sich vornüberbeugt, da packt Monica zu. Arme eingehakt und jetzt hoch mit dem Kerl! The End ist größer und stärker und schwerer, aber er ist nicht zu groß, stark und schwer! Monica kriegt ihn hoch… und dann geht es abwärts!


Daedalus Destiny!


Jetzt das Cover… aber Stella ist zur Stelle, stößt Monica aus dem Ring und wirft sich dann selber per Running Shooting Star Press auf The End! Die Fans sind dem Nervenzusammenbruch nahe, Mike Kontrak zählt: Eins! Zwei! KICK OUT!

Nervenzusammenbruch vereitelt. Hätte Monica selber covern können, das wäre es gewesen, aber sie konnte es eben nicht und Stellas Versuch abzustauben ist fehlgeschlagen. Doch der Leitstern will sofort weiter nachsetzen, verdreht abermals die Beine von The End… aber ehe sie zum Indian Deathlock oder zum Bow and Arrow Lock ansetzen kann, ist Monica wieder zur Stelle und attackiert die Stellare! Punch, Punch, Kick, Stella wird gen Ringecke zurückgedrängt!


Lariat!


Es sollte ein Stella Sandwich werden, aber Stella weicht aus und Monica prallt selber in die Ringecke. Der Leitstern setzt sofort selber mit einigen schnellen Attacken nach, dann setzt sie Monica nach oben. Wer Stella kennt, weiß, was das werden soll: ihr Outer Space! Stella klettert also hinterher, will Monica über die Schulter nehmen… aber ehe sie das kann, wird sie von hinten gepackt. The End ist hinter ihr und setzt an zu einer Art Back Superplex! Aber ehe es nach hinten geht, packt Stella geistesgegenwärtig Monica am Arm!


Tower of Doom Back Superplex + Avalanche Armdrag!


Alle Drei prallen auf die Matte, aber The End hatte naturgemäß den Aufprall, der am wenigsten heftig war. Dennoch bleibt auch er erst einmal einen Moment liegen und alle Drei werden von Mike Kontrak angezählt. Dann jedoch erhebt sich The End als Erster wieder… und sackt wieder in die Knie. Der Indian Deathlock hat seine Spuren hinterlassen. Seine Beine mögen nicht gebrochen sein, aber sie sind definitiv kaum noch funktional. Natürlich weiß The End es eh mittlerweile besser als einen Spear gegen die sich aufrappelnde Stella zu versuchen, dennoch hätte der GFCW World Champion jetzt gern irgendwie nachgesetzt. Stattdessen bekommt er in seiner knienden Position einen Dropkick von der Inderin ab, der ihn zurück auf die Matte befördert. Doch ehe Stella ihm erneut die Beine verdrehen kann, steht auch Monica wieder und erwischt Stella per Backflip Kick, auf den die Long Island Leopardin ihre Backfist folgen lassen will. Monica wirbelt herum, aber Stella duckt sich, packt zu und hebelt Monica aus:


Starlight Driver!


Cover und… Kick Out bei Null!
Stella reißt die Augen auf, wie Monica sich hochpowert. Auch wenn der Move bei Stella Starlight Driver heißt, auf keinen Fall lässt sich Monica von einer Aktion besiegen, die man aus der sonstigen Wrestlingwelt und insbesondere vom Greatest Pigster als „SCHWEIN“ kennt. Jene Aktion mit welcher der Greatest Pigster bei Aurora sein Match gegen Aurora MacMeow gewinnen konnte – obgleich da auch Miria und ein Stuhl mit im Spiel waren. So oder so, überhaupt im Ansatz zu dieser Aktion gewesen zu sein hat Monica so sehr mit Adrenalin vollgepumpt, dass der Starlight Driver verpufft ist. Da hätte Monica schon so auf dem Schädel landen müssen, dass sie ausgeknockt wird, aber das ist nicht passiert und so hat das Adrenalin jede Erschöpfung weggeblasen.

Obgleich Monica trotzdem angeknockt ist, wie man jetzt merkt.

Monicas Punches sind wie bei einer Boxerin, die beim nächsten Treffer umkippt und liegen bleibt – aber noch steht sie und prügelt auf Stella ein. Die kassiert Treffer um Treffer und dann auch die Backfist to the Future! Doch noch ehe Stella von diesem Treffer umfallen kann, da wird Monica von hinten gepackt:


Toxic Waltz!


The End hat die Situation genau abgepasst und im richtigen Moment zugegriffen. Monica fuchtelt noch, will sich befreien, aber nun merkt sie die Erschöpfung doch wieder – die Erschöpfung und dass der Starlight Driver eben doch seine Wirkung erzielt hat. Monica geht zu Boden und The End hält den Griff mit aller Macht fest. Monica gibt nicht auf, aber ihr schwinden die Sinne und das rapide. Ist das jetzt die Titelverteidigung? Die Fans drücken die Daumen, das 
muss es doch jetzt sein. Mike Kontrak hebt Monicas Arm… und er fällt! Monicas Arm wird ein zweites Mal angehoben… und er fällt erneut!

Wenn Monicas Arm jetzt noch einmal fällt, ist das Match vorbei.

Mike Kontrak hebt ihn und Monicas Arm fällt…


Nicht!


Ganz schwach kann sie ihn oben halten, gerade lang genug, dass Stella The End ordentlich ins Kreuz treten kann. Dann fällt Monicas Arm doch, aber der Griff ist nicht mehr aktiv und somit ist es kein TKO zu Gunsten von The End, auch wenn Mike Kontrak erst einmal Monica checken muss, ob diese weitermachen kann oder bewusstlos ist.

The End wiederum kriegt nun auch noch einen tiefen Dropkick in die Beine ab, als ob die nicht eh schon vom Indian Deathlock zur Genüge wackeln würden. Er sackt in die Knie und Stella ist zur Stelle: Bow and Arrow Lock!

Die Fans erstarren. Das darf doch jetzt eigentlich nicht wahr sein. In dieser Phase des Matches, mit diesen lädierten Beinen und einem auch nicht mehr ganz gesunden Rücken… nicht so. Nicht auch noch durch Aufgabe. Das kann nicht sein, das darf nicht sein. Aber es ist die Mitte des Rings. Was soll The End machen? Guter Rat ist teuer und so macht man als Fan, was man kann: man ruft The Ends Namen. Lauter, immer lauter… und die Stimmen erreichen ihn. James Corleone mag weg sein, auch wenn er wohl nie ganz aus The End verschwinden wird. Salvatore Corleone ist zurück in der Heimat. Aber The End ist dennoch nicht allein.

Und so packt er Stellas Hand an seinem Hals, drückt sie weg und… kommt frei!

Der Jubel ist unermesslich und treibt den Champion zurück auf die wackligen Beine und dann…


Poison Rana!


Dieselbe Aktion, die zum Matchbeginn noch nicht funktioniert hatte, sie funktioniert jetzt. Stella donnert den GFCW World Champion auf den Schädel und die Jubelrufe der Fans ersticken, wie Stella keine Zeit verliert und die Ringecke erklimmt, um mit ihrer Shooting Star Press das Match gleichermaßen spektakulär wie demoralisierend für die Fans zu beenden. Das größte Problem: The End zwingt sich zwar wieder dazu aufzustehen und nicht liegen zu bleiben, aber das macht es nicht besser, sondern schlimmer, denn Stellas Shooting Star Crossbody ist noch effektiver als die Shooting Star Press. Die Chance die Shooting Star Press zu überstehen ist gering – die Chance den Shooting Star Crossbody zu überstehen ist nicht existent.
Und der Shooting Star Crossbody, er kommt:


Shooting Star Crossbody!


Stella fliegt durch die Luft wie eine glänzende Sternschnuppe. Ihre Zeit in der Luft, ihre Akrobatik ist makellos. Wie in Zeitlupe sieht The End das stellare Unheil auf sich zufliegen… und in diesem Moment, da erinnert er sich an sein gedankliches Memo.


„Spears gegen Stella kann ich vergessen, solange diese mir Bein voran ins Gesicht springen kann.“


Aber Stella kann ihm jetzt nicht Bein voran ins Gesicht springen, sie ist ja schon in der Luft. The End klopft auf seine Beine. Funktioniert jetzt gefälligst, nur noch dieses eine Mal in diesem verdammten Match! Und so springt er voran und… 
fischt Stella mit dem Spear aus der Luft! Die Fans flippen jetzt völlig aus und The End, er bleibt konzentriert. Er packt Stella auf die Schultern für das große Finale. Endless Pain.

Aber nein!

The Ends Beine haben ihn erhört und für den Spear noch funktioniert, aber nun knickt er weg!

Aber das ist okay.

Im Wegknicken wirft er Stella hinter sich… Endless Pain!


Eins!

Zwei!

Drei – Monica!


Aber zu spät! Monica war wieder bei Bewusstsein, hat versucht zu retten, aber sie war einen Sekundenbruchteil zu spät. Das Match ist vorbei und The End hat seine Ankündigung wahr gemacht: er hat zwei der Besten besiegt, die WFW zu bieten hat und GFCW so ein Geburtstagsgeschenk gemacht. Bei der Anniversary Show pinnt der GFCW Champion die WFW Titelträgerin. The End ist und bleibt der Champion. Und der GFCW World Title wird triumphal in die Luft gehoben.




Breads reißt sich aber direkt wieder los und geht auf Zereo zu – und bleibt vor ihm stehen. Denn der Killer bewegt sich schon wieder, er versucht schon wieder, auf die Beine zu kommen. „Bleib liegen!“ schreit der Kanadier seinem Gegner entgegen, doch der blickt nur langsam auf, sieht Breads in die Augen – und spuckt ihm Blut ins Gesicht!


Canada's Own“ regt sich erst gar nicht, sondern schließt nur die Augen, wischt sich dann das Gesicht ab – und dann rächt sich Breads. Er packt seinen Gegner, zieht ihn nach oben und es setzt wieder Kawada Kicks an den Schädel, aber diesmal nicht nur ein paar, sondern ein Dutzend, zwei Dutzend, und bei 28 hört Breads erst auf, aber auch nur um den Kopf noch höher zu nehmen, Zereo wird gepackt, Breads hakt sich ein und es setzt einen Exploder Suplex!


Der Killer wirkt quasi tot, als er auf der Matte aufprallt, doch was macht Breads? Er guckt seinen Gegner erst gar nicht an, er überlegt gar nicht erst, ihn zu pinnen, sondern steigt an ihn vorbei durch die Seile auf den Apron, und von dort aufs Top Rope.


Pete: „Bitte, hör auf, Robert! Du verletzt Zereo noch!“

Sven: „Ich glaube, das ist ihm völlig egal. Er will ihn einfach nur zerstören.“


Tatsächlich steht Breads nun auf dem Top Rope, blickt auf seinen Gegner, und springt ab – Double Foot Stomp!


Der Move sitzt und nun dürfte es endgültig vorbei sein... doch immer noch pinnt Breads seinen Gegner nicht. Stattdessen zerrt er ihn nach oben, hakt beide Arme ein... soll das ein Butterfly Suplex werden? Will er McFly beleidigen?


Ein Blick Richtung Backstage-Bereich, dann geht es wirklich los – aber er zeigt nicht den Butterfly Suplex, sondern vielmehr einen Double Underhook Piledriver! Er lässt ihn genau auf den Kopf knallen! Und dann legt er sich auf seinen Gegner, endlich...






Eins...







Zwei...








Drei!



Sieger des Matches durch Pinfall: Robert Breads!!!


Der Kanadier rollt sich verächtlich von seinem Gegner herunter und blickt auf ihn herab – das war... beeindruckend. Nicht, dass er einen Verletzten besiegt hat. Eher das „Wie“ ist das Beeindruckende. Und „Canada's Own“ scheint das schon jetzt nicht mehr zu interessieren, eben als ob das tatsächlich nur ein Pflichtsieg war. Er ignoriert den blutenden Menschen auf der Matte einfach und begibt sich wieder backstage, ohne nochmal zu jubeln oder sich ausbuhen zu lassen – dieser Sieg bedeutet ihm nichts. Denn Zereo Killer ist nicht Chris McFly. Der ist als Nächstes dran.




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PAUSE:




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Dieses Wort ist zu sehen und es zeigt das Standbild eines am Boden zerstörten Zereo Killer. Die Kamera schwenkt um und man sieht den Mann nun einige Jahre später, ein paar Fältchen mehr im Gesicht, das ein oder andere graue Haar ist auch zu vernehmen, im Hier und Jetzt.


Zereo Killer: „Das war 2012, ich war zwar auch schon lange im Geschäft zu diesem Zeitpunkt, aber als es hieß, ich darf gegen Robert Breads antreten, war ich wirklich nervös.“


Mr. #ISGI dreht sich nun zur Kamera und grinst zufrieden in diese.


Zereo Killer: „Du hast mir in diesem Match alles abverlangt und Dinge aus mir herausgeholt, du warst der Erste, der mich in der GFCW besiegen konnte, doch es war längst nicht das letzte Aufeinandertreffen.“


Er blickt zur prunkvoll verzierten Decke seines Wohnzimmers hoch und schwelgt ein wenig in Erinnerungen. Die Lippen formen sich zu einem Lächeln.


Zereo Killer: „Mein lieber Robert, auch wenn wir uns nicht immer grün waren – wahrscheinlich waren wir das nie zu 100% - der Respekt war immer da. Du konntest aus jedem Gegner das Beste herausholen. Wenn dein Gegner dachte, er habe sein Limit erreicht, hast du ihn mit deiner Art zu wrestlen gezeigt, dass er noch längst nicht am Limit angekommen ist! Mit dir gab es nur Fünfsterne-Matches.“


Der Kalifornier lässt diese Worte kurz wirken, er geht noch einmal kurz in sich und fährt mit seinem Monolog fort.


Zereo Killer: „Ich werde dir für die Matches gegen dich, für jedes einzelne Segment, für jedes Aufeinandertreffen auf welche Art und Weise auch immer, ewig dankbar sein, ich werde mich das ganze Leben daran erinnern können. Für mich bist du nicht CANADAS OWN…“


MacKenzie erhebt sich von seiner dunkelblauen, großzügigen Couch und zieht sich seinen Pulli aus. Drunter ist ein selbst kreiertes Robert Breads T-Shirt zu sehen und er zeigt selbst auch drauf, was da noch zu erblicken ist.


Zereo Killer: „Weil Robert Breads ist CANADAS BEST!


Auch wenn sie sich tatsächlich zum größten Teil ihrer Karrieren bekriegten, so kann man an seinem Blick erkennen, dass diese Respektsbekundung echt ist. Zereo Killer erweist ihn auf seine Art und Weise die größte Ehre.


Zereo Killer: „Du bist einer der besten, wenn nicht der beste Wrestler, mit dem ich jemals in den Squared Circle gestiegen bin. Danke, dass du nicht nur die GFCW, sondern auch diesen Sport, den wir alle lieben, mit deinen Leistungen im Ring und auch am Mikrofon bereichert hast.“


Der Blick weicht nicht von der Kamera, bedächtig beginnt er zu klatschen und zeigt noch ein letztes Mal auf sein selbst kreiertes T-Shirt.


Zereo Killer: „Robert Breads – Canadas Best!


Langsam fadet die Kamera im Anschluss wieder aus. Die Rede des Amerikaners hat das Publikum in der Dortmunder Westfahlenhalle dazu bewegt aufzustehen und ebenfalls zu klatschen. Ein schöner Moment zweier Rivalen.


Danke für dich und deine Beiträge in der GFCW – von ganzem Herzen!



Pete: „Oh Mann, was wir heute schon alles erleben durften. Matches, Titelwechsel, Wendungen, Spannung, Niemand kann der GFCW das Wasser reichen! Sven, wir sind tatsächlich die Besten, oder?“

Sven: „Da muss ich dir absolut Recht geben, mein Guter. Und auch wenn wir uns oft nicht einig sind, wer den Sieg verdient hat, ich bin dennoch sehr froh, dass du an meiner Seite moderierst.“

Pete: „Und ich dachte, es würde erst nach dem Main Event emotional werden, doch ich beginne jetzt schon mit dem Rumheulen.“

Sven: „Tja, ein bisschen wehmütig bin ich a… was ist denn jetzt los?“


In der Dortmunder Westfalenhalle wird es plötzlich unruhig, denn kurz vor dem Hauptkampf geht das Licht komplett aus. Ist das ein Stromausfall?


Pete: „Meine Damen und Herren, ich weiß, Sie können uns nicht sehen, doch ich hoffe, dass Sie uns hören.“

Sven: „Wir haben absolut keine Ahnung, was hier nun gerade passiert. Wir tappen sprichwörtlich im Dunkeln.

Pete: „Was für ein tolles Wortspiel.“


Auch das Publikum wird immer unruhiger. Sie versuchen mit ihren Smartphones etwas Licht in die Sache zu bringen, doch mehr als einen Glühwürmchen-Effekt können die 14.000 anwesenden Wrestlingverrückten nicht auslösen.


Plötzlich ein schwaches, flackerndes Spotlight, welches leicht rosa zu sein scheint, ist zu sehen… die aktuell einzelne Beleuchtung bewegt sich in Richtung Ring, bis dieser vom schwächelnden Licht komplett eingedeckt wird. Es wird wieder schwächer, sodass man wieder kaum etwas erkennen kann. Im Ring scheint sich aber etwas getan zu haben. Dann fällt es von einem Moment auf dem Anderen wieder aus. Die Stimmen der GFCW sind wieder zu hören.


Sven: „Was zum Geier ist das?“

Pete: „Es ist schon sehr seltsam, was hier gerade abgeht, wir können weiter Rätsel raten, so wie es aussieht.“

Sven: „Mir machen die Fans langsam Sorgen, ihre Unruhe wird immer deutlicher spürbar.“

Pete: „Ach komm schon, die GFCW Crew ist die beste Crew der Welt, die bekommen den technischen Fehler hundertprozentig wieder in den Gri…“


Knallpinke Lichtkegel sind auf den Squared Circle gerichtet! Ein Teppich wurde ausgerollt und wird in der Vogelperspektive von einer Kamera an der Hallendecke aufgefangen!







Der Ring ist mit einem E.F.A. – Entertainment For Adults – Teppich bedeckt und man kann eine wunderschöne, zierliche Dame mit pechschwarzem Haar erkennen! Die Kamera switched zu einem anderen Angle, sodass man der Frau fast schon unter das kurze, knappe, schwarze Cocktailkleid blicken kann. In der Mitte des Gevierts ist ein strammstehender Penistisch aufgebaut. An dessen Spitze befindet sich ein Tableau mit einem pinken Mikrofon drauf! Die Dame stöckelt ein, zwei Schritte auf den speziellen Tonverstärker zu und nimmt ihn kräftig mit beiden Händen. Dabei ist fast schon ein leises Stöhnen zu vernehmen, ehe sie den Schallwandler zu ihren aufgespritzten Lippen fährt.


Heiße Schnitte mit aufgespritzten Lippen im engen Cocktailkleid: „Für den Fall, dass es jemand vergessen hat: Ich bin die Gastgeberin der besten Talkshow, die es jemals in der GFCW gegeben hat: Mein Name ist EVA und das ist E.F.A. – ENTERTAINMENT FOR ADULTS!!!“


Wie könnte man diese Talkshow vergessen? Das Publikum rastet aus, warum auch immer!

EVA-Chants!

Naja, Eva sieht wirklich heiß aus, wie damals auch, nur hat hier und dort der Doktor ein wenig nachgeholfen. Sie erinnert ein wenig an eine nicht so absolut verbrauchte, verw*chste P*rn*darstellerin – darf man das so schreiben? Ja, das darf man, wenn man weiß, wer hier bald zum Ring kommen wird #Spoileralarm – nur eben besser, frischer, und das tolle Makeup trägt auch einiges dazu bei.


Eva: „Vielen Dank, ihr Süßen, ich werde euch alle nach der Show kennenlernen, versprochen! Wuhuu!!!“


Küsschen geht in Richtung der Fans, männlich, weiblich, oder auch sonstiges Geschlecht, vollkommen egal.


Eva: „Aber jetzt geht es nicht um mich, denn der große Augenblick ist gekommen!!“


Mit einem Fingerzeig deutet sie auf die On Stage! Ein weiterer pinker Lichtkegel ist zu vernehmen, und genau in der Mitte steht „The horny Secretary“! Es ist tatsächlich Dirty Mary! Im kurzen, knappen Sekretärinnen-Outfit. Dieses Cosplay scheint sie wohl bei Ali Express gekauft zu haben! Egal, sie hat den Körper dazu, sie könnte einen Sack Kartoffel anziehen und würde scharf aussehen! Erfreuen wir uns doch einfach an diesem Sekretärinnen-Outfit! Ihre strohblonden Haare hat sie zu einem Dutt zusammengebunden, die dunkelrote Nerdbrille trägt sie ebenfalls, wie in den guten, alten Zeiten. Und was darf auch nicht fehlen? Genau! Ihr Klemmbrett! Denn für Alle, die es entweder vergessen haben, oder es schlicht und einfach nicht wussten, Dirty Mary spricht nicht, sie stöhnt!




Hello, my Name is Dirty Mary, your Horny Secretary!




Das war damals ihr Song, als sie zum Ring kam, bevor „er“ gekommen ist! Doch der Song wird nun nicht komplett gespielt, stattdessen…


Ständig wird dieser eine Satz wiederholt, immer und immer wieder, bis der TItantron zu flackern beginnt und ein gewisses Logo zu sehen ist!







Dirty Mary sieht sich das Logo an und schaut… ein wenig verwirrt. Das ist offensichtlich nicht das, was sie sich vorgestellt hat. Sie dreht sich seitlich zum Logo und richtet ihren Kopf zur… Nunja… Spitze des „schlaffen“ Logos. Der Kameramann solle ein, zwei Schritte zurückgehen. Dirty Mary macht nun eindeutig zweideutige Bewegungen mit dem Kopf, immer ein bisschen vor und zurück, vor und zurück, vor und zurück… vor und zurück… das Logo „regt“ sich!


BIS ES SICH SCHLUSSENDLICH FUCKING IN DER RICHTIGEN POSITION BEFINDET!!!







Ein lauter Knall ist zu hören, weiße Konfettis regnet es von der Hallendecke – hoffentlich sind es Konfettis – und die Dortmunder Halle wird absolut eingepinkt! Vertraute perverse Klänge aus der GFCW Vergangenheit sind zu vernehmen!




Come on please help me Dr. Dick I need your love I feel so sick

I need a kick and you're so big oh doctor please deep deep deeper

help me Dr. Dick my fever's rising please come quick

I know you know a little trick oh doctor please deep deep deeper

Come on help me Dr. Dick come on doctor help me quick d-d-d-d-d-deeper

come on help me Dr. Dick come on doctor help me quick d-d-d-d-d-deeper




Jaaaaa!!!! Er ist tatsächlich da!!! Er kommt hinter dem Vorhang zum Vorschein, trägt seinen weißen Doktorkittel, wie immer nur oben zugeknöpft, dass bei jedem Schritt sein Höschen rausblitzt – ein Klassiker! Dr. Dick is in the house!!! Und die Fans freuts… seltsamerweise… irgendwie! Lange hat man ihn nicht mehr gesehen! Er stellt sich neben Dirty Mary und deutet einen Kuss an! Sie freut sich… doch… er klappst ihr lieber auf den Hintern! Beinahe hätte sie das Klemmbrett fallen gelassen, eventuell hätte es dann schwerwiegende Konsequenzen für seine Ehefrau gegeben! Wie dem auch sei! Seite an Seite gehen sie in den Ring und entern den zusammen, oder so ähnlich! Der Doc rollt sich vom Mattenrand aus so halb unter dem untersten Seil durch. Der Doktorkittel ist dabei natürlich ganz unabsichtlich nach oben gerutscht, sodass man sein pinkes Höschen darunter in seiner vollen Pracht erkennen kann. Die Buchstaben „DICK“ stehen von oben nach unten in weißer Schrift auf seinem „Ihrwisstschon“. Dirty Mary sucht den Weg über die Ringtreppe zum härtesten Teil des Ringes – und der härteste Teil des Ringes ist natürlich genau dort, wo der Doc liegt!


Sie steht nun genau über den Kopf des Frauen-Arztes, streckt dann ein Beinchen aus und platziert es zwischen dem obersten und mittleren Ringseil im Ring. In dieser Position verharrt sie einen Moment, der Doc – und auch einige Fans in der ersten Reihe – haben so einiges gesehen. Nun bekommt sie das Okay, dass sie den Squared Circle komplett entern darf, und der Doc rollt sich hinterher!


Natüüüüüüüüüüüüüüüüüüürlich muss Dirty Mary ihren Göttergatten auf die Beine helfen, und das macht sie liebend gerne. Zur Belohnung gibt es einen Kuss, doch diesen bekommt auch Eva! Dr. Dick ist für alle da!


Mit dem zweiten Kuss endet auch das Theme des Mannes, der jede Frau – auch deine – versteht und er steht genau zwischen den beiden Sexbomben.

Das dynamische Trio lässt die Stimmung auf sich wirken. Sie haben mit vielem gerechnet, aber nicht mit „this is awesome“ – Chants. Man hat sie tatsächlich sehr lange nicht mehr gesehen, also ist diese Überraschung durchaus geglückt.


Eva. „Dr. Dick, Dirty Mary, es freut mich sehr, dass wir uns heute hier versammelt haben! Du hast etwas zu verkünden, mein lieber Frauen-Arzt! So viel weiß ich, so viel hast du mir verraten, doch das wars. Also, was hast du uns allen zu sagen?“


Kurz treffen sich die Blicke von Eva und Dirty Mary.


Eva: „Aber nicht du, du hast nichts zu verkünden, denn du sprichst nicht, sondern…“


Ja, Dirty Mary stöhnt lediglich. Und das gefällt allen. Nunja, okay, den Frauen im Publikum eher weniger. Aber das ist in diesem Moment egal – shit, kann ich das schreiben? Klar, es handelt sich hier um Dr. Dick - .


Der Doc schnappt sich den speziellen Schallwandler von Eva und stellt sich wieder perfekt zwischen blond und schwarz.


Dr. Dick: „Ja, ich habe tatsächlich etwas zu verkünden! Ich bin sehr froh, dass ich heute hier bin! Ich bin sehr froh, dass meine Talkshow Entertainment For Adults eine neue Episode erhalten wird, und zwar genau in diesem Augenblick! Und das hat auch einen besonderen Grund!“


Er lässt diese kryptische Botschaft einen Moment lang im Raum stehen, ehe er seine beiden Frauen im EfA-Geviert ansieht.


Eva: „Wa-was ist der Grund, mein lieber Doc? Spill the tea!!“


Er schüttelt mit dem Kopf.


Dr. Dick: „Den Tee kenn ich nicht, aber ich gebe euch nun einen Hinweis!“


Er entblößt sich seines Doktorkittels und präsentiert einen perfekt durchtrainierten Body! So makellos hat man ihn noch nie gesehen, tatsächlich sehr beeindruckend! Oberkörperfrei, lediglich im knappen Wrestlingslip, welcher schon detailliert genug beschrieben wurde… und…


Der Doc blickt an sich selbst herab und spricht ins Mikrofon.


Dr. Dick: „Uuuuuuund?? Was fällt dir heute an mir auf, liebe Eva?“


Sie folgt seinen Augen und versucht zu eruieren, wo seine Blicke landen… Ganz klar, es muss sein Dingsbums sein.


Eva: „Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Slip noch kleiner geworden ist, also muss dein Ding noch grö…“

Dr. Dick: „Wrestlingboots!“


Der Frauenklemptner fällt der Moderatorin ins Wort.


Dr. Dick: „ Ich habe meine Wrestlingboots angezogen! Und die Knieschoner! Ich bin heute hier…“


Wild entschlossen geht der Doc einige Schritte nach vorn und baut sich künstlich auf.


Dr. Dick: „… um zu wrestlen!!!“


Oh, wer hätte das gedacht! Der Doc kehrt heute zurück und will wrestlen! Eine coole Überraschung zum fünfundzwanzigjährigen Jubiläum des Frauenarztes… ähh… der GFCW! Sein Blick wandert zur On Stage.


Dr. Dick: „Karo Herzog, kommt zum Ring and do your job! Und ich meine ausnahmsweise weder einen Handjob, noch einen Blow…“


Überraschend schnell marschiert die angesprochene Unparteiische in Richtung des Gevierts. Sie scheint nicht sehr erfreut zu sein über die Wortwahl des Frauen-Arztes. Im Ring angekommen, stellt sie sich dem Mann aus Busendorf gegenüber und baut sich auf.


Dr. Dick: „Sachte, Miss Herzog. Ich will dich lediglich als Referee haben. Aus einem einfachen Grund… ich fühl mich wohl in der Gegend von Frauen!“


Klapse auf die Hinterteile seiner beiden Objekte folgen simultan. Karo Herzog widert dieses Bild an. Dafür erntet die Ringrichterin Zusprüche aus der Crowd.


Dr. Dick: „Ich verstehe, du bist eifersüchtig, doch hier geht es nicht um dich, sondern um fucking, mich, hast du verstanden! Und ich werde jetzt ein Match haben, welches du leiten wirst, weil ich es sage!“


Dem Publikum stößt diese Bemerkung sauer auf, dieser Befehlston gefällt überhaupt nicht! Die Buhrufe werden deutlicher. Der Doc beugt sich über die Ringseile in Richtung der GFCW Galaxy.


Dr. Dick: „Und um euch geht es auch nicht! Ich werde heute die größtmögliche Ankündigung machen, mit der ihr nicht gerechnet habt!!!“


Er schaut Eva und Dirty Mary an. Mit einem harschen Ton verlangt er.


Dr. Dick: „Entfernt den Penistisch!“


Es wurde befohlen, es wird schnellstmöglich ausgeführt.

Lediglich mit einer Handbewegung deutet er an, dass der E.f.A. – Teppich entfernt werden soll. Und na klar, das sollen auch seine beiden Ladies machen! Und das tun sie auch! Das Riesenmikrofon weiter in seinen Händen haltend, spricht er vollen Ernstes in die auf ihn gerichtete Kamera.


Dr. Dick: „Es ist Zeit für den Main Event! Noch nie ist Robert Breads auf Dr. Dick getroffen! Dieses epische Match wollte Canadas Own für seinen finalen Auftritt warmhalten! Und gibt es dafür einen besseren Ort, als beim fünfundzwanzig jährigem Jubiläum der GFCW? Wohl kaum!“


Sein Blick ist immer noch absolut fokussiert, die Miene verfinstert sich. Er scheint sich tatsächlich auf genau dieses Match vorbereitet zu haben. Karo Herzog sagt etwas in Richtung des Frauenklemptners. Dieser brüllt sie an.


Dr. Dick. „Es interessiert mich einen feuchten Dreck, dass Thorsten Baumgärtner den Main Event leiten soll. ICH BIN IM MAIN EVENT, ICH BIN ROBERT BREADS FINALER GEGNER, UND EINE FRAU SOLL DAS MATCH LEITEN!“


Ohne Umschweife wandert sein Blick zur On Stage.


Dr. Dick: „Und nun spielt die Musik des kanadischen Losers!!!“


Buhrufe übertönen schon beinahe sein letztes Wort… doch das Theme von Canadas Own wird tatsächlich eingespielt! Der emotionale Umschwung! Die Crowd beginnt schon zu jubeln. Erwarten wir nun tatsächlich die Ankunft von Canadas Own? Ist dieses Match Robert Breads vs. Dr. Dick wirklich Realität?



Die Musik wird plötzlich abgewürgt und jemand komplett Anderes erscheint auf der On Stage. Es ist Joe Jobber!!! Dieser ist mit einem Mikrofon bewaffnet.


Joe Jobber. „Was zum Teufel soll das?“


Die Fans rasten komplett aus! Auch wenn er der größte Jobber der GFCW ist – er trägt seinen Job nicht umsonst in seinem Nachnamen – so wird er dennoch als einer der Legenden der Liga gefeiert. Unter tosendem Applaus macht er sich auf dem Weg zum Geviert!


Joe Jobber: „Was glaubst du eigentlich, wer du bist???“


Sich bereits in den Ring rollend, immer noch das Mikrofon in der Hand haltend, stellt er sich dem „Arzt“ gegenüber.


Joe Jobber: „Wie zur Hölle kommst du nur zu dem Gedanken, dass Robert Breads gegen dich antreten will?“


Die Joe Rufe werden immer lauter und verbreiten sich wie ein Lauffeuer. #samoavibes


Der Edeljobber der GFCW blickt durch die Crowd und er bekommt Oberwasser durch die Jubelrufe.


Joe Jobber: „Wenn du an Robert Breads ran willst, musst du zuerst an mir vorbei! Ich respektiere die Legende von Robert Breads, und du…“




BÄÄÄÄMM!!!




Die Buhrufe werden immer lauter und lauter, denn der Frauen-Arzt hat Joe Jobber mit dem Mikrofon niedergeschlagen! Eva und Dirty Mary verschwinden aus dem Ring. Dr. Dick blickt mit weit aufgerissenen Augen zu Karo Herzog!


Dr. Dick: „Läute das Match an!“


Sie schaut fragend zwischen dem Doc und den am Boden liegenden Joe Jobber hin und her. Sie schüttelt mit dem Kopf.


Dr. Dick: „Läute das verdammte Match an!“


Brüllt er die Unparteiische an… Sie will wieder verneinen, doch Joe Jobber ruft ihr zu, während er in eine Ringecke krabbelt. Es ist okay… Joe Jobber kann, wird und will kämpfen!


Sie zögert, doch sie tut es. Sie läutet das Match an!


Singles Match:
Dr. Dick vs. Joe Jobber

Referee: Mike Gard

Sven: „Kannst du es glauben, wie sich diese Szene entwickelt hat?“

Pete: „Das ist tatsächlich unglaublich! Der Doc wollte das größte Match seiner Wrestlingkarriere haben, dafür ist er zurückgekehrt, und was bekommt er? Er bekommt Joe Jobber!“

Sven: „Tja, und dieser muss nun seinen Namen alle Ehre machen, wie es aussieht!“


Kaum hat sich Double J an einer Ringecke hochgezogen, kaum ist das Match angeläutet, rennt der Frauen-Arzt unter großer Antipathie auf seinen Gegner zu!




RUNNING CORNER DICK BOOT!!! VOLLTREFFER!!!




Der hat voll gesessen! Der Edeljobber der GFCW torkelt ein bis zwei Schritte in Richtung Mitte des Ringes und fällt dann auf die Matte. Dr. Dick ist im Rage-Modus und lässt keine Sekunde ungenutzt! Er macht sich auf das Top Rope wirkt sehr konzentriert! Keine Provokationen in Richtung des Publikums, keine obszönen Gesten in Richtung seiner beiden Frauen, die außerhalb des Gevierts herumstöckeln, nein. Er will Joe Jobber fertig machen! Er hat ihn seines Momentes beraubt!




TOP ROPE DICK SPLASH! PERFEKT AUSGEFÜHRT!




Sven: „Egal was man von seiner Art hält, er scheint das Wrestling nicht verlernt zu haben.“

Pete: „Das stimmt wohl, aber der folgende Pinversuch war lediglich ein Near Fall, auch wenn es ein superknapper Kick-Out von Joe war!“


Dr. Dick schaut verärgert in Richtung von Karo Herzog. Sie macht deutlich, dass er die Schulter hochbekommen hat. Doch wenn es nach dem Frauen-Arzt geht, ist das das Einzige, was er heute noch hochbekommt.


Pete: „Hey Sven…?“

Sven: „Ja?“

Pete: „Bilde ich mir das ein, oder hat sie ein wenig langsamer gezählt als sonst?“

Sven: „Meinst du? Wäre mir nicht aufgefallen.“


Der Doc macht allerdings unbeirrt weiter und schnappt sich die Beine seines Gegners. Er setzt zu einem Figur Four Leg Lock – oder in seiner Sprache „F-F-L-F – F*cker Four Leck F*uck - an. Doch weiter als bis zum Ansatz kommt er nicht. Denn der Jobber wehrt sich mit einem Tritt in den Allerwertesten!


Die Fans gehen mit Joe Jobber mit, welcher sich wieder auf die Beine kämpft, doch der Doc hat schon wieder die Oberhand.




50 SHADES OF DICK!!!


EINMAL, ZWEIMAL… DREIMAL!!!




Mit jedem Inverted Atomic Drop werden die Buhrufe lauter. Karo Herzog geht dazwischen, als Joe Jobber auf die Knie muss. Mit Schmerz verzerrtem Gesicht hält er sich das Gemächt, macht aber deutlich, dass er nicht aufgibt. Der Doc spaziert lockerlässig auf den sich auf den Knien befindenden Opponenten zu und… haut ihn mit einem Hüftschwung – also auch mit seinem besten Teil – auf die Matte.


Pete: „Um Gottes Willen wie respektlos war denn das?“

Sven: „Mich würde wohl eher interessieren, wie er diesen Move wohl nennt?“


Das selbstgefällige Grinsen wird mit lauten Rufen vom Publikum gegen den Doc quittiert, doch das hindert dem zweifachen GFCW Intercontinental Champion nicht daran, dass er den Sack jetzt zumachen will. Er zieht seinen Gegner an den Haaren zu einer Ringecke und positioniert ihn für den Dick Explosion!


Pete: „Will er gegen Joe Jobber tatsächlich den Shattered Dreams zeigen?“

Sven: „Dick Explosion!“

Pete: „Ach ja… Dick Explosion… oh mein Gott… aber zum Glück geht Karo Herzog dazwischen!“


Sie diskutieren! Der Move ist nicht erlaubt. Man kann den Frauen-Arzt aber verstehen was er sagt. Er erklärt ihr, dass es einst ein bestimmtes Match gegeben hat. Wenn er das Match gewinnen würde – damals – dann wird der Dick Explosion legal… Ja… Karo Herzog kann sich tatsächlich daran erinnern… widerwillig macht sie den Weg frei… Sie kann sich erinnern, er habe dieses bescheuerte Match damals gewonnen… Ein breites Grinsen ist bei Dick zu erkennen. Der Doc zeigt obszöne Gesten in Richtung des Publikums, macht Dirty Mary und Eva deutlich, dass es nach dem Match eine eigene Dreierparty geben wird. In der gegenüberliegenden Ringecke angekommen dreht er sich um und blickt dem wehrlosten Joe Jobber in die Augen. Er rennt auf ihn zu! Der Jobber reißt die Augen weit auf! Und es wird einen großen Knall geben!!!




DICK EXPLOSION!!!!!!!!!!




Ein Raunen geht durch das Publikum, sie können es nicht glauben, was sie zu Gesicht bekommen! Der Dick Explosion geht komplett ins Leere!!!


Pete: „Joe Jobber hat es tatsächlich geschafft!“

Sven: „Das hätte ich nicht gedacht! Er ist zur Seite ausgewichen und der Tritt ging lediglich gegen das mittlere Ringpolster!“

Pete: „Auch wenn es eine Polsterung in der Ecke ist… der Doc hat sich offensichtlich weh getan!“

Sven: „Oh mein Gott! Was passiert jetzt?“


Joe Jobber, sitzend k.o., fasst sich ein Herz, packt den Frauenklemptner an seinem knappen Wrestlinghöschen und zieht ihn über sich drüber! Das ist ein Einroller!!!




ONEEE


TWOOOOO


THREEEEEEEEEEE




.




DING… DING… DING!!!




Sven: „Was… was ist da eben gerade passiert?“

Pete: „Ich kann es nicht glauben! Ist das tatsächlich die Realität?“

Sven: „Um Himmelswillen! Was für eine Überraschung!“

Pete. „Joe Jobber hat ein Match bei der Jubiläumsshow gewonnen!!!“

Sven: „Und nun bin ich mir sicher. Karo Herzog hat definitiv schneller gezählt!“

Pete: „Ach Quatsch, halt die Klappe!“




Die Crowd hält es nicht mehr auf den Sitzen! Joe Jobber hat bei der Anniversary Show gegen Dr. Dick gewonnen!!! Karo Herzog hilft ihn sogar auf die Beine und mit einem Lächeln im Gesicht reißt sie seinen rechten Arm in die Höhe!


Doch Jubel und Freude sind nur von kurzer Dauer! Der Doc ist sofort wieder auf den Beinen und haut den Jobber mit einem weiteren Dick Boot um!! Wie Ein Berserker setzt er sich auf die Brust des Siegers und es hagelt viele, viele Faustschläge mitten ins Gesicht. Anstatt wie sonst immer das Publikum spielerisch ein wenig auf den Arm zu nehmen, setzt es nun deutliche Mittelfinger, ehe die Faustschläge weitergehen. Das Publikum dreht komplett durch! Jemand muss Dr. Dick aufhalten!


Nach einigen, weiteren harten Punches lässt er von seinem Gegner ab. Dann folgen ein paar Tritte, einer landet sogar zwischen den Beinen. Nun zieht der sich in Rage befindende Dr. Dick Joe Jobber zu sich hoch. Es folgt ein weiterer Tritt in die Magengegend. Der zweifache IC Champion nimmt wieder Anlauf und…


plötzlich geht in der Halle das Licht aus!!!


Sven: „Was ist nun schon wieder los?“

Pete: „Ich versteh es auch nicht. Was kann jetzt passieren?“


Als die Dortmunder Westfalenhalle wieder beleuchtet wird, staunen die Fans wiederum nicht schlecht! Plötzlich steht dem Doc ein anderer Mann gegenüber!


Joe Jobber sitzt in der Ecke, sichtlich angeschlagen! Der Doc weicht einen Schritt zurück, doch die Riesenpranke von THE GODLIKE umfasst den Hals des Frauenklemptners!


Pete: „Der Bruder von Zereo Killer, The Godlike ist hier!“

Sven: „Unfassbar! Wie lange haben wir den nicht gesehen?“


Der unverkennbare Glatzkopf und Bruder von Zereo Killer setzt zu seinem Finishing Move an!




CHOKESLAM MIT EINER HAND! VOLL DURCHGEZOGEN!!!




Der Doc landet krachend in der Ringmitte und unter großem Jubel hilft The Godlike Joe Jobber auf die Beine! Nun ist es der Hüne, der Double Js Arm in die Höhe reckt und gemeinsam lassen sie sich vom Publikum feiern.


Sie verlassen zusammen den Ring und klatschen bei den Fans in den ersten Reihen ab, ehe sie im Backstagebereich verschwinden.


Ein kurzer Switch folgt ein letztes Mal in den Ring. Der Doc liegt regungslos in der Mitte des Squared Circles. Eva setzt sich auf den Doc drauf, als würde sie ihn „wachreiten“ wollen, während Eva das Klemmbrett in eine Kamera hält.







Mit diesem Bild und einem Verliererdaumen nach oben findet diese verrückte Szene ein Ende.



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DIE GFCW-GALAXY aUCH UNTERWEGS IMMER GRIFFBEREIT!



GOAT Gauntlet - Robert Breads Retirement Match:
Robert Breads vs ???

Referee: Thorsten Baumgärtner

WUNDERKIND

Während das Intro von Five Finger Death Punch’s „The Bleeding“, dem ersten Theme Song des Kanadiers, durch die Halle jault, sehen wir Clips aus der GFCW-Geschichte.

Brainwashed 2009, live aus Seoul: Ein 29-jähriger Kanadier fügt sich bei seinem Debüt nahtlos in die Promotion ein, als er grundlos den Interviewer anbrüllt.

Zwei Wochen später, erster Sieg.

Zwei Wochen später, erster Draw.

Zwei Wochen später, erste Niederlage.

Der letzte Abwärtstrend für lange Zeit.

Mit Ironman formt er IronBreads und wird zum Tag Team Champion. Später, mit Emilio Fernandez, Christine Brooks und Skillet, das Stable Dicio. Vom Partner des World Champions zum klaren Frontmann in nicht einmal sechs Monaten.

Erste Duelle mit Eric Fletcher um den Intercontinental Title.

Der erste Kampf mit Jimmy Maxxx. Der erste Sieg gegen Jimmy Maxxx.

Immer wieder Sid The Scum und Cashew, inmitten von Bierflaschen, albern und gleichzeitig brutal.

Ein Jahr nach dem Debüt, Brainwashed 2010, der Sieg im No. 1 Contender Match für den GFCW World Title. Die Karriere ist so jung, und doch fühlt es sich fast überfällig an.

Breads verletzt den amtierenden Champion J.T.K.. Titel vakantiert. Erst soll Breads gegen ein Hühnchen kämpfen. Dann werden es stattdessen gleich drei Männer. Er hat am Abend der geplanten Krönung zuvor noch ein weiteres Match.

Das Unvermeidbare stellt sich dennoch ein.

Dezember 2010, Robert Breads, GFCW World Champion.


TOPSTAR

Der Song wechselt, geht fließend in „Einer gegen Alle“ von Samsas Traum über.

15 Jahre zuvor: GFCW 10th Anniversary Show, Robert Breads besiegt Danny Rickson im Main Event. Im Sommer verliert er den Titel an Rickson.

Kämpfe mit Aya, Pavus Maximus, Marc Millberg, Fireball Hikari und Rebel called Hate.

Sieg gegen Jimmy Maxxx. Sieg gegen Jimmy Maxxx. Sieg gegen Jimmy Maxxx.

Die Rivalität mit Claude Booker, dem GFCW-Gründer. Brainwashed 2011: Breads kickt den Präsidenten aus seiner eigenen Liga.

Was folgt ist keine Revolution, sondern Chaos und beinahe der Niedergang. Breads verschwindet. Dynamite kommt zurück. Breads kommt zurück.

„…und schon ist die GFCW wieder interessant.“

Die nächsten Kämpfe gegen Eric Fletcher, diesmal um den World Title. Wieder behält Fletcher die Oberhand.

Zum ersten Mal: Eine echte Krise für Breads. Nichts, was er nicht überwinden wird.

Erstes Duell mit Dean Welkey – gewonnen. Erstes Duell mit Zereo Killer – gewonnen. Title Night Main Event auch ohne Titel um die Hüften, und das nicht zum letzten Mal.

2013 ist Wahnsinn. Die GFCW verliert kollektiv den Verstand. Breads kämpft mehr als einmal um den World Title, aber kommt nicht an Lex Streetman vorbei. Er kämpft an der Seite von Danny Rickson. Er kämpft wieder gegen Danny Rickson.

Diesmal verliert Breads und verlässt die GFCW.

Comeback, über ein Jahr später.

Neue große Namen: Jason Crutch, Lionel Jannek.

Beide geschlagen. Zweiter Run mit dem World Title.

Jason Crutch Invitational: Team Breads schlägt den Namensgeber in seinem eigenen Match.

Alter großer Name: Zereo Killer.

Endstation für Robert Breads. Es bleibt bei einem einzigen Sieg gegen Mike MacKenzie. Titelverlust.

Das Duo mit Marvin Percio. Kein Tag Team Title für das Super-Team, aber ein Sieg im größten Crossover-Match der GFCW-Geschichte.

Title Night 2015: Das vorläufige Ende.


EROBERER

Big Rings“ ertönt und untermalt diesen Abschnitt. Zu diesem Zeitpunkt ist Robert Breads im Begriff, sich eine zweite Promotion gefügig zu machen. Die PCWA wehrt sich mit allem, was sie hat.

Und kann ihn doch nicht aufhalten.

Der Anfang, 2011, im Brawlin‘ Rumble als amtierender GFCW Champion, Finish in den Top 5. Ziemlich gut und auf keinen Fall genug.

Er teamt mit Wiley Cuts. Er besiegt Patricia Selladore. Er spricht der Promotion ab, Wrestling zu sein.

Streicht das W aus dem Namen: Nur Breads repräsentiert, was er für richtig hält.

Die heftigen Schlachten mit Kriss Dalmi, der Sieg im Quest For The Best über Azrael Rage, der gemeinsame Sieg im Brawlin‘ Rumble mit Grizz Lee.

Robert Breads als PCWA Cryption Crown Champion.
Robert Breads als PCWA Cotatores Champion.
Robert Breads als PCWA Undisputed Gerasy Champion.

Augenrollend neben NEON LOVE. Pleite gegen Mad Dog, Unentschieden gegen Mad Dog, Sieg gegen Mad Dog. Face To Face mit Eleven.

Stevie van Crane, Robert Barker, Kevin Sharpe.

Gegen Legenden gekämpft, um eine Ikone zu werden.


IKONE

Bow Down“ von I Prevail, der aktuelle Theme Song von Robert Breads, beginnt zu spielen.

Er dachte einst, sollte er je wieder einen Fuß in seine alte Heimat setzen, würde er nicht darum bitten müssen, dass Leute niederknien.

Falsch gedacht.

Die Rückkehr vor fünf Jahren, GFCW 20th Anniversary Show. Ein letzter Versuch, Zereo Killer ein zweites Mal zu schlagen. Ein weiteres Mal scheitert Robert Breads.

Der Strom der Zeit fließt nur in eine Richtung und macht für niemanden eine Ausnahme.

Matches um den GFCW Intercontinental Title gegen Raymond Douglas und Drake Nova Vaughn. Der letzte fehlende Titel bleibt ihm verwehrt.

Voller Einsatz für die Nachwuchsförderung. Nicht jeder große Spieler ist auch ein großer Trainer.

Ricksenburg ist ewig. Robert Breads ist es nicht. Wieder eine Herausforderung, die er nicht meistert.

Matches gegen die Children of Wrath.
Matches gegen Leviathan.
Matches gegen den Förderkader.

Sein Jubiläumsmatch gegen Ask Skógur verliert er. Sein letztes World Title Match gegen The End verliert er. Sein Geburtstagsmatch in der eigenen Heimatstadt gegen Kyle Douglas verliert er.

Eine Dekade später heißt es zum zweiten Mal Jason Crutch Invitational. Breads leitet erneut ein Team an. Er endet als Nebendarsteller auf der Verliererseite.

Ein verzweifelter Griff nach der Relevanz alter Tage: Die Lerbitz Performance Group. Schamlos, verlogen und rücksichtslos.

Aiden Rotari nimmt ihm den Platz an der Spitze weg. Aiden Rotari, sein alter Schüler. Aiden Rotari, sein alter Partner. Aiden Rotari, jetzt sein Anführer.

Robert Breads folgt niemandem. Nicht einmal Aiden Rotari. Vor allem nicht Aiden Rotari.

Er zerstört, was er mit aufgebaut hat. Marc Hill endet. Das Sprachrohr endet. Aiden Rotari endet.

Ein letztes Blutbad vor der Ehrenrunde.

Alles, um heute hier zu sein.

Als Robert Breads, die Legende. Als Robert Breads, der Tyrann. Als Robert Breads, der Mythos.

Als Robert Breads, die Ikone.

Die Chromatics stellen die musikalische Untermalung für den letzten Entrance einer illustren, kontroversen und heute endenden Karriere. Das Licht in der Halle wird gedimmt, während die Lautstärke der Musik ansteigt. Rote und weiße Scheinwerfer fungieren als Sehhilfe und sorgen für Atmosphäre.

Er tritt auf die Stage. Das lichter werdende Haar hat mehr als nur ein paar graue Strähnen. Der Bart ist ordentlich gestutzt. Die Wrist Tapes sitzen fest. Eine lange, schwarze Hose mit goldenen und roten Details darauf steckt in denselben Stiefeln, mit denen der größte Shitkicker der GFCW-Geschichte seinen Weg ganz nach oben und ganz nach unten bestritten hat.

Robert Breads starrt an die Hallendecke und bläst die Backen auf. Er hat so viel erlebt: Der Main Event der ersten Anniversary Show, mehrere Title Night Main Events, World Titles in zwei Promotions, Wrestler des Jahres in zwei Promotions. Er hat gegen die Besten der Besten gekämpft, unter allen möglichen und teils schier unmöglichen Bedingungen, und doch wirkte nichts so schwer für ihn wie dieser Moment, als Breads versucht, nicht die Fassung zu verlieren.

Der Kanadier senkt das Kinn, und sein Versuch, cool zu bleiben, scheitert bereits im Ansatz, als er sich ein Lächeln nicht verkneifen kann. Seine Augen glänzen im Scheinwerferlicht.

Pete: „Wir sind am Ende. Naja, noch nicht ganz: So gut wie. Meine Damen und Herren, alle innerhalb und außerhalb des Gender-Spektrums: Was jetzt folgt ist das letzte Match in der Karriere eines der größten Männer in der Geschichte dieser Promotion.“

Sven: „Für alle die, die es nicht wissen: Breads hat sich dieses Match gewünscht. Ein Gauntlet Match, jeweils drei Minuten Time Limit, und ohne zu wissen, welche Gegner oder wie viele auf ihn warten.“

Pete: „Breads hat dem Office eine Liste gegeben. Ich kann sagen, dass einige Männer von dieser Liste in der Halle sind. Andere sind es nicht. Aber wer genau hier und heute Abend als einer der letzten Gegner von Robert Breads auftauchen wird… das weiß nur unser Office.“

Sven: „Wir wissen es nicht, und auch Breads selbst weiß es, auf eigenen Wunsch, nicht. Natürlich können wir uns einige Namen denken, die wahrscheinlich sind. Wenn wir an die Karriere von Robert Breads denken, kommen einem gleich bestimmte Leute in den Sinn, die aufkreuzen könnten.“

Pete: „Das ist immerhin die letzte Chance, noch einmal - oder zum ersten und letzten Mal - mit Robert Breads in den Ring zu steigen.“

Sven: „Wir werden sehen, wer sie wahrnehmen wird. Seine Abschiedsrede hat er vor sechszehn Tagen schon gehalten. Wer ist Teil seines Abschieds im Ring?“

Canada’s Own“ lässt sich Zeit. Während er die Rampe in der Westfalenhalle entlang schreitet, blickt er in die ersten Reihen der anwesenden Zuschauer. In den letzten Wochen ist so einiges passiert. Eine entspannte Reise zum letzten großen Kampf ist ihm nicht vergönnt gewesen. Es gibt allerlei Gründe, Robert Breads heute Abend nicht zuzujubeln.

Und einige wenige tun das auch nicht. Die Buhrufe gehen im allgemeinen Lärmpegel unter. Die nach unten gestreckten Daumen sind auffällig, weil sie selten sind.

Am Ende des Tages ist es wie so oft bei einem Wrestling-Retirement: Nicht vergessen, aber verziehen.

Am Ring angekommen sieht Breads sich ein weiteres Mal um, ehe er, statt direkt die Ringtreppe ins Seilgeviert zu nehmen, den langen Weg nimmt, und um den Squared Circle herum marschiert.

Ihm fällt eine blonde Frau mit Grundschulkind und Ehemann an der Seite auf, der er zögerlich zuwinkt. Ehrliche Verwirrung tritt auf sein Gesicht, als jemand mit einem selbstgebastelten „PCA Wrestling Title“ herum wedelt. Halb genervt, halb amüsiert presst Breads die Lippen zusammen und zieht die Augenbrauen hoch, als jemand in antikem Jimmy Maxxx Merchandise wüste Pöbeleien von sich gibt.

Sie alle haben eine andere Geschichte, sie alle haben ein anderes Bild von Robert Breads. Es gibt so viele Arten, ihn zu sehen, so viele Gründe, ihn zu verehren oder zu verabscheuen, und jeder dieser Menschen hat seine ganz eigene Beziehung zum Hall of Famer.

Er steigt die Stufen hoch, um die Arena seines letzten Kampfes zu entern.

FOR THE LAST TIME

Zwischen dem zweiten und dritten Ringseil steigt er hinein, ein wenig vorsichtiger als er das früher einmal getan hat, doch noch immer mit der Routine eines Mannes, der nach Hause kommt. Der Ring der GFCW fühlt sich heimischer an als irgendein Gebäude es je könnte.

FOR THE LAST TIME

Die Stimme von Ruth Radelet begleitet das Ende des unwiederbringlich finalen Einzugs von Robert Breads.

FOR THE LAST TIME

Breads stößt ohne jede Subtilität Luft aus. Mit der rechten Hand fährt er sich durchs Haar, bevor er Referee Thorsten Baumgärtner zunickt und den linken Arm in die Höhe streckt. Er wirkt beinahe verloren, ob der Gravitas dieses Moments nun wohl doch ein wenig überfordert, und scheint nicht so recht zu wissen, ob er eine Faust ballen oder winken soll. Sei’s drum: Seine leicht seltsame Geste ruft Jubel beim Dortmunder Publikum hervor.

FOR THE LAST TIME

Die Musik wird leiser gedreht, als unsere Ringsprecherin Laura neben den Kanadier tritt. Sie hat sich passend zum Anlass in ein rot-weißes Kostüm geworfen- Breads reckt einen Daumen nach oben und tritt danach zwei Schritte zurück, in eine der Ringecken. Er überlässt Laura die Mitte des Rings, alle Augen auf ihr.

Laura: „Das folgende Match ist der Maaaaaaaain Event der GFCW 25th Anniversary Show!“

Erneuter Jubel. Referee Baumgärtner senkt nach einem Räuspern den Kopf und kratzt sich an der Nase.

Laura: „Es ist das letzte Match in der Karriere des zweifachen GFCW World Champions, GFCW Tag Team Champions, des vierfachen Wrestler des Jahres, des PCWA Undisputed Gerasy Champions, des zweifachen PCWA Cryption Crown Champions, des PCWA Cotatores Champions, des Siegers des Brawlin’ Rumble, des Siegers des Quest For The Best, des GFCW Hall of Famers… Rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrobert Brrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrreads!“

Diesmal probiert er es gar nicht mit irgendeiner Geste, Breads lässt die Reaktion einfach über sich hineinbrechen. Schmunzelnd scharrt er mit den Füßen, während er sich mit dem Unterarm die Augenpartie reibt.

Laura: „Es folgt eine Reihe von Matches, eins gegen eins. Jedes Match hat ein Zeitlimit von drei Minuten. Robert Breads wird nacheinander gegen ausgewählte Gegner antreten. Dabei ist es gleich, ob er das vorherige Match gewonnen oder verloren hat, oder ob es im Draw geendet ist. Das Gauntlet endet erst, wenn er alle von unserem Präsidenten festgesetzten Gegner bekämpft hat.“

Die Crowd murmelt sich unkoordiniert dutzende von Namen zu.

Laura: „Der erste Gegner im GOAT Gauntlet wird Ihnen präsentiert von der Lerbitz Performance Group.“

Mit einem Mal zuckt der Kopf von Breads nach oben.

Pete: „Die LPG? Haben die sich etwa in sein letztes Match eingekauft? Das muss ordentlich Geld gekostet haben.“

Sven: „Vielleicht hat die Entrepreneurin es als rentabel erachtet, Teil dieses riesigen Spektakels zu sein. Oder aber sie lässt es sich ordentlich etwas kosten, Breads noch einen reinzuwürgen - obwohl, das passt nicht so wirklich zu ihr. Aber was könnte-“

Pete: „Das ist der Theme Song vom Pigster!“

Sven: „Weder Mike Müller noch Maximilian Lunenkind wollen noch etwas mit der LPG zu tun haben. Was geht hier vor sich?“

Das möchte wohl auch Robert Breads wissen, der beide Unterarme auf dem Top Rope ablegt und mit leicht geöffnetem Mund in Richtung der Rampe starrt. Gleißend weißes Licht macht es beinahe unmöglich, etwas auszumachen.

Und doch sieht man, dass man nichts sieht.

Niemand kommt heraus.

Etwas kommt heraus.

Das Monstrum entert die Arena im Rückwärtsgang.

Auf gigantischen Monstertruckreifen wurde ein klappriger, nicht besonders stabil wirkender VW-Bus montiert. Die Beleuchtung wird runtergefahren. Wir können Details ausmachen.

Mit dem Heck voran fährt die Abscheulichkeit auf die Rampe. Es knattert so laut, dass man es über den Theme Song hören kann.

Pete: „Was auch immer die LPG für einen Spot in diesem Match hingeblättert hat, beim Personal haben sie ganz offenkundig gespart.“

Sven: „Würde mich nicht wundern, wenn die Jungs das umsonst machen, damit sie hier dabei sein dürfen.“

Am Steuer des motorisierten Gräuels sitzt der langjährige GFCW-Jobber Hunk, sich wohl nicht zu schade, sich für so eine Aktion herzuschenken, wenn es einen Spot vor den Kameras bedeutet. An jeder Flanke des Busses hängt ein anderer, dem langjährigen GFCW-Fan bekannter Mann, sich jeweils mit einer Hand festklammernd. Auf der linken Seite baumelt Mr. Sleepwalker vom Bus herab und wedelt mit einer Fahne umher, auf der eine Hot Wheels Version eben dieses Fahrzeugs als Sammlerstück für unschlagbare 2.499,99 € angeboten wird. Ihm gegenüber, auf der rechten Seite des Fahrzeugs, ist Parn, der ein Schild mit „RABATT-CODE: BREADSSUCKT – 0,25 % AUF AUSGEWÄHLTE ARTIKEL“ in die Höhe reckt. Beide Männer tragen Rücksäcke.

Der Bus ist vollkommen weiß lackiert worden, um dann über und über mit QR-Codes versehen zu werden. Dieser aus der Ferne wie ein Dalmatiner-inspirierter Look wirkende Aufzug sorgt dafür, dass jeder, der sein Smartphone auf diese absurde Szene richtet, aus egal welchem Winkel, aus egal welcher Distanz, direkt einen Link zum LPG-Shop zur Verfügung gestellt bekommt.

Pete: „Das ist eine… ähm, interessante Art, die Sache anzugehen. Man vergebe mir die Pointe, aber ich fühle mich fast ein bisschen überfahren.“

Sven: „Weißt du, wer auch von einem VW-Bus überfahren wurde? Deine Mut-“

Krächzend kommt der Wagen wenige Meter vor dem Ring zum Stillstand. Die gewaltigen Räder überragen die schwarz-weiße Blechbüchse beinahe. Während Hunk auf dem Fahrersitz gut sichtbar die Handbremse anzieht, hüpfen Parn und Mr. Sleepwalker von dem Ungetüm herunter. Sie hasten zur Hinterseite des Busses, welche nun dem Ring zugewendet ist, und jeder reißt eine der beiden Hintertüren auf.

Ein gewaltiges, muskulöses Schwein springt heraus.

Viel zu enge pinke Hosen betonen massive Oberschenkel. Ein ebenso pinkes Fischnetz-Oberteil bedeckt quasi nichts. Pinke Handschuhe enden in schwarzen Fingerspitzen, die wohl Hufe darstellen sollen. Pinke Stiefel enden in schwarzen Zehen, die eine ähnliche Funktion haben dürften. Eine pinke Maske zeigt ein wütendes Schwein mit gewaltigen Hörnern an der Seite seines Kopfes, die zu einem anderen Tier gehören.

Laura: „Der erste Gegner im GOAT Gauntlet… Humaaaaaaaaaaaaaaaan Piggalooooooooooooooo!“

Der frühere Human Buffalo scheint eine neue Berufung gefunden zu haben. Man kann sein Gesicht unter der Maske nicht ausmachen, doch er hat es Breads zugewendet, der sich ein amüsiertes Schnauben erlaubt. Parn und Mr. Sleepwalker schlagen die Türen des Wagens zu, woraufhin sich Human Piggalo wie auf ein geheimes Zeichen sofort umdreht. Begierig beugt er sich nach vorn, das Gesicht nun direkt vor dem Auspuff des Gefährts. Hunk nimmt den Gang raus und hämmert brutal auf das Gaspedal ein.

Der rosafarbene Riese reagiert mit euphorischem Quieken, als er von einer dunklen Wolke Abgase eingehüllt wird. Parn und Mr. Sleepwalker schreien schamlos in das weite Rund, dass der Klimawandel nicht real sei. Sie öffnen ihre Rucksäcke.

Parn wackelt um den Ring herum und arbeitet sich durch die erste Reihe. Dort verteilt er knallig-pinke Vape Pens, deren durchsichtige Plastikverpackung in einer zusätzlichen durchsichtigen Plastikverpackung steckt, um möglichst viel nicht abbaubaren Abfall zu verursachen. Auf der anderen Seite verschenkt Mr. Sleepwalker Gutscheine für Fluggesellschaften, um die Leute zu animieren, mehr zu fliegen, und so die Atmosphäre zu verpesten.

OIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINK!

Mit einem euphorischen Geräusch reißt Human Piggalo seinen Kopf hoch, nachdem er sich an den umweltschädlichen Dämpfen berauscht hat. Sein Kampfschrei klingt als würde man Styropor aneinander reiben. Er slidet in den Ring. Die Musik verstummt. Hunk beobachtet das Geschehen im Rückspiegel seines Gefährts.

Die Glocke läutet.

Human Piggalo hechtet ohne Rücksicht auf Verluste los. Er überragt Breads um mindestens zehn Zentimeter und bringt einige Kilo mehr auf die Waage, das meiste davon Muskeln. Er wirft sein gesamtes Gewicht in einen Tackle, der ins Leere geht, als Breads vollkommen problemlos aus dem Weg tritt. Der Schweine-Humanoid stürmt irritiert am Kanadier vorbei, ein panisches Grünzen auf den nicht sichtbaren Lippen. Er versucht sich noch abzufangen und zu bremsen, doch seine mangelnden kognitiven Fähigkeiten sorgen lediglich dafür, dass er mit dem Hals auf dem Top Rope landet. Für einen kurzen Moment scheint es, als hätte er sich auf die peinlichst-mögliche Art und Weise selbst enthauptet.

Dann aber wird der Gigant bloß zurückgeschleudert, und der geneigte GFCW-Fan mag sich nach diesem wirren Auftritt dunkel an die zentrale Eigenschaft des früheren Human Buffalos erinnern:

Er suckt übel.

CANADIAN CUTTER!

Ohne Probleme schlingt Breads die Arme um den Hals des Piggalos und zieht ihn herunter Richtung Matte. Aus seiner Maske dringt ein Sound, als würde man Luft aus einem Ballon lassen, bevor die Schweinenase der Verkleidung auf dem Ringboden plattgedrückt wird. Breads rollt Human Piggalo auf den Rücken.

Eins…


Parn und Mr. Sleepwalker beeilen sich, die letzten Reste ihrer Rucksäcke in den ersten Reihen zu verteilen. Hunk löst die Handbremse und legt einen Gang ein.


Zwei…


Breads hebt demonstrativ mitten im Cover einen Mittelfinger in Richtung Entrance-Bereich. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass Entrepreneurin Lerbitz sich dazu herabgelassen hat, heute hier zu sein, aber sicher ist sicher.


Drei!

Sieger durch Pinfall: Robert Breads

Pete: „Wer sich mit der LPG einlässt, kann sich nicht über das beschweren, was gerade passiert ist.“

Sven: „Und immerhin habe ich nun einen Vape Pen.“

Breads richtet sich auf, tritt zwei Schritte zurück und stemmt die Hände in die Hüften. Dann sucht sein Blick die Männer, die um den Ring herum huschen, und Breads hebt den linken Zeigefinger zum rechten Handgelenk, als trage er eine Armbanduhr. Parn und Mr. Sleepwalker hasten zurück in Richtung VW-Bus, ohne sich um Human Piggalo zu scheren. Breads will seinen gerade besiegten Gegner genervt mit dem Fuß aus dem Ring schieben, was, ob dessen Masse, nicht funktioniert.

Parn und Mr. Sleepwalker reden einander gut zu, dass die Fokusgruppe zufrieden sein wird, wo sie doch ihre High Quality Give Aways bei der Customer Base anbringen konnten. Human Piggalo quietscht matt. Mr. Sleepwalker reißt die Hintertüren des Lerbitz-Mobils auf, ehe Parn und er einsteigen und beide Türen hinter sich zuschlagen. Hunk fährt los.

Er würgt den Motor ab.

Einen Versuch später hat er es geschafft, und der blecherne Albtraum für jeden Klimaschützer rattert von dannen, an der Rampe vorbei, dorthin, woher er gekommen ist. Langsam genug, damit jeder, der noch einen QR-Code scannen will, auch ja die Zeit findet. Breads hat sich im Ring mittlerweile Sven zugewendet und warnt ihr vor „Peachy Pig Flavor“, darauf wartend, dass irgendwer sich um Human Piggalo kümmert, der so langsam wieder klar zu werden scheint. Laura, die neben den Kommentatoren Platz genommen hat, erhebt sich.

Laura: „Der zweite Gegner im GOAT Gauntlet…“

Licht aus. Leinwand an. Ihr kennt den Scheiß.

Und vielleicht kennt ihr auch den Mann:

MAX MUSTERMANN

Die Buchstaben des ehemaligen Gurkeneinlegers und Myster-Spasten-Zerfickerer brennen sich für einen kurzen Moment rot in die Leinwand ein, dann verfolgen wir in Blair Witch Project Manier das Geschehen aus einer Handheld-Kamera:

Ein finsterer Wald in der Nacht, unheimliche Nebelschwaden umhüllen eine alte heruntergekommene Holzhütte. Cut nach Drinnen, es blubbert in schauriger Umgebung bereits ein übergroßer Kessel. Rauch steigt auf und eine alte Hexe mit Warze auf der Nase tanzt um ihn herum während sie Shakespeare zitiert. Dann gibt sie tanzend Drachenherz, Trump-Strähnen und Ronaldos Tränen von der letzten WM in die Suppe.

"Double, double, toil and trouble; fire burn and cauldron bubble!"

Während sie rührt, fängt die Kamera Max Mustermann ein, der gemütlich daneben sitzt und in einem Buch mit dem Titel „Kochbuch für Kinder“ blättert.

Trink diesen Trank, er verleiht dir magische Kräfte,“ kichert die alte Hexe, füllt einen Totenschädel mit der grünen blubbernden Flüssigkeit und reicht ihn Max Mustermann, der interessiert daran schnuppert.

Du erhältst die Fähigkeit...“ die Kamera fängt das schmierige Gesicht der alten Hexe ein, die unheilschwangere Pause steht wie schlechte Luft im Raum.. .. einen Running Big Boot auszuführen!“

Max Mustermann nickt und trinkt. Unter ihm erscheint ein JRPG-Artiger Infokasten:


Max Mustermann lernt den Skill Running Big Boot!


Dann klappt er das Buch zu, bevor er plötzlich mit zwei Schritten Anlauf die alte Hexe elegant in den Ofen hinter ihr kickt und den Daumen nach oben in die Kamera hält.

Zaubertrank: Der Drink, der Magie ins Wrestling bringt! Von glücklichen Mystery-Charakteren empfohlen!“

Laura: „…Maaaaaaaaaaaaaaaax Muuuuuuuuuuuustermaaaaaaaaaaaaann!“

Die Leinwand geht aus, das Licht wieder an. Und diesmal sehen wir den Mann bereits am Ring. Nicht stehend, sondern rennend, kurz bevor sich sein Fuß hebt und krachend Bekanntschaft mit dem maskierten Gesicht von Human Piggalo, der sich gerade aus dem Seilgeviert gerollt hatte, macht, um ihn zurück in die Irrelevanz zu treten.

Zufrieden nickend leert Mustermann den „Zaubertrank“ in seiner Hand, der verdächtig nach einem Glas Gurkenwasser aussieht und rollt sich in den Ring. Dann deutet er seinen mächtig-gewaltigen Finger auf Robert Breads.

Max Mustermann: „Robert Breads! Ich bin gekommen um dich wieder zu sehen! Und jetzt sage ich… AUF WIEDERSEHEN!“

Und versucht es direkt mit einem weiteren Big Boot. Der diesmal jedoch ins Leere geht, weil der Kanadier ausweicht.

Max Mustermann: „Hey! WAS SOLL DENN DAS?! Du.. Du… DU GURKENBROT!“

Mustermann echauffiert sich sichtlich und greift sich direkt den Referee, um ihn durchzuschütteln.

Max Mustermann: „Schiri, sag doch was! Der kann doch nicht einfach ausweichen, das geht doch nicht!“

Dieser befreit sich aus dem Griff des mehrfachen GFCW Tag Team Champions, und weist auf seine Autorität hin, was Mustermann ignoriert. Thorsten Baumgärtner ignoriert, dass er ignoriert wird, und tut so, als hätte sein Gehabe Erfolg gebracht.

Die Glocke läutet.

Pete: „Teil zwei des GOAT Gauntlet – Robert Breads gegen Max Mustermann!“

Sven: „Zwei Männer, geeint in ihrer Verachtung für alles Mysteriöse und Geheimnisvolle. Ansonsten könnten sie allerdings nicht viel verschiedener sein.“

Tatsächlich gibt es gerade von keiner Seite Grund für ausufernde Hass-Tiraden, steht doch weder ein Druide noch ein Magier noch ein Untoter im Ring. Was nicht ist, kann zwar noch werden, aber fürs Erste fokussiert sich Mustermann auf den Kanadier vor ihm. Kalkulierend kneift er die Augen zusammen und entwirft im Bruchteil einer Sekunde einen komplexen und vielfach geschichteten Schlachtplan.

Pete: „Running Big Boot!“

Hätte ja klappen können. Doch Breads ist in der Lage, abzutauchen, und Mustermann schießt diesmal sogar mit dem Fuß über das Top Rope. „Canada’s Own“ ist sofort hinter ihm, packt Max am Hintern und hievt ihn über das dritte Seil auf den Apron.

Dort kommt Mustermann mit einem „AUTSCH!“ auf, als sein Steißbein Kontakt mit dem härtesten Teil des Rings macht. Noch immer recht amüsiert packt Breads locker aus dem Stand einen Soccer Kick direkt gegen die Wirbelsäule des auf dem Apron sitzenden Mustermann aus, der fauchend nach vorn hüpft und den Rücken durchdrückt. Playing The Hits von Seiten des heute zurücktretenden Kanadiers. Noch einmal zeigen, wer der größte Shitkicker in der Geschichte der GFCW ist.

Und dann, als die Crowd lauter wird, während Max sich draußen fluchend erholt, umspielt ein leises Lächeln die Lippen von Breads. Er nimmt Tempo auf.

So gut er das noch kann. Auf jeden Fall geht er in die Seile, um Schwung für einen Dive zu holen – fuck it, letztes Match, da kann man nochmal einen raushauen. Aber die mangelnde Geschwindigkeit erlaubt es Mustermann, schnell genug zu schalten und fix in den Ring zu sliden. Als Breads aus den Seilen federt und glaubt, Mustermann noch immer außerhalb des Ringes zu sehen, schießt Max schon auf Breads zu. Dessen Augen weiten sich.

Sven: „Running Big Boot!“

Aller guten Dinge sind drei, so heißt es normalerweise. Für Max Mustermann gilt das aber leider nicht, für den sind aller guten Dinge vermutlich dreizehn, oder – im schlimmsten Fall – sechshundertsechsundsechzig. Breads muss sich zwar ein wenig würdelos und plump zu Boden fallen lassen, statt non-chalant auszuweichen, aber dem Fuß von Mustermann entkommt er dennoch. Wütend wirft Mustermann dem baldigen Wrestling-Rentner einen Blick voller Verachtung zu – wenn er schon extra diesen Move gelernt hat, lass ihn doch wenigstens einmal treffen! – wirbelt aber dann auf der Stelle herum, während Breads sich gerade wieder aufrichtet, und feuert gleich die nächste Attacke ab.

RUNNING BIG BOOT!

Breads fängt die Wade ab!

SMALL PACKAGE! EINROLLER!

Eins…




Zwei...




Kick-Out!

Mustermann reißt die Schultern von der Matte, nicht ganz bei 2,99, aber knapp war es auf jeden Fall. Die beiden springen auseinander, und der alternde Breads ist ein kleines bisschen langsamer als ein Max Mustermann, der in den letzten paar Jahren sein Bump-Konto nicht gerade ausgereizt hat.

Das gibt Mustermann die Chance, eine Attacke zu fahren. Er hat nur einen kurzen Moment Vorsprung, den er nutzt, um sich für eine Aktion zu entscheiden.

RUNNING BIG BOOT!

Und diesmal schafft Breads es nicht mehr, sich zu ducken.

Dafür schafft er es aber, einen Side Step zu machen, den Arm hochzuheben und Mustermann im Vorbeirauschen mit dem Ellbogen am Kehlkopf zu erwischen.

Das ist nicht unbedingt hübsch anzusehen, aber effektiv. Max knickt röchelnd ein und greift sich mit beiden Händen an den Hals, während der Referee besorgt nach ihm sieht. Breads wischt sich Schweiß von den Augenbrauen, dann geht er in die Seile, um Schwung zu holen.

Und stolpert.

Über eine glitschige, lange, umherschnellende Zunge.

Pete: „Da ist Lunenkind! Maximilian Lunenkind ist am Ring!“

Sven: „Der alte Partner von Mustermann und sicherlich kein Freund von Breads. Er ist gekommen, um Max zu helfen!“

Tatsächlich mault sich Breads, als der glibberige Fleischlappen seinen Knöchel attackiert. Wild gackernd steht Lunenkind am Ring, freudig auf und ab hüpfend wie ein Goblin nach drei Monster Energy Assault, seine Zunge im Takt einer nicht hörbaren, aber mit Sicherheit grässlichen Melodie auf und ab wippend. Mustermann hustet und röchelt jetzt noch ein wenig lauter, um den Ringrichter weiter abzulenken, und als Breads sich wieder aufrichtet, sichtlich angewidert von der Feuchtigkeit an einem Stiefel, schnellt die Zunge erneut nach vorne.

Breads reißt den Fuß hoch. Lunenkind reißt die Augen auf, unfähig seine High Speed Tongue zu stoppen. Breads stampft auf den Boden.

Auf die Zunge.

Lunenkind würde schreien, wäre seine Zunge nicht gefangen. Das Geräusch, das er von sich gibt, ist so unmenschlich wie es unvergesslich ist, und es bringt den Referee dazu, aufzublicken, selbst, als Mustermann einen Hustenanfall von wahrhaft epischen Proportionen vortäuscht, um seinen Partner zu decken.

Breads hebt den Fuß. Der Referee schielt zu Lunenkind herüber, hat aber keinen Eingriff gesehen. Er sieht nur, wie der frühere Tag Team Champion jaulend rückwärts taumelt.

Pete: „Was für ein Zungenbrecher.“

Kopfschüttelnd wendet sich Breads vom neben dem Ring keuchenden Lunenkind ab, um sich wieder Mustermann zu widmen.

Doch der sieht seine Chance gekommen. Und stoppt die Bronchitis-Simulation.

Als der Kanadier sich umdreht, schießt Mustermann schon auf ihn zu. Max brüllt. Er reißt den Fuß hoch.

Und dieses Mal weicht Breads nicht aus.

RUNNING BIG BOOT!

Pete: „Der Move trifft!“

Sven: „Und Breads fällt aus dem Ring!“

Der Jubelschrei von Mustermann wandelt sich mittendrin in ein genervtes Stöhnen. Der Hall of Famer, von diesem vernichtenden Move hart getroffen, ist umgekippt und zwischen dem zweiten und dritten Seil erst auf den Apron und dann auf den Hallenboden gepurzelt. Wütend klatscht Mustermann einmal auf die Matte, dann aber rollt er gleich hinterher, wo Breads – sichtlich benebelt nach diesem Volltreffer – zu Sinnen kommt. Der Referee ermahnt Mustermann, das Geschehen wieder in den Ring zu verlagern, doch Max ist gerade abgelenkt.

Der jammernde Lunenkind sitzt auf dem Hosenboden und deutet theatralisch auf seine Zunge, welche vor seinem vor Speichel triefenden Kinn hin und her zuckt. Man könnte glatt Mitleid bekommen, wäre es nicht so ausgesprochen widerlich.

Mustermann macht zwei große Schritte und packt Lunenkinds Zunge mit der linken Hand, indem er eine Faust darum bildet. Lunenkind wimmert. Max reißt ihn unsanft an der Zunge nach oben und glubscht seinen alten Partner an. „RAFF DICH“, scheint sein Starren zu bedeuten. Thorsten Baumgärtner fragt, was Lunenkind hier soll. Nachdem Mustermann überaus glaubhaft versichern kann, dass Lunenkind nur moralischer Support ist, was dieser mit MUSTI VOR, NOCH EIN TOR!“-Jammerei untermauert, die ob seiner schmerzenden Zunge überaus wehleidig klingt, wendet sich Mustermann tatsächlich wieder Breads zu.

RUNNING BIG BOOT!

Nicht nur einer kann dieses Spiel spielen. Während der Ringrichter begonnen hat, beide Parteien auszuzählen, hat Breads eine Lunenkind’sche Ablenkung benutzt, um einen

RUNNING BIG BOOT!

zu zeigen. Doch nicht nur Breads kann von seinem Gegner lernen. Nach der

RUNNING BIG BOOT!

von Mustermann zuvor so oft ausgekontert wurde, wagt sich Mustermann nun an einem Konter, den er zuvor bei Breads gesehen hat. Als der

RUNNING BIG BOOT!

des Hall of Famers auf ihn zuschießt, lässt Mustermann sich einfach fallen, verrenkt dabei den Oberkörper nach hinten wie beim Limbo tanzen, und der

RUNNING BIG BOOT!

segelt über den Kopf von Mustermann und trifft den gerade erst wieder auf den Füßen befindlichen Lunenkind.

Pete: „RUNNING!“

Sven: „BIG!“

Pete: „BOOOOOOOOOOOOOOT!”

Lunenkind kippt hinten über. Der Ringrichter ist bei vier, als Breads herumwirbelt. Er sieht Mustermann auf sich zurasen.

BUNNING RIG ROOT!

Breads rollt sich zur Seite. Mustermann kann gerade noch so stoppen, bevor er mit der Ringtreppe kollidiert. Breads schießt so schnell er kann heran.

CANADIAN CUTTER!

Der Kanadier will Mustermann mit dem Gesicht voran auf die Ringtreppe donnern, doch Max reißt im letzten Moment den Kopf nach hinten, sodass Breads seinen Hals nicht zu fassen bekommt. Mit einem lauten „KLONK!“, gefolgt von einem Schrei, landet Breads mit dem Rücken auf der Ringtreppe. Fauchend und fluchend taumelt er vorwärts, rote Striemen unter den Schulterblättern, den Oberkörper verdrehend. Er versucht eine Position zu finden, die nicht schmerzt. Er ist für einen Moment orientierungslos, und das genügt, damit Mustermann um die Treppe herum hecheln kann.

RUNNING

BIG

BOOT

!

Mit dem Fuß ins Gesicht reißt Mustermann Breads zu Boden. Triumphal ballt Mustermann die Becker-Faust und will einen Fist Bump mit Lunenkind, der jedoch zu sehr damit beschäftigt ist, sich sabbernd an der Ringschürze festzuklammern.

Sechs…

Mustermann blickt zu Ringrichter Thorsten Baumgärtner. Dann zu Breads auf dem Hallenboden. Ihm geht ein Licht auf. Und Max rollt sich in den Ring.

Sieben…

Pete: „Wenn Breads sich jetzt nicht aufrafft-“

Sven: „Aber das tut er!“

Während der Count-Out fortgesetzt wird, hievt Breads sich hoch. Mit leicht glasigem Blick greift er nach dem Bottom Rope, um sich daran noch oben zu ziehen. Er verzieht das Gesicht, als er den Rücken belasten muss.

Mit beiden Händen bekommt er das Seil zu greifen. Mustermann tänzelt erwartungsvoll im Ring. Float like a butterfly, kick like a sheep.

Acht…

Mit gefletschten Zähnen wuchtet Breads den eigenen Körper hoch, bis er von einer unerwarteten Kraft unten gehalten wird. Lunenkind, halb unter dem Ring, bedeckt von der Ringschürze, ist aus diesem Winkel für den Referee nicht zu sehen. Er umklammert Breads‘ linkes Bein fest mit beiden Armen und zieht ihn nach unten.

Mustermann schüttelt im Ring eine imaginäre Champagner-Flasche, um eine imaginäre Champagner-Dusche vorzubereiten.

Neun…

Mit einem heftigen Tritt des rechten Fußes kann Breads sich noch einmal loseisen. Mustermann, der bereits Anlauf für den Victory Knee Slide genommen hat, entgleisen die Gesichtszüge. Beide Hände von Lunenkind zucken zurück.

Die Zunge schlängelt sich nach vorne und greift nach dem Knöchel von Breads. Angewidert dreht der Kanadier den Kopf. Das lenkt ihn ab. Nur für einen winzigen Moment, doch es ist ein entscheidender Moment.

Ze-

Time Limit Draw

-hn!

Pete: „Das war die Glocke! Unentschieden!“

Sven: „RUNNING BIG BOOT!“

Pete: „Hä?“

Sven: „Sorry, Macht der Gewohnheit.“

Breads hat sich endlich von Lunenkind loskämpfen können, dessen großer Auftritt beim Jubiläum in etwa so erfolgreich ablief, wie man das hätte erwarten können. Mustermann ist fassungslos im Ring, sein mächtiger neuer Move hätte ihm fast den Sieg gebracht, und eine mickrige halbe Sekunde hat ihn um den großen Triumph gebracht? Max bläht die Nüstern auf, während er Thorsten Baumgärtner anstarrt. Es wirkt, als denke er sich eine besonders brutale Foltermethode für den Referee aus, als ob dieser einen Einfluss auf das Konzept der Zeitmessung habe, und mit donnernder Stimme stellt Mustermann die alles entscheidende Frage:

WAS SOLL DENN DAS?!“

Das kann der Ringrichter Max auch nicht beantworten, sodass dieser sichtlich angesäuert, aber erhobenen Hauptes an Breads vorbeimarschiert. Zögerlich hält Max doch noch einmal inne, und entscheidet sich großmütig, dem zurücktretenden Kanadier eine Geste des Respekts entgegenzubringen. Er gibt Breads einen aufmunternden Klaps auf den Rücken.

Der Kanadier keucht und beugt sich vornüber.

Mustermann steigt aus dem Ring und packt Lunenkind einmal mehr an der Zunge, um ihn auf die Beine zu bekommen. Dann nimmt Max seinen alten Kumpanen Huckepack und trägt ihn die Rampe nach oben aus der Halle.

Breads stöhnt im Ring, als er sich wieder aufrichtet, versichert dem Ringrichter dann aber, dass er auf jeden Fall weiter machen kann. „Canada’s Own“ dreht den Oberkörper einmal nach links, einmal nach rechts, und beißt dann die Zähne zusammen.

Das wird schon.

Schließlich hat unsere Ringsprecherin sich wieder erhoben.

Laura: „Der dritte Gegner im GOAT Gauntlet…“

Pete: „Wie lange haben wir diesen Song nicht mehr gehört?“

Sven: „Ewigkeiten. Aber vergessen haben wir ihn natürlich nicht. Hier kommt der Rebell namens Hass!“

Through My Eyes“ von Vision of Disorder knallt durch die Halle und bringt jeden GFCW-Fan über einer bestimmten Altersgrenze zum Kochen. Nicht ein Anti-Held, der Anti-Held. Der spirituelle Vater von mindestens einem Viertel aller Wrestler, die nach ihm kamen. Der biologische Vater von einem jungen Wrestler, den wir letztes Jahr zum ersten Mal in der GFCW sahen.

Der Lieblingswrestler eurer Helden. Die Hassfigur aller Geschmacksverirrten. Nie World Champion und trotzdem unantastbar.

Und er wird ganz, ganz sicher jeden Moment auftreten.

Es kann sich nur noch um Sekunden handeln.

Der Song spielt immer noch.

Nichts passiert.

Der Song spielt immer noch.

Einige Fans buhen.

Der Song spielt immer noch.

Der Song spielt immer noch.

Der Song spielt immer noch.

Der Song spielt nicht mehr.

Laura: „Meine Damen und Herren, leider ist Rebel called Hate nicht pünktlich in der Halle erschienen, um seinen ursprünglichen Platz einzunehmen.“

Die Buhrufe werden lauter. Laura muss das so neutral wie möglich rüberbringen, das ist klar, doch so ganz kann sie ihre Enttäuschung nicht verbergen. Breads hingegen hat angefangen, laut zu lachen – mehr Hate als so eine Aktion zu bringen geht gar nicht, oder?

Laura: „Für einen solchen Fall hat unser Office einen Nachrückkandidaten für das GOAT Gauntlet ernannt, welcher den Platz von Rebel called Hate einnehmen wird. Der dritte Gegner im GOAT Gauntlet…“

Schatz, ich liebe dich immer noch!“

Schwitzend und mit schwerem Atem hastet er auf die Stage, ein Mikrofon zwischen leicht zitternden Fingern. Der Anzug sitzt ein wenig enger, als er vielleicht sollte. Das weiße Hemd spannt über dem Bauch. Er hat ein paar Haare verloren, seit wir ihn das letzte Mal gesehen haben. Und doch: Er ist es. Er ist es eindeutig.

Pete: „Markus Lerbitz? Dieser zwielichtige Wicht? Der Ex-Mann der Entrepreneurin?“

Sven: „Was für eine seltsames Retirement Match.“

Einige Fans in der Halle wissen anscheinend gar nicht so genau, wer Lerbitz ist, aber die, die es wissen, reagieren wie immer: Sie lachen ihn aus.

Seine Unterlippe bebt.

Markus Lerbitz: „Schatz, dein Bus-Ding war so toll! Wir könnten doch zusammen darin eine Reise machen, nur wir und die Kinder. Nach Kroatien! Oder Albanien! Oder Karlsruhe! Das war so schlau von dir, und du bist so süß und lieb und nett und ich vermisse dich so, so doll!“

Pete: „…kennen wir die gleiche Frau wie er?“

Sven: „Haha, ja. Frauen, was, Pete?“

Mit einer fleischigen Pranke wischt Markus sich die glänzende Stirn. Seine Hairline ist irgendwo hinter Karlsruhe, oder Albanien, oder Kroatien.

Markus Lerbitz: „Ich werde dir beweisen, dass ich ein GEWINNER bin! Ich dachte zwischen uns wäre es sowas von over, aber... wir sind sowas von back!“

Er sagt das so, als müsse er sich in erster Linie selbst überzeugen.

Markus Lerbitz: „Es ist natürlich sehr schade, dass man Rebel The Bait die Reifen zerstochen hat-“

Pete: „Das hat Laura mit keinem Wort erwähnt.“

Sven: „Woher weiß er das?“

Markus Lerbitz: „-aber mir wurde gesagt, ich könne den Ersatz stellen, wenn ich es wirklich, wirklich, wirklich will. Und das tue ich. Unsere Scheidung muss nicht das Ende gewesen sein. Unser Liebe ist so ewig wie Ricksenburg. Ich werde meinen Champion der Liebe in den Kampf gegen diesen ALTEN, HÄSSLICHEN SACK schicken, der dein tolles Projekt kaputt gemacht hat, und ich werde dich RÄCHEN, mein Engel. Dann können wir endlich wieder zusammen sein. Markus Lerbitz will es nochmal wissen. Und deshalb kann es für mich nur einen würdigen Vertreter im Kampf gegen das Böse und um das Herz der Prinzessin – nein, der Königin - geben!“

Pete: „Ernsthaft?“

Sven: „Dieser Idiot.“

Joe Jobber erscheint auf der Stage.

Blutüberströmt wankt er auf Lerbitz zu. Mit Entsetzen sieht Markus zu, wie Joes Lippen das Wort Hilfe“ formen. Dann kippt er um und bleibt reglos auf der Rampe liegen.

Markus Lerbitz: „Mein Champion der Liebe!“

Pete: „Wer hat Joe denn so zugerichtet?“

Sven: „Keine Ahnung.“

Markus Lerbitz: „Es ist sowas von over.“

Ich FICKE diese Chance!“

Es wird laut in der Halle. Diese Stimme kennt man.

Und ich FICKE heute für dich, Markus!“

Mike Müller kommt breitbeinig auf die Stage stolziert. Seine Hände, die ein Mikrofon halten, sind getränkt im Blut von Joe Jobber. Niemand hat Mitleid mit Looser-Joe, und alle ignorieren ihn und lassen ihn da liegen, weil er so krass scheiße ist.

Mike Müller: „Ich habe gehört, was du vorhast, Markus. Und wenn du jemanden brauchst, der dir dein Eheluder zurückbringt, dann bin ich dein Mann, und nicht diese NULPE!“

Das Wechselbad der Gefühle, welches Markus Lerbitz in den letzten 30 Sekunden durchgemacht hat, hat ihn kreidebleich werden lassen. Er sieht mit großen Augen der möglichen Rettung seiner Ehe ins Gesicht.

Markus Lerbitz: „Das Dream Team ist back?“

Mike Müller: „Wir sind back.“

Markus Lerbitz: „Sowas von back?“

Mike Müller: „Wir sind sowas von back.“

Markus Lerbitz: „Mike Müller, der Champion der Liebe!“

Freudestrahlend will Lerbitz zum Ring gehen.

Mike Müller: „Nein.“

Markus fällt vor Schreck fast um.

Mike Müller: „Ich werde für dich kämpfen, aber nicht als Champion der Liebe. Nicht als The Mirror. Nicht als The Great Pigster.“

Markus Lerbitz: „Was soll das heißen?“

Beruhigend legt Mike eine knallrote Hand auf die Schulter von Lerbitz. Das Sakko färbt sich dunkel.

Mike Müller: „Ich werde endlich ich selbst sein. Nur so kann ich mein wahres Potenzial freificken.“

Markus Lerbitz: „…okay?“

Mike Müller: „Heute kämpfe ich als…“

Der junge Mann wendet sich grimmig dem Ring zu.

Mike Müller: „Mike Mike Müller“ Müller.“

Lerbitz blinzelt. Dann zuckt er mit den Achseln.

Markus Lerbitz: „Klar, warum nicht?“

Laura: „…Miiiiiiiiiiiiiiike… „Miiiiiiiiiiiiikee Müüüüüüüüüüller“… Müüüüüüüüüüüüüller!“

Pete: „Was für eine Freakshow.“

Sven: „Nach seiner letzten Chance gegen Lunenkind und seiner letzten Chance gegen Shade hat Müller sich jetzt die nächste letzte Chance geschnappt. Und zwar GEGEN Robert Breads, der ihn vor ein paar Monaten erst zurückgebracht hat.“

Pete: „Mike will einen Spot in der GFCW, um jeden Preis. Gegen Breads bei dessen Abschied gewinnen wäre auf jeden Fall eine Ansage.“

Sven: „Denkst du ihm ist die Ehe von Markus Lerbitz gar nicht wichtig?“

Pete: „Ich glaube, er nimmt jede Möglichkeit, die er kriegen kann. Und wenn ich Breads wäre, würde ich mir Sorgen machen. Sieh dir nur Joe an.“

Sven: „…wen?“

In Trackpants und Sneakern swaggt Müller die Rampe herab, während er sich das T-Shirt vom Leib reißt und hellrote Abdrücke darauf hinterlässt. Mitarbeiter der GFCW entfernen Joe Jobber aus dem Hintergrund. Lerbitz trabt mit entschlossener Miene hinter Mike her.

Mike springt auf den Apron. Und er sieht sich seinen Feind genau an.

Den alten, grauen Mann, der dank dieses Schauspiels nun eine gewisse Zeit hatte, sich zu erholen. Er beäugt Müller mit milder Verwunderung, aber ohne jede Angst.

Die Glocke läutet.

Ab geht’s.

Müller stürmt los. Breads hat es bislang wirklich nicht mit den hellsten Kerzen auf der Torte zu tun, was Match-Openings angeht, wobei das 3 Minuten Zeitlimit natürlich eine gewisse Dringlichkeit vorgibt. Mike probiert den Double Leg Take Down, wirft seinen Oberkörper nach vorne in Richtung Hüfthöhe, und erlaubt Breads damit, einfach sein Knie hochzureißen und sich so zu verteidigen.

Der Kiefer von Müller trifft auf das Knie von Breads, und auch wenn der nun einbeinige Kanadier etwas aus dem Gleichgewicht gerät und ins Wanken kommt, so ist es doch eindeutig Müller, der hier den Kürzeren gezogen hat. Markus Lerbitz schlägt am Ring die Hände über dem Kopf zusammen. Im Scheinwerferlicht glänzt er wie das Diebesgut einer Elster.

Breads findet seine Balance fix wieder, und packt Mike am Schopf. Er hakt beide Arme von Müller ein.

Es ist nicht das erste Mal (aber dafür eventuell das letzte Mal), dass jemand sich auf Kosten von Breads einen Namen machen will. Einige waren damit erfolgreich, die meisten sind gescheitert. Einen Möchtegern-Emporkömmling in seine Schranken zu weisen, gehört zu den Dingen, die Breads in seiner Karriere mit am häufigsten getan hat.

Also noch einmal, der guten alten Zeiten willen.

BACK BODY DROP!

Pete: “Konter von Müller! Breads wollte zum RB Driver ansetzen, aber Mike befreit sich.”

Sven: “Er scheint wacklig auf den Beinen, aber Müller ist entschlossen.”

Allerdings. Müller mag wahrlich nicht clever oder gewieft sein, aber sein Enthusiasmus, gepaart mit athletischen Fähigkeiten und Talent, hat ihn schon weitergebracht, als so mancher vermutet hat. Breads klatscht auf den Rücken und windet sich. Müller pumpt sich nach oben, dann geht er in die Seile und springt.

BIG SPLASH!

Seine massige Gestalt drückt Breads platt, und sofort probiert er ein Cover.

Eins...


Kick-Out!

Irritiert sieht Müller zum Referee. Er hat sich wohl ausgerechnet, dass seine Aktion ein wenig mehr Schaden anrichtet. Das ist nicht der Fall. Lerbitz wackelt mit beiden Armen in Richtung Breads, um Mike zu bedeuten, er solle schnell weiter machen, viel Zeit ist ja nicht.

Müller hüpft auf die Füße, während Breads sich aufsetzt. Mit einem stumpfen Tritt schwächt Mike seinen Gegner, dann greift er ihn und hebt ihn aus, zu einem simplen Body Slam. Keine Offensive, die über Basics hinausgeht, aber in diesem Falle sehr effektiv, weil er Breads auf den Rücken wirft. Gute Idee oder schlicht Zufall? Schwer zu sagen.

Müller pinnt wieder.

Eins...


Kick-Out!

Pete: “Ein bisschen mehr darf es schon sein. Das ist der letzte Abend in der Karriere von Breads, er hat null Gründe sich zurückzuhalten oder zu schonen, das wird mit Sicherheit nicht reichen, um ihn zu schlagen.”

Sven: “Mike wird mehrere solcher Moves oder eine richtige Bombe brauchen, und beeilen muss er sich damit auch.”

Das sieht auch Müller ein, der beleidigt die Unterlippe vorschiebt, ob der Ineffektivität seiner Offensive. Nützt alles nichts, Zeit zu schmollen hat er nicht, also packt er Breads und zieht ihn in Richtung der Ringecke, wo er den Kanadier gegen die Polster schmeißt, Rücken voran.

Müller setzt sofort nach.

CORNER SPLASH!

Der trifft, und Mike schreit seine Entschlossenheit heraus. Er rennt zurück, nimmt noch ein wenig mehr Anlauf, und springt wieder.

CORNER SPLASH!

Wieder eine Punktlandung. Keuchend senkt Breads das Kinn. Müller nimmt einen noch weiteren Weg, fast bis zur gegenüberliegenden Ringecke, um noch mehr Tempo aufzunehmen.

CORNER SPLASH!

Breads weicht aus! Müller fliegt mit dem Oberkörper voran gegen die Turnbuckle-Polster und wankt rückwärts, wo er von Breads gepackt wird.

SLEEPER SUPLEX!

Das haben wir von Breads länger nicht mehr gesehen, auch wenn es früher ein fester Bestandteil der Offensive des Kanadiers war. Mike klatscht auf die Matte, und während Lerbitz nach Haaren auf seinem Kopf sucht, die er noch raufen kann, atmet Breads einmal tief durch, dann beginnt er zu klettern.

Auf das Top Rope.

Auch da haben wir ihn lange nicht gesehen, und wir erkennen sofort, wieso: Sein Aufstieg ist langsam. Der Rücken hilft nicht, und deshalb muss er eine kurze Pause machen, als er vom zweiten auf das dritte Seil steigt, aber er schafft es dennoch. Breads richtet sich auf. Dann springt er.

Top Rope Double Foot Stomp!

Mike Müller rollt sich aus dem Weg! Breads kracht ins Nirgendwo. Früher hätte er vielleicht noch die Finesse besessen, rechtzeitig in der Luft alles zu korrigieren und sich abzurollen, aber so landet er bloß mit beiden Füßen auf der Matte. Seine Sprunggelenke werden es ihm nicht danken. Dennoch versucht Breads, sich so schnell zu drehen wie möglich.

Lariat!

Müller reißt Breads um! Der Lärm der Fans wird stärker. Sehen wir hier tatsächlich doch den Upset? Viel ist nicht mehr auf der Uhr.

Müllers Brust hebt und senkt sich schnell. Er geht auf die Ringecke zu und hüpft nach oben, um Höhe zu gewinnen.

Second Rope Splash!

Der gewaltige Körper von Müller klatscht auf Breads, mit deutlich mehr dahinter als noch bei seiner vorherigen Iteration eines Splashs. Lerbitz schlägt mit beiden Fäusten auf den Apron. Das Cover folgt.