GFCW
World Championship: The End (c) vs Monica Shade vs Stella
Nova
Referee: Mike Kontrak
Die
menschliche Leopardin aus Long Island mit dem massiven,
rosaroten Zopf tritt durch den Vorhang und lässt ihre
violetten Augen ins Publikum schweifen. Etwas Jubel, ein paar
Pfiffe, sie ist in diesem Match weder von den Fans
favorisiert – das ist The End – noch ist sie die
Buhfrau, diese Rolle hat Stella Nova in dieser
Dreiecksbeziehung eingenommen. Aber das ist schon in Ordnung.
Monica
ist nicht hier, um bejubelt oder ausgebuht zu werden, sondern
um GFCW World Champion zu werden. Sie zupft sich noch mal
Weste und Stiefel zurecht, obgleich sie bereits perfekt
sitzen, einfach um sich noch ein paar Sekunden auf der Rampe
zu geben und die Atmosphäre zu inhalieren.
Auffällig
mit dabei: ein Stuhl und ein Kissen. Sieht ganz so aus als ob
Monica keinerlei Interesse daran hätte ihre Strategin
wieder zu Pete und Sven zu setzen. Nein, Stoffschwein Lady
Rosi kriegt ihren eigenen Sitzplatz neben Ringsprecherin
Laura, die Monicas Ankunft verkündet.
Laura:
„Meine Damen und Herren. Die erste Herausforderin um
den GFCW World Championship. Aus Long Island, New York mit
einer Größe von einem Meter Neunundsechszig…
Long Island Leopard Monica Shade~!“
Etwas
zusätzlicher Beifall, mehr höflich als frenetisch.
Ein paar Fanhände werden geschüttelt, ein Mädchen
aus der ersten Reihe mit Lady Rosi Fanplakat darf das
Stoffschwein sogar mal streicheln, aber Monicas Fokus ist
bereits beim Match. Den Ring betritt sie zunächst gar
nicht erst, sie platziert Lady Rosi auf ihrem Sitzplatz und
wartet auf ihre Gegnerin und ihren Gegner.
Die
Eintrittsrampe wird in orangenes Scheinwerferlicht getaucht
und die sonstige Beleuchtung abgeschaltet, auf dass die Fans
ihre Lichtquellen zücken und ein Lichtermeer erschaffen
wie ein Sternenmeer. Und das machen sie auch, weil die
wundervolle Melodie und das Lichtspektakel eine Atmosphäre
schaffen, welche die Seele jauchzen lassen. Und dann, kaum
dass die Frau mit den massiven, orangenen Flechtzöpfen,
die wie Sternschnuppen ihren Körper umsäumen, durch
den Vorhang tritt, da wird in diese selige Atmosphäre
ein lautstarkes Buhen gepfeffert. Die in Inderin im extra
knappen Top mit Sternausschnitt und kometenhaften Schurz
lässt sich davon nicht einschüchtern, posiert
adrett auf der Einzugsrampe und hält ihren goldenen
Gürtel empor, der sie als amtierende Titelträgerin
der Damen bei WFW ausweist – was die Buhrufe nur umso
lauter werden lässt. Eigentlich hatte man sich ja auf
Stella gefreut, aber nicht darauf, dass sie sich in ein Match
reinredet, für das sie nur externe Referenzen hat.
Sie
sollte jetzt nicht hier sein.
Das
hier sollte kein 3 Way sein.
Aber
sie ist hier und es ist ein 3 Way und ganz nebenbei hat sie
auch noch Tammy bedroht. Alles legitime Gründe für
die GFCW Galaxy dem Leitstern ihre Antipathie zu verkünden
und die Daumen nach unten zu halten. Dass Stella dies
komplett kalt lässt, macht die Rufe nur umso lauter.
Laura:
„Und hier die zweite Herausforderin. Aus Delhi, Indien,
mit einer Größe von einem Meter Einundsiebzig, sie
ist die amtierende WFW Temptation Titelträgerin und
zweite Rekordtitelträgerin… sie ist „Leitstern“
Stella Noooovaaaa~!“
Mit
einem Hopser ist Stella Nova den Apron hoch, wie zur
Demonstration ihrer Agilität, dann heißt es Knie
hoch zur Pose und vor allem Titelgold nach oben – das
eine Titelgold, aus dem hier und jetzt zwei werden sollen. Da
können die Fans jetzt noch so sehr buhen, wenn Stella
erst einmal Champion ist und die neue Ära einleitet,
wird sich die allgemeine Meinung zu ihren Gunsten ändern,
früher oder später. Soweit zumindest ihre eigene
Vorstellung, inwiefern diese realistisch ist, sei
dahingestellt. Aber dass die Fans ehemalige Hassfiguren zu
lieben lernen können, demonstriert ja kaum jemand so gut
wie der nun nachfolgende Champion.
Der
Jubel bricht aus, die Halle wird dunkel und auf der Stage
scheint ein roter Scheinwerferspot. Ein Feuerwerk bricht aus,
denn eine Pyroshow ist eine gebührende Methode den
GFCW-Champion zu empfange.
25
Jahre GFCW, 5 Jahre The End. Passend,
dass zu diesem Jubiläum The End derjenige ist, der den
wichtigsten Titel der GFCW hält. Und wie er es selbst
gesagt hat, ist es seine Aufgabe dafür zu sorgen, dass
das so bleibt. Er kämpft heute nicht nur gegen
Herausforderer, sondern sogar darum, dass der Titel nicht die
Liga wechselt.
Und
die GFCW-Galaxy steht geschlossen hinter ihm – noch
immer etwas ungewohnt das zu sagen, aber mittlerweile gewöhnt
man sich zumindest daran.
End
steht auf der Stage, die Haare offen, die Lederjacke am
Oberkörper und die Wrestlinghose an den Beinen, vor
allem aber natürlich den Gürtel um die Hüften
geschnallt. Er saugt die Jubel-Chants auf, wie gewohnt, ohne
Emotionen zu zeigen. Das kann er nicht, das ist er nicht. Er
wird nicht mit den Fans abklatschen, er wird sich ihrer
Zuneigung nicht ergeben, aber er registriert sie. Und so
läuft er nun zum Ring, mit dem steten Blick in Richtung
Monica Shade und Stella Nova.
Laura:
„Und nun, aus Corleone, Sizilien, mit einer Größe
von einem Meter Achtungneunzig, er ist der amtierende
GFCW-World Champion… Theeee Endddd!“
Nanu?
Kommt er nicht aus Hamburg? Es scheint, dass The End, mit
Blick in Richtung Salvatore Corleone, seine „richtige“
Heimat, seiner richtigen Heimat vorzieht.
Aber
so wirklich weiß man ohnehin nicht, was in The End
vorgeht.
Jetzt
jedenfalls kommt der Mann aus Hamburg und aus Corleone, im
Ring an, betritt diesen, um dort noch einmal seine beiden
Herausforderinnen aus nächster Nähe zu begutachten.
Er weiß, was hier alles auf dem Spiel steht und er
nimmt das auch durchaus ernst…
… aber
andererseits ist er The End und er weiß, dass er das
schaffen wird.
Für
den GFCW World Championship.
Für
die GFCW.
Es
ist seine Aufgabe und seine Verantwortung.
Er
muss gewinnen.
Und
er wird gewinnen.
Er
übergibt den Gürtel, er entledigt sich seiner
Jacke. Und damit ist dann alles gesagt und alles getan.
Das
Match kann beginnen.
Werden
25 Jahre GFCW wohlmöglich ohne einen GFCWler als GFCW
Champion gefeiert?
Mike
Kontrak hält das Objekt der Begierde noch einmal hoch,
dann reicht er den GFCW World Title nach draußen und
gibt das Zeichen, dass der Gong zu gongen hat – das
Match ist eröffnet! Womit alle drei Kontrahenten nicht
direkt aufeinander zustürmen, aber doch aufeinander
zugehen.
Als
Stella die Vertragsunterzeichnung störte, wollte sie
sich eigentlich sofort mit The End befassen und nicht mit
Monica Shade und auch jetzt steuert der Leitstern des
Professional Wrestling prompt auf den GFCW Champion zu.
Monica nimmt sie aus dem Augenwinkel wahr, was sie dazu
veranlasst ein paar Schritte schneller zu gehen, auf dass sie
früher beim gebürtigen Hamburger ist und als Erste
mit ihm in den Lockup gehen kann. Oder besser gesagt: einen
Lock Up anzutäuschen kann, um per Ausfallschritt hinter
The End zu gelangen, denn obgleich Stella mit ihren 1,71
keine kleine Frau ist und auch zwei Zentimeter größer
als Monica – ein Kräfteduell mit dem 1,89 großen
und 108 Kilo schweren End muss dann doch nicht sein. Nicht
zuletzt, weil Stella viel lieber schnelle und spektakuläre
Aktionen zeigt, wie etwa einen…
Poison
Rana!
So
kann man mal ein Match beginnen. Dumm nur, dass End sich
nicht so einfach überrumpeln lässt, sich vorgebeugt
hat und so dem Poison Rana genug Schwung raubt, dass er
standhaft bleiben kann – womit Stella nun kopfüber
auf seinem Rücken baumelt.
Schutzlos.
Monica
Shade grinst, wie sie die Hände zu Fäusten ballt
und aus der Drehung zuschlägt.
Backfist
to the Future!
Wenig
überraschend ein Volltreffer, Stella platscht von End
herunter auf die Matte und sieht erst mal ein paar Sterne.
Klingt nach etwas, das sie gerne macht, aber auf diese
Sternschau hätte sie gern verzichtet.
Nun
wo Stella vorerst flachliegt, haben The End und Monica Shade
Zeit für einige Augenblicke des ungestörten
Zweikampfes, wie eine Veranschaulichung dessen, was das Match
hätte sein können ohne das dritte Rad am Tandem.
Monica mit schnellen Schritten, Schlägen und Chops, The
End seinerseits mit klugen Blocks und explosiven Vorstößen,
inklusive seiner Spotlight Attack, doch Monica weiß dem
Knie zu entgehen und ihrerseits per Waistlock zuzugreifen,
Ansatz zum German Suplex. Den blockt The End jedoch –
aber er kommt auch nicht frei. In dieses Gerangel hinein
meldet sich dann Stella Nova zurück, The End kann sich
nicht gleichzeitig Monicas German Suplex erwehren und Stellas
Dropkick abblocken.
Und
so kassiert er beides.
In
dem Moment wo Stellas Dropkick ihn erwischt, ist sein
Widerstand weg und zudem bereits Momentum da, sodass Monica
keine Mühe mehr hat ihn zum German Suplex in die Brücke
hinter sich zu reißen. Was Monica nicht weiß: die
Brücke ist ein Fehler, denn obgleich dies ein Pinversuch
ist, macht sie sich selbst nur zum stationären Ziel für
Stellas nächste Attacke, eine Shooting Star Press aus
dem Lauf. Cover folgt, aber natürlich prompter Kick Out,
das war eher eine Aktion um des Spektakels Willen.
Die
Fans rufen dennoch „you still suck“, Stella hat
einen weiten Weg vor sich, wenn sie jemals eine Fan Favoritin
bei GFCW werden will. Auf keinen Fall wird es ihr hier und
heute gelingen das Publikum auf ihre Seite zu ziehen, dafür
ist die GFCW Galaxy viel zu sehr pro The End – an und
für sich bereits einer der populärsten Männer
im Roster und definitiv gegen die arrogante WFW Temptation
Titelträgerin, die hier in diesem Match nach Meinung
vieler GFCW Fans nichts verloren hat. Die lässt es sich
nicht nehmen eine Runde für die Fans zu posieren, auf
dass sie noch lauter buhen, dann platziert sie ihren Fuß
in Monicas linker Kniekehle, hebt das Bein an und zeigt einen
Stomp. Und auch noch einen Elbow Drop in Monicas Rücken
– kleine aber feine Aktionen, um schon einmal ihren Bow
and Arrow Lock vorzubereiten.
The
End soll dieselbe Prozedur erleiden, aber der windet sich
frei und kontert per Drop Toe Hold, wonach er per Headlock
erst einmal die Kontrolle übernimmt und etwas Ruhe
einkehren lässt. Naturgemäß achtet The End
dabei immer wieder auf Monica, die sich etwas zurückgezogen
an den Seilen wieder hochzieht und mit ein paar Blicken gen
Lady Rosi ihre Taktik überdenkt. Eine für den
Moment denkbar simple Taktik: zugucken. Stella Nova wird wohl
kaum in einem Side Headlock aufgeben, also kann Monica erst
einmal abwarten, was sich zwischen End und Stella entwickelt.
Der
Leitstern des Pro Wrestling windet sich ihrerseits, aber The
End ist kräftig genug, dass Stella sich seinem Zugriff
nicht einfach so entziehen kann. Ebenso ist er groß und
kräftig genug, dass sie ihn nicht einfach so zum Shin
Breaker aushebeln kann, als der Weg zurück in die
Vertikale gefunden ist. Ergo gilt es ein paar Elbows
anzubringen, aber so diese The End schmerzen sollten, ist er
gut darin sich das nicht anmerken zu lassen und so bleibt
Stella nichts weiter übrig als sich in die Seile zu
manövrieren, wo The End lösen muss. Nicht direkt
natürlich, so unnötig sauber und übertrieben
fair agiert der GFCW Champion nicht, tatsächlich gibt es
wohl nur wenige gute Seelen, die das machen würden.
Dennoch zieht The End den Headlock nicht so lande durch, wie
es das Regelwerk erlaubt, was nicht damit zu tun hat, dass er
an keine Disqualifikation glaubt, sondern mit Monica, die nun
genug gesehen hat und wieder in die Offensive geht. Obgleich,
sind wir ehrlich: es hätte auch nach dem 5 Count wohl
kaum eine DQ gegeben. Nicht in diesem Match, bei diesem
Event. Da müsste schon ein heftigerer Regelverstoß
her. Den gibt es hier nicht, dafür ein paar harte Chops
sowohl von End als auch von Monica, die beide nicht nachgeben
wollen und immer weiter feste drauf kloppen.
Pete:
„Oft sind 3 Ways ja Matches ohne Disqualifikation oder
Count Out, warum ist das heute nicht so, Sven?“ Sven:
„Damit wir ein anständiges Match um den größten
Preis im Wrest-- um den größten Preis von GFCW
sehen. Soll heißen: Disqualifikationen und Count Outs
sind ganz normal in Kraft und sollte jemand disqualifiziert
oder ausgezählt werden, geht es Eins gegen Eins
weiter.“ Pete:
„Es würde wohl vielen Fans gefallen, wenn Stella
das passieren würde und wir The End gegen Monica Shade
dann als Einzelmatch begutachten könnten.“ Sven:
„Das würde nicht nur den Fans gefallen.“
Während
Pete und Sven Regelkunde betreiben, ist es zwischen End und
Monica weiter hart zur Sache gegangen. Nach diversen heftigen
Einschlägen auf beiden Seiten besinnt sich Monica
darauf, was gegen Ask funktioniert hat: Hirn einschalten und
nicht ihren üblichen Stiefel wrestlen – gegen
größere und schwerere Gegner heißt es
bedachter agieren und genau abschätzen, wann sie ihren
Stil durchdrückt und wann es gilt auf Abstand zu gehen.
Also geht sie auf Abstand, was The End unweigerlich als
kleinen Sieg für sich verbucht und das zurecht. Sein
Lächeln dient aber wohl mehr dazu Monica zu provozieren
und somit zu Fehlern zu verleiten, doch die bleibt cool. Nun,
wo sie sich zum bedachten Rückzug entschieden hat,
bleibt es dabei. Mehr noch: sie blickt in Richtung Stella,
als ob diese sich von hinten an The End heranschleichen
würde, doch als End nach hinten blickt ist da keine
Stella. Dafür gibt es nun eine schnelle Attacke von
Monica per Sumersault Kick, den The End eher schlecht als
recht blockt – der Einschlag wurde zwar abgemildert,
aber nicht abgewehrt und so torkelt er etwas rücklings.
Dahin wo nun tatsächlich Stella ist, die ihre Agilität
beweist, indem sie hoch schnellt, The End am Arm packt, per
Chop zulangt und ehe End weiß wie ihm geschieht hat
Stella ihn per Lucha Armdrag zur Seite geworfen. Kein allzu
harter Sturz, aber es war ein Sturz. The End erhebt sich zwar
schnell wieder, geht aber nicht sofort wieder in die
Offensive. Den Poison Rana zum Matchauftakt hatte er noch
recht locker blocken können, aber hier hat Stella sich
nun viel agiler bewegt als ihm lieb ist. Auch wenn ihm
natürlich eh schon klar war, dass er stets wachsam sein
muss in diesem Match.
Stella
ist ihrerseits aufmerksam und entgeht daher einem European
Uppercut von Monica. Mehr noch: Stella landet selber einen
Dropkick in Monicas Rücken, welcher die Leopardin nach
draußen purzeln lässt. Der Moment, um die Fans zu
animieren und dann unter lautstarkem Jubel einen Dive zu
zeigen – mit dem Schönheitsfehler, dass natürlich
nach wie vor kaum jemand Stella bejubeln will. Die spurtet
trotzdem los und zwar in Richtung… The End? Der macht
sich bereit, aber nein, Stella huscht an ihm vorbei, springt
gegen das zweite Ringseil und von da aus wird es höchst
spektakulär:
Triangle
Moonsault nach draußen auf Monica!
Selten
wurde eine spektakuläre Aktion derart ausgebuht wie
diese von Stella. Sie verneigt sich nach ein paar tänzelnden
Schritten dennoch, sei es zur Verhöhnung, sei es um sich
dafür zu bedanken so starke Reaktionen zu ziehen. Oder
von beidem etwas. So oder so brandet nun doch Jubel auf, aber
nicht weil es einen kollektiven Sinneswandel gegeben hätte,
sondern weil The End per Baseball Slide in ihren Rücken
rutscht und die Inderin durch den Treffer mit Schmackes gen
Einzugsrampe pfeffert.
Wo
er nun schon mal draußen ist, gibt es auch gleich noch
ein paar Tritte gegen Monica, die zudem auch noch gegen die
Ringtreppe geschmettert wird. Diese Ringtreppe ist echt
gefragt heute, schon jetzt eine Ikone für alle
Ringtreppen dieser Welt. So frequentiert eingebunden zu
werden wie diese Ringtreppe ist freilich der Traum einer
jeden Ringtreppe. Außer vielleicht jenen Ringtreppen,
die lieber ihre Ruhe haben, soll es ja auch geben.
Eine
Ruhepause ist Stella derweil nicht vergönnt, nachdem The
End mit Monica für den Moment fertig ist, widmet er sich
Stella und rammt sie per Spear auf die Einzugsrampe, was die
Fans komplett abfeiern. Und sie bekommen noch mehr Grund zu
jubeln. The End packt sich nämlich Stellas orangenen
Schopf, stopft ihn zwischen seine Oberschenkel und beginnt
Stellas Körper anzuheben. Das sieht verdächtig aus
wie der Ansatz zu einem Piledriver.
Weil
es der Ansatz zu einem Piledriver ist.
Und er gelingt!
Piledriver
von The End auf die Einzugsrampe gegen Stella Nova!
Finger
gehen nach oben und „Ja~!“ wird gerufen, die Fans
sind äußerst zufrieden mit dieser Aktion. The End
auch, er lässt Stella achtlos liegen und beginnt sich
zurück in den Ring, in den Monica Shade auch schon
wieder zurückgekehrt ist. Zwischen End und Monica geht
es daher munter weiter, doch das Hauptaugenmerk liegt auf
Referee Mike Kontrak, denn der ist dabei Stella auszuzählen
– geht der Count durch ist Stella raus und es gibt doch
das Einzelmatch, das die GFCW Galaxy viel lieber sehen
wollte! Und so wird lautstark mitgezählt, Kontrak ist
schon bei sechs!
Sieben!
Aber
Stella erhebt sich wieder…
Acht!
Stella
torkelt gen Ring…
Neun!
Stella
stürzt… fast! Aber ehe es zum 10 Count kommt, ist
sie zurück im Ring!
Die
Fans buhen dies lautstark aus, doch kurz darauf ändert
sich die Stimmung wieder – Stella ist genau zu den
Füßen von The End und Monica in den Ring gerollt
und die hören prompt auf miteinander zu ringen und
duellieren sich stattdessen in einer anderen Sportart, die
zum GFCW Trend werden könnte: sie gucken wer es schafft
deutlichere Stiefelabdrücke auf Stellas Körper zu
hinterlassen. Anders gesagt hagelt es Stomps und die Fans
feiern jeden einzelnen davon!
Nachdem
Stella sich aus dem Ring heraus in Sicherheit gerollt hat,
kann es zwischen The End und Monica weitergehen. Einen
erneuten Schlagabtausch gibt es nicht, auch wenn The End dazu
auffordert. Vielmehr versucht Monica mit ringerischen
Vorstößen The End von den Beinen zu holen, doch
der blockt diese Versuche nicht nur, sondern kriegt Monica
sogar zu packen. Hoch zur Powerbomb… Drehung und:
Apocalyptic
Powerbo – nein!
Monica
kommt frei und landet hinter dem Champion. Ein Mal umgriffen
und German Suplex in die Brücke! Eins, Zw… Kick
Out! Guter Versuch und das erste echte Cover des Matches mit
Aussicht auf potentiellen Erfolg, aber The End wurde nicht
überrumpelt, konnte den Bump gut nehmen und konnte daher
zeitig auskicken – Kraftreserven hat er noch reichlich,
auch wenn das Matchtempo hoch ist. Allzu viel einstecken
musste er ja auch noch nicht. Mit Betonung auf „noch“,
landet Monica doch einen feinen Lariat gegen den aufstehenden
End! Doch ehe Monica daraus Kapital schlagen kann, kommt
Stella von der Ringecke aus angeflogen:
Shooting
Star Crossbody!
Was
für eine Aktion, was für Timing! Monica wird auf
die Matte geknallt und natürlich bleibt Stella sofort
auf ihr liegen für das siegreiche Cover! Eins! Zwei!
Drend!
...Drend?
Was
ist „Drend“?
„Drend“
bedeutet, es war beinahe „Drei“, aber kurz bevor
Mike Kontrak das Cover durchzählen konnte, war The End
noch zur Stelle, um es abzubrechen. Das wäre es fast
gewesen und diverse Fans im Publikum waren schon in
Schockstarre. Bisher war der Gedanke, dass Stella hier
tatsächlich gewinnen könnte zwar denkbar, aber weit
weg – nun hingegen war der Gedanke verdammt nah. Nicht
nur für die Fans, auch für The End. Beinahe wäre
der GFCW World Title weg gewesen ohne dass er selber gecovert
worden wäre. Wie The End auch gerade Gedanken in den
Sinn kommen, wie sie sein Vater James Corleone wohl gehabt
hätte – nicht auszudenken, wenn Monica und Stella
insgeheim gemeinsame Sache gemacht hätten und sich jetzt
absichtlich gegenseitig pinnen oder zur freiwilligen Aufgabe
zwingen würden, um das Gold so zu WFW zu holen. Zum
Glück sind beide faire Sportsfrauen und würden so
eine hinterlistige Aktion nicht bringen, da war The End schon
ein gut in der Beurteilung ihrer Charakterzüge, aber
künftig sollte er vielleicht länger überlegen,
ob er einem 3 Way so großmütig zustimmen sollte.
The
End besinnt sich aber rasch wieder auf das Match und das
keine Sekunde zu früh, da Stella ihn anspringt, um ihn
per Crucifix Pin zu überraschen. Aber The End lässt
sich nicht überraschen und nun ist Stella da, wo sie gar
nicht sein will, wenn es um The End geht: auf seinen
Schultern. Das kann nur Eines bedeuten und das bedeutet es
auch:
Endless
Pain!
Eins!
Zwei!
Monica!
Einige
Fans hatten schon gejubelt, aber zu früh. Das Match ist
noch nicht vorbei, der Titel nicht verteidigt. Ganz im
Gegenteil: Monica zeigt eine ganze Reihe an Stomps und
Tritten gegen The End, die meisten gegen dessen Rücken.
Dann packt sie zu: Deadlift German Suplex? Nun, der Ansatz
dazu ist es auf jeden Fall, aber kriegt die Leopardin The End
tatsächlich hoch?
Ja!
Aber
weil The End selber Schwung mitgibt! Im Wurf nach hinten
kommt er aus der Umklammerung frei, steht die Aktion und
federt in die Seile. Und mit diesem Anlauf kommt der…
Spear!
...in
Monicas Rücken, um genau zu sein, die hart nach vorne
gepfeffert wird und reglos liegenbleibt. Die Fans jubeln und
The End will es nun beenden – nahe liegendes Wortspiel,
das dennoch der Wahrheit entspricht. Er visiert Stella an,
die sich torkelnd wieder erhebt und will auch sie per Spear
umrammen… doch in diesem Fall ist nur der Wille da,
nicht aber der Weg. Stella kontert nämlich per Leg
Lariat! War das ein KO Treffer? Könnte gut sein, auf
jeden Fall covert sie: Eins! Zwei! Drei! Das ist der
Titelwechsel! Stella hat es geschafft! Sie ist tatsächlich
in ihrem ersten GFCW Match überhaupt neue GFCW World
Champion geworden! … nein, doch nicht. The End ist
zwar hart angeknockt, aber um den Fuß unter das Seil zu
schieben, dafür hat es dann doch noch gereicht und das
ist ein Rope Break. 3 Count ja, aber er zählt nicht.
Kollektives
Durchatmen seitens der GFCW Fans, von denen einige schon die
Hände vor dem Gesicht zusammengeschlagen hatten und den
Tränen nah waren. Dabei soll doch der Main Event für
das große Tränenmeer sorgen und nicht dieses
Match.
Was
aber immer noch gut passieren kann.
Denn
Stella hadert nicht, sondern widmet sich Monica, die noch vom
Spear flach auf der Nase liegt und verknotet deren Beine,
positioniert die Knie in Monicas Rücken und dann ein Mal
Rolle rückwärts: Bow and Arrow Lock! Monicas Rücken
hat vom Spear übel was abgekriegt und das war nur die
jüngste Aktion, welche diesen Griff nun umso
gefährlicher macht! Muss Monica jetzt aufgeben?! Ist das
doch der Titel für Stella?! Noch stemmt Monica sich
gegen den Schmerz, gegen die Niederlage, sie hatte doch
angekündigt, dass Lady Rosi mit dem Gold feiern können
würde, da kann sie doch jetzt nicht aufgeben?!
Aber
sie muss – bzw. müsste, wen nicht genau in diesem
Moment The End zur Stelle wäre, um Monica nonchalant
gegen die Rübe zu treten. So angeknockt ist es nix mehr
mit abklopfen und ehe Stella reagieren kann, hat auch sie
einen Elbow Drop abgekriegt.
Ergo
ein Moment zum Durchatmen. The End reibt sich den
Brummschädel und macht gedanklich ein Memo, dass er
Spears gegen Stella vergessen kann, solange diese ihm Bein
voran ins Gesicht springen kann. Was nichts anderes heißt,
als dass er Spears gegen Stella eigentlich auch direkt
komplett vergessen kann.
Was
er hingegen nicht vergessen braucht, das ist sein Toxic
Waltz, den er jetzt zu gerne gegen die ohnehin gerade
ziemlich fertig aussehende Monica zeigen würde. Aber
weil Stella ihm da unweigerlich in die Quere kommen würde,
setzt er seinen gefürchteten Aufgabegriff stattdessen
beim indischen Leitstern an. Die windet sich jedoch gen Seile
und so bleibt es beim Ansatz. Aber zumindest kann The End
Stella mit der Gurgel auf die Seile legen und ihr das Knie
deftig in den Rücken rammen, was Stella gleichzeitig
eine Art Slingshot auf das Seil verpasst. Harte Aktion, auch
etwas unsaubere Aktion, aber die Fans feiern sie natürlich
trotzdem.
Nun
wo Stella erst einmal für den Moment neutralisiert ist,
gehen Ends Gedanken sofort wieder gen Monica, doch die ist
erst einmal nicht aufzufinden. Wo ist sie hin? Raus aus dem
Ring bei Lady Rosi, da ist sie hin, sowohl zur
Taktikbesprechung als auch, um für ein, zwei Augenblicke
zu regenerieren.
Okay.
Dann
erst mal weiter gegen Stella. Ein Mal am Kopf packen und
Ansatz zum Inspirational DDT… aber Stella blockt! Und
kontert per Northern Lights Sup – nein, doch nicht. End
macht sich schwer um benutzt Stella als Trommel, mehrere
Unterarmschläge prasseln auf den Leitstern ein. Und dann
noch mal!
Inspirational
– nein!
Stella
wehrt sich nun ihrerseits mit Punches in die Rippengegend und
die schmerzen nicht nur, sondern versauen auch noch The Ends
Timing. „Versauen“ ist das perfekte Stichwort,
denn in dieses Gerangel platzt Monica wieder hinein, verpasst
The End einen deftigen European Uppercut, gegen den er sich
naturgemäß in dieser Position nicht wehren kann
und wie er rücklings fällt, verpasst er Stella dann
doch den DDT – keinen Inspirational DDT, aber einen
DDT. Anders gesagt liegt Stella nun erst einmal flach und
Monica will nachsetzen:
Backfist
to the Future!
The
End weicht per Vorwärtsrolle aus, ist zurück im
Stand und langt nun selber zu: Spotlight Attack! Und damit
nicht genug! Monica wurde erwischt und ist stehend KO, aber
The End setzt nach:
Chaos
Driver!
Eins!
Zwei! Stella!
Stella
lag flach, aber nicht lange genug, um dieses Cover durchgehen
zu lassen. Womit die Fans allmählich unruhig werden –
aus ihrer Sicht hätte The End dieses Match nun wirklich
langsam mal gewonnen haben dürfen. Hat er aber nicht.
Stattdessen ist alles noch völlig offen. Aber nun ist
die Gelegenheit dennoch günstig. Monica liegt flach und
jetzt braucht es nur eine gelungene Aktion gegen Stella, der
vom DDT noch der Schädel dröhnt. Und zwar den:
Inspirational
– Northern Lights Suplex in die Brücke!
Eins!
Zwei! Nein!
The
End kommt raus, das war aber schon wieder viel zu knapp. Aber
nun gut, wenn es ringerisch nicht geht, dann eben die harte
Tour. Punch, Punch, noch ein Punch… und schon torkelt
Stella wieder. Aber beim Versuch des Whip In macht Stella
eine tänzerisch anspruchsvolle Pirouette ins Reversal.
Schwung des Reversals nutzen für den Spear? Nein, die
Lektion hat The End gelernt und so kommt statt dem Spear ein
Clothesline – mitten hinein in einen Ausfallschritt
nach vorn von Stella, die The End packt und herumwirbelt!
Black
Hole Slam!
Eins!
Zwei!
Kick
Out!
Waren
die Fans vor einigen Augenblicken noch unzufrieden, dass das
Match nicht zu Gunsten von The End entschieden war, so sind
sie jetzt erleichtert, dass es nicht zu Gunsten von Stella
vorüber ist. Der Leitstern scheint immer wieder aufs
Neue einen Weg zu finden, um auch in brenzligen Situationen
mit ihrer Agilität zu punkten. Mit ihrer Agilität
und Erfahrung – da machen sich ihre mittlerweile über
vierzehn Jahre Ringerfahrung auf hohem bis höchstem
Niveau unweigerlich bemerkbar. Und diese vierzehn Jahre
Ringerfahrung sagen ihr, dass sie hier jetzt nicht
lockerlassen darf und sie lässt auch nicht locker. Im
Gegenteil, The Ends Beine werden verdreht, hinein in den
Indian Deathlock!
Aber
The End denkt gar nicht daran aufzugeben. Selbst wenn Stella
ihm hier beide Beine brechen sollte, er wird nicht abklopfen.
Er ist der Champion und er bleibt der Champion. Und mit
dieser Einstellung powert er sich gen Ringseile – und
erreicht sie. Stella muss lösen, zieht aber noch einmal
nach und dann…
5*
Frog Splash!
Monica
nicht aus dem Nichts, sondern von der Ringecke! Bisher waren
es eigentlich nur The End und Monica Shade, die
vielversprechende Cover zeigen konnten – dies hier ist
Monicas erstes solches Cover und mehr als dieses eine Cover
braucht sie auch nicht! Eins! Zwei! Drei! Aus und vorbei!
Monica hat es geschafft! Die GFCW Galaxy ist perplex –
aber immerhin war es nicht Stella. Monica ist okay.
…soll
heißen: Monica wäre okay, wenn sie denn hier
tatsächlich gewonnen hätte. Aber im letzten Moment
realisierte End was Sache ist und konnte trotz seiner
versagenden Beine Stella am Knöchel packen und ihren Fuß
auf das Seil legen. Monica hatte schon ein Lächeln im
Gesicht – und das hat sie noch immer. So knapp. Aber
noch ist die Chance nicht vorbei. Wäre sie überhaupt
wirklich unumstritten Champion gewesen, wenn sie Stella
gepinnt hätte, statt The End? Die Schweinehirtin pusht
sich selber hoch und tatsächlich, ein paar Fans lassen
sich mitreißen und unterstützen sie per „Oink“
Rufen! Die Rufe, die einst dem Great Pigster Mike Müller
und dann dem Greatest Pigster Maximilian Lunenkind gegolten
haben. Ein Schwein ist noch da und dieses Schwein soll mit
dem Titel feiern!
Monica
ist zurück im Stand und verpasst erst Stella einen
deftigen Tritt, dann semmelt sie dem sich erhebenden, aber ob
seiner Beine wieder wegknickenden End die Backfist to the
Future ins Gesicht… und als der sich vornüberbeugt,
da packt Monica zu. Arme eingehakt und jetzt hoch mit dem
Kerl! The End ist größer und stärker und
schwerer, aber er ist nicht zu groß,
stark und schwer! Monica kriegt ihn hoch… und dann
geht es abwärts!
Daedalus
Destiny!
Jetzt
das Cover… aber Stella ist zur Stelle, stößt
Monica aus dem Ring und wirft sich dann selber per Running
Shooting Star Press auf The End! Die Fans sind dem
Nervenzusammenbruch nahe, Mike Kontrak zählt: Eins!
Zwei! KICK OUT!
Nervenzusammenbruch
vereitelt. Hätte Monica selber covern können, das
wäre es gewesen, aber sie konnte es eben nicht und
Stellas Versuch abzustauben ist fehlgeschlagen. Doch der
Leitstern will sofort weiter nachsetzen, verdreht abermals
die Beine von The End… aber ehe sie zum Indian
Deathlock oder zum Bow and Arrow Lock ansetzen kann, ist
Monica wieder zur Stelle und attackiert die Stellare! Punch,
Punch, Kick, Stella wird gen Ringecke zurückgedrängt!
Lariat!
Es
sollte ein Stella Sandwich werden, aber Stella weicht aus und
Monica prallt selber in die Ringecke. Der Leitstern setzt
sofort selber mit einigen schnellen Attacken nach, dann setzt
sie Monica nach oben. Wer Stella kennt, weiß, was das
werden soll: ihr Outer Space! Stella klettert also hinterher,
will Monica über die Schulter nehmen… aber ehe
sie das kann, wird sie von hinten gepackt. The End ist hinter
ihr und setzt an zu einer Art Back Superplex! Aber ehe es
nach hinten geht, packt Stella geistesgegenwärtig Monica
am Arm!
Tower
of Doom Back Superplex + Avalanche Armdrag!
Alle
Drei prallen auf die Matte, aber The End hatte naturgemäß
den Aufprall, der am wenigsten heftig war. Dennoch bleibt
auch er erst einmal einen Moment liegen und alle Drei werden
von Mike Kontrak angezählt. Dann jedoch erhebt sich The
End als Erster wieder… und sackt wieder in die Knie.
Der Indian Deathlock hat seine Spuren hinterlassen. Seine
Beine mögen nicht gebrochen sein, aber sie sind
definitiv kaum noch funktional. Natürlich weiß The
End es eh mittlerweile besser als einen Spear gegen die sich
aufrappelnde Stella zu versuchen, dennoch hätte der GFCW
World Champion jetzt gern irgendwie nachgesetzt. Stattdessen
bekommt er in seiner knienden Position einen Dropkick von der
Inderin ab, der ihn zurück auf die Matte befördert.
Doch ehe Stella ihm erneut die Beine verdrehen kann, steht
auch Monica wieder und erwischt Stella per Backflip Kick, auf
den die Long Island Leopardin ihre Backfist folgen lassen
will. Monica wirbelt herum, aber Stella duckt sich, packt zu
und hebelt Monica aus:
Starlight
Driver!
Cover
und… Kick Out bei Null! Stella
reißt die Augen auf, wie Monica sich hochpowert. Auch
wenn der Move bei Stella Starlight Driver heißt, auf
keinen Fall lässt sich Monica von einer Aktion besiegen,
die man aus der sonstigen Wrestlingwelt und insbesondere vom
Greatest Pigster als „SCHWEIN“ kennt. Jene Aktion
mit welcher der Greatest Pigster bei Aurora sein Match gegen
Aurora MacMeow gewinnen konnte – obgleich da auch Miria
und ein Stuhl mit im Spiel waren. So oder so, überhaupt
im Ansatz zu dieser Aktion gewesen zu sein hat Monica so sehr
mit Adrenalin vollgepumpt, dass der Starlight Driver verpufft
ist. Da hätte Monica schon so auf dem Schädel
landen müssen, dass sie ausgeknockt wird, aber das ist
nicht passiert und so hat das Adrenalin jede Erschöpfung
weggeblasen.
Obgleich
Monica trotzdem angeknockt ist, wie man jetzt merkt.
Monicas
Punches sind wie bei einer Boxerin, die beim nächsten
Treffer umkippt und liegen bleibt – aber noch steht sie
und prügelt auf Stella ein. Die kassiert Treffer um
Treffer und dann auch die Backfist to the Future! Doch noch
ehe Stella von diesem Treffer umfallen kann, da wird Monica
von hinten gepackt:
Toxic
Waltz!
The
End hat die Situation genau abgepasst und im richtigen Moment
zugegriffen. Monica fuchtelt noch, will sich befreien, aber
nun merkt sie die Erschöpfung doch wieder – die
Erschöpfung und dass der Starlight Driver eben doch
seine Wirkung erzielt hat. Monica geht zu Boden und The End
hält den Griff mit aller Macht fest. Monica gibt nicht
auf, aber ihr schwinden die Sinne und das rapide. Ist das
jetzt die Titelverteidigung? Die Fans drücken die
Daumen, das muss es
doch jetzt sein. Mike Kontrak hebt Monicas Arm… und er
fällt! Monicas Arm wird ein zweites Mal angehoben…
und er fällt erneut!
Wenn
Monicas Arm jetzt noch einmal fällt, ist das Match
vorbei.
Mike
Kontrak hebt ihn und Monicas Arm fällt…
Nicht!
Ganz
schwach kann sie ihn oben halten, gerade lang genug, dass
Stella The End ordentlich ins Kreuz treten kann. Dann fällt
Monicas Arm doch, aber der Griff ist nicht mehr aktiv und
somit ist es kein TKO zu Gunsten von The End, auch wenn Mike
Kontrak erst einmal Monica checken muss, ob diese
weitermachen kann oder bewusstlos ist.
The
End wiederum kriegt nun auch noch einen tiefen Dropkick in
die Beine ab, als ob die nicht eh schon vom Indian Deathlock
zur Genüge wackeln würden. Er sackt in die Knie und
Stella ist zur Stelle: Bow and Arrow Lock!
Die
Fans erstarren. Das darf doch jetzt eigentlich nicht wahr
sein. In dieser Phase des Matches, mit diesen lädierten
Beinen und einem auch nicht mehr ganz gesunden Rücken…
nicht so. Nicht auch noch durch Aufgabe. Das kann nicht sein,
das darf nicht sein. Aber es ist die Mitte des Rings. Was
soll The End machen? Guter Rat ist teuer und so macht man als
Fan, was man kann: man ruft The Ends Namen. Lauter, immer
lauter… und die Stimmen erreichen ihn. James Corleone
mag weg sein, auch wenn er wohl nie ganz aus The End
verschwinden wird. Salvatore Corleone ist zurück in der
Heimat. Aber The End ist dennoch nicht allein.
Und
so packt er Stellas Hand an seinem Hals, drückt sie weg
und… kommt frei!
Der
Jubel ist unermesslich und treibt den Champion zurück
auf die wackligen Beine und dann…
Poison
Rana!
Dieselbe
Aktion, die zum Matchbeginn noch nicht funktioniert hatte,
sie funktioniert jetzt. Stella donnert den GFCW World
Champion auf den Schädel und die Jubelrufe der Fans
ersticken, wie Stella keine Zeit verliert und die Ringecke
erklimmt, um mit ihrer Shooting Star Press das Match
gleichermaßen spektakulär wie demoralisierend für
die Fans zu beenden. Das größte Problem: The End
zwingt sich zwar wieder dazu aufzustehen und nicht liegen zu
bleiben, aber das macht es nicht besser, sondern schlimmer,
denn Stellas Shooting Star Crossbody ist noch effektiver als
die Shooting Star Press. Die Chance die Shooting Star Press
zu überstehen ist gering – die Chance den Shooting
Star Crossbody zu überstehen ist nicht existent. Und
der Shooting Star Crossbody, er kommt:
Shooting
Star Crossbody!
Stella
fliegt durch die Luft wie eine glänzende Sternschnuppe.
Ihre Zeit in der Luft, ihre Akrobatik ist makellos. Wie in
Zeitlupe sieht The End das stellare Unheil auf sich
zufliegen… und in diesem Moment, da erinnert er sich
an sein gedankliches Memo.
„Spears
gegen Stella kann ich vergessen, solange diese mir Bein voran
ins Gesicht springen kann.“
Aber
Stella kann ihm jetzt nicht Bein voran ins Gesicht springen,
sie ist ja schon in der Luft. The End klopft auf seine Beine.
Funktioniert jetzt gefälligst, nur noch dieses eine Mal
in diesem verdammten Match! Und so springt er voran
und… fischt
Stella mit dem Spear aus der Luft! Die
Fans flippen jetzt völlig aus und The End, er bleibt
konzentriert. Er packt Stella auf die Schultern für das
große Finale. Endless Pain.
Aber
nein!
The
Ends Beine haben ihn erhört und für den Spear noch
funktioniert, aber nun knickt er weg!
Aber
das ist okay.
Im
Wegknicken wirft er Stella hinter sich… Endless Pain!
Eins!
Zwei!
Drei
– Monica!
Aber
zu spät! Monica war wieder bei Bewusstsein, hat versucht
zu retten, aber sie war einen Sekundenbruchteil zu spät.
Das Match ist vorbei und The End hat seine Ankündigung
wahr gemacht: er hat zwei der Besten besiegt, die WFW zu
bieten hat und GFCW so ein Geburtstagsgeschenk gemacht. Bei
der Anniversary Show pinnt der GFCW Champion die WFW
Titelträgerin. The End ist und bleibt der Champion. Und
der GFCW World Title wird triumphal in die Luft gehoben.
Breads
reißt sich aber direkt wieder los und geht auf Zereo zu –
und bleibt vor ihm stehen. Denn der Killer bewegt sich schon
wieder, er versucht schon wieder, auf die Beine zu kommen. „Bleib
liegen!“ schreit der Kanadier seinem Gegner entgegen, doch
der blickt nur langsam auf, sieht Breads in die Augen – und
spuckt ihm Blut ins Gesicht!
„Canada's
Own“ regt sich erst gar nicht, sondern schließt nur
die Augen, wischt sich dann das Gesicht ab – und dann rächt
sich Breads. Er packt seinen Gegner, zieht ihn nach oben und es
setzt wieder Kawada Kicks an den Schädel, aber diesmal nicht
nur ein paar, sondern ein Dutzend, zwei Dutzend, und bei 28 hört
Breads erst auf, aber auch nur um den Kopf noch höher zu
nehmen, Zereo wird gepackt, Breads hakt sich ein und es setzt
einen Exploder Suplex!
Der
Killer wirkt quasi tot, als er auf der Matte aufprallt, doch was
macht Breads? Er guckt seinen Gegner erst gar nicht an, er
überlegt gar nicht erst, ihn zu pinnen, sondern steigt an
ihn vorbei durch die Seile auf den Apron, und von dort aufs Top
Rope.
Pete:
„Bitte, hör auf, Robert! Du verletzt Zereo noch!“
Sven:
„Ich glaube, das ist ihm völlig egal. Er will ihn
einfach nur zerstören.“
Tatsächlich
steht Breads nun auf dem Top Rope, blickt auf seinen Gegner, und
springt ab – Double Foot Stomp!
Der
Move sitzt und nun dürfte es endgültig vorbei sein...
doch immer noch pinnt Breads seinen Gegner nicht. Stattdessen
zerrt er ihn nach oben, hakt beide Arme ein... soll das ein
Butterfly Suplex werden? Will er McFly beleidigen?
Ein
Blick Richtung Backstage-Bereich, dann geht es wirklich los –
aber er zeigt nicht den Butterfly Suplex, sondern vielmehr einen
Double Underhook Piledriver! Er lässt ihn genau auf den Kopf
knallen! Und dann legt er sich auf seinen Gegner, endlich...
Eins...
Zwei...
Drei!
Sieger
des Matches durch Pinfall: Robert Breads!!!
Der
Kanadier rollt sich verächtlich von seinem Gegner herunter
und blickt auf ihn herab – das war... beeindruckend. Nicht,
dass er einen Verletzten besiegt hat. Eher das „Wie“
ist das Beeindruckende. Und „Canada's Own“ scheint
das schon jetzt nicht mehr zu interessieren, eben als ob das
tatsächlich nur ein Pflichtsieg war. Er ignoriert den
blutenden Menschen auf der Matte einfach und begibt sich wieder
backstage, ohne nochmal zu jubeln oder sich ausbuhen zu lassen –
dieser Sieg bedeutet ihm nichts. Denn Zereo Killer ist nicht
Chris McFly. Der ist als Nächstes dran.
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PAUSE:
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Dieses
Wort ist zu sehen und es zeigt das Standbild eines am Boden
zerstörten Zereo Killer. Die Kamera schwenkt um und man
sieht den Mann nun einige Jahre später, ein paar Fältchen
mehr im Gesicht, das ein oder andere graue Haar ist auch zu
vernehmen, im Hier und Jetzt.
Zereo
Killer: „Das war 2012, ich war zwar auch schon lange im
Geschäft zu diesem Zeitpunkt, aber als es hieß, ich
darf gegen Robert Breads antreten, war ich wirklich nervös.“
Mr.
#ISGI dreht sich nun zur Kamera und grinst zufrieden in diese.
Zereo
Killer: „Du hast mir in diesem Match alles abverlangt und
Dinge aus mir herausgeholt, du warst der Erste, der mich in der
GFCW besiegen konnte, doch es war längst nicht das letzte
Aufeinandertreffen.“
Er
blickt zur prunkvoll verzierten Decke seines Wohnzimmers hoch und
schwelgt ein wenig in Erinnerungen. Die Lippen formen sich zu
einem Lächeln.
Zereo
Killer: „Mein lieber Robert, auch wenn wir uns nicht immer
grün waren – wahrscheinlich waren wir das nie zu 100%
- der Respekt war immer da. Du konntest aus jedem Gegner das
Beste herausholen. Wenn dein Gegner dachte, er habe sein Limit
erreicht, hast du ihn mit deiner Art zu wrestlen gezeigt, dass er
noch längst nicht am Limit angekommen ist! Mit dir gab es
nur Fünfsterne-Matches.“
Der
Kalifornier lässt diese Worte kurz wirken, er geht noch
einmal kurz in sich und fährt mit seinem Monolog fort.
Zereo
Killer: „Ich werde dir für die Matches gegen dich, für
jedes einzelne Segment, für jedes Aufeinandertreffen auf
welche Art und Weise auch immer, ewig dankbar sein, ich werde
mich das ganze Leben daran erinnern können. Für mich
bist du nicht CANADAS OWN…“
MacKenzie
erhebt sich von seiner dunkelblauen, großzügigen Couch
und zieht sich seinen Pulli aus. Drunter ist ein selbst kreiertes
Robert Breads T-Shirt zu sehen und er zeigt selbst auch drauf,
was da noch zu erblicken ist.
Zereo
Killer: „Weil Robert Breads ist CANADAS
BEST!“
Auch
wenn sie sich tatsächlich zum größten Teil ihrer
Karrieren bekriegten, so kann man an seinem Blick erkennen, dass
diese Respektsbekundung echt ist. Zereo Killer erweist ihn auf
seine Art und Weise die größte Ehre.
Zereo
Killer: „Du bist einer der besten, wenn nicht der beste
Wrestler, mit dem ich jemals in den Squared Circle gestiegen bin.
Danke, dass du nicht nur die GFCW, sondern auch diesen Sport, den
wir alle lieben, mit deinen Leistungen im Ring und auch am
Mikrofon bereichert hast.“
Der
Blick weicht nicht von der Kamera, bedächtig beginnt er zu
klatschen und zeigt noch ein letztes Mal auf sein selbst
kreiertes T-Shirt.
Zereo
Killer: „Robert Breads –
Canadas Best!“
Langsam
fadet die Kamera im Anschluss wieder aus. Die Rede des
Amerikaners hat das Publikum in der Dortmunder Westfahlenhalle
dazu bewegt aufzustehen und ebenfalls zu klatschen. Ein schöner
Moment zweier Rivalen.
Danke
für dich und deine Beiträge in der GFCW – von
ganzem Herzen!
Pete:
„Oh Mann, was wir heute schon alles erleben durften.
Matches, Titelwechsel, Wendungen, Spannung, Niemand kann der GFCW
das Wasser reichen! Sven, wir sind tatsächlich die Besten,
oder?“
Sven:
„Da muss ich dir absolut Recht geben, mein Guter. Und auch
wenn wir uns oft nicht einig sind, wer den Sieg verdient hat, ich
bin dennoch sehr froh, dass du an meiner Seite moderierst.“
Pete:
„Und ich dachte, es würde erst nach dem Main Event
emotional werden, doch ich beginne
jetzt schon mit dem Rumheulen.“
Sven:
„Tja, ein bisschen wehmütig bin ich a… was ist
denn jetzt los?“
In
der Dortmunder Westfalenhalle wird es plötzlich unruhig,
denn kurz vor dem Hauptkampf geht das Licht komplett aus. Ist das
ein Stromausfall?
Pete:
„Meine Damen und Herren, ich weiß, Sie können
uns nicht sehen, doch ich hoffe, dass Sie uns hören.“
Sven:
„Wir haben absolut keine Ahnung, was hier nun gerade
passiert. Wir tappen sprichwörtlich im Dunkeln.
Pete:
„Was für ein tolles Wortspiel.“
Auch
das Publikum wird immer unruhiger. Sie versuchen mit ihren
Smartphones etwas Licht in die Sache zu bringen, doch mehr als
einen Glühwürmchen-Effekt können die 14.000
anwesenden Wrestlingverrückten nicht auslösen.
Plötzlich
ein schwaches, flackerndes Spotlight, welches leicht rosa zu sein
scheint, ist zu sehen… die aktuell einzelne Beleuchtung
bewegt sich in Richtung Ring, bis dieser vom schwächelnden
Licht komplett eingedeckt wird. Es wird wieder schwächer,
sodass man wieder kaum etwas erkennen kann. Im Ring scheint sich
aber etwas getan zu haben. Dann fällt es von einem Moment
auf dem Anderen wieder aus. Die Stimmen der GFCW sind wieder zu
hören.
Sven:
„Was zum Geier ist das?“
Pete:
„Es ist schon sehr seltsam, was hier gerade abgeht, wir
können weiter Rätsel raten, so wie es aussieht.“
Sven:
„Mir machen die Fans langsam Sorgen, ihre Unruhe wird immer
deutlicher spürbar.“
Pete:
„Ach komm schon, die GFCW Crew ist die beste Crew der Welt,
die bekommen den technischen Fehler hundertprozentig wieder in
den Gri…“
Knallpinke
Lichtkegel sind auf den Squared Circle gerichtet! Ein Teppich
wurde ausgerollt und wird in der Vogelperspektive von einer
Kamera an der Hallendecke aufgefangen!
Der
Ring ist mit einem E.F.A. – Entertainment For Adults –
Teppich bedeckt und man kann eine wunderschöne, zierliche
Dame mit pechschwarzem Haar erkennen! Die Kamera switched zu
einem anderen Angle, sodass man der Frau fast schon unter das
kurze, knappe, schwarze Cocktailkleid blicken kann. In der Mitte
des Gevierts ist ein strammstehender Penistisch aufgebaut. An
dessen Spitze befindet sich ein Tableau mit einem pinken Mikrofon
drauf! Die Dame stöckelt ein, zwei Schritte auf den
speziellen Tonverstärker zu und nimmt ihn kräftig mit
beiden Händen. Dabei ist fast schon ein leises Stöhnen
zu vernehmen, ehe sie den Schallwandler zu ihren aufgespritzten
Lippen fährt.
Heiße
Schnitte mit aufgespritzten Lippen im engen Cocktailkleid: „Für
den Fall, dass es jemand vergessen hat: Ich bin die Gastgeberin
der besten Talkshow, die es jemals in der GFCW gegeben hat: Mein
Name ist EVA und das ist E.F.A. – ENTERTAINMENT FOR
ADULTS!!!“
Wie
könnte man diese Talkshow vergessen? Das Publikum rastet
aus, warum auch immer!
EVA-Chants!
Naja,
Eva sieht wirklich heiß aus, wie damals auch, nur hat hier
und dort der Doktor ein wenig nachgeholfen. Sie erinnert ein
wenig an eine nicht so absolut verbrauchte, verw*chste
P*rn*darstellerin – darf man das so
schreiben? Ja, das darf man, wenn man weiß, wer hier bald
zum Ring kommen wird #Spoileralarm – nur eben
besser, frischer, und das tolle Makeup trägt auch einiges
dazu bei.
Eva:
„Vielen Dank, ihr Süßen, ich werde euch alle
nach der Show kennenlernen, versprochen! Wuhuu!!!“
Küsschen
geht in Richtung der Fans, männlich, weiblich, oder auch
sonstiges Geschlecht, vollkommen egal.
Eva:
„Aber jetzt geht es nicht um mich, denn der große
Augenblick ist gekommen!!“
Mit
einem Fingerzeig deutet sie auf die On Stage! Ein weiterer pinker
Lichtkegel ist zu vernehmen, und genau in der Mitte steht „The
horny Secretary“! Es ist tatsächlich Dirty Mary! Im
kurzen, knappen Sekretärinnen-Outfit. Dieses Cosplay scheint
sie wohl bei Ali Express gekauft zu haben! Egal, sie hat den
Körper dazu, sie könnte einen Sack Kartoffel anziehen
und würde scharf aussehen! Erfreuen wir uns doch einfach an
diesem Sekretärinnen-Outfit! Ihre strohblonden Haare hat sie
zu einem Dutt zusammengebunden, die dunkelrote Nerdbrille trägt
sie ebenfalls, wie in den guten, alten Zeiten. Und was darf auch
nicht fehlen? Genau! Ihr Klemmbrett! Denn für Alle, die es
entweder vergessen haben, oder es schlicht und einfach nicht
wussten, Dirty Mary spricht nicht, sie stöhnt!
Hello,
my Name is Dirty Mary, your Horny Secretary!
Das
war damals ihr Song, als sie zum Ring kam, bevor „er“
gekommen ist! Doch der Song wird nun nicht komplett gespielt,
stattdessen…
Ständig
wird dieser eine Satz wiederholt, immer und immer wieder, bis der
TItantron zu flackern beginnt und ein gewisses Logo zu sehen ist!
Dirty
Mary sieht sich das Logo an und schaut… ein wenig
verwirrt. Das ist offensichtlich nicht das, was sie sich
vorgestellt hat. Sie dreht sich seitlich zum Logo und richtet
ihren Kopf zur… Nunja… Spitze des „schlaffen“
Logos. Der Kameramann solle ein, zwei Schritte zurückgehen.
Dirty Mary macht nun eindeutig zweideutige Bewegungen mit dem
Kopf, immer ein bisschen vor und zurück, vor und zurück,
vor und zurück… vor und zurück… das Logo
„regt“ sich!
BIS
ES SICH SCHLUSSENDLICH FUCKING IN DER RICHTIGEN POSITION
BEFINDET!!!
Ein
lauter Knall ist zu hören, weiße Konfettis regnet es
von der Hallendecke – hoffentlich sind es Konfettis –
und die Dortmunder Halle wird absolut eingepinkt! Vertraute
perverse Klänge aus der GFCW Vergangenheit sind zu
vernehmen!
Come
on please help me Dr. Dick I need your love I feel so sick
I
need a kick and you're so big oh doctor please deep deep deeper
help
me Dr. Dick my fever's rising please come quick
I
know you know a little trick oh doctor please deep deep deeper
Come
on help me Dr. Dick come on doctor help me quick d-d-d-d-d-deeper
come
on help me Dr. Dick come on doctor help me quick d-d-d-d-d-deeper
Jaaaaa!!!!
Er ist tatsächlich da!!! Er kommt hinter dem Vorhang zum
Vorschein, trägt seinen weißen Doktorkittel, wie immer
nur oben zugeknöpft, dass bei jedem Schritt sein Höschen
rausblitzt – ein Klassiker! Dr. Dick is in the house!!! Und
die Fans freuts… seltsamerweise… irgendwie! Lange
hat man ihn nicht mehr gesehen! Er stellt sich neben Dirty Mary
und deutet einen Kuss an! Sie freut sich… doch… er
klappst ihr lieber auf den Hintern! Beinahe hätte sie das
Klemmbrett fallen gelassen, eventuell hätte es dann
schwerwiegende Konsequenzen für seine Ehefrau gegeben! Wie
dem auch sei! Seite an Seite gehen sie in den Ring und entern den
zusammen, oder so ähnlich! Der Doc rollt sich vom Mattenrand
aus so halb unter dem untersten Seil durch. Der Doktorkittel ist
dabei natürlich ganz unabsichtlich nach oben gerutscht,
sodass man sein pinkes Höschen darunter in seiner vollen
Pracht erkennen kann. Die Buchstaben „DICK“ stehen
von oben nach unten in weißer Schrift auf seinem
„Ihrwisstschon“. Dirty Mary sucht den Weg über
die Ringtreppe zum härtesten Teil des Ringes – und der
härteste Teil des Ringes ist natürlich genau dort, wo
der Doc liegt!
Sie
steht nun genau über den Kopf des Frauen-Arztes, streckt
dann ein Beinchen aus und platziert es zwischen dem obersten und
mittleren Ringseil im Ring. In dieser Position verharrt sie einen
Moment, der Doc – und auch einige Fans in der ersten Reihe
– haben so einiges gesehen. Nun bekommt sie das Okay, dass
sie den Squared Circle komplett entern darf, und der Doc rollt
sich hinterher!
Natüüüüüüüüüüüüüüüüüüürlich
muss Dirty Mary ihren Göttergatten auf die Beine helfen, und
das macht sie liebend gerne. Zur Belohnung gibt es einen Kuss,
doch diesen bekommt auch Eva! Dr. Dick ist für alle da!
Mit
dem zweiten Kuss endet auch das Theme des Mannes, der jede Frau –
auch deine – versteht und er steht genau zwischen den
beiden Sexbomben.
Das
dynamische Trio lässt die Stimmung auf sich wirken. Sie
haben mit vielem gerechnet, aber nicht mit „this is
awesome“ – Chants. Man hat sie tatsächlich sehr
lange nicht mehr gesehen, also ist diese Überraschung
durchaus geglückt.
Eva.
„Dr. Dick, Dirty Mary, es freut mich sehr, dass wir uns
heute hier versammelt haben! Du hast etwas zu verkünden,
mein lieber Frauen-Arzt! So viel weiß ich, so viel hast du
mir verraten, doch das wars. Also, was hast du uns allen zu
sagen?“
Kurz
treffen sich die Blicke von Eva und Dirty Mary.
Eva:
„Aber nicht du, du hast nichts zu verkünden, denn du
sprichst nicht, sondern…“
Ja,
Dirty Mary stöhnt lediglich. Und das gefällt allen.
Nunja, okay, den Frauen im Publikum eher weniger. Aber das ist in
diesem Moment egal – shit,
kann ich das schreiben? Klar, es handelt sich hier um Dr. Dick -
.
Der
Doc schnappt sich den speziellen Schallwandler von Eva und stellt
sich wieder perfekt zwischen blond und schwarz.
Dr.
Dick: „Ja, ich habe tatsächlich etwas zu verkünden!
Ich bin sehr froh, dass ich heute hier bin! Ich bin sehr froh,
dass meine Talkshow Entertainment For Adults eine neue Episode
erhalten wird, und zwar genau in diesem Augenblick! Und das hat
auch einen besonderen Grund!“
Er
lässt diese kryptische Botschaft einen Moment lang im Raum
stehen, ehe er seine beiden Frauen im EfA-Geviert ansieht.
Eva:
„Wa-was ist der Grund, mein lieber Doc? Spill the tea!!“
Er
schüttelt mit dem Kopf.
Dr.
Dick: „Den Tee kenn ich nicht, aber ich gebe euch nun einen
Hinweis!“
Er
entblößt sich seines Doktorkittels und präsentiert
einen perfekt durchtrainierten Body! So makellos hat man ihn noch
nie gesehen, tatsächlich sehr beeindruckend! Oberkörperfrei,
lediglich im knappen Wrestlingslip, welcher schon detailliert
genug beschrieben wurde… und…
Der
Doc blickt an sich selbst herab und spricht ins Mikrofon.
Dr.
Dick: „Uuuuuuund?? Was fällt dir heute an mir auf,
liebe Eva?“
Sie
folgt seinen Augen und versucht zu eruieren, wo seine Blicke
landen… Ganz klar, es muss sein Dingsbums sein.
Eva:
„Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der
Slip noch kleiner geworden ist, also muss dein Ding noch grö…“
Dr.
Dick: „Wrestlingboots!“
Der
Frauenklemptner fällt der Moderatorin ins Wort.
Dr.
Dick: „ Ich habe meine Wrestlingboots angezogen! Und die
Knieschoner! Ich bin heute hier…“
Wild
entschlossen geht der Doc einige Schritte nach vorn und baut sich
künstlich auf.
Dr.
Dick: „… um zu wrestlen!!!“
Oh,
wer hätte das gedacht! Der Doc kehrt heute zurück und
will wrestlen! Eine coole Überraschung zum
fünfundzwanzigjährigen Jubiläum des Frauenarztes…
ähh… der GFCW! Sein Blick wandert zur On Stage.
Dr.
Dick: „Karo Herzog, kommt zum Ring and do your job! Und ich
meine ausnahmsweise weder einen Handjob, noch einen Blow…“
Überraschend
schnell marschiert die angesprochene Unparteiische in Richtung
des Gevierts. Sie scheint nicht sehr erfreut zu sein über
die Wortwahl des Frauen-Arztes. Im Ring angekommen, stellt sie
sich dem Mann aus Busendorf gegenüber und baut sich auf.
Dr.
Dick: „Sachte, Miss Herzog. Ich will dich lediglich als
Referee haben. Aus einem einfachen Grund… ich fühl
mich wohl in der Gegend von Frauen!“
Klapse
auf die Hinterteile seiner beiden Objekte folgen simultan. Karo
Herzog widert dieses Bild an. Dafür erntet die Ringrichterin
Zusprüche aus der Crowd.
Dr.
Dick: „Ich verstehe, du bist eifersüchtig, doch hier
geht es nicht um dich, sondern um fucking, mich, hast du
verstanden! Und ich werde jetzt ein Match haben, welches du
leiten wirst, weil ich es sage!“
Dem
Publikum stößt diese Bemerkung sauer auf, dieser
Befehlston gefällt überhaupt nicht! Die Buhrufe werden
deutlicher. Der Doc beugt sich über die Ringseile in
Richtung der GFCW Galaxy.
Dr.
Dick: „Und um euch geht es auch nicht! Ich werde heute die
größtmögliche Ankündigung machen, mit der
ihr nicht gerechnet habt!!!“
Er
schaut Eva und Dirty Mary an. Mit einem harschen Ton verlangt er.
Dr.
Dick: „Entfernt den Penistisch!“
Es
wurde befohlen, es wird schnellstmöglich ausgeführt.
Lediglich
mit einer Handbewegung deutet er an, dass der E.f.A. –
Teppich entfernt werden soll. Und na klar, das sollen auch seine
beiden Ladies machen! Und das tun sie auch! Das Riesenmikrofon
weiter in seinen Händen haltend, spricht er vollen Ernstes
in die auf ihn gerichtete Kamera.
Dr.
Dick: „Es ist Zeit für den Main Event! Noch nie ist
Robert Breads auf Dr. Dick getroffen! Dieses epische Match wollte
Canadas Own für seinen finalen Auftritt warmhalten! Und gibt
es dafür einen besseren Ort, als beim fünfundzwanzig
jährigem Jubiläum der GFCW? Wohl kaum!“
Sein
Blick ist immer noch absolut fokussiert, die Miene verfinstert
sich. Er scheint sich tatsächlich auf genau dieses Match
vorbereitet zu haben. Karo Herzog sagt etwas in Richtung des
Frauenklemptners. Dieser brüllt sie an.
Dr.
Dick. „Es interessiert mich einen feuchten Dreck, dass
Thorsten Baumgärtner den Main Event leiten soll. ICH BIN IM
MAIN EVENT, ICH BIN
ROBERT BREADS FINALERGEGNER,
UND EINE FRAU SOLL DAS MATCH LEITEN!“
Ohne
Umschweife wandert sein Blick zur On Stage.
Dr.
Dick: „Und nun spielt die Musik des kanadischen Losers!!!“
Buhrufe
übertönen schon beinahe sein letztes Wort… doch
das Theme von Canadas Own wird tatsächlich eingespielt! Der
emotionale Umschwung! Die Crowd beginnt schon zu jubeln. Erwarten
wir nun tatsächlich die Ankunft von Canadas Own? Ist dieses
Match Robert Breads vs. Dr. Dick wirklich Realität?
…
Die
Musik wird plötzlich abgewürgt und jemand komplett
Anderes erscheint auf der On Stage. Es ist Joe Jobber!!! Dieser
ist mit einem Mikrofon bewaffnet.
Joe
Jobber. „Was zum Teufel soll das?“
Die
Fans rasten komplett aus! Auch wenn er der größte
Jobber der GFCW ist – er trägt seinen Job nicht
umsonst in seinem Nachnamen – so wird er dennoch als einer
der Legenden der Liga gefeiert. Unter tosendem Applaus macht er
sich auf dem Weg zum Geviert!
Joe
Jobber: „Was glaubst du eigentlich, wer du bist???“
Sich
bereits in den Ring rollend, immer noch das Mikrofon in der Hand
haltend, stellt er sich dem „Arzt“ gegenüber.
Joe
Jobber: „Wie zur Hölle kommst du nur zu dem Gedanken,
dass Robert Breads gegen dich antreten will?“
Die
Joe Rufe werden immer lauter und verbreiten sich wie ein
Lauffeuer. #samoavibes
Der
Edeljobber der GFCW blickt durch die Crowd und er bekommt
Oberwasser durch die Jubelrufe.
Joe
Jobber: „Wenn du an Robert Breads ran willst, musst du
zuerst an mir vorbei! Ich respektiere die Legende von Robert
Breads, und du…“
BÄÄÄÄMM!!!
Die
Buhrufe werden immer lauter und lauter, denn der Frauen-Arzt hat
Joe Jobber mit dem Mikrofon niedergeschlagen! Eva und Dirty Mary
verschwinden aus dem Ring. Dr. Dick blickt mit weit aufgerissenen
Augen zu Karo Herzog!
Dr.
Dick: „Läute das Match an!“
Sie
schaut fragend zwischen dem Doc und den am Boden liegenden Joe
Jobber hin und her. Sie schüttelt mit dem Kopf.
Dr.
Dick: „Läute das verdammte Match an!“
Brüllt
er die Unparteiische an… Sie will wieder verneinen, doch
Joe Jobber ruft ihr zu, während er in eine Ringecke
krabbelt. Es ist okay… Joe Jobber kann, wird und will
kämpfen!
Sie
zögert, doch sie tut es. Sie läutet das Match an!
Singles
Match: Dr. Dick vs. Joe Jobber
Referee: Mike Gard
Sven:
„Kannst du es glauben, wie sich diese Szene entwickelt
hat?“
Pete:
„Das ist tatsächlich unglaublich! Der Doc wollte
das größte Match seiner Wrestlingkarriere haben,
dafür ist er zurückgekehrt, und was bekommt er? Er
bekommt Joe Jobber!“
Sven:
„Tja, und dieser muss nun seinen Namen alle Ehre
machen, wie es aussieht!“
Kaum
hat sich Double J an einer Ringecke hochgezogen, kaum ist das
Match angeläutet, rennt der Frauen-Arzt unter großer
Antipathie auf seinen Gegner zu!
RUNNING
CORNER DICK BOOT!!! VOLLTREFFER!!!
Der
hat voll gesessen! Der Edeljobber der GFCW torkelt ein bis
zwei Schritte in Richtung Mitte des Ringes und fällt
dann auf die Matte. Dr. Dick ist im Rage-Modus und lässt
keine Sekunde ungenutzt! Er macht sich auf das Top Rope wirkt
sehr konzentriert! Keine Provokationen in Richtung des
Publikums, keine obszönen Gesten in Richtung seiner
beiden Frauen, die außerhalb des Gevierts
herumstöckeln, nein. Er will Joe Jobber fertig machen!
Er hat ihn seines Momentes beraubt!
TOP
ROPE DICK SPLASH! PERFEKT AUSGEFÜHRT!
Sven:
„Egal was man von seiner Art hält, er scheint das
Wrestling nicht verlernt zu haben.“
Pete:
„Das stimmt wohl, aber der folgende Pinversuch war
lediglich ein Near Fall, auch wenn es ein superknapper
Kick-Out von Joe war!“
Dr.
Dick schaut verärgert in Richtung von Karo Herzog. Sie
macht deutlich, dass er die Schulter hochbekommen hat. Doch
wenn es nach dem Frauen-Arzt geht, ist das das Einzige, was
er heute noch hochbekommt.
Pete:
„Hey Sven…?“
Sven:
„Ja?“
Pete:
„Bilde ich mir das ein, oder hat sie ein wenig
langsamer gezählt als sonst?“
Sven:
„Meinst du? Wäre mir nicht aufgefallen.“
Der
Doc macht allerdings unbeirrt weiter und schnappt sich die
Beine seines Gegners. Er setzt zu einem Figur Four Leg Lock –
oder in seiner Sprache „F-F-L-F – F*cker Four
Leck F*uck - an. Doch weiter als bis zum Ansatz kommt er
nicht. Denn der Jobber wehrt sich mit einem Tritt in den
Allerwertesten!
Die
Fans gehen mit Joe Jobber mit, welcher sich wieder auf die
Beine kämpft, doch der Doc hat schon wieder die
Oberhand.
50
SHADES OF DICK!!!
EINMAL,
ZWEIMAL… DREIMAL!!!
Mit
jedem Inverted Atomic Drop werden die Buhrufe lauter. Karo
Herzog geht dazwischen, als Joe Jobber auf die Knie muss. Mit
Schmerz verzerrtem Gesicht hält er sich das Gemächt,
macht aber deutlich, dass er nicht aufgibt. Der Doc spaziert
lockerlässig auf den sich auf den Knien befindenden
Opponenten zu und… haut ihn mit einem Hüftschwung
– also auch mit seinem besten Teil – auf die
Matte.
Pete:
„Um Gottes Willen wie respektlos war denn das?“
Sven:
„Mich würde wohl eher interessieren, wie er diesen
Move wohl nennt?“
Das
selbstgefällige Grinsen wird mit lauten Rufen vom
Publikum gegen den Doc quittiert, doch das hindert dem
zweifachen GFCW Intercontinental Champion nicht daran, dass
er den Sack jetzt zumachen will. Er zieht seinen Gegner an
den Haaren zu einer Ringecke und positioniert ihn für
den Dick Explosion!
Pete:
„Will er gegen Joe Jobber tatsächlich den
Shattered Dreams zeigen?“
Sven:
„Dick Explosion!“
Pete:
„Ach ja… Dick Explosion… oh mein Gott…
aber zum Glück geht Karo Herzog dazwischen!“
Sie
diskutieren! Der Move ist nicht erlaubt. Man kann den
Frauen-Arzt aber verstehen was er sagt. Er erklärt ihr,
dass es einst ein bestimmtes Match gegeben hat. Wenn er das
Match gewinnen würde – damals – dann wird
der Dick Explosion legal… Ja… Karo Herzog kann
sich tatsächlich daran erinnern… widerwillig
macht sie den Weg frei… Sie kann sich erinnern, er
habe dieses bescheuerte Match damals gewonnen… Ein
breites Grinsen ist bei Dick zu erkennen. Der Doc zeigt
obszöne Gesten in Richtung des Publikums, macht Dirty
Mary und Eva deutlich, dass es nach dem Match eine eigene
Dreierparty geben wird. In der gegenüberliegenden
Ringecke angekommen dreht er sich um und blickt dem
wehrlosten Joe Jobber in die Augen. Er rennt auf ihn zu! Der
Jobber reißt die Augen weit auf! Und es wird einen
großen Knall geben!!!
DICK
EXPLOSION!!!!!!!!!!
Ein
Raunen geht durch das Publikum, sie können es nicht
glauben, was sie zu Gesicht bekommen! Der Dick Explosion geht
komplett ins Leere!!!
Pete:
„Joe Jobber hat es tatsächlich geschafft!“
Sven:
„Das hätte ich nicht gedacht! Er ist zur Seite
ausgewichen und der Tritt ging lediglich gegen das mittlere
Ringpolster!“
Pete:
„Auch wenn es eine Polsterung in der Ecke ist…
der Doc hat sich offensichtlich weh getan!“
Sven:
„Oh mein Gott! Was passiert jetzt?“
Joe
Jobber, sitzend k.o., fasst sich ein Herz, packt den
Frauenklemptner an seinem knappen Wrestlinghöschen und
zieht ihn über sich drüber! Das ist ein
Einroller!!!
ONEEE
TWOOOOO
THREEEEEEEEEEE
….
DING…
DING… DING!!!
Sven:
„Was… was ist da eben gerade passiert?“
Pete:
„Ich kann es nicht glauben! Ist das tatsächlich
die Realität?“
Sven:
„Um Himmelswillen! Was für eine Überraschung!“
Pete.
„Joe Jobber hat ein Match bei der Jubiläumsshow
gewonnen!!!“
Sven:
„Und nun bin ich mir sicher. Karo Herzog hat definitiv
schneller gezählt!“
Pete:
„Ach Quatsch, halt die Klappe!“
Die
Crowd hält es nicht mehr auf den Sitzen! Joe Jobber hat bei
der Anniversary Show gegen Dr. Dick gewonnen!!! Karo Herzog hilft
ihn sogar auf die Beine und mit einem Lächeln im Gesicht
reißt sie seinen rechten Arm in die Höhe!
Doch
Jubel und Freude sind nur von kurzer Dauer! Der Doc ist sofort
wieder auf den Beinen und haut den Jobber mit einem weiteren Dick
Boot um!! Wie Ein Berserker setzt er sich auf die Brust des
Siegers und es hagelt viele, viele Faustschläge mitten ins
Gesicht. Anstatt wie sonst immer das Publikum spielerisch ein
wenig auf den Arm zu nehmen, setzt es nun deutliche Mittelfinger,
ehe die Faustschläge weitergehen. Das Publikum dreht
komplett durch! Jemand muss Dr. Dick aufhalten!
Nach
einigen, weiteren harten Punches lässt er von seinem Gegner
ab. Dann folgen ein paar Tritte, einer landet sogar zwischen den
Beinen. Nun zieht der sich in Rage befindende Dr. Dick Joe Jobber
zu sich hoch. Es folgt ein weiterer Tritt in die Magengegend. Der
zweifache IC Champion nimmt wieder Anlauf und…
…
plötzlich
geht in der Halle das Licht aus!!!
Sven:
„Was ist nun schon wieder los?“
Pete:
„Ich versteh es auch nicht. Was kann jetzt passieren?“
Als
die Dortmunder Westfalenhalle wieder beleuchtet wird, staunen die
Fans wiederum nicht schlecht! Plötzlich steht dem Doc ein
anderer Mann gegenüber!
Joe
Jobber sitzt in der Ecke, sichtlich angeschlagen! Der Doc weicht
einen Schritt zurück, doch die Riesenpranke von THE GODLIKE
umfasst den Hals des Frauenklemptners!
Pete:
„Der Bruder von Zereo Killer, The Godlike ist hier!“
Sven:
„Unfassbar! Wie lange haben wir den nicht gesehen?“
Der
unverkennbare Glatzkopf und Bruder von Zereo Killer setzt zu
seinem Finishing Move an!
CHOKESLAM
MIT EINER HAND! VOLL DURCHGEZOGEN!!!
Der
Doc landet krachend in der Ringmitte und unter großem Jubel
hilft The Godlike Joe Jobber auf die Beine! Nun ist es der Hüne,
der Double Js Arm in die Höhe reckt und gemeinsam lassen sie
sich vom Publikum feiern.
Sie
verlassen zusammen den Ring und klatschen bei den Fans in den
ersten Reihen ab, ehe sie im Backstagebereich verschwinden.
Ein
kurzer Switch folgt ein letztes Mal in den Ring. Der Doc liegt
regungslos in der Mitte des Squared Circles. Eva setzt sich auf
den Doc drauf, als würde sie ihn „wachreiten“
wollen, während Eva das Klemmbrett in eine Kamera hält.
Mit
diesem Bild und einem Verliererdaumen nach oben findet diese
verrückte Szene ein Ende.
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GOAT
Gauntlet - Robert Breads Retirement Match: Robert Breads
vs ???
Referee: Thorsten
Baumgärtner
WUNDERKIND
Während
das Intro von Five Finger Death Punch’s „The
Bleeding“, dem ersten Theme Song des Kanadiers, durch
die Halle jault, sehen wir Clips aus der GFCW-Geschichte.
Brainwashed
2009, live aus Seoul: Ein 29-jähriger Kanadier fügt
sich bei seinem Debüt nahtlos in die Promotion ein, als
er grundlos den Interviewer anbrüllt.
Zwei
Wochen später, erster Sieg.
Zwei
Wochen später, erster Draw.
Zwei
Wochen später, erste Niederlage.
Der
letzte Abwärtstrend für lange Zeit.
Mit
Ironman formt er IronBreads und wird zum Tag Team Champion.
Später, mit Emilio Fernandez, Christine Brooks und
Skillet, das Stable Dicio. Vom Partner des World Champions
zum klaren Frontmann in nicht einmal sechs Monaten.
Erste
Duelle mit Eric Fletcher um den Intercontinental Title.
Der
erste Kampf mit Jimmy Maxxx. Der erste Sieg gegen Jimmy
Maxxx.
Immer
wieder Sid The Scum und Cashew, inmitten von Bierflaschen,
albern und gleichzeitig brutal.
Ein
Jahr nach dem Debüt, Brainwashed 2010, der Sieg im No. 1
Contender Match für den GFCW World Title. Die Karriere
ist so jung, und doch fühlt es sich fast überfällig
an.
Breads
verletzt den amtierenden Champion J.T.K.. Titel vakantiert.
Erst soll Breads gegen ein Hühnchen kämpfen. Dann
werden es stattdessen gleich drei Männer. Er hat am
Abend der geplanten Krönung zuvor noch ein weiteres
Match.
Das
Unvermeidbare stellt sich dennoch ein.
Dezember
2010, Robert Breads, GFCW World Champion.
TOPSTAR
Der
Song wechselt, geht fließend in „Einer gegen
Alle“ von Samsas Traum über.
15
Jahre zuvor: GFCW 10th Anniversary Show, Robert Breads
besiegt Danny Rickson im Main Event. Im
Sommer verliert er den Titel an Rickson.
Kämpfe
mit Aya, Pavus Maximus, Marc Millberg, Fireball Hikari und
Rebel called Hate.
Sieg
gegen Jimmy Maxxx. Sieg gegen Jimmy Maxxx. Sieg gegen Jimmy
Maxxx.
Die
Rivalität mit Claude Booker, dem GFCW-Gründer.
Brainwashed 2011: Breads kickt den Präsidenten aus
seiner eigenen Liga.
Was
folgt ist keine Revolution, sondern Chaos und beinahe der
Niedergang. Breads verschwindet. Dynamite kommt zurück.
Breads kommt zurück.
„…und
schon ist die GFCW wieder interessant.“
Die
nächsten Kämpfe gegen Eric Fletcher, diesmal um den
World Title. Wieder behält Fletcher die Oberhand.
Zum
ersten Mal: Eine echte Krise für Breads. Nichts, was er
nicht überwinden wird.
Erstes
Duell mit Dean Welkey – gewonnen. Erstes Duell mit
Zereo Killer – gewonnen. Title Night Main Event auch
ohne Titel um die Hüften, und das nicht zum letzten Mal.
2013
ist Wahnsinn. Die GFCW verliert kollektiv den Verstand.
Breads kämpft mehr als einmal um den World Title, aber
kommt nicht an Lex Streetman vorbei. Er kämpft an der
Seite von Danny Rickson. Er kämpft wieder gegen
Danny
Rickson.
Diesmal
verliert Breads und verlässt die GFCW.
Comeback,
über ein Jahr später.
Neue
große Namen: Jason Crutch, Lionel Jannek.
Beide
geschlagen. Zweiter Run mit dem World Title.
Jason
Crutch Invitational: Team Breads schlägt den Namensgeber
in seinem eigenen Match.
Alter
großer Name: Zereo Killer.
Endstation
für Robert Breads. Es bleibt bei einem einzigen Sieg
gegen Mike MacKenzie. Titelverlust.
Das
Duo mit Marvin Percio. Kein Tag Team Title für das
Super-Team, aber ein Sieg im größten
Crossover-Match der GFCW-Geschichte.
Title
Night 2015: Das vorläufige Ende.
EROBERER
„Big
Rings“ ertönt und untermalt diesen Abschnitt. Zu
diesem Zeitpunkt ist Robert Breads im Begriff, sich eine
zweite Promotion gefügig zu machen. Die PCWA wehrt sich
mit allem, was sie hat.
Und
kann ihn doch nicht aufhalten.
Der
Anfang, 2011, im Brawlin‘ Rumble als amtierender GFCW
Champion, Finish in den Top 5. Ziemlich gut und auf keinen
Fall genug.
Er
teamt mit Wiley Cuts. Er besiegt Patricia Selladore. Er
spricht der Promotion ab, Wrestling zu sein.
Streicht
das W aus dem Namen: Nur Breads repräsentiert, was er
für richtig hält.
Die
heftigen Schlachten mit Kriss Dalmi, der Sieg im Quest For
The Best über Azrael Rage, der gemeinsame Sieg im
Brawlin‘ Rumble mit Grizz Lee.
Robert
Breads als PCWA Cryption Crown Champion. Robert
Breads als PCWA Cotatores Champion. Robert
Breads als PCWA Undisputed Gerasy Champion.
Augenrollend
neben NEON LOVE. Pleite gegen Mad Dog, Unentschieden gegen
Mad Dog, Sieg gegen Mad Dog. Face
To Face mit Eleven.
Stevie
van Crane, Robert Barker, Kevin Sharpe.
Gegen
Legenden gekämpft, um eine Ikone zu werden.
IKONE
„Bow
Down“ von I Prevail, der aktuelle Theme Song von Robert
Breads, beginnt zu spielen.
Er
dachte einst, sollte er je wieder einen Fuß in seine
alte Heimat setzen, würde er nicht darum bitten müssen,
dass Leute niederknien.
Falsch
gedacht.
Die
Rückkehr vor fünf Jahren, GFCW 20th Anniversary
Show. Ein letzter Versuch, Zereo Killer ein zweites Mal zu
schlagen. Ein weiteres Mal scheitert Robert Breads.
Der
Strom der Zeit fließt nur in eine Richtung und macht
für niemanden eine Ausnahme.
Matches
um den GFCW Intercontinental Title gegen Raymond Douglas und
Drake Nova Vaughn. Der letzte fehlende Titel bleibt ihm
verwehrt.
Voller
Einsatz für die Nachwuchsförderung. Nicht jeder
große Spieler ist auch ein großer Trainer.
Ricksenburg
ist ewig. Robert Breads ist es nicht. Wieder eine
Herausforderung, die er nicht meistert.
Matches
gegen die Children of Wrath. Matches
gegen Leviathan. Matches
gegen den Förderkader.
Sein
Jubiläumsmatch gegen Ask Skógur verliert er. Sein
letztes World Title Match gegen The End verliert er. Sein
Geburtstagsmatch in der eigenen Heimatstadt gegen Kyle
Douglas verliert er.
Eine
Dekade später heißt es zum zweiten Mal Jason
Crutch Invitational. Breads leitet erneut ein Team an. Er
endet als Nebendarsteller auf der Verliererseite.
Ein
verzweifelter Griff nach der Relevanz alter Tage: Die Lerbitz
Performance Group. Schamlos, verlogen und rücksichtslos.
Aiden
Rotari nimmt ihm den Platz an der Spitze weg. Aiden Rotari,
sein alter Schüler. Aiden Rotari, sein alter Partner.
Aiden Rotari, jetzt sein Anführer.
Robert
Breads folgt niemandem. Nicht einmal Aiden Rotari. Vor
allem nicht
Aiden Rotari.
Er
zerstört, was er mit aufgebaut hat. Marc Hill endet. Das
Sprachrohr endet. Aiden Rotari endet.
Ein
letztes Blutbad vor der Ehrenrunde.
Alles,
um heute hier zu sein.
Als
Robert Breads, die Legende. Als Robert Breads, der Tyrann.
Als Robert Breads, der Mythos.
Als
Robert Breads, die Ikone.
Die
Chromatics stellen die musikalische Untermalung für den
letzten Entrance einer illustren, kontroversen und heute
endenden Karriere. Das Licht in der Halle wird gedimmt,
während die Lautstärke der Musik ansteigt. Rote und
weiße Scheinwerfer fungieren als Sehhilfe und sorgen
für Atmosphäre.
Er
tritt auf die Stage. Das lichter werdende Haar hat mehr als
nur ein paar graue Strähnen. Der Bart ist ordentlich
gestutzt. Die Wrist Tapes sitzen fest. Eine lange, schwarze
Hose mit goldenen und roten Details darauf steckt in
denselben Stiefeln, mit denen der größte
Shitkicker der GFCW-Geschichte seinen Weg ganz nach oben und
ganz nach unten bestritten hat.
Robert
Breads starrt an die Hallendecke und bläst die Backen
auf. Er hat so viel erlebt: Der Main Event der ersten
Anniversary Show, mehrere Title Night Main Events, World
Titles in zwei Promotions, Wrestler des Jahres in zwei
Promotions. Er hat gegen die Besten der Besten gekämpft,
unter allen möglichen und teils schier
unmöglichen
Bedingungen, und doch wirkte nichts so schwer für ihn
wie dieser Moment, als Breads versucht, nicht die Fassung zu
verlieren.
Der
Kanadier senkt das Kinn, und sein Versuch, cool zu bleiben,
scheitert bereits im Ansatz, als er sich ein Lächeln
nicht verkneifen kann. Seine Augen glänzen im
Scheinwerferlicht.
Pete:
„Wir sind am Ende. Naja, noch nicht ganz: So gut wie.
Meine Damen und Herren, alle innerhalb und außerhalb
des Gender-Spektrums: Was jetzt folgt ist das letzte Match in
der Karriere eines der größten Männer in der
Geschichte dieser Promotion.“
Sven:
„Für alle die, die es nicht wissen: Breads hat
sich dieses Match gewünscht. Ein Gauntlet Match, jeweils
drei Minuten Time Limit, und ohne zu wissen, welche Gegner
oder wie viele auf ihn warten.“
Pete:
„Breads hat dem Office eine Liste gegeben. Ich kann
sagen, dass einige Männer von dieser Liste in der Halle
sind. Andere sind es nicht. Aber wer genau hier und heute
Abend als einer der letzten Gegner von Robert Breads
auftauchen wird… das weiß nur unser Office.“
Sven:
„Wir wissen es nicht, und auch Breads selbst weiß
es, auf eigenen Wunsch, nicht. Natürlich können wir
uns einige Namen denken, die wahrscheinlich sind. Wenn wir an
die Karriere von Robert Breads denken, kommen einem gleich
bestimmte Leute in den Sinn, die aufkreuzen könnten.“
Pete:
„Das ist immerhin die letzte Chance, noch einmal - oder
zum ersten und
letzten
Mal - mit Robert Breads in den Ring zu steigen.“
Sven:
„Wir werden sehen, wer sie wahrnehmen wird. Seine
Abschiedsrede hat er vor sechszehn Tagen schon gehalten. Wer
ist Teil seines Abschieds im Ring?“
„Canada’s
Own“ lässt sich Zeit. Während er die Rampe in
der Westfalenhalle entlang schreitet, blickt er in die ersten
Reihen der anwesenden Zuschauer. In den letzten Wochen ist so
einiges passiert. Eine entspannte Reise zum letzten großen
Kampf ist ihm nicht vergönnt gewesen. Es gibt allerlei
Gründe, Robert Breads heute Abend nicht zuzujubeln.
Und
einige wenige tun das auch nicht. Die Buhrufe gehen im
allgemeinen Lärmpegel unter. Die nach unten gestreckten
Daumen sind auffällig, weil sie selten sind.
Am
Ende des Tages ist es wie so oft bei einem
Wrestling-Retirement: Nicht vergessen,
aber verziehen.
Am
Ring angekommen sieht Breads sich ein weiteres Mal um, ehe
er, statt direkt die Ringtreppe ins Seilgeviert zu nehmen,
den langen Weg nimmt, und um den Squared Circle herum
marschiert.
Ihm
fällt eine blonde Frau mit Grundschulkind und Ehemann an
der Seite auf, der er zögerlich zuwinkt. Ehrliche
Verwirrung tritt auf sein Gesicht, als jemand mit einem
selbstgebastelten „PCA Wrestling Title“ herum
wedelt. Halb genervt, halb amüsiert presst Breads die
Lippen zusammen und zieht die Augenbrauen hoch, als jemand in
antikem Jimmy Maxxx Merchandise wüste Pöbeleien von
sich gibt.
Sie
alle haben eine andere Geschichte, sie alle haben ein anderes
Bild von Robert Breads. Es gibt so viele Arten, ihn zu sehen,
so viele Gründe, ihn zu verehren oder zu verabscheuen,
und jeder dieser Menschen hat seine ganz eigene Beziehung zum
Hall of Famer.
Er
steigt die Stufen hoch, um die Arena seines letzten Kampfes
zu entern.
FOR
THE LAST TIME
Zwischen
dem zweiten und dritten Ringseil steigt er hinein, ein wenig
vorsichtiger als er das früher einmal getan hat, doch
noch immer mit der Routine eines Mannes, der nach Hause
kommt. Der Ring der GFCW fühlt sich heimischer an als
irgendein Gebäude es je könnte.
FOR
THE LAST TIME
Die
Stimme von Ruth Radelet begleitet das Ende des
unwiederbringlich finalen Einzugs von Robert Breads.
FOR
THE LAST TIME
Breads
stößt ohne jede Subtilität Luft aus. Mit der
rechten Hand fährt er sich durchs Haar, bevor er Referee
Thorsten Baumgärtner zunickt und den linken Arm in die
Höhe streckt. Er wirkt beinahe verloren, ob der Gravitas
dieses Moments nun wohl doch ein wenig überfordert, und
scheint nicht so recht zu wissen, ob er eine Faust ballen
oder winken soll. Sei’s drum: Seine leicht seltsame
Geste ruft Jubel beim Dortmunder Publikum hervor.
FOR
THE LAST TIME
Die
Musik wird leiser gedreht, als unsere Ringsprecherin Laura
neben den Kanadier tritt. Sie hat sich passend zum Anlass in
ein rot-weißes Kostüm geworfen- Breads reckt einen
Daumen nach oben und tritt danach zwei Schritte zurück,
in eine der Ringecken. Er überlässt Laura die Mitte
des Rings, alle Augen auf ihr.
Laura:
„Das folgende Match ist der Maaaaaaaain Event der GFCW
25th Anniversary Show!“
Erneuter
Jubel. Referee Baumgärtner senkt nach einem Räuspern
den Kopf und kratzt sich an der Nase.
Laura:
„Es ist das letzte Match in der Karriere des zweifachen
GFCW World Champions, GFCW Tag Team Champions, des vierfachen
Wrestler des Jahres, des PCWA Undisputed Gerasy Champions,
des zweifachen PCWA Cryption Crown Champions, des PCWA
Cotatores Champions, des Siegers des Brawlin’ Rumble,
des Siegers des Quest For The Best, des GFCW Hall of Famers…
Rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrobert
Brrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrreads!“
Diesmal
probiert er es gar nicht mit irgendeiner Geste, Breads lässt
die Reaktion einfach über sich hineinbrechen.
Schmunzelnd scharrt er mit den Füßen, während
er sich mit dem Unterarm die Augenpartie reibt.
Laura:
„Es folgt eine Reihe von Matches, eins gegen eins.
Jedes Match hat ein Zeitlimit von drei Minuten. Robert Breads
wird nacheinander gegen ausgewählte Gegner antreten.
Dabei ist es gleich, ob er das vorherige Match gewonnen oder
verloren hat, oder ob es im Draw geendet ist. Das Gauntlet
endet erst, wenn er alle von unserem Präsidenten
festgesetzten Gegner bekämpft hat.“
Die
Crowd murmelt sich unkoordiniert dutzende von Namen zu.
Laura:
„Der erste Gegner im GOAT Gauntlet wird Ihnen
präsentiert von der Lerbitz Performance Group.“
Mit
einem Mal zuckt der Kopf von Breads nach oben.
Pete:
„Die LPG? Haben die sich etwa in sein letztes Match
eingekauft? Das muss ordentlich Geld gekostet haben.“
Sven:
„Vielleicht hat die Entrepreneurin es als rentabel
erachtet, Teil dieses riesigen Spektakels zu sein. Oder aber
sie lässt es sich ordentlich etwas kosten, Breads noch
einen reinzuwürgen - obwohl, das passt nicht so wirklich
zu ihr. Aber was könnte-“
Pete:
„Das ist der Theme Song vom Pigster!“
Sven:
„Weder Mike Müller noch Maximilian Lunenkind
wollen noch etwas mit der LPG zu tun haben. Was geht hier vor
sich?“
Das
möchte wohl auch Robert Breads wissen, der beide
Unterarme auf dem Top Rope ablegt und mit leicht geöffnetem
Mund in Richtung der Rampe starrt. Gleißend weißes
Licht macht es beinahe unmöglich, etwas auszumachen.
Und
doch sieht man, dass man nichts sieht.
Niemand
kommt heraus.
Etwas
kommt
heraus.
Das
Monstrum entert die Arena im Rückwärtsgang.
Auf
gigantischen Monstertruckreifen wurde ein klappriger, nicht
besonders stabil wirkender VW-Bus montiert. Die Beleuchtung
wird runtergefahren. Wir können Details ausmachen.
Mit
dem Heck voran fährt die Abscheulichkeit auf die Rampe.
Es knattert so laut, dass man es über den Theme Song
hören kann.
Pete:
„Was auch immer die LPG für einen Spot in diesem
Match hingeblättert hat, beim Personal haben sie ganz
offenkundig gespart.“
Sven:
„Würde mich nicht wundern, wenn die Jungs das
umsonst machen, damit sie hier dabei sein dürfen.“
Am
Steuer des motorisierten Gräuels sitzt der langjährige
GFCW-Jobber Hunk, sich wohl nicht zu schade, sich für so
eine Aktion herzuschenken, wenn es einen Spot vor den Kameras
bedeutet. An jeder Flanke des Busses hängt ein anderer,
dem langjährigen GFCW-Fan bekannter Mann, sich jeweils
mit einer Hand festklammernd. Auf der linken Seite baumelt
Mr. Sleepwalker vom Bus herab und wedelt mit einer Fahne
umher, auf der eine Hot Wheels Version eben dieses Fahrzeugs
als Sammlerstück für unschlagbare 2.499,99 €
angeboten wird. Ihm gegenüber, auf der rechten Seite des
Fahrzeugs, ist Parn, der ein Schild mit „RABATT-CODE:
BREADSSUCKT – 0,25 % AUF AUSGEWÄHLTE ARTIKEL“
in die Höhe reckt. Beide Männer tragen Rücksäcke.
Der
Bus ist vollkommen weiß lackiert worden, um dann über
und über mit QR-Codes versehen zu werden. Dieser aus der
Ferne wie ein Dalmatiner-inspirierter Look wirkende Aufzug
sorgt dafür, dass jeder, der sein Smartphone auf diese
absurde Szene richtet, aus egal welchem Winkel, aus egal
welcher Distanz, direkt einen Link zum LPG-Shop zur Verfügung
gestellt bekommt.
Pete:
„Das ist eine… ähm, interessante Art, die
Sache anzugehen. Man vergebe mir die Pointe, aber ich fühle
mich fast ein bisschen überfahren.“
Sven:
„Weißt du, wer auch von einem VW-Bus überfahren
wurde? Deine Mut-“
Krächzend
kommt der Wagen wenige Meter vor dem Ring zum Stillstand. Die
gewaltigen Räder überragen die schwarz-weiße
Blechbüchse beinahe. Während Hunk auf dem
Fahrersitz gut sichtbar die Handbremse anzieht, hüpfen
Parn und Mr. Sleepwalker von dem Ungetüm herunter. Sie
hasten zur Hinterseite des Busses, welche nun dem Ring
zugewendet ist, und jeder reißt eine der beiden
Hintertüren auf.
Ein
gewaltiges, muskulöses Schwein springt heraus.
Viel
zu enge pinke Hosen betonen massive Oberschenkel. Ein ebenso
pinkes Fischnetz-Oberteil bedeckt quasi nichts. Pinke
Handschuhe enden in schwarzen Fingerspitzen, die wohl Hufe
darstellen sollen. Pinke Stiefel enden in schwarzen Zehen,
die eine ähnliche Funktion haben dürften. Eine
pinke Maske zeigt ein wütendes Schwein mit gewaltigen
Hörnern an der Seite seines Kopfes, die zu einem anderen
Tier gehören.
Laura:
„Der erste Gegner im GOAT Gauntlet…
Humaaaaaaaaaaaaaaaan Piggalooooooooooooooo!“
Der
frühere Human Buffalo scheint eine neue Berufung
gefunden zu haben. Man kann sein Gesicht unter der Maske
nicht ausmachen, doch er hat es Breads zugewendet, der sich
ein amüsiertes Schnauben erlaubt. Parn und Mr.
Sleepwalker schlagen die Türen des Wagens zu, woraufhin
sich Human Piggalo wie auf ein geheimes Zeichen sofort
umdreht. Begierig beugt er sich nach vorn, das Gesicht nun
direkt vor dem Auspuff des Gefährts. Hunk nimmt den Gang
raus und hämmert brutal auf das Gaspedal ein.
Der
rosafarbene Riese reagiert mit euphorischem Quieken, als er
von einer dunklen Wolke Abgase eingehüllt wird. Parn und
Mr. Sleepwalker schreien schamlos in das weite Rund, dass der
Klimawandel nicht real sei. Sie öffnen ihre Rucksäcke.
Parn
wackelt um den Ring herum und arbeitet sich durch die erste
Reihe. Dort verteilt er knallig-pinke Vape Pens, deren
durchsichtige Plastikverpackung in einer zusätzlichen
durchsichtigen Plastikverpackung steckt, um möglichst
viel nicht abbaubaren Abfall zu verursachen. Auf der anderen
Seite verschenkt Mr. Sleepwalker Gutscheine für
Fluggesellschaften, um die Leute zu animieren, mehr zu
fliegen, und so die Atmosphäre zu verpesten.
OIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINK!
Mit
einem euphorischen Geräusch reißt Human Piggalo
seinen Kopf hoch, nachdem er sich an den umweltschädlichen
Dämpfen berauscht hat. Sein Kampfschrei klingt als würde
man Styropor aneinander reiben. Er slidet in den Ring. Die
Musik verstummt. Hunk beobachtet das Geschehen im Rückspiegel
seines Gefährts.
Die
Glocke läutet.
Human
Piggalo hechtet ohne Rücksicht auf Verluste los. Er
überragt Breads um mindestens zehn Zentimeter und bringt
einige Kilo mehr auf die Waage, das meiste davon Muskeln. Er
wirft sein gesamtes Gewicht in einen Tackle, der ins Leere
geht, als Breads vollkommen problemlos aus dem Weg tritt. Der
Schweine-Humanoid stürmt irritiert am Kanadier vorbei,
ein panisches Grünzen auf den nicht sichtbaren Lippen.
Er versucht sich noch abzufangen und zu bremsen, doch seine
mangelnden kognitiven Fähigkeiten sorgen lediglich
dafür, dass er mit dem Hals auf dem Top Rope landet. Für
einen kurzen Moment scheint es, als hätte er sich auf
die peinlichst-mögliche Art und Weise selbst enthauptet.
Dann
aber wird der Gigant bloß zurückgeschleudert, und
der geneigte GFCW-Fan mag sich nach diesem wirren Auftritt
dunkel an die zentrale Eigenschaft des früheren Human
Buffalos erinnern:
Er
suckt übel.
CANADIAN
CUTTER!
Ohne
Probleme schlingt Breads die Arme um den Hals des Piggalos
und zieht ihn herunter Richtung Matte. Aus seiner Maske
dringt ein Sound, als würde man Luft aus einem Ballon
lassen, bevor die Schweinenase der Verkleidung auf dem
Ringboden plattgedrückt wird. Breads rollt Human Piggalo
auf den Rücken.
Eins…
Parn
und Mr. Sleepwalker beeilen sich, die letzten Reste ihrer
Rucksäcke in den ersten Reihen zu verteilen. Hunk löst
die Handbremse und legt einen Gang ein.
Zwei…
Breads
hebt demonstrativ mitten im Cover einen Mittelfinger in
Richtung Entrance-Bereich. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass
Entrepreneurin Lerbitz sich dazu herabgelassen hat, heute
hier zu sein, aber sicher ist sicher.
Drei!
Sieger
durch Pinfall: Robert Breads
Pete:
„Wer sich mit der LPG einlässt, kann sich nicht
über das beschweren, was gerade passiert ist.“
Sven:
„Und immerhin habe ich nun einen Vape Pen.“
Breads
richtet sich auf, tritt zwei Schritte zurück und stemmt
die Hände in die Hüften. Dann sucht sein Blick die
Männer, die um den Ring herum huschen, und Breads hebt
den linken Zeigefinger zum rechten Handgelenk, als trage er
eine Armbanduhr. Parn und Mr. Sleepwalker hasten zurück
in Richtung VW-Bus, ohne sich um Human Piggalo zu scheren.
Breads will seinen gerade besiegten Gegner genervt mit dem
Fuß aus dem Ring schieben, was, ob dessen Masse, nicht
funktioniert.
Parn
und Mr. Sleepwalker reden einander gut zu, dass die
Fokusgruppe zufrieden sein wird, wo sie doch ihre High
Quality Give Aways bei der Customer Base anbringen konnten.
Human Piggalo quietscht matt. Mr. Sleepwalker reißt die
Hintertüren des Lerbitz-Mobils auf, ehe Parn und er
einsteigen und beide Türen hinter sich zuschlagen. Hunk
fährt los.
Er
würgt den Motor ab.
Einen
Versuch später hat er es geschafft, und der blecherne
Albtraum für jeden Klimaschützer rattert von
dannen, an der Rampe vorbei, dorthin, woher er gekommen ist.
Langsam genug, damit jeder, der noch einen QR-Code scannen
will, auch ja die Zeit findet. Breads hat sich im Ring
mittlerweile Sven zugewendet und warnt ihr vor „Peachy
Pig Flavor“, darauf wartend, dass irgendwer sich um
Human Piggalo kümmert, der so langsam wieder klar zu
werden scheint. Laura, die neben den Kommentatoren Platz
genommen hat, erhebt sich.
Laura:
„Der zweite Gegner im GOAT Gauntlet…“
Licht
aus. Leinwand an. Ihr kennt den Scheiß.
Und
vielleicht kennt ihr auch den Mann:
MAX
MUSTERMANN
Die
Buchstaben des ehemaligen Gurkeneinlegers und
Myster-Spasten-Zerfickerer brennen sich für einen kurzen
Moment rot in die Leinwand ein, dann verfolgen wir in Blair
Witch Project Manier das Geschehen aus einer Handheld-Kamera:
Ein
finsterer Wald in der Nacht, unheimliche Nebelschwaden
umhüllen eine alte heruntergekommene Holzhütte. Cut
nach Drinnen, es blubbert in schauriger Umgebung bereits ein
übergroßer Kessel. Rauch steigt auf und eine alte
Hexe mit Warze auf der Nase tanzt um ihn herum während
sie Shakespeare zitiert. Dann gibt sie tanzend Drachenherz,
Trump-Strähnen und Ronaldos Tränen von der letzten
WM in die Suppe.
"Double,
double, toil and trouble; fire burn and cauldron bubble!"
Während
sie rührt, fängt die Kamera Max Mustermann ein, der
gemütlich daneben sitzt und in einem Buch mit dem Titel
„Kochbuch für Kinder“ blättert.
„Trink
diesen Trank, er verleiht dir magische Kräfte,“
kichert
die alte Hexe, füllt einen Totenschädel mit der
grünen blubbernden Flüssigkeit und reicht ihn Max
Mustermann, der interessiert daran schnuppert.
„Du
erhältst die Fähigkeit...“
die
Kamera fängt das schmierige Gesicht der alten Hexe ein,
die unheilschwangere Pause steht wie schlechte Luft im Raum..
„..
einen Running Big Boot auszuführen!“
Max
Mustermann nickt und trinkt. Unter ihm erscheint ein
JRPG-Artiger Infokasten:
Max
Mustermann lernt den Skill Running
Big Boot!
Dann
klappt er das Buch zu, bevor er plötzlich mit zwei
Schritten Anlauf die alte Hexe elegant in den Ofen hinter ihr
kickt und den Daumen nach oben in die Kamera hält.
„Zaubertrank:
Der Drink, der Magie ins Wrestling bringt! Von glücklichen
Mystery-Charakteren empfohlen!“
Die
Leinwand geht aus, das Licht wieder an. Und diesmal sehen wir
den Mann bereits am Ring. Nicht stehend, sondern rennend,
kurz bevor sich sein Fuß hebt und krachend
Bekanntschaft mit dem maskierten Gesicht von Human Piggalo,
der sich gerade aus dem Seilgeviert gerollt hatte, macht, um
ihn zurück in die Irrelevanz zu treten.
Zufrieden
nickend leert Mustermann den „Zaubertrank“ in
seiner Hand, der verdächtig nach einem Glas Gurkenwasser
aussieht und rollt sich in den Ring. Dann deutet er seinen
mächtig-gewaltigen Finger auf Robert Breads.
Max
Mustermann: „Robert Breads! Ich bin gekommen um dich
wieder zu sehen! Und jetzt sage ich… AUF WIEDERSEHEN!“
Und
versucht es direkt mit einem weiteren Big Boot. Der diesmal
jedoch ins Leere geht, weil der Kanadier ausweicht.
Max
Mustermann: „Hey! WAS SOLL DENN DAS?! Du.. Du…
DU GURKENBROT!“
Mustermann
echauffiert sich sichtlich und greift sich direkt den
Referee, um ihn durchzuschütteln.
Max
Mustermann: „Schiri, sag doch was! Der kann doch nicht
einfach ausweichen, das geht doch nicht!“
Dieser
befreit sich aus dem Griff des mehrfachen GFCW Tag Team
Champions, und weist auf seine Autorität hin, was
Mustermann ignoriert. Thorsten Baumgärtner ignoriert,
dass er ignoriert wird, und tut so, als hätte sein
Gehabe Erfolg gebracht.
Die
Glocke läutet.
Pete:
„Teil zwei des GOAT Gauntlet – Robert Breads
gegen Max Mustermann!“
Sven:
„Zwei Männer, geeint in ihrer Verachtung für
alles Mysteriöse und Geheimnisvolle. Ansonsten könnten
sie allerdings nicht viel verschiedener sein.“
Tatsächlich
gibt es gerade von keiner Seite Grund für ausufernde
Hass-Tiraden, steht doch weder ein Druide noch ein Magier
noch ein Untoter im Ring. Was nicht ist, kann zwar noch
werden, aber fürs Erste fokussiert sich Mustermann auf
den Kanadier vor ihm. Kalkulierend kneift er die Augen
zusammen und entwirft im Bruchteil einer Sekunde einen
komplexen und vielfach geschichteten Schlachtplan.
Pete:
„Running Big Boot!“
Hätte
ja klappen können. Doch Breads ist in der Lage,
abzutauchen, und Mustermann schießt diesmal sogar mit
dem Fuß über das Top Rope. „Canada’s
Own“ ist sofort hinter ihm, packt Max am Hintern und
hievt ihn über das dritte Seil auf den Apron.
Dort
kommt Mustermann mit einem „AUTSCH!“
auf,
als sein Steißbein Kontakt mit dem härtesten Teil
des Rings macht. Noch immer recht amüsiert packt Breads
locker aus dem Stand einen Soccer Kick direkt gegen die
Wirbelsäule des auf dem Apron sitzenden Mustermann aus,
der fauchend nach vorn hüpft und den Rücken
durchdrückt. Playing
The Hits von
Seiten des heute zurücktretenden Kanadiers. Noch einmal
zeigen, wer der größte Shitkicker in der
Geschichte der GFCW ist.
Und
dann, als die Crowd lauter wird, während Max sich
draußen fluchend erholt, umspielt ein leises Lächeln
die Lippen von Breads. Er nimmt Tempo auf.
So
gut er das noch kann. Auf jeden Fall geht er in die Seile, um
Schwung für einen Dive zu holen – fuck
it,
letztes Match, da kann man nochmal einen raushauen. Aber die
mangelnde Geschwindigkeit erlaubt es Mustermann, schnell
genug zu schalten und fix in den Ring zu sliden. Als Breads
aus den Seilen federt und glaubt, Mustermann noch immer
außerhalb des Ringes zu sehen, schießt Max schon
auf Breads zu. Dessen Augen weiten sich.
Sven:
„Running Big Boot!“
Aller
guten Dinge sind drei, so heißt es normalerweise. Für
Max Mustermann gilt das aber leider nicht, für den sind
aller guten Dinge vermutlich dreizehn, oder – im
schlimmsten Fall – sechshundertsechsundsechzig. Breads
muss sich zwar ein wenig würdelos und plump zu Boden
fallen lassen, statt non-chalant auszuweichen, aber dem Fuß
von Mustermann entkommt er dennoch. Wütend wirft
Mustermann dem baldigen Wrestling-Rentner einen Blick voller
Verachtung zu – wenn er schon extra diesen Move gelernt
hat, lass ihn doch wenigstens einmal treffen! – wirbelt
aber dann auf der Stelle herum, während Breads sich
gerade wieder aufrichtet, und feuert gleich die nächste
Attacke ab.
RUNNING
BIG BOOT!
Breads
fängt die Wade ab!
SMALL
PACKAGE! EINROLLER!
Eins…
Zwei...
Kick-Out!
Mustermann
reißt die Schultern von der Matte, nicht ganz bei 2,99,
aber knapp war es auf jeden Fall. Die beiden springen
auseinander, und der alternde Breads ist ein kleines bisschen
langsamer als ein Max Mustermann, der in den letzten paar
Jahren sein Bump-Konto nicht gerade ausgereizt hat.
Das
gibt Mustermann die Chance, eine Attacke zu fahren. Er hat
nur einen kurzen Moment Vorsprung, den er nutzt, um sich für
eine Aktion zu entscheiden.
RUNNING
BIG BOOT!
Und
diesmal schafft Breads es nicht mehr, sich zu ducken.
Dafür
schafft er es aber, einen Side Step zu machen, den Arm
hochzuheben und Mustermann im Vorbeirauschen mit dem Ellbogen
am Kehlkopf zu erwischen.
Das
ist nicht unbedingt hübsch anzusehen, aber effektiv. Max
knickt röchelnd ein und greift sich mit beiden Händen
an den Hals, während der Referee besorgt nach ihm sieht.
Breads wischt sich Schweiß von den Augenbrauen, dann
geht er in die Seile, um Schwung zu holen.
Und
stolpert.
Über
eine glitschige, lange, umherschnellende Zunge.
Pete:
„Da ist Lunenkind! Maximilian Lunenkind ist am Ring!“
Sven:
„Der alte Partner von Mustermann und sicherlich kein
Freund von Breads. Er ist gekommen, um Max zu helfen!“
Tatsächlich
mault sich Breads, als der glibberige Fleischlappen seinen
Knöchel attackiert. Wild gackernd steht Lunenkind am
Ring, freudig auf und ab hüpfend wie ein Goblin nach
drei Monster Energy Assault, seine Zunge im Takt einer nicht
hörbaren, aber mit Sicherheit grässlichen Melodie
auf und ab wippend. Mustermann hustet und röchelt jetzt
noch ein wenig lauter, um den Ringrichter weiter abzulenken,
und als Breads sich wieder aufrichtet, sichtlich angewidert
von der Feuchtigkeit an einem Stiefel, schnellt die Zunge
erneut nach vorne.
Breads
reißt den Fuß hoch. Lunenkind reißt die
Augen auf, unfähig seine High Speed Tongue zu stoppen.
Breads stampft auf den Boden.
Auf
die Zunge.
Lunenkind
würde schreien, wäre seine Zunge nicht gefangen.
Das Geräusch, das er von sich gibt, ist so unmenschlich
wie es unvergesslich ist, und es bringt den Referee dazu,
aufzublicken, selbst, als Mustermann einen Hustenanfall von
wahrhaft epischen Proportionen vortäuscht, um seinen
Partner zu decken.
Breads
hebt den Fuß. Der Referee schielt zu Lunenkind herüber,
hat aber keinen Eingriff gesehen. Er sieht nur, wie der
frühere Tag Team Champion jaulend rückwärts
taumelt.
Pete:
„Was für ein Zungenbrecher.“
Kopfschüttelnd
wendet sich Breads vom neben dem Ring keuchenden Lunenkind
ab, um sich wieder Mustermann zu widmen.
Doch
der sieht seine Chance gekommen. Und stoppt die
Bronchitis-Simulation.
Als
der Kanadier sich umdreht, schießt Mustermann schon auf
ihn zu. Max brüllt. Er reißt den Fuß hoch.
Und
dieses Mal weicht Breads nicht aus.
RUNNING
BIG BOOT!
Pete:
„Der Move trifft!“
Sven:
„Und Breads fällt aus dem Ring!“
Der
Jubelschrei von Mustermann wandelt sich mittendrin in ein
genervtes Stöhnen. Der Hall of Famer, von diesem
vernichtenden Move hart getroffen, ist umgekippt und zwischen
dem zweiten und dritten Seil erst auf den Apron und dann auf
den Hallenboden gepurzelt. Wütend klatscht Mustermann
einmal auf die Matte, dann aber rollt er gleich hinterher, wo
Breads – sichtlich benebelt nach diesem Volltreffer –
zu Sinnen kommt. Der Referee ermahnt Mustermann, das
Geschehen wieder in den Ring zu verlagern, doch Max ist
gerade abgelenkt.
Der
jammernde Lunenkind sitzt auf dem Hosenboden und deutet
theatralisch auf seine Zunge, welche vor seinem vor Speichel
triefenden Kinn hin und her zuckt. Man könnte glatt
Mitleid bekommen, wäre es nicht so ausgesprochen
widerlich.
Mustermann
macht zwei große Schritte und packt Lunenkinds Zunge
mit der linken Hand, indem er eine Faust darum bildet.
Lunenkind wimmert. Max reißt ihn unsanft an der Zunge
nach oben und glubscht seinen alten Partner an. „RAFF
DICH“, scheint sein Starren zu bedeuten. Thorsten
Baumgärtner fragt, was Lunenkind hier soll. Nachdem
Mustermann überaus glaubhaft versichern kann, dass
Lunenkind nur moralischer Support ist, was dieser mit „MUSTI
VOR, NOCH EIN TOR!“-Jammerei
untermauert, die ob seiner schmerzenden Zunge überaus
wehleidig klingt, wendet sich Mustermann tatsächlich
wieder Breads zu.
RUNNING
BIG BOOT!
Nicht
nur einer kann dieses Spiel spielen. Während der
Ringrichter begonnen hat, beide Parteien auszuzählen,
hat Breads eine Lunenkind’sche Ablenkung benutzt, um
einen
RUNNING
BIG BOOT!
zu
zeigen. Doch nicht nur Breads kann von seinem Gegner lernen.
Nach der
RUNNING
BIG BOOT!
von
Mustermann zuvor so oft ausgekontert wurde, wagt sich
Mustermann nun an einem Konter, den er zuvor bei Breads
gesehen hat. Als der
RUNNING
BIG BOOT!
des
Hall of Famers auf ihn zuschießt, lässt Mustermann
sich einfach fallen, verrenkt dabei den Oberkörper nach
hinten wie beim Limbo tanzen, und der
RUNNING
BIG BOOT!
segelt
über den Kopf von Mustermann und trifft den gerade erst
wieder auf den Füßen befindlichen Lunenkind.
Pete:
„RUNNING!“
Sven:
„BIG!“
Pete:
„BOOOOOOOOOOOOOOT!”
Lunenkind
kippt hinten über. Der Ringrichter ist bei vier, als
Breads herumwirbelt. Er sieht Mustermann auf sich zurasen.
BUNNING
RIG ROOT!
Breads
rollt sich zur Seite. Mustermann kann gerade noch so stoppen,
bevor er mit der Ringtreppe kollidiert. Breads schießt
so schnell er kann heran.
CANADIAN
CUTTER!
Der
Kanadier will Mustermann mit dem Gesicht voran auf die
Ringtreppe donnern, doch Max reißt im letzten Moment
den Kopf nach hinten, sodass Breads seinen Hals nicht zu
fassen bekommt. Mit einem lauten „KLONK!“,
gefolgt von einem Schrei, landet Breads mit dem Rücken
auf der Ringtreppe. Fauchend und fluchend taumelt er
vorwärts, rote Striemen unter den Schulterblättern,
den Oberkörper verdrehend. Er versucht eine Position zu
finden, die nicht schmerzt. Er ist für einen Moment
orientierungslos, und das genügt, damit Mustermann um
die Treppe herum hecheln kann.
RUNNING
BIG
BOOT
!
Mit
dem Fuß ins Gesicht reißt Mustermann Breads zu
Boden. Triumphal ballt Mustermann die Becker-Faust und will
einen Fist Bump mit Lunenkind, der jedoch zu sehr damit
beschäftigt ist, sich sabbernd an der Ringschürze
festzuklammern.
Sechs…
Mustermann
blickt zu Ringrichter Thorsten Baumgärtner. Dann zu
Breads auf dem Hallenboden. Ihm geht ein Licht auf. Und Max
rollt sich in den Ring.
Sieben…
Pete:
„Wenn Breads sich jetzt nicht aufrafft-“
Sven:
„Aber das tut er!“
Während
der Count-Out fortgesetzt wird, hievt Breads sich hoch. Mit
leicht glasigem Blick greift er nach dem Bottom Rope, um sich
daran noch oben zu ziehen. Er verzieht das Gesicht, als er
den Rücken belasten muss.
Mit
beiden Händen bekommt er das Seil zu greifen. Mustermann
tänzelt erwartungsvoll im Ring. Float
like a butterfly, kick like a sheep.
Acht…
Mit
gefletschten Zähnen wuchtet Breads den eigenen Körper
hoch, bis er von einer unerwarteten Kraft unten gehalten
wird. Lunenkind, halb unter dem Ring, bedeckt von der
Ringschürze, ist aus diesem Winkel für den Referee
nicht zu sehen. Er umklammert Breads‘ linkes Bein fest
mit beiden Armen und zieht ihn nach unten.
Mustermann
schüttelt im Ring eine imaginäre
Champagner-Flasche, um eine imaginäre Champagner-Dusche
vorzubereiten.
Neun…
Mit
einem heftigen Tritt des rechten Fußes kann Breads sich
noch einmal loseisen. Mustermann, der bereits Anlauf für
den Victory Knee Slide genommen hat, entgleisen die
Gesichtszüge. Beide Hände von Lunenkind zucken
zurück.
Die
Zunge schlängelt sich nach vorne und greift nach dem
Knöchel von Breads. Angewidert dreht der Kanadier den
Kopf. Das lenkt ihn ab. Nur für einen winzigen Moment,
doch es ist ein entscheidender Moment.
Ze-
Time
Limit Draw
-hn!
Pete:
„Das war die Glocke! Unentschieden!“
Sven:
„RUNNING BIG BOOT!“
Pete:
„Hä?“
Sven:
„Sorry, Macht der Gewohnheit.“
Breads
hat sich endlich von Lunenkind loskämpfen können,
dessen großer Auftritt beim Jubiläum in etwa so
erfolgreich ablief, wie man das hätte erwarten können.
Mustermann ist fassungslos im Ring, sein mächtiger neuer
Move hätte ihm fast den Sieg gebracht, und eine mickrige
halbe Sekunde hat ihn um den großen Triumph gebracht?
Max bläht die Nüstern auf, während er Thorsten
Baumgärtner anstarrt. Es wirkt, als denke er sich eine
besonders brutale Foltermethode für den Referee aus, als
ob dieser einen Einfluss auf das Konzept der Zeitmessung
habe, und mit donnernder Stimme stellt Mustermann die alles
entscheidende Frage:
„WAS
SOLL DENN DAS?!“
Das
kann der Ringrichter Max auch nicht beantworten, sodass
dieser sichtlich angesäuert, aber erhobenen Hauptes an
Breads vorbeimarschiert. Zögerlich hält Max doch
noch einmal inne, und entscheidet sich großmütig,
dem zurücktretenden Kanadier eine Geste des Respekts
entgegenzubringen. Er gibt Breads einen aufmunternden Klaps
auf den Rücken.
Der
Kanadier keucht und beugt sich vornüber.
Mustermann
steigt aus dem Ring und packt Lunenkind einmal mehr an der
Zunge, um ihn auf die Beine zu bekommen. Dann nimmt Max
seinen alten Kumpanen Huckepack und trägt ihn die Rampe
nach oben aus der Halle.
Breads
stöhnt im Ring, als er sich wieder aufrichtet,
versichert dem Ringrichter dann aber, dass er auf jeden Fall
weiter machen kann. „Canada’s Own“ dreht
den Oberkörper einmal nach links, einmal nach rechts,
und beißt dann die Zähne zusammen.
Das
wird schon.
Schließlich
hat unsere Ringsprecherin sich wieder erhoben.
Laura:
„Der dritte Gegner im GOAT Gauntlet…“
Pete:
„Wie lange haben wir diesen Song nicht mehr gehört?“
Sven:
„Ewigkeiten. Aber vergessen haben wir ihn natürlich
nicht. Hier kommt der Rebell namens Hass!“
„Through
My Eyes“ von Vision of Disorder knallt durch die Halle
und bringt jeden GFCW-Fan über einer bestimmten
Altersgrenze zum Kochen. Nicht ein Anti-Held, der
Anti-Held.
Der spirituelle Vater von mindestens einem Viertel aller
Wrestler, die nach ihm kamen. Der biologische Vater von einem
jungen Wrestler, den wir letztes Jahr zum ersten Mal in der
GFCW sahen.
Der
Lieblingswrestler eurer Helden. Die Hassfigur aller
Geschmacksverirrten. Nie World Champion und trotzdem
unantastbar.
Und
er wird ganz, ganz
sicher
jeden Moment auftreten.
Es
kann sich nur noch um Sekunden handeln.
Der
Song spielt immer noch.
Nichts
passiert.
Der
Song spielt immer noch.
Einige
Fans buhen.
Der
Song spielt immer noch.
Der
Song spielt immer noch.
Der
Song spielt immer noch.
Der
Song spielt nicht mehr.
Laura:
„Meine Damen und Herren, leider ist Rebel called Hate
nicht pünktlich in der Halle erschienen, um seinen
ursprünglichen Platz einzunehmen.“
Die
Buhrufe werden lauter. Laura muss das so neutral wie möglich
rüberbringen, das ist klar, doch so ganz kann sie ihre
Enttäuschung nicht verbergen. Breads hingegen hat
angefangen, laut zu lachen – mehr Hate als so eine
Aktion zu bringen geht gar nicht, oder?
Laura:
„Für einen solchen Fall hat unser Office einen
Nachrückkandidaten für das GOAT Gauntlet ernannt,
welcher den Platz von Rebel called Hate einnehmen wird. Der
dritte Gegner im GOAT Gauntlet…“
„Schatz,
ich liebe dich immer noch!“
Schwitzend
und mit schwerem Atem hastet er auf die Stage, ein Mikrofon
zwischen leicht zitternden Fingern. Der Anzug sitzt ein wenig
enger, als er vielleicht sollte. Das weiße Hemd spannt
über dem Bauch. Er hat ein paar Haare verloren, seit wir
ihn das letzte Mal gesehen haben. Und doch: Er
ist
es. Er
ist
es eindeutig.
Pete:
„Markus Lerbitz? Dieser
zwielichtige
Wicht? Der Ex-Mann der Entrepreneurin?“
Sven:
„Was für eine seltsames Retirement Match.“
Einige
Fans in der Halle wissen anscheinend gar nicht so genau, wer
Lerbitz ist, aber die, die es wissen, reagieren wie immer:
Sie lachen ihn aus.
Seine
Unterlippe bebt.
Markus
Lerbitz: „Schatz, dein Bus-Ding war so toll! Wir
könnten doch zusammen darin eine Reise machen, nur wir
und die Kinder. Nach Kroatien! Oder Albanien! Oder Karlsruhe!
Das war so schlau von dir, und du bist so süß und
lieb und nett und ich vermisse dich so,
so
doll!“
Pete:
„…kennen wir die gleiche Frau wie er?“
Sven:
„Haha, ja. Frauen,
was, Pete?“
Mit
einer fleischigen Pranke wischt Markus sich die glänzende
Stirn. Seine Hairline ist irgendwo hinter Karlsruhe, oder
Albanien, oder Kroatien.
Markus
Lerbitz: „Ich werde dir beweisen, dass ich ein GEWINNER
bin! Ich dachte zwischen uns wäre es sowas von over,
aber... wir sind sowas von back!“
Er
sagt das so, als müsse er sich in erster Linie selbst
überzeugen.
Markus
Lerbitz: „Es ist natürlich sehr schade, dass man
Rebel The Bait die Reifen zerstochen hat-“
Pete:
„Das hat Laura mit keinem Wort erwähnt.“
Sven:
„Woher weiß er das?“
Markus
Lerbitz: „-aber mir wurde gesagt, ich könne den
Ersatz stellen, wenn ich es wirklich, wirklich,
wirklich
will.
Und das tue ich. Unsere Scheidung muss nicht das Ende gewesen
sein. Unser Liebe ist so ewig wie Ricksenburg. Ich werde
meinen Champion der Liebe in den Kampf gegen diesen ALTEN,
HÄSSLICHEN SACK schicken, der dein tolles Projekt kaputt
gemacht hat, und ich werde dich RÄCHEN, mein Engel. Dann
können wir endlich wieder zusammen sein. Markus Lerbitz
will es nochmal wissen. Und deshalb kann es für mich nur
einen würdigen Vertreter im Kampf gegen das Böse
und um das Herz der Prinzessin – nein, der Königin
-
geben!“
Pete:
„Ernsthaft?“
Sven:
„Dieser Idiot.“
Joe
Jobber erscheint auf der Stage.
Blutüberströmt
wankt er auf Lerbitz zu. Mit Entsetzen sieht Markus zu, wie
Joes Lippen das Wort „Hilfe“
formen.
Dann kippt er um und bleibt reglos auf der Rampe liegen.
Markus
Lerbitz: „Mein Champion der Liebe!“
Pete:
„Wer hat Joe denn so zugerichtet?“
Sven:
„Keine Ahnung.“
Markus
Lerbitz: „Es ist sowas von over.“
„Ich
FICKE diese Chance!“
Es
wird laut in der Halle. Diese Stimme kennt man.
„Und
ich FICKE heute für dich, Markus!“
Mike
Müller kommt breitbeinig auf die Stage stolziert. Seine
Hände, die ein Mikrofon halten, sind getränkt im
Blut von Joe Jobber. Niemand hat Mitleid mit Looser-Joe, und
alle ignorieren ihn und lassen ihn da liegen, weil er so
krass scheiße ist.
Mike
Müller: „Ich habe gehört, was du vorhast,
Markus. Und wenn du jemanden brauchst, der dir dein Eheluder
zurückbringt, dann bin ich dein Mann, und nicht diese
NULPE!“
Das
Wechselbad der Gefühle, welches Markus Lerbitz in den
letzten 30 Sekunden durchgemacht hat, hat ihn kreidebleich
werden lassen. Er sieht mit großen Augen der möglichen
Rettung seiner Ehe ins Gesicht.
Markus
Lerbitz: „Das Dream Team ist back?“
Mike
Müller: „Wir sind back.“
Markus
Lerbitz: „Sowas von back?“
Mike
Müller: „Wir sind sowas von back.“
Markus
Lerbitz: „Mike Müller, der Champion der Liebe!“
Freudestrahlend
will Lerbitz zum Ring gehen.
Mike
Müller: „Nein.“
Markus
fällt vor Schreck fast um.
Mike
Müller: „Ich werde für dich kämpfen,
aber nicht als Champion
der Liebe.
Nicht als The
Mirror.
Nicht als The
Great Pigster.“
Markus
Lerbitz: „Was soll das heißen?“
Beruhigend
legt Mike eine knallrote Hand auf die Schulter von Lerbitz.
Das Sakko färbt sich dunkel.
Mike
Müller: „Ich werde endlich ich selbst sein. Nur so
kann ich mein wahres Potenzial freificken.“
Sven:
„Nach seiner letzten Chance gegen Lunenkind und seiner
letzten Chance gegen Shade hat Müller sich jetzt die
nächste
letzte
Chance geschnappt. Und zwar GEGEN Robert Breads, der ihn vor
ein paar Monaten erst zurückgebracht hat.“
Pete:
„Mike will einen Spot in der GFCW, um jeden Preis.
Gegen Breads bei dessen Abschied gewinnen wäre auf jeden
Fall eine Ansage.“
Sven:
„Denkst du ihm ist die Ehe von Markus Lerbitz gar nicht
wichtig?“
Pete:
„Ich glaube, er nimmt jede Möglichkeit, die er
kriegen kann. Und wenn ich Breads wäre, würde ich
mir Sorgen machen. Sieh dir nur Joe an.“
Sven:
„…wen?“
In
Trackpants und Sneakern swaggt Müller die Rampe herab,
während er sich das T-Shirt vom Leib reißt und
hellrote Abdrücke darauf hinterlässt. Mitarbeiter
der GFCW entfernen Joe Jobber aus dem Hintergrund. Lerbitz
trabt mit entschlossener Miene hinter Mike her.
Mike
springt auf den Apron. Und er sieht sich seinen Feind genau
an.
Den
alten, grauen Mann, der dank dieses Schauspiels nun eine
gewisse Zeit hatte, sich zu erholen. Er beäugt Müller
mit milder Verwunderung, aber ohne jede Angst.
Die
Glocke läutet.
Ab
geht’s.
Müller
stürmt los. Breads hat es bislang wirklich nicht mit den
hellsten Kerzen auf der Torte zu tun, was Match-Openings
angeht, wobei das 3 Minuten Zeitlimit natürlich eine
gewisse Dringlichkeit vorgibt. Mike probiert den Double Leg
Take Down, wirft seinen Oberkörper nach vorne in
Richtung Hüfthöhe, und erlaubt Breads damit,
einfach sein Knie hochzureißen und sich so zu
verteidigen.
Der
Kiefer von Müller trifft auf das Knie von Breads, und
auch wenn der nun einbeinige Kanadier etwas aus dem
Gleichgewicht gerät und ins Wanken kommt, so ist es doch
eindeutig Müller, der hier den Kürzeren gezogen
hat. Markus Lerbitz schlägt am Ring die Hände über
dem Kopf zusammen. Im Scheinwerferlicht glänzt er wie
das Diebesgut einer Elster.
Breads
findet seine Balance fix wieder, und packt Mike am Schopf. Er
hakt beide Arme von Müller ein.
Es
ist nicht das erste Mal (aber dafür eventuell das letzte
Mal), dass jemand sich auf Kosten von Breads einen Namen
machen will. Einige waren damit erfolgreich, die meisten sind
gescheitert. Einen Möchtegern-Emporkömmling in
seine Schranken zu weisen, gehört zu den Dingen, die
Breads in seiner Karriere mit am häufigsten getan hat.
Also
noch einmal, der guten alten Zeiten willen.
BACK
BODY DROP!
Pete:
“Konter von Müller! Breads wollte zum RB Driver
ansetzen, aber Mike befreit sich.”
Sven:
“Er scheint wacklig auf den Beinen, aber Müller
ist entschlossen.”
Allerdings.
Müller mag wahrlich nicht clever oder gewieft sein, aber
sein Enthusiasmus, gepaart mit athletischen Fähigkeiten
und Talent, hat ihn schon weitergebracht, als so mancher
vermutet hat. Breads klatscht auf den Rücken und windet
sich. Müller pumpt sich nach oben, dann geht er in die
Seile und springt.
BIG
SPLASH!
Seine
massige Gestalt drückt Breads platt, und sofort probiert
er ein Cover.
Eins...
Kick-Out!
Irritiert
sieht Müller zum Referee. Er hat sich wohl ausgerechnet,
dass seine Aktion ein wenig mehr Schaden anrichtet. Das ist
nicht der Fall. Lerbitz wackelt mit beiden Armen in Richtung
Breads, um Mike zu bedeuten, er solle schnell weiter machen,
viel Zeit ist ja nicht.
Müller
hüpft auf die Füße, während Breads sich
aufsetzt. Mit einem stumpfen Tritt schwächt Mike seinen
Gegner, dann greift er ihn und hebt ihn aus, zu einem simplen
Body Slam. Keine Offensive, die über Basics hinausgeht,
aber in diesem Falle sehr effektiv, weil er Breads auf den
Rücken wirft. Gute Idee oder schlicht Zufall? Schwer zu
sagen.
Müller
pinnt wieder.
Eins...
Kick-Out!
Pete:
“Ein bisschen mehr darf es schon sein. Das ist der
letzte Abend in der Karriere von Breads, er hat null Gründe
sich zurückzuhalten oder zu schonen, das wird mit
Sicherheit nicht reichen, um ihn zu schlagen.”
Sven:
“Mike wird mehrere solcher Moves oder eine richtige
Bombe brauchen, und beeilen muss er sich damit auch.”
Das
sieht auch Müller ein, der beleidigt die Unterlippe
vorschiebt, ob der Ineffektivität seiner Offensive.
Nützt alles nichts, Zeit zu schmollen hat er nicht, also
packt er Breads und zieht ihn in Richtung der Ringecke, wo er
den Kanadier gegen die Polster schmeißt, Rücken
voran.
Müller
setzt sofort nach.
CORNER
SPLASH!
Der
trifft, und Mike schreit seine Entschlossenheit heraus. Er
rennt zurück, nimmt noch ein wenig mehr Anlauf, und
springt wieder.
CORNER
SPLASH!
Wieder
eine Punktlandung. Keuchend senkt Breads das Kinn. Müller
nimmt einen noch weiteren Weg, fast bis zur
gegenüberliegenden Ringecke, um noch mehr Tempo
aufzunehmen.
CORNER
SPLASH!
Breads
weicht aus! Müller fliegt mit dem Oberkörper voran
gegen die Turnbuckle-Polster und wankt rückwärts,
wo er von Breads gepackt wird.
SLEEPER
SUPLEX!
Das
haben wir von Breads länger nicht mehr gesehen, auch
wenn es früher ein fester Bestandteil der Offensive des
Kanadiers war. Mike klatscht auf die Matte, und während
Lerbitz nach Haaren auf seinem Kopf sucht, die er noch raufen
kann, atmet Breads einmal tief durch, dann beginnt er zu
klettern.
Auf
das Top Rope.
Auch
da haben wir ihn lange nicht gesehen, und wir erkennen
sofort, wieso: Sein Aufstieg ist langsam. Der Rücken
hilft nicht, und deshalb muss er eine kurze Pause machen, als
er vom zweiten auf das dritte Seil steigt, aber er schafft es
dennoch. Breads richtet sich auf. Dann springt er.
Top
Rope Double Foot Stomp!
Mike
Müller rollt sich aus dem Weg! Breads kracht ins
Nirgendwo. Früher hätte er vielleicht noch die
Finesse besessen, rechtzeitig in der Luft alles zu
korrigieren und sich abzurollen, aber so landet er bloß
mit beiden Füßen auf der Matte. Seine
Sprunggelenke werden es ihm nicht danken. Dennoch versucht
Breads, sich so schnell zu drehen wie möglich.
Lariat!
Müller
reißt Breads um! Der Lärm der Fans wird stärker.
Sehen wir hier tatsächlich doch den Upset? Viel ist
nicht mehr auf der Uhr.
Müllers
Brust hebt und senkt sich schnell. Er geht auf die Ringecke
zu und hüpft nach oben, um Höhe zu gewinnen.
Second
Rope Splash!
Der
gewaltige Körper von Müller klatscht auf Breads,
mit deutlich mehr dahinter als noch bei seiner vorherigen
Iteration eines Splashs. Lerbitz schlägt mit beiden
Fäusten auf den Apron. Das Cover folgt.