GFCW Intercontinental Title

No. 1 Contender Match:
Güldenherz vs. Steve Steel
Referee: Ricky Murk

Aus den Boxen des Veranstaltungsorts dröhnt jetzt Steve Steels alte Musik und der Titantron springt an. Wir sehen Highlightszenen aus Steels Karriere. Und dann stolziert der Bronzed Adonis auch schon auf die Stage. Er trägt eine schwarze Badehose und schwarze Boots, ganz schlicht und klassisch. In beiden Händen hält er Tuben mit Babyöl, das er jetzt wild über seinen Körper spritzt und dabei animalisch posiert. Mit bebenden Muskeln und vor Selbstvertrauen strotzend marschiert er zum Ring.


Laura: „Mit einem Kampfgewicht von 137 Kilogramm, aus den USA… Der Bronzed Adooooonis, Steeeeeeeve Steel!“


Sven: „Ich bin gespannt, wie Steve Steel sich schlägt. Er hat immerhin Jahre nicht gekämpft. Sowas geht nicht spurlos an einem vorbei. Außerdem ist er ja auch nicht mehr der Jüngste.“

Pete: „Das stimmt. Aber Steve ist super in Form, daran besteht kein Zweifel. Ich meine, schau dir diesen Body mal, Sven!“

Zac Alonso: „Ein Wunderwerk der Natur. Hey, gibt es beim Sprechen eigentlich eine Möglichkeit, Worte in ironische Anführungszeichen zu setzen?“


Steve Steel klettert in den Ring und klatscht mit Ricky Murk ab. Der Referee steht natürlich bereits im Ring und erwartet die Kontrahenten. Die beiden lachen.


Pete: „Was war das überhaupt vor zwei Wochen mit den beiden, Sven? Ich wusste gar nicht, das Steve Steel und Ricky Murk so eng befreundet sind. Und wieso in Gottes Namen leitet der DoD dann heuet dieses Match?“

Sven: „Klar kennen die sich, immerhin waren sie lange zusammen im Roster. Und Ricky Murk ist über jeden Zweifel erhaben, da brauchst du dir gar keine Gedanken zu machen, Pete. Er wird das Match sauber und fair über die Bühne bringen.“

Zac Alonso: „Bei so viel Körper, wie ihn Steve hat, ist vielleicht auch Platz für ein bisschen Restehre. Und deshalb bin ich zunächst mal optimistisch, dass er es so macht, wie Sven sagt.“


Steve Steels Musik ist mittlerweile verstummt. Wir hören jetzt orchestrale Musik, untermalt von melodischen Elfenklängen. Dann setzen harte Rockriffs ein. Güldenherz prescht hinter dem Vorhang hervor und entert die Stage. Er bleibt kurz stehen und versucht, die Situation in sich aufzunehmen. Das Adrenalin. Die Emotionen. Den Schweiß. Das ist das größte Match seiner Karriere. Eigentlich ist es auch das erste Match seiner Karriere. Der Beginn von etwas Großem. Mit einem Sieg über Steve Steel ist er von null auf hundert im Intercontinental Title-Picture. Was für eine Chance. Güldenherz trägt eine silberne Badehose, silberne Stiefel und silberne Schoner. Alles glitzt und funkelt. Die langen blondierten Haare runden das Bild ab. Und dann sprintet er los und slidet ins Geviert, so dass Steel erst einmal erschrocken zurückweicht.


Laura: „Und sein Gegner: Mit einem Kampfgewicht von 95 Kilogramm, von einer Galaxie, in der noch nie ein Mensch gewesen ist… Der Lord des Lichts, Güüüüüldenherz!“


Güldenherz steigt auf eine der Ringecken und jubelt den Fans zu. Erstaunlich viele jubeln zurück. Dann springt er runter von der Ringecke und läuft zu Steel und Murk, die in der gegenüberliegenden Ecke zusammenstehen und tuscheln. Misstrauisch schaut er die beiden an. Dann macht Ricky Murk abrupt Anzeichen, dass das Match nun losgehen soll, und bevor Güldenherz hier irgendwelche Fragen stellen kann, stürmt der Adonis auch schon auf ihn zu.


DING DING DING


Steve Steel deckt den nun Mals selbst überraschten Güldenherz mit heftigen Hieben ein, die dieser nur unter größten Anstrengungen einigermaßen abwehren kann. Doch die Schlagsalve hat Güldenherz genug aus dem Konzept gebracht, so dass Steel ihn nun am Arm packen und in die Seile whippen kann. Güldenherz federt zurück…


CHLOTHESLINE


Brachial geht der Lord auf die Matte, springt jedoch unbeeindruckt wieder in die Höh‘, doch da kommt der Adonis schon wieder angerannt…


CHLOTHESLINE


Wieder kommt Güldenherz schnell hoch, dieses Mal aber mit deutlich mehr Mühe. Darauf hat Steve Steel nur gewartet…


CROOKED ARM LARIAT


Zum dritten Mal kracht der Blondierte auf die Matte, und jetzt bleibt er liegen. Das nutzt der Glatzkopf, um zu covern.


EINS!



KICK OUT


Zac Alonso: „Erwartungsgemäß. Auch wenn ich bei Steels mutmaßlicher Kondition verstehen kann, warum er ein schnelles Ende will.“


Grimmig schaut Güldenherz Steve Steel an. Wie kann er es wagen, hier schon zu covern. Was für eine Respektlosigkeit. Doch Steve Steel lacht nur, und packt sich Güldenherz dann von hinten.


SLEEPER HOLD


Güldenherz hatte sich gerade aufgesetzt, als Steel die Chance schnell genutzt hat, um sich hinter Güldenherz zu knien. Und ehe der die Situation richtig erfassen konnte, befindet er sich jetzt in üblen Problemen.


Sven: „Jaa, so ist es richtig. Direkt nachsetzen nach einem Coverversuch. Hehe.“

Zac Alonso: „Hehe.“

Pete: „Du stimmst Sven zu?“

Zac Alonso: „Nein, aber es macht Spaß, Hehe zu sagen.“


Die massiven Arme von Steve Steel verdecken fast komplett Güldenherz Gesicht. Man sieht hier ein bisschen die Unerfahrenheit von Güldenherz, dass er sich so übertölpen ließ. Wild mit den Armen umherfuchtelnd versucht er sich nun zu befreien, doch der Griff von Steve Steel ist bombenfest. Man sieht förmlich, wie der Lord des Lichts blass wird und seine Gegenwehr weniger wird.


Pete: „Oh nein, das sieht nicht gut aus. Güldenherz wird gleich ohnmächtig.“


Ricky Murk muss eingreifen. Schnell nimmt er Güldenherz Arm und hält ihn hoch. Er will gucken, ob Güldenherz noch Kraft hat oder ob der Arm schlapp wieder nach unten fällt…



Und das tut er!


EINS!



Verzweifelt fasst sich Murk an den Kopf. Der arme Güldenherz. Währenddessen lacht Steve Steel diebisch in sich hinein. Wieder nimmt Ricky Murk den Arm von Güldenherz…



Und wieder fällt er schlaff auf den Boden!


ZWEI!



Mittlerweile ist Güldenherz komplett erblasst.


Zac Alonso: „Komm schon, Güldi. Ich will nicht parteiisch sein…aber in dir steck doch mehr!“

Pete: „Güldenherz ist ohnmächtig. Ricky Murk muss diesen Wahnsinn sofort beenden, worauf wartet er denn noch, verdammt?!“


Murk nimmt Güldenherz Arm zum dritten Mal. In der Arena kann man jetzt eine Stecknadel fallen hören, so zum Zerreißen gespannt ist die Stimmung…


Und Güldenherz Arm fällt zum dritten Mal herunter und kracht auf die Matte!


DREI!





NEIIIIIIIN!!!!!



DRE…


DR…


D…


Pete: „Da, da, da! Der Arm, er zuckt. Güldenherz ist da! Er hält den Arm oben. Die Augen sind auf, der Blick ist scharf! Güldenherz lebt!“

Zac Alonso: „Ich wusste es.“


Und tatsächlich! Auch wenn er sich von Steve Steel hat überrumpeln lassen, diesen Triumph gönnt er dem alten Hünen nicht, hier so zu gewinnen. Güldenherz hat einen Traum, und dieser soll weiterleben. Dieser muss weiterleben. Güldenherz bebet und vibriert jetzt im ganzen Körper, während sein Gesicht zu einer hässlichen Fratze geworden ist. Steve Steel ist sichtlich irritiert. Doch er hält seinen Griff. Aber Güldenherz kämpft sich auf die Beine…


ELLBOGEN SCHLAG


IN DIE MAGENGRUBE VON STEVE STEEL


NOCH EINER


UND NOCH EINER


UND NOCH EINER


Jetzt muss Steve Steel den Griff lösen und von Güldenherz ablassen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht hält sich Steve Steel den Magen. Diese Gelegenheit nutzt jetzt Güldenherz. Er holt in den Seilen Schwung…


RUNNING DROP KICK


Zac Alonso: „Jetzt dreht sich der Wind.“


Steve Steel taumelt zurück, fällt aber nicht. Wieder rennt Güldenherz wie ein Berserker in die Seile und holt Anlauf…


RUNNING DROP KICK


Steve Steel knickt fast weg, er taumelt und taumelt, aber fällt nicht. Jetzt legt Güldenherz alles in die nächste Aktion rein, als er zum dritten Mal aus den Seilen geschossen kommt…


RUNNING DROP KICK


Und jetzt fällt der Muskelprotz brachial auf die Matte und bleibt auf dem Rücken liegen.


Pete: „Los, cover ihn. Worauf wartest du, Güldenherz?“


Güldenherz überlegt kurz, und dann springt er ab, hoch in die Luft, und dreht sich…


STANDING MOONSAULT


EINS!



ZWEI!



KICK OUT


Sven: „Near Fall! Oh man, dieses Mal hätte sich Steve Steel fast überrumpeln lassen. Doch er kommt gerade eben so noch raus.“


Grimmig wartet Güldenherz jetzt in einer der Ringecken darauf, dass Steve Steel sich wieder aufrappelt. Als Steel schließlich ächzend wieder in der Senkrechten ist, kommt Güldenherz wieder angeprescht…


DISCUS LARIAT


Doch anstatt zu covern, wartet Güldenherz, bis Steel wieder hochkommt, um ihn gebührend zu empfangen…


ROUNDHOUSE KICK


Voll an den Nacken. Und wieder sackt Steve Steel zusammen. Und wieder covert Güldenherz nicht. Wieder wartet er, und dieses Mal dauert es lange, bis Steve Steel sich wieder aufrappeln kann. Und nochmal kommt der Lord des Lichts angerannt…


SUPER KICK


Voll ans Kinn, bei Steve Steel gehen die Lichter aus.


Und jetzt covert Güldenherz den Bronzed Adonis, der ausgeknockt auf der Matte liegt.


EINS!



ZWEI!



DREI!




NOIIIIIIIIIN!!!!!!


KICK OUT


Bei 2,999 reißt Steve Steel die Schulter nach oben, so heftig, dass Güldenherz von ihm runterfliegt. Güldenherz ist verzweifelt, und dann tritt Wut in seinen Blick. Grenzenlose Wut.


Pete: „Wahnsinn! Steve Steel überlebt die Three Stages of Heaven!“

Zac Alonso: „Und doch fühle ich mich in meiner Entscheidung bestätigt, Güldenherz diese Chance zu geben. In ihm steckt mehr als seine bisherige GFCW-Bilanz.“


Güldenherz kniet mit zerzausten Haaren neben Steve Steel und wartet darauf, dass dieser sich abermals aufrappelt. Als Steel endlich auf den Knien ist, drischt Güldenherz auf ihn ein wie ein Wahnsinniger. Steve Steel kann nur noch irgendwie schützend die Hände vor sein Gesicht halten und in eine Ringecke kriechen. Doch Güldenherz hört nicht auf. Ricky Murk muss dazwischen gehen und Güldenherz davon abhalten, Steve Steel zu erschlagen.


Ricky Murk: „Das reicht jetzt, hör auf, Mann!“


Aber Güldenherz hört nicht auf, so dass Murk beherzt dazwischen geht und sich vor Steve Steel stellt. Damit hatte Güldenherz nicht gerechnet, und es kommt, wie es kommen musste, er erwischt Ricky Murk mit einem Punch voll an der Schulter.


Ricky Murk: „Aaargh!“

Murk geht stöhnend auf die Knie und schaut Güldenherz fassungslos an. Doch er will das Match hier weiterlaufen lassen und Güldenherz nicht disqualifizieren, das macht er mit einem entschlossenen Blick deutlich. Das Match soll sauber zu Ende gehen. Sich die Schulter haltend rappelt Ricky Murk sich auf und signalisiert Güldenherz weiterzumachen mit dem Match. Nach einem kurzen Moment der Verunsicherung packt sich Güldenherz Steve Steel entschlossen und zieht ihn in die Ringmitte. Und dann schiebt er Steve Steels Kopf mit einer wuchtigen Bewegung zwischen seine Beine.


Pete: „Das ist der Ansatz zur Powerbomb! Was zum…“

Sven: „Oh man, Güldenherz will doch hier keine Powerbomb gegen Steve Steel zeigen?! Güldenherz ist bei Weitem kein Hänfling, aber Steve Steel wiegt fast 140 Kilogramm und ist 2 Meter groß. Das schafft er niemals.“


Und doch will er es hier wohl versuchen. Unter tosendem Applaus des Publikums wuchtet er Steve Steel hoch, aber nicht bis auf seine Schultern in die Position zur Powerbomb, sondern nur so weit, dass Steel mit dem Kopf nach unten vor Güldenherz geschnallt ist…


PILEDRIVER


Güldenherz schwitzt und zittert ob dieser kolossalen Kraftanstrengung. Doch wieder covert er nicht, sondern zieht Steve Steel jetzt direkt rücklings vor die Ringecke. Und dann klettert er auf den Apron, um aufs Top Rope zu klettern. Er will das Match mit einem High Flying Move beenden. Auf der Ringecke streckt er sich zur vollen Größe aus und breitet die Arme aus. Dann springt er ab…


450° SPLASH


Voll getroffen. Und Güldenherz liegt perfekt für ein Cover.


Pete: „Das war es, Sven. Das muss es gewesen sein. Steve Steel ist platt wie eine Flunder.“


Ricky Murk sinkt auf den Boden, um durchzuzählen.


EINS!



ZWEI!



AAARGH!


Sven: „Was zum Teufel?!“


Ricky Murk reißt den Arm in die Höhe, um ihn dann zum dritten und letzten Mal auf die Matte zu klatschen und das Match zu beenden. Doch dazu kommt es nicht. Ricky Murk schießt der Schmerz in den Arm, er kann nicht weiter durchzählen.


Pete: „Das gibt es doch nicht, was ist denn mit Ricky Murk los? Warum zählt er nicht durch?“

Sven: „Na das ist doch wohl klar. Vor schieren Schmerzen kann er nun den Arm nicht mehr bewegen. Alles aufgrund der Attacke von Güldenherz früher im Match.“

Pete: „Das war keine Attacke, das war ein Unfall, Sven. Und das weißt du auch ganz genau.“

Zac Alonso: „Da gefällt mir nicht…überhaupt nicht.“


Ricky Murk kauert schmerzverzerrt auf der Matte wie ein Häufchen Elend, Güldenherz steht fassungslos vor ihm. Die beiden tauschen Blicke aus, die Bände sprechen.


LOW BLOW


Zac Alonso: „Ey!“


Steve Steel ist wieder da, er kam von hinten an Güldenherz herangekrochen und hat diesen überrascht. Trotz aller Erschöpfung tritt das diebische Grinsen in sein Gesicht und er rappelt sich auf. Dann zwinkert er Ricky Murk zu. Dieser sitzt wie paralysiert immer noch auf der Ringmatte. Steve Steel setzt Güldenherz derweil mit einigen pointed Elbows zu, bis dieser zu Boden geht…


SCOOP SLAM


Steve Steel: „Jetzt beenden wir das!“


Steve Steel whippt in die Seile und zeigt seinen…


LEGENDARY LEG DROP


Und dann covert er lässig, legt sich einfach auf Güldenherz und stützt sich mit einer Hand ab. Und Ricky Murk? Der springt plötzlich von der Matte auf und gleitet zum Zählen runter wie eine grazile Katze.


EINS!



ZWEI!



DREI!


DING DING DING


Sieger des Matches durch Pinfall und damit Number 1-Contender für den Intercontinental Title: Steve Steel!!!


Pete: „Das war ein Low Blow! Steve Steel muss disqualifiziert werden! Und warum ist Ricky Murk auf einmal wieder fit, so als wäre nichts gewesen?“

Sven: „Disqualifikation, so ein Nonsens. Ricky Murk hat eine gesunde Härte zugelassen, und das ist auch gut so. Auf beiden Seiten. Deshalb ist er einer der besten Referees, die wir hier in der GFCW haben.“


Im Ring lässt sich Steve Steel von den Fans bejubeln. Güldenherz sitzt völlig konsterniert da. Er hat gerade die größte Chance seiner Kariere verpasst, ja die seines Lebens. Und das unter höchst mysteriösen Umständen. Welche Rolle hat Ricky Murk gespielt, der Unparteiische? Dieser ist schnell aus dem Ring herausgeglitten und hat sich auf den Weg backstage gemacht. Auf der Stage wird er bereist von Sanitätern in Empfang genommen, die ihn hinter den Vorhang begleiten.


Zac Alonso: „Warum können Contender-Matches für meinen Titel nicht einfach clean ausgehen? Aber umso mehr weiß ich nun, was ich zu tun habe…“




Die Stimmung im Poble Espanyol ist unverändert prächtig, aber wie sollte es auch sonst sein, wenn die GFCW zu Gast ist? Der unbekannt konstante Publikumsfavorit namens Mad Dog hat sich mit seiner ihrerseits beim GFCW Publikum immer populärer werdenden Partnerin Stella Nova vor der Interviewwand bei Tammy eingefunden, die vor dem Hintergrund der historischen Umgebung visuell ansprechend ist wie nie. Zwei – Verzeihung, drei – historische Persönlichkeiten vor historischer Kulisse.


Tammy: „Hallo ihr beiden! War ja vorhin ziemlich hitzig da draußen mit Zerbeus. Wollt ihr zu den beiden noch etwas loswerden?“


Stella hat sich einen ihrer massiven, schwarz-orangenen Kometenschweife wie ein lockeres Halstuch umgehängt, während ihre zweite Flechte wie üblich leicht seitlich versetzt ihren Körper flankiert. Genau an dieser spielt sie ein bisschen mit den Fingern herum, während ihre andere Hand stramm in die Hüfte gestützt ist. Das Zopfspiel endet dann zugunsten eines verschwörerisch erhobenen Fingers, der leicht negierend zu wedeln beginnt.


Stella Nova: „Ich würde sagen zu den beiden Champions ist für den Moment mehr als genug gesagt. Schließlich sind sie nur dann unsere Gegner an einem ferneren Tage, wenn wir unsere Gegner am heutigen Tag besiegen und glaube mir, Tammy, wir sind nicht dumm genug den heutigen Sieg bereits als abgehakt zu erachten und den Blick bereits in die Ferne zu schweifen, wenn unsere Augen fest auf unsere tatsächlichen Gegner des heutigen Tages gerichtet sein müssen.
Nein, wir wissen genau, dass es heute schwer wird… was gut so ist. Leichte Siege machen zwar auch Spaß, aber sind die Art von Spaß, der schnell verfliegt. Wahre Freude bringen jene Erfolge, die schwer zu erringen sind, so wie ein Sieg in einer Battle Royal gegen starke Opposition, wie sie uns heute gegenüberstehen wird. Battle Royals sind zudem die Art von Match, in dem wie in keinem anderen die Kluft zwischen Veteran und Rookie gering ist. Ein Moment genügt ja gerne schon in normalen Matches, geschweige denn in einer Battle Royal, wo ein Augenblick bereits genügt, um vom Inneren des Rings nach außen verfrachtet zu werden. Dann noch gegen viele Gegner auf einmal? Kaum eine andere Matchart erfordert einen gleichermaßen so breiten wie konstanten Fokus.“


Der ältere Night Fighter nickt und bekommt aufgrund dessen gleich das Mikro unter die Nase gehalten.


Mad Dog: „Der Vorteil heute ist, dass wir uns gegenseitig den Rücken freihalten können – es ist nicht wie bei einer normalen Battle Royal, wo immer die Gefahr besteht, dass Verbündete einem irgendwann in den Rücken fallen, um selbst zu triumphieren. Nein, wir gehen gemeinsam in dieses Match und können auch gemeinsam gewinnen. Und so habe ich schon ein Gefühl der Sicherheit, weil ich Stella an meiner Seite weiß!“


Der Hund klopft dem Leitstern anerkennend auf die Schulter.


Tammy: „So erfahren wie ihr seid, habt ihr euch bestimmt eine Taktik für die Battle Royal parat gelegt. Auf gemeinsame Teamerfahrung wie sie die Hasen oder T’n’B haben, könnt ihr ja nicht zurückgreifen.“


Die Stellare aus Delhi rollt mit den Augen.


Stella Nova: „Klar haben wir eine Taktik. Wir klammern uns an die Seile und hoffen, dass man uns vergisst.“


Ist das noch Ironie oder schon purer Sarkasmus?
Die unbekannte Konstante jedenfalls lächelt sanftmütig, ehe sie Tammys Arm und damit das Mikrofon greift, um es in seine Richtung zu führen.


Mad Dog: „Wie Stella schon meinte, ist diese Matchart besonders. In einer Battle Royal ist es nicht von großer Bedeutung, ob man Teamerfahrung hat oder nicht. Es gibt keine Tags, alle sind zeitgleich im Ring – ja man kann sogar als Einzelner noch den Sieg für sein Team holen… Tag Team Puristen haben sicher geflucht, aber uns spielt es tatsächlich in die Karten, huh?! Wir haben in mehreren Battle Royals schon gekämpft, immer wieder zeitweilig mit Verbündeten – ich habe achtmal am großen Brawlin‘ Rumble teilgenommen… Natürlich haben wir uns abgesprochen, aber viel wird auch im Tumult und spontan entschieden werden müssen.“


Stella Nova: „Ich selbst habe bekanntlich die Standing Alone Battle Royal gewonnen, um überhaupt um das hier kämpfen zu können.“


Stella pocht auf den WFW Temptation Titelgürtel um ihre Hüfte, der ihren kometenhaften Lendenschurz majestätisch schmückt.


Stella Nova: „Aber das ist nur von minderer Bedeutung für die Battle Royal heute. Andere Regeln, andere Voraussetzungen. Nicht nur acht Gegner, sondern vier Teams, die sich entweder einen Namen machen oder ihn von den jüngsten Rückschlägen wieder reinwaschen wollen. Wenn du nun die Frage nachfolgen lassen möchtest, welches Team ich als unsere größte Gefahr ansehe...“

Tammy: „Ja, ich möchte: welches Team siehst du als eure größte Gefahr an?“

Stella Nova: „Sie alle. Es mag wie eine dieser unfassbar uninteressanten Standardantworten klingen, wie sie von weichgespülten Sportlern nach Medientraining abgespult werden, aber es stimmt einfach: alle vier Teams haben ganz eigene Attribute, die sie gefährlich machen. TnB haben Routine und Physis, die Hasen sind unberechenbar und agil, die Basketballer sind sehr athletisch mit geübter Feinmotorik, während die Golfer sehr bedacht und zielgenau sind.“


Und wieder nickt die Töle.


Mad Dog: „Es gibt die unbekümmerten Neulinge und die ausgebufften Altstars – vielleicht muss man gerade bei TnB auch mit unfairen Aktionen rechnen… Aber um ehrlich zu sein, juckt es mich jetzt wirklich schon in den Fingern. Wichtiger als jedes Wort sind die Taten, die im Ring folgen werden!“


Der Night Fighter ballt die Faust, doch die junge Interviewerin ist noch nicht fertig.


Tammy: „Ihr seid euch hier ja sehr einig, aber es klang durch, dass ihr auch schon eine Meinungsverschiedenheit hattet, weil Mad Dog der offenen Herausforderung von The End nachgegangen ist?“


Stella und Mad Dog wechseln einen kurzen Blick – was schon im direkten Gespräch mit Zerbeus klar wurde, zeigt sich auch hier an ihrer lockeren Körpersprache: welche Ungereimtheiten es auch gegeben haben mag, sie sind längst abgehakt.


Stella Nova: „Es ist so… als ich bei Mac Müll im Interview war, hätte ich fast gesagt, dass ich als Leitstern keinem hingeworfenen Knochen hinterherjagen kann, als wäre ich ein räudiger Köter, habe mich dann daran erinnert, wer mein Tag Team Partner ist, und es dann anders formuliert.“


Ein Zwinkern samt Schmunzeln begleitet diese Anekdote.


Stella Nova: „Doch je länger ich darüber nachgedacht habe, wäre nur die Wortwahl eine ungewollte indirekte Beleidigung gewesen, nicht der Inhalt an sich. Wie ich eben schon sagte: Mad Dog und ich sind in vielerlei Hinsicht komplett unterschiedlich. Aber das ist auch gut so, denn so können wir uns ergänzen und zusammen noch mehr sein, als wir es einzeln ohnehin bereits sind.“


Stella tänzelt kurz extra nah an den Night Fighter heran, um ihre Kontraste für einen Moment von der Kamera verschmelzen zu lassen – ihre strahlende Vitalkraft vorn, während die vernarbte Muskelmasse des 1,94 Hühnen über ihren auch schon nicht ganz kleinen 1,71 türmt.


Stella Nova: „Als Leitstern des Professional Wrestling kann ich kein spontanes World Title Match anstelle eines wohl beworbenen Kampfes bestreiten, das geht nicht. Aber die monströse Töle, die ich meinen geschätzten Partner nennen darf? Bei ihm ist es anders. Wirft jemand einen so glänzenden Knochen hin wie ein World Title Match, dann muss er als Töle diesen Knochen beißen und darf ihn förmlich niemand anderem überlassen. Dieser Knochen ist sozusagen sein natürliches Anrecht.“


Ein Lachen hallt durch das altehrwürdige Gemäuer, vor dem die Interviewwand steht. Es ist das des Hundes, was wie Bellen widerhallt.


Tammy: „Also gab es quasi Probleme, die sich recht leicht in Luft aufgelöst haben?“


Stella deutet auf die Hüftregion des Night Fighters.


Stella Nova: „Das größte Problem ist, dass Mad Dog nicht gewonnen hat und dieses Problem besteht. Hätte er mit mir gesprochen, hätten wir taktische Ideen durchdacht, vielleicht wäre er nun Champion. Das ist es, was mich gestört hat. Wie ich schon sagte: gemeinsam können wir noch mehr sein, als wir es einzeln eh schon sind. Und wie grandios wäre es, wenn nicht nur ich gleichzeitig zum GFCW Tag Team Titel auch einen World Title halten würde, sondern er ebenso? Es wäre einfach perfekt. Es wäre… so richtig. So wie es idealerweise sein sollte. Ich unterstützte die Ambitionen meines Partners beide Titel gleichzeitig anzugreifen voll und ganz. Was ich kann, kann er auch. Warum sich mit weniger Erfolg zufriedengeben, wenn man auch mehr Erfolg haben kann? Genau das macht uns doch zu den langfristig erfolgreichen Personalien, die wir sind: dass wir uns nicht mit etwas Erfolg zufriedengeben, wenn wir mehr davon haben können... und dass wir uns nicht von Rückschlägen entmutigen lassen. Während Fußnoten der Wrestlinggeschichte wie Iray Burch beim ersten echten Gegenwind davon geweht werden, ist ein Rückschlag für wahre Größen wie uns nur ein Anreiz selbst zum Sturm zu werden und Unheil über jene zu bringen, die zwischen uns stehen und dem, was wir wollen.“


Nun ist es wieder die Faust des verrückten Hundes, die geballt im Bild erscheint.


Mad Dog: „Und vom Aufstehen nach dem Fallen kann ich in der GFCW sicher die meisten Lieder singen, Stella. Vermutlich ist die Niederlage gegen The End in diesem Sinne gar der nötige Impuls für die kommende Battle Royal – denn dort lauert ja bereits der nächste Knochen, huh?! Ein jeder weiß, dass ich bei Gegenwind erst die Flügel aufspanne und mich als Simargl in die nächsten Höhen schwinge. Schon Stella hat vom Night Fighter gesprochen, der sich durch die Dunkelheit kämpft – nun mit dem Leitstern an meiner Seite… Wir greifen nun die Tag Team Titel an! Stärker als gestern, still unbroken!“


Und mit diesen Worten schreiten die beiden Mad Stars an Tammy vorbei und gehen hinüber zur Gorilla Position.



Sieg.

Iokepa wirkt, als sei eine tonnenschwere Last von ihm abgefallen. Der Bruch mit Ben Slate war ein Risiko. Er hätte seine Moral auch runterschlucken und die einfachen Erfolge genießen können, doch er ist aufs Ganze gegangen. Und heute, da ist klar geworden, dass es sich gelohnt hat. Nun ist er wieder im Rennen, wenn es darum geht, das größte Talent der Liga zu benennen. Und Ben Slate dürfte lange Zeit die Wunden einer klaren Niederlage lecken.

Die Haare des Hawaiianers sind nass vom Duschen. Einer Dusche im Zelt – man muss Kompromisse in Sachen Komfort eingehen, um vor der herrlichen Kulisse des Poble Espanyol veranstalten zu können. Und so liegen Kabinen und Backstage-Area eben in verschiedenen großen Zelten, die über die Event-Area verteilt sind.

Grad ist Iokepa dabei, in sein eigenes Zelt zurückzulaufen. Er frottiert sich die Haare mit einem Handtuch, ein zweites hat er um die Hüften gewickelt. Schritt für Schritt kommt er näher an seinen persönlichen Bereich. Er sieht schon die Plane, die den Eingang markiert und auf die Bella ihm ein kleines Surfbrett gemalt hat.


Iokepa: „Bella? Bist du da?“


Keine Antwort. Beim Veranstaltungslärm, der von der Ringside-Area rüberkommt, ist es kein Wunder, dass sie ihn nicht hört. Er ruft noch einmal. Wieder keine Antwort. Also sputet sich Iokepa, um die letzten Schritte zum Zelt zu gehen. Wo er sie persönlich begrüßen kann.

Die Plane zum Zelt ist schon in Griffweite, als ihm etwas auffällt. Vor dem Zelt liegt etwas.

Es ist eine von Bellas Masken.

Sie ist blutig.


Iokepa: „BELLA?“


Seine Stimme schlägt sofort um. Aus dem entspannten Rufen wird ein irritiertes Schreien. Im Laufschritt rennt er um das Zelt herum. Reißt die Plane auf. Nichts. Im Inneren ist es leer.


Iokepa: „HALLO?“


Das Handtuch rutscht aus seinen Haaren und fällt in den Dreck des Bodens. Es interessiert ihn nicht. Frustriert tritt er es aus dem Weg.

Er beginnt zu schwitzen. Der Geruch seines Körpers bricht sich Bahn und vertreibt den Duft der Dusche. Innerhalb von Sekunden hat sich seine Welt auf den Kopf gedreht.


Iokepa: „Ruhig bleiben, Io. Ruhig bleiben.“


Es fällt ihm schwer. Er schließt die Augen, drückt mit den Fingern auf die Nasenwurzel und beginnt zu zählen, so wie die Mentaltrainer es gerne vorbeten. Einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiund…- scheiß drauf. Er muss Bella finden.

Iokepa reißt die Augen auf und beginnt, sich systematisch umzuschauen. Als Erstes geht er in die Knie. Seine Finger nähern sich der blutigen Maske. Es ist eine Menge Blut. Eine kleine rote Pfütze.

Der Hawaiianer zieht die Finger zurück, als wäre das Blut Gift. Es macht ihm Angst. Denn es sieht danach aus, als hätte Bella es vergossen. So viel Blut. So verdammt viel.


Iokepa: „Ist hier jemand? HILFE! Hat irgendjemand etwas gesehen?“


Seine Stimme, schrill wie der Schrei eines Adlers, hallt von den uralten Wänden der Gebäude und Gassen des Museumsdorfs wider. Doch niemand antwortet ihm. Er ist allein. Allein mit seiner Angst.

Er beginnt zu zittern. Da fällt ihm etwas auf, halb neben dem Zelteingang verborgen. Nur einen Meter von der blutigen Maske entfernt, deren Anblick der Auslöser für Iokepas Schrecken ist.

Es ist ein Briefumschlag.

Iokepa faltet den Brief auf. Unruhige Finger, pochendes Herz, schmerzende Lunge. Beim ersten Versuch gleitet das dünne Papier aus seinen Händen. Er geht in die Hocke, um es aufzuheben. Dann braucht sein Kopf, in dem sich alles dreht, lange, um die Buchstaben zu entziffern. Um einen Sinn in den Worten zu entdecken.


Ist es wirklich eine gute Idee gewesen, unsere Herausforderung abzulehnen? Schulden sind Schulden. Wenn du es dir noch einmal anders überlegst, werdet ihr Liebenden schon bald wieder vereint sein.

Wir legen diesem Schreiben einen Vertrag für das Match bei.

Hochachtungsvoll,

Du-Weißt-Wer“


Von einem Moment auf den anderen macht alles Sinn. Die blutige Maske. Bella Abwesenheit. Die Drohungen von TnB.

Iokepa war nach Barcelona gereist im Glauben, dass seine größte Herausforderung Ben Slate an diesem Tag sein wird. Und der Rest nur Nebenschauplätze, die man ignorieren kann. Doch jetzt muss er feststellen, mit allem falsch gelegen zu haben.

Der Hawaiianer klappt das zweite Schreiben auf.

Es ist der Vertrag für das „Schulden vs. Dienste“-Match in zwei Wochen.

Noch nie hat Iokepa so schnell etwas unterschrieben.

Sein Kugelschreiber fliegt über das Blatt. Scheiß auf das Risiko, das er und Bella nicht eingehen wollten. Er würde ALLES tun, um sie wiederzubekommen. Um zu wissen, dass diese blutige Maske nicht das Letzte ist, das er von seiner Freundin gesehen hat. Um es ungeschehen zu machen.

Er hält den unterschriebenen Vertrag zum Match in die Luft. Alle Welt soll es sehen.


Iokepa: „ICH – HABE – UNTERSCHRIEBEN! Ihr habt den Kampf.“


Seine Stimme verhallt wieder auf dem Gelände. Wenn er erwartet hatte, dass mit einem Mal alles gut ist, sieht er sich getäuscht. Nichts geschieht.


Iokepa: „WO IST BELLA? HALTET EUCH AN DIE ABMACHUNG. WO IST BELLA? WANN KRIEGE ICH SIE WIEDER? WO…“



Bella Venera: „Warum schreist du hier so rum?“


Unversehrt, maskiert und mit elegantem Schritt stolziert Bella Venera auf Iokepa zu. Der Hawaiianer starrt sie offenen Mundes an.

Er versteht die Welt nicht mehr. Und Bella, deren Haare ebenfalls nass von einer Dusche sind, ebenso wenig, als sie die völlig perplexe Miene ihres Freundes sieht.


Bella Venera: „Was ist denn los mit dir? Du siehst aus, als hast du einen Geist gesehen.“


Iokepa kriegt kein Wort heraus. Er löst sich aus seiner Starre und hetzt auf Bella zu. Umarmt sie so stürmisch, dass sie beinahe zu Boden fällt. Nur ihr Training als Wrestlerin und die damit verbundene Standfestigkeit helfen, um nicht zu stürzen.

Überrumpelt von der Zuneigung ihres Freundes kann Bella nicht anders, als zu lachen. Erfreut und doch auch verwirrt.


Bella Venera: „Kaum wieder versöhnt, bekommst du gar nicht mehr genug, was?“


Da fällt ihr das Dokument in Iokepas Hand auf.


Bella Venera: „Was hast du denn da?“


Bevor Iokepa etwas sagen kann, nimmt sie ihm den Zettel ab. Kurz überfliegen ihre Augen den Text. Als sie erkennt, weiten sich die Augen und sofort stößt sie Iokepa weg, als wäre dieser gegen eine Wand gelaufen.


Bella Venera: „WAS? Warum hast du das unterschrieben?“


Ihr fragender Blick liegt auf ihm wie ein drohendes Unwetter. Und sogleich spürt er wieder die Distanz, die seit New Level an bis gestern vorherrschte. Er spürt wie zart das Pflänzchen der Vergebung ist, das erst nach ihrem gestrigen Besuch in der Stadt wieder gepflanzt worden war.


Bella Venera: „Wir waren uns doch einig, dass wir nicht dieses Risiko eingehen. Bist du verrückt geworden?“

Iokepa: „Aber ich musste dich doch retten!“


Zwei Sekunden lang steht Bella der Mund offen. Auch unter ihrer Maske sieht man, dass sie die Augen zusammenkneift. Und sich fragt, ob Iokepa ihr einen Streich spielt.


Bella Venera: „Retten?“

Iokepa: „Die Entführung.“

Bella Venera: „Wer hat mich entführt. Die Dusche?“


Sie strubbelt sich vollkommen übertrieben mit den Händen durch ihr nasses Haar, um es Iokepa auch in Taten zu zeigen, denn für Worte wirkt er grad nicht aufnahmefähig.

Noch immer starrt Iokepa sie einfach nur an. Bella atmet aus.


Bella Venera: „Okay, ganz langsam. Was ist mit dir los?“


Iokepa streckt eine zitternde Hand aus und deutet auf die blutige Maske am Boden, die Bella bislang noch nicht aufgefallen war. Daneben der Brief von TnB.

Venera geht in die Knie, um das Dokument zu lesen. Anders als Iokepa hat sie keine Scheu, sich ihre Finger mit dem Blut an der Maske zu benetzen. Ihre Zungenspitze schnellt vor und kostet.


Bella Venera: „Okay, also wenn mein Blut wirklich nach Kirschsaft schmeckt, hast du zukünftig wirklich keine Ausrede mehr, wenn…“


Sie verstummt im Satz und schüttelt den Kopf. Ihr ist nicht nach Scherzen zumute. Im Gegenteil: In Inneren beginnt es zu brodeln. Ihre Leidenschaft bricht sich Bahn. Sie wird wütend.

Die Maskierte wedelt mit dem Vertrag und der mit Fake-Blut benetzten Maske vor Iokepas Gesicht.


Bella Venera: „Darauf bist du reingefallen!? Auf so einen Kinderstreich? Ich war nur kurz duschen, Io. ERNSTHAFT?“


Ihr Freund blickt zu Boden. Sackt an den Schultern sichtlich ein.


Bella Venera: „Wie kannst du nur so…FUCK! Jetzt haben wir hier einen unterschriebenen Vertrag für ein Match, das wir um jeden Preis vermeiden wollten.“

Iokepa: „Sorry, ich…“


Vor Scham bedeckt Iokepa sein Gesicht mit beiden Händen. Jede Gesichtsfarbe ist aus ihm gewichen.


Bella Venera: „Was? Gestammelte Entschuldigungen helfen nicht mehr. Durch deine Dummheit sitzen wir in der Falle. Das meinte ich… genau DAS meinte ich! Wie naiv kann man sein???“

Iokepa: „Ich habe es für dich getan. Als ich dachte, TnB hätte dich entführt, da bin ich einfach…“


Er tritt von einem Fuß auf den anderen.


Iokepa: „…in Panik geraten.“


Trotz all seiner Scham schafft er es, den Blick zu heben und Bella erstmals seit längerer Zeit direkt und lange in die Augen zu blicken.


Iokepa: „Ich konnte aus Angst um dich nicht mehr klar denken. Weil du mir so wichtig bist.“


Wie ein begossener Pudel steht er da. In einer trockenen, spanischen Nacht. Sein Geständnis hat dazu geführt, dass Bella schweigt. Die Worte klingen in ihrem Gehörgang nach. Weil du mir so wichtig bist. Sie blickt auf die Maske in ihren Händen. Auf den Brief. Die ganze Scharade.

Er hat es für sie getan.

Weil sie ihm wichtig ist.


Bella Venera: „Komm her.“


Sie breitet die Arme aus und zieht Iokepa an sich. Er lässt es geschehen.


Bella Venera: „Es ist okay.“


Ihre Hände greifen nach seinem Gesicht. Streichen ihm über die Haut, den Bartansatz, die langen wilden Haare.


Bella Venera: „Danke.“

Iokepa: „Du bist nicht wieder wütend auf mich?“

Bella Venera: „Ich bin…-“


Sie blickt ihm in die Augen. Gemeinsam schweigen sie unter dem Abendhimmel von Barcelona. Doch ihre Faust ist geballt. Die Fingernägel graben sich in die Handfläche.


Bella Venera: „Wir haben in zwei Wochen ein sehr wichtiges Match zu gewinnen, Io. Wir zusammen.“



MacMüll ist mal wieder in der Backstage-Zone und sucht nach Interviewpartnern. Die Location hier in Espana ist etwas ungewöhnlich und da tut es nicht Wunder, dass er auch auf einen nicht unbedingt zu erwartenden Gast trifft. Ganz leger in Sommergarderobe gekleidet ist Kyle Douglas anzutreffen.


Die Zuschauer in der Halle jubeln dem Kanadier zu, der seit dem New Level nicht mehr gesehen wurde.


MacMüll: „Bei mir steht Kyle Douglas. Kyle. Bei New Level waren sie dicht dran am Titelgewinn. Der Intercontinental Title hat fast Ihnen gehört. Was hat noch gefehlt zum Gewinn?

Kyle: „Es war mal wieder ein bitterer Abend. Aber ich will keinem anderen die Schuld oder ähnliches geben. Ich war sau gut im Match und hab einiges zeigen können. Zac Alonso musste ordentlich schwitzen. Milly Vermillion war ebenfalls stark dabei. Ein Three-Way hat auch immer etwas unkalkulierbares. So auch dieses Mal. Ob ich es wirklich verdient gehabt hätte zu gewinnen? Ich weiß es nicht. Die Fakten sind eindeutig: ich habe es nicht geschafft.“

MacMüll: „Aber zumindest bleiben sie auch weiterhin: Mr. Unpinnable!“

Kyle: „Der Rekord zieht sich schon eine ganze Weile. Aber wirklich dafür kaufen kann ich mir nichts. Nun heißt es wieder hintenanstellen. Sich zeigen und mit guter Leistung auf sich aufmerksam machen. Dann kann es vielleicht abermals funktionieren mit dem Title Shot.“

MacMüll: „Milly Vermillion hat sie in der letzten Show ganz schön angegangen. Dass sie nur ihre Haut retten wollten und daher den Pin gegen sie nicht unterbindne wollten, wurde ihnen vorgeworfen. Darüber hinaus hat sie thematisiert, dass ihr Sexualleben vermutlich ausbaufähig sei.“

Kyle: „Ja, die ganzen Vorwürfe habe ich natürlich mitbekommen. Da ist natürlich auch bei Milly viel Frust dabei. Eine Titelniederlage ist doch immer sehr ärgerlich. Die eigne Unfähigkeit sollte man aber nicht versuchen kleinzureden, in dem man anderen die Schuld gibt. Ihre Ausführungen machen in der Summe keinen Sinn. Ich wollte doch selbst den Title gewinnen. Warum sollte ich absichtlich verlieren? Zac Alonso hat es am Ende verdient geholt. Milly und ich haben eben verloren. Aber nun ist mein Blick nach vorne gerichtet. In Frankreich will ich wieder in den Ring! Und jeder der Interesse hat, soll sich melden. Ich spreche für Arles eine Open Challenge aus! Danke für deine Zeit, Mac!“




Tammy: „Mein Damen und Herren, begrüßen Sie mit mir gemeinsam den amtierenden GFCW World Champion… The End!“


Es ist nicht lange her, seitdem The End für ein Interview bereitstand und doch ist seitdem – gefühlt – so viel passiert. Einerseits hat sich The End eine monströse Schlacht gegen Iray Burch geliefert, den er nicht einfach nur besiegt, sondern regelrecht in Grund und Boden gestampft, hat. Es war ein Match, bei dem The End gegen Ende – gefühlt – alles rausgelassen hat, was er zu bieten hat. War das nötig? Nicht zwingend. Hat er es trotzdem gemacht um ein Statement zu setzen? Auf jeden Fall.

Vor zwei Wochen hat er schließlich ein weiteres Statement gesetzt und auch Mad Dog besiegt, in einem schnelleren, intensiven Match voller Konter, bei dem End sich schließlich durchsetzen konnte: wer zuletzt kontert, lacht zuletzt. Mit weniger Offensive als zuvor und dennoch nicht weniger beeindruckend hat The End einmal mehr seinen Titel und seinen Status verteidigt. Er hat es selbst gesagt: er ist DIE Konstante in der GFCW in den letzten fünf Jahren. Ob Schwanenburg, Ricks, Breads, Rotari, Zereo Killer, Skógur, Nero, Jannek und wie sie nicht alle heißen. The End stand vor fünf Jahren, The End steht heute.

Er ist DIE Konstante.

Zumindest versteht er sich so.

Und er strahlt das auch aus, als die Kamera ihn neben Tammy einfängt. The End, mit dem GFCW World Championship auf der Schulter, den Haaren zusammengebunden und der Lederjacke, die ein Shirt verdeckt.


Tammy: „Erneut vielen Dank für deine Zeit, Champ. Ich denke ich kann dir im Namen von mir und dem internationalen Teil der GFCW-Galaxy danken, dafür, dass wir nun schon das zweite GFCW-World Title Match auf dieser Europa-Tour bekommen. Heute ist dein Gegner allerdings noch nicht bekannt – macht dir das Sorgen? Hast du eine Idee, wer da heute herauskommen könnte?“


The End wirkt nicht so, als wäre er besorgt. Seine Grund-Arroganz wird er wohl nie ablegen, aber so wirklich bestreiten kann man sein Selbstbewusstsein auch nicht. Schließlich ist er ja DIE Konstante der GFCW.


The End: „Nein. Und das ist ja das spannende daran.“


Ends Betonung lässt vermuten, dass er diese Open Challenges als eine Art „Spiel“ versteht, was seiner Forderung von Herausforderungen einen leicht anderen Ton verleiht, gleichermaßen aber das unterstreicht, was man schon in seinen letzten Auftritten vermuten konnte: ihm geht es vorrangig erstmal um seinen eigenen Vorteil und diesen generiert er in Form von Erfolg über die verschiedenen GFCW-Wrestler.

Das Wohl der Liga mag ihm trotzdem am Herzen liegen.


The End: „Was ich allerdings weiß, ist, dass ich dieser Challenge… einen besonderen Reiz verleihen möchte.“

Tammy: „Oha! Und der wäre?“


Investigativ-Journalistin Tammy ist sofort dran um End die weiterführenden Informationen aus der Nase zu ziehen, der allerdings wirkt nicht so, als wolle er diese wirklich verstecken.


The End: „Nun, wir haben alle gesehen, wie hart Mad Dog vor zwei Wochen gekämpft hat und auch, wenn ich ihn besiegt habe, denke ich, bin ich nicht zum letzten Mal auf ihn getroffen. Dann haben wir da noch seine Partnerin, Stella Nova, mit der ich auch schon das Vergnügen hatte – wird sie heute Rache für ihren Partner suchen? Und ich denke nicht, dass ich irgendjemandem etwas Neues erzähle, wenn ich den Namen Monica Shade in den Raum werfe, die es auf mein Gold abgesehen hat…

Nein. In erster Linie will ich die Herausforderung, darüber hinaus will ich aber auch eine NEUE Herausforderung und deshalb… gilt diese Open Challenge heute nur für Wrestler, gegen die ich meinen Titel bisher noch nicht verteidigt habe.“

Tammy: „Okay, das ist spannend, grenzt das Teilnehmerfeld aber nur minimal ein.“

The End: „Minimal, aber bedeutend, wenn man mich fragt, denn Monica, Stella und Mad Dog waren immerhin diejenigen, die sich offen dafür ausgesprochen haben, mir meinen Titel abzunehmen. Sie waren diejenigen, die mutig genug waren, sich mir zustellen. Ein anderer, der es vermutlich gewesen wäre, hat sich vor zwei Wochen verabschiedet, Liebe Grüße, Ask. Und dann vergessen wir auch mal nicht meine erste Regentschaft, insofern, Tammy… wer bleibt noch übrig?“


Für einen kurzen Moment muss Tammy nun überlegen, doch bevor sie antworten kann, kommt End ihr schon wieder zuvor.


The End: „Und das ist eine Grundsatzfrage, denn wo sind sie denn? Aiden Rotari, Robert Breads, Drake Nova Vaughn… Ricksenburg ist ewig? Ich glaube nicht. Ask ist weg, Burch auch und Aldo… tja. Selbst Rekord-Champion Jason Crutch hat wieder das Weite gesucht…

Ich wiederhole mich nur ungern, aber es gibt nur eine Konstante, die der GFCW erhalten bleibt und die bin ich. The End an der Spitze und niemand, der es vermag ihm diese streitig zu machen.“

Tammy: „Was bedeutet das?“


Eine simple Frage, die anmuten lassen könnte, dass sie etwas dümmlich daherkommt, andererseits steckt tatsächlich recht viel Subtext dahinter, denn so wie End seinen Ausführungen verfällt, bleibt tatsächlich offen, wie es denn weitergehen soll, wenn The End wirklich an den Punkt kommen mag, an dem er keine weiteren Gegner hat?

Und auch The End denkt kurz nach, wieder in einem Zwiespalt zwischen Arroganz und gerechtfertigtem Selbstbewusstsein, zwischen der Überzeugung für sich und die eigenen Interessen zu kämpfen und für die der Liga…


The End: „Das bedeutet, dass die GFCW ein Problem hat. Ein Problem, namens Beständigkeit. Ich bin die Konstante dieser Liga und eine Liga ist eben nur so gut, wie ihr Champion. Doch was, wenn ich nicht mehr bin? Was, wenn ich jeden einzelnen derer besiegt habe, die es vermögen sich mir zu stellen?

Einmal mehr muss ich mich wiederholen… ich tue all das hier nicht, weil ich es kann, ich tue es, weil ich es muss. Weil niemand anderer in der Position dazu ist, diese Bürde zu tragen.

Der GFCW World Championship ist nicht einfach nur ein schickes Accessoire, es ist eine Pflicht, eine Aufgabe, ein Schicksal, dem man sich verschreibt. Ask Skógur hat das erkannt und ist daran zerbrochen. Ich kann mir das nicht leisten. Nicht um meinetwillen und nicht um den Willen der GFCW.“


Ends Auftreten wirkt bestimmt und authentisch – er glaubt, was er sagt, vielmehr noch ist er davon fest überzeugt. Ja, da schwingt Arroganz mit, aber ja, da schwingt auch eine ehrliche Verpflichtung mit.

Er hat den Titel bereits einmal an eine Person wie Aiden Rotari verloren, die den Gürtel nur aus reinem Eigennutz wollte. In seinem zweiten Run hat er den Gürtel nun schon gegen Bedrohungen „von außen“ (Stella & Monica), sowie von „innen“ (Burch & Shelly Nafe) verteidigt und gleichermaßen einem alternden Ex-PCWAler davon abgehalten, die oberste Würde der Liga an sich zu reißen. Ja, zumindest innerhalb der Logik von The End macht sein Vorgehen tatsächlich Sinn oder legt er es sich zumindest so zurecht.

Dabei kommt man aber vielleicht auch nicht ganz umhin eine ähnliche Art von Besessenheit zu erkennen, wie sie von Ask Skógur Besitz ergriffen hat, wie End es selbst anspricht.

Aber selbst diesen Wahn scheint er weitestgehend unter Kontrolle zu haben, wenn nicht er, wer sonst?


Tammy: „Dann bedeutet das, dass sich ein Teil in dir wünscht, dass ein Herausforderer kommt, der würdig genug ist, dir den Gürtel abzunehmen?“


End entgegnet mit einem kurzen, nachdenklichen Blick, bevor er zur Antwort ansetzt.


The End: „Das ist die einzige Möglichkeit mir den Gürtel abzunehmen. Wer auch immer mich besiegt, muss, wenn er es tut, in Kauf nehmen, was ihm dann blüht. Die Pflicht, die Aufgabe, das Schicksal. Ich für meinen Teil kann nicht mehr tun, als Woche für Woche hier herauszukommen und die Möglichkeit anzubieten, eben diesen Kampf anzutreten.

Dieser Herausforderer muss mir gegenübertreten und besser sein als ich. Und ja, er muss würdig sein, dieser Position ebenso gerecht zu werden, wie ich es bin.

Aber bis die Person kommt, die mich bezwingt, werde ich weiter das tun, was ich muss: diesen Gürtel verteidigen, als würde mein Leben davon abhängen, denn vielmehr noch als das, hängt das Wohl der Liga daran.“


Und wieder befindet sich diese Aussage irgendwo zwischen einem Funken Wahn und einer gerechtfertigten Selbstüberzeugung, doch all das, weniger „krankhaft“, als man es vielleicht vermuten könnte, denn so überzeugt The End von sich auch sein mag, so überzeugt ist er auch von der Aussage, dass er durchaus einem würdigen Nachfolger entgegenblickt.

Aber auch, wenn End es so nicht sagt, so merkt man dennoch an, dass er diesen Tag wohl noch in weiter Zukunft sehnt.



Nicht nur Tammy ist äußerst umtriebig, um Interviews zu bieten, auch Mac Müll geht seiner Arbeit nach und hat zwei Frauen der Sorte besonders groß bei sich um genau das zu tun. Zwei Frauen, genauer gesagt zwei Schwestern: die eloquente Schneewölfin Skadi Fenrir und die stupide Riesenschlange Idunn Jörmungandr. Ihr Freizeitlook ist… dass sie genauso gekleidet sind wie üblich. Ob Skadi wohl einen Schrank voller Wolfskapuzen und Tops und Schürze hat und Idunn dasselbe mit ihren schlangenhaften Wickeln? Das könnte man die beiden ja mal fragen. Aber Mac Müll fragt etwas anderes.


Mac Müll: „Nur noch wenige Minuten bis die große Tag Team Battle Royal losgeht. Bereut ihr es nun doch, dass ihr nicht dabei seid?“


Die Frage geht technisch gesehen an beide Schwestern aber tatsächlich guckt Idunn selber fragend zu Skadi von wegen „bereuen wir es?“.


Skadi Fenrir: „Bedauern ist keine unserer akuten Emotionen, Herr Mac Müll. Wir haben uns bewusst dafür entschieden unseren Kameradinnen um Rudel bei ihrem rechtmäßigen Anliegen den Rücken zu stärken, weil sich dies in einem Rudel so gehört. Dass die falschen Helden, welche sich Champions schimpfen dürfen und mit ihrem profanen Gebaren sich selbst und die Titel entweihen, meinen uns dafür geringschätzen zu müssen ist nur ein weiteres der vielen Zeichen für ihre charakterlichen Defizite. Aber was erwartet man auch von einem Vater, der den eigenen Sohn einfach gegen jemand anderen Eintauscht und dann den anderen in den Himmel lobt und den eigenen Sohn verkommen lässt? Selbstverständlich weiß ein solcher Unmensch nichts von einem geordneten und hehren Zusammenleben.“


Mac Müll ist glücklich. Er wurde „Herr Mac Müll“ genannt.


Mac Müll: „Und doch habt ihr euch dabei im Rennen um den Tag Team Titel damit ein bisschen ins Aus manövriert, nicht wahr?“


Die Schneewölfin mit der graulila Zottelmähne schnaubt verächtlich. Also 
richtig verächtlich. So wie das Publikum hier schnauben würde, wenn jemand Madrid als tollste Stadt in Spanien anpreisen würde und dass CR7 viel besser als Messi gewesen sein soll.


Skadi Fenrir: „Herr Mac Müll, wie wir schon hinlänglich im letzten Interview geklärt haben, ist die Vergabe von Titelkämpfen in dieser Promotion nahezu gänzlich willkürlich. Der Aufstieg von Aldo Nero erfolgte dadurch, dass er den Main Event eines PPVs ruinierte. TnB haben sich mit einem absichtlichen Armbruch und Diebstahl Titelkämpfe gesichert. Darragh Switzenberg hat mir im Jason Crutch Invitational den rechtmäßigen Sieg gestohlen, indem er teilnahm ohne Teilnehmer zu sein. Wir könnten quasi jederzeit ein Titelmatch erhalten, wenn wir nur irgendwem Leid zufügen. Es ist traurig, doch dies ist die Realität dieser moralisch wie ethisch bankrotten Promotion namens GFCW.“


Mac Müll nickt erst verstehend, einfach aus purem Reflex, weil er von der Schneewölfin, die ihn „Herr Mac Müll“ nennt weiterhin „Herr Mac Müll“ genannt werden möchte. Aber dann stutzt er. Ein Geistesblitz.


Mac Müll: „Wenn Ihr immer noch sauer seid, dass Darragh Switz… dass der großartige GFCW Wrestler Darragh Switzenberg euch so mitgespielt hat, warum seid Ihr dann jetzt mit dem Switziverse verbündet?“


Stille. Die Frage hallt wie Donner.


Idunn Jörmungandr: „Gute Frage eigentlich. Wiessso sssind wir mit ihm verbündet? Sssollten wir Darragh nicht einfach zerquetssschen, bisss er unsss gibt, wasss wir von ihm wollen?“


Mac Mülls Mund ziert ein seliges Lächeln. Erst „Herr Mac Müll“ und nun wurde eine seiner Fragen gelobt. Eine Frage, die Skadi Fenrirs Augebraue nervös zucken und ihren gesamten Körper sich anspannen lässt.


Skadi Fenrir: „Diese Allianz hat sich so ergeben.“


Auffällig wenig Gesprächsbereitschaft über dieses ganz offensichtliche Reizthema – was nicht heißt, dass die Schneewölfin nicht dennoch unverändert Redebedarf hat.


Skadi Fenrir: „Ich möchte allerdings anbringen, dass es auch andere Optionen gibt, wir wir sehr zeitig in die Tag Team Titelszene eingreifen können, ohne diese absurden Methoden von ungezähnter Gewalt und Chaos. Namentlich indem etwa heute die Basketballer die Battle Royal gewinnen und sich dann den Titel sichern. Da wir sie bereits besiegt haben, wären wir im Moment ihres Triumphs automatisch die #1 Herausforderinnen.“


War Idunn erst noch verwirrt, weil sie wirklich nicht kapiert hat, warum Darragh Switzenberg nicht einfach zerquetscht wird, so versteht sie doch das hier.


Idunn Jörmungandr: „Ssstimmt! Wir drücken euch die Daumen, ihr Dribbelkönige! Versssenkt dasss Ding!“


Idunn macht etwas Schattendribbling ohne Ball und deutet dann einen Wurf an.


Skadi Fenrir: „Alternativ könnte es ja auch passieren, dass die falschen Helden doch noch ihr eines Ei multiplizieren und so die Eier entwickeln sich den Black Wyrms nicht nur zum Wortduell, sondern in einem Match zu stellen. Wenn in der nächsten Show die französischen Fans nicht ihnen zujubeln, sondern Brigitte Reflet darin bestärken ihnen an diesem Abend ein Tag Team Titelmatch zu bieten, so besteht die Möglichkeit, dass zumindest Zereo Killer als angeblicher Mann der Fans das Richtige tun wird. Danach müssten die Black Wyrms den zweifellos aufbrausenden Zwist bei Zerbeus nur noch in einen Titelerfolg vor Brigittes Heimkulisse ummünzen und schon wären wir erneut die #1 Herausforderinnen, da wir diejenigen sind, welche die Wyrms zuletzt bezwungen haben.“
Idunn Jörmungandr: „Und dann müssssssen wir sssie nur noch in Monaco zerquetssschen und dann fahren wir zu Conquisssta als Championsss und zerquetssschen dort diejenigen, die gleich gewinnen.“


Skadis Mund steht weit offen vor Schock und ihre Augen sind geweitet als hätten sich gerade Mac Mülls Hose und Unterhose beide gleichermaßen verabschiedet. Purer Schock. Nur dass ihr Schock nichts mit Mac Müll zu tun hat, dessen Hose(n) sind wo sie sein sollten und der Schock rein Idunn-basiert ist.


Idunn Jörmungandr: „Wasss? Hab ich ssschon wieder wasss Dummesss gesssagt?“
Skadi Fenrir: „Nein, hast du nicht. Du hast sogar etwas sehr Richtiges gesagt.“


Skadi tätschelt ihrer „kleinen“ Schwester anerkennend den Kopf, wofür sie natürlich nach oben greifen muss, da Idunn noch ein gutes Stück größer ist als Skadi.


Mac Müll: „Eine Frage noch, ehe es gleich losgeht: Monica Shade ist ja nun die Assistentin von Miria Saionji bei eurer Betreuung. Was hat sich für euch dadurch konkret geändert?“


Skadi Fenrir: „Bisher nicht viel, aber wir hatten seitdem ja auch noch kein Match. Unabhängig davon ist es aber meines Erachtens so, dass Monicas Dasein als Assistentin primär dazu gut ist, dass Miria sich nicht länger so ausgiebig um Milly kümmern muss, die ja stets alles für sich arrangiert haben muss.“

Idunn Jörmungandr: „Milly issst echt noch blöder alsss ich. Vermutlich könnte Milly nicht mal allein ein Taxi rufen.“

Skadi Fenrir: „So war Monica etwa jüngst mit Milly in Kanada, um sie zu deren Match im Tournament of Honor zu begleiten und hat sie wohl sogar dazu gekriegt eine Matchtaktik zu durchdenken – erfolgreich übrigens. Milly hat die World Titelträgerin einer anderen Promotion besiegt. Addiert man den Sieg heute dazu, so ist dies von unserer Rudelkameradin ein großer Schritt in die richtige Richtung, auf dass sie tatsächlich so mächtig wird, wie sie es ihrem eigenen Schnabel nach zu sein beansprucht.“


Mac Müll nickt und ist ein zufriedener Mensch. Selten lief ein Interview so positiv für ihn. Und so nickt er nun alles ab, was Skadi erzählt, sie hätte ca. alles sagen können, ihm egal, die Welt ist gut. Die Verabschiedung schenkt man sich, denn die Tag Team Battle Royal geht nun los.


Battle Royal um ein Tag-Team-Titelmatch:
Teilnehmer: Stella Nova & Mad Dog, TSEizn Ra(re)BBits (Tsuki Nosagi & El Metztli), T'n'B (Titan & Tha Bomb), Die Basketballer (James Hightower & Chris Dimer), Birdie Boys („Mr. Fairway“ Rupert Wooten & Steven Sademi)

Refereee: Mike Kontrak

Die Hasen, T'n'B und die Birdie Boys stehen bereits im Ring.


Aus den Boxen dröhnt jetzt Hip Hop-Musik und wir sehen Highlight-Reels der Akteure, die jetzt zum Ring kommen werden: Die Basketballer. Und da sind Hightower und Dimer auch schon. Diesmal gekleidet in gelbe Trikots mit lila Schrift, die denen der LA Lakers nachempfunden sind. Die beiden dribbeln wild auf der Stage umher. Dann holt James Hightower etwas hinter seinem Rücken hervor. Es ist ein Golfschläger. Er ist grinst er, dann wird sein Blick ernst und er zerbricht den Golfschläger über seinem Knie entzwei.


Pete: „Das war scheinbar kein echter Golfschläger, oder aber Hightower ist ein absolutes Tier. Der war bestimmt aus Pappmaschee.“

Sven: „Das glaube ich nicht, Pete. James Hightower ist eine Maschine, natürlich kann der Golfschläger zerbrechen. Scheinbar sind die Basketballer nicht gerade erfreut darüber, dass nun ein weiteres Sportteam in der GFCW aufgeschlagen ist. Das kann ja was geben heute.“


Die Basketballer marschieren direkt zum Ring und entern das Seilgeviert, um sich ihren Gegnern zu stellen.



Dröhnend scheppern nun die Klänge von Lynyrd Skynyrd über den Platz und der Jubel der Menge wird wieder laut. Doch noch lauter wird die Meute, als zuerst Stella Nova tänzelnd den Innenhof betritt und dann der verrückte Hund durch den Vorhang schreitet. Sogleich werden wieder ihre Gegensätze deutlich. Der agile leichtfüßige Leitstern und neben ihr der robuste bodenständige Night Fighter.


Der Night Fighter nickt kurz in Richtung der Zuschauerränge, dann fällt sein Augenmerk auf Stella Nova, die seinen Blick erwidert. Als die unbekannte Konstante zu ihr aufschließt, folgt auch hier ein Nicken und beide machen sich zielstrebig auf den Weg in Richtung Ring. Jetzt gilt der Fokus ihrem kommenden Match, das sie zu Nummer Eins Herausforderern machen könnte – die Fans reichen ihnen die Hände, doch beide gehen daran vorbei.


An Ring angekommen slidet Stelle Nova hinein und MD folgt ihr über die Ringtreppe. Die letzten Worte des Chorus flüstert der mehrfache World Champion fast unmerklich mit. Dann gehen beiden in Ringecke und werfen ein Blick in den Squared Circle sowie zu den Zuschauern. Schließlich blicken sie kampfesbereit in die Kamera.





Wieder kommen die Champs raus. Ganz offiziell in Wrestling-Garderobe und natürlich mit den Titeln der Begierde. 10 Männer und Frauen werden sich da nun gleich drum balgen. Nur ein Team wird den Titleshot bei Conquista gewinnen können. Die Zusehenden applaudieren abermals, aber der große Pop hat es eben schon am Anfang der Show gegeben. Ray Douglas und Zereo Killer machen sich dann auf den Weg zum Kommentatorenpult! Sven und Pete begrüßen die beiden herzlich.


Sven: „Zwei Legenden mit Gürteln. Grüßt euch.“

Morbeus: „Kussi, bussi. Mein Lieber.“


Zereo Und Morbeus setzen sich an die Kommentatoren-Tische (ein Tapeziertisch wird noch an das Pult heran gestellt damit alle Platz haben). Die beiden Titel werden dann aber nochmal allen Beteiligten im Ring gezeigt. Dann erfolgt ein kurzes Nicken an Mike Kontrak, dem zugteilten Referee im Ring. KOntrak nickt zurück und lässt die Glocke betätigen.



DING! DING! DING!



AUF DIE FRESSE, AUF DIE FRESSE!“


Morbeus: „Was für eine Kulisse. Ein wirklich ganz besonderes Ambiente hier auf der iberischen Halbinsel. Aber wird die Qualität auch im Ring zu sehen sein? Ich habe da bei den Wrestlern, die wir hier sehen, kein gutes Gefühl.“


Zereo: „Soll kommen wer will. Wir machen spätestens beim PPV alle kalt.“

Pete: „Vollmundige Ankündigung der Champs! Im Ring wird sich noch abgetastet“


Die Mad Stars besprechen sich noch. Die Birdie Boys gehen aber schon in die Vollen und attackieren die TSEizn Ra(re)BBits.  T’n’B warten auch noch kurz ab, haben es aber wohl auf die Basketballer abgesehen. James Hightower und Chris Dimer wirken aufgrund ihrer Unerfahrenheit noch etwas fehl am Platz. Beide ziehen sich in eine Ringecke zurück und heben ihre Fäuste hoch. Kampfbereitschaft signalisieren.


Morbeus: „Die armen B-Baller. Die scheinen die ersten Schlachtopfer zu werden.“


 T’n’B gehen nun tatsächlich auf die Basketballer zu, kassieren aber von hinten jeweils

Schläge auf den Hinterkopf. Die Mad Stars mischen sich auch nun ein! Hightower nutzt dies

auch und tritt dann Tha Bomb in den Magen. Ohne sich abzusprechen, werden TnB nun von

zwei Teams bearbeitet.


Währenddessen sind die Hasen in einer anderen Ringecke schon im Defensiv-Modus. Die

Unbekannten Birdie-Boys schlagen ordentlich Alarm. Wooten hat El Metztli im

Schwitzkasten. Der Mexikanter versucht sich artisitisch zu befreien, kann den Griff aber nicht lösen. Tsuki Nosagi kassiert gerade ein paar kräftige Chops von Steven Sademi – der seine helle Freude damit hat.


Sven: „Ausgesprochen gut gefallen mir die beiden Golfer!“


Chris Dimer, der Titan gerade mit einem DDT zu Boden gebracht hat, will sich nun Stella Nova vornehmen. Doch den großen Pranken des Basketballers kann sie ausweichen und ihrerseits nach einer kleinen Drehung einen präzisen Kick in die Kniekehle tätigen. Dimer geht vor Schmerz in die Knie.


Stella überlegt nun, wie sie Dimer aus dem Ring bekommen könnte. Allerdings nimmt ihr Mad Dog scheinbar die Entscheidung ab. Mit einem kräftigen Bulldog landet der Newbie auf der Ringmatte. Die Mad Stars klatschen kurz miteinander ab und fokussieren sich neu.


Mr. Fairway ist noch immer am Drücker gegen El Metztli. Er hat ihn auch schon auf dem obersten Seil, doch der kräftige Azteke lässt sich nicht mal eben über das oberste Seil deuen.


Hightower ist mit Tha Bomb gerade beschäftigt. Ein Gigantenduell. Hightower ist sicherlich deutlich spritziger, doch im Lock-Up kann Tha Bomb seine schiere Erfahrung in die Waagschale werfen. Es gibt ein paar ordentliche Tritte in die Magengegend. Doch Hightower schüttelt sich kurz und pfeffert mit einer wahnsinnigen Lariat seinen Gegner zu Boden. Nun packt er Tha Bomb direkt wieder und versucht ihn über das oberste Seil heraus zu wuchten.


Sein Partner Titan hat das aber spitz bekommen und geht den US-Amerikaner an. Dabei verliert Hightower etwas das Gleichgewicht und gerät selbst in Trouble. Mad Dog, der alte Fuchs, kommt schnell hinzu, da er riecht, dass hier die erste Eliminierung vollzogen werden könnte….


Pete: „ Na sowas. Jetzt bearbeiten TnB und Mad Dog Hightower. Kann er diesem Druck stand halten?“

Zereo Killer: „Never ever, Pete!”


Und so ist es. Zu dritt werfen sie James Hightower über das dritte Seil nach draußen!


James Hightower wird eliminiert und belegt Platz 10. (Eliminiert von Titan, Tha Bomb und Mad Dog)


Chris Dimer reagiert sofort und geht wütend auf Mad Dog los. Mehrere harte Schläge treffen ihr Ziel, ehe Stella Nova ihrem Partner zur Hilfe eilt. Gemeinsam können sie Dimer zurückdrängen. Währenddessen zeigt El Metztli, warum die TSEizn Ra(re)BBits so gefährlich sind. Mit schnellen Kicks und spektakulären Sprüngen überrascht er seine Gegner immer wieder. Er trifft Rupert Wooten mit einem Dropkick und bringt sogar Tha Bomb ins Straucheln.


Mad Dog lässt sich davon jedoch nicht beeindrucken. Immer wieder sucht er die direkte Konfrontation mit El Metztli. Nach einer intensiven Auseinandersetzung landet El auf dem Apron. Verzweifelt hält er sich am obersten Seil fest und versucht zurück in den Ring zu gelangen. Tsuki Nosagi eilt herbei, um seinem Partner zu helfen, doch Mad Dog ist schneller. Mit einem gezielten Stoß trifft er El Metztli genau im richtigen Moment.


Morbeus: „Whoa! Das war es für den Azteken-Mann!“


El Metztli wird eliminiert und belegt Platz 9. (Eliminiert von Mad Dog)


Tsuki Nosagi schreit entsetzt auf, während Chris Dimer versucht, die Ehre der Basketballer zu retten. Er kämpft verbissen und zeigt, dass er nicht kampflos untergehen wird. Dimer bringt Steven Sademi mit einem harten Shoulder Block zu Fall und liefert sich anschließend einen Schlagabtausch mit Titan.


Zereo: „Der andere Basketballer gefällt mir, aber er sollte nicht den Schlagabtausch mit allen suchen. Das geht in die Hose!“


Doch T’n’B finden immer besser ins Match. Tha Bomb verpasst Dimer einen kräftigen Tritt gegen den Oberkörper, während Titan ihn von hinten packt. Dimer versucht sich loszureißen und landet sogar einige Treffer. Schließlich heben ihn die beiden gemeinsam hoch und befördern ihn mit vereinten Kräften über das oberste Seil.


Morbeus: „Sach wat e willst. Die beiden Legenden wissen einfach, was sie machen müssen!“


Chris Dimer wird eliminiert und belegt Platz 8. (Eliminiert von Titan und Tha Bomb) - Damit sind die Basketballer ausgeschieden (Team Platz 5)


Nun ist der Spotlight auf Tsuki Nosagi. Der ehemalige Tag Team Champion muss als einziger alleine weiterkämpfen. Der neben Stella drahtigste Akteur im Ring entwischt der ein oder anderen Pranke immer wieder. Rupert Wooten wird dann von Nosagi mit einem Kick überrascht. Dann kommt Sademi auf Nosagi zugestürmt, doch der kann sich geschickt drehen und Sademi fliegt unter dem obersten Seil aus dem Ring!


Sven: „Raus ist Sademi aber nicht! Er kann wieder reinkommen. Glück gehabt!“

Pete: „Glück würde ich das nun nicht nennen. Aber die Golfer sind weiterhin in kompletter Mannstärke dabei!“


Nosagi schaut Sademi noch hinterher. Das scheint ein großer Fehler gewesen zu sein. Titan nimmt Nosagi von hinten in den Full Nelson. Dann kommt auch noch Tha Bomb dazu. Tsuki strampelt und strampelt. Doch die Bombe lässt sich nicht erwischen. Gezielt packt er dann die Füße von Nosagi und es heißt…. Sayonara.


Tsuki Nosagi wird eliminiert und belegt Platz 7. (Eliminiert von Titan und Tha Bomb) – Damit sind die Rabbits ausgeschieden (Team Platz 4)


Pete: „Wow. Was eine Überraschung, dass die ehemaligen Champs so früh die Segel streichen müssen!“


Die Battle Royal geht nun in ihre entscheidende Phase. Drei Teams sind noch komplett drin. Und alle drei Teams stehen nun in jeweils einer Ringecke zusammen. Wer kann die Battle Royal gewinnen?


Stella Nova und Mad Dog kämpfen weiterhin Seite an Seite. Stella zeigt einige beeindruckende Aktionen und kann Rupert Wooten mit einem Enzuigiri überraschen. Dann bekommt auch noch Tha Bomb von Stella sein Fett weg. Der Riese wankt nach einem schönen Dropkick!


Die Zuschauer sind nun klar auf der Seite von Mad Dog und Stella. Da scheint sich etwas zu entwickeln!


Mad Dog versucht Stellas Vorabeit zu veredeln und Tha Bomb zu eliminiern. Das sieht kurz auch gut aus, aber Titan unterbricht den Versuch mit harten Schlägen auf Mad Dogs Nacken!


Und dann plötzlich eine überraschende Wendung.


Rupert Wooten hält Stella Nova an den Armen fest, während Steven Sademi sie mit voller Wucht gegen die Seile drückt. Stella kämpft verbissen, tritt um sich und versucht zurückzukommen. Für einen Moment scheint sie sich tatsächlich retten zu können. Doch Steven zieht erneut nach – und Stella verliert endgültig den Halt.


Stella Nova wird eliminiert und belegt Platz 6. (Eliminiert von Rupert Wooten und Steven Sademi)


Pete: „Oha. Ein schwerer Schlag für die Mad Stars. Der Night Fighter muss es nun alleine wuppen!“

Morbeus: „Tja, da helfen irgendwelche Erfolge in so Takatuka-Ligen auch nicht weiter. Viel erzählt, wenig gezeigt. Und Tschüss, liebe Stella.“


Die Zuschauer reagieren geschockt. Mad Dog kann es kaum glauben und blickt seiner Partnerin fassungslos hinterher. Stella klopft von draußen gegen die Ringmatte und feuert ihn an. Mad Dog nickt nur kurz. Von diesem Moment an kämpft er alleine. Einizg die Zuschauer sind voll bei ihm!


Die Birdie Boys wollen den Vorteil ausnutzen. Gemeinsam setzen sie Mad Dog unter Druck. Steven Sademi trifft ihn mit mehreren Schlägen, während Rupert immer wieder auf ihn eintritt. Doch Mad Dog hält dagegen. Befreit sich aus der Ringecke und will flüchten. Steven stürmt Mad Dog hinterher, doch dieser scheint einen sechsten Sinn zu haben und weicht dem ankommenden Lariat aus in dem er sich auf dne Boden wirft. Sademi kann sein Tempo kaum droseeln….Tha Bomb nutzt die offene Position, packt Sademi am ausgestreckten Arm und schleudert Steven über die Seile. Sademi ist draußen!


Steven Sademi wird eliminiert und belegt Platz 5. (Eliminiert von Tha Bomb)


Die letzten Vier stehen fest: Rupert Wooten, Titan, Tha Bomb und Mad Dog.


Morbeus: „Ach fuck. Das werden sich TnB nun nicht mehr nehmen lassen!“

Zereo: „Simargl hat ein großes Kämpferherz. Ich würde ihn nicht abschreiben!“


Im Ring versucht Rupert nun, die anderen gegeneinander auszuspielen. Er zieht sich immer wieder zurück und wartet auf Fehler seiner Gegner. Doch wird ihm das nachhaltig etwas nutzen?


Mad Dog hat genug von seinen Spielchen. Er erwischt Rupert mit einem harten Schlag, zieht ihn in die Ringmitte und drängt ihn Schritt für Schritt Richtung Seile. Rupert versucht verzweifelt, sich zu befreien, doch Mad Dog lässt nicht locker. Titan und Tha Bomb schauen sich das Schauspiel auch eher von der Seite an.


Mit einem gewaltigen Kraftakt wirft Nelson Friedrich Töle Rupert schließlich aus dem Ring.


Rupert Wooten wird eliminiert und belegt Platz 4. (Eliminiert von Mad Dog) – Birdie Boys belegen Platz 3 in der Teamwertung.


T’n’B arbeiten nun natürlich zusammen und setzen Mad Dog massiv unter Druck. Titan trifft ihn mit einem Big Boot, während Tha Bomb nachsetzt. Mad Dog wirkt angeschlagen.


Morbeus: „Es ist mal wieder beeindruckend zu sehen, dass hier die drei Ältesten am längsten drin sind. Die jungen Leute wissen einfach nicht, wie es geht!“


Aufmunterndes geklatsche für Mad Dog seitens der Zuschauer. Doch T’n’B haben alles im Griff! Immer wieder bringen ihn die beiden an die Seile, doch irgendwie schafft er es zurückzukommen.


Titan versucht schließlich die Entscheidung herbeizuführen. Er packt Mad Dog und will ihn aus dem Ring heben. Doch Mad Dog kann sich befreien. Titan stolpert einen Schritt nach vorne. Diese eine Sekunde reicht aus.


Mad Dog nutzt Titans eigenes Momentum gegen ihn und befördert den Riesen über das oberste Seil.


Titan wird eliminiert und belegt Platz 3. (Eliminiert von Mad Dog)


Nun stehen sich nur noch zwei Männer gegenüber.


Mad Dog.


Tha Bomb.


Der Rest des Rings ist leer. Titan liegt bereits außerhalb des Seilgevierts, Stella Nova feuert ihren Partner von draußen lautstark an und die Zuschauer stehen geschlossen hinter Mad Dog.


Beide verbliebenen Teilnehmer sind gezeichnet. Ihre Brustkörbe heben und senken sich schwer, Schweiß läuft ihnen über das Gesicht und jeder Atemzug scheint Kraft zu kosten.


Für einen kurzen Moment starren sich die beiden nur an.


Dann stürmt Tha Bomb los.


Er trifft Mad Dog mit einem harten Forearm direkt ins Gesicht. Mad Dog taumelt zurück, fängt sich aber sofort wieder und antwortet mit einem eigenen Schlag. Die beiden geraten mitten im Ring in einen erbitterten Schlagabtausch. Rechter Haken gegen rechten Haken. Keiner weicht zurück. Jeder Treffer wird von den Fans lautstark begleitet.


Tha Bomb gewinnt schließlich die Oberhand. Er rammt Mad Dog die Schulter in den Magen und treibt ihn rückwärts in die Ringecke. Immer wieder schlägt er auf ihn ein, bevor er ihn am Arm packt und mit voller Wucht in die gegenüberliegende Ecke schleudert. Mad Dog kracht hart gegen die Polster und sackt auf ein Knie.


Stella Nova schreit ihm von draußen zu, dass er aufstehen soll.


Sven: „Das wird Mad Dog nicht gewinnen. Er wird wieder versagen, wie schon letzte Show gegen The End.“

Zereo: „Ich würde Simargl nicht abschreiben. Schau wie viele er schon eliminieren konnte!“

Morbeus: „Ich will ehrlich sein. Wer soll das Match nun gewinnen? Beides scheiße. Hab auf die alten Männer keinen Bock mehr! Zum Teufel mit den beiden Arschgeigen!“


Im Ring sieht Tha Bomb seine Chance gekommen. Er packt Mad Dog an den Haaren, zieht ihn hoch und versucht sofort, ihn über das oberste Seil zu werfen. Zentimeter für Zentimeter drückt er Mad Dog über die Ringseile. Mad Dogs Oberkörper hängt bereits außerhalb des Rings. Nur seine Beine befinden sich noch im Seilgeviert.


Die Zuschauer halten den Atem an.


Tha Bomb stemmt sich mit seinem gesamten Körpergewicht dagegen.


Mad Dog klammert sich verzweifelt am obersten Seil fest.


Noch ein Stoß und es wäre vorbei.


Doch plötzlich beginnt Mad Dog zurückzukämpfen. Mit wilden Ellenbogenstößen trifft er Tha Bomb im Gesicht. Einmal. Zweimal. Dreimal. Tha Bomb muss den Griff lösen. Mad Dog rutscht zurück in den Ring und sinkt erschöpft auf die Knie.


Die Fans gehen richtig steil.


Tha Bomb kann es nicht glauben. Wütend stürmt er erneut auf Mad Dog zu und versucht, ihn mit einer Clothesline auszuschalten. Doch Mad Dog taucht unter dem Arm hindurch. Tha Bomb dreht sich um und wird von einem Spear förmlich zerschnitten.


Beide Männer bleiben regungslos liegen.


Der Ringrichter beobachtet die Szene genau, während die Zuschauer rhythmisch Mad Dogs Namen rufen.


Langsam kommen beide wieder auf die Beine.


Mad Dog schlägt zuerst zu.


Tha Bomb antwortet.


Mad Dog.


Tha Bomb.


Mad Dog.


Tha Bomb.


Der Schlagabtausch wird immer heftiger. Tha Bomb trifft einen besonders harten Treffer, der Mad Dog erneut ins Wanken bringt. Sofort nutzt er die Gelegenheit. Er packt Mad Dog am Hals und versucht ein letztes Mal, ihn über die Seile zu werfen.


Mad Dog landet auf dem Apron.


Wieder ist er nur wenige Zentimeter vom Ausscheiden entfernt.


Tha Bomb schlägt auf ihn ein. Jeder Treffer droht, Mad Dog endgültig zu Fall zu bringen. Stella Nova schlägt von draußen verzweifelt auf die Ringmatte und feuert ihren Partner an. Die Fans stehen mittlerweile komplett auf ihren Sitzen.


Mad Dog blockt plötzlich einen weiteren Schlag.


Er kontert mit einem harten Punch.


Tha Bomb taumelt zurück.


Mad Dog springt vom Apron zurück in den Ring und wirft sich mit letzter Kraft gegen seinen Gegner. Tha Bomb stolpert in die Ringmitte. Beide Männer sind völlig erschöpft.


Mad Dog schaut kurz zu Stella Nova.


Stella nickt ihm zu.


Mehr braucht er nicht.


Mit einem lauten Schrei mobilisiert Mad Dog seine letzten Reserven. Er packt Tha Bomb, stemmt ihn tatsächlich auf seine Schultern und kämpft gegen die Erschöpfung seines eigenen Körpers an. Tha Bomb schlägt wild um sich, versucht sich zu befreien und kratzt verzweifelt nach den Ringseilen.


Doch Mad Dog lässt nicht los.


Unter dem tosenden Jubel der Zuschauer wirft er Tha Bomb schließlich mit letzter Kraft über das oberste Seil.


Tha Bomb schlägt außerhalb des Rings auf dem Hallenboden auf.


Die Glocke ertönt.


Tha Bomb wird eliminiert und belegt Platz 2. (Eliminiert von Mad Dog)


Mad Dog bleibt allein im Ring stehen.


Er sinkt erschöpft auf die Knie, bevor er die Arme in die Höhe reißt.


Mad Dog gewinnt die Battle Royal und sichert den Mad Stars den Tag Team Title Shot bei Conquista!


Laura: „Sieger des Matches und neue Nr. 1 Contender auf den Tag Team Title: MAD STARS!“


Stella Nova kehrt in den Ring zurück und fällt ihrem Partner in die Arme. Obwohl sie überraschend ausgeschieden ist, hat Mad Dog den Kampf für ihr Team zu Ende gebracht und den Sieg nach Hause geholt. Gemeinsam feiern sie ihren Triumph, während die Zuschauer ihnen lautstark zujubeln.


Zereo Killer und Morbeus erheben sich von ihren Stühlen. Anerkennend schauen die beiden in den Ring. Sie zeigen zwar auch auf ihre Titel, aber der Sieger des Abends ist klar. Night Fighter Mad Dog und seine Partnerin Stella Nova. Die Mad Stars!“




Ihr Arm ist dünn wie ein Zweig. Er könnte ihn ganz einfach brechen.

Der Mann im Bett spürt, wie sich sein Herzschlag beschleunigt, als ihr Ärmchen in sein Blickfeld kommt. An seinem Gaumen sammelt sich Speichel, die Härchen im Nacken stellen sich auf. Wohlige Erregung flutet seinen Körper, vom Kribbeln unter dem Skalp bis zur Wärme in seinen Schenkeln.

Gib ihn mir. Gib mir den Zweig. Lass mich ihn brechen.

Er atmet schneller. Keucht. Der Zweig - das wunderbare, verwundbare Spielzeug - ist nur noch wenige Zentimeter entfernt. In greifbarer Nähe. Die beste aller Empfindungen bricht sich Bahn, hebt ihn auf und umschlingt ihn: Die Vorfreude auf Gewalt.

Er gibt sich seinen Instinkten hin. Hebt seine Hand. Der Atem wird schwerer, Speichel befeuchtet seine Lippen. Sekunde für Sekunde kommt das Ärmchen näher. Er öffnet die Faust, betrachtet mit verschwommenen Blick wie sich seine fleischigen Finger dehnen und regen. Sie machen sich bereit für die große Exstase. Gleich schon werden sie sich um den Zweig legen. Dominieren. Ihren Besitzer wieder leben lassen.

Er greift nach ihrem Arm. Denn er muss.

Dann ist es vorbei. Seine Hand fällt auf die Matratze zurück.

Da ist…keine Kraft.

Er grunzt. Die Frau mit den Zweigchenarmen blickt ihn an. Es blitzt aufmerksam in ihren Azuraugen. Warum schaut sie nicht weg? Er versucht, in ihnen zu lesen. Und versteht nicht, was er sieht. Wieso ist da keine Angst bei ihr? Keine Abneigung. Kein Ekel. Kein Hass.


Krankenschwester: „Wollten Sie etwas sagen, Mr. Burch?“


Träge folgen seine Steinaugen ihren flinken Fingern. Die Lider sind schwer und lahm, wie von alten Ketten gezogen.

Sie rückt das Kissen unter seinem Kopf zurecht.


Krankenschwester: „Überanstrengen Sie sich nicht. Was Sie jetzt brauchen, ist Ruhe. Und eine gute Mütze Schlaf. Warum machen Sie nicht nochmal kurz die Augen zu?“


Er liegt lange da und starrt sie an, ohne zu blinzeln. Will grollen, schreien. Doch alles, was aus seiner Kehle kommt, ist ein lautloses Grunzen. Dann gibt er den Druck auf seinen Lidern nach. Hört ein Kichern.


Krankenschwester: „So viel anderes können sie derzeit ohnehin nicht machen. Also geben Sie ihrem Körper, wonach er verlangt.“


Er reißt die Augen wieder auf. Und sieht, wie sie ihren Mund öffnet. Da sind ihre Zähne. Die Mundwinkel ziehen nach oben. Sicher, er hat diese Mimik schon gesehen. Er weiß, wie man das nennt. Lächeln. Bei anderen Menschen. Aber noch nie so nah.

Noch nie für ihn.


Krankenschwester: „Und er verlangt nach Ruhe.“


Er lässt seinen tonnenschweren Kopf zur Seite fallen. Fokussiert sich auf ihre Finger, die Ausläufer des dünnen Arms. Des Zweigs. Seinem Spielzeug.

Sie tippt wieder auf sein Kopfkissen. Das durchgelegene, vom Schweiß vollgesogene Kissen, das seit Tagen sein Gefängnis ist. Und nun lädt sie ihn ein, sich dem Gefängnis voll und ganz hinzugeben.


Krankenschwester: „Je mehr Ruhe Sie ihrem Körper gönnen, desto eher sind Sie diese Halskrause los. Und dann ist es nicht mehr weit bis zur festen Nahrung und dass Sie sprechen können. Das wollen wir doch beide, hm?“


Was ist mit ihr? Wieso redet sie so mit ihm? Diese hohe Stimme. Was soll das bedeuten? Wo ist der Zweifel, wo das Zittern?

Er öffnet den Mund. Will etwas sagen. Doch als sich seine Lippen öffnen, fließt kein Wort heraus, sondern die Erinnerung an das Blut, das auf diesem Weg aus seinem Inneren herausgeschossen kam. Nachdem Danny Rickson auf seinen Hals gesprungen war und er dann das Bewusstsein verlor. Um hier zu erwachen. In einem Käfig der Schwäche.


Krankenschwester: „Tun Sie es für sich. Und auch für mich, okay? Schließlich würde ich gerne mal mit ihnen nett plaudern. Patienten, die nicht sprechen, sind so mysteriös.“


Ihre Finger verlassen sein Kissen. Sie ziehen sich zurück. Und mit ihnen auch der zweigendünne Arm. Sein Spielzeug. Sein verwundbares Spielzeug. Es ist ihm nicht vergönnt zu spielen. Das Kribbeln und die Erregung lassen nach.


Krankenschwester: „Ich mache nun das Licht aus, okay?“


Und sie macht es. Ohne abzuwarten. Er hört, wie ihre Schritte auf die Tür zuwandern, doch er sieht es nicht. Denn sein Kopf will sich einfach nicht vom Kissen abheben, ist wie festklebt.

Sie steht im Türrahmen und winkt ihm zum Abschied. Er schaut noch einmal hin.


Ihr Arm ist dünn wie ein Zweig. Aber er kann ihn nicht brechen.

Denn er ist schwach.

Und er kann nicht einmal schreien.




Spanien jubelt, denn wie auch Portugal schon zuvor, bekommen wir auf der internationalen GFCW-Tour 2026 ein weiteres GFCW World Championship-Match in Form einer Open Challenge und diesmal ist diese Challenge auch tatsächlich noch open, denn anders als vor zwei Wochen, hat sich bisher noch kein Gegner zu erkennen gegeben.

Natürlich ist nicht nur das der Grund für den Jubel Spaniens, denn mit dem kommenden GFCW World Title Match, geht natürlich der GFCW World Champion einher und das ist The End, der unter tobendem Applaus seitens der GFCW-Galaxy empfangen wird. Jetzt vielleicht sogar noch ein Stück herzlicher, da er sich nicht mehr den Spot als Top-Fanliebling mit Ask Skógur teilen muss… wobei, wenn es um Ask geht dürfte ihm wohl kaum jemand dem Rang ablaufen, aber wie schon auch die Position als Champ und als Konstante der Liga, muss The End nun auch diese Stellung übernehmen und halten.

End tritt auf die Bühne, in seinen Scheinwerfer-Spot, direkt mit Fokus auf den Ring gerichtet.


Pete: „Wir haben Ends Worte heute deutlich gehört, als er einmal mehr seine Bedeutung als Champion ausgeführt hat. Er verteidigt diesen Titel, weil er es muss, weil es sonst keiner tut, weil er die GFCW besser machen will – das geht allerdings nur mit würdigen Herausfordern. Und hier und heute ist das Teilnehmerfeld dahingehend etwas eingeschränkt, denn wer auch immer Ends Herausforderung annehmen wird, es muss jemand sein, der noch nie gegen ihn um den Titel gekämpft hat.“

Sven: „Ich weiß nicht, ob er einfach nur selbstgefällig ist oder arrogant oder selbstverliebt oder maßlos von sich selbstüberzeugt oder großkotzig oder realitätsfremd oder…“

Pete: „Kommt da noch ein Punkt?“

Sven: „Na hör mal. Der spielt sich auf, als wäre er der Gott dieser Liga. Meint entscheiden zu können wer würdig ist und wer nicht. Denkt ihm sei keiner gewachsen…“

Pete: „Aber nunja… hat er damit nicht irgendwie… recht? Schließlich ist er praktisch so gut wie ungeschlagen, zumindest in Matches, bei denen ein James Corleone nicht mitgewirkt hat. Er besiegt alles und jeden und das nur, wenn sich tatsächlich Herausforderer finden.“

Sven: „Mag ja sein, aber muss man es so raushängen lassen?“

Pete: „Wenn es nach The End geht? Ja…“


Und genauso wie The End spricht, tritt er hier auch auf. Als höchster Würdenträger der Liga, als Behüter der Liga, als Champion der Liga.

Er will eine bessere GFCW und dafür sucht er die Herausforderung. Heute einmal mehr mit einer Open Challenge.

Er betritt den Ring, entledigt sich seiner Lederjacke, übergibt den Gürtel an Jack Bobo, während er sich zurecht positioniert um zu signalisieren, dass er bereit ist. Er muss hier auch gar nix mehr ankündigen, dass hat er bereits an anderer Stelle in dieser Show getan, insofern muss er nun also einfach nur warten, wer seine Herausforderung annimmt.



Und die Betonung liegt auf „warten“, denn zunächst zeigt sich niemand.

Und dabei werden nicht nur die Fans sauer, denn einerseits fühlen sie sich um ihr World Title Match betrogen, andererseits passiert genau das, was laut The End nicht passieren sollte und das ist, dass The End seine Herausforderung nicht bekommt.

Und das gefällt ihm gar nicht.

End läuft auf die Ringseile zu und mit bitterbösem Blick schaut er nun zur Stage: fordernd, wütend sichtlich geladen.

Es ist seine Pflicht den Titel zu verteidigen.

Es ist die Pflicht des GFCW Rosters um diesen zu kämpfen.

Und niemand aus dem Roster will dieser Pflicht nachkommen…

Das wird Konsequenzen haben.

Für die GFCW.


CHAIR-SHOT


Es schallt durch das gesamte Poble Espanyol, als der Stuhl auf Ends Rücken kracht. Mit leicht schmerzverzogenem, aber viel mehr noch wütenderem Gesichtsausdruck und leicht zurückgezogenen Rücken, dreht sich End herum um seinen Angreifer ins Gesicht zu schauen, der nun auch vom Publikum, unter gewaltigen Buh-Rufen, erkannt wird.


Robbin Zick


End schaut Zick tief in die Augen, dem seinerseits bewusstwird, was er hier gerade getan hat. Anfangs hat er noch frech gelächelt, jetzt scheint ihm aber ein kalter Schauer über den Rücken zu laufen, als End ihn mit seinem Blick manifestiert und auf ihn zuläuft.

Was The End dabei über den Rücken läuft? Ein weiterer Schlag mit dem Stuhl.


CHAIR-SHOT


Diesmal knickt End schon deutlicher ein, vor allem kommt er aber nicht dazu, um auch den zweiten Angreifer ins Gesicht schauen zu können.


Hollywood Jake


Bevor End sich drehen kann, greift Jake End von hinten, wobei Zick mit dem Stuhl nochmal gegen die Brust von End schlagen kann, bevor Jake ihn eindreht.


RIPCORD KNEE STRIKE


Jake trifft End mit Bravour und tatsächlich sinkt End auch direkt zu Boden. Dort angekommen muss er noch einmal jeweils einen Stuhlschlag von Zick und Jake einfangen, bevor Jack Bobo deutlicher dazwischen geht um die beiden Mitglieder von Refuse to Age zurückzuhalten…

doch der Schaden ist bereits angerichtet.

Doch er wird noch größer.






Schon die ersten Takte der Musik machen deutlich, dass die Vorarbeit von Robbin Zick und Hollywood Jake nur einem einzigen Zweck gedient hat: Den Weg für Danny Rickson zu ebnen. Bei Refuse to Age sind die Hierarchien klar verteilt. Und so marschiert der Hall of Famer mit monarchischer Selbstverständlichkeit zum Ring.

Barcelona buht sich die Seele aus dem Leib, doch als die Schmähungen und der Unmut prallen am ewig jungen Rickson ab. Er ist fokussiert – und wirkt gleichzeitig doch entspannt. Nichts kann in seiner Welt diesen Abend noch trüben und so wird der Entrance zu einem Triumphmarsch.

Er ist nicht hier, um eine Schlacht zu schlagen.

Er ist für die Krönung gekommen.


Sven: „Heute bekommen wir einen neuen Champion! Klare Sache.“


Ein letztes Mal treffen die Schläge der Gehilfen auf Ends Rücken, dann ziehen sich Jake und Zick zurück. Die jungen Wölfe überlassen dem Alphatier die Beute.

Rickson wirft einen Blick in die Umgebung. Labt sich an den entsetzen, angespannten Mienen der End-Fans und neutralen Zuschauer, die in der klaren Überzahl sind. 15 Jahre ist es her, dass er zum letzten Mal den GFCW-Titel trug. Heute wird das Ende einer langen Wartezeit bringen. Zeit für einen Rekord.

Der Engländer slidet unter den Seilen hindurch auf die Matte. Ein Fingerschnippsen in die Luft und die Musik verstummt. Es herrscht, als auch die erschrockenen Buhrufe abebben, eine schwere Stille im Poble Espanyol. Drohend liegt sie in der Luft: Die Ahnung, dass jetzt etwas Schlimmes geschehen wird.

Der Titelverlust des Fanlieblings.

Hollywood Jake und Robbin Zick lassen von The End ab, denn sie haben ja bereits ordentlich Stimmung gemacht und End zugesetzt, offenbar verlangt ein Jack Bobo aber zumindest noch, dass der Champion sich zumindest halbwegs in der Lage fühlt dem Match zu zustimmen – würden sie ihn also zu übel zurichten, wäre das schwierig.

End erhebt sich langsam. Er kämpft sich hoch und scheint noch immer vor Wut zu brennen. Er hat zwar gut einstecken müssen, aber natürlich ist ein Top-Star wie er fit genug um sich nicht direkt davon übermannen zu lassen.

Ist er aber fit genug um einen anderen Top-Star vom Kaliber eines Danny Ricksons abzuwehren?


Pete: „Was eine miese Nummer. Zick und Jake erledigen die Drecksarbeit und Danny Rickson staubt ab?“

Sven: „Du nennst es miese Nummer, ich nenne es Geniestreich! Soll End doch mal sehen, was er bekommt, wenn er sein Maul immer so weit aufreißt.“


End hat sich inzwischen wieder hochgearbeitet, während Danny Rickson am Ring angekommen ist. Jack Bobo fragt End, ob dieser bereit für das hier ist, während Rickson höhnisch zu The End schaut.

Und natürlich springt The End da voll drauf an. Natürlich ist er bereit.

Bereit dafür die Liga einmal mehr von den Machenschaften eines Typen wie Danny Ricksons zu verteidigen.

End stimmt zu.

Zick und Jake verlassen den Ring, während Rickson ihn betritt. End steht ebenfalls in Position und so müssen wir gar nicht länger warten und das Match kann beginnen.

GFCW World Title. Danny Rickson. The End.

Auf dem Papier ein Dream-Match. Jetzt das Ergebnis einer unlauteren Open Challenge.

Wird The End diesen Hinterhalt überstehen?


GFCW World Championship
Open Challenge:
The End (c) vs. Danny Rickson

Referee: Jack Bobo


~ Ding Ding Ding ~


Rickson macht sich bereit, Zick und Jake stehen neben dem Ring und The End?

der slidet überraschend schnell unter den Seilen aus den Ring und mit ordentlich Schmackes kommt er angeschossen…


SPEAR


Gegen Robbin Zick!


Mit gewaltiger Kraft haut End einen der Schergen Danny Ricksons um, bevor dieser noch mehr Schaden anrichten kann. Zumindest sollte man meinen, dass das der Hintergedanke von The End ist. Zick liegt regungslos am Boden, während End schniefend über ihm hockt. In Ends Augen leuchtet die Wut auf, die Wut darauf, dass man mit derart billigen Tricks versucht ihn hier hereinzulegen und noch schlimmer: ihm seinen Status als Champion streitig zu machen.

Er liefert doch schon die Chancen auf dem Silbertablett.

Und dann kommt man ihm so?

Nein, das darf nicht sein.

End richtet sich auf und statt sich auf Danny Rickson zu konzentrieren, wandert seine Aufmerksamkeit direkt in Richtung Hollywood Jake.

Langsam und bedrohlich läuft er auf Jake zu, der etwas fragend zu Danny Rickson schaut, bevor er um den Ring herumläuft. End wird dabei immer schneller, als er ihm folgt, bis Jake den alten Trick nutzen will, um in den Ring zurückzugehen, sodass End ihm folgen muss und dabei Danny Rickson in die Falle läuft… doch…

End ist schneller.

Jake will gerade zurück in den Ring, da packt ihn End am Fuß. Er zieht ihn zurück, wirft ihn gegen die Barrikade und geht mit seinen Fäusten auf ihn los. Mit voller Kraft prügelt er dort auf Jake ein, während Jack Bobo etwas irritiert zu sein scheint und damit beginnen will End anzuzählen. Auch Danny Rickson scheint nicht direkt weiter zu wissen, andererseits? Ist das hier seine Chance.

Er verlässt den Ring ebenfalls und geht direkt auf End los. Er greift ihn von hinten an, attackiert ihn im Nacken und befördert End direkt gegen eine andere Seite der Barrikade. Er schnellt hinterher um direkt nachzulegen und weiter auf End loszugehen und damit hat er auch kurze Zeit Erfolg, in der er Ends Unaufmerksamkeit ausnutzen und daraus Kapital schlagen kann.

Rickson geht regelrecht auf End los, stößt ihn noch einmal gegen Barrikade, dann gegen Ring, bis er ihn schließlich via Belly to Belly Suplex auf den Mattenboden schleudern will, doch da hält End schließlich gegen. Er wehrt sich, macht sich schwer und attackiert Danny schließlich selbst mit Schlägen und dabei fährt End richtig auf, denn selbstverständlich ist ihm klar, dass dieser Mist hier vor allem auf der Initiative von eben Danny Rickson gewachsen ist.

Und dabei entwickelt sich schließlich ein intensiver Brawl, der sich hier um den Ring verlagert. Der Ring, die Absperrung, auch das Kommentatorenpult… es wird alles als Waffe genutzt, was man irgendwie nutzen kann, ohne, dass es tatsächlich eine disqualifizierende Waffe darstellt.

doch all das geschieht eben außerhalb des Ringes, weshalb Jack Bobo weiter zählen muss.


3…

4…

5…


Whip-In von End gegen Rickson, direkt gegen den Ringpfosten.


6…


GERMAN SUPLEX


Von Danny Rickson gegen The End.


7…

8…


Rickson erkennt die drohende Gefahr und so packt er sich End, um diesen zurück in den Ring zu schieben und direkt hinterherzugehen. Doch kaum ist The End drin, rollt dieser sich wieder raus, um Rickson – der gerade durch die Seile in den Ring gestiegen ist – an diesen zurückzuziehen, sodass Rickson auf den Ringboden knallt und End ihn wieder herauszieht.

Und damit geht der Brawl weiter. Jetzt kann End aber etwas an Dominanz aufbauen und Rickson seinerseits hier quer um den Ring herumprügeln.


1…

2…

3…


Letztlich gelingt es Danny zurückzuschlagen und End nun mit einem gewaltigen Stoß gegen die Ringtreppe zu befördern.


4…

5…


BELLY TO BELLY SUPLEX


Rickson schickt End erneut auf die Matte. Wieder will er aber direkt nachsetzen, End zurück in den Ring schicken, der nun aber sichtlich Blut geleckt hat. Er greift Rickson gezielt am Nacken, schickt ihn abermals gegen die Barrikade und fängt ihn direkt wieder ab…


SPINEBUSTER


Auf den Hallenboden!


Dieses Match ist bereits jetzt so intensiv und hart, dabei hat es noch gar nicht mal wirklich im Ring stattgefunden!

Robbin Zick ist mittlerweile auch wieder am Start, der in der Nähe von den beiden Kontrahenten steht, allerdings scheint er genug Sicherheitsabstand zu wahren. End registriert ihn, entscheidet sich aber nicht dafür etwas zu tun.


6…

7…


Anders ist es bei Hollywood Jake. Der steht bereit und hat sich erneut mit dem Stuhl bewaffnet und das ein weiteres Mal ziemlich clever, denn nicht nur Ends Aufmerksamkeit ist in Richtung Robbin Zick gelenkt, auch die von Jack Bobo.

Zick deutet nun tatsächlich an auf End und Rickson zu zugehen, da geht Bobo direkt auf ihn, sodass Jake mit dem Stuhl ausholen und auf End zuschlagen kann…

naja… zumindest in der Theorie.

Jake holt aus, doch ihm wird der Stuhl abgenommen!

In der vordersten Reihe der Fans steht jemand, der den Stuhl greift, um ihm Jake zu entreißen. Ein großer Mann, der Jake sogar noch überragt, um das auch mit Leichtigkeit zu tun.

Jake ist erbost und versteht gar nicht, was ein Fan sich hier herausnimmt, doch… es ist kein Fan gewesen.





Darragh Switzenberg


Pete. „WAS?!“

Sven: „Was geht denn jetzt hier ab?!“


Warum auch immer, aber Darragh Switzenberg ist da! Ob er es vielleicht auf die Open Challenge abgesehen hat?

Jedenfalls hat er den Stuhl nun in der Hand, den eigentlich Jake wollte, als dieser regelrecht entgeistert zu seinem alten Weggefährten schaut, signalisiert dieser ihm nur, dass er sich herumdrehen sollte…


SPEAR


Von The End gegen Hollywood Jake!

Und damit haut End nun auch den zweiten Schergen um. Selbst mit einem irritierten und fragenden Blick erkennt End, dass da Darragh Switzenberg steht, auch er bekommt aber wenig Zeit das ganze zu verarbeiten.


RUNNING KNEE STRIKE


Danny Rickson kommt angesprungen und trifft The End auch tatsächlich mit seinem Knie!

End geht zu Boden, während sich auch Danny Rickson kurz sammeln muss, bevor er weiter auf End losgehen kann, vermutlich wieder mit dem Ziel ihn in den Ring zurück zu verfrachten.

Allerdings dürfte es wenig überraschend sein, dass sich ein Jack Bobo das ewig mit anschaut.


10.


~ Ding Ding Ding ~




Laura: „Meine Damen und Herren, dieses Match endet in einem Double Countout. Und somit weiterhin GFCW World Champion… The End!“


Zick ist schockiert, Jake liegt am Boden, End muss sich auch erstmal raffen und vor allem Danny Rickson ist mehr als sauer, über all das, was hier gerade passiert ist. Er hat sich den perfekten Plan überlegt, wie er End hier überraschend und ihn des Titels entledigen konnte, doch er hat dabei eben eine Sache vergessen:

The End, ist The End und der lässt sowas so einfach nicht mit sich machen.

Und zu allem Überfluss…

steht da nun auch noch Darragh Switzenberg,

Die Zuschauer starren den Mann, der seit Monaten nicht mehr gesehen wurden, mit unverhohlener Verwirrung an. Natürlich, sein Comeback war erwartet wurden. Früher oder später. Doch unter allen Szenarien, die für seine Rückkehr denkbar schienen, war es keines, dass der Kanadier in einen Kampf zwischen The End und Danny Rickson eingreift.


Pete: „Offensichtlich ist er hier, um Rache an Hollywood Jake zu nehmen. Und dabei ist er nun wohl ins Gehege von Danny Rickson gekommen. Oder steckt…“


Selbst der Stimme des erfahrenen Kommentators ist die Überraschung anzumerken. Pete zögert einen Augenblick.


Pete: „…mehr dahinter?“


Rickson dreht sich nun zu Switzenberg. Wenn Blicke töten könnten. Der Engländer macht einen Schritt auf den Rückkehrer zu. Switzenberg gehört nicht hier hin. Nicht in die Welt eines Danny Rickson, wenn dieser dabei ist, einen Plan zu vollenden.

Ein weiterer Schritt in Richtung Switzenberg. Ohne, dass die Mikrofone Details einfangen kann, zischt Rickson etwas in Richtung des Kanadiers. Doch dieser hat für Ricksons Zorn und Frustrations nicht übrig außer ein Schulterzucken. Oder – wenn man das Grinsen so interpretieren will – gar hämische Freude. So entsteht ein hitziges Wortgefecht, von dem wir nur einen Bruchteil mitbekommen, bevor auch dieses aber wieder unterbrochen wird.


SPEAR


Und der dritte im Bunde bekommt den dritten Spear ab.

Nun holt End auch Danny Rickson von den Beinen, bevor er sich selbst kurz regenerieren muss. Für die kurze Zeit und all das, was hier passiert ist, hat The End recht viel abbekommen, nicht zuletzt auch das Running Knee. Und abgesehen davon ist auch er scheinbar irritiert von Switzenbergs Anwesenheit hier.

Bevor er sich also dazu entschließen kann, weiter auf Rickson einzugehen, sind Zick und auch Jake wieder, zur Stelle, um Rickson zurückzuziehen und mit ihm auf die Stage hinauf zu flüchten.


Pete: „Was ist hier gerade passiert?“

Sven: „Vieles. Alles. Keine Ahnung.“

Pete: „Refuse to Age greifen The End an, damit Danny Rickson leichtes Spiel in der Open Challenge hat. The End hält aber gegen, weil er nun mal The End ist, der zusätzlich den Spieß rumdreht und den Kampf aus dem Ring raus zieht und zu guter letzt kommt auch noch Darragh Switzenberg hinzu, der Refuse to Age den Sieg kostet? Was zur Hölle?“


Das kann man laut sagen. Viele Fragezeichen und auch, wenn das wohl nicht die Art von World Title Match war, die man sich erhoffen kann, ist hier heute sehr viel passiert.

Mit all diesen Fragezeichen, einem vorerst-zurückgeschlagenen Refuse to Age-Team, einem irritierten World Champion und mit Darragh Switzenberg endet diese Ausgabe von War Evening für diese Woche und für Spanien.


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Danke an alle Schreiber!!!