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Vor der Westfalenhalle drängen sich die Massen. Überall gibt es Stände und Zelte, die mit verschiedenen Aktionen locken. Die GFCW hat sich nicht Lumpen lassen und den abertausenden Fans ordentlich was geboten. Am besten besucht ist der große Bereich, in dem viele bekannte Gesichter der GFCW Geschichte Autogramme geben. Überall sehen wir Gesichter aus 25 Jahren GFCW Geschichte. Mitglieder der ersten großen Gruppierung, den Gods auf Asgard, Fat Lip, Rampone Sinigister um ein paar Namen zu nennen. Auch die Steel Dragons haben ihren Tisch. Überall herrscht gute Laune und das große GFCW 25 Jahre Jubiläumsfest vor der Westfalenhalle nimmt stetig an Tempo auf. Schlagartig ändert sich die Stimmung, denn zwei unbekannte bahnen sich ziemlich rüde den Weg durch die Fans die vor den Tischen stehen um ein Autogramm ihrer Idole zu bekommen. Ein älterer Fan der gerade am Tisch der Steel Dragons steht, wird durch einen Stoß unsanft gegen den Tisch bugsiert sodass sich die Getränke der beiden nicht nur über die Autogrammkarten, sondern auch über die Hosen und Shirts entleeren. Sofort springen die Steel Dragons auf.
Steel Dragon: „EY!!! Passt doch auf ihr beiden!!!“ Guardian of Steel: „Seht nur, was ihr gemacht habt!!!“
Einer der Steel Dragons schaut ziemlich an genervt an sich herunter und zieht sein nasses T-Shirt von sich weg. Ein paar ungemütliche Beleidigungen folgen. Die Unbekannten bleiben stehen und drehen sich den Steel Dragons zu. Der Schock ist den beiden ins Gesicht geschrieben.
Stimme 1: „DU willst mir eine klatschen, du Lappen?“ Stimme 2: Sollen wir euch den Arsch sofort aufreißen, ihr Söhne käuflicher Frauen??“
Die beiden Unbekannten gehen einen Schritt auf die Steel Dragons zu. Durch die Streitigkeiten haben sich mehr und mehr Fans um den Stand der Dragons gedrängt.
Stimme 1: „DAS KANN DOCH NICHT WAHR SEIN…ICH HABE EIN DEJA VU!!!“ Stimme 2: „Nach genau 25 Jahren können wir dem Gesocks hier zeigen…“
Nach diesen Worten wird es unruhig unter den Fans. Diese Abneigung, die auch Ihnen entgegengebracht wird, heizt die Stimmung auf.
Stimme 2: „…dass ihr jetzt immer noch genauso wenig wert seid wie ihr und die Fans es damals schon wart…“
Laut lachend nicken sich die beiden zu. Wie von Sinnen springen die beiden über den Tisch und prügeln wie wild geworden auf die Steel Dragons ein die wenig entgegenzusetzen haben. Nach einigen Sekunden lassen die Unbekannten von den Steel Dragons ab und wenden sich dem entsetzten Publikum zu. Der Steel Dragon und der Guardian of Steel liegen völlig fertig am Boden. Als die Fans erkennen wer Ihnen gegenüber steht bricht sofort der totale Hass aus.
Tha Bomb: „DANKE DANKE…WIR WISSEN EUREN DANK ZU SCHÄTZEN!!! Titan: „Und keine Sorge…es wird genauso weitergehen…genießt die Show!!!“ Tha Bomb: „Als ob das Pack hier Geld für Tickets hat…pah…!“
Er spuckt auf den Boden und beide zeigen den immer näherkommenden wutentbrannten Fans den Mittelfinger. Tha Bomb und Titan richten ihre Kleidung und gehen provokativ an den weiterhin aggressiven Fans vorbei zum Backstage Bereich.
GFCW 25th Anniversary Show, Westfalenhalle (Dortmund), 08.03.2026
In Kooperation mit
Mehr als 600 Wrestler. Mehr als 100 Champions. Mehr als 750 Shows. Mehr als 3000 Matches. Eine Liga, ein Leben. 25 Jahre.
G F C W ! Die Westfallenhalle erzittert vor Ehrfurcht und Stimmung, als sich 14.000 Zuschauer die Kehlen aus dem Leib schreiben. Dies ist, so surreal es klingen, der 25. Geburtstag einer Liga, die sich einst im März 2001 auf einen Weg begab, von dem sie selbst wohl nie geahnt hätte, wohin er führt. Und was für ein unglaublicher Weg das war: Er macht Station in dutzenden Ländern, umfasste Höhen und Tiefen. Auf ihm wurden Legenden geboren und Helden begraben. Spannung, Euphorie, Freundschaft, Liebe, Hass, Gewalt. Die GFCW hat in 25 Jahren alle Emotionen bespielt, die ein Vierteljahrhundert Lebendigkeit ausmacht. Und nun, an diesem besonderen Tag, darf sie sich dafür feiern lassen – und ein jeder, der heute hier in der Halle oder an den Bildschirmen ist, würde dem zustimmen. Seitdem die Sendung on-air gegangen ist, schießen Feuerwerk und Fontänen an der Rampe empor, es scheint gar kein Ende nehmen zu wollen. Der Rauch der Raketen hüllt die Westfallenhalle in einen Schleier. Als der Blick wieder klarer wird und der euphorisierende Lärm des Feuerwerks verklungen ist, steigen goldene Ballons empor. Es sind Zweien und Fünfen. Viele der Zuschauer, die in den ersten Reihen stehen, recken ihre Hand empor, um einen der Ballons zu greifen. Um sich ein Souvenir zu sichern von einem einzigartigen Tag, an dem die mit Abstand geilste Liga ein geiles Achievement erreicht. Dann springt die Videowand an. ::: Live aus der Backstage-Area ::: Sie alle sind da. Das ganze Orchester. Ricky Murk, Robin Stahlbrand, Karo Herzog, Tammy, Mike Gard, Howard Eagle, Azrael, Mike Kontrak und Co. – jeder, der in den vergangenen 25 Jahren einmal als Non-Wrestler dazu beigetragen hat, dass der Laden gelaufen ist, bekommt seinen Augenblick. All die Ringrichter, Ansager, Interviewer laufen von Kameras begleitet in die Halle ein. Sie tragen Jubiläumsshirts, schwarz mit dem Aufdruck des Showlogos, und winken dem Publikum freudig entgegen. Bevor der versammelte Mitarbeiterpulk jedoch durch den Vorhang stürmt, bleiben sie vor einer geschlossenen Tür stehen, hinter der Stimmen gedämpft hervorkommen. Die Offiziellen bilden ein Spalier links und rechts der Tür. Sie scheinen auf etwas zu warten. Nur die Tür zu öffnen, das traut sich niemand. Denn ein Schild hängt an ihr. Therapiesitzung im Gange. Bitte nicht stören. Mac Müll & Co. halten sich an die Ansage. Sie stürmen nicht in den Therapieraum, sondern spielen stattdessen Cheerleader, die auf den Auftritt ihres Teams warten. Und welches Team könnte das in der GFCW schon sein außer…- Die Tür zum Therapieraum wird geöffnet. Man hört das Trippeln von nackten Füßchen. Dann sieht man erst eine weich fließende Stoffhose, dann ein stockiges Shirt und zuletzt das Lächeln Dreamweavers. Der Psychologe tritt aus dem Raum und fügt sich in das Spalier ein, macht Platz für diejenigen, um deren Auftritt es wirklich geht. Von den Kameras beinahe unbemerkt lässt er ein Pendel in seine Tasche gleiten. Pete und Sven kommen aus dem Therapieraum. Arm in Arm. Was auch immer hinter verschlossenen Türen passiert ist: Es hat tiefliegende Emotionen freigesetzt. Petes Augen sind tränenverschmiert, Svens natürlich nicht. Doch selbst der coolere der beiden Kommentatoren wirkt bewegt. Ob von der Therapie oder der Gesamtsituationen – 25 JAHRE GFCW – lässt sich nicht eindeutig sagen. Der Blick beider Kommentatoren wirkt leicht getrübt, ohne dass eine Erklärung dafür auf der Hand liegt. Das Spalier beginnt für Pete und Sven zu applaudieren. Pete schleicht, vorsichtig wie eine Katze, die dem Braten nicht traut, an den anderen Mitarbeitenden vorbei, Sven hingegen genießt das Bad in der Menge mit der Selbstverständlichkeit einer königlichen Hoheit. Er schüttelt manch Hand und lächelt seinen Kollegen und Kolleginnen zu. Als die Kommentatoren das Ende des Spaliers erreicht haben, lösen sich die beiden Reihen auf und sie formieren sich zu einem neuen Schwarm – 16 Personen, Pete und Sven eingerechnet, sind es, die sich geschlossen zum Vorhang bewegen. ::: Parallel in der Halle ::: Sobald die erste Person – es ist natürlich Sven – durch den Vorhang tritt, wird es laut. Das Publikum schreit sich die Kehlen aus dem Leib, das selbst der Lärm des vorherigen Feuerwerks noch übertroffen wird. Ein Geburtstagsmarsch beginnt zu spielen und so kommen all die GFCW-Offiziellen TANZEND (wer hätte es anders gedacht?) aus dem Vorhang. Sie eskortieren Pete und Sven zum Pult und dann, während sich die Kommentatoren ihre Kopfhörer aufsetzen, nehmen Tammy & Co. einen Platz auf der Rampe ein. Sven: „Mein liebster Freund Pete. Es ist mir eine große Freude, dich heute an meiner Seite zu wissen wie einen treuen Golden Retriever.“ Der Kommentatoren schlägt seinem Kollegen freundschaftlich auf die Schulter. Was auch immer im Beisein Dreamweavers geschah – es scheint den Graben zwischen den beiden Rivalen nicht nur zugeschüttet zu haben, sondern danach auch noch mit Gras und Blumen bepflanzt zu haben. Pete: „Sven, mein Guter. Die vergangenen 25 Jahre wären ohne dich schal gewesen. Du bist ein Teil des großen Puzzles namens GFCW. Ach was, du bist ein echtes Mittelstück.“ Sven: „25 JAHRE GERMAN FANTASY CHAMPIONSHIP WRESTLING!“ Pete: „JAAAAAAAAAAAA!“ Die Offiziellen auf der Rampe stimmen ein Brüllen an, welches von 14.000 Fans aufgegriffen wird. Dortmund ist schon halb heiser, bevor es richtig losgegangen ist. Wem die Kehle zu trocken geworden ist, der reckt Plakate in die Luft oder macht mit dem Smartphone Panoramaschüsse, um das einmalige Erlebnis auf ewig festzuhalten. Pete: „Als Kind hat man sich auf Weihnachten gefreut, als Erwachsener kann es nichts Schöneres geben als heute hier zu sein. Wir haben diesen Tag herbeigesehnt. Und jetzt ist es Wirklichkeit geworden. Heute ernten wir, was ein Vierteljahrhundert lang gesät wurde.“ Sven: „Wir werden aber nicht nur Gesichter der Vergangenheit sehen, sondern auch das wunderschöne Antlitz der GFCW-Gegenwart. Neun Matches stehen an, die ich gemeinsam mit meinem guten, liebenswürdigen Freund und Kollegen Peterchen ansagen darf.“ Die Kommentatoren fallen sich in die Arme. Irritierend. Parallel wird auf der Leinwand die erste Matchgrafik einblendet. Punk n’ Jump-Alliance (Jackie D’Arcy & Rodrigo Gaya) vs Iðunn Jörmungandr & Skaði Fenrir Sven: „Wenn sie hier nicht gewinnt, fänd das die Skadi sicher schadi. Denn in diesem Kampf können unsere Nordfrauen nicht nur beweisen, dass ihr familiärer Halt fast so fest wie der zwischen mir und meinem lieben Pete ist, sondern sie habe auch die Chance, sich ein Titelmatch beim Easter Special zu sichern.“ Pete. „Darf ich noch was hinzufügen?“ Sven: „Sicher, sicher, mein Bester. Nur zu.“ Pete: „Wenn Fenrir und Jörmungandr hier gewinnen, dann dürfen sie auch die Stipulation für das Titelmatch festlegen, welches sie erhalten.“ Sven: „Potzblitz! Gut, dass du das nochmal erwähnst. Sehr, sehr klug von dir.“ Pete: „Aber dieser Kampf wird bestimmt kein Selbstläufer. Denn die Gegner der Schwestern sind zwei, die man noch so gar nicht analysieren kann. Nicht einmal Ben Slate – den wir sicher auch sehen werden heute – könnte das. Jackie D’Arcy und Rodrigo Gaya bilden die Punk n‘ Jump-Alliance. Bislang sind sie aber noch nie vor einer GFCW-Kamera angetreten. Für unsere Schwestern gibt es also keine Möglichkeit, sich wirklich vorzubereiten. Sie müssen sich ganz auf die eigene Stärke verlassen.“ Sven: „Wer seine eigenen Haare im Mund herumträgt, wirkt ohnehin nicht so, als würde man sich vertieft auf irgendetwas vorbereiten. Oder generell viel denken.“ Iray Burch vs Hollywood Jake Pete: „Hollywood Jake trifft auf Iray Burch. Ein Kampf, den er sich gerne erspart hätte. Aber Shelly Nafe hat diesen Fight als Bezahlung dafür eingefordert, dass das Switziverse Burchs Hilfe in Anspruch genommen hat. Und Switzenberg selbst hatte keine Zeit, sich für ebendiese Bezahlung anzubieten.“ Sven: „Jake wird sicher versuchen, irgendeinen Ausweg zu finden. Entweder vor dem Match oder während des Matches. Aber das ist für ihn gar nicht so einfach, denn er weiß überhaupt nicht, welche Matchart auf ihn wartet. Das darf Burch entscheiden. Steckt in deinem klugen Köpfchen eine Idee, welche Stipulation Burch wählen könnte, Peterchen?“ Pete: „Nein, ich…ich kann mich so schlecht in den Verstand eines Unmenschen hereinversetzen. Ich habe keine Ahnung.“ Sven: „Nicht schlimm, mein Lieber.“ Pete: „Du bist mir also nicht böse, dass ich keine gute Antwort auf deine Frage hatte?“ Sven: „Nein, Pete. Ich habe dich weiterhin fast so lieb wie deine Mutter.“ Lerbitz Performance Group (Black Wyrms (Shizuku Shikishima & Brigitte Reflet) & Milly Vermillion) vs Jay Taven, Gisbert „Gino“ Rieß & Hugo “Meathook” Rodriguez Pete: „Cooooler Kampf. Hier treffen zwei Welten aufeinander.“ Sven: „Frauen und Männer?“ Pete: „Das Establishment rund um Meathook, das schon lange den Anschluss verloren hat. Und eine Gruppierung, die erst im letzten Jahr aus den Castings der LPG hervorgegangen ist. Frische Gesichter. Aber es ist mehr als nur ein Kampf zwischen zwei rivalisierenden Gangs, hier steckt richtig Pfeffer dahinter.“ Sven: „Ach du grüne Neune!“ Pete: „Meathook hat vor nicht langer Zeit Milly Vermillion mit einem Fleischerhaken attackiert.“ Sven: „Hätte er sie wenigstens angezündet.“ Pete. „Wenn es dir Freude gemacht hätte, Svenni, dann hätte Meathook es wirklich machen sollen. Du hättest es verdient gehabt.“ Sven: „So hätte der Phönix nämlich aus der Asche auferstehen können. Aber mir ist nicht bekannt, dass es auch mythologische Wesen gibt, die vom Fleischerhaken springen. Vielleicht können Wyrms das? Wären Shizuku und Brigitte die Erzfeinde einer Böklunder-Fabrik? Wir werden es heute sehen.“ Iokepa vs Night Fighter Mad Dog Pete: „Mad Dog könnte Iokepas Vater sein, so rein vom Alter her. Aber väterliche Gefühle sind zwischen den Beiden definitiv nicht zu spüren.“ Sven: „Sie finden sich so richtig scheiße.“ Pete: „Iokepa kann und will nicht akzeptieren, dass ein Veteran wie Mad Dog nach Jahren in die Liga zurückkommt und direkt mehr Aufmerksamkeit erhält als er selbst. Spätestens seit der vergangenen Show sind die Fronten völlig verhärtet. Da hat Mad Dog nämlich Iokepa einen Sieg gegen Celo Marx gekostet.“ Sven: „Donnerwetter!“ Pete: „Iokepa muss heute beweisen, dass die Niederlage gegen den Nobody Celo Marx nur ein Ausrutscher war. Andernfalls ist sein guter Start in der Liga schon wieder dahin. Das könnte man in diesem Fall nicht wegdiskutieren.“ GFCW
Tag Team Championship: Pete: „Zereo Killer ist zurück. Unglaublich. Für mich der zweitgrößte Feel-Good-Moment der letzten Wochen.“ Sven: „Und was ist auf Platz 1, mein Freund?“ Pete: „Der gleiche Feel-Good-Moment, den ich bereits seit 25 Jahren habe. Nämlich an deiner Seite kommentieren zu dürfen.“ Wieder einmal fallen sich die Kommentatoren in die Arme. Halten einander sekundenlang fest. Pete. „An der Seite von Morbeus wird Zereo heute versuchen, den Tag Team Title zu erringen. Aber das wollen nicht nur die Champions, unsere höflichen Hoppler, verhindern, sondern auch diejenigen, die dafür verantwortlich sind, dass Zereo überhaupt zurück ist: Nämlich T’n’B. Ohne den Armbruch von Kyle Douglas würde heute nämlich die Douglas Dynasty antreten und nicht das Veteranen-Dreamteam.“ Sven: „DANKE, DASS DU FÜR DAS GREATER GOOD GESTORBEN BIST, KYLE.“ Pete: „Morbeus und Zereo haben vor zwei Wochen bewiesen, dass sie zusammenarbeiten können. Aber das war auch ein einfacher Erfolg. Wie wird es laufen, sofern die Herausforderung größer wird? Was, wenn der erhoffte Sieg ausbleibt?“ Danny Rickson vs. Ask Skógur Pete: „Wir beide wissen, wie dieses Match entstanden ist.“ Sven: „…“ Pete: „…“ Sven: „Es tut mir so leid, mein lieber Freund Pete.“ Pete: „Nein, Sven, MIR tut es leid. Wären wir doch nur vorher bei der Therapie gewesen. Hätte ich vorher davon gewusst, was mit deiner Mutter ist und…“ Sven: „Psst.“ Pete: „Also, sagen wir es einfach so: Es gab ein kleines Missverständnis zwischen Freunden, zwischen GUTEN Freunden, und als Folge dessen sind Rickson und Skógur aneinandergeraten. Aber nicht nur – denn auch bevor Rickson vor zwei Wochen Asks Mund mit Seife auswusch, hatten sie schon miteinander zu tun. Rickson wollte Ask nämlich für Refuse to Age werben.“ Sven: „Und der hampelige Hundsfott von einem Hirsch hat natürlich wieder einmal falsch entschieden und abgelehnt.“ Pete: „Hier trifft Natur auf Wissenschaft. Ist Danny Rickson wirklich zurück in seiner Prime, so wie er es behauptet? Oder kann Ask Skógur unserem Hall of Famer klarmachen, dass Ricksons Zeit endgültig vorbei ist…und der ganze Refuse to Age-Kram nur ein Placebo war?“ GFCW
Intercontinental Championship – Title vs Career: Sven: „Mit ein bisschen Glück müssen wir Zac Alonso heute zum letzten Mal sehen. LET’S GO SWITZI! Beende wieder, was du einst erschaffen hast. Kegel Alonso aus der Liga.“ Pete: „Ich sehe es anders. Ich möchte gerne, das Alonso gewinnt.“ Sven: „Das ist okay. So ein respektvoller Dissens zwischen Freunden gehört dazu.“ Pete: „Zac Alonso ist als die Nummer 3 im Switziverse Unlimited gestartet und hat sich langsam und stetig hochgearbeitet. Bevor es dazu kommen konnte, dass er sogar Switzenberg übertrifft, kam es zum Bruch zwischen den Beiden. Nun stehen sie sich in Hass gegenüber. Ein jeder will entreißen, was dem anderen am liebsten ist.“ Sven: „Dich lasse ich mir nie entreißen. Wir bleiben ein Team, auf immer und ewig.“ Pete: „Ja, Svenchen. Best Friends Forever.“ Sven: „Damit Switzenberg überhaupt zustimmt, Alonso ein Match zu gewähren, hat Zac ihm etwas anbieten müssen. In diesem Fall ist es seine Karriere, sein GFCW-Vertrag. Nicht unwahrscheinlich also, dass dieser erste Kampf zwischen den Beiden auch direkt der letzte ist.“ Pete: „Nach zwischenzeitlichem Titelverlust gegen Jason Crutch hat sich Switzenberg zuletzt wieder erholt. Doch was passiert, wenn er erneut verliert? Ist das Switziverse dann dem Untergang geweiht? Erleidet es endgültigen Schiffbruch?“ GFCW
World Championship: Pete: „Keine einfache Situation für unseren Champion. Er kann theoretisch den Titel verlieren, ohne überhaupt gepinnt zu werden.“ Sven: „Er wollte es so.“ Pete: „Da hast du, wieder einmal, Recht, lieber Sven. The End hat nach der größtmöglichen Herausforderung gesucht. Erst dachte er, diese würde in Ask Skógur liegen. Doch der Hirsch hat seine Chance aufs Spiel gesetzt und Monica Shade konnte zeigen, dass sie die bessere Wahl ist.“ Sven: „Aber das war noch nicht alles. Denn kurz bevor der Kampf offiziell wurde, kam STELLA NOVA höchstselbst bei War Evening vorbei. Was für ein Moment. Und sie machte deutlich, dass ihr Plan, Doppel-Championesse zu werden, keine Rücksicht auf Shades Ambitionen nimmt. SIE selbst will es sein, die The End entthront.“ Pete: „The End muss sich nun also gleich zwei goldgierige Frauen vom Hals halten. Eine haarige Situation. Sowas übersteht man nicht ohne einen klaren Matchplan. Früher konnte unser Champion sich auf Sal oder James Corleone für solche Pläne verlassen…aber nun? Er steht auf eigenen Beinen.“ Sven: „Und eine so kluge Beraterin wie Lady Rosi hat er auch nicht.“ Pete: „Noch an diesem Abend werden wir erfahren, wo das Limit für den begleiterlosen The End liegt. Ein völlig offener Kampf mit viel Potenzial für Chaos.“ GOAT
Gauntlet – Robert Breads Retirement Match: Sven: „Ich habe keine Ahnung, was uns erwartet, Pete. Sind es fünf oder fünfzig Gegner? Geht dieser Main Event zwanzig Minuten oder zwei Stunden? Selten war der Ausgang einer Show derart unklar.“ Pete: „Klar ist allerdings, was auf die GOAT Gauntlet folgen wird. Nämlich der endgültige Abschied von Robert Breads.“ Sven: „Robert Breads. Ikone, Egomane, Monster. Je nach Sichtweise in unterschiedlicher Reihenfolge. Doch heute hat er genug, er wird die Stiefel ein- für allemal an den Nagel hängen.“ Pete: „Auf diesem Weg werden ihn alte Weggefährten begleiten, doch noch wissen wir nicht, wer es sein wird. Sicher ist nur, dass das GOAT Gauntlet eine Reihe von Fights sein wird, die direkt aufeinanderfolgen. Vor jedem Teilnehmer wartet auf uns und die Zuschauer vorfreudige Spannung. Die Euphorie des Überrascht-werdens.“ Sven: „Was für eine Show, was für eine Card. Ich freue mich so sehr, sie mit dir erleben zu können. Mein lieber Freund. Komm, gib‘ mir noch eine Umarmung.“ … … … Und wieder fallen sich Pete und Sven in die Arme. Die Traube der Offiziellen, die zu Beginn der Ansage in die Halle getanzt war, blickt einander an. Mit Ausnahme von Dreamweaver, der selig ausschaut, sind die anderen Anwesenden – von Mac Müll über Azrael hin zu Howard Eagle – genervt von so viel Freundschaft uund Respekt. Tammy: „Das ist ja unerträglich, diese Harmonie zwischen den Beiden. Wie war noch das verdammte Triggerwort, Dreamy??“ Mit dieser Frage wendet sie sich an Dreamweaver. Der barfüßige Psychologe steht unschlüssig da und will nicht mit der Antwort rausrücken. Nervös nestelt er an dem Pendel in seiner Hosentasche. Doch als Tammy ihre grimmigste Miene aufsetzt und in seine Richtung stampft, hebt er geschlagen die Arme. Tammy: „DAS TRIGGERWORT, JETZT!“ Dreamweaver: „Also gut, also gut. Es lautet…Nightmare.“ Sobald Tammy die gewünschte Information hat, löst sie sich aus der Menschentraube und stellt sich direkt vor Pete und Sven, die noch immer in inniger Umarmung umschlungen sind. Sie holt einmal tief Luft. Tammy: „NIGHTMARE! Habt ihr gehört, Pete und Sven? NIGHTMAAAAARE!“ Das Triggerwort. Mit einem Mal verändern sich die Augen von Pete und Sven. Es ist, als würde Klarheit dorthin kommen, wo sie zuvor durch eine Schicht aus milchigem Glas geschaut haben. Sven ist es, der zuerst reagiert. Er blickt auf seine Arme – und als er sieht, dass sie um Pete geschlungen sind, stößt er erschrocken zurück. Sven: „Was…was tue ich hier? DAS IST JA SCHLIMM!“ Pete: „Sven? Warum bist du mir so nah?“ Auch Pete scheint aus einem Traum zu erwachen. Er blinzelt mehrmals schnell und heftig. Pete: „Ich…ich werde dir nie verzeihen, was du mit meinem Sohn getan hast. Du bist ein EKELHAFTER.“ Die beiden Kommentatoren schubsen einander weg und rollen mit den Stühlen zurück, so dass sie größtmöglichen Abstand voneinander haben. Tammy klatscht beglückt in die Hände. Tammy: „Endlich wieder alles beim Alten.“ Im Hintergrund sieht man, wie Pete sich sein Jackett glattzieht und Sven die Hände desinfiziert. Diese Gelegenheit nutzt Tammy, um sich selbst an die Kamera zu wenden. Tammy: „Bevor wir mit den ersten Matches starten, haben wir noch einen ganz besonderen Programmpunkt. Es gibt keine bessere Gelegenheit als heute, um unserer großen Vergangenheit Tribut zu zollen. Und den Menschen, die diese Vergangenheit geprägt haben. Wir geben ab an die Hall of Fame.“
Applaus brandet auf, als das Video endet und die Lichter in der Halle wieder angehen. Wir können sofort sehen, dass der Entrance-Bereich, während alle Augen auf den Videobildschirm gerichtet waren, ein wenig dekoriert wurde. Roter Teppich ziert weitläufig den Boden, und genau in der Mitte, da, wo alle Fans gut sehen kann, wurde ein kleines Podium mit einem Mikrofon daran aufgebaut. Die Worte “GFCW HALL OF FAME” prangen in kunstvollen, unübersehbaren goldenen Buchstaben auf dem dunklen Holz. Gekonnt fängt die Kamera diesen Schriftzug ein, ehe sie einen Schwenk nach oben macht. Wir sehen den Mann, der – gekleidet in einen schicken, marineblauen Anzug mit passender Fliege und einem hellen Hemd darunter – mit einem warmen, breiten Lächeln den Platz am Podium eingenommen hat.
Mac Müll: “Es gibt keine größere Ehre, die einem in dieser Promotion verliehen werden kann, als die Aufnahme in die GFCW Hall of Fame.”
Das ist ohne Frage korrekt. Titel gewinnt man schließlich, die werden nicht verliehen. Ein gewisser Stolz ist in der Stimme des Interviewers zu vernehmen, gehört er doch selbst seit über einem Jahrzehnt zu den wenigen Auserwählten, die von sich behaupten können, Teil dieser illustren Gruppe zu sein.
Mac Müll: “In den vergangenen fünfundzwanzig Jahren, diesem Vierteljahrhundert, haben buchstäblich hunderte Menschen unser Leben dadurch bereichert, dass sie in die GFCW gekommen sind. Manche nur für einen Abend, manche für Jahre. Wir möchten keinen Teil unserer Historie missen. Jeder, und wenn sein Anteil an diesen zweieinhalb Dekaden GFCW noch so gering ist, verdient Würdigung. Doch heute Abend, wo wir uns zusammengefunden haben, um dieses unglaubliche Jubiläum zu zelebrieren, soll es um einen einzigen Mann gehen, der die Geschichte unserer wundervollen Promotion geprägt hat. Ein Mann, ohne den nicht nur die Geschichtsbücher unvollständig wären. Ohne ihn hätten wir niemals einige der ikonischsten, größten und spektakulärsten Momente der GFCW-Geschichte erlebt. Doch es ist nicht an mir, ihn heute in die Hall of Fame einzuführen. Ehrlich gesagt, als wir uns die Liste der Kandidaten angesehen haben, die für eine Laudatio in Frage kamen, so stach in diesem Falle ein Name besonders heraus. Man könnte sagen, in diesem Kontext war er... Unrivaled.”
Ein Augenzwinkern von Mac Müll, der sich leicht seitlich dreht und den Arm Richtung Entrance-Bereich ausstreckt.
Mac Müll: “Begrüßen Sie mit mir den Laudator für den heutigen Abend, Mister Mike MacKenzie, oder wie ihn der eine oder andere vielleicht eher kennt... Zereo Killer!”
Das Publikum erhebt sich von deren Plätzen und die Blicke wandern bereits auf dem Mann, der sich zum Podium begibt. Ein paar Zettelchen scheint er bei der Hand zu haben. Am Ziel angekommen, blickt nun auch er zu den anwesenden Zuschauern, ehe sein Blick kurz auf MacMüll hängen bleibt. Mit einer kurzen Geste deutet er an, dass ihm die Worte der Interviewlegende gefallen haben. Er blickt an sich selbst herab, Zereo Killer, im feinsten Zwirn gekleidet, ein Anblick, den man sehr selten erblickt.
Zereo Killer: „Nun, wie es scheint…“
Abermals sucht er den Blickkontakt zu Mülli und deutet auf deren Anzüge.
Zereo Killer: „… haben wir wohl denselben Schneider, oder nicht? Marineblauer Anzug, die Fliege, helles Hemd…“
Gelächter kommt auf.
Zereo Killer: „Oder wir sind eben die Männer mit dem besten Geschmack, kann natürlich auch sein!“
Auch hier können sich die Fans, aber auch GFCW Angestellte ein Grinsen nicht verkneifen.
Zereo Killer: „Doch jetzt mal Spaß beiseite.“
Ein kurzer Blickkontakt zu seinem Zettelchen wird gesucht, dann wird dieser weggesteckt. Die Worte, die nun folgen werden, bedarf es nicht aufgeschrieben zu werden, sie kommen von Herzen.
Zereo Killer: „Mir wurde die Ehre zuteil, einen der größten Eckpfeiler in die Hall of Fame einführen zu dürfen, den es jemals in der GFCW gegeben hat. Ein Mann, der mir im Ring immer alles abverlangt hat, und das war verdammt nochmal egal, ob er mein schlimmster Albtraum, oder der beste Tag Team Partner war!“
Er nickt zufrieden, erhascht einige zustimmende Reaktionen von der Crowd, welche diese Worte auch mit einem kurzen Beifall aufgenommen haben. ZK senkt wieder ein wenig sein Haupt zum am Pult angebrachten Mikrofon.
Zereo Killer: „Wir alle können uns glücklich schätzen, dass wir diesen Mann aus Österreich bei uns haben durften. Er war auch einer der Gründe, warum die GFCW immer besser wurde. Ich bin sehr froh und stolz darauf, dass wir eine der größten Fehden gegeneinander hatten, aber auch gleichzeitig eines der größten Tag Teams in der Geschichte der GFCW gewesen sind. Lionel Jannek, du wirst uns allen für immer und ewig in Erinnerung bleiben!“
Abermals lässt er gesprochene Worte wirken, ehe er den Zeigefinger in die Höhe streckt. Er scheint noch nicht fertig zu sein.
Zereo Killer: „Und das ist auch genau das Stichwort: Du wirst heute, während der 25th Anniversary Show der GFCW in die Hall of Fame aufgenommen. Gibt es einen besseren, legendäreren Ort dafür? Nein, ich denke nicht! Du wirst heute zur endgültigen Legende aufsteigen, die du längst bist! Du bist das neuste GFCW Hall of Fame Mitglied! Auch wenn wir unsere Karrieren längst beendet haben werden, werden wir uns immer an dich erinnern, denn du bist ein GFCW Hall of Famer!“
MacKenzie sieht wieder durch das Rund der Halle. Alle beginnen gemeinsam zu applaudieren.
Zereo Killer: „Als Freund, aber auch als erfahrener Wrestler, der den Jüngeren unter uns immer wieder Tipps im Backstage Bereich gegeben hat, der immer ein offenes Ohr für alle hat, als Partner, als Rivale, du bist eine Legende, und diese wird nun in Stein gemeißelt! Lionel Jannek, es ist mir die größte Ehre und eines meiner Karrierehighlights, dass ich diesen Satz nun sagen darf: Von ganzem Herzen! Herzlichen Glückwunsch zur GFCW Hall of Fame Aufnahme 2025!“
Der Jubel wird groß, MacKenzies Rede hat ihn sichtlich auch selbst berührt und er beginnt abermals zu klatschen, doch nun gehört die Bühne dem Mann, der die GFCW geprägt hat wie kaum ein zweiter: Lionel Jannek!
Und da kommt er. Zu den Klängen des Themes, das ihn so oft zum Ring begleitet hat. „Had Enough“ von Breaking Benjamin. Die inzwischen etwas längeren Haare elegant nach hinten gestylt, leichter Dreitagebart und fein eingekleidet, wie man es von ihm immer gewohnt war, nur heute vielleicht noch einmal ein bisschen Extra, betritt er die Halle. Niemand sitzt, alle haben sich erhoben und zeigen dem Österreicher ihren Respekt. „The Superior“ Lionel Jannek blickt sich um und lächelt gerührt. Dann begibt er sich zum Rednerpult, wo Mike MacKenzie nach wie vor fleißig mitapplaudiert. Es kommt zu einem kurzen „Stare Down“ der beiden, bevor sie sich, sehr zum Jubel der Fans, freundschaftlich umarmen. 10 Jahre lang hat ihre Rivalität die GFCW mitgeprägt. Seit dem Retirement Match der beiden 2023 jedoch, hat sich hinter den Kulissen viel verändert, wie man sieht.
„THANK YOU LJ!“ *clap clap clapclapclap* „THANK YOU LJ!“ *clap clap clapclapclap* „THANK YOU LJ!“ *clap clap clapclapclap*…
Die beiden Langzeit-Rivalen tauschen noch ein paar Worte aus, bevor MacKenzie schließlich Lionel Jannek endgültig die „Bühne“ überlässt. Der Applaus der Fans legt sich nun langsam aber doch und LJ steht beim Rednerpult. Mit erhobenem Zeigefinger und einem amüsierten Grinser lässt er alle wissen:
Lionel Jannek: „Nur, dass ihr es wisst: Mike hat mich gerade ernsthaft gefragt, wo denn meine Notizzettel für meine Rede wären…“
Der „Einzig Wahre“ blickt mit fragendem Blick hinter sich und ruft Mike MacKenzie hinterher.
Lionel Jannek: „Hey Killer! Wann hab ich JEMALS Notizzettel für meine Promos gebraucht, hä??“
Amüsiertes Gelächter in der Halle. Dann dreht sich LJ wieder zum Publikum, atmet einmal tief aus und schüttelt ungläubig (?) den Kopf.
Lionel Jannek: „Der ‚Superior One‘ Lionel Jannek in der GFCW Hall of Fame… Hat daran ernsthaft irgendwer gezweifelt? Das hätte jedem, der auch nur irgendwas mit Wrestling am Hut hat, schon am allerersten Tag klar sein sollen!“
Da scheint der Bösewicht im Österreicher durch.
Lionel Jannek: „Alle wissen ganz genau: Eine Hall of Fame ohne Lionel Jannek, das würde doch niemand ernst nehmen. Und jetzt, wo es ENDLICH so weit ist, macht das die GFCW Hall of Fame zur EINZIGEN im Wrestling die auch etwas wert ist!“
Zustimmender, anerkennender Applaus, während selbst der „Superior One“ nach diesem kurzen Heel-Anfall nun doch schmunzeln muss. Und nun kommen auch bereits die ersten, erwartbaren (und irgendwie auch unvermeidbaren) Chants der Fans…
„ONE MORE MATCH! ONE MORE MATCH! ONE MORE MATCH!...“
LJ nimmt das lächelnd zur Kenntnis. Spricht dann aber weiter.
Lionel Jannek: „25 Jahre GFCW, Leute… Wahnsinn. In diesem 25 Jahren gab es viele große Namen in der Liga. Thor… J.T.K. … Tommy Cornelli… Johnboy Dog… Robert Breads… Antoine Schwanenburg…“
Er überlegt kurz… grinst schelmisch… dann wendet er sich kurz vom Mikrofon ab und rubbelt sich die Nase, als wäre etwas mit ihr nicht in Ordnung, wobei er etwas vor sich hin nuschelt… was das Mikrofon aber doch auffängt.
Lionel Jannek: „Zereo Killer…“
Erneut Gelächter bei den Fans, während LJ sich kichernd wieder zum Mikro dreht und fast schon eine entschuldigende Geste macht, dass er Mike gerade geneckt hat. Dann geht’s weiter.
Lionel Jannek: „Aber jetzt im vollen Ernst: Ich bin verdammt stolz darauf, in einer Riege mit diesen Legenden genannt zu werden, als einer der ganz Großen in 25 Jahren GFCW… und nochmal ganz besonders stolz bin ich darauf, dass mein Name jetzt auch offiziell mit ihnen gemeinsam steht. Als Mitglied der GFCW Hall of Fame. Das zeigt mir, bei all dem Scheiß den ich in meinem Leben und in meiner Karriere gebaut habe… dass ich doch auch etwas richtig gemacht haben muss.“
Erneut anerkennender Applaus der Fans… und einmal mehr hallt es durch die Halle. Lauter als vorher…
„ONE MORE MATCH! ONE MORE MATCH!...“
Lionel Jannek: „In diesem 25 Jahren GFCW, habe ich 10 Jahre mitmachen und mitprägen dürfen. Ich hatte große Highlights, große Momente… selbst Niederlagen, die mich und die Liga mitgeprägt haben. Momente die ich, trotz tausender Schläge an den Kopf, niemals vergessen werde… Mein Sieg beim Finest Hour Turnier 2014… der Titelgewinn bei Brainwashed 2014… der Main Event bei Title Night 2014… die Fehde mit Johnboy Dog… der Moment als ich erfuhr, dass meine langjährige Managerin doch tatsächlich meine Schwester ist…”
Carina Valentina, die angesprochene, wird kurz im Publikum gezeigt und winkt in die Kamera.
Lionel Jannek: „Und auch trotz einiger Verletzungspausen, bin ich immer wieder zurückgekommen… für den Run mit UNRIVALED… für meinen zweiten World Title… für Matches gegen Legenden wie Breads und aufgehende Sterne wie Ask Skógur… um Talente wie David Hott und Matthäus Meister unter meine Fittiche zu nehmen… und, verdammt ja, am Ende auch für mein letztes Match gegen Zereo Killer!“
Großer Jubel, begleitet von erneutem Applaus der GFCW-Galaxie, die bei dieser Aufzählung richtig nostalgisch werden. Wie Lionel Jannek wohl offenbar auch… und wieder hallt es durch die Halle…
„ONE MORE MATCH! ONE MORE MATCH! ONE MORE MATCH! ONE MORE MATCH!...”
Erneut blickt sich der „Einzig Wahre” in der Halle um und lächelt. Man sieht ihm einfach die Freude an hier zu sein.
Lionel Jannek: „Also ja… viele große Momente… Momente in denen ich eigentlich alles erreicht habe, was man in der GFCW erreichen kann… Weswegen ich auch nie zurückgeblickt habe… und wenn ich es nochmal genau so machen könnte, dann würde ich es auch tun!“
Wieder Applaus für den Österreicher… der allerdings auch jetzt etwas nachdenklicher wirkt…
Lionel Jannek: „Ich will auch ganz offen mit euch sein, Leute… Seit meinem Karriereende, habe ich viel Zeit gehabt über vieles nachzudenken. Über die Zukunft des Wrestlings… über meine Familie… über MEINE Zukunft… was ich nächste Woche mit Mike MacKenzie unternehmen werde… oder auch nicht… über all meine Verletzungen…“
Er zögert… atmet tief durch… fährt sich einmal nachdenklich durch die Haare… dann blickt er noch einmal durch die ausverkaufte Halle in Dortmund und sieht die Fans, die seinen Namen Rufen…
„LJ! LJ! LJ! LJ! LJ! LJ!...“
LJ öffnet den Mund und neigt sich ganz nah zum Mikrofon. Dann spricht er mit einer leisen, fast schon hauchenden Stimme…
Lionel Jannek: „… und ja… auch über…“
Noch einmal blickt er auf… und dann…
Lionel Jannek: „… vielleicht… noch ein letztes Match.
Riesenjubel in der Halle! Da hätte es wohl fast um ein Haar das Dach vom Gebäude geschleudert! Die Zustimmung der GFCW-Galaxie hätte der „Einzig Wahre“ wohl auf jeden Fall! Und das machen sie nun auch hörbar…
„YES! YES! YES! YES! YES!...“
LJ hebt erneut den Zeigefinger.
Lionel Jannek: „ABER!“
Ooooooch! Das saugt die Stimmung jetzt aber fast schlagartig wieder heraus… Vereinzelt hört man jetzt auch enttäuschte Buhrufe…
Lionel Jannek: „Wie gesagt… Ich hatte 10 tolle Jahre… habe alles erreicht… hatte einige Verletzungen… und eigentlich habe ich auch gegen jeden der möglich war ein Match bestritten… deswegen… leider…“
Er zuckt entschuldigend und scheinbar auch selbst enttäuscht mit den Schultern, während die Enttäuschung der Fans hörbar ist. Nicht wenige, eigentlich alle, hätten sich wohl gefreut, wenn sie den Österreicher noch einmal im Ring bewundern hätten dürfen… Mitten in diese Enttäuschung erhebt Lionel Jannek wieder das Wort…
Lionel Jannek: „Leider… muss ich in diesem Fall so arrogant sein und muss mir für dieses Match einen GANZ BESONDEREN Gegner aussuchen!“
Spätestens jetzt liegt das Dach wohl nur noch locker auf den Wänden der Halle! Das war eine Explosion von einem Jubel! Es soll also DOCH geschehen! Aber was meint der „Superior One“ mit „ganz besonderen Gegner“?
Lionel Jannek: „Es muss etwas sein, das die GFCW noch nicht gesehen hat… ein Traummatch, das vielleicht niemand mehr erwartet hat, aber sich viele wünschen… ein Match das würdig ist JEDEN Pay-Per-View zu Main Eventen und in die Geschichte einzugehen als eines der ‚All Time Greats‘… Also habe ich nachgedacht… Was wäre das für ein Match, für das ich vielleicht doch noch einmal aus der Pension kommen würde? Und dann war mir alles klar…“
Lionel Jannek fixiert die Kamera mit seinem Blick. Einem todernsten Blick. Die Spannung der GFCW-Galaxie ist riesengroß…
Lionel Jannek: „Alleine… krieg ich das nicht hin… ich brauche Hilfe…
…
…Mike…“
Jubelstimmung-Zustimmung von den Fans! Es soll also nicht nur ein letztes Hurra von Lionel Jannek sein, sondern für UNRIVALED! Aber gegen wen??? LJ grinst verschmitzt.
Lionel Jannek: „Wir zwei zusammen, noch ein letztes Mal als Partner, als Freunde, als eine der legendärsten Kombos der GFCW-Geschichte! Zusammen gegen…“
…Gegen…? GEGEN??? Alle Nerven sind zum zerreißen gespannt!
Lionel Jannek: „Ricksenburg.“
Dieser eine Name den er da gerade ausgesprochen hat, hat wohl gerade für einen kollektiven Fan-gasmus gesorgt! Alle Anwesenden in der Halle jubeln und können es kaum fassen, was der Österreicher da gerade für eine Match-Idee auf den Tisch gelegt hat! 4 Männer die sich alle kollektiv in den oberen Rängen der GFCW befinden! 4 Legenden in einem Ring, in einem epischen Duell! Das hätten die Fans wohl am liebsten jetzt sofort! BOOK IT NOW!
Lionel Jannek: „Aber ob es wirklich dazu kommt, das liegt nicht in meiner Hand. Ich entscheide das nicht. Zumindest… wollte ich dieses Angebot einmal auf den Tisch gelegt haben… Jetzt liegt es an der GFCW… an Mike… und natürlich an Ricksenburg selbst. Doch eigentlich sehe ich da keinen Grund warum es nicht irgendwann passieren sollte… Ich hab mir immerhin sagen lassen Ricksenburg wäre… ewig?“
Da hat er sicher nicht unrecht. Das denken natürlich auch alle Fans. Doch die Zeit wird zeigen, ob es zu dieser Traumpaarung kommt.
Lionel Jannek: „So. Jetzt hab ich das auch erledigt… Damit bleibt mir jetzt eigentlich nur noch eines übrig… nämlich… und ich kann nicht glauben, dass Lionel Jannek das sagt… mich zu bedanken…“
Die Fans spenden aufmunternden Applaus, während LJ nun, mit der Hand auf dem Herz, noch einmal tief Luft holt und sich an einige Ausgewählte wendet…
Lionel Jannek: „Danke ‚Dynamite‘! Danke TJ Silverberg! Danke Leon Belmont! Danke Mähphisto! Danke Raphaellus Krueger! Danke Carina! Danke Jason Crutch! Danke Drake! Danke Alex Ricks! Danke Antoine Schwanenburg! Danke an alle, die ich noch vergessen habe… Und natürlich, fettes DANKE an Mike MacKenzie aka Zereo Killer! … Und nicht zu vergessen… unendlich DANKE, an euch alle, GFCW-Galaxie!“
Wie schon so oft heute Abend, gibt es auch jetzt wieder Jubel und noch einmal erheben sich alle Fans und klatschen Beifall für den Österreicher. Dieser hebt noch ein letztes Mal den Zeigefinger und es wird noch einmal ruhig.
Lionel Jannek: „Eines noch… Denn jetzt ist mir eingefallen wie ich das ganze hier beenden möchte… und dazu brauche ich noch einmal jeden einzelnen von euch, Dortmund!“
Da bleiben alle Fans noch stehen und warten ab was da kommt… LJ hebt beide Hände, mit ausgestrecktem Zeigefinger. Fast wie ein Dirigent.
Lionel Jannek: „2013… bis 2023… 10 Jahre mit Lionel Jannek in der GFCW. Und diese 10 Jahre waren… SIMPLY…“
„SUPERIOR!!!“
Das kann man dann wohl als gelungenen Schlusspunkt dieser Dankesrede nehmen. Lionel Jannek steht unverändert mit den erhobenen Händen beim Pult, die Augen geschlossen und er hat diesen Moment sichtlich genossen. Er macht einen Schritt zur Seite und langsam wird aus seiner Pose eine Verbeugung für die GFCW-Galaxie, die ihn unverändert feiert und auch die Standing Ovations enden nicht so bald.
Ein kurzer Wisch über die Augen, bevor Lionel Jannek sich wieder aufrichtet, die Hände zum Mund führt und der GFCW-Galaxie einen Kuss zuwirft. Ebenso berührt er mehrfach mit seiner Handfläche den Teil der Brust wo das Herz beheimatet ist, um den Fans seinen Dank ihnen gegenüber noch einmal zu verdeutlichen.
Nachdem er die Stimmung noch einige Sekunden voll ausgeschöpft hat, nimmt er schließlich seine Hall of Fame-Auszeichnung an sich und winkt den Fans noch einmal zum Abschied, bevor er, begleitet von seinem Entrance-Theme, langsam hinter den Kulissen verschwindet. Für immer? Wer weiß. Aber eines ist auf jeden Fall sicher: Mit seiner Aufnahme in die Hall of Fame, wird er nicht so bald vergessen sein.
Auf dem Titantron erlischt das Bild des GFCW-Logos und zu sehen ist das große Gesicht von McMüll. Sofort skandieren die Fans den Namen des Kult Chef Interviewers. Das kurze intensive Jubeln endet abrupt als die Kamera rauszoomt und die beiden Personen zur rechten und linken McMülls zu sehen sind. Der Jubel wandelt sich in unfassbares Buhen.
McMüll: „Da…hört ihr das…die Fans lieben euch….NICHT!!!“
Selten hat man den Chef Interviewer der GFCW so wütend gesehen wie jetzt.
McMüll: „Tha Bomb!!!...“
Er dreht sich zu seiner rechten.
McMüll: „Titan!!!...“
Beidem entlockt McMüll nur ein müdes Lächeln. Titan schaut gelangweilt in der Gegend herum und gähnt.
McMüll: „25 Jahre GFCW…und ihr beiden…“
Tha Bomb unterbricht ihn in dem er ihm das Mikrofon wegzieht.
Tha Bomb: „Genau McMüll…du sagst es…25 Jahre T´N´B!!!!! 25 Jahre Tha Bomb… Titan: „25 Jahre Titan!!!“ Tha Bomb: „25 Jahre TNBW!!! Wir sind diese Liga…und das seit einem viertel Jahrhundert. Das wolltest du doch sagen, oder???“
Er lässt das Mikrofon los und es schnellt zurück, sodass McMüll es sich unsanft an den Mund donnert.
McMüll: „Ihr taucht hier auf und verderbt jedem das größte Ereignis, was diese Liga bisher erlebt habt.“
Fragende Blicke richten sich ihm entgegen.
McMüll: „Ihr verprügelt die Steel Dragons…“
Tha Bomb lacht zustimmend.
Tha Bomb: „Wie vor 25 Jahren…“
Auch Titan kann sich ein Grinsen nicht verkneifen.
McMüll: „Ihr verbreitet nur schlechte Stimmung…“
Beide zucken mit den Schultern.
McMüll: „Und die größte Schande des Abend war das provokante Aufstehen und Verlassen des Saals während der Eröffnungsrede zur Hall of Fame…Was zur Hölle ist in euch gefahren? Ihr seid respektlos…“
Tha Bomb entzieht McMüll rüde das Mikrofon.
Tha Bomb: „RESPEKTLOS? Du findest DAS respektlos?“
Er zieht McMüll am Kragen zu sich heran. Nase an Nase schauen die beiden sich an.
Tha Bomb: „25 Jahre…Schweiß, Blut, Ehre…unser Leben…25 Jahre…WIR sind das gottverdammte Fundament, Erdgeschoss…jedes Geschoss…und DACH dieser Organisation, die sich zu einer Liga entwickelt hat, wo jeder direkt zu Daddy läuft und sich ausheult, sobald es mal weh tut. 25 Jahre haben wir diese Liga getragen. 5 fache Tag Team Champions, World Heavyweight Champion. Niemand kann das Vorweisen was wir erreicht haben. Und dann sollen wir einer Veranstaltung beiwohnen in der Namen sind die wir in der Vergangenheit zerstört haben.“ McMüll: Spricht da der Neid aus dir?“
Tha Bomb lacht laut auf.
Tha Bomb: „Niemand der in dieser Halle seinen Platz gefunden hat wäre es wert das WIR mit Ihnen Teil dieser RUHMEShalle sind. Keiner von denen hat die Ehre verdient mit uns in einem Atemzug genannt zu werden. Genauso wenig wie DU!!!“
Grob stößt er McMüll weg. Dieser schaut verdutzt und auch etwas eingeschüchtert.
Titan: „Mc…wir werden alles zerstören, was sich uns in den Weg stellt. Am Ende des Abends gehören uns wieder die Gürtel…und DANN…werden wir an den Wänden dieser gottverdammten Ruhmeshalle hämmern…so lange bis diese einstürzt…!!!“
Auch Titan gibt McMüll einen heftigen Stoß auf die Brust. Mit ausgestrecktem Mittelfinger ziehen die beiden von dannen.
Im
Backstage Bereich der Westfalenhalle wurden die Wände mit
sämtlichen Postern, Dekorationen und Lichteingebungen
passend zur 25th Year Anniversary Show verziert. Selbst in den
Gängen der Halle ist die Anspannung vor Beginn des ersten
Matches zu spüren, die Atmosphäre allein lässt
schon auf eine große Show heute Abend schließen. Der Jubel in der Halle wird lauter, als das faltige Gesicht des Night Fighter Mad Dog ins Close-Up gerückt wird. Iokepas Gegner trägt eine lässige Jogginghose und oben ein dunkles T-Shirt, welches das Konterfei des geflügelten Hundes, sprich Simargl, zeigt. Leichte Überraschung liegt im Blick des Hundes, als er Ben Slate mustert und die Sporttasche sinken lässt.
Mad Dog: „Das letzte Mal als ich so angesprochen wurde, hat man mir eine Chance auf den Heavyweight Titel angeboten. Hast du Ähnliches zu bieten, Ben… Slate?!“
Die
Töle weiß genau, wer ihn dort angesprochen hat. Er
schickt dem Namen allerdings noch ein leichtes Zwinkern ob des
ionischen Kommentars hinterher.
MD zieht die Augenbrauen nach oben, dann blickt er nach links und rechts, so als wolle er „Hört, hört!“ in die Runde sagen. Er scheint nicht gerade begeistert davon zum jetzigen Augenblick ein plötzliches Gespräch mit Ben Slate zu führen.
Mad Dog: „Von Müssen kann kaum die Rede sein, huh?! Du hast zwar in der letzten Show einen respektablen Debütkampf hingelegt und sicher hast du damit auch irgendwie mein Interesse geweckt – ehrlicherweise erinnert mich dein Gebaren jetzt aber ein wenig zu sehr an das vorlaute Mundwerk meines heutigen Gegners… und das turnt mich verständlicherweise eher ab auf deine Forderung einzugehen.“ Ben
Slate: „Ja, dein Match heute Abend, natürlich. Ich
weiß davon, aber da uns noch drei weitere Kämpfe zuvor
beschert werden, solltest du mehr als genug Zeit haben für
ein kleines Gespräch unter zwei Männern.“
Mad Dog: „So siehst du das also, huh?! Getan als ob, leere Worte, widerwärtiger Charakter… Stark, Junge, du traust dich was.“
Er nickt Slate fast anerkennend zu und wirft dann seine Sporttasche in die nächstbeste Ecke.
Mad Dog: „Aber habe ich irgendwo gesagt, dass ich ein Gutmensch wäre?! Habe ich die hässliche Seite meiner Selbst geleugnet?! Ich habe sogar Iokepa und The End davor gewarnt, falls du das übersehen hast… Es scheint mir also eher umgedreht zu sein, huh?! Scheinbar willst du dich als Rächer des Entrechteten, als Kämpfer für die Wahrheit und Mister Oberschlau darstellen. Dabei frage ich mich, was dich diese Sache überhaupt angeht…“
Bedrohlich geht MD einen Schritt auf Slate zu.
Mad Dog: „Huh?! Was interessiert dich das?!“
Im Schweizer löst die Gegenfrage etwas aus, auch wenn er es nicht offen zeigen möchte, scheinen seine Emotionen ungewohnt nicht komplett unter Kontrolle zu sein. Nach einer tiefen Einatmung folgt ein kräftiges Ausschnaufen.
Ben Slate: „Zugegeben mag es sehr überraschend von einem noch nicht so weit etablierten Wrestler wie mir kommen, auf deine Vergangenheit einzugehen. Um es kurz zu fassen, ich habe alles von damals mitbekommen und die Erinnerung daran wird nicht einfach so ausgelöscht werden können. Mir weiszumachen, dass du deine Taten von damals bereust, funktioniert nicht.“
Der eindringliche Blick der unbekannten Konstante liegt auf Slate, versucht mehr als die Worte aus seiner Seele zu lesen. Dann nickt der Night Fighter, dreht sich zur Seite und widmet sich seiner Sporttasche. Während er redet, öffnet er sie und räumt sie fein säuberlich aus. Wrestlinggear an den Kleiderhaken, Taperolle auf die Bank, Boots da drunter…
Mad Dog: „Ich wollte keine Erinnerungen auslöschen… Nein. Gerade wegen unserer Vergangenheit und weil Zereo Ähnliches erlebt hat, bin ich auf ihn zugegangen. Er hat den Fans den Rücken zugedreht und wollte sich entschuldigen – bei ihm soll es die Gier gewesen sein, die ihn vom rechten Weg abbrachte, ich habe mich damals gegen die Fans gestellt, weil ich mich von ihnen verraten und gedemütigt fühlte. Plötzlich jubelten sie ausgerechnet dem Mann zu, der sich nicht lange vorher als Gott betitelte und sich mit allen erdenklichen ekligen Tricks und Machenschaften bis an die Spitze vorgekämpft und mir das Gold abgenommen hatte. Nun aber sollte er der große Held sein?!“
Die Augen des Night Fighters treffen nun wieder die von Slate.
Mad Dog: „Dieses Gefühl hast du jetzt mir gegenüber, huh?! Das kann ich gar ein wenig nachvollziehen… Vielleicht solltest du in deine Analyse allerdings meine ganze Karriere einbeziehen. Da ist ja nicht nur Simargl - da sind MD, der Night Fighter, die unbekannte Konstante – die groteske Töle. ALL das bin ich, Slate. Ich kenne meine Bösartigkeit, meine Widerwärtigkeit. Aber ich kenne auch meine Sehnsucht nach Gerechtigkeit und wahrem Triumph.“
MD legt den Arm auf Bens Schulter, kommt ihm dafür nochmal ein Stück näher. Slate schaut ihn misstrauisch an.
Mad Dog: „Kennst du ebenfalls deine böse Seite, Ben?! Deinen Schatten… und sag jetzt nicht du hast keinen; ich habe zu viele gesehen, die das behauptet haben.“
Noch einmal haftet der Tölenblick wie Pech auf ihm und fast scheint es einen ähnlichen Moment zu geben wie zuvor, als Slate seine Emotionen nicht im Griff hatte. Dann aber klopft MD ihm abschließend auf die Schulter, wirbelt herum und betrachtet seine Stiefel. Ben dreht er dabei den Rücken zu.
Mad
Dog: „Iokepa sieht in mir lediglich einen alten Mann. Du
würdest denselben Fehler tun, wenn du alt gegen böse
eintauschst. Beides ist falsch – und beides wird nicht zum
Erfolg führen. Weder heute für Iokepa, noch morgen für
dich.“ Sein Körper ist vollständig angespannt und der Kiefer zusammengepresst. Dann atmet er aus, lässt Druck ab. Endlich dreht er sich um und geht an Slate vorbei, um die Türe zu öffnen. Mit
einer hektischen Handbewegung macht er dem Schweizer klar, dass
es ihm reicht und er Ben Slate bedeutet den Raum zu
verlassen.
Mad Dog: „Du bist die leuchtende Blume, huh?! Dann sorg für genug Wasser und Sonne.“
Mad Dog knallt die Tür zu und die Kamera schaltet ab.
Ein wenig Nervosität hat sich bei zumindest einen der beiden Wrestler angesammelt, auch wenn er schon Jahrzehnte an Wrestlingerfahrung auf dem Buckel hat. Das Publikum hat ihn verziehen, das ist auch der Hauptgrund für seine innere Unruhe, er will seine Zereo Army einfach nicht enttäuschen!
Mike MacKenzie und Raymond Douglas werden dabei gesichtet, wie sie sich just in diesem Augenblick für ihr Match fertig machen. Während Morbeus bereits dabei ist, sich ein wenig zu stretchen, zieht sich Zereo Killer seine Wrestlingklamotten an, heute in blau und grün.
Morbeus: „Geht’s dir auch so, Mike? Die ersten drei Minuten knackt der Körper nur noch beim stretchen. Ich frage mich mittlerweile, wie lange ich das mir selbst noch antun kann. Was ist dein Geheimnis, du scheinst ja wieder in Topform zu sein?“ Zereo Killer: „…..“ Morbeus: „…noch nicht so gesprächig, Mac? Du hast echt ne merkwürdige Pre-Match-Vorbereitung. Wir beide haben doch diese Matches schon hunderte Male hinter uns gebracht. Und du wirkst auf mich, als ob das hier heute dein erster PPV ist. Dein erstes Titelmatch!“
Tiefes Durchatmen ist beim Kalifornier zu vernehmen, ehe er sich dann neben Morbeus setzt und ihn ansieht. Er zögert ein bisschen mit seinen Worten, doch dann folgt die Antwort.
Zereo Killer: „Ich weiß, es hört sich ein bisschen komisch an, aber ich bin tatsächlich ein bisschen nervös wegen heute. Wir haben unser erstes gemeinsames Match bei War Evening gewonnen, doch der richtige Test ist heute, und wir stehen sofort im Titelmatch.“
Morbeus würde MacKenzie am liebsten direkt ins Wort fallen, doch Mr. #ISGI deutet mit einer bittenden Geste an, dass er noch weitersprechen will.
Zereo Killer: „Versteh mich nicht falsch, ich weiß um unsere beiden Fähigkeiten im Ring, dennoch ist es lange her, dass ich so ein wichtiges Match hatte. Und ja, ich will meine Fans auch nicht enttäuschen, verstehst du?“
Der fragende Blick in Richtung des Kanadiers ist zu sehen. Die Antwort folgt prompt.
Morbeus: „Oh hey, Alter schützt vor Scharfsinn nicht. Kurios, dass ich mit dem jungen Kyle Douglas nie solche Gespräche geführt habe. Vermutlich, weil er nichts zu verlieren hatte… Aber es spricht für dich, Mike. Deine Legacy ist unendlich. Und da soll es keine peinlichen Fußnoten geben. Wie Niederlagen in Titlematches gegen aufstrebende Teams wie die Hasen. Aber ich kann dich beruhigen. Du leidest nicht am Hochstapler-Syndrom. Du bist noch immer ein fantastischer Wrestler. Ich vertraue unseren Fähigkeiten! Wir können und wir werden heute die Titles gewinnen. Mit jeder Pore habe ich bei unserem Match gespürt, dass du auf einem Toplevel kämpfst. Dass die Selbstverständlichkeit der Moves noch immer da ist. Diesen Zereo Killer brauchen wir. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir heute Abend GEMEINSAM die Titel holen werden.“
Titelgold. Die Tag Team Titel ein drittes Mal um die eigenen Hüften zu schnallen. Sich zehnfacher GFCW-Titelträger nennen zu dürfen, das hört sich doch alles schon sehr toll an. Langsam ziehen sich die Lippen des Kaliforniers in die Horizontale. Die Stimme wird ruhiger, die Euphorie kehrt zurück.
Zereo Killer: „Selbstvertrauen, sowas besitze ich natürlich! Die Gier nach dem großen Sieg heute, sie treibt mich voran. Das Bündnis mit dir, der geschlossene Friede mit dir, stärkt auch meinen Rücken.“
Er ballt die Faust und richtet seinen Blick in die Richtung, von der er die Schreie der Fans in der Halle hören kann.
Zereo Killer: „Und die Unterstützung der Fans treiben mich voran, wie in den guten alten Zeiten!“
Der plötzlich wildentschlossene Blick trifft seinen Tag Team Partner.
Zereo Killer: „Weißt du was? Du hast genau die richtigen Worte getroffen, danke dafür. Ich bin fest davon überzeugt, wenn wir Beide unser Bestes geben, dann kann das Ergebnis nur lauten, dass wir heute Abend gewinnen werden!“ Morbeus: „Puh, das sind schon Töne, die mir deutlich besser gefallen. Dein wiedergefundener Mut ist essenziell für unseren Erfolg. Wir werden beide ans Maximum gehen müssen, um die Titles heute gewinnen zu können……und deswegen ist da noch ein Punkt, den ich gerne mit dir besprechen möchte, Mike.
Mike MacKenzie knickt kurz seinem Partner zu und symbolisiert seine offenen Ohren in diesem Pre-Match-Gespräch.
Morbeus: „Wir beide gehen ja schon ziemlich straff auf die 50 zu. Das ist ja schon eine Wegmarke im Leben, wo man doch auch sagen kann: Gut, lass ich es mal ruhiger angehen oder mache mehr mit „Auge“. Ich mein deine wrestlerische DNA ist schon auch die Waghalsigkeit und unfassbare Akrobatik in deinen Moves. You still got it und so weiter. Aber bedenke, dass der Margin of Error im Alter extrem klein geworden ist. Die Moves werden immer schwieriger und Impact kann auch was anderes haben. Mein Style hat sich in den letzten Jahren schon etwas geändert. Mehr Brawling Elemente sind drin. Ich muss ja gucken, dass ich weiter effektiv bin. Ich mein du hast nach wie vor ne unglaubliche Power, aber vielleicht kannst du dein Moveset noch mal anpassen? Wir können beide dieses maximale Tempo einfach nicht mehr gehen, Mike.
Diese Worte treffen dem Rückkehrer bis ins Mark. Auch wenn es ein gut gemeinter Rat ist, MacKenzie soll ein bisschen an seinen geliebten Wrestlingmoves arbeiten? Der Kopf wird in den Nacken gelegt und er blickt zur Decke hoch. Die Augen werden auch leicht verrollt. Ein tiefes Seufzen ist zu vernehmen, ehe er wieder den Blickkontakt sucht.
Zereo Killer: „Ray… ich weiß, was ich kann, und was ich nicht kann. Und es gibt nichts, was ich nicht kann! Das werde ich dir heute beweisen!“
Im Anschluss steht MacKenzie auf und verlässt deren gemeinsame Umkleidekabine. War das jetzt gut oder schlecht, was Morbeus hier ausgelöst hat? Zereo Killer scheint bis in die Haarspitzen motiviert zu sein, doch er ist auch ein wenig erbost aufgrund der Aussagen seines Tag Team Partners. Eigentlich wollten sie noch über das Match sprechen, doch das fällt zumindest in diesem Augenblick ins Wasser.
Was wird heute beim Titelmatch passieren? Wir werden es herausfinden!
Die Kamera schwenkt auf den Parkplatz, wo gerade Thunder und der Lord of Steel ihre Taschen aus dem Kofferraum eines Taxis holen. Thunder macht den Kofferraumdeckel zu, holt seine Briefftasche aus seiner Hose und bezahlt den Fahrer. Der Fahrer lässt den Motor starten und fährt los. ThunderSteel gehen langsam schlendernd in Richtung Eingang. Dort begegnen sie Mac Müll, der die beiden herzlichst begrüsst.
Mac Müll: „Hallo Jungs. Schön euch wieder zu sehen. Wie geht es denn so?“ Thunder: „Hallo Mac Müll. Es läuft alles. Unsere Wrestlingschule ist super dabei. Könnte nicht besser sein.“ LoS: „Es ist immer wieder schön seinen Bruder Parn wiederzusehen. Ich hoffe, dass es ihm gut geht.“ Mac Müll: „Ich denke schon.“ LoS: „Es ist schon toll, dass diese Liga so lange existiert und ich habe letztens auf der Homepage nachgeschaut. Echt Wahnsinn wie viele Wrestler hier in dieser Liga in diesen 25 Jahren im Ring standen.“ Thunder: „Das stimmt. Wir gehören ebenfalls dazu. Das muss man feiern. Ich hoffe, dass du nachher auch dabei bist, wenn wir ein Fass aufmachen?“ Mac Müll: „Ich denke schon.“ LoS: „So nun entschuldige uns bitte. Ich möchte meinen Bruder aufsuchen. Kann es gar nicht mehr erwarten ihn wiederzusehen.“ Thunder: „Der Lord hat gesprochen. Wir sehen uns später.“ Mac Müll: „Ciao bis später.“
ThunderSteel verschwinden in der Halle und die Eingangstür fällt zu. Dann fadet das Bild aus.
Vivian Tolnai: „Was für eine Reise.“
Die GFCW-Journalistin schließt die Tür hinter sich. Sie kommt aus einem Büro, neben dem ein großes GFCW-Logo angebracht ist. In der Hand hält sie ein fein säuberlich gefaltetes Stück Papier, welches sie non-chalant in der Tasche ihres Mantels verschwinden lässt. Die Person hinter der Kamera geht rückwärts, sodass Tolnai im Bild bleibt, während sie zu laufen beginnt.
Vivian Tolnai: „Robert Breads hat einen langen, umständlichen und bisweilen steinigen Weg hinter sich. Das hat mich inspiriert, ebenfalls ein… nennen wir es kompliziertes Unterfangen zu starten.“
Mit einem einstudiert wirkenden Lächeln klopft sie auf ihre Manteltasche, in der gerade das Papier verschwunden ist.
Vivian Tolnai: „Wenn ihr das hier seht, dauert es nicht mehr lange bis zu seinem letzten Match. Und bis ich das Ziel meiner Reise erreicht habe, lasst euch doch von einigen alten Bekannten, die mein Team und ich bereits besucht haben, ein bisschen über Robert Breads erzählen.“
Sie schweift mit der Hand einmal in einem Bogen von links nach rechts durch Bild.
Vivian Tolnai: „Ich wüsste da auch schon jemanden, mit dem wir beginnen können.“
----- THE
END
Wir sind in Sizilien. Weder an der Farm-Corleone noch in der luxuriöseren Villa von Mr Purple. So genau erkenntlich wo genau wir in Sizilien sind, können wir gar nicht. Wir haben auf jeden Fall die wunderschöne Landschaft – einige Berge und Täler, wie auch das Meer – im Hintergrund, bei doch recht freundlichem Wetter und demzufolge Sonnenschein. Während die Kamera den perfekten Shot sucht, sehen wir nun, wie hier scheinbar ein Café oder ähnliches zu sein scheint. Nicht außerordentlich schick, nicht nobel oder modern, aber dennoch recht stilvoll und der Location entsprechend. Man könnte meinen: wie man sich das eben so vorstellt. Ein kleines, feines, sizilianisches Café.
Wichtig ist dabei aber eh nur ein Tisch, der am Rand dieser schönen Szenerie liegt, auf dem sich der GFCW World Championship-Titel befindet. Die Kamera findet nun ihren Spot, filmt den Tisch mit dem Titel prominent im Bild und der Landschaft im Hintergrund und in dieses Bild hinein tritt nun der Mann, dem dieser Gürtel aktuell gehört: The End.
End sitzt also da und schaut auf den Gürtel.
The End: „Zwei Mal hast du diesen Titel getragen, Robert.“
End hypnotisiert den Gürtel weiter, bevor er in die Kamera schaut, durch diese er direkt zu Robert Breads spricht.
The End: „Nun, das ist beachtlich. Ich weiß, wovon ich spreche. Allerdings… hätten es auch drei Mal sein können.“
Ends ernste Miene wird etwas schelmischer. Es scheint, als würde er fast schon auf eine spielerische Art andeuten Robert necken zu wollen, ohne, dass er ihn dabei in diesem Moment direkt angreifen will.
The End: „Aber, das ist egal. Denn, egal wie oft dein Name in der Title Historie des GFCW-World Championships stehen mag und das sage ich als Champion mit allerhöchsten Respekt vor diesem Titel, so ist es doch nebensächlich, wenn man sich bedenkt, dass du etwas noch viel Größeres geschafft hast, als nur ein guter Champion zu sein. Du hast dich unsterblich gemacht, abseits einer Titelregentschaft.“
In Ends Augen liegt nun eine gewisse Ehrfurcht. Man spürt, dass End definitiv Respekt vor Robert Breads hat und das ist durchaus ein sehr besonderer Moment, denn wie auch sein Ziehvater, lässt ein The End das Publikum nur sehr selten in seine ehrliche Gefühlswelt blicken.
The End: „Den höchsten Preis einer Liga zu gewinnen, das ist das erklärte Ziel eines jeden Wrestlers. Aber wie viele Wrestler haben diesen Titel getragen, an die man sich heute kaum noch erinnert? An einen Robert Breads wird man sich immer erinnern und das über die Bedeutung als Champion hinaus.
Und ich bin ehrlich. Ich weiß nicht so ganz, wie du das geschafft hast. Die wenigsten schaffen das. Sicher könnte ich jetzt hier in Lobestiraden verfallen, wie es die meisten tun werden. Aber uns ist allen bewusst, wie gut du bist. Wir alle wissen, dass du einer der Besten bist. Wärst du es nicht, dann hättest du nicht das, worauf ich hinauswill: ein Erbe.“
Nun wird End wieder eine Spur ernster.
The End: „Eine Erbe, dass du der Wrestling-Welt hinterlassen wirst. Eine Karriere, die ihresgleichen sucht. Du hast alles geschafft, Titel errungen, bedeutende Schlachten gekämpft und gewonnen, du bist in der Hall of Fame und auch, wenn du in den letzten Jahren oft verloren hast, kommt man nicht umher die Legende zu sehen, die du bist. Du hast uns leider auch Aiden Rotari beschert, aber das nehmen wir dir nicht übel.“
Hin und wieder springt End zu seinem fast schon „kumpelhaften“-Humor in Richtung Breads, der ebenso ungewohnt ist, wie der Einblick in Ends ehrliche Meinung über Etwas. Aber vielleicht ist das auch nur Ends Art Robert Breads zu verabschieden, in der er eine Rolle spielt, von der er denkt, sie könnte passend sein.
The End: „Und so… kann ich nicht anders, als bei deinem Abschied darüber nachzudenken, was wohl mein Erbe sein wird. Wie wird meine Karriere rückblickend betrachtet werden? Werde ich nur ein Name auf der langen Liste der Männer sein, die diesen Titel errungen haben oder wird man auch an mich abseits dessen denken?
Das Ende der Karriere ist so etwas wie der Tod eines Wrestlers. Dein Wrestling-Tod, Robert, macht mich meiner Wrestling-Sterblichkeit bewusst.“
Eine Aussage, die nun gänzlich ohne Humor getätigt wird. Mit der nötigen Portion an Dramatik spricht End diese Worte und mit einem Blick, hinter dem nun tausende von Gedanken stehen, untermalt er, was er sagt.
In diesem Moment scheint die Erkenntnis, dass eine Wrestling-Karriere endlich ist, am Beispiel von Robert Breads durch Ends Kopf zu schießen.
The End: „Eine Sache… wird man wohl ewig von mir sagen, vor allem, wenn man über Robert Breads spricht. Du hättest diesen Titel drei Mal haben können, wäre ich nicht gewesen, denn deine letzte Chance auf den Titel… war gegen mich. Und so bin ich derjenige, der dem großen Robert Breads die finale Chance auf einen letzten Title Run genommen hat.“
Man merkt, dass The End nun mal The End bleibt. Er kommt nicht drumherum seine eigene Person anhand der ganzen Lobpreisungen von Breads, noch einmal aufzuwerten, aber das schmälert ja nicht die Bedeutung des Erfolgs, für den The End seinen Sieg über Breads verkauft.
The End: „Was habe ich der Welt genommen? Einen letzten großen Titelrun einer Legende? Oder ein Trauerspiel und Schatten, von dem, was einmal war? Ich weiß es nicht, niemand weiß das und wird es je wissen und das ist ein Teil von meiner Legende, von meinem Erbe.“
Nachdem End also kurz wieder in den Angiffsmodus gewechselt ist, wird er nun wieder ernster.
The End: „Und doch, die Welt dreht sich weiter. Ohne dich, Robert, wird alles weitgehen, genauso wie es irgendwann einmal ohne mich weitergehen wird, wenn meine Zeit gekommen ist. Und wenn dieser Zeitpunkt gekommen ist, dann bleibt die Frage, was wir der Wrestling-Welt hinterlassen.
Was werden Generationen von aufstrebenden Wrestlern einmal von uns denken?
Beim fünfzigjährigen Jubiläum der GFCW – wer wird diesen Titel dann in seinen Händen halten und wird er uns noch kennen?
Wie wird man sich an uns erinnern?
Was ist es, dieses Erbe?“
Mal ist er passiv-aggressiv und in Stänkerlaune, mal ernst und mal schon etwas melancholisch, aber man merkt in jedem Falle, dass The End all seine Worte bedacht spricht.
The End: „Unser Name auf diesen Listen; die Matches, die wir gewrestlet haben; die Siege, die wir errungen haben und ja, auch unsere Niederlagen. Unsere Worte, unsere Taten, die Momente, die wir dieser Liga beschert haben. All das Gute, all das Schlechte, was wir getan haben. Jedes Mal, wenn wir diese Rampe hinuntergelaufen sind, jedes Mal wenn unsere Namen gerufen wurden.
All das, macht uns in der Wrestling-Welt unsterblich.“
Er ist nicht der Typ dafür seine Emotionen rauszulassen, seine Meinung über andere Menschen zu zeigen oder sich in seine Gefühlslage schauen zu lassen. Aber The End driftet im Sinnieren über Roberts Breads Ende, über das Ende an sich nach. Man könnte sagen: Robert Breads Ende bringt The End zum Nachdenken über das Ende.
Das Ende einer Karriere. Das Ende jeder Karriere.
The End: „Ich werde noch viel Zeit haben, mir über darüber Gedanken zu machen, was dich aber angeht, Robert, weiß ich… du hast das bereits geschafft. Du bist… unsterblich… und jeder, der das zu leugnen versucht, ist ein Narr. Man wird sich an Robert Breads erinnern, noch lange Zeit, vielleicht ewig.“
Ehrliche Worte von The End und ganz ohne doppelten Boden. Als End davon spricht, dass Breads „unsterblich“ sei, klingt es fast schon etwas anschuldigend. Als wäre das etwas Schlechtes.
The End: „Nunja und ich, ich ganz persönlich… ich werde mich daran erinnern, dass ich diese unsterbliche Legende besiegt habe. Nicht in ihrer besten, aber in ihrer gefährlichsten Version.“
Das war, was Robert Breads im finalen Gespräch der Beiden vor deren Match bei Heir to the Throne 2024 gesagt hat, in Ends erstem Title Run. Dort hat, wie End selbst gesagt hat, er seinen Titel gegen Robert Breads aufs Spiel gesetzt, was bis heute die finale Titelchance von Robert Breads war und Breads wusste das selbst. Deshalb hat er angekündigt, dass The End nicht gegen den besten Robert Breads antreten wird, sondern gegen den Gefährlichsten.
Und den hat The End besiegt.
The End: „Robert, es war mir eine Ehre dich zu besiegen.“
Ehrliche Abschiedsworte, wie auch ein letzter Seitenhieb. Das einzige große Einzelmatch zwischen End und Robert Breads beinhaltet doch so viel mehr als nur das. Roberts letzte Chance auf den großen Titel, mit der sich End zumindest einen kleinen Moment in der großen und langen Karriere von Breads gesichert hat. Ein Moment, der ewig währen wird, wie Breads und End, in der Geschichte zwischen den Beiden. Eine Respektsbekundung, wie auch einen Eigenpush. End bleibt End und doch ehrt er Robert Breads.
Und andersherum wird ein Robert Breads in der Karriere von The End immer einer seiner ersten großen Erfolge als GFCW-Champion sein.
Irgendwo zwischen ernst gemeint, stichelnd, teilweise-etwas-überdramatisch, undurchsichtig und vermutlichen vielen weiteren Bezeichnungen, könnte man diese Rede wohl einordnen. Was meint End ernst? Wo übertreibt er? Was ist vielleicht etwas verschönert? Wer weiß, größtenteils sind Ends Worte sehr versöhnlich und wieso auch nicht, es gibt für ihn keinen Grund gegen Robert zu schießen, da er sich nichts mehr von Robert versprechen kann und vielleicht macht das Nachdenken über das Ende dann doch etwas mit The End.
Und schließlich steht er auf, um aus dem Bild zu treten. Den GFCW-World Title lässt er dabei aber noch auf dem Tisch liegen, sodass er im Bild verweilt. Die Kamera hält auch noch weiter darauf, sodass, wenn man so will, für den kurzen Moment der Eindruck entsteht, als würde auch der Titel noch einmal im Sinne von Robert Breads Karriere nachwirken, schließlich hat Breads diesen zwei Mal gehalten.
Und damit fadet das Bild langsam aus und die Botschaft des GFCW-World Champions an die Legende Robert Breads endet.
----- TIMO
SCHILLER
Performance Center. Wer es mit der GFCW hält, erkennt die Szenerie sofort. Der Trainingsring im Hintergrund, die Hanteln und Geräte in unmittelbarer Umgebung.
Auf einem Stuhl sitzt Timo Schiller.
"Ich hätte mehr wie Aiden sein müssen."
Es ist eine nüchterne Feststellung in Schillers Stimme. Seine jugendliche Energie, die für ihn typische Prise Naivität, fehlt.
"Dann wäre ich vielleicht auch ein Favorit von Robert gewesen. Vielleicht gab es mal die Zeit, in der das Office an sich auf mich größere Stücke hielt, damals als wir beide noch Rookies waren. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Robert selbst immer schon mehr von Aiden gehalten hat. Er hat es am Anfang vielleicht nicht zugegeben."
Schulterzucken. Schiller spricht die Worte nicht mit Verbitterung. Er hat sich abgefunden damit, wie es ist. Vorgeblich.
"Die beiden sind sich einfach zu ähnlich, auch wenn sie das bestreiten würden."
Kunstpause. Schiller ruckt auf dem Stuhl herum, so dass die Kamera ein Stück wandern muss, um ihn weiter frontal einzufangen.
"Und was soll ich sagen? Robert hat Recht behalten. Aus dem einen seiner beiden Rookies ist ein World Champion geworden, der andere kämpft noch immer darum, seine Karriere endlich in die richtigen Bahnen zu bekommen."
Schiller legt die Hände auf den Beinen ab und reibt sich die Oberschenkel. Nicht weil ihm kalt ist, sondern weil er das Gefühl hat, etwas tun zu müssen, um ruhig zu bleiben. Er ist nicht zwingend wütend auf Breads; aber womöglich auf die Situation, in der es sich selbst befindet.
"Nun ist die Karriere von dir, Robert, vorbei. Meine geht noch mindestens 10 Jahre. Vielleicht 20, wenn das Glück mir hold bleibt. Und doch weiß ich schon heute, dass der Rest meiner Karriere immer ein bisschen unter deinem Zeichen stehen wird. Du bist ein Teil von mir."
Er sagt es mit Bestimmung – und als wäre das nicht genug, bestätigt er sich selbst mit einem feierlich ernsten Nicken.
"Ich weiß, dass ich den Rest meiner aktiven Zeit darum kämpfen werde zu beweisen, dass du in dieser einen Sache doch nicht recht hattest. Dass nicht Aiden das Ausnahmetalent war, sondern dass man langfristig gesehen auch seinen Weg gehen kann, wenn man mehr ist wie ich."
Hoffnung liegt in der Stimme, genau wie in seinem Gesichtsausdruck. Und da ist er wieder, der Drang, sich in Naivität zu flüchten. Mit einem Schatten darüber, denn offensichtlich ist Schiller sich nicht mehr sicher, ob er noch realistische Ziele oder bloße Träume beschreibt.
"Du bist in meinem Kopf. Du wirst es noch in 20 Jahren sein, wenn vielleicht ich eines Tages meinen letzten Kampf habe. Und du es von zu Hause am Fernsehen verfolgst. Ich glaube, es gefällt dir, das zu wissen. Der alte Robert wird sich bei meinem Abschied irgendwann näher zum Fernseher beugen, mit dem Finger drauf zeigen und im Inneren darüber grinsen, wie sehr er uns beeinflusst hat. Denn eines, Robert, bist du trotz vieler Veränderungen immer geblieben: ein Narzisst."
Keine Beleidigung, eine neutrale Annahme.
"Aber vielleicht muss man das auch sein, um in diesem Business unsterblich zu werden. Wäre ich mehr wie du, wäre ich vielleicht erfolgreicher. Du bist der einflussreichste Wrestler, an den ich mich erinnere. Wenn ich dir eines Tages in der Geschichte des Wrestlings ebenbürtig sein könnte, trotz unserer unterschiedlichen Art, dann habe ich alles in meiner Karriere erreicht, dass ich erreichen kann."
Ein Paket. Es war keine volle Minute, die Hollywood Jake seinen Platz verlassen hatte, um einen Kaffee zu holen. Und doch: Als er zurückkam, war es plötzlich da. Lag an seinem Platz, mitten auf dem Tisch. Eine Schleife dran, ein Kärtchen.
Hollywood Jake: „Dieser kranke Wichser.“
Seitdem er das Geschenk vorgefunden hat, streunt Jake immer wieder um den Tisch herum, traut sich aber nicht, näherzukommen und nach der Box zu greifen. Hinter ihm hat sich mittlerweile eine Traube von Interessenten gebildet. Sie recken die Hälse, um zu sehen, was der Grund für Jakes Stimmungsschwank ist. Eben noch war er ungewohnt ruhig, geradezu in sich gekehrt, nun spricht Nervosität aus seinen Bewegungen. Unter denjenigen, die die Szenerie beobachten, sticht eine Person hervor. Weil sie ein Mikrofon hat. Es ist Tammy. Sie bahnt sich einen Weg zu Jake, um einen besseren Überblick zu bekommen, was eigentlich genau los ist.
Tammy: „Hallo, was ist denn das? Ein Geburtstagsgeschenk! Wie schön!“
Sie tritt näher an den Tisch heran.
Tammy: „Warum machst du es denn nicht auf, Jake?“
Dann fällt ihr Blick auf das Kärtchen an der Schleife. Der Absender. Iray. Tammys Stimme wird ernster.
Tammy: „Oh.“ Hollywood Jake: „Ja, oh. Dieser kranke Typ. Dieser Psycho. Fuck.“
Geht es nach Jakes Gesichtsausdruck, muss sich etwas Furchtbares im Inneren befinden. Also schließt sich Tammy der Vorsicht des Switziverslers an. Betrachtet das Paket ebenfalls von allen Seiten, doch traut sich nicht, näherzukommen.
Tammy: „Was ist denn drin? Was hat dich so aufgewühlt?“ Hollywood Jake: „WOHER SOLL ICH DAS DENN WISSEN?“ Tammy: „Äh, hast du es noch nicht aufgemacht?“
Die Interviewerin wirft einen genaueren Blick auf das Geschenk. Tatsächlich: Es ist unversehrt.
Hollywood Jake: „Nein. Und das werde ich auch nicht? Was soll schon drin sein, hm?“ Tammy: „Ich meine, es ist ein Geschenk. Du solltest es öffnen.“
Die Sensationsgeilheit spricht aus Tammy. Was – ist – in – der – Box? Sie betrachtet das mysteriöse Päckchen mit unverhohlener Erregung. Jake macht einen Schritt auf das Paket zu und greift nach der Schleife. Doch als seine Finger sie berühren, zuckt er zurück.
Hollywood Jake: „FUCK! Ich will es gar nicht wissen.“
Aus sicherer Entfernung starrt er auf das Geschenk. Sein Blick wird von sorgenvoll zu hasserfüllt.
Hollywood Jake: „Ein Finger oder gleich eine ganze Hand oder…“ Tammy: „SO schlimm ist Iray Burch auch nicht.“ Hollywood Jake: „Ach ja? Du kennst ihn doch gar nicht, Tammy. Du weißt nicht, was in seinem Kopf angeht und…-“
Er verstummt mitten im Satz. Sein Gesicht wird grau, als ihm etwas Wichtiges einfällt. Schweißtropfen treten auf seine Stirn und mit zitternden Fingern zieht er sein Smartphone aus der Tasche hervor.
Hollywood Jake: „Ich muss meine Familie anrufen, ob es ihr gut geht. Ich schwöre es, wenn Iray ihr etwas angetan hat, dann…“ Tammy: „JAKE! Beruhige dich. Es ist nur ein Geschenk.“ Hollywood Jake: „Ach ja? Hast du nicht SIEBEN mit Brad Pitt gesehen, Tammy? Du bist ein naives Huhn. Dieses Ding da…“
Mit spitzen Fingern tippt er nach dem Paket.
Hollywood Jake: „…verheißt nichts Gutes. Das merkt man einfach. Ich muss jetzt meine Familie anrufen. Und Darragh. Oh Gott, hat heute schon jemand Darragh gesehen? IST ER NOCH AM LEBEN?“
Während Jake eine Nummer auf seinem Handy eingibt, tritt eine zunehmend ungeduldige Tammy vor und greift nach der Box. Hebt sie, unter einem Raunen der umstehenden Interessierten, hoch. Schüttelt sie. Kein Geräusch aus dem Inneren. Und der Karton ist überraschend leicht.
Tammy: „Ich werde es nun öffnen.“
Erstaunt über so viel Mut lässt Jake sein Smartphone sinken. Er tritt einen Schritt zurück, als Tammys Finger an der Schleife zu nesteln beginnen.
Tammy: „Es ist…“
Sie hebt den Deckel der Box an. … … …
Tammy: „…ein Handtuch.“ Hollywood Jake: „Voller Blut.“ Tammy: „Nein, es ist sauber und riecht gut.“
Sie hält, für alle Umstehenden sichtbar, ein gestreiftes, blau-weißes Handtuch hoch. Nach einem ersten kollektiven Aufatmen bricht sich ein neues Gefühl seinen Weg. Verwirrung.
Hollywood Jake: „Warum ein Handtuch? Und es ist auch kein ausgelöffeltes Auge meiner Mutter darin eingewickelt? Ganz sicher?“ Tammy; „Es ist frisch.“
Sie wedelt mit dem Handtuch. Dabei fällt ein kleiner Umschlag aus dem Stoff heraus und landet in Tammys anderer Hand. Sie legt das Handtuch zur Seite und öffnet den Umschlag.
Tammy: „Ein Brief.“ Hollywood Jake: „Lies ihn vor! Sofort!“
Lieber Jake, mein Klient Iray Burch ist dir die Antwort schuldig, was er sich Schönes für den heutigen Tag ausgesucht hat. Ich möchte es dir erklären. Menschen sind schwach. Genauer gesagt: Ihr Geist. Sobald es schmerzhaft wird, wählen sie einen Ausweg. Aus diesem Grund kann man selbst – als das Opfer – nicht beurteilen, ob man bereits genügend gelitten hat. Diese Beurteilung kann nur von außen getroffen werden. Von jemandem, dessen Geist nicht von körperlichem Schmerz getrübt ist. ‚Wenn der Geist versagt, kann der Körper noch kämpfen‘. Iray möchte dir diese Theorie heute beweisen. Er möchte, dass du merkst, wie viel mehr Leid du ertragen kannst, selbst wenn du es musst. Aus diesem Grund wählt er eine besondere Art des I-Quit-Matches. Es hat mit diesem Handtuch zu tun. Tammy setzt kurz ab, um noch einmal das Handtuch für alle gut sichtbar hochzuheben. Ganz unschuldig sieht es aus, ein flauschiges Stück Leinen. In dem Match, welches du gegen Iray Burch bestreiten wirst, kann du nicht selbst aufgeben. Du musst eine Person benennen, die als dein Wächter beurteilt, ob du wirklich am Ende bist. Diese Person muss das Handtuch werfen, um deine Niederlage zu symbolisieren. Wir nennen diesen Kampf Guardian’s Decision-Match. Nun, wer wird dein Wächter sein? Für Iray werde ich diese Rolle übernehmen. Auch wenn ich nicht denke, dass ich zum Einsatz kommen werde. - Shelly
Tammy lässt den Brief sinken und Stille legt sich über den Raum. Ein jeder und eine jede verarbeitet die Information für sich selbst. Welche Konsequenz für Jake darin liegt. Der Switziversler jedoch wirkt scheinbar gar nicht so traurig über die Entscheidung Burchs. Im Gegenteil: Ein verschmitztes Lächeln tritt auf sein Gesicht, erstmals seit Szenenbeginn macht der Youngster den Eindruck, als sei er positiv gestimmt.
Hollywood Jake: „Ein Wächter muss das Handtuch schmeißen? Das heißt, er könnte also einfach direkt am Anfang des Kampfes, direkt nach der Ringglocke…“ Tammy: „Der Brief hat noch eine Notiz auf der Rückseite. Warte, ich lese vor.“
Übrigens: Sollte dein Wächter auf die Idee kommen, dein Handtuch vorschnell zu werfen, bevor dein Limit erreicht ist, dann wird er die Differenz an Iray bezahlen. - Shelly
Hollywood Jake: „Scheiße.“
Die gute Stimmung Jakes ist verflogen. Er bekommt von Tammy das Handtuch gereicht und betrachtet es für einen Augenblick schweigend. Knüllt es in der Hand. In seinen Gedanken versunken bekommt er kaum mit, dass Tammy vor ihn getreten ist und ihn fragend anblickt.
Tammy: „Wer wird dein Wächter sein, Jake?“ Hollywood Jake: „Ich werde Darragh anru…- FUCK! Er wollte erst zu seinem Kampf kommen. Er ist noch gar nicht in der Halle.“
Als ihm die Konsequenz dieser Aussage bewusstwird, rubbelt sich Jake mit einem Anflug von Panik die Haare. Er wirbelt auf den Hacken herum und fährt mit dem Gesicht die Schaulustigen ab, die sich hinter ihm versammelt haben, um zuzuschauen. Unter den gut fünfzehn Menschen sind neben irrelevanten Mitarbeitern auch einige bekannte Gesichter. Eines von ihnen fixiert Jake mit falschem Lächeln.
Hollywood Jake: „Pex! Oh, mein Guter. Wie schön, dich zu sehen! Du hast doch sicher Lust, heute etwas Anniversary-Atmosphäre zu atmen, was? Komm, du Ausnahmetalent, du bist heute mein Guardian.“
Der Riesaer versucht, das Handtuch in die Hand von Petes Sohn zu drücken. Doch Jona Pexianer verschränkt die Arme vor der Brust und schüttelt entschieden mit dem Kopf.
Jona Pexianer: „Sicher nicht, Jake. Ein halbes Jahr lang bist du ein Arschloch und plötzlich willst du was von mir und wirst nett? Vergiss es. Ich lass mich nicht verarschen.“
Ohne weitere Worte dreht sich Pex ab und stapft davon. Gleich mehrere der Anwesenden tun es ihm gleich. Jake versucht, sein Handtuch in die Hände von Lukas Meyer-Gittenstein zu stopfen, doch auch dieser wehrt ab und bringt sich in Sicherheit. Die Kombination daraus, sich an einen Ring mit Iray Burch zu begeben und einem Arschloch wie Jake zu helfen, ist offenbar nicht beliebt.
Hollywood Jake: „Celo, mein Brudi. Hier‘ nimm dieses Handtuch.“
Weil Celo Marx nicht schnell genug wegkommt, legt Jake ihm das Handtuch auf die Schulter. Doch der Mann, der vor zwei Wochen Iokepa besiegt hat, schüttelt sich einmal wie ein Hund und lässt das Objekt zu Boden gleiten. Dann gibt er ein lautes, entschiedenes „NEIN!“ von sich. Mittlerweile hat sich der Raum rund um Hollywood Jake fast komplett geleert. Und das Panik-P in Jakes Augen wird immer größer.
Hollywood Jake: „Aber, aber, aber…wenn ich keinen Wächter habe, ist dieser Kampf NIEMALS für mich zu Ende.“
Soweit die Regeln, ja. Was diese Konsequenz bedeutet, lässt Jake ein erschrockenes Stöhnen erfahren, als er es in Gedanken durchgeht. Er wählt die Flucht nach vorne und joggt durch den Backstagebereich, schaut sich links und rechts nach bekannten Gesichtern um. Einige bringen sich in Sicherheit, andere verstecken sich. Dann, nach einer Suche, die Jake wie endlos vorkommt, trifft er auf ein kleines Grüppchen Menschen, das im Gespräch zusammensteht. Jake braucht einen Augenblick, um zu erkennen, wen er vor sich hat. Dann tippt er einem Mann mit blond gefärbten Haaren auf die Schulter. Der Mann dreht sich um.
Hollywood Jake: „BRADEN! Eine Legende wie du, du möchtest mich doch bestimmt in meinem heutigen Match unterstützen.“
In der Halle – wo diese Szene übertragen wird – ist ein kurzes Raunen zu vernehmen. Der Kerl, den Jake angesprochen hat, ist tatsächlich Braden Hero. Dessen Blick fällt auf Jakes Handtuch, dann entreißt er dem Switziversler den mitgebrachten Brief. Überfliegt ihn – und schüttelt nach schneller Lektüre mit dem Kopf.
Braden Hero: „Ich bin zu WICHTIG, um zu sterben, Jake.“
Er gibt das Handtuch an den Youngster zurück. Dieser versucht es gleich beim nächsten Mann, wirft das Handtuch einem vorbeilaufenden Dreamweaver auf die Schulter. Der Psychologe tippelt aufgeregt mit seinen nackten Füßen über den Fußboden und schmiegt sich an das Handtuch wie an eine flauschige Katze. Er weiß nicht, was abgeht, aber der Stoff fühlt sich toll an.
Dreamweaver: „Du hast Glück, Jake.“ Hollywood Jake: „Du wirst mein Wächter sein?“ Dreamweaver: „Dein Was?“
Er liest den Brief, den Jake ihn reicht.
Dreamweaver: „Haha, nein. Aber ich werde mich gerne mit dir über deine Mutter unterhalten, sobald du wieder sprechen kannst.“
Der Psychologe betrachtet das Handtuch mit nachdenklicher Miene.
Dreamweaver: „Eine schlechte Mutter ist genau wie dieses Handtuch. In beiden Fällen spürt man große Erleichterung, wenn es endlich zu Boden geworfen wird.“
Mit einem breiten Lächeln nimmt Dreamweaver das Handtuch, legt es Jake als Schal um den Hals und beginnt zu pfeifen, während er eine Schleife zu knoten beginnt. Ein zitternder Jake nimmt es hin. Er hat die Hoffnung aufgegeben.
Dreamweaver: „Und jetzt ab in den Ring. Ich höre schon, wie deine Musik spielt.“
Als der Psychologe ihm einen Klaps auf den Rücken verpasst, wacht Jake aus seiner Trance auf. Er hört genau hin und vernimmt es jetzt auch: Das Spielen seiner Musik. Das Match steht bevor. Keine Schonfrist mehr. Ein Match, welches er ohne Wächter nicht verlieren kann – oder besser gesagt: Aus dem es kein Entkommen gibt.
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